Ausgabe 
(11.8.1936) Nr. 222
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsftont Lremen

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt oremen

Das amtliche v Erkundung sblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzcigcn-Grundpreise: Die W-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Pf., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise lfür kleine Fomilien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis, liste 6 (Nachlaßstaifel <7>. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag l2^-l314 Uhr.

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Menstag, 11. flugust 1S56

Einzelpreis 15 Npf.

Veutschlands Kunstturner m glänzender form

Schwarzmann erringt am tangpferd die Soldmedaille, Vol; die bronzene Unsere Segler brachten weitere Medaillen ein

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Sisela flrendt übertrifft stch selbst

Berlin. 10. August.

Die zweite Woche der Olympischen Spiele brachte auch nach dem Abschluß der Leichtathletik- Wettbewerbe dem Reichssportseld den gleichen Massenbesuch. Er ist sogar noch größer geworden, denn in der Dietrich-Eckart-Biihne mit ihrem Fassungsvermögen von 26 666 Zuschauern haben die turnerischen Wettbewerbe eingesetzt. Der Deutsche Schwarzmann konnte durch eine hervor­ragende Uebung am Langpserd eine Goldene Me­daille erringen. Auch die Bronzene Medaille am

Unser lagesspiegei

In Gegenwart des Führers erreichten die Segelwettbewerbe in Kiel ihren Höhepunkt.

In der Starboot- und Jollen-Klasse errang Deutschland eine Goldene und Silberne Me­daille.

Bei den Kunstturnübungen am Langpserd fielen die Goldene und die Bronzene Me­daille an Deutschland.

Nach hervorragendem Kamps errang Gisela A-envt im Ivll-Meter-Freistil der Frauen die Bronzene.

Dirs 160-Kilometer-Straßenrennen der Rad­fahrer gestaltete sich zu einem Doppelerfolg Frankreichs.

Ausländische Flieger, Teilnehmer des Olym­pischen Sternfluges, wurden in Bremen empfangen.

Bisher konnten 113V Spanien-Deutsche ge­rettet werden.

Die Moskauer Regierung will den spanischen Kommunisten aus dem Erlös von Edel­steinen 3VV Millionen Franc zuleiten, luf der Eisenbahnstrecke Paris—Chambery md französische Generalstabspläne gestohlen vordem

dänische Bauernschaft hat den allgemeinen Milchstreik beschlossen.

In Mexiko ist die Organisation der Gold- hemden verboten worden.

In Japan wurde eine Verschwörung gegen den Kriegsminister aufgedeckt.

Die Einzelhandelsumsätze sind im ersten hal­ben Jahr stetig gestiegen.

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gleichen Gerät fiel an Deutschland. Im Olympia- Stadion hat der Futzball die Leichtathletik abge­löst. und auch hier ist kein freies Plätzchen zu haben. 2n der Ehrenloge sah man u. a. den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz. Im ersten Spiel der Vorschlußrunde blieb Italien erst in der Verlängerung knapp mit 2:1 über Norwegen siegreich.

Im Schwimmstadion fiel in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Eöring, des Reichsministers Darre, des Reichsjugendführers von Schirach und vieler anderer wieder eine wichtige Entscheidung. Sieben Teilnehmerinnen kämpften im Endlaus des Ivv-Meter-Freistil-Schwimmens um den olympischen Lorbeer. Zum ersten Male, seitdem diese Strecke aus den Olympischen Spielen ge­schwommen wird, wurde die Vorherrschaft der Amerikaner abermals wie gestern bei der kurzen Strecke der Männer gebrochen. Nie Mastenbroek- Holland siegte in neuer olympischer Rekordzeit vor der Argentinierin Campbell und der jungen Gisela Arendt-Deutschland, die eine neue deutsche Bestleistung erreichte. In den übrigen Verläufen für die Entscheidungen setzten sich unsere Ver­treter erfolgreich durch. Im Wasserball führt Deutschland die zweite Gruppe der Zwischen­runden, nachdem am Montag Japan mit 13:1 ge­schlagen wurde.

Das Ivv-Kilometer-Straßenrennen hat der Franzose Charpentier in 2:33:65 vor seinem Landsmann Lapebie (2:33:65,1). Nievergelt- Schweiz (2:33:65,1) und Scheller-Deutschland (2:33:66) gewonnen. Fünfter wurde Holland- Großbritannien (2:33 :v«,1) vor Dorgebray-Frank- reich (2:33:06,2). Die erste Ländermannschaft stellte Frankreich. Es folgen die Schweiz, Belgien, Italien und Oesterreich.

Ein Toaderzug mit den Ehrengästen der Rcichs- reoierung, u. a. der Präsident des JLK. Graf Kaillet-Latour, der Präsident des Organisations- komitees, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der italienische Botschafter Attolico, der polnische Bot­schafter Lipski, der Schweizer Gesandte Dinichert, Oesterreichs Gesandter Tauschitz, der Gesandte von

Uruguay, Sampognaro, der jugoslawische Ge­sandte Cincar-Markowic, der belgische Gesandte Daoignon, traf am Montag früh in Kiel ein. Von deutscher Seite hatten an der Fahrt u. a. Reichs­innenminister Dr. Frick, Reichsleiter Vouhler, Staatssekretär Funk und Architekt Werner March teilgenommen.

Nach seinem Eintreffen in Kiel begab sich der Führer in Begleitung von Generaladmiral Raeder

Neuer flugenzeugenbericht aus Spanien

K. Berlin, 10. August.

Ein Mitglied unserer Berliner Schristleitung hatte Gelegenheit, sich mit einem Spanien- Flüchtling, dem Vetriebsinspektor Schumacher, über die letzten Vorgänge in Barcelona zu unterhalten.

Die deutsche Kolonie in Barcelona sei, so ver­sicherte der Augenzeuge, vor dem Aufstand in rei­bungslosester Weise mit der spanischen Bevölke­rung ausgekommen. Wo eine Verschärfung irgend­welcher Beziehungen eingetreten sei, habe mit Be­stimmtheit angenommen werden können, daß emi­grierte deutsche Kommunisten oder Juden da­hintersteckten. Die Schwierigkeiten, die in letzter Zeit mit der Belegschaft des Gaswerkes, bei dem Schumacher im Auftrag einer Bochumer Firma tätig war, in wachsendem Maße aufgetreten seien, hätten an sich jedes deutschfeindlichen Charakters ermangelt und seien lediglich auf die in schnellem Tempo gestiegene Radikalisierung der Massen durch die marxistischen und kommunistischen Ge­werkschaften zurückzuführen gewesen.

Schumann berichtete über ein aufregendes Er­lebnis zu Beginn der Kämpfe. Nur durch äußer­sten persönlichen Einsatz gelang es ihm, eine Gas­explosion von unübersehbaren Ausmaßen zu ver­hindern. Der auf dem Gaswerk diensttuende Hilfsmonteur verständigte Schumann telephonisch davon, daß im Werk alles drunter und drüber gehe. Schumann raste im Kraftwagen zum Werk und war gerade noch Zeuge, wie vor einem Sturmangriff einer von Sau Martin aus vor­dringenden aufständischen Militärabteilunq aus einer nahe gelegenen Kaserne die zurückgehenden Polizeitruppen der Regierung das Gaswerk zu besetzen und sich auf den Gasöfen und Gasometern Verteidigungsstellungen -vi-urichten beaa-VL»-

und dem Leiter des Marinestabes der XI. Olym­pischen Spiele. Konteradmiral Eötting, an Bord der „Nixe", um von hier auf das Olympia-Start- schiff „Undine" überzusteigen. Von der „Undine" aus wohnte der Führer dem Start der internatio­nalen 8-Meter-R-Klasse und der internationalen K-Meter-R-Klasse bei. Nach Beendigung des Ren­nens empfing der Führer aus dem Aviso „Grille" mehrere ausländische Gäste.

Schumann und das Personal des Gaswerks ver­suchten vergeblich den Polizeitruppen klarzu­machen, daß sie sich und das gesamte Stadtviertel durch ihre Maßnahmen der Gefahr aussetzten, in die Lust zu fliegen, da zweifellos ein Treffer in einen der Gasbehälter genügt hätte, eine Ex­plosion gewaltigsten Ausmaßes herbeizuführen. Erst nach langwierigen Verhandlungen und Vor­stellungen eines Sekretärs des Kommunistischen Arbeiter-Syndikats, der die Größe der Gefahr erkannte, erreichte er den Abzug des Regierungs- militärs. Das Gaswerk wurde daraufhin schleu­nigst stillgelegt.

Der Kampf um Barcelona endete bekanntlich mit dem Siege der roten Regierung. Schumann gab anschauliche Schilderungen der Leidenszeit, die für die Stadt und ihre bedauernswerten Be­wohner mit der Herrschaft des von der Regierung wahllos bewaffneten Pöbels begann.

Besonders unheilvoll war die Rolle, die die bewaffneten Trupps der aus Deutschland emigrierten Kommunisten und Juden spielten.

In großen Lastwagen durchführen sie die Stadt und veranstalteten Hetzjagden auf reichsdeutsche Nationalsozialisten. Da war der aus Zittau aus- erissene Jude Schlesinger, der es verstanden atte, als Klavierspieler in einer Weinkneipe die Gäste durch den sentimental betonten Vortrag deutscher Volkslieder ..auf das tiefste zu ergrei- ' ien". Schlesinger war einer der ersten, die sich dem bewaffneten Pöbel anschlössen und die Be­völkerung terrorisierten.

Die Zusammenarbeit zwischen den Juden und den roten Milizen offenbarte sich gerade in Barcelona während dieser Schreckenstage sehr deutlich. Während kein Ausländer es wagen

Die letzte Fahrt der Starbootc. bei denen der Gewinner der Goldmedaille in dem Vertreter Deutschlands Dr. Peter Bischofs feststand, brachte die noch ausstehenden Entscheidungen. Hinter der deutschen „Wannsee", die ihren Ecsamtsicg auch diesmal mit einer prächtigen Fahrt nachdrücklich unterstrich, belegten als Gewinner der Silbcr- und Bronzemedaille Schweden und Holland die nächsten Plätze.

durfte, sich frei und offen auf der Straße zu bewegen oder seinen Kraftwagen zu benutzen, durchführen die Juden unbelästigt die Stadt, be­zeichnenderweise unter dem Schutz schwarz-rot-gol- dener Fahnen, die auch von dem jüdischen Klub­haus herabwehten.

varcelona den flammen geweibt!

Amsterdam, IN. August.

Der „Telegraas" berichtet aus Barcelona, daß trotz aller Bemühungen der sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften, die Entwicklung einigermaßen in der Hand zu behalten, die Lage sich immer mehr dem Zustande völliger Anarchie nähere. Durch Regierungsflugzeuge seien zwar Flugblätter über der Stadt abgeworfen worden, in denen willkürliche Haussuchungen und „Hin­richtungen" mit der Todesstrafe bedroht würden; trotzdem bringe jeder Tag neue Gewalttaten. In den ausländischen Konsulaten fürchte man vor allem die Rückkehr der zurzeit an der Saragossa- Front kämpfendcn roten Milizen (etwa 1—5660 Mann), ganz gleich, ob im Falle ihres Sieges oder ihrer Niederlage. Im ersteren Falle müsse damit gerechnet werden, daß es zu riesigen Plün­derungen in den Wohnungen der „Klassenfeinde" komme. Erfolge dagegen die Rückkehr der roten Milizen aus der Flucht, so befürchte man von dem fanatischen Haß dieser Banden, daß sie halb Barcelona in Flammen ausgehen lassen würden.

(Siehe auch Seite 2)

Kultur und Diktatur

Der MjMpla-Last fragt

Der Geschäftsführer der Reichskulturkommer, Sans Hinkel (MdR.), per gleichzeitig der Sonder­beauftragte des Reichspropagandaministers für die Ueberwachung der in Deutschland kulturell tätigen Juden ist, beantwortet in folgendem eine Reih« von Fragen hinsichtlich der Freiheit des Geistes im nationalsozialistischen Deutschland, die unsers ausländischen Gäste bewegen und gern maßgeblich beantwortet sehen wollen.

Frage: Da und dort behauptet man noch im Ausland, daß die amtliche deutsche Kulturpolitik die Freiheit des künstlerischen Schaffens beein­trächtige, ja sogar zerstört habe. Was sagen Sie, Pg. Hinkel, in Ihrer Eigenschaft als Geschäfts­führer der Reichskulturkammer dazu? —

Antwort: „Als Geschäftsführer der Reichs­kulturkammer, deren Präsident unser Reichs­minister Pg. Dr. Goebbels ist, der im besten Sinne des Wortes des Führers Treuhänder für das künstlerische Schaffen genannt werden kann, möchte ich gegenüber diesen und ähnlichen Behauptungen im Auslande folgendes erklären: Die praktische Kulturpolitik von Staat und Par­tei im neuen Deutschland beengt in keiner Weise das künstlerische Schaffen. All jenen schaffenden und nachschasfenden Künstlern, die wir als wahr­haftige Träger unseres deutschen Volkstums an­sprechen können, lassen wir jede Hilfe und Förderung in ihrem künstlerischen Leben zu­teil werden. Gerade wir Nationalsozialisten wissen und sind im tiefsten davon überzeugt, daß Kunst und Kultur weder befohlen noch verfügt, noch durch organisatorische oder sonstige technische Maßnahmen erzeugt werden können. Wir haben in den mehr als drei Jahren unserer kultur­politischen Arbeit in keinem Falle einem deut­schen Künstler die Freiheit seines Schaffens ge­nommen und haben insbesondere auf der kultur­politischen Ebene in jeder Weise die ehrliche Kameradschaft unter den Künstlern und mit den verantwortlichen Kulturpolitikern erfolgreich ge­fördert. Selbstverständlich haben wir erst einmal dafür die Voraussetzungen schaffen müssen, und diese Voraussetzungen bestanden im wesentlichen darin, daß wir unser deutsches Kunst- und Kul­turleben von allen falschen, d. h. art- und wesens­fremden Vertretern gesäubert haben. Wir haben also dafür gesorgt, daß nur jene am großen Dom unserer deutschen Kunst mitbauen können, die den Pulsschlag unseres Volkstums in sich spüren und zutiefst in unserer deutschen Heimat ver­wurzelt sind."

Frage: Mancher Ausländer beurteilt gerade diese sogenannten Säuberungsmaßnah­men als Auswüchse einer kulturpolitischen Dik­tatur; können Sie dazu Näheres sagen?

Antwort: „Ich gebe zu, daß alle jene, die stch nicht die Mühe machen, zu prüfen,welchen unglaub­lichen Zustand in der deutschen Kulturpolitik wir Nationalsozialisten im Jahre 1933 übernommen haben, uns und unsere Maßnahmen von heute nicht recht verstehen können. Wenn ich darum hier betone, daß der Nationalsozialismus bei feiner Machtübernahme einen kunst- und kultur­politischen Zustand übernommen hat, in dem das Sausrecht im deutschen Kulturleben in 90 von 100 Fällen in Händen von Juden war, dann darf ich Ihnen zugleich dafür ein paar Tatsachen anführen: Allein in der Reichshaupt­stadt — um nur ein Beispiel zu nennen — waren 1933 vier Fünftel aller Theater und acht Zehntel des gesamten Kunst- und Antiquitätenhandels in Händen von Juden. Ich nenne Ihnen diesbe­züglich nur die Namen Reinhardt-Eoldmann. Gebr. Rotier, Barnowsky, Klein, Cassirer usw. Durch die Systempresse wurde vor 1933 offen oder getarnt in 90 von 100 Fällen eine jüdische Kulturpolitik gemacht. Der Typ Alfred Kerr war dominierend. Dazu kam, daß man auf den Bühnen des deutschen Theaters und im

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Schreckenssnmden am Sasometer

vochumer lechniker im gerenkessel varcelona / Veutsche Emigranten bilden lerroristentrupps