Ausgabe 
(20.5.1936) Nr. 140
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Parteiamtliche Tageszeitung

NaHrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Diemen

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der Nationa^oZmlisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

Das amtliche Verkimdungsblatt des Deichsstatchalters m Oldenburg und Dremen

Anzcigcn-Grundpreisc: Die W-mm-Zoile im Anzeigenteil ISPs., die 70 -mm-ZeiIe im Textteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. °.) forme sonstige Bedrngnngen Preis­liste 6 (Nachlaßstasfel c). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß IS UHr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schrlftlcitung Dienstag und Freitag ISzL-13-S Uhr.

Nr. 140 / 6 . Jahrgang

Mittwoch, 20 . Mai 19)6

kinzelpreis 15 Npf.

der führer nahm Abschied von lulius Schreck

Der letzte Sang des treuen Mitkämpfers und Kameraden -Idols Killers / krtzebende Irauerfeier in öräselfing

lInser lagssspisgsl

Die Spannungen im Mittelmeer lasten un­mittelbare Kriegsgefahr befürchten.

Japanische Waffenschmiede widmeten dem Führer ein wertvolles Schwert.

Im Beisein des Führers wurde gestern Julius Schreck zur letzten Ruhe bestattet.

Neichsarbeitsführer Hier! und Korpsfiihrer Hühnlem wurden in den Rang von General­majoren versetzt.

Mit bedeutsamen Rede» von Dr. Goebbels und Dr. Frank fand der Deutsche Juristentag sein Ende.

Der Reichsbahnabschlutz verzeichnet einen er­freulichen Konjunkturanstieg.

Der Norddeutsche Lloyd legt seine Sanie- rungsabschlüsse sür 193t und 1935 vor.

Am 23. und 2t. Mai findet eine Strahen- sammlung zugunsten des Reichsmiitterdienstes statt.

Von Tschammer und Osten hat die deutsche Olympiamannschaft auf 448 Männer und Frauen festgesetzt.

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japanische Waffenschmiede schenken dem sichrer ein Schwert

Tokio, 20. Mai.

Sieben Vertreter der Zunft der Schwert­schmiede in Gifu bei Nagoya überreichten am Dienstag dem deutschen Geschäftsträger in Tokio, Dr. Noebel, ein kostbares japanisches Schwert als Esschenk für den Führer. Die lleberreichung des Schwertes durch den Vorsitzenden der Zunft, Toto, und den Schmiedemeister Watanabe er­folgte mit den Worten: „Dem Führer des Deut­schen Reichs Adolf Hitler, den wir Japaner ver­ehren, überreichen wir als Sinnbild japanischen Feistes dieses Schwert und hoffen, daß hierdurch die japanisch-deutsche Freundschaft vertieft wer­den möge." Der deutsche Geschäftsträger nahm die Widmung mit Dank entgegen und versicherte der Abordnung, daß der Führer ebenso wie über das Geschenk auch über den Geist erfreut sein werde, aus dem heraus es gegeben worden sei.

Vor der Abreise der sieben Schmiede nach Tokio fand in Eifn unter Beteiligung der Behörden und der Bevölkerung der Stadt eine besondere Schwertfeier der Schmiedezunft statt. Das Schwert, das in einer Holzscheide steckt und in einer kostbaren Verpackung verwahrt ist, wurde von vier Schmieden in langer und mühevoller Arbeit fertiggestellt.

sierl unS hühnlein Seneralmajore

Berlin, 20. Mai.

-er Führer und Reichskanzler hat auf Vor- ag des Oberbefehlshabers des Heeres dem ichsarbeitssührer Hier! und dem Korpsführer NSKK., HLHnlei», den Charakter als Eeneral- jor verliehen.

kitte Bekanntmachung Vc. tegs

ns!<. Berlin, 20. Mai.

!)er Reichsorganisationsleiter gibt bekannt: maß einer mit dem Reichsärztesühror, Haupt- irststellenleiter Dr. Wagner, getroffenen Ab- chung tritt dessen Sonderbeauftragter und ftsleiter im Hauptamt für Volksgesundheit, l.-Sanitäts-Brigadeführer Dr. Dr. A. Streck,

> mein persönlicher Berater in Fragen der llksgesundheit in meinen Stab ein.

Dr. R. Ley

keichsbahn im Zeichen Ses konjunkturanstieges

Berlin, 20. Mai.

Die Deutsche Reichsbahn veröffentlicht ihren schiiftsbericht für das Geschäftsjahr 1938, über u ausführlich der Wirtschaftsteil unserer Zei- ug berichtet. Aus dem Bericht ist hervorzu- bcn, baß das Jahr 1933 auch bei der Deutschen üchsbahn im Zeichen des Konjunkturansticges, s seit der Machtergreifung durch die national- ialistische Bewegung im deutschen Wirtschafts- den eingesetzt und auf fast allen Gebieten eine rmehrtc Geschäftstätigkeit herbeigeführt hat, nd. Die natürliche Folge dieser Aufwärtsent- lcklung in der Wirtschaft war einmal ein leb- ster Warenaustausch, den die Reichsbahn als unsachlicher Träger des allgemeinen Verkehrs « großön Teile vermittelt hat, dann aber auch u, erweiterter Reiseverkehr für berufliche und ustigc Zwecke, an dem die Reichsbahn ebcn- us mit entsprechenden Mehrleistungen teilge- >mmen hat. Die Ergebnisse der Verkehre- und «riebsleistungen weifen daher in nahezu sämt- chen Gruppen (Personen-, Tarif-, Ächs- und ugkrlometer des Personen- und Güterverkehrs) u Vergleich mit 1931 wiederum eine beträchtliche icigerung auf, die so groß ist, dag der Leistungs- wzang des letzten Vorkriegsjahres 1913 im ug-meinen erreicht, zum Teil sogar überschritten

Lv üvr llalire Oulius 8<!iii'eli5! Iiivltvn 88.-K»wera»Ion öic> Toteii>vavl>e: krosss-Illustrationsn Hokkmauu - L.)

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Gräfelfiug (bei München), 20. Mai.

Ein grauer trüber Himmel spannt sich über Eräf'elfing. Er patzt ganz zu dem Schmerz und der Trauer, die heute über diesem unweit von München gelegenen Villenort liegen, der Julius Schreck zur zweiten Heimat geworden war und der ihn heute zur letzten Ruhe geleitet. Der sonst so freundliche, schmucke Ort ist heute eine einzige Trauergemeinde. Umflorte Fahnen wehen von allen Häusern. In vielen Fenstern sieht man das Bildnis des Verewigten mit Blumen geschmückt und schwarz umflort. Ueberall ruht die Arbeit. Die Betriebe stehen still. Ihre Belegschaften ord­nen sich ein in die grotze Trauergemeinde. Schon in früher Morgenstunde rücken die Gliederungen der Bewegung an, SA., SS., NSKK., Arbeits­dienst, HJ. und alle anderen im Ehrenkleid des Dritten Reiches. Kein Spiel rührt sich, die Schellenbäume der Kapellen sind geschultert.

Nie flufbatzruns in der sriedtzofs-kapelle

Ein langes Spalier von trauernden Volks­genossen säumt die Zufahrtsstraßen und die Wege bis hinauf zum Neuen Friedhof außerhalb des Ortes. CS.-Männer halten den Eingang zur Friedhofs-Kapelle frei. Hier drinnen liegt Julius Schreck, der tapfere Kämpfer uyd treue 'Begleiter Adolf Hitlers, aufgebahrt. Auf einem dunkelrot ausgeschlagenen und mit Tannengirlanden ge­schmückten Sockel ruht der Sarg. Ein rotsamtenes Tuch mit schwarzem Hakenkreuz auf weißem Grunde deckt ihn. Vor dem Sarge liegt das schwarzsamtene Kissen mit den Orden und Aus­zeichnungen. Der Vlutorden.kündet von dem Mut und der Einsatzbereitschaft des treuen Kämpfers in schweren Stünden der Bewegung. Vier Sturm­führer der SS. halten mit blankem Degen die Totenwache. Zu beiden Seiten des Hauptweges im Friedhof liegen Kränze und Blumen.

Gedämpfte Kommandos künden den Aufmarsch der Parteigliederungen an. Um lO Uhr rücken die Fahnen an: vorauf die heilige Blutfahne, dann folgen die Fahnen der Standarte „Deutschland", der SS.-Standarten 1 und 34, der SA., des NSKK., der Politischen Leiter. Vor dem Sarge senken sich die Fahnen und entbieten dem Toten den letzten Gruß. Dann gruppieren sie sich um das offene Grab, das eingefaßt ist von prächtigen Frühlingsblumen. Das Kopfende des Grabes schmückt ein großes Hakenkreuz aus dunkelroten Rosen. Dahinter hat die Blutfahne Aufstellung genommen. Sie verkörpert heute symholhaft die Träger der großen Millionenbewegung, der Partei.

Ver siitzrer unter den Leidtragenden

Wagen um Wagen fährt an dem kleinen Fried­hof in Eräfelfing vor. Geleitet man einen der Großen des Reiches zu Grabe? Was hat der Mann für Deutschland getan, den man hier zur letzten Ruhe trägt? Ein Fahrer ist es, der Fahrer des Führers, ein treuer alter Kämpfer, einer von denen, die zu allererst zur Bewegung und zum Führer stießen und seither in Reih und Glied hinter ihm marschiert sind durch Not und Tod und Gefahr. Ein Fahrer wird zu Grabe ge­tragen, und an seinem Grabe stehen die Reichs­minister, Reichsleiter und Gauleiter, Generäle der Wehrmacht und die Führer der nationalsozialisti­schen Formationen, steht ein erheblicher Teil des deutschen Führerkorps, und mitten unter ihnen der Führer selbst, der erste Mann des Reiches. Viele Außenstehende vermögen es nicht zu begreifen, warum das so ist. Hier aber offen­bart sich wieder die geschlossene verschworene Kameradschaft der nationalsozia­listischen Bewegung, in der jeder an sei­nem Platz seine Pflicht tut, jeder an seinem Platze Gelegenheit hat, sich Dank und Anerkennung der Bewegung zu erwerben. Wer in dieser großen

Kameradschaft treu und unbeirrt seine Pflicht tat, erwarb sich mehr Freunde, als viele andere auf vie­len hochgestellten Posten, die nicht da§u gehören. Bis ins tiefste er­schüttert waren alle, die an diesem verhangenen Maitag in Eräfelfing Abschied nahmen von einem Mann, der ihnen all die Jahre guter Kamerad in des Wortes schön­ster Bedeutung war.

Eine Abordnung des Stoß­trupps Hitler ist angetreten.

Die Männer tragen die feldgraue Mütze, die gleiche, die sie in der ersten Kampfzeit getragen haben, damals, als Julius Schreck, der Gründer des Stoßtrupps, noch in ihren Reihen stand. Alle tragen den Blutorden, die höchste Aus­zeichnung, die die Partei zu ver­geben hat. Inmitten' der Stoß­truppführer steht die einzige Trä­gerin dieser Auszeichnung. Schwe­ster P i a. Neben dem Stoßtrupp steht eine Abordnung der Träger des Blutordens aus der Reichs­hauptstadt. Die Formationen der Bewegung, SS.-Verfügungstrupps, die Totenkopfverbände, SA., NS­KK., HJ., Politische Leiter schließen sich an. Viel zu klein ist der Fried­hof, um alle zu fassen, die Abschied nehmen wollen von dem unver­geßlichen Mitkämpfer. In dichten Scharen, unübersehbar Kopf an Kopf stehen die Trauernden in ehrfürchtigem, ergriffenem Schwei­gen. — Nun krachen

12 VöllersäMe

in die Stille des Friedhofes, sie künden die An­kunft des Führers, der in langsamer Fahrt durch das dichte Spalier der trauernden Volksgenossen gefahren ist. Der Führer schritt mit tiefernsten Zügen an das Fußende des Sar­ges, der vor der Aussegnungshalle aufgestellt ist, und erhebt die Hand zum letzten Gruß, In der Begleitung des Führers befinden sich der Stell­vertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, Reichspressechef Dr. Dietrich, Ober­gruppenführer Brückn er und Brigadeführsr Schaub.

Es folgt ein riesiger Kranz aus Lorbeer mit weißen Lilien, getragen von zwei SS.-Männern — der Kranz, den der Führer seinem toten Kameraden und Mitkämpfer widmet. Er trägt in seinen Schleifen das Hoheitszeichen und die Inschrift: „Meinem alten treuen Mitkämpfer

und lieben Kameraden Julius Schreck — Adolf Hitler." Der Führer stellt sich an den rechten Flügel des Führerkorps der Partei auf dem Platz vor der Aussegnungshalle. Man sieht Gene­raloberst Göring, die Reichsminister Dr. Goebbels und Frick, den Stabschef der SA. Lutze, den Reichsfllhrer SS. Himmler, den Korpsführer NSKK. Hühnlein, die Reichs­leiter, den Botschafter von Ribbentrop. Weiter befinden sich in der Trauergemeinde zahl­reiche Gruppenführer und Gauleiter, die bayrische Landesregierung, während aus der näheren Um­gebung des Führers Obergruppenführer Sepp Dietrich, die Adjutanten, Oberstleutnant Hoßbach und Standartenführer Wiedemann anwesend waren sowie ferner SS.-Standarten- führer Ministerialrat Verndt, Flugkapitän Vaur und die Leiden Aerzte Dr. Brand und Dr. Hasse.

Der Musikzug der Standarte „Deutschland" spielt feierlich und ernst „Deutsche Trauermusik" von Dr. Hanfstaengl. Dr. Schott tritt an den Katafalk. Seiner Gedächtnisansprache legt er Las

Wort zugrunde: „Lasset kommen die Hölle, mit mir zu streiten, ich will durch Tod und Teufel reiten!" Er feiert den Toten als einen der Treuesten und Tapfersten und Redlichsten und gibt dann die wichtigsten Daten aus seinem Kampf und Leben bekannt. Neun Jahre lang hat er, so sagt der Redner, den ehrenvollen Posten eines ständigen Begleiters am Steuer des Wagens des Führers ausgefüllt. Er war dem Führer aber nicht nur Ler absolut verläßliche Steuermann, er war ihm der Volksgenosse, der mit ihm ein Stück Leben teilen durfte. Dieses Glück ist ihm bis zuletzt vergönnt gewesen. Das mag auch für die Hinterbliebenen ein Trost und tief beglückendes Gefühl sein: Er hat das Vertrauen des Führers genossen bis in seine letzten Stunden!

See weg rum Krake

Ein Mann vom Stoßtrupp Hitler nimmt das Ordenskissen, ein anderer Mütze und Degen. Sechs SS.-Führer heben den Sarg auf und tragen die teure Last zu Grabe. Hinter dem Sarge folgen als erste die Hinterbliebenen, dann der Führer mit dem Führerkorps. Unter den Klängen des Chopin'schen Trauermarsches ist inzwischen der Trauerzug am Grabe eingetroffen. Unmittelbar vor dem Grab gegenüber der Vlutfahne steht der Führer. Kurze, knappe Kommandos ertönen. Mit­glieder des Stoßtrupps Hitler heben den Sarg, Salven krachen, die Musik spielt den Präsentier- marsch. Unter seinen Klängen wird der Sarg in das Grab gesenkt. Die Fahnen neigen sich, die Hände recken sich zum Deutschen Gruß. — Dann tritt

Neichsfiilirer SS. kimmler

vor das Grab. Soldatisch kurz und ernst sind seine Worte: „Nach 20 Jahren Kampf ruht nun Dein Leib, und Du hast gokämpft und nur an Kampf und Treue gedacht bis zu Deinem letzten Tage.

(Fortsetzung auf Seite 2)

glotzende Kkiegsgtfalir im Mittelmeer?

Nom befiirchlet „kinkreisung" / Neue Belebung der Sanktionsfront?

btbsrlodt uussrss römiscbsv Vsrtrstsrs) r. Rom, 20. Mai.

Zeichen stehen wieder einmal auf Sturm, »l auf englischer wie auf italienischer Seite neues Wiederaufleben der außerordentlich n Pressekampagne festzustellen, die bekannt­en einmal, zu Beginn des abessinischeu rehmens, zu einer ernsten Vertiefung der atze führte. Aus der römischen Presse der Tage ist eindeutig zu ersehen, daß Italien >r Möglichkeit rechnet, daß England über »er lang die „abessinische Rechnung" prüfen, werde. Dabei stehen die lleberlegungen im cgrunde, daß diese Auseinandersetzung mit itischen Politik zu einem Zeitpunkt erfolgen , der weniger günstig für Italien sei als genwärtige. Die italienische Forderung, die Presse immer stärker zur Geltung kömmt,

Beschleunigter Ausbau auch der Kriegsflotte, schnellste Sicherung der militärischen, strate­gischen und womöglich auch der wirtschaftlichen Position in Abcssinien und ständige Mobili­sierung aller nationalen Abwehrkräfte sür jenen berühmten „Fall aller Fälle".

Man scheint sich dabei auf italienischer Seite vollkommen darüber im Klaren zu sein, daß dieser Zustand kein Dauerzustand sein kann, da auch ein Vierzig-Millionen-Volk, dessen nationale Ener­gien zu einer einzigen Einheit zusammengeschweißt sind, bei der Aufrechterhaltung internationaler Zwangsmaßnahmen und nach einem soeben erst beendeten äußerst kostspieligen Krieges auf die Dauer nicht im Zustande einer ständigen Mobilisation verbleiben kann. Man rechnet daher auch in offiziellen Kreisen offenbar ernstlich damit, daß Mussolini eine Entscheidung so oder so bis zum Wiederzusammcntritt des Rates her­beiführen werde. Diese Tatsache kann zweifellos nur daraus erklärt werden, daß Italien unter allen Umständen seine augenblickliche Position für stark hält, so daß es angesichts der Möglichkeit einer bedrohlichen Weiterentwicklung die Ent­scheidung zu einem früheren Zeit­punkt zwangsläufig vorziehen würde. Es ist nicht zuviel gesagt, daß sich in der Tat eine Entwicklung anbahnt, die sich unter Berücksich­tigung der gegenwärtig außerordentlich ver­schärften Spannungen seyr leicht zur abschüssigen Ebene hin bewegen könne.

Mit besonderem Mißtrauen steht man hier in Rom dem neuen Mittelmeerpaktplan

gegenüber, hinter dem man die Hand Englands vermuten zu können glaubt. In der offiziellen Ausdrucksweise ist in diesem Zusammenhang seit einigen Tagen nur noch von einer „Einkreisung" Italiens die Rede, die das Werk Englands sei und als deren geistiger Urheber Eden angesehen werden müsse. Bekanntlich hatte der englische Außenminister noch nach der jüngsten Genfer Ratstagung ausgedehnte Besprechungen mit Ver­tretern der Mittelmeermächte, über die schließlich offiziell bekannt wurde, daß sie zu einem „vollen Einvernehmen" über die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Zusammenarbeit im Mittel- meer geführt hätten. Auch dieser Entwicklung hofft man in hiesigen Kreisen offenbar mit schnell­sten Entscheidungen zuvorkommen zu können.

Mit besonderer Unruhe wird hier die Tatsache festgestellt, daß augenscheinlich noch immer mit der Möglichkeit einer Belebung der Sank­tionsfront zu rechnen ist. In diesen Zu­sammenhang gehören wahrscheinlich auch die neuen scharfen Ausfälle der italienischen Presse, die eine neue Bestätigung der schon mehrmals wiederholten Feststellung Mussolinis enthalten, daß jede Verschärfung der Sanktionen notwendi­gerweise zu militärischen Abwehrmatznahmep Italiens führen müsse.

Her Feind des Sauern

Frontstellung gegen die jüdlsch- bostkewistlsche flgrarpolltik

ir. blü. Reichsbauernführer Walther Darre hat dieser Tage gelegentlich der Eröffnung der Reichsnährstandsausstellung erneut zum Kampf gegen den Todfeind des europäischen Bauerntums, das Judentum, aufgefordert. In der Tat müssen alle aufbauwilligen Politiker und Staatsmänner den Gefahren, die von jüdischer Seite her der außerdeutschen bäuerlichen Wirtschaft unseres Erdteils drohen, immer wieder fest ins Auge sehen. Die Zentrale der jüdischen Propaganda auf diesem Gebiet hat ihren Sitz in Moskau, und alle Abwehrschläge müssen in erster Linie der bolschewistischen Agrarpolitik gegenüber geführt werden. Werfen wir daher einen Blick auf die katastrophale Mißwirtschaft, zu der das bolschewistische Regime den sowjetrussischen Bauern gezwungen hat.

Als die roten Machthaber des Kreml sich vor Jahren an ihr Zerstörungswerk machten und mit der Einführung des Kollektivsystems gewisse Prodnktionsformen der Industrie hem­mungslos auf die damals noch blühende russische Landwirtschaft übertrugen, wurden den Bauern wahre paradiesische Zustände prophezeit. Heute weiß es jeder, der die agrarpolitische Entwicklung in Sowjetrnßland aufmerksam verfolgt hat, daß der Kollektiv-Bauer ebenso wie der Einzelbauer für die Moskauer Volschewisten nichts weiter als dieRolleeinesAusbeutungsobjekts zu spielen hat. Die Hälfte aller Erträgnisse der Getreideernte ist dem Staat abzuliefern, mag der Bauer dabei verhungern, zum Landproletariat Herabsinken oder sich durch Verschleuderung seiner allerletzten Reserven gerade noch über Wasser halten. Und die Gegenleistung für die Ge­treideablieferung? Sie basiert, worauf der Reichsbauernsührer bereits in seiner großen Rede auf dem vorjährigen Reichsparteitag hingewiesen hat, auf einem Zinswucher, wie er jüdischer nicht gedacht werden kann: Der Staat rechnet bei der Wertbegleichung der abgelieferten Produktion einfach die von ihm selbst festgesetzten hohen Ge­bühren für die Ausleihung (meist unbrauchbarer) landwirtschaftlicher Maschinen ab! Das Ergebnis der Aufrechnung gipfelt dann meist darin, daß der sowjetrussische Bauer die Hälfte seiner von Jahr zu Jahr spärlicher werdenden Ernte umsonst abgeliefert hat. Wo trotzdem noch ein Rest zu be­zahlen ist, bekommt der „Landwirt" für 100 Kg., Getreide den Wert von — 8 Kg. Brot!

Indem mittels dieser unsinnigen Gewinnspanne zwischen Eetreideeinkaufs- und Brotverkaufspreis nicht weniger als 24 Millionen Rubel (das ist der dritte Teil der sowjetrussischen Staatsein­nahmen überhaupt) aus den ohnehin darbenden Bauern des Rätebundes herausgepreßt werden, muß den schaffenden Kräften des platten Landes jeder Antrieb zur Steigerung ihrer Leistungs­fähigkeit genommen werden.

Die Folge dieser Ausbeutungspolitik, von der übrigens wegen der hohen Preise für alle Land­wirtschaftsprodukte am allerwenigsten der sowjet­russische Arbeiter profitiert, erschöpft sich keineswegs in der fortschreitenden Verwahr­losung der Sowjetbauernwirtschaften, der Ent­wurzelung des nur noch Sklavenarbeit verrichten­den Bauerntums und im statistisch erwiesenen Rückgang des Viehbestandes — noch weit schlim­mer ist die Schädigung der Eesamt- wirlschaft durch jene „Erfolge" des bolsche­wistischen Kollektiosystems. Der natürliche Kreis­lauf der Güter ist gestört, dem Industriearbeiter fehlt bei völlig unzureichender Ernährung der unentbehrliche Rückhalt, wie ihn nur em gesun­des und frohes Bauerntum zu bieten vermag, und die Korruptionsfälle bei der Verwirtschaftung des Getreides steigern die Erbitterung der Betroge­nen bis zur Unerträglichkeit. Wo aber die Em­pörung der geknechteten Bauern zum offenen Ausbruch kommt, da worden kurzerhand unzäh­lige Verschickungen nach Sibirien vorgenommen — und die bolschewistisch-jüdischen Gewalthaber können triumphierend die „Ueberwindung aller Widerstände" feststellen. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang der Vorgänge, die vor einem Jahr zur vorübergehenden Rückverwand- lung der Wolgadeutschen Kollektivwirtschaften in Privatwirtschaften geführt hatten Der General­sekretär der Kommunistischen Partei in Sara- tow, Schaffrensky, hatte damals keinen anderen