Ausgabe 
(10.8.1936) Nr. 221
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der Nationalsozialisten Bremens

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Bremen flmtsblatt des Senats der Lreien kjansestadt Bremen

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Nr. 221 / 6. Jahrgang

Montag, 10. flugust 1SZS

kinzelpreis 15 Npf.

JapanWer Iriumph im ?

veachtliche krfolge unserer Mnger in den kntscheiöungskämpsen / die Soldmedaille in der Starbootklasse gesichert

flmerikanische Sioffelsiege

Berlin, g. August.

Verheißungsvoll wie der Auftakt und prächtig wie der Verlaus war auch der Abschluß der leicht­athletischen Wettbewerbe im Olympia-Stadion. Wieder waren die Ränge Kops an Kopf bis aus den letzten Platz besetzt. Die letzten fünf Ent­scheidungen fanden die gleiche begeisterte Teil­nahme der 199 999 wie die großen Kämpfe der Tage zuvor.

Auch am Schlußtage wohnte der Führer und Reichskanzler den Kämpfen Lei, die, von schönem,

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Der Führer und Reichskanzler ernannte Generalfeldmarschall von Mackensen zum Chef des S. Reiterregiments.

Die Besucherzahl der Deutschlandausstellung hat bereits '/< Millionen überschritten.

I« Parma (Italien) ist nach einer Flugstrecke von 1299 Kilometer die erste Olympia-Brief­taube »om Eröffnungstag der Olympischen Spiele eingetroffen.

Am gestrigen Sonntag erfolgte die Uebergab« desWehrmeister-Sees".

Den Marathonlaus gewann der Japaner Kitai Ton vor Harper-England und Nan- Japan.

Mit 3S,8 Sekunden stellte die amerikanische t-mal-IVN-Meter-Staffel der Männer einen neuen Weltrekord auf.

Das IM-Meter-Freistilschwimmen gewann der Ungar Czik vor Pusa und Arm-Japan.

Z« der Starbootklasse sicherte Dr. Bischofs durch einen erneuten Sieg Deutschland die Goldene Medaille.

Bei den Entscheidungskämpfen im griechisch- römischen Ringen gewann Deutschland meh­rere Medaillen.

trockenem Wetter begünstigt, mitreißend verlie­fe«. Amerika errang in der 4X199-M«ter-Staf- fel den erwarteten Sieg vor Italien und Deutsch­land. Dagegen wurde uns der sichere Sieg in der IXIW-Meter-Staffel der Frauen durch Miß­geschick entrissen. Die deutsche Staffel, die noch am Vortage einen Weltrekord gelaufen hatte und in sicherer Führung lag, verlor beim letzten Wech­sel den Stab und gab das Rennen auf. Dadurch kam Amerika zum zweiten Siege an diesem Tage vor England und Kanada.

Im Hochsprang der Frauen belegte Deutschland den 3. und 4. Platz. Die drei erste» hatten sämtlich 1,80 Meter übersprungen. Im Stichkamps siegte die Ungarin Csak mit 1,99 Meter, so ihrem Lande in der Leichtathletik die einzige Goldmedaille sichernd. England, das sich in den Mittelstrecken bisher nicht hatte durchsetzen können, holte sich die Staffel der Mittelstrecke über 4X199 Meter und bewies damit, daß es doch über ein ausgezeich­netes Durchschnittsmaterial verfügt. Deutschland belegte hier hinter Amerika den 3. Platz als beste Kontinentalnation.

Nach den Staffeln richtete sich das ungeteilte Interesse der 199 999 Zuschauer im Olympiastadion auf die Streckenmeldungen, die vom Marathon- Lauf bekanntgegeben wurden. Mit wachsender Spannung verfolgte man das gigantische Ringen der bekannten Meister der längsten Strecke, deren Namen seit Tagen in aller Munde sind, der Ja­paner und Finnen, der Südafrikaner, Engländer und Argentinier. Nach der Meldung von Kilo- meter 41 starrte alles auf das Marathon-Tor, wo man jeden Augenblick den ersten Läufer erwartete, und mit tosendem Beifall wurde der Japaner Son empfangen, als er, verhältnismäßig frisch, die letzten 13» Meter auf der Stadionlaufbahn durch­lief und in neuer olympischer Bestzeit von 2:29:19,2 Stunden den Lauf beendete. Auch die nächsten Läufer, der Engländer Harper und der zweite Japaner Nan sowie die beiden Finnen Tamila und Muinonen und der Südafrikaner Coleman, wurden mit kaum weniger Begeisterung begrüßt.

Zum Abschluß dieses festlichen Tages führ­ten insgesamt 4999 deutsche Turner und Turne­rinnen45 Minuten deutsche Leibesübungen" vor. Nach dem Einmarsch sah man zunächst eine ausgezeichnete Körperschule. Dann gaben 799 Turnerinnen mit Freiübungen, Keulenschwingen und Ballspielen einen Einblick in das deutsche Frauenturnen. Die Vielseitigkeit des deutschen Volksturnens wurde überdies eindrucksvoll durch

denbunten Rasen" gezeigt. Auf dem ganzen Feld turnte und tummelte sich die Turnjugend in fröh­lichem Spiel. Meisterturner zeigte» ihre Kunst an den Geräten, und in der Mitte führte eine Altersriege mit dem deutschen Olympiasieger von Athen im Jahre 1898, Karl Schuhmann, an der Spitze, Freiübungen vor. Den Höhepunkt brachte ein Reigentanz von 1999 Brandenburger Turne­rinnen.

Beim Ausmarsch dankten die 199 999 Zuschauer den deutsche» Turnern, die einen eindrucksvollen Auszug aus dem deutschen Turnen gezeigt hatten, Mit anhaltendem Beifall. Das festliche Bild von geballter -Kraft und beschwingter Anmut, das die meisterhaften Turner und Turnerinnen boten, war ei» würdiger Abschluß dieses großen Tages.

Beachtliche Erfolge konnten die deutschen Ringer am Sonntag verzeichnen. So gelang es Schwetckert im Mittelgewicht in den Besitz der Silberne« Medaille zu kommen, während Brendel im Ban- tam- und Hornfischer im Schwergewicht je eine Bronzene Medaille erobern konnten.

Ein glanzvoller Höhepunkt der Kieler Segel- Olympia wurde der Sonntag. Schon in den frühen Morgenstunden pilgerten die Schaulustigen zum Olympiahasen, während auf dem Hauptbahn­hof mehr als 15 999 Gäste von auswärts ein­trafen.

Auf der Förde herrschte genau so ein Hoch­betrieb. Viele Zuschauerdampfer, Sicherungs­boote und schnelle Barkassen mit Presse und Funk

»«kreuzten da» Segelrevier, über das sich wieder der Fesselballon mit den Kameramännern Leni Riefenstahls erhob. Als die Segelboote auf die Förde hinausgeschleppt wurden, war der Wind zunächst nur mäßig, aber glücklicherweise briste es später noch so weit auf, daß die Olympia-Regatten nach etwa einer Stunde Startverzögerung be­ginnen konnten. Als die Kämpfer der Olympia- Segelwettfahrt in den Hafen zurückkehrten die Sieger draußen aus der Förde wurden jeweils von den Dampfern mit ohrenbetäubendem Getute und Geheul begrüßt, säumten bereits wieder Zehntausende das mehrere Kilometer lange Hin- denburgufer. Begeisterung hat der abermalige Sieg des deutschen Vertreters in der Starboot­klasse, Dr. Bischofs, mitWannsee" ausgelöst.

Wer Ist mitverantwortlich!

Schutz der Kinder heißt Sicherung der Zukunft

Der Nationalsozialismus sah mit der Macht­übernahme seine entscheidende Aufgabe nicht le­diglich darin, frühere Schäden wiedergutzu­machen, so sehr dies auch in ungezählten Fällen notwendig war. Da er nicht ein vorübergehendes politisches System, sondern die innere und äußere Neugestaltung unserer Nation aus der Welt­anschauung heraus ist, liegt das Schwergewicht seiner Wirksamkeit auf all den Gebieten, die die Zukunft unseres Volkes in seiner Gesamtheit und Geschlossenheit sichern. Dabei geht die natio­nalsozialistische Volksführung schrittweise zielbe­wußt vor: nach außen mußte an erster Stelle zur Sicherung des Lebens und der Freiheit der Nation die deutsche Wehrkraft errichtet wer­den. Zur Schaffung der Lsbenssicherheit unseres Volkes mußten Bauerntum und Arbeite r- tum auf eine sichere Grundlage gestellt werden. Gleichzeitig aber setzte die umfassende Tätigkeit der Volkswohlfahrt als einer Einrichtung ein, die neben der Linderung und Beseitigung beste­hender Schäden in einem überragenden morali­schen Prinzip ihre Aufgabe umschlossen steht: an den Stellen, wo irgendeine Not herrscht, die innere seelische Ordnung wiederherzu­stellen, das Gefühl der Solidarität und der ver­pflichtenden gegenseitigen Verbundenheit aller Volksgenossen aufzurichten.

So, wie der vom Schicksal Benachteiligte in seinen schweren Stunden nicht verlassen, sondern in der Hilfsgemeinschaft seiner Volksgenossen steht, so sehr ist aber auch jeder der gleichen Ge­meinschaft verantwortlich in allen Fragen seines Lebens, die auf weite Sicht die Volks­gemeinschaft berühren. Die individualistische Ver­einsamung des Unglücklichen ist genau so wenig nationalsozialistisch, wie die individualistische Wb- schließung vor einer Verantwortung gegenüber der Zukunft unseres Volkes. Wir meinen damit die. Frage der Kindererziehung und Kinderbehandlung, die Einstellung zum Kind überhaupt. Im Kind liegt die Zukunft des Volkes, es ist ein wichtiges Glied der national­sozialistischen Volksgemeinschaft, weil es in ab­sehbarer Zeit die Kraft, die Gesundheit und den schöpferischen Lebenswillen des Volkes verkörpern soll. Der nationalsozialistische Staat schenkt dem einzelnen die Lebenssicherheit und Grundlagen zur Erhaltung seines persönlichen Lebens. Dafür schafft der einzelne nicht für sich allein, sondern für das ganze Volk. Das ist die klare Grundregel unseres neuen völkischen Lebens. Auch die Kin­der sind davon nicht ausgenommen. Sie gehören dem Volke, in das sie hineingestellt worden sind. Ihr Schutz ist der Schutz unserer Zukunft. Darum hat der Nationalsozialismus den Kinder­schutz zu einer allgemeinen völkischen Frage gemacht. Aus dem gleichen Grunde geht der Kinderschutz vor Ausnutzung und Mißhand­lung alle Deutschen ausnahmslos an.

Eine der ersten Taten der nationalsozialistischen Regierung bestand auf diesem Gebiet in der Aen­derung des Strafgesetzparagraphen 223 aus der Fassung:Wer an Kindern eine Körperverletzung begeht, wird bestraft", in die Form:Wer Kinder quält oder roh mißhandelt..." Das bedeutet eine grundlegende Erweiterung, da in das Gebiet der Mißhandlung die seelische und geistige Mißhandlung einbezogen ist. Brutale Züchtigung durch Schläge oder körperliche Mißhandlung kann nicht mit allgemeiner Körperverletzung gleich­gesetzt werden, noch weniger aber eine Unter­drückung und Quälerei der kindlichen Seele, weil durch sie in erster Linie die gesunden Lebens­kräfte eines zukünftigen deutschen Mannes oder einer zukünftigen deutschen Frau vernichtet wer­den. Entweder werden aus solchen Kindern scheue und feige Kreaturen, oder ihre natürliche Lebens­kraft schlägt in Heimtücke, Schadenfreude, Ge­meinheit und gehässige Hinterlist um. In beiden

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fronkreichs Wille Mbedingten" Neutralität

Sie pariser presse ;ur Nichteinmischungssrage / -.Zweifel und Mißverständnisse"

Paris, 9. August.

Die amtliche Verlautbarung über den Ministerrat am Sonnabend, die eine Politik der bedingten Neutralität umreißt, soll erst nach einer zweistündigen gewissenhaften Ueber- arheitung, an der vier Minister teilnahmen, zu­stande gekommen sein.

Zu dem Begriff derbedingten Neutralität" führt derPetit Parisien" eine zusätzliche Erklä­rung aus berufener Quelle an:

Die französische Regierung ist loyal gewesen. Sie hat Opfer gebracht. Der Staat ist neutral geblieben. Es hat keine Lieferung von der Na­tion gehörendem Material stattgefunden. Der eingenommene Standpunkt ist aber nicht der der absoluten Neutralität; es handelt sich um eine bedingte Neutralität".

Mehrere Blätter lesen aus der Ministerrats­verlautbarung zwischen den Zeilen heraus, daß bis zum 25. Juli die französische Prioatindustrie sehr wohl die Möglichkeit gehabt habe, nichtbe- wafsnete Flugzeuge nach Spanien zu liefern. Das Petit Journal" will von einem Minister, dessen Namen es nicht nennt, folgenden Ausspruch er­halten haben:Gewiß sind private Waffenliefe­rungen erfolgt, aber so langsam, daß das gar keinen Einfluß auf die Ereignisse haben kann. Bon jesft ab find auch diese privaten Lieferungen streng verboten." Auch derExcelfior" teilt diese

Anficht und fügt noch hinzu, aus der Verlaut­barung vom Sonnabend ergebe sich, daß Frank­reich seit dem 5. August streng die Nentralitäts- verpslichtungen eingehalten habe, zu deren Beob­achtung es die anderen Regierungen auffordere.

DasJournal" bedauert die zweideutige be­dingte Neutralität und befürchtet, daß diese Hal­tung Mißverständnisse um die Wette auskommen lassen könne.

ImAmi du Peuple" werden die radikalsoziali­stischen Minister des Kabinetts Lson Vlum. die sich.energisch für die Neutralität eingesetzt hätten,

gefragt, wie hinge sie noch der Einmischungsten­denz Widerstand entgegensetzen könnten, die von den Gezverkichasten und von den Sozialisten und den Kommunisten ausgehe. Die radikalsoziali­stischen Minister wüßten doch, daß die Volkssront gebrochen sei. Worauf warteten sie noch, um aus- zusteigen?

Auch die royalistischeAction Franxaise" liest aus der Ministerratsverlautbarung das Einge­ständnis früherer französischer Flugzeug- und Waffenlieferungen nach Spanien heraus und macht diese Feststellung geltend, um die Richtig­keit ihrer seit drei Wochen veröffentlichten Ent­hüllungen über Waffenlieferungen zu begründen.

Frankreichs VfWere protestieren

Paris, 9. August.

Die ZeitungFigaro" veröffentlicht einen bedeutungsvollen Artikel, dessen Verfasser zwar nicht genannt wird, der aber offensichtlich dem Kreis der hohen Militärs angehört. Der Artikel beschäftigt sich mit der in der Volksfront Herr­scherin Neigung, die Demokratisierung des Lan­des dadurch stärker vorwärtstreiben zu wollen, indem man das Offizierkorps als. faszistisch ver­dächtigt.

Der Artikelschreiber kennzeichnet dieses Vor­gehen als unverantwortlich und weist darauf hin, daß die französischen Offiziere aus dem Bürger­tum stammen und daß die demokratische Ueber­zeugung des Heeres Tatsache sei, es sei denn, man wolle die Offiziere und Unteroffiziere in Zu­kunft aus der Reihe der Analphabeten und Land­streicher wählen.

Die Offiziere trieben keine Politik; Voraus­setzung sei allerdings, daß Vaterland und Fahne nicht in Frage gestellt werden. Sie würden aber in Massen ihr Amt niederlegen und leiden­schaftliche Parteigänger werden, wenn sie ge­zwungen werden sollten, unter dem roten Ban­ner einer Sowjetrepublik zu dienen. Für sie sei der Kommunismus der Feind. Aus die un­geheuerliche Tarnung der kommunistischen Par­tei in eine nationale Partei fielen sie nicht herein.

Der Verfasser zollt dann der politischen Recht- schaffenheit des derzeitigen Kriegsministers Da- ladier seine Achtung, fügt aber hinzu, daß er das gleiche nicht gegenüber dem Luftfahrtminister Lot tun könne.

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