Ausgabe 
(11.7.1936) Nr. 191
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Volk

Iliollk

der Nationa

parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

ozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zielen kjansestadt Vremen

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Nr. 1 S 1 / 6 . Jahrgang

Vas amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in lIldenbmg und Vremen

Anzeigcn-Grundprcise: Die 22-mm-Zeile tm Anzeigenteil 12 Ps-, die 70-mm.Zeile im Textterl 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bsdinchingen Preis­liste 6 (Nachlatzstasfel Ost Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-1S Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4-13)4 Uhr.

Sonnabend, 11 . Juli 1 SZ 6

kinzelpreis 15 Npf.

die deutsche Scholle ist heiliges Land

Neschsbauernfichrer Oarrs weihte das neue, aus dem Sumpf entstandene krbhöfedorf kiedrode bei Frankfurt am Main

„Sie tat spricht für uns"

Frankfurt, 11. Juli.

Im Rahmen des Eautages Hessen-Nassau fand gestern vormittag in Anwesenheit des Reichs­bauernführers die Weihe des neuen Erbhöfedorfes Riedrode statt, das in zweijähriger zielbewußter Arbeit dem Ried, den hessischen „Pontinischcn Sümpfen" abgerungen wurde. Das neue Dorf

Unssr logesspiegsl

Zur Verminderung der britischen Mittelmeor- flotte sind die ersten Kreuzer nach England heimgekehrt.

Die Hitzewelle in USA. forderte erneut 120 Todesopser.

Die Reichsregierung hat der Kleinsiedlung weitere Mittel zur Verfügung gestellt. Reichsbauernführer Darre weihte das neue Erbhösedors Riedrode.

Mit einem Presseempfang begann in Bay- reuth die Reichstagung des NSLV.

Zu Ehren der in Bremen «eilenden Olympia- Reiter sand im Rathaus ein Empfang statt. Die Sportwoche nach den Olympischen Spielen in Bremen bietet eine Fülle von Veranstal­tungen.

Im Eottfried-Talle-Park in Oslebshausen wurde ein Gedenkstein für Polizeiwachtmeister Gottfried Talle enthüllt.

Von der Bremer Tauwerk-Fabrik wurden be­achtliche Exporterfolge erzielt.

Die Norddeutsche Hütte beabsichtigt im Herbst einen neuen Hochofen anzublasen.

Bei den Davis-Pokalspielen in Agram siegten von Cramm und Kenner Henkel.

hatte ein festliches Kleid angelegt. Schmuck nah­men sich die 28 Erbhöse mit ihren Fachwerk­häusern und den dunkelbraunen Holzwänden der Scheunen, umsäumt von alten Bäumen, die man von dem Wald hat stehen lassen, in dem festlichen Rahmen aus.

Durch eine Ehrenpforte mit dem Spruchband „Nicht das Wort, sondern die Tat spricht für uns" schreitet man durch ein Spalier von Arbeits- männern, die mit geschultertem Spaten Auf­stellung genommen haben, zum Dorfplatz, der würdig geschmückt ist. 2m weiten Viereck haben die verschiedenen Gliederungen der Par- t e i Aufstellung genommen. Besonders stark ist der Arbeitsdienst vertreten, denn er und der Frauenarbeitsdienst haben an der Kul­tivierung und Gestaltung der Gemarkung Ried­rode mit den größten Anteil. Rechts von der Tribüne steht das schmucke Gemeindehaus mit seinem Fachwerk, oben. gekrönt von einer kleinen Glocke. Rund um den Festplatz hinter den Gliederungen der Partei haben die Bauern die von weit her gekommen sind, um diesem Festakt beizuwohnen, Aufstellung genommen.

Jubel erhebt sich. als der Reichsbauernmhrer in Begleitung des Gauleiters, und Reichsstatt­balters Sprenger im neuen Dorf erscheint. Rerchs- bauernsührer Darre schreitet zunächst mit dem Gauleiter von Hessen-Nassau die Front der For­mationen ab und begrüßt dann einzeln die Bauern des neuen Dorfes, denen die Freude, ihren Bauernfllhrer begrüßen zu können °us den Augen leuchtet. Weithin schallt über den Platz eine Banernkantate, gesungen von den Arbeits­männern, die vor dem Gemeindehaus stehen.

tandesbauerniülirer vr. Wagner

eröffnet die feierliche Weihe des Bauerndorzes Riedrode. Sein Dank und der Dank der Bauern Hessen-Nassaus gilt vor allem dem Führer der die Voraussetzungen geschaffen hat, dem deuhchen Bauerntum und damit dem deuhchen Volk den Lebensraum in der Heimat zu erweitern. Gau­leiter Reichsstatthalter Sprenger wies in seiner Ansprache einleitend darauf hm, daß die Verengung des Lebensraumes in Deutschland mit einer ' der Hauptgründe gewesen sei für die Suche neuen Bodens. Er ging auf d-e Versuche ein, die man schon in der Systemzeit unternommen habe, die aber erfolglos sein muß­ten. Erst die einheitliche Führung und Zu,am- menfassunq aller Kräfte durch den Nationalsozialismus habe es ermöglicht, auch auf dem Gebiete der Neuschaffung von Land richtunggebend zu sein. Hier seien 26 neue Erbhöse von je 30 Morgen errichtet worden. Außerdem habe man einige Stellen für bäuer­liche Handwerker durch eine Landzulage von 18 Morgen krisenfest gemacht. Es stünden jedoch für die Gesamtheit des neuen Dorfes noch 200 MorgenReserveIand zur Verfügung. Der besondere Dank des Gauleiters galt dem männlichen und weiblichen Arbeitsdienst, der hier in selbstloser Hingabe vorbildliche Arbeit zum Nutzen des deutschen Volkes ausgeführt habe.

Im Anschluß an seine Aussührungen verlas der Gauleiter eine Ehrenurkunde, die das historische Ereignis sesthält und gleichzeitig das neue Dorf zur Gemeinde erhebt. Ferner verlieh er allen Ortseinwohnern, sofern sie das 23. Lebensjahr vollendet haben, das Ortsbürgerrecht und be­

stellte den seitherigen Ortsbauernführer zum ehrenamtlichen Bürgermeister der neuen Gemeinde Riedrode.

Dann ernannte der bevollmächtigte Kreisleiter der Partei die neuen Eemeinderäte des Dorfes, während Reichsbauernführer Darre den neuen Ortsbauernführer bestellte. Der neuernannte Bürgermeister des Dorfes nahm als erste Amts­handlung die Ernennung des Reichsbauern- f L h r e r s R. W a l t h e r D a r r ä z u m E h r e n- b ü r g e r des Erbhöfedorfes Riedrode vor. Reichs­minister Darre dankte mit herzlichen Worten für diese Ehrung. Anschließend ergriff

Neichsbausrnfütirer Varrs

unter dem Jubel der Anwesenden das Wort zu seiner Weiherede, in der u, a. ausführte: Wäh­rend Streik und Arbeitslosigkeit, Aussperrung und Straßenkämpfe zahlreiche Staaten Europas und ihre leitenden Männer immer wieder in Atem hielten, sei Deutschland in der stolzen Lage, Taten des Nationalsozialismus als Zeugen unseres friedlichen Wirkens und Wo llens sprechen zu lassen. Mit stolzer Ge­nugtuung könne er feststellen, daß es für ihn eine Freude sei, hier in seiner Eigenschaft als Reichsminister und Reichsbauernführer das Dorf Riedrode als ein Werk des National­sozialismus weihen zu können. Das zeige besonders den Unterschied zwischen Deutschland und anderen Ländern. Europas. Der National­sozialismus beweise mit der Schaffung von Ried­

rode wieder einmal, daß es nicht darauf ankomme, mit großen Worten dem Volke Dinge zu ver­sprechen, die man nicht halten könne, sondern daß man in aller Stille aus Werk gehe und ohne viel Reden solche Dinge dem gesamten Volk schaffe, wie dieses herrliche Dorf Riedrode im Gau Hessen-Nassau.

Der Nationalsozialismus könne solche Werke schaffen, weil er sich zum Blutsgedanken bekenne, und aus dem Blute heraus jeder echte Aufbau beginne.

„Die Ausländer, die heute Deutschland be­reisen, um die Einrichtungen des Nationalsozia­lismus zu studieren, fragen immer wieder: Wann und wie habt ihr eigentlich eure Pläne, von denen eure Taten zeugen, erdacht? Dar­aus antworten wir, daß das Geheimnis un­seres Erfolges in unserer Ausfassung vom Volk liegt. Entscheidend ist sür unsere Arbeit, die nicht erst vor drei Jahren begonnen hat, immer der Grundsatz gewesen, nur das zu tun, was nicht einem einzelnen oder einer Schicht dient, sondern was dem ganzen Volk nützlich ist.

Wir hatten den Mut, unsere Arbeit in aller Heimlichkeit vorzubereiten — und dabei anstän­dig zu bleiben. Es ist leicht, in das Rampenlicht zu treten, und von den Dingen zu sprechen, die man einmal durchführen will, und von denen man von vornherein weiß, daß man seine Ver­sprechungen nie wird erfüllen können. Es ist aber weit schwieriger, seine Arbeit in aller Heim­lichkeit vorzubereiten und dann, plötzlich an die

Macht gekommen, herauszutreten und nun an­ständig zu bleiben, d. h. alle die Dinge durch­zuführen, die man vorher versprochen hat. . 2ch muß bestehen können, auch wenn es die Öffent­lichkeit nicht sieht, vor mir selbst, vor meinem Gott und vor meinem Volk."

Der Reichsbauernführer knüpfte dann an seine Worte Ausführungen über das Wesen national­sozialistischen Führertnmes und leitete so zur Weihe des Torfes Riedrode über. Nach der Ein­setzung des von ihm ernannten Ortsbauernführers gab er ihm und damit dem Dorf Riedrode als Weihspruch die Mahnung auf den Weg:

„Haltet lebendig die Treue unserem Führer Adolf Hitler; denn ihm verdanken wir alles. Haltet rein euer Blut, denn nur eurem Blut habt ihr es zu verdanken, daß ihr noch durch die Jahrhunderte hindurch besteht. Haltet heilig die Scholle. Laßt die Scholle eures Dorfes zu eurem heiligen Land werden. Unserem Führer, dem wir alles zu verdanken haben, dem wir alles sind und dem wir bedingungslos und treu folgen wollen, unserem geliebten Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil!"

Dann fiel vor der Rednertribüne die Hülle eines in Form eines Brunnens gehaltenen Ehren­males, das die einfache Inschrift trägt: „Ried­rode, ein Vauerndorf, erbaut auf gerodetem Sumpf- und Waldboden durch die hesssiche Lan­desregierung"

weitere NeichsmINel flir VIe Kleinsiedlungen

finanzielle 0riniSlage jiir Heimsliitteniiedler — Planung auf wette Sicht

Berlin, 11. Juli.

In Würdigung der überragenden Bedeutung der Kleinsiedlung (Heimstättensiedlung) ist die Reichsregierung entschlossen, auch in Zukunft den Hauptanteil der Reichsmittel, die sür die För­derung des Siedlungs- und Wohnungsbaues be­reitgestellt werden, für die A^itersührung der Kleinsiedlung einzusetzen.

Wie wir berichteten, sind im vorigen Jahr sür den 6. Abschnitt der Kleinsiedlung 70 Millionen Reichsmark verteilt worden. Wegen der späten Bereitstellung der Mittel konnte nur ein verhält­nismäßig kleiner Teil der Reichsmittel noch im Baujahr 1933 eingesetzt werden. Die nicht ab­gerufenen Beträge sind jetzt in den Haushalts­plan 1936 wieder eingestellt worden. Bei dieser Sachlage genügte es, an Mitteln, die für das Rechnungsjahr 1936 zur kastenmäßigen Veraus- abung zur Verfügung stehen müssen, einen ver- ältnismäßig geringen Betrag zur Ergänzung des 6. Siedlungsabschnittes neu bereitzustellen. Ins­gesamt stehen damit für den 6. Siedlungs­abschnitt rund SOMillionen Reichsmark zur kastenmäßigen Verausgabung zur Verfügung.

Davon hat der Reichs- und preußische Arbeits­minister, wie er den Bewilligungsbehörden durch einen Erlaß vom 30. Juni 1936 mitgeteilt hat, zunächst einen Betrag zur Ergänzung des 6. Sied- lungsabschnittes nur den Ländern und Bezirken zugeteilt, die einen in allernächster Zeit zu be­friedigenden vordringlichen Bedarf an Siedler­stellen haben, deren Durchführung voraussichtlich noch in diesem Jahr gesichert werden kann.

Um den Vewilligungsbchörden und Siedlungs­trägern die Möglichkeit zu geben, auf längere Sicht zu planen und die weiteren Siedlungs­maßnahmen so rechtzeitig vorzubereiten, daß so­gleich im Frühjahr 1937 mit dem Bau der im nächstjährigen Siedlungsprogramm zu errichtenden Siedlungen begonnen werden kann, hat der Reichsarbeitsminister weiter Vorsorge getroffen, daß schon jetzt über einen gewissen Teil der Reichs­mittel, die für die Kleinsiedlung im Haushalts­jahr 1937 kastenmäßig zur Verfügung stehen, Klarheit geschaffen wird.

Der Rcichsarbeitsminister hat über den bisher für den 6. Siedlungsabschnitt bereitgestellten Be­trag hinaus weitere Reichsmittel mindestens in

gleicher Höhe (89 bis 99 Millionen Reichsmark) sür die Wetterführung der Kleinsiedlung zur Ver­fügung gestellt. Auch über diese neuen Mittel kann schon in diesem Rechnungsjahr durch Ve- willigungsbescheide verfügt werden, jedoch nur mit der Maßgabe, daß sie kastenmäßig erst im Rechnungsjahr 1937 verausgabt werden dürfen.

Der Reichsarbeitsminister beabsichtigt, auch diese neuen Mittel noch im Lause dieses Sommers zum größten Teil auf die Länder und Verwal­tungsbezirke zu verteilen, sobald ihm nähere Un­terlagen über den Stand des laufenden 6. Sied­lungsabschnittes in den einzelnen Bezirken, über den nächstjährigen Bedarf, die Aussichten der Durchführung und die voraussichtlichen Möglich­keiten der Finanzierung vorgelegt sind.

Nachdem durch die Bestimmungen des Reichs­arbeitsministers über die Förderung der Klein- ' stedlung vom 21. April 1936 das Verfahren we­sentlich vereinfacht und die Durchführung der Kleinsiedlung erheblich erleichtert ist, sind damit auch die finanziellen Grundlagen geschaffen, um in diesem und im nächsten Jahr die Kleinsiedlung in größtmöglichem Umfange fortzuführen.

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Vor ueuerökknete klug- uuck Tukt-iekiMmkeil lilieiii-llain in vollem Ijetiivk

(Weitblick)

DeichsfelWele in Heidelberg

Am morgigen Sonntag werden die Heidel­berger Rcichsfcstspiele 1938 mit einer Kund­gebung im Schlotzhos feierlich eröffnet. Abends folgt die Erstausführung von Hcbbels „Agnes Bcrnaucr". Erstaujjiihrungstagc sind seiner der 15. Juli mit „Komödie der Irrungen" von Shakespeare, der 18. Juli mit „Götz von Ber- lichingcn" und der 11. August mit „Pantalon und seine Söhne" von Paul Ernst.

Zum dritten Male seit der Machtergreifung des Führers finden in Heidelberg die Reichsfest­spiele statt. Ihnen kommt im Jahr der Olympi­schen Spiele besondere Bedeutung zu, haben sie sich doch in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine Tradition geschaffen und einen Ruf erworben, die ihre Anziehungskraft weit über die Grenzen des Reiches hinaus wirken lasten. Man hat da­her zweifellos gut getan, wenn man die Spiel­zeit in diesem Jahr von fünf auf zehnWochen ausdehnte. Jedem Ferienreisenden, jedem Be­sucher der Olympischen Spiele und nicht zuletzt den Olympischen Kämpfern selbst ist so Gelegen­heit gegeben, einmal den Zauber des drama­tischen Spiels im mittelalterlichen Hof der aus roten Sandsteinquadern getürmten Schloßruine, mit rauschenden Bäumen und plätschernden Brun­nen, beim Sinken der Sonne, zu erleben.

Die Wahl Heidelbergs als Stätte der Reichs­festspiele des neuen Deutschlands hat ihre tiefe Bedeutung. Wenn der Reichsminister Dr. Goeb­bels diese Spiele aus den vielzähligen und viel­gestaltigen Freilichtaufführungen des deutschen Sommers besonders hervorgehoben und unter seine Schirmherrschaft gestellt hat, liegt darin Sinngebung und Aufgabe zugleich. Die schöne Stadt am Neckar kann wie kaum eine zweite als Ausdruck deutscher Geschichte, deutschen Geistes und deutschen Wesens gelten. Heidelbergs Land­schaft ist wie die Verwirklichung eines erträum­ten Ideals, ein Hölderlin besingt die Stadt als „der Vaterlandsstädte ländlich schönste". Aus die­ser Landschaft und Stadt wuchsen höchste deutsche Geistes- und Kulturtaten, wuchsen am Baum der Universität mächtige Zweige der deutschen Wissenschaft. 2ir Heidelberg wurde deutsches Volksgut schon am Ende des Mittelalters zu neuem Leben erweckt, deutsches Volkstum ver­dankt den Romantikern seine Wiederbelebung. Hier wirkten Träger der deutschen Freiheitsbewe­gung im 19. und 29. Jahrhundert, und von Glanz und Tragik deutscher Geschichte künden die Steine der Stadt.

Auch heute sieht sich Heidelberg wie wenig Städte bevorzugt, dem nach Erkenntnis ringen­den, Wahrheit und Werte schaffenden Geist des Dritten Reiches gestaltenden Ausdruck zu ver­leihen. Von hier verkündete Reichsministsr Ruft anläßlich des llniversitätsjubiläums zum ersten­mal vor der Weltöffentlichkeit Forderung und Begründung einer neuen blut- und schicksalgebun- denen Freiheit der wissenschaftlichen Forschung. Hier entsteht neues politisches und gegenwarts­nahes Studententum. Die Stadt selbst greift, unter dem Willen des neuen Stilgesetzes, weit über ihre bisherigen Grenzen, über das Weich­bild mit Türmen und Toren, über Fluß und Brücken, über die mächtige Krone des Schlosses, ja weit über die schon einbezogene Ebene hinaus und hinauf ins uralte Waldgebirge. Die neue Gestalt umfaßt auch architektonisch die Berge und verwächst mit ihnen zu raumgreifender Einheit. Oben auf dem Sattel des Heiligen Berges ent­steht inmitten eines keltischen Ringwalls an einer Stelle, wo sich seit Jahrtausenden Menschen versammelt haben, die nationalsozialistische Feierstätte, die wie eine groß zum Himmel ge­öffnete Muschel vom Arbeitsdienst in den roten Sandstein gehauen ist. Gegenüber, weit über der Stadt, öffnet sich der Wald zum Ehrenhain, dem Mal für die Toten des Großen Krieges. Für den Ausfall in die Ebene hat sich zu Fluß und Schiene ein breites, streng durch die Landschaft geschwungenes Band gesellt, die Reichsautobahn.

Solch hohe Tradition, solch bezeichnende Ge­genwart birgt Anrecht und Gewähr. So wurde Heidelberg auch sür die Entwicklung des deut­schen Freilichtfpiels Prüfstein, Höhepunkt und Vorbild im künstlerischen und im politischen Sinns. 2m Schloß über der Stadt mit seinen Türmen und Ruinen, wo sich Wesen und Ge­schichte zu schauender Erkenntnis verdichten, haben die Freilichtaufführungen einen tragenden und verpflichtenden Rahmen gefunden, wie er idealer kaum zu denken ist. Hier formten Ge­schichte und Kultur Gegebenheit und Bindung