Ausgabe 
(7.8.1936) Nr. 218
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

-^-77

parteiamtliche Tageszeitung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Dremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

die Post

RS.-S-uve-lag W-ser-Ems G. «. b. H., Bremen. See«» 8/8 / Fernsprecher: 811 2l und 51115^

Das amtliche Verkündungsblatt des Veichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Pf., die 70-mm-Aeil« im Textteil 7b Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.f sowie sonstige Bedinginigen Preis­liste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine EewShr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-lZ Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag l2)1-lS)4 Uhr.

Nr. 218 / S. 1ai,rg«mg

sreitag, 7. flugust 1SZ6

Einzelpreis 15 Npf.

lag glanzvoller Erfolge für Deutschland

Vrei Sol-ene und zwei Alberne gewann Veulschland

Berlin, 6. August

Endlich lachte dem fünften Tag der Leicht­athletikwettbewerbe die Sonne ununterbrochen. Da außerdem die Temperatur bei größerer Windstille anstieg, waren alle Vorbedingungen zu neuen Bestleistungen gegeben. Auch am Don­nerstag wohnte der Schirmherr der Elften Olym-

IWWWWWWUUUWUUWMUMMWUMWUWUUWWWW

Dnssr lagesspHvgsl

Die Lage in Madrid wird für die marxistische Regierung immer verzweifelter.

Bei Barcelona fielen neuerdings vier Deutsche dem roten Terror zum Opfer.

Bei Manchester ereignete sich ein furchtbares Bergwerksunglück.

Mit drei Goldenen und zwei Silbernen Me­daillen errang Deutschland den bisher größten Erfolg bei den Olympischen Spielen.

Unsere Handballer besiegten Ungarn sicher mit 2S:0.

Der Führer empfing zahlreiche ausländische Fürstlichkeiten.

159 Bremer Turnerinnen fuhren nach Berlin zur Teilnahme an den Vorführungen des kommenden Sonntags.

Bon Oldenburg aus begann gestern der Adolf- Hitler-Marsch der Hitlerjugend des Ge­bietes VII.

Die Sektion 2 der Seeberussgenossenschast veröffentlichte ihren Jahresbericht für das Jahr 1933.

Der Norddeutsche Lloyd stellt wieder ein eige­nes Segelschulschisf in Dienst.

pischen Spiele, der Führer und Reichskanzler, einem großen Teil der wahrhaft olympischen Mettkämpfe bei. Außer seiner ständigen Beglei­tung sah man in der Ehrenloge den König Boris von Bulgarien, den italienischen Kronprinzen Umberto, die Neichsminister Dr. Frick, Eöring, Dr. Goebbels und Gürtner, Staatssekretär Lam- mers, Neichsleiter Rosenberg, Reichsjugendsührer Schirach, Reichsleiter Vormann, die Botschafter von Frankreich, Italien, Japan und der Türkei, die Gesandten von Ungar», Chile, Schweden und Bulgarien und zahlreiche Mitglieder der olym­pischen Behörden mit Dr. Lewald und dem Reichssportführer von Tschammer und Osten.

Deutschlands Olympia-Kämpfer, angefeuert von den humorvollen Schlachtgesängen der Besucher, schlugen sich auch bei den Entscheidungen dieses Tages ausgezeichnet. Mit Gerhard Stöcks glänzen­dem Sieg im Speerwerfen fiel wieder eine Gold­medaille an Deutschland. Im-in-HLrdenlaufen der Frauen sicherte die Duisburgerin Anny Steuer uns eine Silberne Medaille. In Weltrekordzeit ge­wann der Neuseeländer Vovelock den 1599-m-Lauf, und nur V-» Sek. blieb der amerikanische Sieger im 119-in-Hiirdenlauf Forrest Towns hinter der Weltrekordleistung. Die letzte Entscheidung des Tages, der Dreisprung, brachte den Japanern einen Doppelerfolg. Der Sieger Tajima stellte mit 16 m ebenfalls eine Weltbestleistung auf. In die­sem Wettbewerb verbesserte der vierte der Ent­scheidung, Heinz Wöllner, auch die deutsche Best­leistung auf 15,27 in. Da wir außerdem noch beim 199-in-Lauf durch Vlazejezak in die Vorentschei­dung kamen, waren die Hunderttausend von dank­barer Freude erfüllt.

Im Hockey-Stadion wurden die Ausfcheidungs- kämpsc fortgesetzt. Deutschland schlug Dänemark 6:9 und Holland blieb über die Schweiz mit 1:1 siegreich, dagegen mußte Deutschland im Polo bei der Wiederholung des 8:8 verlaufenen Spieles gegen Ungarn eine 6:16-Niederlage hinnehmen. Im Handball-Turnier schlug Deutschland die unga­rische Mannschaft überlegen mit 23:9 Toren.

Darüber hinaus siegte Oberleutnant Handrick im modernen Fünfkampf; er errang eine weitere Goldene Medaille für Deutschland. Das Pi- stolen-Schnellfeuerschießcn war eine Angelegenheit der Deutschen. Ban Oyc« erhielt für die höchst erreichbare Trefferzahl die Goldene und Ober­leutnant Ho? die Silberne Medaille. Im Flo­rettfechten der Männer belegte der deutsche Alt­meister Erwin Casmir einen ehrenvollen vierten Platz, während Eaudini-Jtalien die Goldene Medaille errang.

und in Spanien wütet die rote Pest

Der 5. Tag der olympischen Leichtathletikwett- kampfe begann mit Ausscheidungen und Vorkämpfen in drei Uebungen. Auch am Vormittag machte der Himmel noch kein freundlicheres Gesicht, graue und weiße Wolken zogen in geringer Höhe über das Stadion, das ungeachtet der frühen Morgenstunde schon wieder zu drei Viertel gefüllt war. Auf den zwei An­lagen an den Geraden traten die Dreisprin- g e r in zwei Gruppen zu einer Ausscheidung an. Die Speerwerfer machten sich für ihre Qua­lifikation bereit. Die Marke von 60 Meter wurde in Abständen von je 5 Meter bis zu 75 Meter durch zwei weiße Linien und kleine Markierungs­blocke mit den gut lesbaren schwarzen Zahlen gekennzeichnet. Die Speere wirbeln durch die Luft, überall ist im Jnnenraum Bewegung, es herrscht die nervöse Stimmung vor dem Start. Im Mittelpunkt des Vormittags stehen jedoch die 400-Meter-Vorläufe. In acht Abteilun­gen finden die Ausscheidungen statt. Die drei Besten eines jeden Verlaufs erreichen die vier am Nachmittag auf dem Programm stehenden

Zwischenläufe. Die Zuschauermenqe ist kurz vor dem ersten Start auf 60 000 Personen ange­wachsen.

Verhältnismäßig leicht ist der erste Lauf. Der Engländer Roberts auf der Innenbahn ge­winnt ohne große Anstrengung in 48,1 vor dem gleichfalls zum Schluß verhalten laufenden Schweden Danielsson und dem Kanadier Loaring. Der Schweizer Jud und der Ungar Ribenyi scheiden aus.

Der Südafrikaner Shore zieht im zweiten Lauf mächtig los. Mit Vorsprung geht er in die Zielgerade, wo der Franzose Henry stark auf­kommt und in 40,2 vor dem überraschend gut gelaufenen Tschechen Knenicky und dem nur auf Platz ausgehenden Südafrikaner das Zielband zerreißt. Der Schwede Strömberg und der Oester- reicher Eudenus enden abgeschlagen. Der erste Deutsche Adolf Metzner 'muß iin folgenden Lauf auf der vierten Bahn hart mit dem Aegypter Ebeid um die weitere Teilnahmeberechtigung kämpfen. Der Engländer Brown ist in 48,8 vor

dem zum Schluß wundervoll vorstoßenden Italiener Lanzi der überlegene Sieger.

Erst der vierte Start im vierten Lauf gelingt. Uebrigens das erste Mal seit Beginn der Kämpfe, daß Miller das aufgeregte Feld dreimal zurück­rufen mußte. Das Rennen steht ganz im Zeichen des Amerikaners Smallwood, der auf der Innenbahn schon nach 200 Meter seiner Sache sicher ist und in 40 Sek. gewinnt. Der Kanadier Limon liegt auf dem zweiten Platz vor dem Ungarn Vadas. Norwegens Meister Schonheyder und der Japaner Kubota sind um eine Hoffnung ärmer. Von der Klasse des Amerikaners L u Valle zeugt der 5. Vorlauf.

Nach Metzner kann auch der zweite Deutsche, Hermann Vlazejezak in den Zwischenlauf kommen. Auf der fünften Bahn der Oester- reicher Rinner fehlte läuft er mit großer Kraft durch. Sein Vorsprung reichte aus, um als Erster in der glänzenden Zeit von 47,9, der zweitbesten Zeit aller Verläufe, vor dem Engländer Ramp- ling und dem Finnen Strandvall einzukommen.

(Fortsetzung Seite 5. 1. Beilage)

Meuchelmord an deutschen in vanelona

Neuerdings vier Volksgenossen dem blulaiorigen Kommunismus zum Vpser gesotten

Berlin, 6. August

Wie der Auslandsorganisation der NS- DAP. jetzt endgültig bestätigt wird, wurden am 24. Juli in Spanien vier deutsche Volks­genossen Opfer des roten Terrors. Bei dem Versuch, mit einem Kraftwagen von Barce­lona aus die französische Grenze zu er­reichen, wurden die drei Parteigenossen und Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront Wil­helm Gaetje, Helmut Hofmeister, Günther

Lissabon, 6. August.

Der Portugiesische Radioklub hat, wie er er­klärt, einen Funkspruch des Madrider Botschafters der Republik Chile aufgefangen. Das Funktele­gramm, für dessen getreue Wiedergabe sich der Portugiesische Radiokluü verbürgt, besagt:

Die wenigen in Madrid gebliebenen ausländi­schen Gesandten und Botschafter sehen sich zum Verlasse» der Stadt gezwungen, da die Lage ver­zweifelt ist. Jeder Augenblick kann schwere Zusam­menstöße bringen. Falls die Zusammenstellung eines Diplomatenzuges nach Portugal oder

Swalmius-Dato sowie der Volksgenosse Treitz erschossen.

Wenige Kilometer von Barcelona entfernt in dem Vorort Sän Martin wurde die ruchlose Tat verübt. Die vier Deutschen wurden von den Kommunisten angehalten und nach einem kurzen Verhör vor einem sogenannten marxistischen Re­volutionstribunal ermordet, obwohl sie sich im Besitze von gültigen Passierscheinen befanden. Zwei von den jungen Deutschen, die ihr blühen­des Menschenleben opfern mußten, befanden sich

Valencia unmöglich sein sollte, plant man, das diplomatische Korps in einer einzigen Botschaft zu vereinigen und die jeweiligen Regierungen zu bitten, auf dem Luftwege Kräfte zur Verteidigung zu entsenden.

Die Autorität der Madrider Regierung besteht nur dem Namen nach. Tatsächlich herrschen die roten Syndikate und Milizführer. Die Regierung ist nicht einmal imstande, die täglichen Verluste, die bei den Madrid verteidigenden Milizen ent­stehen, zu ersetzen. Die Verluste gehen in die Tausende."

gerade im Begriff, nach Hamburg zum Welt­kongreß für Freizeit und Erholung zu fahren.

Außer den genannten vier Volksgenossen siele», wie wir bereits in dc« letzten Tagen berichteten, dem roten Terror zum Opfer: die siebenjährige Johanne 2mhos, Heinz Boß-Hamburg und Hans Hochner.

Veutscher Protest

Berlin, 6. August.

Nach einem Telegramm des deutschen Ge­neralkonsulats in Barcelona hat General­konsul Köcher am Mittwoch wegen der Er­mordung von vier Deutschen bei der Reichs­regierung in Barcelona schärfsten Protest er­hoben und sofortige Untersuchung gefordert.

Verstärkter Lustkansa-Verkekr

Berlin, 6. August.

Während mit Rücksicht auf den Bürgerkrieg in Spanien der planmäßige Luftverkehr nach Madrid zeitweilig eine Unterbrechung erfahren mußte, gelang es der Deutschen Lufthansa, die Verbin­dung nach Barcelona die ganze Zeit hindurch auf­rechtzuerhalten. Seit vorgestern wird nun auch Madrid wieder planmäßig angeflogen. Im Hin­blick auf die starke Nachfrage und um den in Spanien lebenden Deutschen und Angehörigen anderer Nationen die Möglichkeit zu geben, Spa­nien zu verlassen, hat sich die Deutsche Lufthansa dazu entschlossen, ihren Dienst zwischen Madrid und Marseille erheblich zu verstärkend

Madrider Negierung besteht nur noch dem Namen nach"

Siläbsridit sus iiem spaniselien Sürxeikiios: Kots -lliliri bat sieb »neb einem ZeliormUtrel bei Ilsäi' in einem Onke nieckoi-Aels-isen (lVsitbiick)

> 4 < '.-^4

> - ^

In den Krallen des volschewismus'

Mitten in den Festjubel der Olympischen Spiele fällt wie ein düsterer Schatten die furchtbare Nachricht von der Ermordung jun­ger deutscher Volksgenossen in Spanien. Die Trauerbotschaft trifft das ganze deutsche Volk. Wieder einmal ist deutsches Blut fern der Heimat den Kugeln eines bolschewisti­schen Mordgesindels zum Opfer gefallen.

Als vor einigen Tagen zum ersten Male die furchtbare Nachricht in der Heimat ein­traf, daß Deutsche in Spanien in den Wir­ren des Bürgerkrieges ums Leben gekom­men seien, da konnte die fehlende Gewißheit über die näheren Umstände, da konnten die begleitenden Nachrichten über entsetzliche Wirren und das Fehlen jeder Ordnung bis zu einem gewissen Grade noch als eine schwache Entschuldigung gelten. Die Verant­wortlichen für diese Taten waren nicht zu finden. Die Taten waren geschehen in dem allgemeinen Durcheinander, dem unentwirr­baren Chaos.

Jetzt dürfte jedoch einigermaßen Klarheit vorüber herrschen, wer die Verantwortung für den Mord an den vier jungen deutschen Volksgenossen und führenden Mitgliedern der Bewegung trägt. Es heißt in der Mel­dung, die wir nebenstehend wiedergeben, daß die vier Deutschen, als sie im Auto die fran­zösische Grenze zu erreichen versuchten, von bolschewistischen Mordbanden festgehalten und von einem sogenannten Revolukions- Tribunal abgeurteilt worden seien. Aus der Sprache der bolschewistischen Agitation ins gute Deutsch übersetzt heißt das, daß die vier Deutschen das Opfer einer gemeinen und feigen Mordtat Per roten Soldateska ge­worden sind. Das ganze deutsche Volk ist von der Empörung über diese Tat ergriffen und erhebt feierlichen Protest gegen die Ver­gewaltigung unserer Volksgenossen in Spa­nien, deren Leben und Sicherheit durch nichts mehr garantiert ist.

Gleich einem blutigen Fanal beleuchtet dieses Ereignis das internationale Gespräch über das - ThemaNichteinmischung und Neutralität". Es heißt, daß diese kritische Frage auch in Moskau vorgelegt worden sei. Die Nachricht von der Ermordung der vier unschuldigen Deutschen durch die von den Moskauer Agenten aufgeputschten Massen gibt die beste Antwort darauf, was von den Erklärungen der roten Genossen in dieser Beziehung zu halten ist. Die letzte Ver­antwortung für das vergossene Blut unserer Volksgenossen trägt nicht eine schwache Re­gierung, die bereits jetzt der Gefangene ihrer eigenen, in Wirklichkeit aber von Moskaus Agenten geführten Soldateska ist, die Verantwortung liegt ganz woanders. Europa und die ganze Welt blicken heute mit Entsetzen auf die Ereignisse, die sich in dem schwer heimgesuchten Lande abspielen. Der Bolschewismus hat hier eine neue Domäne gefunden, wo er seinen Blut­durst ungehindert stillen kann. Ein furcht­bares und entsetzliches Beispiel, das der ganzen Welt die Augen öffnen sollte. Wie lange wollen die Völker noch dulden, daß der Bolschewismus mordet und brennt? Wie lange wollen die Staatsmänner noch untätig Zusehen, daß rote Hetzer gefährliche Unruhe­herde schaffen? Wie lange noch?

W

Kennen Zie sekon clss

6-Ukr-Hbsnclblstt ciei-8.2.«?

Es erscheint täglich ab 18 Uhr im Stra- tzenhandel und ist auch zu haben bei den Zeitungshändlern, in allen Kiosken und in unserensämtlichenAnzeigen-Annahw.e- stellen.

Im 6-Uhr-Abendblatt derBZ." finden Sie das Neueste und Aktuellste oom Tage, insbesondere auch die letzten Er­gebnisse der Olympischen Spiele