Ausgabe 
(1.6.1936) Nr. 151
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der Nationa

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt -er Deutschen flrbeitsfront Bremen

«alisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

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Nr. 151 / 6. Jahrgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Vremen

SpreÄ^it: Mrlag wrrttSglich 12-1S Uhr: Schriftlriluna DirnStag und Urrlhig ISih-lSih Uhr

Pfingsten >g;e l!l. Mai/>. lunlf

kinzelpreis 15 Npf.

der klirentag der deutschen Kriegsmarine

flkolf Hitler übergab das Marine-kHeenmal in Laboe seiner Bestimmung / kwige MaHnung ;um deutschen Heldentum

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Mit der Weihe des Marineehrenmals in Lab« erreichte die Ehrung der deutschen Hel­den zur See ihren Höhepunkt.

Der Führer hat für den verstorbenen General a. D. Litzmann Staatsbegräbnis angeordnet. Präsident Frowein sprach in Paris über das Ausbauwerk des Dritten Reiches.

Der rote Terror in Spanien hat wiederum 2t Tote gefordert.

In Nordchina hat ein Eisenbahnanschlag auf einen japanischen Truppentransport großes Aussehen hervorgerufen.

Kreisleiter Blanke und Reg. Bürgermeister Pg. Heider rufen zur Hitler-Freiplatzspeude auf.

Der Neichslustschutzbund fordert die Frauen und Mädchen Bremens zur Mitwirkung als Laien-Helserinnen aus.

Die VZ. hatte eine Unterredung mit dem Maler des Hauses Bremen im Olympia-Dorf. Bei den nordwejtdeutschen Brauereien ist der Bierausstoß gestiegen.

Auf der Nordseewoche zeitigten drei weitere Wettfahrten glänzende Ergebnisse.

Staatsbegräbnis für Litzmann

Berlin, 31. Mai

Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß die Beisetzung des am 28. Mai verstorbenen Generals der Infanterie a. D., Pg. Litzmann, am Mittwoch, 11 Uhr vormittags, als Staatsbegräb­nis in Neuglobsow durchgeführt wird und den Reichsminister für Bolksausklärung und Propa­ganda mit der Durchführung beauftragt.

Am Dienstag, 2. Juni, wird der Trauerkondukt nach Beendigung der Familienfeier um 22 Uhr von dem Gutshaus in Neuglobsow durch ein Fackelspalier der SA. und der Bevölkerung zur Kowno-Höhe, die sich im Besitztum des verstor­benen Generals befindet, geleitet. Der Sarg ver­bleibt während der ganzen Nacht unter Ehren­wache der Wehrmacht im Fackelschein auf der Kowno-Höhe. Die Bevölkerung hat Gelegenheit, von dem Parteigenossen und großen Heerführer des Weltkrieges Abschied zu nehmen.

Am Mittwoch beginnt um 11 Uhr der Staats­akt auf der Kowno-Höhe. Der Reichskriegs­minister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Eeneralfeldmarichall von Blomberg und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Ru­dolf Hetz, werden Ansprachen halten. Dann er­folgt die Ueberführung zum Friedhof durch die Trauerparadeausstellung der Wehrmacht.

flm Mittwoch Irauerbeflagguns

Berlin, 31. Mai Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels hat fol­gende Anordnung getroffen:Hiermit ordne ich an, daß sämtliche Dienstgebäude der Partei und der angeschlossenen Verbände am Tage der Bei­setzung des verstorbenen Parteigenossen Generals der Infanterie a. D. Karl Litzmann am Mittwoch, dem 3. Juni 1936, Trauerbeflaggung setzen. Die Parteigenossen werden aufgefordert, sich der Trauerbeflaggung anzuschließen."

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Sämtliche deutschen Sender werden am Mitt­woch die Trauerfeierlichkeiten in Neuglobsow übertragen.

wettere vettewsbe;eugungen

Berlin, 31. Mai Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat an den Sohn des verstorbenen Generals Litzmann, Obergruppen­führer Litzmann in Neuglobsow, das folgende Beileidstelegramm gerichtet:Lieber Pg. Litz­mann! Zum Hinscheiden Ihres Vaters, des von uns allen so sehr verehrten und geliebten Gene­rals Litzmann, spreche ich Ihnen und Ihren An­gehörigen meine besonders herzliche und auf­richtige Teilnahme aus. Wir verlieren in Ge­neral Litzmann einen unserer treuesten und fa­natischsten Parteigenossen, der in seinem hohen Alter uns immer noch ein jugendlich begeistern­des Vorbild war. Ich selbst beklage bei seinem Ableben einen wahrhaft väterlichen Freund, der mir für alle Zeiten unvergessen bleiben wird."

U. a. ist noch folgendes Beileidstelegramm ein­gegangen:Mein lieber Litzmann! Zu dem Ab­leben Ihres ehrwürdigen Herrn Vaters, des ver­dienten greisen Generals des großen Krieges und alten Mitkämpfers um Deutschlands Freiheit spreche ich Ihnen und allen Ihren Familienange­hörigen mein und der ganzen SA. tiefempfunde­nes Beileid aus. Der Geist des Siegers von Brzeziny wird.in der jungen SA.-Eeneration weiterleben, gez. Lutze."

Vom sichrer geehrt

Berlin, 31. Mai.

Auf Vorschlag des Reichsministers für Volks­ausklärung und Propaganda hat der Führer und Reichskanzler dem Architekten Klemens Klotz aus Köln, dem Erbauer der Ordensburgen Vogel­fang und CrössiNsee aus Anlaß seines 50. Ge­burtstages am heutigen Tage dA Professor-Titel verliehen.

Kiel, 31. Mai.

Die Augen ganz Deutschlands und darüber hin­aus der Welt richteten sich gestern auf die großen Feierlichkeiten in Laboe. Das deutsche Marine­ehrenmal, aus dem Opfergeist alter Kampfkame­radschaft zur See entstanden, wurde durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehr­macht, Adolf Hitler, seiner Bestimmung übergeben. Es soll ein ewiges Mahnmal deutschen Helden­tums zur See sein. Mit dem großen Tage von Laboe verewigt sich die größte Seeschlacht aller Zeiten, die Skagerrak-Schlacht, bei der in Hin­gabe bis zum Letzten zwei Nationen ritterlich die Klingen kreuzten. Die tiefen Wunden, die der Krieg schlug, sind inzwischen vernarbt, und unter der zielbewußten Führung Adolf Hitlers sind wir wieder aufgestiegen zu einem nach innen und außen freien Volk, das dem Gegner von einst versöhnend die Hand für alle Zeiten geboten hat.

Der Bau des Ehrenmals wurde in einer Zeit tiefer innerer Zerrissenheit und äußerer Un­freiheit in Angriff genommen. Der Führer der deutschen Hochseestreitkräfte in der Skagerrak- Schlacht, Admiral Scheer, dem es nicht ver­gönnt war, den großen Tag der Einweihung im geeinten Deutschland mitzuerleben, sprach bei der Grundsteinlegung im Jahre 1927 die prophetischen Worte: Für deutsche Seemannsehr' Für Deutschlands schwimmende Wehr Für beider Wiederkehr!" Sie sind in Erfüllung gegangen. Mit tiefer innerer Genugtuung blicken wir Deutsche auf das Mahnmal, das uns für die Zu­kunft die Verpflichtung auferlegt, das Vermachst- nis der Helden zu wahren.

Als der Morgen graut, kommt Bewegung in die Kriegsmarinestadt Kiel. Während noch' die Sonderzüge Teilnehmer am Ehrentag bringen, sammeln sich auf den Plätzen die Formationen des NSD.-Marinebundes, der SA., SS., Marine­SA., der HJ.. des Jungvolks und des BDM. und anderer Verbände zum Transport nach Laboe. Die Flotte hat am Morgen mit Flaggenparade großen Flaggenschmuck angelegt und auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht die Kriegsflagge des Welt­krieges im Großtopp gesetzt. Am Achtermast derGrille" leuchtet der Stander des Führers, der sich an Bord des Schiffes befindet.

Das kleine Fischerdorf Laboe steht in einem Flaggenschmuck, der einzigartig ist. Wie aus­gerichtete Soldaten stehen die hohen Fahnenmasten in kleinen Abständen nebeneinander, von dem schmucken kleinen Hafen bis hoch zum Ehrenmal, eine Strecke von etwa zwei Kilometern. Ehren- stiirme der SS. stehen auf beiden Seiten des Strandweges. Die niedrigen Häuser des Bade- und Fischerdorfes sind mit rührender Liebe aus­geschmückt. In unaufhörlicher Folge läuft Schiff auf Schiff ein und ergießt die Massen der Teil­nehmer in das Fischerdorf. Endlos ist der Zug der Kraftwagenkolonnen, die auf dem Landwege in großem Ringverkehr die Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches heranbringen. Hinter den Ab­sperrketten der SS. steht, Kopf an Kopf, die Menge. Sie ist Augenzeuge des endlosen An­marsches der Formationen, eines Anmarsches, der sich in bewund«nswerter Disziplin vollzieht.

In dem landeinwärts gelegenen Ehrenhof stehen vier Blocks. Einer von der Wehrmacht, die aus 14 Kompanien der Flotte und der Marine­artillerieabteilungen, Schiffsstammdivisionen und Schulen beider Marinestationen besteht. Daneben sieht man die Ehrenabordnungen der Partei- gliederungen und Verbände und in drei großen Blocks die Abordnungen des NS.-Deutschen Ma­rinebundes.

Bor kiinmarsch der sahnen

Um 10 Uhr erfolgt der Einmarsch von 800 Fah­nen des NSD.-Marinebundes. Inzwischen treffen die Ehrengäste -es Oberbefehlshabers der Kriegs­marine und des NS.-Deutschen Marinebundes ein. Die Spannung wächst von Minute zu Mi­nute. Angesichts des gewaltigen Ehrenmals breitet sich schnell im Ehrenhof und auf den ihn umsäu­menden Tribünen eine andachtsvolle Stille aus, die hin und wieder unterbrochen wird durch scharfe Kommandos. Reichsstatthalter General a. D. Ritter von Epp. der Ehren­vorsitzende des NS.-Deutschen Marinebundes, be­grüßt seine alten Mitkämpfer aus dem Weltkrieg, die sich aus den aufmarschierten Ehrenabordnun­

gen mit ihren Khaki-Uniformen deutlich sichtbar abheben. Die Ehrenkompanie präsentiert das Ge­wehr, und unter den Klängen desholländischen Ehrenmarsches" marschieren die alten mit dem Frontkämpferehrenkreuz geschmückten Flaggen der deutschen Kriegsmarine in den Ehrenhof ein, wo sie unmittelbar hinter dem Rednerpult Aufstellung nehmen. Tausende zum Teutschen Gruß erhobene Arme grüßen diese ruhmreichen Fahnen, grüßen deutsche Seehelden, die unter ihnen gekämpft ha­ben, grüßen vor allem diese Helden, zu deren Ge­dächtnis das Ehrenmal hier in Laboe errichtet worden ist. Ehrenkompanien der Kriegsmarine, gestellt von der ersten Unteroffizierslehrabteilung, marschieren ""f.

Bald spricht sich die Kunde von dem Eintreffen des Führers im Laboer Hafen herum. Da er­klingen plötzlich aus der Ferne stürmische Heil- Rufe. Durch Lautsprecher wird verkündet, daß der Führer die Front der Kameraden des NS.- Deutschen Marinebundes abschreitet. Bom hohen Turm des Ehrenmals herab erklingen Fanfaren- stöße: Der Führer kommt! Die Ehrenkompanie der Kriegsmarine präsentiert das Gewehr. Das Deutschlandlied klingt auf.

Ver sichrer im khrenhof

Der Führer betritt den Ehrenhof. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompanie spielt der Musik­zug das Sanctus von Schubert. Die große Weihe- stunde hat begonnen. Der Sprechchor der Kriegs­marine sprichtDas Mahnmal", eine Dichtung von Kapitänleutnant Fuchs. Wie aus einem einzigen Munde gesprochen hallen die Worte des Chors durch den Ehrenhof, unterbrochen von kur­zem Trommelwirbel. Ergreifend die Auszählung

Volksgenosse! Volksgenossin!

Zeigt eure Verbundenheit mit der SA.! Tragt das silberne Abzeichen für den Tag der SA.-Gruppe Nordsee am 8. und 7. Juni! Abzeichen mit Aufmarschheft sind bei jedem SA.-Mann zu kaufen.

der Opfer deutschen Seeheldentums, erhebend, auf­rüttelnd der wuchtige Ausklang.

Der Erbauer des Ehrenmals, Architekt G. A. Münz er (Düsseldorf), ergreift dann das Wort und übergibt das Denkmal dem Führer des NS.- Deutschen Marinebundes,

sregattenkapitön o. 0. Hintsmami-Bremen

Er übernahm im Namen des Bundes, des Bau­herrn dieses Werkes, das Ehrenmal. Er richtet Dankesworte an den Erbauer und an alle, die bei dem Bau mitgeschaffen haben. Besonderer Dank gelte denen, die vor einem Jahrzehnt trotz aller damals entgegenstehenden Hemmungen den Entschluß gefaßt hätten, ihren im Weltkrieg ge­bliebenen Marinekameraden ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten.

Des Mannes, so sagte der Redner weiter, ge­denken wir dabei in dieser Stunde voll Dank­barkeit, der im Sommer 1927 die Entscheidung

für die Grundsteinlegung des Baues gab und damit den Bund vom Planen zum Handeln ge­führt hat, des damaligen Ehrenpräsidenten un­seres Marinebundes, Admiral Scheer.

Dankbar und stolz sind wir, daß unser Marine­ehrenmal die Weihe in diesem Staatsakt vor dem Führer empfangen soll, daß Sie, mein Führer, selbst den ersten Kranz in der Weihehalle vor dem Ehrenbuchs der deutschen Kriegsmarine im Namen des deutschen Volkes niederlegen wollen. 34 83K Namen, die Namen aller im Weltkriege 19141918 gebliebenen Angehörigen der deut­schen Kriegsmarine stehen in diesem Buche.

Fregattenkapitän Hintzmann erinnerte an das Wort, mit dem Admiral Scheer am 8. August 1927 den Grundstein zu dem Ehrenmal gelegt'hat und fuhr dann fort:Wir weihen das deutsche Marineehrenmal heute in dem dankbaren Bewußt­sein, daß mit der deutschen Ehre die deutsche See­mannsehre wiederhergestellt ist. in stolzer Freude, daß Deutschlands schwimmende Wehr wieder­gekehrt ist.

Unter ihren Schutz, unter den Schutz der deut­schen Kriegsmarine, soll unser Ehrenmal in die­ser Weihestunde gestellt werden. Dafür danken wir dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und da­für danken wir Ihnen, Herr Admiral, daß diese SS deutschen Kriegsflaggen, die im Kampf auf deutschen Kriegsschiffen geweht haben, und auf Befehl des Führers mit dem Ehrenkreuz der Frontkämpfer geschmückt worden sind, als Tradi- tionsslagge der Kriegsmarine ihre bleibende Stätte in der Weihehalle unseres Ehrenmales er­halten sollen. Dort werden sie schweigend den Gefallenen und all ihren Mitkämpfern, die im Weltkriege Deutschland hoch in Ehren gehalten haben, danken. Dort werden sie schweigend die Soldaten der deutschen Kriegsmarine mahnen, so wie ihre Kameraden der Borkriegs- und Kriegs­zeit Deutschland in alle Zukunft hoch in Ehren zu halten. (Fortsetzung auf Seite 2)

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Baum oHne Volk!

fluch eine pfingftbetrachtung

K. blü. Gibt es ein zweites deutsches Fest, das in uns die Freude an der grünenden und blühen­den Natur so stark mitschwingen und mitklingen läßt, wie das Pfingstfest? Es ist eine Siegesfeier, bei der das Leben über die Mächte des Todes triumphiert, eine Siegesfeier jener ewig schaffen­den, sich ewig neu gebärenden Kraft, die für alle Zeitdie Welt im Innersten zusammenhält". Blü­ten auf Blüten hat die Natur in diesen Tagen ver­schwendet, und schon reifen in ihrem Schoß die Früchte, die den Keim zu neuem Blühen, neuem Reisen und neuem Früchtebringen in sich tragen. Und die Triebkraft im Stamm und in den Aeften unseres völkischen Lebewesens? Schöpft auch das deutsche Volk im Wechselstrom des Werdens und Vergehens seiner Einzelglieder am nie ver­siegenden Born der Natur oder gleicht es einem morschen, von innen absterbenden Baum, dessen Schicksal auch die wärmste Pfingstsonne nicht ab­zuwenden vermag?

Springen wir, um diese ernste Frage beantwor­ten zu können, gleich mitten hinein in den Prozeß des blutsmäßigen Wachsens der Nation. Immer wieder hört man als Einwand gegen die dringende Forderung größerer Geburtenfreudigkeit in Deutschland die schon klassisch gewordenen Worte des Ueberoölkerungsgespenstes:Das deutsche

Volk hat ja gar nicht genug Raum, der einen etwa erzielten Bevölkerungsüberschuß fasten könnte! Außerdem steigt die Erwerbslosigkeit mit der Volksdichte und der Raumnot, und soweit die zif­fernmäßige Erhaltung des Volkes notwendig ist, haben doch die ansteigenden Geburtenzahlen der Jahre 1933/34 bereits die erforderlichen Siche­rungen gebracht!"

So, das deutsche Volk muß auf sein Wachstum, auf das Anschwellen seines Blutstromes verzichten, weil der deutsche Boden eine größere Volksdichte nicht ertragen könnte? Da hätte ja eigentlich die Völkerwanderung vor 1l4 Jahrtausenden zu einer Dauererscheinung wer­den müssen, denn damals sand nicht einmal der zehnte Teil der Menschen, die heute den deutschen Raum bevölkern, am gleichen Gebiet Mitteleuro­pas Genüge. Warum in den folgenden Jahrhunder­ten die vielen Millionenüberschüssigen" Volksge­nosten trotzdem nicht verhungerten? Weil die Be­völkerungszunahme zu einer intensiveren Bearbei­tung des Bodens zwang, weil mit ihr auf höherer Kulturstufe Erwerbszweige entstehen konnten, die sich ohne Bodenbesitz ernähren! Mit der Ge­burtenzunahme wuchs unablässig die Fassungs­kraft des deutschen Raumes, und der Ertrag des Bodens wurde allein in den letzten hundert Jah­ren mehr als vervierfacht! Daß wir hinsichtlich jener Ertragssteigerung noch lange nicht das End­ziel erreicht haben, weiß heute jedes Kind, das schon einmal etwas von der Erzeugungsschlacht ge­hört hat. Und wer törichterweise den Erfahrungen des eigenen Volkes nur zögernd traut, der möge in diesen Tagen der Besinnung auf die schöpferische, entfaltungssrohe Urkraft des Lebens seinen Blick ruhig über unsere Grenzen schweifen lasten und feststellen, daß noch kein einziger Engländer und Belgier deshalb verhungert ist, weil die durch­schnittliche Bevölkerungsdichte in England und Belgien fast den doppelten (!) Grad wie die in Deutschland erreicht hat. Die von liberalistisch,jüdi­schen Elementen künstlich in unserem Volk erzeugte Angst vor der Raumnot ist jedenfalls völlig absurd.

Wie aber steht es mit der Behauptung, die Ab­kehr von der Kleinsamige zur deutschen Voll- familie mit wenigstens vier Kindern vergrößere die Erwerbslosigkeit? Lasten wir uns auch auf diesem Gebiet nicht länger Sand in die Augen streuen! Nehmen wir vielmehr die Wahr­heit scharf aufs Korn! Seit der französische Deutschenhasser Clcmenceau sich zu dem unge­heuerlichen Satz verstieg:Es leben zwanzig

Millionen Deutsche zu viel", hatten die Berliner Systemregierungen als hilfsbereite Handlanger der Pariser Bevölkerungsstrategen es fertig­gebracht, daß bis 1933 dreizehn Millionen Kin­der in Deutschland zu wenig geboren wurden. Die Arbeitslosigkeit nahm nun aber im gleichen Zeitraum nicht trotzdem, sondern gerade wegen der Geburteneinschränkuug ein so grauenvolles Ausmaß an. Denn diese dreizehn Millionen Angeborenen waren es (und sind es zum Teil auch jetzt noch), die das volkswirtschaft-

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