der ilattona
parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen
ozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen
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Das amtliche verkün-ungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nc. 225 / 6. Jahrgang
Mittwoch, 12. flugust lSZS
Anzeigen-Grundpreifc-. Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Pf-, die 76-mm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise lfür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß lk Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4-13)4 Uhr.
kinzelpreis 15 Kpf.
beispielloser lurnerfolg Veutschlands
Schwarzmann bester lumer der Welt
wieder vier öoldene!
Berlin, 11. August.
Auch am Dienstag standen wieder die Wettbewerbe im Olympia-Schwimmstadion im Brennpunkt des allgemeinen Interesses. Eine große
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2m Kunstturnen konnten Deutschlands Vertreter insgesamt 10 Medaillen erringen.
Im Kunstspringen belegte USA. die ersten drei Plätze.
Die 4X200-Meter-Stafsel der Schwimmer und das LVV-Meter-Brustschwimmen der Frauen wurden eine Beute der Japaner. Einen dreifachen italienischen Sieg ergab das Degeneinzelfechtcn.
o. Ribbentrop ist vom Führer zum Botschafter in London ernannt worden.
Trotz der Pariser Neutralitätserklärung starten weiterhin französische Kampfflugzeuge nach Spanien.
Auf einem in spanische Gewässer entsandten französischen Kriegsschiff brach eine Meuterei aus.
Die Rote Armee wird durch Herabsetzung des Einberufungsalters wesentlich vergrößert.
Palästina steht im Zeichen einer neuen Terrorwelle.
LZ. „Hindenburg" hat einen neuen Rekord aufgestellt.
2m Seeschiffsverkehr der großen Nordseehäfen führt Rotterdam
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Zahl von Ehrengästen, zahlreiche Reichsminister, Neichsleiter und führende Männer von Staat und Partei hatten sich zu diesen Kämpfen eingefunden. Mit feinen Siegen in der 1X2ÜO-Meter-Freistil- Staffel der Männer und im Frauen-Brust- schwimmen holte sich Japan seine ersten Gold
medaillen im Schwimmen. Das Kunstspringen brachte einen dreifachen Sieg der Amerikaner, die sich wieder einmal als die Lehrmeister der Welt im Kunstspringen erwiesen. Die drei deutschen Vertreter nahmen hier den 5. bis 7. Platz ein. 2m Wasserball schlug Deutschland in der Zwischenrunde Oesterreich mit 3:1.
Ebenso groß war die Anteilnahme der Olympia- ELste an den Turnwettbewerben aus der Dietrich- Eckart-Vllhne. Bis zum letzten Platz waren die hochragenden Reihen der gewaltigsten Freilichtbühne Deutschlands besetzt, als am Nachmittag die Turner Deutschlands, der Schweiz, Finnlands und der Tschechoslowakei zum Endkamps der vier besten Nationen antraten. Bis zum späten Abend entspann sich hier ein spannender Kampf zwischen den Deutschen und den eidgenössischen Turnern, bei denen es um jeden noch so kleinen Punktbruch-, teil ging. Glänzend beachtliche Erfolge konnten unsere deutschen Vertreter bei den Turnwettbewerben erzielen, denn sie bekamen sür ihre Leistungen vier Goldene, eine Silberne und fünf Bronzene Medaillen.
Deutschlands Turnermannschaft setzte sich mit 857,430 Punkten an die Spitze aller olympischen Nationen und gewann die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb vor der Schweiz, die mit 851,802 mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Finnlands Vertreter gelangten mit 838,488 als Dritte in den Besitz der Vronzemedaille vor der Tschechoslowakei mit 825,783.
Der Jubel der Besucher der Dietrich-Eckart- Bühne steigert sich unbeschreiblich, als auch das Ergebnis der Einzelturner im Olympischen Zwölfkampf bekanntgegeben wurde. Aus den Reihen der Weltelite schälte sich Karl Alfred Schwarzmann als Sieger und Gewinner der kostbarsten Goldmedaille des Einzelturners heraus. Mit 113,100 Punkten siegte er vor dem Schweizer Eugen Mack (112,377). Noch einmal rauschte stürmischer Beifall auf, denn Konrad Frey hatte
mit 111,532 den dritten Platz und damit die Vronzemedaille errungen.
2m Olympia-Stadion wurde Dienstag nachmittag die Siegerehrung sür die Medaillenträger des Radsportes, der Schwimmkämpse und des griechisch-römischen Ringkampfes vorgenommen. 2m Fußball-Vorschlußrundenspiel blieb Oesterreich nach einem meist knapp überlegenen geführten Kamps mit 3:1 über Polen Sieger und kommt nun am Sonnabend in das Endspiel gegen Italien. Dem Spiel wohnten etwa 80 000 Zuschauer bei, die das flotte Spiel mit leidenschaftlicher, aber unparteiischer Anteilnahme verfolgten. Um den dritten und vierten Platz werden am Donnerstag die Fußballmannschaften Polens und Norwegens kämpfen.
Der erste Tag der Olympischen Ruderregatta in Griinau, der zehn Verläufe im Einer, Zweier ohne und Vierer mit Steuermann brachte, hatte die .regste Anteilnahme bei den Olqmpiaüe- suchern ausgelöst. Die Tribünen waren gut besucht, obwohl nur Vorrennen und keine Entscheidungen aus dem Programm standen. Deutschlands Ruderer haben sich in den Vorrennen ganz prächtig geschlagen und ihre Kampfe gewonnen, so daß wir im Einer, im Zweier ohne und im Vierer mit Steuermann ohne weitere Beanspruchung in den Endläusen startberechtigt sind, die am Freitag ausgetragen werden.
Gustav Schäfer erzielte im Einer mit 7:17,1 Min. sogar die beste Zeit der vier durchgeführten Vorrennen, Deutschlands Vertreter im Zweier Ohne, Eichhorn und Strauß, erreichten gleichfalls mit 7:12,8 Min. die schnellste Wertung der drei Vorläufe und auch die Mannheim-Ludwigs- hasener Zelle im Vierer mit fuhr mit 8:11,1 Min. unter den drei Ausscheidungen die beste Leistung heraus.
Fortsetzung Seite 5 (1. Beilage)
o. Mbentrop voMaster In London
krnenmmg ;um außerordentlichen bevollmächtigten Votschafier des deutschen Neiches
Die xesti-ixv Lntsvbvi^nnA i» XavstsprlilK«» druckte äsn VsrsinlZtsn Staatsv sivon örsi- laoksn 8isZ. vis köeksts kuuktLukl vrrsiokts Dsgsnsr vor Llissps nuä IVa^us. Osr llapavsr, Lkiksdara beglückvünsedt OsMosr,ru ssinsr Koläwscksills. (^Vsltkil'ä.)
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Berlin, 11. August.
Der Führer und Reichskanzler hat den außerordentlichen bevollmächtigten Botschafter in besonderer Mission, Joachim von Ribbentrop, zum außerordentlichen bevollmächtigten Botschafter des Deutschen Reiches in London ernannt.
Joachim von Ribbentrop, der am 30. April 18S3 in Wesel-Rhein geboren wurde, entstammt einem alten lippischen Geschlecht, aus dem viele Soldaten hervorgegangen sind. Einer der Stammvater, Barthold Ribbentrop, unterschrieb als Bevollmächtigter des Grasen Lippe den Westfälischen Frieden. Ein anderer Blutsverwandter Joachim von Ribbentrops war der Artilleriegeneral Karl v. Ribbentrop, der als Premierleutnant bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen 1864 den pour-Ie-mente erhielt. Wegen Aussterbens dieses Zweiges wurde Ribbentrop von dieser Linie adoptiert. Sein Großvater führte als Hauptmann die Braunschweigische Batterie 1870 bei Monville-Mars-la-Tour, während der Vater, Oberstleutnant Ribbentrop, im Weltkrieg hervorragenden Anteil an den Durchbruchskämpfen bei Brzezini nahm.
Botschafter v. Ribbentrop studierte in der Schweiz, in Frankreich und in England Sprachen. Vor dem Kriege wirkte er mehrere Jahre als Arbeiter beim Eisenbahnbau, war dann Bankbeamter und selbständiger Unternehmer in Kanada. Bei der Mobilmachung 1914 kehrte er unter großen Schwierigkeiten nach Deutschland zurück und meldete sich im September 1914 als Kriegsfreiwilliger beim Husarenregiment 12. Im Oktober 1914 kam er zu seinem Regiment an die Front, wurde 1915 zum Leutnant befördert und bald darauf verwundet. Kein Wunder, daß er auch Ritter des Eisernen Kreuzes l. und II. Klasse wurde.
Bis zum Herbst 1917 blieb v. Ribbentrop bei seinem Regiment, um dann dem Kriegsministerium zugeteilt zu werden. Anschließend wurde er als Adjutant des Bevollmächtigten des Kriegsministeriums nach Konstantinopel geschickt, wo er bis zum
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Waffenstillstand verblieb. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1919 wurde er der Versailler Friedenskommission als Adjutant zugeteilt. Im Jahre 1920 nahm er als Oberleutnant vom Heer seinen Abschied. Im gleichen Jahre heiratete er die Tochter Anneliese des Industriellen Otto Henkell in Wiesbaden. Nun knüpfte er als Inhaber seiner Import- und Exportfirma zahlreiche Beziehungen zum Ausland an, besonders nach England und Frankreich, wobei ihm seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse sehr zugute kamen. Bereits im Jahre 1930 stand er in Beziehungen zur NSDAP.; seitdem ist er im Ausland, besonders in England und Frankreich, in vorbildlicher Weise sür die Partei eingetreten. Das Haus Ribbentrops in Berlin-Dahlem kann als ein Treffpunkt angesehen werden, in dem manche entscheidenden Besprechungen geführt wurden.
Nach der Machtübernahme hatte v. Ribbentrop, der SS.-Brigadeführer ist, die inoffizielle Stellung eines vertrauten Mitarbeiters des Führers in den Fragen der deutschen Außenpolitik inne. Er fuhr wiederholt ins Ausland und leitete wichtige Besprechungen mit ausländischen Staatsmännern und Politikern ein. Seit dem 12. November 1933 gehört er dem Reichstag am und am 20. April,1934 erfolgte durch Reichspräsident v. Hindenburg seine Ernen-l nung zum Sonderbeauftragten f ü v Abrüstungsfragen. Seit dieser Zeit ist er auch immer mehr in der Öffentlichkeit, wieder besonders in London und Paris, für die restlose Gleichberechtigung Deutschlands eingetreten. Am 31. Mai 1935 ernannte ihn der Führer zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter des Deutschen Reiches. Als Führ, er der deutschen Flottenaborünung leitete er in London die Verhandlungen, die am 18. Juni 1935 zum Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens führten. Am 17.' März d. I. schließlich vertrat er das Deutsche Reich bei der Londoner Sitzung des Völkerbundes, und am 31. März 1936 überreichte er der englischen Regierung den Plan des Führers zur Stabilisierung des Friedens in Europa.
Der Führer und Reichskanzler hat also in der Person des Herrn v. Ribbentrops nicht nur einen unserer fähigsten nationalsozialistischen Außenpolitiker, sondern auch einen unserer erfolgreichsten Diplomaten aus den so außerordentlich wichtigen Londoner Posten berufen.
14S rote, Z7S5 Verletzte...
Die Verkehrsopfer der letzten Woche
Berlin, 11. August.
Der Reichs- und Preußische Verkehrsminister gibt bekannt:
„110 Tote und 3703 Verletzte sind die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reich während der vergangenen Woche."
Im Rahmen unserer Aufsatzreihe „Der Olympia- Gast fragt", die wir in der gestrigen Ausgabe der „BZ." mit kulturpolitischen Darlegungen eröffneten, beschäftigen wir uns im Folgenden mit Fragen der nationalsozialistischen Wirtschaft:
Es hat auch in der Zeit vor dem Ausbruch des Weltkrieges Schwierigkeiten und Spannungen in den wirtschaftlichen Beziehungen der Völker gegeben. Der Aufschwung, den die Wirtschaft der großen europäischen Länder und Nordamerikas in den ersten 14 Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts genommen hat, die Jndustrialisie- rung Mittel- und Westeuropas und die weit über die Grenzen des eigenen Landes Hinausgreifende Kapitalpolitik der Großmächte hatten zu einem Wettstreit auf den internationalen Märkten geführt, wie man ihn zuvor nicht kannte. Die immer schärfer werdende Konkurrenz auf dem Weltmarkt hat zweifellos in nicht geringem Matze zu den Ursachen des Weltkrieges einen Beitrag geliefert. Das Ergebnis dieses viereinhalb Jahre
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Es erscheint täglich ab 18 Uhr im Stra- tzenhandel und ist auch zu haben bei den Zeitungshändlern, in allen Kiosken und in unseren sämtlichen Anzeigen-Annahme- stellen.
Im K-Uhr-Abendblatt der „BZ." finden Sie das Neueste und Aktuellste vom Tage, insbesondere auch die letzten Ergebnisse der Olympischen Spiele.
währenden mörderischen Ringens war u. a. dann nicht zuletzt auch eine allgemeine wirtschaftliche Verwirrung. Durch die Anforderungen des Krieges fielen.die.europäischen Staaten als Lieseran- .ten industrieller Erzeugnisse an die übrige Welt fast völlig aus. Der Zusammenbrach der Mittelmächte und die ungeheuren Lasten der Pariser Diktate, die ihnen aufgebürdet wurden, setzte -ihre Industrien auf längere Zeit lahm oder nahm ihnen doch ihre bisherige Leistungsfähigkeit. Nur nach politischen Gesichtspunkten durchgeführte Grenzziehungen brachten die Zerreißung wirtschaftlich aufeinander angewiesener Gebiete und behinderten damit nicht nur die organische Entwicklung der neuen Staaten, die man ins Leben rief, sondern stellten auch den Fortbestand alter europäischer Länder in Frage.
Die neuen europäischen Staaten versuchten, angereizt durch die Schwächung der alten Industrie- länder, mit staatlichen Subventionen eigene Industrien zu entwickeln, um ihre volkswirtschaftlichen Bedürfnisse befriedigen zu können. In den Ueberseegebieten hatten sich bereits durch den Ausfall der europäischen Industrien heimische Industrien entwickelt, die durch ihre neuzeitliche Einrichtung und den kürzeren Weg .zum Absatzmarkt vor den europäischen Industrien bei Beendigung des Weltkrieges einen Vorsprung hatten. Aber auch dann, als sich die alten europäischen Industrien langsam wieder erholten und es zum Höchststand der Technik brachten, blieben diese überseeischen Industrien und die jungen Industrien der neuen Staaten eine scharfe Konkurrenz. Wenn man darum nur einmal die industrielle Seite betrachtet, so erkennt man schon daran die beträchtlichen Schwierigkeiten, die durch den Weltkrieg und die kurzsichtigen Friedensverträge, die ihn beendeten. entstanden sind. Deutschland mit seiner h' Entwickelten Industrie und mit seiner weit in der Welt verästelten Wirtschaft mutzte unter