Ausgabe 
(12.5.1936) Nr. 132
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

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Nr. 1Z2 / 6. Jahrgang

Menstag 12. Mai 1SZ6

kinzelpreis 15 Npf.

fluf dem Wege 1UM deutschen Nationalcheater

Dr. Loebbels auf der Jalireokundgebung der Neichskultuekammer / Zielweisende Mchtlinien

für die Aufbauarbeit des deutschen VolkstHeaters

Münche«, 12. Mai.

: Der gestrige Nachmittag brachte den Höhepunkt der Reichstheaterfestwoche in München. Münchens schönster und repräsentativster Saal, der große Saal des Deutschen Museums, verlieh auch dieser großen Kundgebung der Reichstheaterkammerden würdigen Rahmen. Von der Vorhalle aus, im Treppenhaus bis an den Eingang des Saales standen SS.-Männer Ehrenspalier. 2m Saale zog

Unser lagesspiegel

Die Führer des LZ.Hindenburg" wurden nach ihrer beispiellosen Fahrt von Präsident Roosevelt empfangen.

Nach dem Geschäftsbericht 1838/38 der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat sich die Zusammenarbeit der Zentralbanken fruchtbringend ausgewirkt.

Baron Aloisi verließ unter Protest in Genf die Tagung des Völlerbundsrates.

Die Arbeitslosenzisfer im Reiche ist im Mo­nat April um 174 888 gesunken.

Aus einem Reichsbetrieisappell des Bau­gewerbes erössnete Dr. Ley eine Großaktion zur Unfallverhütung.

Auf der Kundgebung der Reichstheaterkam- mer in München machte Dr. Goebbels rich- tnngweisende Ausführungen für das deutsche Theaterwesen.

Eine großangelegte Probefahrt der neuesten Schnellfahrzeuge der Reichsbahn berührte auch Vremen.

Die NSV. erfreute 88 zur Erholung in St. Magnns weilende Mütter mit einer Fahrt nach Wesermünde und Vremerhaven.

das im Tannengriin, Silbergirlanden und leuch­tenden Hortensien prangende Podium den Blick auf sich. Hier oben hatte das Bayerische Staats- orchefter Platz genommen.

Es waren u. a. erschienen: der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, der Präsident der Reichsknltnrkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, die Reichsleiter, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Reichsschatzmeister Schwarz und Oberbürgermeister Fiehler, Staats­sekretär und Vizepräsident der Reichskulturkam­mer Funk, der bayerische Ministerpräsident Sie­bert, Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner und andere Mitglieder der bayerischen Landes­regierung, der deutsche Gesandte in Wien, von Papeu, der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Schlösser, und andere bekannte Männer der Bewegung, des Staates, der Wehr­macht und der Polizei sowie der Hauptstadt der Bewegung. Das deutsche Theaterleben war durch viele Intendanten und Bühnenleiter, Vühnen- darsteller und andere mit der Viihnenkunst ver­bundene Persönlichkeiten vertreten. 2m übrigen füllten Vertreter der SA., SS. und anderer Glie­derungen der Partei, Mitglieder der konsularischen Vereinigung, Männer des deutschen Schrifttums und des kulturellen Lebens und Volksgenossen aus allen Vernfsständen den festlichen Saal.

Die Ouvertüre zu Carl Maria von Webers Euryanthe" unter der Leitung des Staats- kapellmersters. Meinhard von Zallinger. er­öffnete die Kundgebung. Der bayrische Staats­minister Gauleiter Adolf Wagner begrüßte die Teilnehmer der KundgeLuim im Namen der bay­rischen. Staatsregierung. Er, dankte vor allem Reichsminrster Dr. Goebbels dafür, daß er die Reichskheaterwoche nach München gelegt habe. Es sei ein gutes Zeichen, daß diese Veranstaltung gerade in eine Zeit falle, in der in München große Pläne vor allem auf dem Gebiete des Theaterwesens bearbeitet werden. Der Führer wolle München eine große Oper geben. Die Be­arbeitung der Baupläne sei bereits im Gange.

Darauf trat der Präsident der Reichskultur­kammer,

er

Neichsminister Vc. Soebbels

an das Rednerpult. Einleitend erinnerte er daran, daß das Theater in keinem anderen Lande seit je so lebhaft, so leidenschaftlich und eindring­lich diskutiert worden sei, wie in Deutschland. Für uns Deutsche sei das Theater immer eine SachedesHerzens gewesen, und alle großen deutschen Geister habe die Sehnsucht erfüllt, das Theater zu einer Angelegenheit des ganzen Volkes zu machen. Sie hätten sich zu allen Zeiten unserer Geschichte an dieser Dis­kussion beteiligt. So habe Lessing nicht nur dem deutschen, sondern dem Welttheater in der Hambnrgischen Dramaturgie" das Wesensgefllge gegeben, und Schiller habe ihm den Ehrentitel einermoralischen Anstalt" verliehen, lieber diese beiden Großen unserer Theater­geschichte seien wir bis zum heutigen Tage kaum hinausgekommen. Wir lebten noch heute non ihrem geistigen Erbe, das deswegen immer noch Gültigkeit habe und aktuell sei.

Mit großer Befriedigung könne man fest­stellen. daß das deutsche Theater zu seinem eige­nen Segen und Nutzen wieder anzuknüpfen be­ginne bei Lessing, dem großen deutschen Theater- Theoretiker, urd bei Schiller, dem großen Ge­

stalter des deutschen Theaters. Die deutsche Bühne fange heute wieder an, im Sinne Schillers einemoralische Anstalt" zu werden und das Po­dium der politischen und sozialen Moral auch unserer Zeit zu sein.

auch das Grundproblem des modernen deutschen Theaters zu liegen: Zurück zur einfachen Klarheit in Stoff, Inszenierung und Darstellung!"

Das Ilieater lebt vom Volke

Dr. Goebbels setzte dann auseinander, wie das Theater vom Volke lebe und von ihm auch seinen belebenden Impuls empfange. Es dürfe nicht das Vorrecht einer hauchdünnen Ober­schicht bleiben, sondern es müsse versuchen, das ganze Volk zu erfassen und andererseits auch wieder von ihm erfaßt zu werden. Das bedeute allerdings nicht, daß das deutsche Theater einem öden und billigen Massenaeschmack huldigen müsse.Das Gerede von Massengeschmack", so betonte der Minister,ist meist nur eine Aus-

Der Minister erörterte dann eine große Reihe von Erundproblemen, die dem deutschen Theater sür die Gegenwart und die nähere Zukunft aufgegeben sind. Was die geistige Leitung des Theaters anlange, so müsse der Intendant be­denken, daß, wie auf allen Gebieten des öffent­lichen Lebens, so auch im Theater jeder große Wurf mit einem Risiko verbunden sei. Große

Erfolge, so rief Dr. Goebbels unter lebhaftem " ifall " '

Beifall aus, könnten nur erzielt werden, wenn man den

Mut;um Msiko

rede. Der Massengeschmack ist vielfach nur ein k. Und diejenigen Theaterunter-

Kassengeschmack.

auf sich nehme. Gerade auch in bezug auf eine

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nehmen, die einer geistlosen Scheinkunst huldigen, denken nicht so sehr an die Masse, wie an die

Kasse; es ist ihr Hauptbestreben, die Kasse auf

billige und risikolose Weise zu füllen. Alle

lerdings haben wir auch nie geglaubt, baß die Kunst sich selbst ernähren könnte. Sie hat vielmehr, um lebenskräftig zu bleiben, immer Subventionen nötig. Sie kann nicht mit irgend­einem Wirtschaftsbetrieb verglichen werden, der nur dann Sinn hat, wenn er sich rentiert. Selbst wenn es um die Unterhaltung geht, ist es nicht damit getan, sie geistlos und platt an die Masse heranzubringen. Auch die

eitgemäße Ausgestaltung des deutschen Theater- fpielplanes gelte es, zu wagen, um zu gewinnen. Allgemeinen Beifall löste auch die Feststellung des Ministers aus, daß das Theater als eine künstlerische Angelegenheit in der Hauptsache von Künstlern und nicht von Beamten be­treut werden müsse. Deshalb dürfe es nicht dazu kommen, daß man die Theaterleiter nach und nach durch Beamte zu ersetzen beginne.

Unterkaltung muß geistvoll sein

sie soll dem Volke in seinem schweren Daseins- lamps Werte geben, die über das materielle des Tagesdaseins hinauszuführen die Kraft haben. Auch die nationalsozialistische Bewegung hat die breite Masse nicht dadurch in ihren Bannkreis gezogen, daß sie etwas möglichst Geistloses und Plattes als Ziel vertreten hätte. Wir haben viel­mehr unseren Weg den breiten Massen aus die einfachste Weise nahegebracht. Hier scheint mir

Nach Beseitigung der Verfallserscheinungen der vergangenen 14 Jahre können sich die Reichs­dramaturgen nun im wesentlichen positiven Aufgaben widmen. Der deutsche Theaterspiel­plan sei neu aufgebaut worden und habe Rich­tung, Ziel und Inhalt bekommen.

Was die gesellschaftliche Stellung des Darstellerberufes betreffe, so sei es das ernste Bestreben der nationalsozialistischen Staatssührung gewesen, dem Beruf des Dar­stellers die Bedeutung zu geben, die ihm zukomme. Der Minister wies in diesem Zusammenhang dar­auf hin, daß der Darsteller sich immer nur inner­halb einer beschränkten Zeit seines Lebens voll auswirken könne, und daß seine Laufbahn, von Ausnahmen abgesehen, nach wenigen Jahren des Glanzes abschließe.

Demgegenüber muß man ein soziales Regu­

lativ einbauen. Der Darsteller muß die Möglich-

' rffens

kett haben, sich in den Jahren seines Schaf, auch sozial so zu stellen, daß er für den Lebens­abend in gewisser Weise gesichert ist. Diesen Um­stand muß man bei den Gagen berücksichtigen. Man muß bedenken, daß auch im Darstellerberuf mit Fleiß, Genauigkeit und Systematik gearbeitet wird.

flchtung vor dem Vorstellet

Der Beruf des Darstellers ist volkspolitisch un­endlich wichtig, denn es bedeutet schon viel, wenn sich in einem Volk ein paar tausend Menschen finden, die ihre Aufgabe darin sehen, den breiten Massen in ihrem Daseinskamps unter Aufbietung fleißigster und anstrengendster Arbeit Entspannung zu geben. Ein Stand, der eine so grundlegende Forderung des modernen nationalsozialistischen Lebens erfüllt, hat Anspruch aus öffentliche Achtung und muß vor Vorurteilen geschützt wer­den, die vielleicht populär, aber durchaus nicht richtig sind.

Eingehend beschäftigte sich der Minister auch mit dem Verhältnis zwischen

Publikum und vieater

Der Nationalsozialismus habe sich von Ansang an bemüht, die Masse des Volkes in breitestem Um­fang in die Theater hineinzuführen. Die in­zwischen errichteten zahlreichenTheater des Vol­kes" seien aber keineswegs dazu angetan, den bestehenden Reichs- und Staatstheatern Konkur­renz zu bereiten.Es verhält sich hier mit unserer Aufbauarbeit genau so wie bei den anderen kul­turellen Einrichtungen des Nationalsozialismus. Wir betreiben nicht zu billigsten Eintrittspreisen Volkstheater, um damit den Reichs- und Staats­theatern ihr Publikum zu nehmen. Wir führen in dieseTheater des Volkes" Schichten, die ein Theater bisher nur von außen gesehen habe». (Stürmischer Beifall.) Die Erfahrung hat uns Recht gegeben: Die Theater des Reiches und der Länder sind deshalb nicht leerer, sondern voller geworden. (Fortsetzung aus Seite 2)

Wieder 174 IM weniger

wettere günstige kntwicklung des flrbettseinsahes im Monat flpril / Sie winterliche Zunahme wieder ausgeglichen

! erlin, 12. Mai.

Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung setzte sich die frühjahrsmäßige Belebung des Arbeitsein­satzes, die im März zu der außerordentlich starken Abnahme der Arbeitslosigkeit geführt hatte, im April weiter durch. Die Zahl der Arbeitslosen ging um rund 174 888 zurück, so daß am Monats­schluß noch 1783 674 Arbeitslose vorhanden waren. Damit ist die winterliche Arbeitslosenzunahmc fast wieder ausgeglichen und der günstigste Stand der Arbeitslosigkeit des Sommers 1838, der bei 1788 888 Arbeitslosen im August lag, fast wieder erreicht.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit verteilt sich fast gleichmäßig auf die Außenberuse (Abnahme: 94 878) und die übrigen, mehr konjunkturabhängi- gen Berufe (Abnahme: 79 976). In den Außen-

berufen hemmten in manchen Bezirken die un­günstige Witterung und einige Witterungskata- stropheu, die zu vorübergehenden Einschränkungen der Außenarbeiten zwangen, den Arbeitseinsatz. Trotzdem ist die Aufnahmefähigkeit der Arbeits­kräfte größer gewesen als diese Tatsache in den Zahlen über den Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Ausdruck kommt.

als arbeitslos mitgezählt wurde. Trotzdem liegt die diesjährige Arbeitslosenzisfer um ftsst SüO vöo unter dem Vorjahrsstand bei einer um 180 000 niedrigeren Notstandsarbeiterziffer, die eigentlich zu den durch die Arbeitsämter untergebrachten 800 000 zuzurechnen ist.

Der April brachte wie alljährlich die Ein­gliederung der Jugendlichen in das Wirtschafts­leben. Ein zahlenmäßig starker Jahrgang stand dieses Jahr für den Eintritt in das Wirtschafts­leben zur Verfügung. Wenn auch der größte Teil dieser Jugendlichen untergebracht werden konnte, so ließ es sich doch nicht vermeiden, daß eine An­zahl bei den Arbeitsämtern als arbeitsuchend vor­gemerkt blieb, und, soweit eine sofortige Vermitt­lung in Arbeit nicht möglich war, am Monatsende

Neiltisbetriebsappell des vaugewerbes

str. Lep eröffnet eine vierwöchige Sroßaktion Unfallverhütung

Heilbronn, 12. Mai

An einer der landschaftlich schönsten und bau- technisch interessantesten Stellen der Reichsauto- bayn StuttgartHeilbronn am Reisberg zwi­schen Heilbronn und Löwenstein fand gestern nach­mittag der Reichsbetriebsappell der Reichs­betriebsgemeinschaft IV Bau als Beginn einer vierwöchigen Großaktion zur Unfall­verhütung statt. Die Vetriebsgemeinschaften des Baugewerbes von Heilbronn nahmen voll­zählig, die übrigen Betriebsgemeinschaften in Stärke von 10 v. H. der Gefolgschaften an dem Appell teil, Ehrenformationen stellten die SA., das NSKK., die HJ., die Politischen Leiter und der Arbeitsdienst,

Kurz vor 16 Uhr verkündeten die Pfeifen der

geschmückten Baulokomotiven die Ankunft des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, in dessen Begleitung sich Neichsstatthalter Gauleiter Murr, der stellvertretende Gauleiter und ein Vertreter des Reichspropagandaministeriums be­fanden. Sie betraten unter lebhaften Heilrufen die Baustelle. Beim Abschreiten der Front dräng­ten sich die Arbeiter vor, um Dr. Ley M Hand drücken zu dürfen. Hierauf begann der eigent­liche Festakt, der über alle deutschen Sendri übertragen wurde. Böllerschüsse kündeten die Er­öffnung des Appells an. Der Leiter der Reichs­betriebsgemeinschaften Bau, Harpe, meldete, daß in 88 000 Baustellen von 85 000 Betrieben 1 238 300 Eefolgschaftsmitgliedcr angetreten seien, um die Parole Dr. Leys entgegenzunehmen. Hier­aus sprach Dr. Ley. Er gab die ParoleUn­fallverhütung" aus und erklärte u. a.:

Ich bin hier im besonderen, um die Frage zu entscheiden, wie wir die Unfälle in Deutschland und im besonderen bei der Vetriebsgemeinschaft Van am besten verhindern können. Arbeiter und Unternehmer, ihr müßt begreifen, daß eure Ge­sundheit, euer Körper, nicht euch allein gehört, sondern Deutschland. Nicht der einzelne kann über seine Gesundheit verfügen und wirtschaften, wie er will, sondern er muh bedenken, daß er seine Gesundheit sür Deutschland erhalten muß.

Der Unternehmer muß sich als wahrer Wirt- schaftsfllhrer fühlen. Es liegt besonders an ihm, die Unfälle auf seiner Baustelle möglichst ein­zuschränken, wenn nicht ganz zu verhüten. Er muß immer wieder die gesamte Belegschaft dar­auf hinweisen, daß Deutschland auf keinen ver­zichten kann. Das große Gebiet der Sozial­versicherung muß zum mindesten refor­miert, wenn nicht gar revolutioniert werden. Wir alle wissen, daß Gesetze, die vor fünfzig und sechzig Jahren gemacht worden sind, unmöglich heute mehr in allem Gültigkeit haben können.

Wir wissen, daß man diese Gesetze heute er­neuern und nach den Gesichtspunkten unseres neuen Deutschland umbilden und umformen muß. Zo fangen wir bei der ll n f a l l v e r s i ch e r u n g an. Sie braucht die geringste Umbildung. Aber wir wollen zeigen, welchen Weg wir bei der Sozialversicherung gehen müssen. 'Es ist das ein großes Erziehungswerk, an dem alle mit­helfen müssen.

Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie. Dr. Vögler, dankte Dr. Ley. Mit dem Deutsch­land- und Horst-Wcssel-Liod war der Appell be­endet.

Die Entlastung der Unterstützungs- einrichtungen entsprach der Abnahme der Urbeitslosenzahlen. Die Zahl der Unterstützungs­empfänger ging um 166 000 zurück, und zwar be­trug die Abnahme in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge 143 000 und bei den anerkannten Wahlfahrtserwerbslosen 23 000. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 80. April rund 283 000, in der Krisenfürsorge rund 707 000 Hauptunterstützungsempfänger betreut, während in der öffentlichen Fürsorge rund 282 000 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose' gezählt wurden. Bei Notstnndsarbeiten.waren Ende April rund 170 000 Volksgenossen beschäftigt, das sind 53 000 weniger als im Vormonat.

'ütastlffart ist der Wille des süffrers'

Jerusalem, 12. Mai.

Der bekannte englische Journalist Ward Price augerte sich gegenüber dem Vertreter des OhiS in Jerusalem über seine Eindrücke, die er bei seinen häufigen Besuchen in Deutschland ge­wonnen hat. Am meisten ins Auge gefallen 'sei -hm der stahlharte Führer und die be- wundernswerte Jugendbewegung. Er habe mehr- ^ ^ §!ugzeug. in der Eisenbahn und im Kraftwagen begleiten können, wobei der Führer ihm die im Ausland oft angezweifelte echte Be- gelsterung des deutschen Volkes unter Beweis qe- stellt habe, die tatsächlich für englische Begriffe unvorstellbar ,ei Ward Price sieht in Hitlers Kraftnatur und stahlhartem Willen die absolute Gewahr für die Erreichung seiner und des deut- ichen Volkes Ziele, an deren Friedfertigkeit kein Kenner der Persönlichkeit Hitlers zweifeln könne

Die grogte Bewunderung zolle er auch der deut- schen,^u g e n dorgan i sa tion . die vorbild­lich se, Er habe das Hochlandlager in Ober­bayern besucht und davon einen tiefen Eindruck !^..^buominen. Dort habe er die intelligente und höfliche deutsche Jugend bewundert. Ebenso ein- drucksvoll seien für ihn die Wasserkuppe und die dortigen Segelflieger gewesen. In der deutschen Jugendorganisation sehe er, so hob Ward Price hervor, die Gewähr für ein hartes, glückliches deut­sches Geschlecht in der nächste» Zukunft.

Ward Price sieht zurzeit den Frühling der deutsch-englischen Verständigung herankommen, zu dem der harte Waffengang zwischen England und Deutschland im Weltkrieg zur See und zu Lande die unerläßliche Voraussetzung der gegenseitigen Achtung der beiden verwandten männlichen Na­tionen geliefert habe.

Feststellungen und krkenntnlste

über Wesen, Aufgaben und Zukunft des Theaters * Bremen. 12. Mai.

Die Feststellungen und Erkenntnisse über Wesen, Aufgaben und Zukunft des deutschen Theaters, die Reichsminister Dr. Goebbels gestern in Mün­chen auf der Jahreskundgebung der Reichstheater­kammer seinen Zuhörern und darüber hinaus dem ganzen deutschen Volke vermittelte, sind als Zielweisung packendster Art zu werten und zum Nutzen von Volk und Theater zu beherzigen und zu befolgen.

Wie richtig ist es, wenn Dr, Goebbels sagt, daß das Theater eine Sache des Herzens, eins Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes sei. Das Theater ist eine Sache des Herzens, in­sofern als es sich ausschließlich an das Gefühl der Zuschauer wendet, und es ist eine Angelegen­heit des Volkes, insofern dieses Volk sich von der Bühne her Entspannung, Belehrung und Er­bauung holt. Die Forderung Schillers Wer das Theater als moralische Anstalt ist heute so zeitgemäß wie je und erfüllt sich in schönster Weise in der heutigen Gestaltung des Theaters als einem Podium der politischen und sozialen Moral" unserer Ztit.-

Mit wohltuender Scharfe verurteilte Dr. Goebbels die leere Ausrede, als ob die Bühne dem Massengeschmack entgegenkommend sein müsse. Der Massengeschmack hat sich stets dort dem Guten ergeben, wo das Gute in volkstümlicher Form zu den Massen sprach. Weg von jeder Scheinkunst und zurück zur echten Kunst, zur Kunst der Klarheit und der Wahrheit, und die Massen werden nicht draußen bleiben, wenn «ine schöne Idee in kraftvoller Gestaltung auf der Bühne lebendig ist.

AVer Mut, Mut und dreimal Mut muß von den Theaterleitern verlangt werden, wenn erreicht werden soll, was erreicht werden mutz. Es ist dies eine Forderung, in der bereits die Voraussetzungen enthalten sind, daß das Theater nicht gänzlich ohne Zuschüsse bestehen kann und daß es von wagemutigen Künstlern und nicht von einer Bürokratie betreut werden darf. Dr. Goebbels hat auch hier wieder recht: es darf und soll nicht dazu kommen, daß man Theater­leiter durch Beamte ersetzt. Denn was Ve- amtenzur Ehre und zum Lobe gereicht, ihre Bedächtigkeit, ihre unbedingte Gewissenhaftigkeit, die niemals über die Grenze des Errechenbaren hinaus Wagnisse unternimmt, kann für Theaterleiter zum Hemmnis, unter Um­ständen sogar zum Verhängnis werden.

Ins Schwarze traf Dr. Goebbels auch dort, wo er, das soziale Regulativ für die Darsteller for­dert, die nur innerhalb eines beschränkten Teils ihres' Lebens'sich voll auswirken können.Der Darsteller muß während seines Schaffens sich so­zial so stellen, daß er für den ganzen Lebensabend in gewisser Weise gesichert ist," Wer wollte dem widersprechen? Heißt es doch nichts anderes, als daß man den auf der Höhe seiner Kunst befind­lichen Darsteller nicht in die herkömmlichen Ee- haltsgrenzen bürgerlicher Berufe einengen soll, sondern daß man seine Leistung so zu entlohnen hat, wie es der verdient, der den göttlichen Funken eines Talents in sich mit Fleiß, Ge­nauigkeit und Systematik zu einer Flamme zu entfachen versteht, an deren Leuchten und an deren Wärme sich Tausende laben und erfreuen können.

Schließlich sind es nicht zuletzt die Darstelle die es vermögen, einer Bühne Ruf und Zugkra zu verleihen. Und wenn heute, wie Dr. Goebbe feststellte, daß die Theater des Reiches und der der voller geworden sind, so daß in Berlin alle eine Million neuer Theaterbesucher gebucht we den kann, so ist das neben den Dichtern, die ai dem Volksempfinden heraus schaffend den W zum Volke gefunden haben, in ebenso hohem Ma! den Darstellern zu verdanken, die auf ihre Wei den geistigen und seelischen Widerhall im Vol sichern, ohne den das beste Theaterstück tot m leblos bleiben müßte. Die besten Stücke, die best, Regisseure und die besten Schauspieler sind gerai gut genug für die Theater des Volkes. Und o wohl der echte Künstler gerade infolge sein künstlerischen Veranlagung weit genug davc entfernt ist, platter Mammonist zu sein, so beda er nichtsdestoweniger einer Entlohnung, die il