Ausgabe 
(14.8.1936) Nr. 225
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der Nationalsozialisten oremens

flmtsblatt des Senats der Lreien nansestadt Bremen

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Veichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 225 / 6. Jahrgang

srettag, 14. Nugust 1SZ6

kinzelprels 15 Npf.

6n lag großer und zahlreicher kntscheidungen

Üeutschland tritt heute in lZ kndkLmpfen an / Amerika erhielt gestern die Salden» und Silberne im lurmspringen,

Kiithe Köhler-hamburg die vronzene

Jubel um die deutschen Netter

Berlin, 13. August.

Das Hauptereignis des vom Wetter nicht sonder­lich begünstigte» Donnerstags war der überlegene Triumph der deutschen Reiter. Oberleutnant Pollay und Major Gerhard erwiesen sich von 28 Reitern aus 11 Nationen als die besten Dressur­reiter der Welt und errangen für Deutschland in der großen Dressurprüfung die Goldene und ......!"!>!,..

Unssr lagssLpisgvl

Herrliche Siege, zwei Goldene und eine Sil­berne Medaille, errangen Deutschlands Reiter. Im Turmspringen der Frauen belegte Käthe Köhler-Deutschland den dritten Platz.

Ei» Dappelsieq Hollands wurde das 188- Meter-Rückenschwimmen der Frauen.

Die Bronzene Medaille im Futzballturnier errang Norwegen durch einen Sieg über Polen.

In der spanischen Hauptstadt haben Revo­lutionstribunale die Macht an sich gerissen. Der Ring der nationalistischen Truppen um Madrid ichlietzt sich enger und enger.

Schwere Streikunruhen sind in Franzöfisch- Indie» ausgebrochen.

England schasst sich durch Beseitigung Kap- stadts einen neuen Seeweg nach Indien.

Die Leipziger Herbstmesse wird voraussichtlich einen guten Verlauf nehmen.

Die Roheinnahmen der Landwirtschast haben sich wesentlich erhöht.

Gauleiter Röver wendet sich in einem Auf­ruf an alle Vetriebssiihrer.

Der Mörder Krüger stand erneut vor der Strafkammer Bremen.

Silberne Medaille. In der Mannschaftswertung errang Deutschland damit ebenfalls den ersten Platz und gewann hier noch eine weitere Gold­medaille. In der Gesamtzahl der Goldmedaillen fuhrt damit Deutschland wieder mit 21 vor Amerika mit 28.

Als Oberlandstallmeister Rau im Reiterstadion auf dem Maiseld diesen einzigartigen deutschen Sieg verkündete, brauste begeisterter Jubel der Zehntausend« aus den überfüllten Zuschauertri- biinen über das Feld. Stundenlang währten am Mittwoch und Donnerstag die Kämpfe der Reiter und immer wieder von neuem wurden die Zu­schauer, Fachleute wie Laien, hingerissen von der hohe» reiterlichen Kunst und dem prachtvollen Pserdematerial in der Reitbahn. Noch größer aber war ihre Begeisterung, als der erste Reiterwett­bewerb dieser Olympischen Spiele mit einem so überragenden deutschen Sieg endete. Die Bronzene Medaille errang Major Podhajskq für Oester­reich, während in der Mannschaftswertung Frank­reich und Schweden die Plätze hinter Deutschland belegten.

2m Schwimmstadion wurde am Vormittag das Turmspringen der Frauen entschieden. Zum ersten Male konnten hier bei einem Springwettbewerb die Amerikaner nicht alle drei ersten Plätze be­legen, denn es gelang der jungen Hamburgerin Käte Köhler, hinter der Olympiasiegerin von Los Angeles Dorothy Pointon-Hill und Velma Dünn den dritten Platz und damit die Bronzene Medaille für Deutschland zu erringen. Im 168- Meter-Rückenschwimmen der Frauen erwiesen sich einmal mehr die holländischen „Meisjes" allen Konkurrentinnen überlegen. Dina Senfs und Rie Mastenbroek sicherten sich die Goldene und Silberne Medaille und konnten die Amerikanerin Alice Vridges aus den dritten Platz verweisen.

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Es erscheint täglich ab 18 Uhr im Stra- ßenhandel und ist auch zu haben bei den Zeitungshändlcrn, in allen Kiosken und in unseren sämtlichen Anzeigen-Annahme- stellen.

Im 6-Uhr-Abendblatt der „BZ." finden Sie das Neueste und Aktuellste vom Tage, insbesondere auch die letzten Er­gebnisse der Olympischen Spiele.

Im Olympiastadion wurde nachmittags in An­wesenheit von rund 88 888 Zuschauer» der Kamps um den dritten Platz in der Futzballentscheidung ausgefochten. Nach hartem Kampf blieb Nor­wegen mit 3:2 über Polen siegreich. Aus den Tennisplätzen des Reichssportfeldes wurden die Vorschlußrunden im Basketball ausgetragen, während sich im Hockeystadion die Mannschaften zur Trostrunde gegenüberstanden. Auch aus der Regattastrecke in Grünau herrschte bei den zahl­reichen Vor- und Zwischenrennen der olympischen Ruderwettbewerbe wieder großer Betrieb. Alle beteiligten deutschen Boote konnte» sich für die Entscheidungen am Freitag durchkämpfen.

Bei den am heutigen Freitag stattfindenden Handball- und Hockey-Endspielen haben die deut­schen Mannschaften ein gewichtiges Wort mit­zusprechen, während sich die deutsche Wasserball- Sieben ebenfalls bis zum Endkampf durchsetzen konnte.

kmpfimge beim süstrer

Berlin, 13. August

Der Führer und Reichskanzler gab Mittwoch zu Ehren ausländischer Olym- piaaäste ein Abendessen, an dem teilnahmen: Sir Robert Vanfittart und Lady Vansittart, der britische Botschafter Sir Eric Phipps, Lord und Lady Rennell. Lord und Lady Aberdare, Lord

Barnby, Lord Clydesdale, Ward Pric^, Gräfin Lalvi di Vergolo, Prinzessin von Savoyen, Graf und Gräfin Baillet-Latour, Botschafter a. D. Dr. Schurman, der polnische Staatssekretär Graf Szembek und Gräfin Szembek. der polnische Bot­schafter Lipski, der ungarische Finanzminister von Fabinyi und Frau, der ungarische General der Kavallerie von Horthy, der ungarische Gesandte Sztojay, der jugoslawische Minister Dr. Rogic und Frau, der jugoslawische Gesandte Lincar-Marko- wic und Frau, der Staatssekretär der Südafrika­nischen Union, van Rendsburg, der Gesandte der Südafrikanischen Union Dr. Gie und Frau sowie Konrad Henlein-Prag. Fernst waren die Mit­glieder der Reichsregierung und eine Reihe wei­terer Ehrengäste mit ihren Damen anwesend.

Zersetzung der fran;östsktzen flrmee

Sie raffinierten Methoden der Komintern

pr. Der Militäraufstand in Spanien gegen die Volksfront-Regierung ist für die Komintern zwar nicht überraschend, aber in seiner Auswirkung doch unfaßbar gekommen. Zum ersten Male wehrten sich gemaßregelte Offiziere gegen die revolutionäre Unterminierung der Armee. Von diesem Standpunkte aus muß das Vorgehen Francos erfaßt werden. Es ist bekanntlich ein Prinzip der Volksfront, durch sogenannte „demo­kratische lleberwachungszellen" volksfrontfeindliche Offiziere auszukundschaften, um sie abzusetzen. Durch dieses Vorgehen hoffte man, die Offiziers aus Furcht vor Maßregelung für die kommuni­stische Sache zu gewinnen. Anfänglich war Erfolg vorhanden. Dann aber erkannten auch jene Offi­ziere, die sich der Regierung verschrieben hatten, daß dies nur der Anfang vom Ende sei und daß schließlich die geheimen Militärverbindungen di« Uebermacht bekämen und auch sie ausschalteten. So begann ein innerer Umschwung in ihrer Hal­tung, und als General Franco, dem die marok­kanischen Truppenteile bedingungslos ergeben sind, losschlug, folgten sofort alle gemaßregelten Generale und Offiziere. Daran dürfte der abge­setzte Präsident Zamorra, trotz seiner gegen­wärtigen Abwesenheit von Spanien, nicht unbe­teiligt sein. Sein Sohn ist übrigens mit der Tochter des nationalistischen Generals Queipo de Llano verheiratet und auch unmittelbar an der Erhebung beteiligt.

Man erkannte in Madrid sofort nach der Erhebung die große Gefahr und suchte die Be­wegung einzudämmen, indem man den Frei­maurer Varrios an die Regierung berief, da auch General Mola und Queipo Freimaurer sind. Man entschloß sich sogar, Mola das Amt des Kriegsministers anzubieten und Queipo zum Eeneralstabschef zu ernennen. Allein diese Mit- freimaurer durchschauten den famosen Plan, und da sie ablehnten, verschwand auch Barrios wieder von der Regierung. Dieses Mal hatte die Frei­maurerpolitik der Komintern ver­sagt. Die Folge der spanischen Militär­erhebung war eine sofort nach Straßburg einberufene Sitzung der Kominternführer, an der auch Buch artn teilnahm. Dort wurde be­schlossen, einmal mit allen Mitteln den spanischen Brüdern zu Hilfe zu kommen, dann aber die Methoden zur Zersetzung der französi­schen Armee zu ändern. Wieder spielte die Freimaurerei eine wichtige Rolle. Zwar besitzt die Komintern in Frankreich ausreichende Waffen- lager, aber man fand es unklug, sie zu benutzen. Was war naheliegender, als aus französischen Militärbeständen Waffenlieferungen durchzu­führen. Zu diesem Zwecke wurden die unterirdischen Freimaurerverbindungen in Bewegung gesetzt. An gewisse Regierungskräfte in Paris wandte sich die Komintern mit dem Ersuchen um Hilfe für die gefährdete spanische Volksfrontregierung. Man verfolgte dabei den weiteren Zweck, die Regie­rung durch diese Lieferung auch offiziell auf Moskau festzunageln. Die Verbindung funktionierte und dem Ersuchen wurde statt­gegeben, allerdings zu spät, so daß die französische Regierung sich von dieser Angelegenheit zurück­ziehen konnte, ohne den Zorn der Komintern her­aufzubeschwören. Trotzdem ist die Rolle der Frei­maurerei im Rahmen der herrschenden Volksfront aufschlußreich.

Der größere Teil der Straßburger Beratungen war der Zersetzungsarbeit in der französischen Armee gewidmet. Man sah am Beispiel Spaniens, daß ohne die Armee die Pläne der Sowjets nie durchzuführen sind. Daher wurde beschlossen, so­fort eine Zentralstelle zu schaffen, die nur die Revolutionierung der Armee zu verfolgen hat. Dieses Zentralsekretariat hat als Untergruppe eine Kampfabteilung, die alle Anweisungen der Komintern ausführt. Man erinnert sich noch, daß bereits am kommunistischen Kongreß in Villeurbanne Vertreter der geheimen kom­munistischen Zellen in der Armee anwesend waren. Interessant ist dabei, daß Metz und Hagen au schon damals vertreten waren. Auf diesem Kongreß wurden fünfzehn Organisatoren ernannt, die als Vertrauensleute monatlich mit 1508 Fr. bezahlt wurden und mit fünf der besten

keoolutlonstribunale wüten in MdrIV

Spanischer PriMent mit sieben Ministern aus der flucht / Hilferuf der Numpfregierung / die Lage unhaltbar

Paris, 13. August.

Der Sonderberichterstatter des Pariser „Iour' in Bayonne meldet, daß es in Madrid keine Regierung mehr gäbe. Der Präsident der Republik, Azana, sei mit sieben Ministern nach Valencia geflüchtet. Der Präsident des spanischen Landtages, Martine; Barrio, sei an Bord eines

Dampfers in Cartagena eingetroffen, nach­dem er vergeblich versucht hätte, eine Re­gierung mit Vertretern der Städte Valen­cia, Alicante, Murcia und Castellon zu bil­den. Diesen Plan hätten die Kommunisten

Die noch in Madrid verbliebenen Minister haben dem Londoner Botschafter in Madrid die Erklärung abgegeben, die Regierung fei noch nicht nach Valencia übergesiedelt.

Nach einer weiteren Meldung aus Madrid sollen die spanische» Behörden beabsichtigen, sich um einen Waffenstillstand zu bemühen, um in der Zeit der Waffenruhe die Ausländer aus Spa­nien abzubefördern. Es sei nicht bekannt, ob die Nationalisten diesem Vorschlag zustimmen werden. Der aus Spanisch-Guinea zurückgekehrte spanische Kreuzer „Mendoz Nuez" soll sich der spanischen Militärgruppe zur Verfügung gestellt haben.

Marseille, 13. August.

Die Nachrichten aus Madrid, die im Laufe des Donnerstags eingingen, schildern die

Lage als sehr ernst. In der Stadt haben sich Revolutionstribunale gebildet. Erschießungen und Schießereien werden fieberhaft fortge­setzt. Die Rumpf-Regierung scheint kaum noch Herrin der Lage zu sein. Es hat den Anschein, als trieben die Dinge rasch einer schweren Krise zu.

Der Sender Madrid hat einen Rundruf an die „republikanischen Länder Europas" verbreitet, in dem diese Länder aufgefordert werden, nicht neu­tral zu bleiben, sondern der amtlichen spanische» Regierung ihre Untiitzung zuteil werden zu lasten,

Miguel Maura ermordet

Spanische Grenzposten schließen sich den Nationalisten an

Lissabon, 13. August.

Wie aus Burgos verlautet, soll der frühere spanische Minister und Führer der Linkskonser­vativen Miguel Maura, als er versuchte, in die argentinische Gesandtschaft in Madrid zu flüch­ten, erschossen worden sein.

Der Sonderkorrespondent des „Diario de Lis- boa" berichtet, daß die nationalistischen Truppen bei dem Einmarsch in Tolosa die Leichen von SO Kommunisten fanden, die bei der Beschießung der Stadt getötet worden waren. Von der portu- gisischen Erenzstelle Fornteirade Caia wird gemeldet, daß vier dreimotorige Flugzeuge erneut Bomben über Vadajoz abgeworfen haben. Die

spanischen Grenzposten haben sich den Nationalisten angeschlossen und verteidigen ihre Grenzposten gegen die roten Sturmscharen aus Badäjoz.

Sän Sebastian wirb beschossen

Hendaye, 13. August.

Die Artillerie der Nationalisten hat in den Morgenstunden des Donnerstag zum ersten Male das Feuer aus die Stadt Sän Sebastian eröffnet. Unter der Bevölkerung brach eine ungeheure Er­regung aus, obwohl das Feuer zunächst nur als Einschüchterungsmittel wirken sollte.

Man hat auf feiten der Militärgruppe die Absicht, die Stadt, in der sich auch noch zahl­reiche nationalistisch gesinnte Einwohner befin­den, möglichst zu schonen. Nur im äußersten Not- fall soll zu einer wirklichen Beschießung geschrit­ten werden. Auch an der Grenze bei Jrun wurde am Donnerstag lebhaft geschossen. Die Vorhut der Nationalisten südlich von Sän Sebastian ist einige Kilometer nördlich von Tolosa vorgerückt und steht jetzt nur noch 15 Kilometer vor Sän Sebastian. Auch die Fliegertätigkeit hat erheb­lich zugenommen. Die zunehmende Kampftätig­keit veranlaßt zahlreiche Einwohner, aus dem von den Roten besetzten Gebiet zu flüchten und sich über die Grenze nach Hendaye zu begeben.

Das unter dem Befehl der Militärgruppe stehende Kriegsschiff „Espana" und der die gleiche Flagge führende Zerstörer „Velasco" sind von Ferrol nach Sän Sebastian in See gegangen und auch der auf nationalistischer Seite kämpfende Kreuzer „Almirante Cervera" hat den Befehl zum Eingreifen in den Kampf erhalten.

(Siehe auch Seite 2)

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