Ausgabe 
(16.5.1936) Nr. 136
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der Nation

parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

ralisten Dremens

flmtsblatt des Senats der Zielen kjansestadt Vremen

Erschaut '."wl wöchentlich. Monatsbezug: RM. S,A> einschl. Iv Ps. Zustellunasgeb.: durch die Post

P°stbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck. Hamburg 1,2,2. Betriebsstörungen begründen kernen Anspruch aus Erstattung od. Ersatz. RS.-Gauvcrlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren 8/8 / Fernsprecher: 541 21 und 511 15.

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Bnzcigcn-Grundpreise: Die 22 -mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) soime sonstige Bedingungen Prers. liste 8 (Nachlaßstaffel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-18 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4-131- Uhr.

Nr.lZS / 6. Jahrgang

Sonnabend, 1S. Mai 1S5K

kinzelpreis 15 Npf.

Stedingselire"- ein unvergängliches Mahnmal

Die niederdeutsche Dedenkftatte auf dem vookftohberg eine Stiftung unseres Sauleiters larl köver

Weit über die Grenzen des Gaues Weser-Ems hinaus ist der Bookholzberg, auf dem im ver­gangenen Jahre das Dolksschauspiel von August HinrichsDie Stedinger" ausgeführt wurde, bekannt geworden.

Stedingsehre" wurde für alle Frauen und Männer, die diese Aufführungen miterlebten, ein Begriff. Den Stedinger Bauern zur Ehre ist diese Stätte so genannt. Ihr Kampf hat nach 700 Jahren, durch den Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung seinen völkischen Sinn erhalten. Das junge, jetzt lebende Geschlecht fand wieder

Unser lagesspivgel

Mussolini erklärte einem Vertreter desMa- tiu", daß Abessinien unwiderruflich italie­nisch sei.

In Wien übernahm Dr. Schuschnigg die Füh­rung der Vaterländischen Front.

Die polnische Regierung ist gestern zurück­getreten.

In Dortmund wurde das GeschwaderHorst Messe!" in Dienst gestellt.

Das in den Dornierwerken Friedrichshafen für den Transozeanflugverkehr neuerbaute Srohflugschiss vc>. XVIII. ist von der Deut­schen Lufthansa übernommen worden.

Die Mörder des Taxichausseurs Unterberg, Wedler und Glöckner, wurden in Garbsen gefaßt.

Im Kampf um den Davispokal gegen Ungarn führt Deutschland nach dem ersten Tag 2:0. Die Deschimag hat den Auftrag für den Bau eines neuen Passagierschiffes für Norwegens Rechnung erhalten.

Gauleiter Carl Röver sprach auf der Tagung der Augenhandelsstelle für das Weser-Ems- Grbiet in Osnabrück.

Kreisleiter Blanke zeichnete gestern für das Dankopfer der Nation.

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zu der Geschichte seiner Heimat, zu der Geschichte seines Volkes zurück. ^

Aus allen Teilen des Gaues und darüber hinaus aus allen Teilen des Vaterlandes kamen in unendlicher Zahl die Frauen und Männer, um auf der Gedenkstätte den Todeskgmpf des harten und kühnen Stedinger Bauerngeschlechts mitzu­erleben, und waren tief erschüttert, als hier Bauern und Bäuerinnen des Landes mit einer wahren Hingabe dem Spiel Kraft und Starke gaben. So wird der Geist der- Altvordern rns Ewige, ins Zeitlose getragen. Die Gewissens­freiheit der Stedinger Bauern von ernst rst heute Selbstverständlichkeit geworden.

Ueber 80 000 deutsche Menschen kamen zu der Stätte des Gedenkens, zu der Statte der Be­sinnung. Sie wurde eine Kraftquelle aus der sich diese Menschen glaubenstiefe Hoffnung und Zuversicht und ein starkes Selbstvertrauen holten sllr den Kampf um die ewige Beständigkeit der heiligen deutschen Nation und ihres eigenen

Blutes. - . - ^

Das überwältigend« Interesse der Volks­genossen während der letztjährigen Spielzeit veranlagte den Gauleiter Carl R ö v e r, die Gedenkstätte weiter auszubauen. Nachfolgende Geschlechter sollen ein wunderbares Erbe empfangen, das sie immer und immer wieder an den todesmutigen Kampf der alten Stedinger erinnert. Für die nationalsozialistische Bewegung aber soll diese Gedenkstätte ein unvergängliches Mahnmal deutschen Kämpsergeistes sein.

Aus dieser Erwägung heraus hat der Gauleiter im Januar dieses Jahres eine Stiftung mit dem NamenStedingsehre errichtet. Damit ist der Wunsch aber Tausender Männer und Frauen erfüllt!

An sie ergeht jetzt der Ruf und d,e Bitte: Opfert für die Stiftung und werdet so Baumeister und Mitgestalter anStedingsehre"! Den Alt­vordern zum Dank. Euch zur Ehre und euren Kindern zur Kraft!

Vle Stiftungsurkunde

8 1. Ich errichte eine gemeinnützige Stiftung mit der Bezeichnung2 tedingse h r e .

8 2. Die Stiftung hat ihren Sitz in Oldenburg i. O

8 3. Die Stiftung hat den Zweck, die Stätte Stedingsehre" zu erwerben, auszubauen und zu unterhalten und insbesondere durch Veranstaltun­gen auf der StätteStedingsehre" den Freiheits­kampf der Stedinger im Volke lebendig Zu er­halten. Der jeweilige Gauleiter des Gaues We­ser-Ems der Nationalsozialistischen Deutschen Ar­beiterpartei ist berechtigt, den Zweck der Stiftung unter entsprechender Aenderung der Stiftungs­urkunde einzuschränken, zu erweitern oder zu an­dern. Die Aenderung der Stiftungsurkunde be­darf der Genehmigung der nach 8 80 BEB. zu­ständigen Behörde. --

8 4. Ich statte die Stiftung zunächst mit einem Betrage von 20 000 NM. aus. Weitere Mittel werden durch Spenden und Sammlungen ausg- bracht werden, soweit es die Erfüllung des --tif- lungszweckes erfordert.

8 5. Die Stiftung wird durch den jeweiligen Gauleiter des Gaues Weser-Ems der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder dessen

Vertreter im Partciamt geleitet und vertreten. Der Gauleiter kann Beiräte zur beratenden Mit­wirkung berufen. Die Zahl der Beträte soll nicht mehr als 8 betragen. Der Gauleiter hat wichtige Angelegenheiten der Stiftung mit den Beiräten zu beraten und ihnen Gelegenheit zur Aeußerung zu geben.

8 6. Der Gauleiter hat ferner einen Ehren- ausschuß der Stiftung zu bilden, dessen Mitglieder er beruft.

8 7. Die laufenden Geschäfte der Stiftung führt ein vom Gauleiter zu bestimmender Geschäfts­führer oder bei seiner Verhinderung ein von ihm mit Zustimmung des Gauleiters zu berufender Stellvertreter nach einer vom Gauleiter zu er­lassenden Dienstanweisung. Der Geschäftsführer oder sein Stellvertreter sind insoweit zur Ver­tretung der Stiftung berechtigt.

8 8. Die Aufhebung der Stiftung erfolgt durch den jeweiligen Gauleiter des Gaues Weser-Ems der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter­partei. - Sie bedarf der Genehmigung der nach 8 80 des BGB. zuständigen Behörde. Etwa bei der Aufhebung oder dem Erlöschen der Stiftung nach Berichtigung der Verbindlichkeiten noch vor­

handenes Vermögen fällt an die Nationalsozia­listische Deutsche Arbeiterpartei.

8 8. Die Vorschriften der 88 80 bis 88 des BEB. finden Anwendung, soweit sich nicht aus der Stiftungsurkunde ein anderes ergibt.

Oldenburg, den 18. Januar 1936.

gez. Carl Röver, Gauleiter und Reichsstatthalter.

0er Seiest

In den Beirat gemäß 8 5 der Stiftungs­urkundeStedingsehre" wurden berufen:

1. Landesstellen- und Gäupropagandaleiter Schulze. Vertreter: Gau - Hauptstellenleiter

Athen. Spezielle Aufgabe: Theaterrechtliche

Angelegenheiten, allgemeine Werbung, (Plakate, Broschüren, Presse, Rundfunk, Film usw.)

2., Eauschulungsleiter Busch er. Vertreter: Eau-Hauptstgllenleiter Robert. Spezielle Auf­gabe: Besucher-Organisation in Zusammenarbeit mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", weltanschauliche Ueberwachung, Herausgabe einer ZeitschriftBookholzberg" für den gesamten niederdeutschen Raum.

3. Eauwalter DAF. D ieckelmann. Ver­

treter: Stellvertr. GauwartKdF." Krüger. Spezielle Aufgabe: Besucher-Organisation in

Zusammenarbeit mit der NS.-Kulturgemeinde.

4. Ministerialrat Rotz. Vertreter: Eauschatz- meister - Pfeffermann. Spezielle Aufgabe: Finanzielle Prüfung der Bauvorhaben, Bodeu- erwerb usw., Ueberwachung des sämtlichen mit Stedingsehre" verbundenen Geldverkehrs, juristische Beratung.

5. Bürgermeister Ortsgruppenleiter Strudt- hoff. Vertreter: Kreisleiter Sturm, Delmen- horst. Spezielle Aufgabe: Buchführung der Bau­leitung, örtliche Ueberwachung der gesamten Anlagen.

6. Oberbaurat Wohlschläger. Vertreter: Landesleiter Architekt Fricke, Oldenburg. Spezielle Aufgabe: Technische Beratung bei allen Bauvorhaben.

7. Oberspielleiter Seltner. Vertreter: Fritz Hoopts. Spezielle Aufgabe: Bühnentechnische und allgemeine theatertechnische Beratung.

Zum Geschäftsführer der Stiftung hat der Gau­leiter den Parteigenossen Oberfinanzrat Ernst von Seggern ernannt, der in dessen Bertretuna den Vorsitz des Eesamtbeirats hat.

Horst Weisels Seist beseelt auch die üuftwaffe

feierliche frchnenübergabe beim lagdgeschwaderstörst wessel" invortmund

Dortmund, 16. Mai.

Dortmund stand gestern im Zeichen der Fahnen- übergabe beim Jagdgeschwader Horst Wessel. Schon in den frühen Morgenstunden hatte eine wahre Völkerwanderung aus der flaggengeschmück- ten Stadt zum Flughafen eingesetzt. Auf allen Straßen marschierten SA-Stürme und Flieger­stürme der Luftgaureserve, fuhren die Kraftwagen des Heeres und der Luftwaffe.

Es war ein prachtvolles militärisches Bild, das sich am Flughafen den Beschauern bot. Auf dem weiten Gelände hatten sich drei Gruppen des Ge­schwaders Dortmund, Werl und Lippstadt vor ihren Jagdeinsitzern in Paradeaufstellung aufge­baut. Seitlich davon waren bedeutende Einheiten ver SA-Eruppe Westfalen ebenfalls in Paradeauf­stellung angetreten. Unter den zahlreichen Ehren­gästen, die in ihren Uniformen dem Gesamtbild der Veranstaltung ein besonderes Gepräge gaben, befanden sich auch die Mutter und die Schwester des deutschen Nationalhelden,. Frau Pfarrer Wes­sel und Inge Wessel in schlichtem Schwarz, der Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch mit zahlreichen Offizieren seines Stabes als Vertreter des Reichsluftfahrtministers Gene­raloberst Eöring, der Stabschef Viktor Lutze, der Befehlshaber des Luftkreiskommandos IV Ge­neral der Flieger Halm, der Kommandierende General des VI. Armeekorps Generalleutnant von Kluge und viele andere höhere Offiziere aus Dortmund und den Nachbarstandorten der Wehrmacht. Mit dem Chef des Stabes der SA. waren fast sämtliche Gruppenführer der SA. aus dem ganzen Reich anwesend, ferner alle westdeut­schen Gauleiter der NSDAP.

Pünktlich um 11 Uhr erschollen die ersten Kom­mandos, und der Staatssekretär der Lustfahrt General der Flieger Milch schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der drei Eeschwadergruppen ab, ge­folgt vom Stabschef der SA. Lutze und dem Be­fehlshaber im Luftkreis IV General der Flieger Halm, dem Kommandierenden General des VI. Armeekorps Generalleutnant von Kluge und Offizieren des Eeneralstabes. Zu beiden Seiten des tannenumkränzten Rednerpodiums waren die drei vom Führer am 16. März genehmigten und gestifteten Eruppenfahnen, einstweilen noch ver­hüllt, aufgestellt. Die drei Gruppenkommandeure begaben sich zu ihren Fahnen. Mit dem Ruf Heil SA! Heil Flieger!" begrüßte der Staats­sekretär. mitKeil Flieger! Heil SA!" der Stabschef vom Mikrophon aus die angetretenen Formationen. Dann ergriff General der Flieger Milch das Wort zu folgender Ansprache:

, Wir haben heute das Geschwader Horst Wessel, das vor einem Jahre dem Führer zu seinem Geburtstage geschenkt wurde, in Dienst zu stellen. Wir verdanken dieses Geschwader der SA., die vor einem Jahre dem Führer die Mittel zur Versiigung stellte, um die Flugzeuge dieses Geschwaders zu beschaffen. Ein jeder SA.-Mann des ganzen Deutschen Reiches hat mit dazu bei- qetragen. Damals haben wir der SA. unseren tzank ausgesprochen und heute soll das Geschwader in Dortmund in Dienst gestellt werden.

Ich habe die SA. und alle Führer der SA. nach Dortmund gebeten, auf Befehl unseres Ober­befehlshabers, Generaloberst Eöring, das Ge­schwader vorzustellen und vorzuführen. Unser Oberbefehlshaber wollte eigentlich heute selbst hier sein, wurde aber davon abgehalten, weil er wichtige Aufgaben zu erfüllen hat, die ihm vom Führer übergeben worden sind. So bin ich be­auftragt, ihn hier zu vertreten. Mit seinen Ge­danken weilt er aber zur Stunde unter uns und sieht seinen Kameraden von der SA. und von der Luftwaffe ins Auge.

Der Führer hat selber den Namen für das Ge­schwader ausgesucht. Es trägt den NamenH orst Wessel", der als Vorbild für die unzähligen

Kämpfer der., die im Kampf-für die Bewe­gung ihr junges Leben opferten, zu betrachten ist.

Mit dem Namen Horst Wessel nimmt die junge deutsche Luftwaffe die Verpflichtung aus sich, in allen Zeiten als begeisterte Kämpfer des Führers dazustehen zum Schutze der deutschen Heimat und des deutschen Volkes.

Das Geschwader ist durch diesen Namen ver­pflichtet, für alle Zeiten die Treue zu halten. Das Geschwader liegt hier im Westen des Reiches, in Dortmund, dort, wo die deutsche Arbeit lebt und wo früher keine Truppen gelegen haben; heute aber schickt das neue Deutschland mit Stolz seine Truppen in die Kasernen und Quartiere."

Nach der Ansprache erfolgte die feierliche Ueber- gwbe der Fahnen. Der Staatssekretär übergab jede einzelne der drei enthüllten Fahnen unter den Klängen des Präsentiermarsches mit. beson­deren Fahnenspriichen oen herantretenden Erup- penkommandeuren, während eine Flak-Batterie Salut schoß. Sodann setzten sich die Fahnen- gruppen vor die in Paradeaufstellung stehenden Geschwadertruppen. Hell leuchtete das goldene Gelb der Fahnen, die stolz im Winde flatterten. Staatssekretär Milch richtete hierauf noch die ernste Mahnung an die Flieger, diesen Fahnen und damit dem Führer im Frieden wie im Kriege die Treue §u halten und jederzeit bereit zu sein, das Beste für Volk und Vaterland zu geben, wie es Horst Wessel tat. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation klangen über den Platz.

Stabschef Lutze nahm dann das Wort zu einer Ansprache. Er warf zunächst einen Rückblick auf die vergangene Systemzeit und betonte sodann die besonders enge Verbundenheit zwi­schen der Partei mit ihren Gliede­rungen und der Wehrmacht. Weiter dankte er der Mutter Horst Wessels dafür, daß sie dem Vaterlande einen solchen Heldensöhn ge­schenkt habe.

Der Geist Horst Wessels", so sagte Stabschef Lutze,muß wachbleiben in uns immerdar; es ist der Geist der Männer, die nie nach Verdienst ge­fragt haben, sondern immer nur:Wie kann ich am besten meinem Volke dienen". Es ist der Geist, den uns der Führer gegeben hat und den wir fortpflanzen bis in die ewige Zukunft unseres Volkes.

Meine Kameraden! Wir geloben in dieser Stunde, daß die Fahne», die dem Geschwader Horst Wessel heute übergeben wurden, für uns nicht nur äußere Zeichen sein sollen, sondern die Idee verkörpern, für die wir uns alle einsetzen, die Idee des Nationalsozialismus."

Als Stabschef Lutze geendet hatte, setzte sich der General der Flieger Halm an die Spitz« der Parade, die von dem Geschwader-Kommodore Oberstleutnant Döring angeführt wurde. Nach der Fliegerparade folgte der Vorbeimarsch der SA.-Gruppe Westfalen, den der Stabschef ab­nahm. Dieser Vorbeimarsch war ein Symbol: durch nichts konnte besser die innige Verbunden­heit der Wehrmacht mit der Bewegung und ihren Gliederungen zum Ausdruck gebracht werden.

Den Abschluß der Feier bildeten fliegerische Vorführungen des Jagdgeschwaders. Gegen 12.30 Uhr startete eine Kett« Jagdeinsitzer zum Kunst­flug. Eine Batterie des Flakregiments ging in Stellung zur Abwehr. Drei Staffeln starteten und zeigten den Hoch- und Tiefangriff auf die Flak­batterie. Dann sammelten sich die fliegerischen Einheiten in der Luft zum Vorbeiflug des Ge­schwaders in Eeschwaderformation. Diese Vorfüh­rungen zeigten mit aller Deutlichkeit, daß die Flieger der jungen deutschen Luftwaffe Hervor­ragendes zu leisten imstande sind. Der Geist, der sie beseelt, ist Fliegergeist, ist echter Soldatengeist, ist der Kampfgeist eines Horst Wessels, dessen Name das Geschwader mit Stolz auf der Armbinde trägt.

Kranzniederlegung am Srabe korst wessels

Berlin, 16. Mai.

Zur gleichen Zeit, da in Dortmund dem neu ^ aufgestellten Fliegergeschwader Horst Wessel feier­lich die Fahnen übergeben wurden, legte imÄuf- trage des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, der stellvertretende Chef des Personal­amtes im Reichsluftfahrtministerium, General­leutnant von Witzendorff, einen Lorbeerkranz mit prachtvollen weißen Lilien und Frühlingsblumen am Grabe Horst Wessels auf dem Alten Nicolai- Friedhof nieder. SA.-Männer hielten die Ehren­wache am Grabe, das gerade auch an diesem Tage von vielen Volksgenossen zu ehrendem An­gedenken aufgesucht wurde.

Neglerungsumbildlmg in polen

Seneral Skladkowski neuer Ministerpräsident Ueberwindung der innerpoMischen Spannungen

Warschau, 16. Mai.

Die Regierung Koscialkowski hat dem polnischen Staatspräsidenten ihren Rücktritt erklärt. Staats­präsident Moscicki hat den Rücktritt angenommen und den General Skladkowski mit der Neubildung der Regierung beauftragt.

Voraussichtlich wird die neue polnische Regie­rung wie folgt zusammengesetzt sein: Minister- präsidium und Inneres: General Skladkowski

(bisher zweiter Staatssekretär im Kriegsmini­sterium): Aeußeres: Deck; Finanzen: Kwiat-

kowski; Soziale Fürsorge und Arbeit: Koscial­kowski (bisher Ministerpräsident); Handel und Industrie: Roman (bisher zweiter Unterstaats­sekretär im Ministerium sllr Aeußeres); Justiz: Staatsanwalt Erabowski. Die übrigen Minister­posten bleiben voraussichtlich unverändert.

General Skladkowski hat in den Regierungen des Marschalls Pilsudski in sechs Kabinetten in der Zeit von 1826 bis 1933 das Amt des Innen­ministers geführt. Er gilt als ein Mann der star­ken Hand und energischen Entscheidungen.

In maßgeblichen politischen Kreisen wird dar­auf hingewiesen, daß mit General Skladkowski

einer der nächsten Mitarbeiter des Marschalls Pilsudski an die Spitze der Regierung tritt Der Regierungswechsel selbst entspreche der Gepflogen­heit, nach Abschluß der Haushaltstagung des Parlaments die Regierung unter Berücksichtigung der jeweils für die nächste Periode vordringlich­sten Fragen umzubilden. Unter diesem Gesichts­punkt darf man also aus der Ernennung des Generals Skladkowski, der in vielen Kabinetten des Marschalls als energischer Innenminister be­kannt geworden ist, folgern, daß als das Vor­dringlichste eine starke Hand im Innern gilt, um allen radikalen Strömungen links und rechts'ent­gegenzutreten. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts läßt erkennen, daß sowohl die außen­politische wie die finanzpolitische Linie der Regierung unverändert bleiben werde.

In Regierungskreisen wird besonders betont daß entgegen allen Gerüchten der letzten Wochen, die von dem inneren Verfall des ehemaligen Pilsudskilagers zu sprechen wußten, die neue Kabinettsbildung einen Beweis für die Bestän­digkeit der Regierung und die Konsolidierung der unter ihr stehenden Gruppen bedeutet.

Hämischer Seift Im deutschen siecht

Von vr. jur. Vst stleemsnn, kremen II."

Hecht und Seseh

Viele, auch bedeutende Juristen, gehen an die Frage der vom Parteiprogramm geforderten Er­setzung des römischen Rechts durch ein deut­sches Eemeinrecht auf dem Wege heran, daß sie die einzelnen Gesetzesbestimmungen dar­aufhin prüfen, ob sie römisch-rechtlichen oder deutsch-rechtlichen Ursprungs sind. Sie kommen dann häufig zu dem Ergebnis, daß eine Aus- merzung aller römisch-rechtlichen Bestandteile aus unseren Gesetzen ein hoffnungsloses Unter­fangen sei, weil römisch-rechtliche und deutsch­rechtliche Bestandteile im Lauf der Jahrhunderte untrennbar verschmolzen seien. Damit hätten sie recht, wenn nicht der Ausgangspunkt verkehrt wäre.

Bei der Ersetzung des römischen Rechts durch ein deutsches Eemeinrecht handelt es sich nicht um Auswechselung dieser oder jener Bestimmun­gen oderBestandteile" durch andere. Wer so denkt, zeigt, daß ihm organisches Denken noch fremd ist. Es ist einer der entscheidendsten Jrr- - tümer des hinter uns liegenden mechanistischen Zeitalters, daß es glaubte, man könne uner­wünschte, krankhafte Zustände einfach durch einen gesetzgeberischen Akt gegen gesunde auswechseln, wie man bei einem Motor die Zündkerzen aus­wechselt. So dachte und handelte man bis 1932. Heute erkennen wir wieder, daß ein Volk ein lebendiger Organismus ist, dessen Leben nach anderen Gesetzen verläuft, als die sind, nach denen ein Mechanismus arbeitet. Und das Rechts­leben ist nichts anderes als eine Teilfunktion des Organismus Volk. Wenn sich also im Rechtsleben unerwünschte Zustände zeigen, so ist es nutzlos und darum verkehrt, wenn man versucht, diese Zustände durch einen gesetzgeberischen Akt abzu­ändern.

Bei der Verwirklichung von Punkt 19 des Parteiprogramms muß man deshalb von einer ganz anderen Seite an die Frage herangehen. Man muß nicht Paragraphen ändern, sondern muß die Ursachen der unerwünschten Erschei­nungen im Rechtsleben ergründen. Und dabei wird man finden, daß die Wurzel des Uebels darin liegt, daß sich der Jurist der Vergangen­heit gar nicht als Diener am wirklichen Recht fühlen durste, sondern daß der Richter nichts anderes zu sein hatte als der Vollstrecker des Gesetzes, der Anwalt der Vertreter der Partei­interessen.Vom Rechte, das mit uns geboren", von dem war nur in sehr beschränktem Umfang die Rede. Man. soll das nicht bestreiken, wie das heute gelegentlich geschieht, sondern sich daran erinnern, daß die ganze Ausbildung des Juristen auf die Erforschung und Befolgung desWillens des Gesetzgebers" gerichtet war.

Wir empfinden es nicht erst heute, sondern empfanden es schon vor 15 Jahren als schreiendes Unrecht, daß man deutsche Heerführer wegen an­geblicher Kriegsgreuel vor Gericht stellte/ Und doch haben sich hohe deutsche Richter bereit gefun­den, unter der Kontrolle von Feindbundkom­missionen bei diesen Verfahren mitzuwirken und so der Welt das demütigendste und ehrloseste Schauspiel zu geben, das Deutschland jemals ge­boten hat. Das wäre unmöglich gewesen, wenn sich diese Männer nicht lediglich als Diener des Gesetzes, sondern als Diener am Recht ge­fühlt hätten. Denn dann hätten sie diesem Un- Recht ein entschiedenes Nein entgegengesetzt.

Nicht auf die Abänderung von Gesetzesbestim­mungen kommt es also entscheidend an, sondern auf die Wandlung der Gesinnung und der geistigen Haltung aller der Men­schen, die berufen sind, an der Wahrung des Rechts in Deutschland mitzuwirken. Ist erst die nationalsozialistische Weltanschauung und damit auch das nationalsozialistische Rechtsdenken jedem deutschen Rechtswahrer in Fleisch und Blut über­gegangen, hört er die Stimme des Volkes zu dem, was Recht, was richtig ist, fühlt er sich ganz als Diener dieses Rechts und betrachtet er es als seine vornehmste Aufgabe, diesem Recht im Leben des Volkes Geltung zu verschaffen, notfalls, wenn

- Siehe in Nr. 131 derBZ," Aussatzreihe, die wir anläßlich des tages - veröffentlichen.

den Beginn unserer Deutschen Juristen-