Parteiamtliche Tageszeitung
liachrichtenblatt der Deutschen prbeitsfront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen
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Nr. 1SZ / 6. Jahrgang
Montag, ir. zuli is;e
kinzelpreis 15 Npf.
Her fülirer allein bestimmt unser Ziel
Neichswalter wächtler weistte das staus -er deutschen krjiestung auf der Neichstagung des NStö. in vaureutst
Symbol naUonalsoriattMscher Weltanschauung
Vayreuth, 13. Juli.
Im Rahmen der Reichstagung des NSDL fand Sonnabendabend in dem großen Versammlunqs- zelt aus dem Schloßplatz ein Vegrützunqs- abend statt, der außerordentlich ' stark besucht war. Reichswalter Wächtler gedachte, der Opfer der Bewegung. Insbesondere seines im Dreryte am Volk dahingegangenen großen Vor-
Unser Icigesspiegel
Die europäische Presse begrüßt die deutschösterreichische Vereinbarung.
In Vayreuth wurde das Haus der Deutschen Erziehung durch Reichswalter Wächtler geweiht.
Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften warf Gisela Mauermaqer, München, einen neuen Weltrekord.
Dora Ratjen, Vremen, wurde deutsche Hochsprungmeisterin.
Auf der international besetzten Essener Regatta erzielte der Bremer RV. gute Erfolge. Auf dem internationalen Verdener Reit- und Fahrturnier siegte Oberleutnant Tudorün- Rumänien im schwere» Jagdspringen Kl. 8 a. Bei den Radmeisterschaften siegten wiederum Metze und Richter.
Der Bremer Cronjäger gewann das Blaue Band von Bremen.
Die Hansa-Lloyd- und Goliath-Werke, Vorg- ward öt Tecklenborg sind in eine AG. umgewandelt worden.
gängers Hans Schemm und des im nationalsozialistischen Kampfe gefallenen Berufskameraden Dr. Roß, denen zu Ehren sich der Fahnenwald neigte. Es folgten Willkommensgrüße des Vay- reuther Oberbürgermeisters Dr. Schlumprecht und des Reichsleiters von Bayreuth-Eschenbach, Oberschulrat Dennerlein.
Der Rest des Abends stand unter dem tiefen Eindruck der neuen Friedenstat des Führers, die durch die Rundfunkübertragung der Erklärung von Dr. Goebbels bekannt wurde.
Aus dem im nächtlichen Dunkel liegenden Bay- reuth leuchtete der im gleißenden Licht der Scheinwerfer strahlende Monumentalbau, den die deutschen Erzieher sich errichtet haben. Als die Glocken der nahen Schloßkirche die mitternächtliche Stunde angesagt hatten, erschien Reichswalter Wächtler auf der großen Freitreppe; gleich darauf kündeten Marschklänge das Nahen des von Fackelträgern begleiteten Zuges an. Achtungsvolles Schweigen lag über dem weiten Hans- Schemm-Platz, auf dem der gewaltige Fahnen- wald sich aufbaute. Reichswalter Wächtler gab das Kommando zum Einzug der Fahnen in das Haus der deutschen Erziehung. Unter den Klangen des Präsentiermarsches wurden sie in die hohe Weihehalle getragen. ,
Um 10.30 Uhr des gestrigen Tages hatte Reichswalter Wächtler mit den Ehrengästen in dem Mittelschiff der Halle Platz genommen. Nach einleitenden Musikdarbietungen richtete Reichswalter Wächtler „den ersten Gruß dieses Weiheraumes in Liebe, Dankbarkeit und Treue an den großen Erzieher aller Deutschen, den Führer". In..«einer Festrede führte Reichswalter Gauleiter Wächtler u. a. aus: Zweck und Ziel unserer Erziehungs- Organisation richten sich aus nach den Zielen der nationalsozialistischen Idee und ihrer Orgam>a- tion, der Partei, so wie es der Führer gelobt hat, „das von Gott geschaffene Volk als Bestand körperlich und geistig gesund, ordentlich und rein zu erhalten". Indem wir uns zu die>em Ziele be-
Das Uaiis ckvr ckentsviiou bü'?iebuiiK in Bavevutb anecke Avstvrn im Kabinen ckvr keiolistaxnnA cke« >'8.-1eIii ei Inimlvs Zevvikt
slVeltbiist
kennen, legen wir zugleich ein Bekenntnis ab zur nationalsozialistischen Weltanschauung, der wir verfallen sind.
Es gibt keine andere Macht aus dieser Welt, von der wir Weisungen für unseren Dienst an der deutschen Jugend anzunehmen hätten oder willens wären, es zu tun. Nur der Führer allein und die nationalsozialistische Weltanschauung bestimmen Ziel und Weg unserer Arbeit. Dieses Bekenntnis ist unser Gelöbnis. Wer nicht bereit oder fähig ist, es osfenen, reinen und starken Her
zens vor dem ganzen Volke abzulegen, soll unsere Reihen meiden.
In diesem Hause soll das Gewissen der deutschen Erzi eh er schast wohnen, das wach ist und nie zu fordern aufhören wird. Aus diesem Hause sollen die Richtlinien für die Arbeit der Erzieherschaft hinausgehen, die strenger und härter sein sollen. Das'Haus steht! So übernehmt es als Euer Eigentum, das Ihr meinen Mitarbeitern und mir wieder zu treuen Händen übergebt. Daß es zur nationalsozialisti
schen Arbeitsstätte und durch diese zu -einem Symbol der nationalsozialistischen Weltanschauung werde, das ist unser heißes und ernstes Bemühen. Es lebe der Führer! Es lebe das ewige deutsche Volk!
Im Anschluß an die feierliche Stunde setzten sich die Marschblöcke in Bewegung. Heller Sonnenschein lag über dem Bayre'uther alten Schloßplatz, wo Reichswalter Wächtler mit den Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht den Vorbeimarsch abnahm.
kuropa begrüßt das Mommen öerlin-wien
Die großen Zeitungen unter dem kindruck der deutsch-österreichischen Vereinbarung
London, 13. Juli.
Die deutsch-österreichische Vereinbarung wird in der englischen Sonntagspresse nicht ganz einheitlich ausgenommen. Einig sind sich sämtliche Blätter aber darin, daß das Abkommen von allergrößter Bedeutung ist.
Sunday Times begrüßt die Vereinbarung vorbehaltlos. Unter der Uebcrschrist „Der österreichisch-deutsche Pakt ein gutes Beispiel" erklärt das Blatt u. a., das Uebcreinkommen sei zunächst einmal, äußerlich betrachtet, ein Pakt kluger Staatsmannskunst. Jahre hindurch haben die gespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern den Frieden Europas bedroht, jetzt sind sie wieder Freunde, und das neue Verhältnis ist
lMepunkt des eaittages stessen-Naffau
Neich sinnenmimster Vr. srick sprach in einer vroßkunvgebung
offensichtlich ohne irgend welche Opserung der Unabhängigkeit Oesterreichs hergestellt worden. Europa ist lange geplagt gewesen durch internationale Rivalitäten, Jntrigen und Mihklänge. Wir sollten daher auch jedes Ucbcrcinkommen willkommen heißen, das Feinde in Freunde verwandelt. Hitler verdient einen besonderen Glückwunsch zu seinem Abkommen mit Oesterreich.
Der „Observer" sagt in seiner Wochenschau, das Abkommen bedeute, daß es Deutschland gelungen sei, Oesterreichs Zustimmung zu einer Art politischer Solidarität zu erhalten, die auf einen „moralischen Anschluß" hinauslaufe.
„Sunday Dispatch" schreibt, der „Kompromiß über Oesterreich" schasse ein neues politisches Europa. Man könne die Bedeutung der Vereinbarung zwischen Berlin und Wien kaum groß genug einschätzen. Es sei jetzt wichtig, daß Großbritannien alle Verpflichtungen löse, die es unnötigerweise in Gegnerschaft zu Deutschland und Italien brächten. Die deutsch-österreichische Vereinbarung enthalte keinerlei Gegnerschaft gegen Großbritannien. Auf der Versöhnlichkeit und der Klugheit der britischen Politik beruhe nunmehr das Schicksal des englischen Volkes.
Das „Journal" verweist besonders'auf die Stelle der Vereinbarung, wonach das Reich die gebietsmäßige und politische Unabhängigkeit Oesterreichs anerkennt. Der „Petit Parisien" sieht als Ursache dieser Entwicklung einmal den Zusammenbrach der Stresa - Front und zum anderen überhaupt der bisherigen politischen Lage in Europa.
Die beiden Blätter der Volksfront, der sozialistische Populaire und die kommunistische Hu- manitä vermerken nur die Tatsache des Abschlusses der deutsch-österreichischen Vereinbarung. Der
Außenpolitiker des Excelckor, Marcel Pays, versucht vor allem die europäischen Rückwirkungen der Wiederherstellung freundschaftlicher deutsch- österreichischer Beziehungen zu analysieren. Er kommt zu dem Schluß, daß es zwei Interpretationen des Abkommens gebe: Eine pessimistische, wonach man es mit der Wiedergeburt des alten Dreibundes zu tun habe, und eine optimistische, nach der Oesterreich und Europa nunmehr von der Anschlußdrohunq befreit seien. Sicher sei jedoch, die optimistische Auslegung anzunehmen.
Nom: kin Vienst am frieden
Frankfurt a. M., 13. Juli. )er Eautaq Hessen-Nassau erreichte Sonntag- mittag mit einer Erotzkundgebung rn der Stadt Deutschen Handwerks leinen Höhepunkt. Au, a gewaltigen Meisegelände, das noch vor we- M Wochen die einzigartige Schau des deutchen uerntums die 3. Reichsnahrstandsausstellung jerbcrgte, marschierten in den Morgenstunden über'100 30l> Teilnehmer des Eautages in ge- osscnen Kolonnen zum Kundgebung^platz. Be- dcre Bedeutung kam dieser Kundgebung durch Anwesenheit des Rcichsinnenm nisters D .
siauleiter Sprenger begrüßte Reichsinnen- nister Dr. Flick als Vertreter des Führers und Reichsregierung sowie den Relchsbauernsuhrer ichsminister Darre und die übrigen Gaste, ter dem Jubel der 100 0M überbrachte dann ichsinnenminister^Dr. Frick die besten Ginge d Wünsche des Führers, ,Der Minister ging i die Erfolge der nationalsozialistuchen Regiern seit ihrer Machtübernahme ein die bewn- s sinnfällig hier im Gau durch die Reichsauto- hn den neuen Flughafen sowie die Gewinnung
neuen Landes ins Auge falle. Als Reichsinnenminister Frick darauf hinwies, daß wir heute auch nicht mehr ehr- und wehrlos seien, erhob sich brausender Jubel.
„Wir haben bewiesen, so suhr der Minister fort, daß wir absolut vom Friedenswillen erfüllt sind, und wir haben einen Frcundschaftsvertrag mit unseren Brudern in Oesterreich abgeschlossen. (Großer Beifall). Es ist gerade das Wesen des nationalsozialistischen Staates, daß man nicht Worte und leere Phrasen wie in der Systcmzcit macht, sondern daß wir handeln und Taten sehen lassen. Wir sind zu jeder friedlichen Mitarbeit in Europa und in der ganzen Welt bereit. Das haben wir jetzt wieder einmal bewiesen — aber nur unter der Bedingung, daß die Lebensnot- wcndigkcitcn des deutschen Volkes anerkannt werden."
Anschließend an die Großkundgebung marschierten die einzelnen Kolonnen in die Stadt zurück, um sich hier bei einem großen Volksfest und sonstigen Veranstaltungen mit der übrigen Bevölkerung zu schöner Volksgemeinschaft zusammenzufinden.
Paris: kin diplomatisches kreignis
Paris, 13. Juli
Die Pariser Blätter stehen ganz im Zeichen der Normalisierung der deutsch-österreichischen Beziehungen. In groß aufgemachten Schlagzeilen bringen die Blätter die Meldung und zugleich im allgemeinen ihre Zustimmung zu der Vereinbarung zum Ausdruck. Alle großen Zeitungen beschäftigen sich auch in eigenen Stellungnahmen mit diesem Ereignis. Die Außenpoliti- kerin des „Oeuvre" bezeichnet als Standpunkt der großen Kanzleien, daß man sich sehr wohl die Tragweite des deutsch-österreichischen Abkommens klarmache. Dieser Schritt sei allen anderen vorzuziehen, die man sich sonst hätte denken können.
Der „Matin" glaubt, daß man in dem Abkommen deutlich den Einfluß Italiens spüre, das seine Aktion an die Deutschlands zu knüpfen scheine. Im außenpolitischen Leitartikel des „Matin" wird u. a. hervorgehoben, daß der deutsch-österreichische Vertrag ein diplomatisches Ereignis von allergrößter 'Bedeutung darstelle.
Rom, 13. Juli.
Die Nachrichten von der deutsch-österreichischen Verständigung finden in den römischen Blättern schon drucktechnisch eine Ausnahme, wie man sie in der italienischen Presse nur aus Anlaß der ganz großen Ereignisse kennt. In einigen Kommentaren wird das Ereignis bereits von allen römischen Morgenzeitungen als „ein Dienst am Frieden" „Messaggcro") oder „europäische Klärungen" („Voce d'Jtalia") gewürdigt. Die Schlagzeilen der ganzseitigen Ueberschristen heben u. a. als unmittelbaren Eindruck hervor: „Deutsch-österreichische Berständigung, die für den Frieden Europas und für Ordnung der Donauprobleme beiträgt" („Messaggcro"). „Ein bemerkenswerter Schritt vorwärts aus dem Wege des europäischen Wiederaufbaues" („Popolo di Roma").
(Fortsetzung am Seite 2)
Freundschaft und Verständigung
u. Berlin, 13. Juli.
Während man in gewissen Kreisen der internationalen Diplomatie die Welt in Regionen aufzuteilen und in Pakte einzuspinnen sich bemüht, die zwar angeblich dem Frieden dienen sollen, aber in Wirklichkeit doch nur neue Spannungen erzeugen. hat die deutsche Reichsregierung der Welt gezeigt, daß es bessere und erfolgreichere Wege gibt, um Europa in Wahrheit zu befrieden. Die am Sonnabend veröffentlichte Vereinbarung zwischen Deutschland und Oesterreich ist die Fortsetzung eines Bemühens, das Adolf Hitler schon am ersten Tage nach der Machtübernahme in Angriff nahm.
Die nach dem Willen der Diktatoren in Versailles zwischen Deutschland und Polen gesäte Uneinigkeit wurde zum erstenmal gebannt, als Adolf Hitler und Josef Pilsudski die Freundschaft ihrer Völker besiegelten. Einer in Waffen starren-
Uebt deutsche Vastsreundschast
Ausruf des Reichsministers Dr. Goebbels
Der Reichsminister für Bolksanfklärung und Propaganda erläßt folgenden Aufruf: R«ch dem Willen des Führers hat Deutschland für die Olympischen Spiele 1938 Vorbereitungen «ie kaum ein anderes Land zuvor getroffen. Die Hunderttausende ausländischer Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, daß jeder Deutsche seine Ehre dareinsetzen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem Schutz des Deutschen Reiches stehen, zuvorkommend gegenüberzutreten und, wenn sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mit Rat und Tat Beistand zu leisten. (gez.) Dr. Goebbels.
den Welt haben Deutschland und England durch ihr Flottenabkommen bewiesen, daß es bei gutem Willen 'möglich ist, durch eine freiwillige und ehrliche Vereinbarung die bestehenden Differenzen zu beseitigen und den berechtigten Wünschen zweier Nationen Rechnung zu tragen. Die deutschösterreichische Vereinbarung ist ein weiterer bedeutsamer Schritt zu einer wirklichen Entspannung der europäischen Lage und damit ein positiver Schritt zur Festigung des Friedens.
Manche Mißverständnisse, die bisher die an sich selbstverständlichen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Staaten, deren Bevölkerung gleichen Blutes ist. getrübt haben, sind damit beseitigt. Die deutsche wie die österreichische Bevölkerung begrüßt darum erleichterten Herzens dieses Abkommen, das über seinen engeren Rahmen hinaus den anderen Nationen ein Beispiel gibt, — und darin liegt seine europäische Bedeutung — daß diese Freundschaft und Verständigung nicht inhaltlose Worte, nicht Utopien sind, wenn wirklich ein lebendiger Wille besteht, sie anzustreben und in die Tat umzusetzen.
Die in der gemeinsamen Erklärung erwähnten römischen Protokol le vom 17. März 1934 enthalten Abmachungen, die zwischen den Regierungschefs Italiens, Oesterreichs und Ungarns in Rom getroffen wurden. In dem ersten Protokoll verpflichten sich die drei Staaten, ihre Politik aufeinander abzustimmen und die Vorbedingungen für eine weitere Zusammenarbeit mit anderen Staaten zu schaffen. Das zweite Protokoll betraf den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beteiligten Staaten durch Ergänzung der nationalen Wirtschaften und Förderung des Exports. Durch das dritte Protokoll wurden speziell die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Oesterreich und Italien mit seinen besonderen Erleichterungen behandelt, die durch spätere Abkommen gewährt wurden. Die römischen Protokolle haben sich bereits während des abessinischen Krieges sehr stark ausgewirkt. Oesterreich und Ungarn beteiligten sich, obwohl sie dem Völkerbund angehören, nicht an den Sanktionen gegen Italien; Deutschland als Nichtvölkerbundsstaat hatte ohnehin Handlungsfreiheit Die Haltung des Deutschen Reiches ist von der italienischen Presse dankbar anerkannt worden.
Bei einem Besuch, den die Ministerpräsidenten und Außenminister Oesterreichs und Ungarns im März 1936 in Rom abstatteten, wurden die in dem Kommunique ebenfalls erwähnten Zusatzproto-