Ausgabe 
(16.8.1936) Nr. 227
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1
 
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der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Lreien rjanfestadt Vremen

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

Postscheck. Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen kernen Anspruch auf Erstattung od. Ersatz. RS.-Gauvcrlag Wc,er-Ems G. m. b. H.. Bremen, Geeren 6/8 / Fernsprecher: 51121 und S1115.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nk. 22? / 6. Jahrgang

Sonntag, lS. flugust ISIS

klnzelprels 15 Npf.

Nochmals g Medaillen für Deutschland

Zwei Soldene, zwei Silberne und eine vronzene im voren / 1e eine Silberne im stocken, Wasserball und

ros-m-Srustschwimmen / kine vronzene im lurmspringen

Vem flbfchluh

der olumplschen Spiele entgegen

Berlin, 1S. August.

Fast auf allen olympischen Stätten herrschte am Sonnabend noch einmal hinreißender Kampf und ein erbittertes Ringen um 18 Goldmedaillen, die an diesem Tage noch zu vergeben waren. Noch einmal herrschte überall, im olympischen Stadion, im Schwimmstadion, aus dem Hockeyfeld, in der Deutschlandhalle gedrängte Fülle und das viel-

Der spanische Landtagspräsident wurde von Kommunisten verhaftet.

An der portugiesischen Grenze entwickelte sich ein Feuergefecht zwischen portugiesischen Trup­pen und roter Miliz.

Sowjetrngland hat vier Dampfer mit Kampf­gasen und Flugzeugen für die spanischen Ge­nossen ausgerüstet.

Präsident Roosevelt legte in einer Rede die Richtlinien der amerikanischen Außenpolitik fest.

Der Zollhinterlegungszwang Lei der Einfuhr deutscher Waren »ach den Bereinigten Staa­ten von Amerika ist zeitweilig aufgehoben. Die schwebende Schuld des Reiches betrug Ende Juli 3,01 Milliarden.

Bis auf die Military wurden gestern sämt­liche Wettbewerbe der XI. Olympischen Spiele beendet.

Sieger des olympischen Wasservallturniers wurde Ungarn vor Deutschland und Belgien. Im Hockey siegte Indien, im Fußvall Italien; Eine Goldmedaille für Deutschland errang der Federgewichtsboxer Kaiser, eine der Schwergewichtsboxer Runge.

Am 22. August spricht Gauleiter Carl Rover zum bremischen Handwerk.

Pros. Dr. Röwer gab einem VZ.-Bertretcr aufschlußreiche Hinweise auf die Aufgaben, des Kolonial- und Uebersee-Museums.

„Der Schlüssel", eine neue Bremer Monats­schrift, ist soeben erschienen.

sagende Schild „Restlos ausverkauft" war an allen Eingängen zu lesen, llebcrall auch wurde mit dem Einsatz der letzten Kräfte gckämpft, und es schien fast, als wollten die glanzvollen 11. Olympischen Spiele am letzten Kampftag sich noch einmal selbst übertreffen.

Den Hauptanziehungspunkt bildete wieder das olympische Stadion, wo zwischen Italien und Oesterreich der Kampf um den Endsieg im olym­pischen Fullballturnier und die Goldmedaille aus- getragen wurde. Hoch gingen hier bei Zuschau­ern wie Spielern die Wogen der Spielleiden­schaft. Hinüber und herüber klangen von Rang zu Rang die Anfeuerungsrufe der Schlachten­bummler beider Parteien, denen sich die 188 838 Zuschauer begeistert anschlössen. Nach der regu­lären Spielzeit von 98 Minuten stand das Spiel 1:1. In der anschließenden Verlängerung blieb dann mit 2:1 Italien siegreich und errang damit die Goldene Medaille.

Hochbetrieb herrschte auch im Schwimmstadion, wo die letzten vier Entscheidungen ausgetragen wurden. Zweimal siegte die japanische Schwim­mergarde durch Tetsur Hamuro im 288-Mcter- Vrnstschwimmen und durch Näborud Terada im 1588-Mcter-Frcistilschwimmen. Mit ihrem Sieg im Igg-Meter-Freistilschwimmen der Frauen wurde die Holländerin Mastenbroek die erfolg­reichste Teilnehmerin der olympischen Spiele mit 3 Goldenen (einschl. der Staffel) und einer Silbernen Medaille. Im Turmspringen belegten

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Es erscheint täglich ab 18 Uhr im Stra- senhandel und ist auch zu haben bei den seitungshändlern. in allen Kiosken und unseren sämtlichen Anzeigen-Annahme-

llen.

M K-Uhr-Abendblatt der „BZ." finden Sie das Neueste und Aktuellste vom Tage, insbesondere auch die letzten Er« gebnisse der Olympischen Spiele.

mit Marshall Wayne und Elbert Root wieder zwei Amerikaner die ersten Plätze. Auch Deutsch­land kam am letzten Tage der Schwimmwett- bewerve noch zu zwei schönen Medaillen. Der Hamburger Erwin Sietas wurde im Brust­schwimmen 2. und Hermann Stark belegte im Turmspringen den 3. Platz.

Im Hockey gelang den indischen Wunderspielern der 3. Endsieg in einem olympischen Turnier nacheinander. Sie schlugen Deutschland 8:1, wo­mit es Deutschland als einzigem Lande gelang gegen die Inder überhaupt ein Tor zu erzielen. In der Turnhalle und im Kuppelsaal des Reichs­sportfeldes traten die Säbelfechter zum Endspiel in der Einzelentscheidung an, während am Abend in der Deutschlandhalle die Boxer ihren Meister

ermittelten. Im Fliegen- und im Schwergewicht bekamen die Deutschen Kaiser und Runge je eine Goldene, während im Weiter- und im Halbschwergewicht die Deutschen Murach und Bogt je eine Silberne erringen konnten. Der Federgewichtler Miner eroberte dazu noch eine Bronzene für Deutschland. In der Military stand die Geländeprüfung aus dem Programm.

Auch an diesem Tage ließ der Führer und Reichskanzler es sich nicht nehmen, den olym­pischen Kämpfen beizuwohnen. Er war zusammen mit zahlreichen weiteren hohen Vertretern von Partei und Staat und führenden Persönlichkeiten des internationalen Sports Zeuge der letzten Entscheidungen im Schwimmstadion.

Erst mit dem letzten Spiel des hart umstritte­nen Olympia-Wasserballturniers fiel die Ent­scheidung über Gold- und Silbermedaille. Vor 28 888 Zuschauern und in Gegenwart des Stell­vertreters des Führers Rudolf Hetz schlugen die Ungarn Frankreichs Nationalmannschaft mit 8:8 (1:0), während Deutschland Belgien 1:1 be­siegte. Da Ungarn und Deutschland mit Ende des Turniers ohne Niederlage an der Spitze der Tabelle stehen, entschied das bessere Torverhält­nis, das Ungarn mit 18:2 gegen 11:1 Toren der Deutschen hatte. Ungarn hat damit seinen Olympiasieg von Los Angeles wiederholt; Deutschland aber errang die Silbermedaille vor Belgien und Frankreich.

Fortsetzung Seite 5 (1. Beilage)

Ü8S ist Moskaus Neutralität!

Vier Sowjetdampfer mit Kampfgasen und Flugzeugen nach Spanien unterwegs

(üügsnsi vialitbsriokt)

r. Paris, 13. August.

Wie in Paris aus sicherer Quelle ver­lautet, befinden sich vier Sowjetdampfer mit Kampfgasen und zerlegten Flugzeugen an Bord aus dem Wege nach Spanien. Die roten Transportschiffe haben vor wenigen Tagen den Hafen von Odessa verlassen. Der Be­stimmungshafen in Spanien ist nicht be­kannt. Wahrscheinlich werden die Trans­portschiffe ihre Dispositionen je nach der Entwicklung der Lage in Spanien selbst treffen.

Diese Nachricht widerlegt die Darstellung der Sowjets, daß es sich bei den Schiffsaktionen der Roten nur um Maßnahmen „privater Organi­sationen" .handele. Abgesehen davon, daß der­artige Unterschiede in Moskau in der Praxis überhaupt nicht gemacht werden können, erleidet diesmal selbst die ausgeklügelte bolschewistische Angabe Schiffbruch, denn da es in Sowjetrußland bekanntlich eine private Wirtschaft und .erst recht eine private Rüstungsindustrie nicht gibt, dürfte die Herkunft der Ladung der vier Sowjetdampfer eindeutig feststehen.

Es handelt sich hier also um einen unzwei­deutigen Beweis aktiven Eingreifens der Sowjets

in den spanischen Bürgerkrieg. Unter diesen Um­ständen verliert die sogenannte Neutralitäts­erklärung Moskaus jede Bedeutung.

fluch englische Flugzeuge . . .

Eine Maschine bei Biarritz abgestürzt London, 18. August.

Von gut unterrichteter Seite wird bestätigt, daß am Sonnabend drei Flugzeuge vom Typ Dragon von Lroydon nach Spanien gestartet sind. Ferner sind vier Fokkermaschinen, die vor drei Wochen in Bordeaux festgehalten worden waren und von dort wieder nach England zu­rückgekehrt sind, nach Lissabon abgeflogen.

In bezug auf die Fokkermaschinen hat Preß Association zufolge die Vritish Airways Ey. eine Erklärung abgegeben, wonach diese Maschinen an eine polnische Firma für Handelszwecke verkauft worden seien. British Airways habe alle nur mögliche Vorsicht walten lassen und sei im Be­sitze einer schriftlichen Erklärung seitens des Käufers, daß diese Flugzeuge direkt nach Polen geflogen und dort in den zivilen Lustdienst gestellt würden.

Biarritz, 13. August.

Am Sonnabend um 19 Uhr versuchten zwei englische dreimotorige Flugzeuge, Typ Fokker, von England kommend, auf dem Flugplatz Parme notzulanden. Eines dieser Flugzeuge hatte einen Motorschaden und erreichte den verhältnismäßig

kleinen Flugplatz nicht mehr. Es stürzte etwa 188 Meter vor dem Platz über einem Waldtal ab und verbrannte völlig. Die Zahl der ver­brannten Insassen konnte noch nicht festgestellt werden. Anscheinend waren es drei Mann. Als das zweite Flugzeug den Unfall bemerkte, flog es sofort in nördlicher Richtung zurück. Die französische Polizei glaubt, daß es sich um zwei Maschinen handelt, die für die nationalistischen Truppen in Spanien bestimmt waren.

Und srankrelch!

Paris, 18. August.

Ein französischer Dampfer hat vor wenigen Tagen im Hafen von Marseille eine Ladung Kisten an Bord genommen, die für Spanien be­stimmt ist. In diesen Kisten befindet sich Kriegs­material. Am Tage der Ausfahrt des Schiffes sind weiterhin drei Waggons Waffen und Munition nach Spanien abgegangen. Ferner soll eine Gruppe von 80 Freiwilligen mit dem Reise­ziel Spanien von Frankreich abgereist sein, unter denen sich auch aktive französische Offiziere be­finden. Die Allgemeine Arbeiter-Födsration veranstaltete in diesen Tagen Sammlungen für den „Kampffonds der spanischen Republik", die einen Betrag von nahezu einer halben Million Francs eingebracht haben sollen.

(Siehe auch Seite 2)

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Slanzvoll begonnen —

glanzvoll beendet!

Möge das olympische Werk gute Früchte tragen

* Bremen, 16. August.

Glanzvoll wie sie begannen, sind die Olympischen Spiele in Deutschland verlaufen. Heute finden sie ihr Ende, und wer immer sie miterlebte, wird sagen müssen, daß sie etwas Großartiges waren. Großartig in der Herrichtung, großartig in den Leistungen, großartig im Einklang der beteiligten Nationen und der schönen Kameradschaft aller Kämpfer untereinander. Ob Sieger oder nicht: jeder, der beim edlen Wettstreit um den Olympischen Kranz angetreten war, hat sein Bestes gegeben und Großes geleistet.

Wie berechtigt der Stolz jeder Nation auch auf ihre olympischen Sieger sein mag, nie­mand wird denjenigen Lob und Anerken­nen versagen, die den Kranz nicht zu er­ringen vermochten. Hochklasse sind alle Teil­nehmer an den Olympischen Wettspielen ge­wesen, und wo es oft nur um Bruchteile einer Sekunde ging, darf man wohl von Siegern, aber nicht von Besiegten sprechen. Menschen, die für die Idee der Olympischen Spiele mit übermenschlicher Kraft sich ein­gesetzt haben und jenem ersten Marathon­läufer gleich, den letzten Atemzug hergaben, um ihre Farben zum Siege zu führen, sind allesamt gleichmäßig bewundernswert. Und Deutschland, das in stolzer Führung die höchste Zahl der Goldenen Medaillen sowie auch der in Silber und Bronze zu zählen vermag, denkt gar nicht daran, die Leistungen der übrigen Länder etwa geringer zu achten.

„Möge die Olympische Flamme leuchten durch alle Geschlechter zum Wähle einer immer höher strebenden, mutigeren und reineren Menschheit!" Diese Worte Couber- tins, des Begründers der Olympischen Spiele unserer Zeit gelten nicht zuletzt in Deutsch­land als Vermächtnis, das zu bewahren und zu pflegen, Ehrensache der Nationen ist. Einer immer höher strebenden mutigeren und reineren Menschheit gilt der Ein­satz und das Schaffen des neuen Deutsch­lands nicht bloß im geistigen und sportlichen Wettbewerb der Nationen, sondern auch im politischen Tun. Lächerlich, auch nur den Gedanken aufkommen zu lassen, als ob Begegnungen wie die hinter uns liegende im Wettbewerb der Nationen kriegerischen Geist entfachen und Wünsche erwecken könnten, aus dem Messen der Kräfte im Spiel ein Messen der Kräfte im bitteren Ernste werden zu lassen. Das zu glauben, wäre eine seltsame, schlechtweg unsinnige Auffassung von guter Sport­kamerabschaft.

blendender Haß können solchen Verdacht gebären. Kameradschaft ist gleiches Erleben, ist gleiches Streben, gleiches Denken und gleiches Empfinden. Und ob auch ganz selbst­verständlich bie ausländischen Gäste, genau wie wir Deutschen selbst beim Verfolgen der Einzelkämpse mit leidenschaftlicher Anteil­nahme den Sieg der eigenen Mannschaft wünschten: der Jubel und die Begeisterung, der auch dann noch aus den vollen Herzen brach, wenn nach harten, ruhmreichen Kämp­fen die Mannschaft eines anderen Landes gesiegt hatte, das gemeinsame Empfinden, daß die grandiose Leistung des Olympischen Rekords an sich noch höher steht als der Umstand, daß es die oder jene Nation war, die den Sieg davon trug, dieses schöne und reine Empfinden sprach deutlich genug aus dem allgemeinen Zusammenklang brausen­der Beifallskundgebungen der Zuschauer­schaft nach jedem großen Triumphe.

Gemeinschaftsempfinden schlug Wurzel und wuchs aus der großen Begegnung der unvergeßlichen Spiele des Jahres 1936. Und wo Gemeinschaft wurzelt, ist für kurz­sichtiges Mißtrauen um kleinliche Vorur­teile kein Boden. Wie anders wäre es sonst möglich, daß die Vertreter von 32 Nationen, obwohl sie sich sprachlich meist nur schlecht verständigen konnten, herzlich miteinander verkehrten und sich verstanden, als ob sie Angehörige des gleichen Volkes wären. In­dem sie sich Auge in Auge sahen, erkannten sie und wußten auf einmal, daß so wie die großartige Herrichtung der Olympiscken Spiele durch Deutschland dem Wähle aller Natwnen galt, auch die Bestrebungen