Ausgabe 
(5.8.1936) Nr. 216
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der Naliona

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

ozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des lieichsstattlialters in Oldenburg und Vremen

Nr. 216 / 6. Jahrgang

Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 1244-13)4 Uhr.

Mittwoch, 5. flugust 1S5K

kinzelpreis 15 Npf

Amerikas Leichtatlileten drängen nach vorn

vroßer krfolg lZlsela Mauermauers

dritter wettkampstag im dlgmpia-Stadion

Berlin, 4. August.

Von den fünf Goldenen Medaillen der Leicht­athletik des gestrigen Tages konnten die Vereinig­ten Staaten vier erringen; und -war im 160-m-

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Dnssr lagesspisgsl

2n spanischen Städten sind örtliche Sowjets errichtet worden.

Rumänien verlangt die Beseitigung der inter­nationalen Kontrolle der Donaumiindnng. Eine herausfordernde antideutsche tzetzaus- stellung wurde in Amsterdam eröffnet.

In den Leichtathletikkämpfen errangen die Amerikaner gestern vier goldene Medaillen. Gisela Mauermayer errang im Diskuswerfen für Deutschland einen weitere Goldene Me­daille. Daneben gewann Deutschland auch eine Silberne und zwei Bronzene Medaillen. Ueber Luxemburg siegte Deutschlands Fuß­ballelf mit 9:0.

Mit vier Rennen wurden die Segelwett- bewerbe in Kiel begonnen.

2m Modernen Fünfkampf führt am dritten Tag Oberleutnant Handrick-Deutschland.

Die Reichsbürgschasten für den Klein­wohnungsbau wurden erhöht.

Ab 1. 2anuar 1937 werden auch für Binnen­schiffe Schiffsregister geführt.

Dr. Ley wurde mit der Organisation des Reichsparteitages 1936 beauftragt.

Die Focke-Wuls Flugzeugbau AG., Bremen, schließt 1933/34 mit einem kleinen Rein­gewinn ab.

59 Griechinnen besuchten Bremen.

...........

Lauf der Frauen durch Heien Stephens, im 800-m- Laus durch Woodruff, in den 400-m-Hürden durch Hardin und im Weitsprung durch Jesse Owens. In der fünften Entscheidung, dem Diskuswerfen der Frauen, siegte die deutsche Gisela Mauer- mayer.

Es scheint, als hätten die prächtigen Leistungen der Leichtathleten an den beiden ersten Tagen den Himmel verwöhnt, denn am Dienstagmorgen liegt herrlicher Sonnenschein über dem Olympia- Stadion, dessen Ränge schon wieder gut besetzt sind. Allerdings herrscht ziemlicher Wind aus Südwest. Auf dem Programm des Vormittags stehe» die Ausscheidungen zum Weitsprung der Männer und die acht 209-Meter-Vorläufe.

Bei der hervorragenden Besetzung aller leichtathletischen Wettbewerbe sind auch schon Lei den Vorkämpfen wieder Leistungen zu erwarten, wie man sie selbst bei den großen inter­nationalen Festen nicht zu sehen bekommt. Die Kampfrichter in ihren hellgrauen Lernenan- zügen die Oberleitung mit dunkelroten Rocken und die Sporthelfer sind schon eifrigst

an der Arbeit, die Marken für den Olympia- und den Weltrekord beim Weitsprung und Diskus­werfen durch Fähnchen mit den Olympia-Ringen oder einer Weltkugel zu bezeichnen. Die An- zeigentafeln werden vorbereitet, die an allen vier Enden des Stadions die Ergebnisse anzeigen. Auch der Turm der Zielphotographie ist wieder besetzt. Bei den Diskuswerferinnen, die in der Richtung West-Ost, also mit Wind, werfen, ist der Sektor für den Ausscheidungskampf in rot, der für die Entscheidung am Nachmittag in weiß markiert. Der Weitsprung findet gleichzeitig auf beiden Sprungbahnen der Längsseiten des Stadions statt.

Geschlossen kommt das Feld in einwandfreiem Start im ersten der acht 200-Meter-Vorläufe weg. Der Holländer van Beveren auf der dritten Bahn schafft sich schon in der Kurve prachtvoll nach vorn, hat eingangs der Zielgeraden einen klaren Vorsprung und gewinnt mit S Meter in der hervorragenden Zeit von 21,4 Sekunden vor dem Argentinier Veswick, der einen harten

Mpmpia-Nekord

Wiederum war nicht zu ahnen, daß der Olympia­sieger 2esse Owens Lei seinem spielend leichten Vorlauf mit 21,1 Sekunden eine neue olympische Rekordzeit erzielen würde. Er war damit um 44 Sekunde besser als sein schwarzer Landsmann Tolan 1932 in Los Angeles. Owens' Rekordzeit wird aber wahrscheinlich nicht anerkannt werden, da leichter Rückenwind herrschte.

2m viertem Vorlauf fehlt der Japaner Suzuki sowie der Jugoslawe Dromil. Der Kanadier Hümber läuft mit dem Ungarn Eyones auf den Fersen scharf ab und gewinnt in 22,1. Der Öster­reicher Rinner kommt als Dritter stark angefeuert noch in den Zwischenlauf. Der Schwede Strandberg, der sich bei der 100-Meter-Entschei- dung am Vortage verletzte, muß dem fünften Vor­lauf zusammen mit dem Oesterreichs Quittan fernbleiben. Der Grieche Frangoudis ist auf der Innenbahn bis 100 Meter der schnellste Mann. Dann kommen der Ungar Sir und der Schweizer Meister Haenni stark auf. Haenni siegt sicher in 21,8 vor dem Griechen und dem Ungarn, die fast auf gleicher Höhe durchs Ziel gehen.

Den sechsten Vorlauf holt sich der Südafrikaner Theunissen in 21,7 zusammen mit dem Kanadier McPhee, der bis 150 Meter glatt führt, dann aber den Vertreter des Springbockes den Vortritt läßt. Der Schwede Strandvall erobert sich den wertvollen dritten Platz vor dem mäßig laufenden Argentinier Fondevila.

Den vorletzten Vorlauf bestreitet der Deutsche Steinmetz auf der fünften Bahn, da die Innenbahn frei gehalten wird. Es fehlt der Italiener Caldana, der im gleichen Augenblick zur Weitsprung-Entscheidung antreten muß, der Engländer Holmes und Eutierrez-Columbien. Der Amerikaner Packard läuft innen sehr scharf in der alten Olympia-Rekordzeit von 21,2 Sei. das Rennen nach Hause. Der Deutsche liegt dauernd an zweiter Stelle und läßt erst auf den letzten 30 Meter den Südafrikaner Erimboek vorbei. Der Inder Whiteside liegt weit zurück.

Kampf mit dem Japaner Taniguchi zu be­stehen hat. Diese drei erreichen die Zwischenläufe.

Nur fünf Bewerber stehen am Start des zweiten Vorlaufs. Schein hat die erste Bahn. Er läuft prachtvoll die ersten 100 Meter, liegt nach der Hälfte an zweiter Stelle vor dem Holländer Osendarp, der in 21,7 Sekunden aber doch noch leicht gewinnt. Schern wird Zweiter. Pen­nt n g t o n - England wird Dritter. So gute Leute wie der Japaner Pazawa und der Franzose Donde- linger werden abgeschlagen.

Im dritten Vorlauf startet der Deutsche Neckermann auf der vierten Bahn. Der Neger Owens hat wieder einmal die Außenbahn ge­lost und geht sofort an die Spitze. Neckermann geht in die Kurve und liegt nur 2 Meter hinter dem verhalten laufenden Neger. Auf der Geraden kommt der Kanadier Lrr mächtig auf und geht an dem Deutschen vorbei. Der Mannheimer muß zum Schluß noch hart mit dem Briten Sweeney um den dritten Platz streiten, den er durch doppelte Handbreite zu seinen Gunsten entscheidet.

von Jesse Vwens

Der amerikanische Neger Robertson gibt im achten Vorlauf eine Probe seines Könnens zum Besten. Auf der Innenbahn lag der riesige Schwarze sofort an der Spitze und gewann mühe­los mit ?. Meter Vorsprung in 21,6. Hinter ihm entspann sich ein erbitterter Kampf, den über­raschend der Finne Tammisto mit Handbreite gegen den Argentinier Hofmeister gewann. Ihre Aussichten mußten der Ungär Minai, der Öster­reicher König und der Belgier Tevrint begraben.

üer Nachmittag

Tag für Tag bezaubert das einzigartige Bild, wenn am Nachmittag die Sonne durchbricht und der graue Steinbau der in seiner Eesamtanlage ebenso zweckmäßig wie schönen Olympia-Stadions in einen hellen Schein getaucht wird. Kräftig weht der Wind aus Südwest, die Fahnen flattern fein säuberlich ausgerichtet. 2m Jnnenraum ist ein geschäftiges Hin und Her. Die Vorbereitungen für die Wettkämpfe des Nachmittags sind nahezu beendet. Vom Wurfkreis an der Westseite, wo das Diskuswerfen entschieden wird, laufen in einem rechten Winkel zwei lange weiße Linien bis zum Rand der Laufbahn hinaus. 2m Radius sind die Marken von 35 bis 50 Meter aufgestellt.

Auf der Laufbahn stehen schon die Hürden, denn der dritte Kampftag wird mit den beiden Vorentscheidungen über die 400-Meter-Hürden- strecke eingeleitet. Die Schutzplane, die während eines kurzen Regenschauers über die Sprung­gruben und letzten Anlaufmeter der Bahnen gedeckt worden waren, sind wieder entfernt wor­den. Auf der Plattform der Anzeigetafel stehen sechs Matrosen bereit, um die olympischen Symbole für die bevorstehende Siegerzeremonie zu hissen. 2m Ausschnitt durch die Eckpfeiler des Äiarathontores fällt der Blick auf das Maifeld, wo Deutschland, und Ungarn sich einen rassigen Polokampf liefern. Die gewaltige Steintribune am Elockenturm ist überraschend stark von Zu­schauern gefüllt. Die hier aufgestellten adler- gekrönten Banner vollführen in dem kräftigen Wind ein lustiges Spiel.

Fortsetzung auf Seite 5 (1. Beilage)

Moskau betrachtet Spanien als sein Neich

Sowjelverfassung für spanische Städte - das sagt genug!

wir sind mit Luch!"

Moskau. 4. August.

Die Einmischung in den spanischen Bürger­krieg die in der Sowjetunion m Form von materieller und moralischer Unterstützung für die spanischen Marxisten betrieben wird. nimmt immer gröberen Umfang an. Am Montag fanden aus dem Roten Platz m Moskau sowie in zahlreichen Städten der ganzen Sowjetunion Massenkundgebungen statt, in denen zur Unterstützung der spani­schenVolksfront" aufgefordert wurde. In Moskau leitete der Generalsekretär der Sowjetgewerkschaften Schwernik die Ver­anstaltungen mit einer Rede ein, in der er die werktätigen Massen der ganzen Welt" zur Organisationeiner aktiven Unter­stützung und Hilfe für die spanischen Mar­xisten aufforderte.

Aus den Aeußerungen der übrigen Redner seien nur folgende Beispiele angeführt:Arbeiter und Werktätige Spaniens! Kämpft standhaft gegen die faschistischen Verräter! Wir sind entzückt durch euren Kampf. . Wir versprechen unsere mora­lische und materielle Unterstützung.... Wir er­klären, denkt daran, daß ihr nicht allein seid wir sind mit euch!"

Weiterhin teilte der Zentralrat der Sowjet­gewerkschaften mit, daß alle für die Unterstützung der spanischen Marxisten gesammelten Geldbe­

träge auf das Konto des Zentralrates bei der Staatsbank einzuzahlen seien.

London, 4. August.

Der Sonderberichterstatter desDaily Tele­graph" meldet aus Spanien, daß an verschiedenen wichtigen Punkten des Landes wie Almeria, Car- tagena, Malaga und Ronda örtliche Sowjets errichtet worden seien und daß dies so rasch und gleichmäßig durchgeführt worden sei, als ob ein wohlvorbereiteter Plan zugrunde gelegen hätte.

Barcelona, 4. August

Wie die lokale Linkspresse mitteilt, über­schreitenfranzösische Gesinnungsgenossen" in Trupps die spanische Grenze, um mitzukämpfen, wie Katalonien Frankreich im Weltkrieg unter­stützt habe". Offen wird hier davon gesprochen, daß Frankreich Kriegsmaterial an die spanische Volksfrontregierung liefere. Am Sonntag seien 26 französische Flugzeugmotoren in Barcelona eingetroffen.

vombm auf Saragossa

,Me tage der spanischen Hauptstadt wird von Stunde ru Stunde unhaltbarem

Paris, 4. August.

Nach den Berichten der Pariser Blätter über die Lage im spanischen Bürgerkrieg hat General Quei'po de Llano am Dienstag über den Sender von Seoilla heftigen Protest gegen die Bombardierung von Saragossa und gegen die Vernichtung zahlreicher Kunstschätze in dieser Stadt eingelegt. Der Führer der katala­nischen Luftstreitkräfte, Oberst Sandino, hatte in Barcelona Pressevertretern gegenüber erklärt, daß sechs Flugstaffeln Saragossa mit Bomben be­legt und großen Sachschaden verursacht hatten.

General Queipo de Llano erklärte, daß die Nach­richten über militärische Erfolge der Regierungs­

truppen in der Gegend von Saragossa nicht hen Tatsachen entsprächen. Zm Gegenteil hätten die Nationalisten überall den Marxisten erfolgreich Widerstand leisten können und wichtige strate­gische Stellungen besetzt. Nach Nachrichten, die aus diplomatischen Kreisen Madrids in Seoilla eingelaufen seien, werde die Lage in der spani­schen Hauptstadt von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde unhaltbarer. Die wahre Ansicht der Madrider Regierung sei die, daß die nationale Bewegung unaufhörlich im Lande an Boden ge­winne.

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Ich habe beim Einmarsch, der Nationen, ge­wünscht, daß die Politiker der ganzen Welt zur Stelle gewesen wären." Diesen Satz schrieb der Berichterstatter der KopenhagenerVerlinske Tidende" seinem Blatt, als er den Beginn der XI. Olympischen Spiele in der Reichshauptstadt würdigte. Er hat damit einen Gedanken aus­gesprochen, der in weitesten Kreisen des In- und Auslandes Verständnis auslösen und den Wunsch beleben wird, daß tatsächlich einmal die Diplo­matie in sich gehen und darüber nachdenken möge, ob nicht endlich ein friedlicherWettstreit der Nationen die Block- und Vündnisbildung ablösen sollae. Denn dieses Welttreffen der Ju­gend in Berlin ist der sichtbarste und über­zeugendste Beweis für die Möglichkeit einer wahren Friedenspolitik, wenn die Politiker sie nur wollten.

Wer die Mannschaften in das Stadion ein­marschieren und ihre leuchtenden Augen sah, wer den fröhlichen und edlen sportlichen Kampfgeist aus jeder Bewegung dieser jungen Menschen zu empfinden vermochte, dem mochte vielleicht auch wohl der schmerzliche Gedanke kommen, daß eines Tages diese im Innersten ihrer Herzen fried­liche Jugend der Nationen auf die Schlachtfelder geführt und dort mit den letzten Errungen­schaften einer grausamen Technik hingemordet werden könnte, nur weil es einigen Staats­männern und gewissen internationalen Cliquen

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nicht paßt, starke und freie Nationen, in ihrem friedlichen Lebens- unh Wirtschaftskampf '.in Ruhe zu lassen. Man kann sich nicht vorstellen, daß «s Kräfte geben kann, die dieses blühende und edle Leben heranwachsender Geschlechter nur um die Verwirklichung gewisser Doktrinen und Irrlehren zusammenschießen möchten. Ist es nicht ein Verbrechen, wenn immer wieder fehl- geleitets Meinungen aufgepeitscht und Haß- tiraden erzeugt werden?

Das verjüngte Berlin . . . atmet den Geist der Jugend. Bei einem Besuch im Olympischen Dorf kommt man unwillkürlich auf den Ge­danken, daß die Welt glücklicher sein würde, wenn es gelänge, die Jugend aller Nationen häufiger auf diese Art zusammenzubringen." Diese Worte schreibt der Berichterstatter des LondonerOb­server". Selbst dasEcho de Paris" schreibt: Beim Anblick der Legionen des neuen Deutsch­land hat er (der Berichterstatter) einen traurigen Vergleich dieser Jugend mit erhobenem Arm und derjenigen, die die Faust zum Gruß erheben lernt, gezogen." Auch darin liegt leider eine tiefe Wahrheit. Die Jugend, die mit der erhobenen Faust ihre Gesinnung dokumentiert, wird im Geiste des Bruder- und Klassenkampfes erzogen, sie soll auf die Barrikaden und die Terrorherr­schaft der Dritten Internationale erkämpfen. Sie wird nicht danach gefragt, ob ihr diese Gedanken von Nutzen sein und sie zur Glückseligkeit dieses irdischen Daseins führen werden. Bei jeder Ge­legenheit werden ihr die Gefühle des Hasses und der Lebensverneinung eingeimpft. Sie kennt keine Freude und keine ideellen Werte. Reiner Materialismus wird hier zur Devise.

Wie anders die deutsche Jugend! Nicht Haß gegenüber den anderen Nationen, sondern Freundschaft und Aufrichtigkeit wird zur Leit- schnur ihres Denkens und Handelns. Wenn be­sonders die französische Sportjugend mit be­geisterter Freude begrüßt wurde, so nicht, um in überschwenglichen Tönen ihre Sympatien zu erwerben, sondern um die ehrliche Bereitschaft zum Ausdruck zu bringen, mit dem westlichen Nachbarvolk eine bessere Basis zu finden, auf der ein friedliches Nebeneinander