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parteiamtliche Lageszeitung
Tlachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen
Ersckxint ^nial wöchentlich. Monatsbezug: NM. 2.M einschl. 3« Pf. Zustellungsgeb.; durch die Post RM. -.33 emschl. ltberwelsungsgeb., ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 1,2,2. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung od. Ersatz. NS.-Gauverlag Wcser-Ems G. m. b. H.. Bremen, Geeren 6/8 / Fernsprecher: 541 2l und 5Il 15.
Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstattkialters in Oldenburg und Vremen
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Nr. 1 S 6 / 6 . Jahrgang
Montag, 6 . Juli 1 S 56
kinzelprels 15 Npf.
„Nichts wäre ^ 7 V ohne die Partei"
kindrucksvollec flbschluß des denkwürdigen krinnerungsparteitages in Weimar
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Weimar, 6. Juli
Ein machtvoller Auftakt des dritten Tages der 10-Jahresfeier des ersten Reichsparteitages 1826 war im Schloßpark zu Tiefurt bei Weimar der große Appell der Ehrenformationen der SA., SS., des NSKK., des Arbeitsdienstes aus dem Reich und der Formationen des Gaues Thüringen. In Reih und Glied stand der Heerbann der Formationen auf der riesigen Park-
Unssr lagesspiegsl
Mit einer Schlutzansprache des Führers wurden die Feiern in Weimar beendet.
Nach seiner Ansprache vor dem Bölkerbunds- rat wurde Senatspräsident Greiser in Genf tätlich bedroht.
Den Höhepunkt des Reichskriegertages in Kassel bildete ein großer Aufmarsch von 266 «66 Kyffhäuser-Männern.
Der Sporttag der Bremer HJ. nahm einen guten Verlaus.
Das Bremer Schullandheim „Verdener Brunnen" kann aus ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken.
Bei dem Olqmpia-Ausscheidunosturnen in Hamburg belegte Walter Steffens-Bremen den ersten Platz.
Neuer deutscher Zehnkampfmeister wurde Vonnet-Spandau.
Aus den Schwimm-Eaumeisterschaften in Hildesheim stellte der BSV. sämtliche Meister. Schöne Erfolge errang der Bremer RV 1882 in Hamburg.
wiese angetreten. Von hohen Fahnenmasten wehten rings um den Platz §ie Symbole der nationalsozialistischen Bewegung. Auf der Ehrentribüne, die vom Hoheitszeichen der Partei gekrönt war, beherrschte der Block der Standarten das Bild.
Fansarensignale ertönten, Kommandorufe schallten über den Appell-Platz, der Präsentiermarsch erklang: Der Führer schritt unter stürmisch«,» Zurufen durch die Mittelstrabe des Ausmarschgeländes zur Tribüne und grüßte erhobenen Armes die Blutsahne. Der Führer grühte seine Kampfgenossen, und die Zehntausende entboten ihrem Führer ihren Erutz: Heil Mein Führer!
Heldengedenken
Getreu nationalsozialistischem Brauch gedachte man auch in dieser Stunde jener Männer, die für ein neues Reich, für ein Deutschland der Größe, Freiheit und Stärke ihr Leben gaben. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hielt die Gedenkrede: „Es ist" so sagte er, „eine Pflicht der Selbstachtung und der Dankbarkeit, an so stolzen Tagen der Bewegung derer zu gedenken, die durch Hingabe ihres Lebens unseren Kampf geheiligt und den Sieg der Idee mit errungen haben/Heute ist es das ganze deutsche Volk, das dieser seiner besten Söhne gedenkt, die während der furchtbaren Jahre des Niederganges den Beweis erbrachten, daß Deutschlands Schicksal noch immer aus reinem Wollen, idealem Streben und leidenschaftlichem Willen zum Edlen und Guten gestaltet wird. Wir leben in der Welt für das gleiche Ziel, für das unsere Kameraden fielen. Wir sind glücklich, daß sie ihr Opfer nicht vergeblich gebracht haben. Ihr Heldentod war es, der dem Führer die Bewegung schuf, die er als Voraussetzung zum Siege benötigte.
Unseren Toten danken wir es, daß die Forderung „Treue bis zum Tode" nicht zur Phrase wurde. Wir grüßen die Verblichenen, unsere besten Kameraden." Die Standarten und Fahnen senkten sich. Flammen loderte» von den Pylonen und die Weise «am guten Kameraden vereinte alle zum stillen Gedenken an die Gefallenen.
treu dem süliror immerdar
Dann sprach Korpsführer Hllhnlein, um im Namen seiner Männer dem Führer erneut unwandelbare Treue zu geloben. Reichsfllhrer Hier! erklärte: „Gläubig und vertrauend in selbstverständlicher Treue und bedingungslosem Gehorsam folgen wir Ihnen, mein Führer, die Hunderttausende ungenannter Arbeitsmänner.. Es folgte das Gelöbnis des Reichsführers SS. Himmler: „Seien Sie, mein Führer, versichert, daß wir willens sind. alle guten Zeiten ebenso anständig zu bcsteben wie alle schlechten und daß wir weiter willens sind, immer die » Gleichen zu bleiben." Zum Schluß nahm Stabschef Lutze das Wort: „Wenn wir heute wieder an dem gleichen Platz stehen, so darf ich Ihnen im Namen aller Sturmabteilungen die gleichen Worte zurufen, die sie uns vor zehn Jahren mit auf den Weg gaben: Wir verlasen die Fahne nicht, man müßte denn die Herzen aus unseren Leibern reißen." Nach dem Badenweiler Marsch hielt der Führer, jubelnd bearük-t. eine Ansprache an seine Getreuen.
Die Nede ssdolf Hitlers
In seiner kurzen Rede wandte sich der Führer noch einmal an seine alten Kampfgefährten, die vor zehn Jahren vom ersten Reichsparteitag zu
Weimar mit neuer Kraft und neuem Glauben hinausgezogen seien in oi« deutschen Eaüe als Prediger und Werber für die nationalsozialistische Idee, und die somit den Grundstein gelegt hätten zu dem stolzen Bau des nationalsozialistischen Staates.
Der Führer würdigte den Opfergeist dieser Männer, die in all den Jahren des Kampfes Entbehrungen und Leiden in unvorstellbarem Maße auf sich nehmen mußten, aber niemals materiellen Lohn erhoffen durften. Der höchste Lohn jedes einzelnen liege in der Erinnerung daran, daß er damals mitgekämpft habe und dabeigewesen sei, und der stolzeste Besitz aus all den Jahren des Kampfes werde immer die kleine zerschlissene und verwaschene Kampfbinde aus dieser Zeit fein. und das unscheinbare Braunhemd, in dem diese Männer die ganzen Jahre marschierten.
Stürmischer Jubel füllte das Feld, als der Führer davon sprach, daß in den kommenden zehn Jahren die Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung genau so jeder Gefahr trotzten und niemals kapitulieren würden, wie in den zehn vergangenen Jahren. Dann werde die Vorsehung auch weiterhin diesen Kampf segnen und die Bewegung und Deutschland stehen für alle Ewigkeit.
Mit einem Sieg-Heil auf Deutschland, die nationalsozialistische Bewegung und das deutsche Volk schloß der Führer. Gauleiter Sauckel schloß die Kundgebung mit einem Sieg-Heil auf den Führer und auf Deutschland.
Vorbeimarsch am Karlspiah
Schon lange vor der für den Vorbeimarsch der Formationen am Karlsplatz festgesetzten Zeit war die gegenüber der Hauptpost aufgebaute Tribüne voll besetzt. Auf der Straße aber drängte sich die Menge. Gegen 12 Ilhr kündigte eine von Straße zü Straße sich fortpflanzende Bewegung der Massen das Kommen des Führers an, der von seinem Wagen aus die anmarschierenden Kolonnen begrüßte. Die Männer, die schon seit Stunden in sommerlicher Hitze unterwegs gewesen waren, rissen sich zusammen, und in ausgezeichneter Haltung und Disziplin zieht ein gewaltiger Zug stundenlang am Führer vorbei. Heller Jubel bricht stets los^ wenn einer der mächtigen in Zwölferreihen vorbeiziehenden Marschblocks einen besonders frischen und strammen Eindruck hervorruft. Hinter dem als letzte Formation auf dem Stadion einmarschierenden Bataillon des SS.-Regiments, das unmittelbar vor der Tribüne Aufstellung nimmt, sind 28V00 Volksgenossen aus den größten Industriebetrieben angetreten, darunter solche aus den Zeiß-Werken und aus den Betrieben in Seebach, Ruhla und Mllhlhausen. Ihre Betriebe haben ihnen zu dem Erlebnis verholfen, den Führer einmal aus nächster Nähe zu sehen.
Massenkundgebung im Stadion
Der Erinnerungsparteitag fand nachmittags seinen Abschluß mit einer Massenkundgebung auf allen Sportplätzen des
Stadions und der Weimarer Sportanlagen. Wieder waren die Formationen aufmarschiert. Mit ihnen hatte sich eine vieltausendköpfige begeisterte Menschenmenge eintzefunden. Tannengrlln, Blumen und die Kampfzeichen der nationalsozialistischen Bewegung schmückten die Tribünen.
Groß war die Zahl der Ehrengäste aus dem Herzen des Reiches und aus den Gauen unseres Vaterlandes. So sah man den Stellvertreter des Führers, zahlreiche Gau- und Neichsleiter, Grup
pen- und Obergruppenführer, u. a. Staatssekretär SS.-Gruppensührer Körner in Vertretung des während des Eriunerungsparteitages verhinderten ersten Führers der SA., des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring.
Gauleiter Sauckel eröffnete die Kundgebung, indem er Minister Dr. Goebbels begrüßte und auf die Bedeutung der Weimarer Erinnerungstage hinwies. Darauf sprach
Neichsminister Vr. Soebbels
In seiner Rede erklärte er einleitend, daß Weimar neben München und Nürnberg zu den wenigen Städten in Deutschland gehöre, die den Nationalsozialisten besonders lieb und vertraut seien. Hier sei die Partei im Jahre 1926 zum ersten Male wieder seit der Neuaufrichtung der Bewegung in großem Umfange an die Öffentlichkeit getreten. Dr. Goebbels führte nun die Gedanken der Teilnehmer in die Tage zurück, als der Nationalsozialismus die Macht übernahm. Damals habe die gegnerische Seite Inflation, Bürgerkrieg und Chaos prophezeit. Was aber sei eingetreten?
Wir haben die Wirtschaft aufgebaut, wir haben die Arbeitslosigkeit bis auf einen kaum noch beachtlichen Rückstand überwunden; mir haben den Bolschewismus, der uns damals den Kampf ansagte, beseitigt; wir haben an seiner Stelle eine Volksgemeinschaft aufgerichtet und Deutschland zu einem Hort der Ordnung, der Stärke und des Friedens gemacht. Wenn es heute überhaupt noch eine Hoffnung auf ein besseres Europa gibt, dann ist Deutschland dieser Hoffnung sicherster Garant!"
Dieser deutschen Insel der Ordnung, Ruhe und Disziplin stellte Reichsminister Dr. Goebbels die Wirren und Unruhen, die inneren Zersetzungs- erscheinungen, Streiks und Aussperrungen in aller Welt gegenüber. Mit stärkstem Nachdruck verwahrte sich Dr. Goebbels gegen den Vorwurf, die nationalsozialistische Bewegung sei gottss- feindlich. „Ich bin der Meinung", so sagte er, „daß die Bewegung so erhaben über diese Vorwürfe ist, daß sie dagegen gar nicht verteidigt zu werden braucht. Diejenigen, die nicht müde werden, diese Vorwürfe zu erheben, sollten sich lieber darum kümmern, daß wieder Moral und Gottesfurcht in ihren Franziskanerklö'stern Einzug halte. Da steht ihnen ein so weites Gebiet der Vetätigung offen, daß man annehmen müsse, sie fänden zur Beschäftigung mit uns keine Zeit mehr. Daß in Deutschland überhaupt noch Kanzeln und Altäre stehen, verdankt das deutsche Volk nicht etwa der Kampfestüchtigkeit der Kon
fessionen, denen diese Kirchen gehören, sondern uns, die wir den gottesleugnerischen Atheismus zu Boden geschleudert haben.
Sie Portei ist unsere Heimat
und zu dieser Partei bekennen wir uns", so suhr Dr. Goebbels unter dem Jubel der Tausende fort. „Der Partei geben wir unsere Kraft, weil auch die Partei uns ihre Kraft gibt. Wir gehören zusammen, um in einer ewigen Folge dem deutschen Volke eine nationalpolitische Erziehung angedeihen zu lasten, um ihm in ebenso ewiger Folge für die Zukunft sein politisches Führerkorps zu schenken. Von dieser Partei aus haben wir das Volk erobert, und mit diesem Volk sind wir im Begriff, eine neue Nation zu begründen.
Nichts wäre Deutschland ohne die Partei, und nichts wäre die Partei ohne ihre alte Garde. Ihr gebührt der Dank für die treue Hingabe und von ihr erwartet der Führer, daß sie genau so in der Zukunft ihre Pflicht tun wird, wie in der Vergangenheit. Die alte Parteigarde sieht in der Macht keinen Genuß, sondern eine schwere Bürde. Sie kämpft unermüdlich weiter, um dem Führer die Möglichkeit zu geben, Zug um Zug das nationalsozialistische Programm in die Wirklichkeit zu übertragen."
Reichsminister Dr. Goebbels sprach zum Schluß noch einmal von den ergreifenden Stunden dieser Tage des Wiedersehens, die. Tage der Erbauung und der Stärkung für den Führer und die alten Parteigenossen waren. In warmen Worten gedachte er des Führers, des Beispiels und Vordermannes im Kampfe um die Macht, wie auch in der Führung des Reiches, und schloß mit den Worten: „Für ihn leben wir und für ihn arbeiten wir. Solange sein Auge auf Deutschland ruht, ist uns um die Zukunft unseres Volkes nicht bange!" Begeistert stimmten die Tausende in das Sieg-Heil auf den Führer ein.
(Fortsetzung auf Seite 2)'
s>ei- Ili-ckoi-im-Iie Kni--,-!, cknec-Ii ckie ^traben von IVeini!,,'. tlouau rvic- vor ecckm ckaiirc-n iwnnnbc-iick in clsr lNürmg^olion claumnipcsraar —
cvis nur bereitn bsriebtstsn — cksr liistorixcbs ickarscck, mit allen Tsiluedwern von 1926 statt. Unser Lilck reizt Vorbsimsrseb der ältesten Kämpksr cksr Lsvszung.vor cksw k'übrsr. (IVsltbilck.)
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Me siebente Wandlung des öenfer Völkerbundes
Im Heft 13 der „Deutschen Juristen-Zeitnng" veröffentlicht Dr. Carl Schmitt einen Aufsatz „Die siebente Wandlung des Genfer Völkerbundes", dem wir nachstehende Ausführungen entnehmen.
Als Preußen im Jahre 1866 auf Grund einer „ckebellstio" die Staaten Hannover, Knrhessen, Nassau und die Freie Stadt Frankfurt annektierte, bestand der Deutsche Bund, dem der Annektierende wie die Annektierten angehört hatten, nicht mehr. Die Auflösung des Bundes war selbstverständliche Voraussetzung dafür, daß eine solche Vernichtung der staatlichen Existenz völkerrechtlich möglich war. In keinem irgendwie gearteten Bund und in keiner auch nur bundesähnlichen Verbindung wäre die kriegerische Annexion eines Bundesmitglieds durch ein anderes denkbar, so lange der Bund besteht. In dem Vundesstaat Deutsches Reich, den Vismarck 1867 und 1871 geschaffen hatte, war auch der kleinste Mitglied- staat seiner politischen Existenz sicher; er hätte nicht gegen seinen Willen vernichtet werden können, ohne daß der Bund selbst vernichtet worden wäre. Vismarck ging in dieser Garantie der Existenz so weit, daß er selbst bei den Versuch.-» einer Vereinigung von Waldeck mit Preußen überaus vorsichtig und zurückhaltend war. In gleicher Weise wäre z. B. die Schweizer Eidgenossenschaft nicht mehr identisch mit sich selbst, wenn auch nur die Möglichkeit anerkannt würde, daß der kleinste Kanton von einem anderen durch eine ckebellatio vernichtet und annektiert worden könnte. Die Existenz gar antie ist eben ein Lebensgesetz jedes echten Bundes, fei er Vundesstaat, Staatenbund oder irgendeine bundesähnliche Verbindung. Eine solche Garantie kann aber nicht beliebig gemacht werden, sondern setzt «in Mindestmaß von A r t g l e i ch h e i t, von Homogenität voraus. Ohne das ist sie eine leere Fiktion.
Das Schicksal Abessiniens hat diese Kernfrage jedes Bundes — Existenzgarantie auf der Grundlage einer Homogenität — mit aller Klarheit enthüllt, nachdem 16 Jahre krampfhaft festgehaltener Fiktionen den Blick für das völkerrechtlich Wesentliche verwirrt hatten. Das Reich des Negus war in aller Form Mitglied der Genfer Sozietät und im vollen Besitz aller Garantien der Völkerbundssatzung. Wenn nun ein Bundesmitglied durch ein anderes vernichtet und annektiert werden kann, so ist entweder der Bund gesprengt oder aber bewiesen, daß «r niemals bestanden hat. In Wahrheit hat die Genfer Kombination den Namen eines Bundes, einer Sozietät oder Liga im Sinne einer politischen Vereinigung nur insofern verdient, als sie den Versuch machte, die Weltkriegskoali- tion fortzusetzen und darin auch die im Weltkrieg neutralen Staaten einzubeziehen. Im übrigen fehlte jeder konstruktive Gedanke, jede Eemein- schaftssubstanz, daher auch jede politische Folgerichtigkeit und jede Identität und Kontinuität im rechtlichen Sinne.
Der politische Inhalt des Genfer Völkerbundes hat oft gewechselt, und die unter Beibehaltung derselben Etikette weitergeführte Genfer Veranstaltung hat sich in den letzten 16 Jahren mindestens sechsmal in ein politisches und daher auch völkerrechtliches sliucl verwandelt. Denn es versteht sich von selbst, daß «in Bund und jede andere völkerrechtlich-politische Verbindung sich ändert, wenn Großmächte mit maßgebendem Einfluß hinzutreten oder sich entfernen und dadurch die Substanz, der Geist und der Sinn der politischen Gemeinschaft sich wesentlich wandelt. Der erste ursprüngliche Völkerbund, der den heute noch maßgebenden Formulierungen der Satzung zugrundeliegt, war aus Wilsons Geist geboren; zu ihm hätte wesentlich gehört, daß die Vereinigten Staaten von Amerika eines der führenden Mitglieder geworden wären. Dadurch, daß sie nicht beitraten, entstand 1920 der zweite Völkerbund, der von den vier alliierten Hauptmächten, also der Fortsetzung der Entente, als ständigen Ratsmitgliedern geführt wurde. Mit dem Eintritt Deutschlands hätte der Genfer Völkerbund zum drittenmal ein sliuck werden müssen. 1933 traten Japan und kurz nachher das Deutsche Reich aus. Darin lag die vierte und die fünfte Aenderung der politischen Substanz. Als dann ein so heterogener riesiger neuer Partner wie die Sowjetunion eintrat und ständiges Rats-