der Nation
parteiamtliche ^geszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen
ralisten Dremens
flmtsblatt des Senats der Zielen kjansestadt Vremen
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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
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Nr.lZS / 6. Jahrgang
Sonnabend, 1S. Mai 1S5K
kinzelpreis 15 Npf.
„Stedingselire"- ein unvergängliches Mahnmal
Die niederdeutsche Dedenkftatte auf dem vookftohberg eine Stiftung unseres Sauleiters larl köver
Weit über die Grenzen des Gaues Weser-Ems hinaus ist der Bookholzberg, auf dem im vergangenen Jahre das Dolksschauspiel von August Hinrichs „Die Stedinger" ausgeführt wurde, bekannt geworden.
„Stedingsehre" wurde für alle Frauen und Männer, die diese Aufführungen miterlebten, ein Begriff. Den Stedinger Bauern zur Ehre ist diese Stätte so genannt. Ihr Kampf hat nach 700 Jahren, durch den Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung seinen völkischen Sinn erhalten. Das junge, jetzt lebende Geschlecht fand wieder
Unser lagesspivgel
Mussolini erklärte einem Vertreter des „Ma- tiu", daß Abessinien unwiderruflich italienisch sei.
In Wien übernahm Dr. Schuschnigg die Führung der Vaterländischen Front.
Die polnische Regierung ist gestern zurückgetreten.
In Dortmund wurde das Geschwader „Horst Messe!" in Dienst gestellt.
Das in den Dornierwerken Friedrichshafen für den Transozeanflugverkehr neuerbaute Srohflugschiss vc>. XVIII. ist von der Deutschen Lufthansa übernommen worden.
Die Mörder des Taxichausseurs Unterberg, Wedler und Glöckner, wurden in Garbsen gefaßt.
Im Kampf um den Davispokal gegen Ungarn führt Deutschland nach dem ersten Tag 2:0. Die Deschimag hat den Auftrag für den Bau eines neuen Passagierschiffes für Norwegens Rechnung erhalten.
Gauleiter Carl Röver sprach auf der Tagung der Augenhandelsstelle für das Weser-Ems- Grbiet in Osnabrück.
Kreisleiter Blanke zeichnete gestern für das Dankopfer der Nation.
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zu der Geschichte seiner Heimat, zu der Geschichte seines Volkes zurück. ^
Aus allen Teilen des Gaues und darüber hinaus aus allen Teilen des Vaterlandes kamen in unendlicher Zahl die Frauen und Männer, um auf der Gedenkstätte den Todeskgmpf des harten und kühnen Stedinger Bauerngeschlechts mitzuerleben, und waren tief erschüttert, als hier Bauern und Bäuerinnen des Landes mit einer wahren Hingabe dem Spiel Kraft und Starke gaben. So wird der Geist der- Altvordern rns Ewige, ins Zeitlose getragen. Die Gewissensfreiheit der Stedinger Bauern von ernst rst heute Selbstverständlichkeit geworden.
Ueber 80 000 deutsche Menschen kamen zu der Stätte des Gedenkens, zu der Statte der Besinnung. Sie wurde eine Kraftquelle aus der sich diese Menschen glaubenstiefe Hoffnung und Zuversicht und ein starkes Selbstvertrauen holten sllr den Kampf um die ewige Beständigkeit der heiligen deutschen Nation und ihres eigenen
Blutes. - . - ^
Das überwältigend« Interesse der Volksgenossen während der letztjährigen Spielzeit veranlagte den Gauleiter Carl R ö v e r, die Gedenkstätte weiter auszubauen. Nachfolgende Geschlechter sollen ein wunderbares Erbe empfangen, das sie immer und immer wieder an den todesmutigen Kampf der alten Stedinger erinnert. Für die nationalsozialistische Bewegung aber soll diese Gedenkstätte ein unvergängliches Mahnmal deutschen Kämpsergeistes sein.
Aus dieser Erwägung heraus hat der Gauleiter im Januar dieses Jahres eine Stiftung mit dem Namen „Stedingsehre errichtet. Damit ist der Wunsch aber Tausender Männer und Frauen erfüllt!
An sie ergeht jetzt der Ruf und d,e Bitte: Opfert für die Stiftung und werdet so Baumeister und Mitgestalter an „Stedingsehre"! Den Altvordern zum Dank. Euch zur Ehre und euren Kindern zur Kraft!
Vle Stiftungsurkunde
8 1. Ich errichte eine gemeinnützige Stiftung mit der Bezeichnung „2 tedingse h r e .
8 2. Die Stiftung hat ihren Sitz in Oldenburg i. O
8 3. Die Stiftung hat den Zweck, die Stätte „Stedingsehre" zu erwerben, auszubauen und zu unterhalten und insbesondere durch Veranstaltungen auf der Stätte „Stedingsehre" den Freiheitskampf der Stedinger im Volke lebendig Zu erhalten. Der jeweilige Gauleiter des Gaues Weser-Ems der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist berechtigt, den Zweck der Stiftung unter entsprechender Aenderung der Stiftungsurkunde einzuschränken, zu erweitern oder zu andern. Die Aenderung der Stiftungsurkunde bedarf der Genehmigung der nach 8 80 BEB. zuständigen Behörde. --
„8 4. Ich statte die Stiftung zunächst mit einem Betrage von 20 000 NM. aus. Weitere Mittel werden durch Spenden und Sammlungen ausg- bracht werden, soweit es die Erfüllung des --tif- lungszweckes erfordert.
8 5. Die Stiftung wird durch den jeweiligen Gauleiter des Gaues Weser-Ems der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder dessen
Vertreter im Partciamt geleitet und vertreten. Der Gauleiter kann Beiräte zur beratenden Mitwirkung berufen. Die Zahl der Beträte soll nicht mehr als 8 betragen. Der Gauleiter hat wichtige Angelegenheiten der Stiftung mit den Beiräten zu beraten und ihnen Gelegenheit zur Aeußerung zu geben.
8 6. Der Gauleiter hat ferner einen Ehren- ausschuß der Stiftung zu bilden, dessen Mitglieder er beruft.
8 7. Die laufenden Geschäfte der Stiftung führt ein vom Gauleiter zu bestimmender Geschäftsführer oder bei seiner Verhinderung ein von ihm mit Zustimmung des Gauleiters zu berufender Stellvertreter nach einer vom Gauleiter zu erlassenden Dienstanweisung. Der Geschäftsführer oder sein Stellvertreter sind insoweit zur Vertretung der Stiftung berechtigt.
8 8. Die Aufhebung der Stiftung erfolgt durch den jeweiligen Gauleiter des Gaues Weser-Ems der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. - Sie bedarf der Genehmigung der nach 8 80 des BGB. zuständigen Behörde. Etwa bei der Aufhebung oder dem Erlöschen der Stiftung nach Berichtigung der Verbindlichkeiten noch vor
handenes Vermögen fällt an die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
8 8. Die Vorschriften der 88 80 bis 88 des BEB. finden Anwendung, soweit sich nicht aus der Stiftungsurkunde ein anderes ergibt.
Oldenburg, den 18. Januar 1936.
gez. Carl Röver, Gauleiter und Reichsstatthalter.
0er Seiest
In den Beirat gemäß 8 5 der Stiftungsurkunde „Stedingsehre" wurden berufen:
1. Landesstellen- und Gäupropagandaleiter Schulze. Vertreter: Gau - Hauptstellenleiter
Athen. Spezielle Aufgabe: Theaterrechtliche
Angelegenheiten, allgemeine Werbung, (Plakate, Broschüren, Presse, Rundfunk, Film usw.)
2., Eauschulungsleiter Busch er. Vertreter: Eau-Hauptstgllenleiter Robert. Spezielle Aufgabe: Besucher-Organisation in Zusammenarbeit mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", weltanschauliche Ueberwachung, Herausgabe einer Zeitschrift „Bookholzberg" für den gesamten niederdeutschen Raum.
3. Eauwalter DAF. D ieckelmann. Ver
treter: Stellvertr. Gauwart „KdF." Krüger. Spezielle Aufgabe: Besucher-Organisation in
Zusammenarbeit mit der NS.-Kulturgemeinde.
4. Ministerialrat Rotz. Vertreter: Eauschatz- meister - Pfeffermann. Spezielle Aufgabe: Finanzielle Prüfung der Bauvorhaben, Bodeu- erwerb usw., Ueberwachung des sämtlichen mit „Stedingsehre" verbundenen Geldverkehrs, juristische Beratung.
5. Bürgermeister Ortsgruppenleiter Strudt- hoff. Vertreter: Kreisleiter Sturm, Delmen- horst. Spezielle Aufgabe: Buchführung der Bauleitung, örtliche Ueberwachung der gesamten Anlagen.
6. Oberbaurat Wohlschläger. Vertreter: Landesleiter Architekt Fricke, Oldenburg. Spezielle Aufgabe: Technische Beratung bei allen Bauvorhaben.
7. Oberspielleiter Seltner. Vertreter: Fritz Hoopts. Spezielle Aufgabe: Bühnentechnische und allgemeine theatertechnische Beratung.
Zum Geschäftsführer der Stiftung hat der Gauleiter den Parteigenossen Oberfinanzrat Ernst von Seggern ernannt, der in dessen Bertretuna den Vorsitz des Eesamtbeirats hat.
Horst Weisels Seist beseelt auch die üuftwaffe
feierliche frchnenübergabe beim lagdgeschwader „störst wessel" invortmund
Dortmund, 16. Mai.
Dortmund stand gestern im Zeichen der Fahnen- übergabe beim Jagdgeschwader Horst Wessel. Schon in den frühen Morgenstunden hatte eine wahre Völkerwanderung aus der flaggengeschmück- ten Stadt zum Flughafen eingesetzt. Auf allen Straßen marschierten SA-Stürme und Fliegerstürme der Luftgaureserve, fuhren die Kraftwagen des Heeres und der Luftwaffe.
Es war ein prachtvolles militärisches Bild, das sich am Flughafen den Beschauern bot. Auf dem weiten Gelände hatten sich drei Gruppen des Geschwaders Dortmund, Werl und Lippstadt vor ihren Jagdeinsitzern in Paradeaufstellung aufgebaut. Seitlich davon waren bedeutende Einheiten ver SA-Eruppe Westfalen ebenfalls in Paradeaufstellung angetreten. Unter den zahlreichen Ehrengästen, die in ihren Uniformen dem Gesamtbild der Veranstaltung ein besonderes Gepräge gaben, befanden sich auch die Mutter und die Schwester des deutschen Nationalhelden,. Frau Pfarrer Wessel und Inge Wessel in schlichtem Schwarz, der Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch mit zahlreichen Offizieren seines Stabes als Vertreter des Reichsluftfahrtministers Generaloberst Eöring, der Stabschef Viktor Lutze, der Befehlshaber des Luftkreiskommandos IV General der Flieger Halm, der Kommandierende General des VI. Armeekorps Generalleutnant von Kluge und viele andere höhere Offiziere aus Dortmund und den Nachbarstandorten der Wehrmacht. Mit dem Chef des Stabes der SA. waren fast sämtliche Gruppenführer der SA. aus dem ganzen Reich anwesend, ferner alle westdeutschen Gauleiter der NSDAP.
Pünktlich um 11 Uhr erschollen die ersten Kommandos, und der Staatssekretär der Lustfahrt General der Flieger Milch schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der drei Eeschwadergruppen ab, gefolgt vom Stabschef der SA. Lutze und dem Befehlshaber im Luftkreis IV General der Flieger Halm, dem Kommandierenden General des VI. Armeekorps Generalleutnant von Kluge und Offizieren des Eeneralstabes. Zu beiden Seiten des tannenumkränzten Rednerpodiums waren die drei vom Führer am 16. März genehmigten und gestifteten Eruppenfahnen, einstweilen noch verhüllt, aufgestellt. Die drei Gruppenkommandeure begaben sich zu ihren Fahnen. Mit dem Ruf Heil SA! Heil Flieger!" begrüßte der Staatssekretär. mit „Keil Flieger! Heil SA!" der Stabschef vom Mikrophon aus die angetretenen Formationen. Dann ergriff General der Flieger Milch das Wort zu folgender Ansprache:
, Wir haben heute das Geschwader Horst Wessel, das vor einem Jahre dem Führer zu seinem Geburtstage geschenkt wurde, in Dienst zu stellen. Wir verdanken dieses Geschwader der SA., die vor einem Jahre dem Führer die Mittel zur Versiigung stellte, um die Flugzeuge dieses Geschwaders zu beschaffen. Ein jeder SA.-Mann des ganzen Deutschen Reiches hat mit dazu bei- qetragen. Damals haben wir der SA. unseren tzank ausgesprochen und heute soll das Geschwader in Dortmund in Dienst gestellt werden.
Ich habe die SA. und alle Führer der SA. nach Dortmund gebeten, auf Befehl unseres Oberbefehlshabers, Generaloberst Eöring, das Geschwader vorzustellen und vorzuführen. Unser Oberbefehlshaber wollte eigentlich heute selbst hier sein, wurde aber davon abgehalten, weil er wichtige Aufgaben zu erfüllen hat, die ihm vom Führer übergeben worden sind. So bin ich beauftragt, ihn hier zu vertreten. Mit seinen Gedanken weilt er aber zur Stunde unter uns und sieht seinen Kameraden von der SA. und von der Luftwaffe ins Auge.
Der Führer hat selber den Namen für das Geschwader ausgesucht. Es trägt den Namen „H orst Wessel", der als Vorbild für die unzähligen
Kämpfer der SÄ., die im Kampf-für die Bewegung ihr junges Leben opferten, zu betrachten ist.
Mit dem Namen Horst Wessel nimmt die junge deutsche Luftwaffe die Verpflichtung aus sich, in allen Zeiten als begeisterte Kämpfer des Führers dazustehen zum Schutze der deutschen Heimat und des deutschen Volkes.
Das Geschwader ist durch diesen Namen verpflichtet, für alle Zeiten die Treue zu halten. Das Geschwader liegt hier im Westen des Reiches, in Dortmund, dort, wo die deutsche Arbeit lebt und wo früher keine Truppen gelegen haben; heute aber schickt das neue Deutschland mit Stolz seine Truppen in die Kasernen und Quartiere."
Nach der Ansprache erfolgte die feierliche Ueber- gwbe der Fahnen. Der Staatssekretär übergab jede einzelne der drei enthüllten Fahnen unter den Klängen des Präsentiermarsches mit. besonderen Fahnenspriichen oen herantretenden Erup- penkommandeuren, während eine Flak-Batterie Salut schoß. Sodann setzten sich die Fahnen- gruppen vor die in Paradeaufstellung stehenden Geschwadertruppen. Hell leuchtete das goldene Gelb der Fahnen, die stolz im Winde flatterten. Staatssekretär Milch richtete hierauf noch die ernste Mahnung an die Flieger, diesen Fahnen und damit dem Führer im Frieden wie im Kriege die Treue §u halten und jederzeit bereit zu sein, das Beste für Volk und Vaterland zu geben, wie es Horst Wessel tat. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation klangen über den Platz.
Stabschef Lutze nahm dann das Wort zu einer Ansprache. Er warf zunächst einen Rückblick auf die vergangene Systemzeit und betonte sodann die besonders enge Verbundenheit zwischen der Partei mit ihren Gliederungen und der Wehrmacht. Weiter dankte er der Mutter Horst Wessels dafür, daß sie dem Vaterlande einen solchen Heldensöhn geschenkt habe.
„Der Geist Horst Wessels", so sagte Stabschef Lutze, „muß wachbleiben in uns immerdar; es ist der Geist der Männer, die nie nach Verdienst gefragt haben, sondern immer nur: „Wie kann ich am besten meinem Volke dienen". Es ist der Geist, den uns der Führer gegeben hat und den wir fortpflanzen bis in die ewige Zukunft unseres Volkes.
Meine Kameraden! Wir geloben in dieser Stunde, daß die Fahne», die dem Geschwader Horst Wessel heute übergeben wurden, für uns nicht nur äußere Zeichen sein sollen, sondern die Idee verkörpern, für die wir uns alle einsetzen, die Idee des Nationalsozialismus."
Als Stabschef Lutze geendet hatte, setzte sich der General der Flieger Halm an die Spitz« der Parade, die von dem Geschwader-Kommodore Oberstleutnant Döring angeführt wurde. Nach der Fliegerparade folgte der Vorbeimarsch der SA.-Gruppe Westfalen, den der Stabschef abnahm. Dieser Vorbeimarsch war ein Symbol: durch nichts konnte besser die innige Verbundenheit der Wehrmacht mit der Bewegung und ihren Gliederungen zum Ausdruck gebracht werden.
Den Abschluß der Feier bildeten fliegerische Vorführungen des Jagdgeschwaders. Gegen 12.30 Uhr startete eine Kett« Jagdeinsitzer zum Kunstflug. Eine Batterie des Flakregiments ging in Stellung zur Abwehr. Drei Staffeln starteten und zeigten den Hoch- und Tiefangriff auf die Flakbatterie. Dann sammelten sich die fliegerischen Einheiten in der Luft zum Vorbeiflug des Geschwaders in Eeschwaderformation. Diese Vorführungen zeigten mit aller Deutlichkeit, daß die Flieger der jungen deutschen Luftwaffe Hervorragendes zu leisten imstande sind. Der Geist, der sie beseelt, ist Fliegergeist, ist echter Soldatengeist, ist der Kampfgeist eines Horst Wessels, dessen Name das Geschwader mit Stolz auf der Armbinde trägt.
Kranzniederlegung am Srabe korst wessels
Berlin, 16. Mai.
Zur gleichen Zeit, da in Dortmund dem neu ^ aufgestellten Fliegergeschwader Horst Wessel feierlich die Fahnen übergeben wurden, legte imÄuf- trage des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, der stellvertretende Chef des Personalamtes im Reichsluftfahrtministerium, Generalleutnant von Witzendorff, einen Lorbeerkranz mit prachtvollen weißen Lilien und Frühlingsblumen am Grabe Horst Wessels auf dem Alten Nicolai- Friedhof nieder. SA.-Männer hielten die Ehrenwache am Grabe, das gerade auch an diesem Tage von vielen Volksgenossen zu ehrendem Angedenken aufgesucht wurde.
Neglerungsumbildlmg in polen
Seneral Skladkowski neuer Ministerpräsident — Ueberwindung der innerpoMischen Spannungen
Warschau, 16. Mai.
Die Regierung Koscialkowski hat dem polnischen Staatspräsidenten ihren Rücktritt erklärt. Staatspräsident Moscicki hat den Rücktritt angenommen und den General Skladkowski mit der Neubildung der Regierung beauftragt.
Voraussichtlich wird die neue polnische Regierung wie folgt zusammengesetzt sein: Minister- präsidium und Inneres: General Skladkowski
(bisher zweiter Staatssekretär im Kriegsministerium): Aeußeres: Deck; Finanzen: Kwiat-
kowski; Soziale Fürsorge und Arbeit: Koscialkowski (bisher Ministerpräsident); Handel und Industrie: Roman (bisher zweiter Unterstaatssekretär im Ministerium sllr Aeußeres); Justiz: Staatsanwalt Erabowski. Die übrigen Ministerposten bleiben voraussichtlich unverändert.
General Skladkowski hat in den Regierungen des Marschalls Pilsudski in sechs Kabinetten in der Zeit von 1826 bis 1933 das Amt des Innenministers geführt. Er gilt als ein Mann der starken Hand und energischen Entscheidungen.
In maßgeblichen politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß mit General Skladkowski
einer der nächsten Mitarbeiter des Marschalls Pilsudski an die Spitze der Regierung tritt Der Regierungswechsel selbst entspreche der Gepflogenheit, nach Abschluß der Haushaltstagung des Parlaments die Regierung unter Berücksichtigung der jeweils für die nächste Periode vordringlichsten Fragen umzubilden. Unter diesem Gesichtspunkt darf man also aus der Ernennung des Generals Skladkowski, der in vielen Kabinetten des Marschalls als energischer Innenminister bekannt geworden ist, folgern, daß als das Vordringlichste eine starke Hand im Innern gilt, um allen radikalen Strömungen links und rechts'entgegenzutreten. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts läßt erkennen, daß sowohl die außenpolitische wie die finanzpolitische Linie der Regierung unverändert bleiben werde.
In Regierungskreisen wird besonders betont daß entgegen allen Gerüchten der letzten Wochen, die von dem inneren Verfall des ehemaligen Pilsudskilagers zu sprechen wußten, die neue Kabinettsbildung einen Beweis für die Beständigkeit der Regierung und die Konsolidierung der unter ihr stehenden Gruppen bedeutet.
Hämischer Seift Im deutschen siecht
Von vr. jur. Vst stleemsnn, kremen II."
Hecht und Seseh
Viele, auch bedeutende Juristen, gehen an die Frage der vom Parteiprogramm geforderten Ersetzung des römischen Rechts durch ein deutsches Eemeinrecht auf dem Wege heran, daß sie die einzelnen Gesetzesbestimmungen daraufhin prüfen, ob sie römisch-rechtlichen oder deutsch-rechtlichen Ursprungs sind. Sie kommen dann häufig zu dem Ergebnis, daß eine Aus- merzung aller römisch-rechtlichen Bestandteile aus unseren Gesetzen ein hoffnungsloses Unterfangen sei, weil römisch-rechtliche und deutschrechtliche Bestandteile im Lauf der Jahrhunderte untrennbar verschmolzen seien. Damit hätten sie recht, wenn nicht der Ausgangspunkt verkehrt wäre.
Bei der Ersetzung des römischen Rechts durch ein deutsches Eemeinrecht handelt es sich nicht um Auswechselung dieser oder jener Bestimmungen oder „Bestandteile" durch andere. Wer so denkt, zeigt, daß ihm organisches Denken noch fremd ist. Es ist einer der entscheidendsten Jrr- - tümer des hinter uns liegenden mechanistischen Zeitalters, daß es glaubte, man könne unerwünschte, krankhafte Zustände einfach durch einen gesetzgeberischen Akt gegen gesunde auswechseln, wie man bei einem Motor die Zündkerzen auswechselt. So dachte und handelte man bis 1932. Heute erkennen wir wieder, daß ein Volk ein lebendiger Organismus ist, dessen Leben nach anderen Gesetzen verläuft, als die sind, nach denen ein Mechanismus arbeitet. Und das Rechtsleben ist nichts anderes als eine Teilfunktion des Organismus Volk. Wenn sich also im Rechtsleben unerwünschte Zustände zeigen, so ist es nutzlos und darum verkehrt, wenn man versucht, diese Zustände durch einen gesetzgeberischen Akt abzuändern.
Bei der Verwirklichung von Punkt 19 des Parteiprogramms muß man deshalb von einer ganz anderen Seite an die Frage herangehen. Man muß nicht Paragraphen ändern, sondern muß die Ursachen der unerwünschten Erscheinungen im Rechtsleben ergründen. Und dabei wird man finden, daß die Wurzel des Uebels darin liegt, daß sich der Jurist der Vergangenheit gar nicht als Diener am wirklichen Recht fühlen durste, sondern daß der Richter nichts anderes zu sein hatte als der Vollstrecker des Gesetzes, der Anwalt der Vertreter der Parteiinteressen. „Vom Rechte, das mit uns geboren", von dem war nur in sehr beschränktem Umfang die Rede. Man. soll das nicht bestreiken, wie das heute gelegentlich geschieht, sondern sich daran erinnern, daß die ganze Ausbildung des Juristen auf die Erforschung und Befolgung des „Willens des Gesetzgebers" gerichtet war.
Wir empfinden es nicht erst heute, sondern empfanden es schon vor 15 Jahren als schreiendes Unrecht, daß man deutsche Heerführer wegen angeblicher Kriegsgreuel vor Gericht stellte/ Und doch haben sich hohe deutsche Richter bereit gefunden, unter der Kontrolle von Feindbundkommissionen bei diesen Verfahren mitzuwirken und so der Welt das demütigendste und ehrloseste Schauspiel zu geben, das Deutschland jemals geboten hat. Das wäre unmöglich gewesen, wenn sich diese Männer nicht lediglich als Diener des Gesetzes, sondern als Diener am Recht gefühlt hätten. Denn dann hätten sie diesem Un- Recht ein entschiedenes Nein entgegengesetzt.
Nicht auf die Abänderung von Gesetzesbestimmungen kommt es also entscheidend an, sondern auf die Wandlung der Gesinnung und der geistigen Haltung aller der Menschen, die berufen sind, an der Wahrung des Rechts in Deutschland mitzuwirken. Ist erst die nationalsozialistische Weltanschauung und damit auch das nationalsozialistische Rechtsdenken jedem deutschen Rechtswahrer in Fleisch und Blut übergegangen, hört er die Stimme des Volkes zu dem, was Recht, was richtig ist, fühlt er sich ganz als Diener dieses Rechts und betrachtet er es als seine vornehmste Aufgabe, diesem Recht im Leben des Volkes Geltung zu verschaffen, notfalls, wenn
- Siehe in Nr. 131 der „BZ," Aussatzreihe, die wir anläßlich des tages - veröffentlichen.
den Beginn unserer Deutschen Juristen-