Ausgabe 
(13.8.1936) Nr. 224
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen

Amtsblatt des Lenats der Freien Hansestadt Vremen

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Nr. 224 / 6. Jahrgang

Donnerstag, 1). flugust 19Z6

kinzelpreis tZ Npf.

deutschlands lumerinnen erringen die goldene

dreifacher krfolg der amerikanischen Kunstspringerinnen / USfl gewinnt vor lapan das 4lI0-Meter-freistilschwimmen

erneuter deutscher Nudersieg

Berlin, 12. August.

Nachdem am Dienstag die deutschen Turner beim olympischen Turnen einen überwältigenden Sieg davontrugen, erkämpften sich am Mittwoch auch die deutschen Turnerinnen die Goldmedaille.

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Unser lagesspiegs!

58 888 Menschenleben sind bis jetzt Opfer des spanischen Bürgerkrieges geworden.

38 888 französische Marxisten beteiligen sich am Massenmord in Spanien.

Die Vermehrung der sowjetrussischen Armee wird allgemein als schwere Gefahr für Eu­ropa empfunden.

Die deutsch-österreichischen Verhandlungen führte« zu bedeutsamen Wirtschaftsab­

kommen.

Am kommenden Montag werden vier neue Teilstrecken der Reichsautobahn eröffnet.

Die im Reichsnährstand zusammengeschlosse­nen Verteiler sollen eine gesicherte Existenz- möglichkeit erhalten.

Deutschlands Turnerinnen errangen die Goldmedaille.

Im Handball, Hockey und Wasserbau gelangte Deutschland in die Endrunde.

Einen dreifachen Erfolg der USA. gab es im Knnstspringen der Frauen.

Im 488-Meter-Freistilschwimmen belegte USA. den ersten Platz.

Auf der Kieler Förde wurde mit der Ent­scheidung der 8-Meter-R-Klsasse das Segeln beendet.

Englische Motorjachten machten in Bremen Station.

Bremens Einzelhandel schmückt die Schau­fenster sür die Nacholympischen Spiele.

Eine Bremerin erzählt der VZ. von den Er­lebnissen ihrer letzten Spanienreise.

Sie erhielten 388,88 Punkte. Die Silberne Me­daille gewannen die Frauen der Tschechoslowakei mit 583,68 Punkten, die Bronzene fiel an die Turnerinnenmannschast von Ungarn (488,88 Punkte).

Das gewaltige Olympische Stadion Lot am Mittwochvormittag den ungewohnten Anblick gähnender Leere. Dafür aber war auf denNeben- kampfplätzen" eine Bezeichnung, die mit olympischen Maßstab gemessen immer noch etwas sehr Großes bedeutet um so mehr Betrieb. Schon von den frühen Morgenstunden an zeigten die besten Dressurreiter aus 11 Nationen in dem fast über Nacht entstandenen Reiterstadion auf dem Maifeld die hohe Schule der großen Dressur­prüfung. Auch die Kunstspringerinnen waren schon früh ausgestanden, um im Olympischen Schwimmstadion ihre Besten zu ermitteln. Wie Lei den Männern, so waren auch hier die USA.- Frauen nicht zu schlagen und belegten die drei ersten Plätze.

Am Nachmittag zeigte dann das Olympische Stadion wieder das gewohnte festliche Bild. Kops an Kopf drängte sich die Menge auf den weiten Rängen. Auch an diesem Tage weilte wieder der Führer, gemeinsam mit zahlreichen führenden Männern aus Partei und Staat, im Stadion, um die spannenden Handballkämpfe mitzuerleben. Neben den bereits Genannten sah man in der Ehrenloge noch die Reichsminister von Eltz- Rübenach und Seldte, Reichsleiter Vormann, die Staatssekretäre Lammers und Ohnesorge sowie Botschafter von Papen.

Bei den Handballspielen ging es zwischen Oester­reich und Ungarn bzw. Deutschland und der

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Es erscheint täglich ab 18 Uhr im Stra- tzenhandel und ist auch zu haben bei den Zeitungshändlern, in allen Kiosken und in unseren sämtlichenAnzeigen-Annahme- stellen.

Im 6-Uhr-Abendblatt derBZ." finden Sie das Neueste und Aktuellste oom Tage, insbesondere auch die letzten Er­gebnisse der Olympischen Spiele.

Schweiz um die Teilnahme am Endspiel. Nachdem im ersten Spiel Oesterreich nach hartem Kamps gegen Ungarn mit 11:7 Toren Sieger geblieben war, zeigte sich Deutschland im zweiten Spiel seinem Gegner, der Schweiz, wesentlich über­legener und siegte nach ausgezeichneten Leistungen seiner besten Mannschaft mit 18:8 Toren. Die Zuschauer nahmen diesen Sieg mit großem Jubel auf. Das Endspiel am Freitag werden also Deutschland und Oesterreich bestreiten, während Ungarn und die Schweiz um die Bronzene Me­daille im Handball zu kämpfen haben.

Den Höhepunkt des Nachmittags im Stadion bedeutete die Ehrung für die Sieger der Kämpfe am Vortage, die Medaillcnträger im Schwimmen, Fechten und Turnen. Fünfmal stieg am Sieges­mast das Hakenkreuz hoch sür die grandiosen Siege,

Moskau, 12. August.

Die bereits gemeldete Verordnung der Sowjetregierung über die Erhöhung des jährlichen Rekrutenkontingentes um 50 o. H. durch Herabsetzung des Einberufungsalters auf 19 Jahre wird von der Moskauer Presse mit keinem Wort erläutert. Es scheint dem­nach das Bestreben vorzuliegen, diese er­neute und ungeheure Vermehrung der Friedensstärke der roten Armee ohne Auf­sehen zu übergehen.

Für die nächsten vier Fahre wird die Friedensstärke des roten Heeres durch dir Herabsetzung des Einberufungsaltsrs in der von der Verordnung festgesetzten Form aus fast 2 Millionen Mann anwachsen. Die Zahl der stellungspflichtigen Rekruten, die bis­her alljährlich etwa 600 000 betrug, wird in Zukunft ungefähr eine Million erreichen.

Da es die Moskauer Presse vorzieht, zu schweigen, möchten wir um so nachdrücklicher auf folgende Tatsachen hinweisen: Bekanntlich er­

reichte die Friedensstärke der Roten Armee nach den eigenen Angaben ihres Chefs, des Ge­nossen Tuchärtschewski, bereits zu Beginn dieses Jahres eine Stärke von 1,3 Millionen Mann. In die nunmehr erzielte Effektivstärke der Roten Armee von rund 2 Millionen Mann sind noch nicht eingerechnet die Verbünde der freiwilligen militärähnlichen Organisationen der Sowjets und die Bestände der GPU.

Selbstverständlich muß angenommen werden, daß dieser ungeheuren Vermehrung der Mann-

die die deutsche» Turner im harten Kampf gegen die Schweiz erfochten haben. Außerdem erschien dte deutsche Flagge noch siebenmal an den beiden anderen Masten, und achtmal wurde das Banner der Schweiz ausgezogen. Unendlicher Jubel emp-ing die deutschen Meisterturner, als die Prä­sidenten Vaillet Latour und Dr. Lewald sowie Ritter von Halt die Siegerehrung vornahmen. Dreimal geht das Sternenbanner sür den drei­fachen Sieg der amerikanischen Kunstspringer hoch und zweimal die Flagge Japans am Siegesmast, während bei der Ehrung sür den Sieg im Degen­fechten die Fahne Italiens dreimal an den Masten erschien.

Nach der Siegerehrung empfing der Führer und Reichskanzler die erfolgreichen deutschen Männer­turner, um sie zu ihrem großen Erfolg persönlich

ichaftsbestände auch eine entsprechende technische Entwicklung parallel läuft. Es steht bereits fest, daß die Vermehrung der technischen Waffen, wie der Tanks und der Flugzeuge, mit diesen Maß­nahmen nicht nur Schritt halten wird, sondern daß gerade auf diesem Gebiet schon jetzt weit­gehendevorsorgliche Maßnahmen" getroffen worden sind. Ueberhaupt ergibt sich jetzt nach die­ser letzten Veröffentlichung über die Pläne des Roten Generalstabcs ein einigermaßen geschlosse­ner llebcrblick, der die Vermutung zuläßt, daß die erhöhte Rekrutierung den Schlußstein in dem Aufbau einer militärischen Macht bilden soll, die eine ständige Bedrohung Europas vom Osten her sein muß. Es handelt sich hier um die um­fangreichste militärische Machtkonzentration, die wir seit dem Ende des Weltkrieges erleben. Drohend erhebt sich angesichts dieser Entwicklung für ganz Europa die Frage, zu welchen Zwecken diese Macht eingesetzt werden soll.

Eine kleine geopolitische Uebersicht genügt, um festzustellen, daß eine derartige Mammutarmee, wie sie der Bolschewismus im Augenblick aufbaut, zur Berteidigung der Sowjetländer nicht notwendig wäre. Rußland ist von jeher ein schwieriges Problem für einen An­greifer gewesen. Das lehrt die Geschichte der letz­ten Jahrhunderte. Irgendwelche Befürchtungen in dieser Richtung sind alio von vornherein un- begrllndesi und man darf den Machthabern in Moskau soviel politischen Blick zutrauen, diele Lage zu erkennen. Die Antwort aus die Frage, wozu diese riesigen und kostspieligen Riistungs- Pläne dienen sollen, dürfte vielmehr in ganz anderen Erscheinungen zu suchen sein. Die bol­schewistischen Machthaber selbst haben sie in der

zu beglückwünschen. Eine unerwartete Ueber- raschung gab es am Nachmittag im Schwimm­stadion, wo es dem amerikanischen Weltrekord- schwimmer Jack Medica gelang, die japanische Uebermacht aus dem Felde zu schlagen und vor llto und Makino den ersten Platz zu belegen.

In der Vorschlußrunde im Hockey siegte Deutsch­land über Holland mit 3:1. Frankreich verlor gegen Indien 8:18. Am Freitag wird im Hockey- Stadion das Endspiel zwischen Deutschland und Indien ausgetragen. Um die Vronzemedaille spielen Holland und Frankreich.

Bei den Vorrennen der Ruderer in Erünau konnten sich die deutschen Vertreter wie am Diens­tag auch am Mittwoch weiter erfolgreich durch­setzen. Lediglich im Achter landeten die Deutschen aus dem zweiten Platz hinter der Schweiz.

Vergangenheit bereits öfter in einer schwachen Stunde gegeben.

Sie lautet, daß diese Armee des Bolschewis­mus. die fast vor der Vollendung steht, niemals als eine Verteidigungsarmee gedacht ist, son­dern die Offensivarmee der Weltrevolution dar­stellen soll. Derartige Aeußerungen finden sich in den Reden säst sämtlicher führender Sowjet­politiker, die für die Sowjetpolitik verantwort­lich zeichnen.

Die Vorgänge in Spanien und in anderen Län­dern Europas geben zu diesen Dingen eine Illu­stration. wie sie nicht deutlicher gewünscht werden kann, und gerade die Tatsache, daß die Veröffent­lichung der Maßnahmen der bolschewistischen Re­gierung im gegenwärtigen Augenblick erfolgt, in dem ganz Europa mit Sorge auf die Tätigkeit des Bolschewismus in einer Reihe von wichtigen Staaten Europas blickt, dürfte die frechste Dro­hung sein, die >ich die Genossen in Moskau gegen­über der abendländischen Welt bisher erlaubt haben.

?!ugschüler löslich abgestürzt

Trotz strengsten Befehls zu tief geflogen Berlin, 12. August.

Ein Flugschüler der Uebungsstclle Böblingen stürzte am Dienstag bei Allersberg tödlich ab. Er hatte entgegen den bestehenden strengen Beschien einen Ucbungsflug dazu benutzt, über der Wohnung von Verwandten in vorschrifts­widrig geringer Höhe zu fliegen, wobei er an i einem Baum hängenblieb.

Sportlerinnen in front

Die körperliche Ertüchtigung der weiblichen Jugend Deutschlands

kr. btü. Mit lebhafter Genugtuung haben wir in diesen Tagen von den großen Er­folgen berichtet, die nicht zuletzt die deutschen Frauen bei den Olympischen Spielen er­zielen konnten. Die beachtenswerte Stellung unserer Kämpferinnen in Berlin findet ihren Ausdruck vor allem in der hohen Zahl der Medaillen, die bei den Wettkämpfer: der Frauen für die Reichsflagge erstritten wur­den: im 100-Meter-Freistilschwimmen, 200- Meter-Brustschwimmen, 80-Meter-Hürden- lauf, im Diskus- und Speerwerfen, Florett­fechten, Hochsprung in allen diesen Kampfarten lagen Deutschlands Sportler­innen an hervorragender Stelle. Erst gestern konnten wir wieder eine Goldene Medaille im Frauenturnen für uns buchen. Aber nicht nur diese Einzelrekorde, auch die Durch­schnittsleistungen unserer weiblichen Jugend auf dem olympischen Kampsseld ver­dienen ehrliche Bewunderung.

Wir laufen, indem wir den Erfolgen der deutschen Vertreterinnen unsere volle An­erkennung zollen, gewitz nicht Gefahr, dem im ganzen überwundenen Vorurteil von der Vermännlichung der Frau durch sportliche Betätigung" neue Nahrung zu geben. Nur wer in feinen kritischen Betrachtungen an der Oberfläche der Dinge haftenzubleiben pflegt, kann aus der Tatsache, der Nichtzu­lassung der Frauen zu den Olympischen Spielen des Altertums falsche Schlüsse auf die Gegenwart ziehen. Er übersieht, daß die Frau bei den alten Griechen am öffent­lichen Leben überhaupt nicht teilnehmen konnte und aus dieser Tradition heraus nicht einmal als Zuschauerin zu den Olym­pischen Spielen zugelassen war. Diese Ten­denz der Ausschaltung der Frau von den Leibesübungen hat sich in Europa bekannt­lich bis über das Mittelalter hinaus erhalten. Wie sehr die Pflege des Frauensportes sogar noch Ende des 19. Jahrhunderts in den Kinderschuhen steckte, wird allen unver­geßlich bleiben, die im Jahre 1893 das höchst seltsame Echo der Gründung unseres ersten deutschen Frauenschwimmvereins in Berlin- Charlottenburg miterlebten. Damals meinte man, nun sei es aus mit dertüch­tigen deutschen Hausfrau", und Moral­trompeter und Sittenprediger prophezeiten bereits den Bankerott aller weiblichen Tu­genden heute aber hat nicht nur der aktive Sportler zu den Fragen der körper­lichen Ertüchtigung der Frau die richtige positive Einstellung gewonnen, heute stimmt so ziemlich jeder Volksgenosse der Auffassung Alfred Rosenbergs zu:Die Zeiten der

Gartenlaube und des verträumten Mädchen- daseins sind endgültig vorüber . . ."

Dieser Geist des verträumten Mädchen­daseins hat allerdings, bewirkt, daß in der Mädchenerziehung die körperliche Er­tüchtigung sogar noch zu einer Zeit, als der Wert der Leibesübungen längst erkannt war, gegenüber der geistigen Ausbildung völlig vernachlässigt wurde. Ja, es schien jahrzehntelang, als sollte die Verwirklichung der Harmonie zwischen Körper und Geist, als sollte die systematische Wiederbelebung jenes griechischen Ideals dem männlichen Geschlecht vorbehalten bleiben. Angesichts dieser unnatürlichen vernunftwidrigen Entwicklung hat der Führer in seinem WerkMein Kampf" mit allem Nachdruck gefordert, daß auch beiderErziehungderwerdenden Frau das Hauptgewicht auf die körperliche Ausbildung zu legen sei. Bemerkenswert ist, daß sich die Er­gebnisse des vor einigen Tagen in Berlin zusammengetretenen Internationalen Sport­ärztekongresses mit den praktischen Erfah­rungen, die zum Beispiel der BDM. in sport­licher Beziehung sammeln konnte, in jeder Weise decken, und daß somit die akt^pe Teilnahme der weiblichen Jugend an den Leibesübungen auch von berufener fach- ärztlicher Seite zustimmend geweitet wird.

Wenn nun zwar angesichts der schweren Fehler und Unterlassungen des früheren intellsktualistischen Erziehungssystems auf dem Gebiete des Frauensportes noch sehr viel nachzuholen ist, so sind wir uns doch der Grenzen, die hier gezogen sind, voll bewußt. Es wird immer so bleiben, daß gewisse Sportarten, wie Boxen, Fußball, Ringen und Gewichtheben, den Frauen verschlossen sind. So begrüßen wir es ohne Einschrän-

Sle tanzten aus den Leichen

deutsche slüchNinge berichten über Sie kommunistische Schreckenskerrschaft in Malaga

An Bord desGeneral Osorio", 12. August.

Auf dem DampferGeneral Osorio" der Ham­burg - Slldamerikanischen Dampfschifffahrtsgesell­schaft befinden sich mehr als 100 Spanien- Deutsche auf dem Weg zur Heimat. Ein Vertreter des DRV hatte Gelegenheit, mit den Spanien- Deutschen, die noch ganz unter den schweren Ein­drücken der letzten Wochen stehen, zu sprechen. Fast die ganze'Gruppe stammt aus Malaga., wo der kommunistisch-anarchistische Terror mit am schwersten wütet.

Als den Deutschen Malagas am 13. Jüli die Ermordung des Leiters des spanischen Rechts­blockes und der Erneuerungsbewetzung Lalvo Sotelo bekannt wurde, wüßten sie, daß dies das Signal sein würde zu weitreichenden und um­gestaltenden Ereignissen, zumal die Wühlarbeit der bolschewistischen Agenten täglich in er­schreckendem Maße zunahm. Am 17. Juli, dem gleichen Tage, an dem die Truppen in Spanisch-Marokko sich gegen die Madrider Re­gierung erhoben, marschierte eine Kompanie In­fanterie der Garnison Malage durch die Stadt zum Sitz des Zivilgouverneurs, um denKriegs- zustand zu verkünden.

In der Nähe des Zivilgouvcrnemcnts- gebäudcs entwickelte sich eine Schießerei mit Kommunisten, die bald zu einem Gesicht zwischen den Truppen und der Polizei aus- wuchs.

Auf feiten des Militärs standen die Mit­glieder der spanischenChalanx", eines von der Regierung am meisten verfolgten rechtsgerich­teten Verbandes, der allerdings schlecht organi­siert und unzureichend bewaffnet war. Die links­gerichteten Gruppen, die über eine gute Aus­

rüstung verfügten, stellten sich aus die Seite der Polizei. In der Nacht zum 18. Juli lief außer­dem ein großer Teil der Soldaten, von der sehr starken bolschewistischen Propaganda beeinflußt, zu den Marxisten über.

Die Uebermacht der Roten war so stark, daß sich die Nationalisten in Malaga nicht halten konnten. Jetzt konnten die Bolschewisten in Ma­laga ihr Verwiistungsprogramm ungehindert in Angriff nehmen; zunächst ging man gegen die wohlhabenden Bürger der Stadt vor. Man holte sie aus ihren Wohnungen und warf sie in die Ge­fängnisse und die Eewerkschaftshäuser. Als diese überfüllt waren, fing man an, sie kurzerhand zu erschießen. Sie wurden zu Fuß oder im Wagen zum Friedhof gebracht und dort ermordet. Die Toten übergab man dem Mob, der aus den Lei­chen Freudentänze ausführte! Dann wurden Häu­ser und Villen in Brand gesetzt. Die Hauptstraße von Malaga und die Wohnviertel der wohlhaben­den Kreise waren bald ein einziges großes Flammenmeer. Am 18. und 18. Juli standen über ganz Malaga gewaltige Rauchschwaden, die tagelang die Luft säst bis zum Ersticken ver­pesteten. Schon in den ersten Tagen wurde das Grundbuchamt sür Stadt- und Landbesitz in Brand gesteckt, damit später nicht etwa Ansprüche auf Schadenersatz erhoben werden könnten.

Das Morden hörte nicht auf. Man ging zur Verfolgung der Mitglieder der rechtsgerichteten Verbände über. Eine planmäßige Treib­

jagd begann. Aus ihren Wohnungen geholt, wurden die Verfolgten auf der Straße sofort erschossen. Ebenso »erfuhr man bei Haus­suchungen. die pon roten Milizen bei rechtsgerich­teten Personen vorgenommen wurden. Hierbei verschwanden zahlreiche Wertgegenstände. In­zwischen hatte im Hafen von Malaga die Aktion der roten Matrosen eingesetzt. :

Für die Deutschen in Malaga ergab sich die ernste Frage, ob die Madrider Regierung, die in Malaga durch den Zivilgouoerneur vertreten würde, überhaupt noch Herr der Lage sei. Man konnte jeden Augenblick glauben, daß sich ein völlig kommunistisches Regime durchsetzen würde.

Unter diesen Umständen," so erzählten die Flüchtlinge,mußten wir alles daransetzen, dem roten Hexenkessel so bald wie möglich zu ent­fliehen. Dies war nicht einfach, und nur dank der Umsicht des deutschen Konsuls in Malaga war es uns möglich, uns einzeln und in kleinen Gruppen zu den im Hafen einge- troffenen deutschen DämpfernHero" und Saturn" zu begeben.

Nur so gelang es uns, durch die kommunistischen Viertel hindurchzukommen und deutsche Volks­genossen aus ihren Wohnungen zu befreien, die schon tagelang abgeschlossen von aller Welt hatten verweilen müssen. Wir konnten nur das Aller- notwendigste mitnehmen; die meisten von uns sind ganz ohne Geld und ohne sonstige Mittel. Um so erfreuter waren wir über die überaus herzliche und freundliche Ausnahme, die uns an Bord der deutschen Schisse zuteil wurde."

(Siehe auch Seite 2)

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Sie Verstärkung der sowjetrusstschen strmee eine Vefokr für kuropa