parteiamtliche Lageszeitung
pachrichlenblatt der Deutschen prbeitssront Vremen / Amtsblatt des 5enats der freien Hansestadt Dremen
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Nr. 120 / 6. Jahrgang
Vonneeotag, ZU. Dprll 1S56
kinzelpreis 15 Npf.
Deutsches können im Nelchsberufswettkampf
Kewaltige Schlußkundgebung in der Königsbergee Schlageter-Kalle / die besten Sieger werden oom sichrer empfangen
Unssi^ logssspivgsl
Die letzte abessimsche Armee leistet den vordringenden Italienern verzweifelten Widerstand.
Herriot scheut sich nicht, sein bereits verlorenes Kammermandat mit Hilfe kommunistischer Stimmen wiederzugewinnen.
Im Phönixfkandal zeichnet sich deutlich die jüdische Eünstlingswirtschaft ab.
In Ungarn ist ein leichtfertiger Putschplan der sogenannten „Sensenkrenzler" aufgedeckt worden.
Der Reichsjugendführer verkündete im Rahmen einer Schlutzkundgevnng in Königsberg die Sieger im Reichsbernfswettkampf.
Auf unserem Bremer Messegelände ist ein gewaltiger Aufbau zum 1. Mai im Entstehen begriffen.
Die in Bremen beheimatete Deutsche Rhododendron-Gesellschaft wirbt mit einem Hain uüd einem Ausstellungshäuschen aus der Reichsgartenschau.
Einen eindrucksvollen Sippenabend veranstaltete die SS. im Cafino.
Architekt March gab in einer Unterredung seine Eindrücke vom Reichssportfeld wieder.
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äoaobim von Mbliontiop 43 ckabie alt. vor nullsr- oräsntlic-ks unä bsvollwäebtiAts Uot.sobsktsr ckss Vsutsobsv Usiodos, Josobim von kibbsvtrap, ksisrt bsuts seinen 43. L-sbnrtstag.
Ver Neichskriegsminister in Oldenburg
Oldenburg, 30. April.
Auf seiner Besichtigungsreise, im Bereich des Wehrkreiskommandos X traf der Reichskriegs- minister Eeneralfeldmarschall von Vlomberg nach vorangegangener Besichtigung einiger Arbeitsdienstlager im Eitislande am Mittwochmittag in Oldenburg ein. Er besichtigte in Begleitung von Generalmajor Strauß und Oberst Schauroth, dem Standortältesten des Standortes Oldenburg, die Jnfanteriekasernen in Kreyenbrück, den Flugplatz Oldenburg und wohnte einem täglichen Dienst der Truppe bei. Er ließ sich dang das Mizierkorps vorstellen und nahm mit den Offizieren gemeinsam das Essen ein. Nach der Begrüßung durch den Standortältesten hielt er eine Ansprache an die Offiziere und Beamten des Standortes, die in ein dreifaches Siegheil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, aus- klang.
Die Finanzpolitik des Dritten Neiches
Der Reichsfinanzminister vor der Vreslauer Studentenschaft
Breslau. 30. April.
Reichsfinanznnnister Graf Schwerin v. Kro- sigh sprach in Breslau in der Aula Leopoldina zur Studentenschaft der schleichen Friedrich- Wiltelin-Universität über die Finanzpolitik des- Tritien Ruches. Nach der Vegrügung durch den Rektor Professor Walz gab der Minister einen Rückblick über Sie Finanzpolitik der letzten anderthalb Jahrzehnte und charakterisierte die seit der M ckitubernahme ergriffenen Maßnahmen. Er betonte, daß die erreichten Erfolge nicht auf Zauberkunststücken beruhen, sondern das Ergebnis eines klaren, einheitlichen, energisch durchaeführten Gesamtplanes seien. Nach einem kurzen Ausblick auf die künftige Wirtschaftsentwicklung rief der Minister zu vertrauensvoller Mitarbeit gerade der akademischen Jugend auf.
Königsberg, 30. April.
Der Reichsberufswettkamps der deutschen Jugend fand gestern abend in einer gewaltigen Kundgebung in der Königsberger Schlageterhalle seinen festlichen Abschluß. Der Reichsjugendsührer Valdur von Schirach und Reichsorganisationsleiter Dr. Leg nahmen gemeinsam in Anwesenheit aller Wettkampsteilnehmer und Wettkampfleiter sowie zahlreicher Volksgenossen die Siegerverkün- dung vor. Unmittelbar nach Abschluß der Kundgebung fuhren die ermittelten 35 besten Reichssieger mit dem Nachtzug nach Berlin, wo sie vom 30. April bis 2. Mai Gäste der Reichsregierung sein werden.
Wenige Minuten nach 20 Uhr trafen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Reichsjugendführer in Begleitung des Gauleiters Koch in der Schlageter-Halle ein. Darauf nahm die Kundgebung mit einem chorischen Spiel „Olympia der Arbeit" von Wolfgang Brockmeier ihren Anfang. Obergebietssührer Axmann, der Schöpfer und Leiter des Reichsberufswett- kampfes der deutschen Jugend, eröffnete die Abschlußkundgebung und begrüßte die zahlreichen Ehrengäste.
Dann ergriff der Reichsjugendsührer Valdur von Schirach das Wort. Es sei das dritte Mal, so erklärte er u. a., daß die Sieger im Be- rufswettkampf der deutschen Jugend bekannt
gegeben würden, das dritte Mal, daß dieses gewaltige Werk, das Arbeitsfront und Hitler- Jugend gemeinsam geschaffen haben, durch die Nennung der Namen der besten deutschen Jungarbeiter und - a r b e i t e r i nn e n dem ganzen deutschen Volk zum Bewußtsein gebracht werde.. Der Reichsjugendsührer knüpfte hierbei an die Feier am Reichsehrenmal Tannen- berg vor der Gruft des toten Eeneralfeldmar- schalls an und sagte:
(Wir berichten über diese Feier an anderer Stelle. Die Schriftleitung.)
„Unser Verufswettkampf gilt dem Gedächtnis dieses großen Toten. Er ist zugleich ein Bekenntnis zu dem großen Lebenden, dem wir dienen und dem wir uns verschworen haben. Der Reichs- berusswettkampf ist ein Gelöbnis der Jugend, dem Vorbild der deutschen Arbeiter auch in alle Zukunft treu zu bleiben. Er ist zugleich ein Bekenntnis zu dem höchsten Adel, den Adolf Hitler dem deutsche« Volk proklamiert hat, zum Adel der Arbeit."
Anschließend nahm der Reichsjugendsührer gemeinsam mit Dr. Ley die Siegerverkll'n- dung vor. Unter dem sich beständig erneuernden Beifall verlas er die annähernd 200 Namen der Reichssieger.
Die Jungen und Mädel traten auf das Podium herauf und empfingen vom Reichsjugendsührer das Ehrenzeichen des Reichsberufswettkampfes.
Dr. Ley und Baldur von Schirach drückten dann jedem von ihnen die Hand. Der Reichsjugendführer fuhr fort:
„Ich gebe nun die Namen derjenigen Reichssiegerinnen und Reichssieger bekannt, die auf Grund ihrer außerordentlichen Leistun- gen am 1. Mai durch mich dem Führer und Reichskanzler in der Reichskanzlei vorgestellt werden." Dann überreichte der Reichsjugendführer den 35 Besten ein schön gebundenes Diplom.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley überbrachte nun die Glückwünsche der Millionen deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen, die stolz darauf seien, wieder einmal der Welt bewiesen zu haben, daß ein neues Volk in einem neuen Deutschland lebe. Alle Berufstätigen sähen neidlos, wie das neue Deutschland an der Jugend arbeite und schaffe, wie es sie nicht verkommen lasse, sondern sich der Jungen und Mädel annehme.
„Wir wollen aus ihnen Männer und Frauen machen", so rief Dr. Ley aus, „die dermaleinst in ihrem Beruf etwas Tüchtiges leisten und damit Deutschland dienen."
In leidenschaftlichen Worten führte Dr. Ley der Jugend die ewige deutsche Senvung vor Augen. Er erinnerte an die Zeit des schmachvollen Unterganges von 1918 und an den glanzvollen deutschen Wiederaufstieg, um mit einem flammenden Bekenntnis zum Führer zu schließen.
Morgen feiert die ganze Nation
Das deutsche Volk am 1. Mai geschlossen kinter dem sichrer
Letzte Vorbereitungen
verlin Lustspecrgebiet
Berlin, 30. April.
Der Reichspropagandaleiter Reichsminister Dr. Goebbels hatte für gestern nachmittag alle Sachbearbeiter für den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes in der Reichshauptstadt zu einer letzten Besprechung geladen. Dabei konnten die Sachbearbeiter für den Aufmarsch, die Absperrung, den Sanitätsdienst die Ausschmückung, die Lauisprecheranlage und für die Film- und Presse- angelegenheiten dem Minister melden, daß auch der vierte Nationale Feiertag des deutschen Volkes bis in alle Einzelheiten vorbereitet ist.
Bei der Besprechung der Absperrungsmaßnahmen wies der Minister mit Nachdruck darauf hin, daß die lebensgefährlichen Versuche der Kinder, sich auf die Fahrbahn vorzudrängen, um Blumen zu überreichen oder Autogramme zu erbitten, mit allen Mitteln verhindert werden müssen. Der Minister appellierte dabei auch an die Eltern, ihre Kinder auf die Gefahren ihres Handelns hinzuweisen. An die Besprechung schloß sich eine Fahrt über die Berliner Aufmarschstraßen und eine Besichtigung der Kundgebungsstätten an. Der Minister, der überall von den beim Bau beschäftigten Arbeitern und der rasch hinzueilenden Menge begeistert begrüßt wurde, ließ sich eingehend über alle Maßnahmen unterrichten.
Me flrbeitsregelung
Berlin, 30. April.
Nach dem Gesetz vom 27 Februar 1934 gilt der
1. Mai als gesetzlicher Feiertag. Die an diesem Tage ausfallenden Arbeitsstunden sind nach dem Gesetz vom 24. Apri 1934 zu bezahlen. Sie dürfen jedoch nicht durch Mehrabeit an den Werktagen der gleichen oder folgenden Woche ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich dagegen ist zulässig, wenn der Betriebsführer seinen Betrieb am Sonnabend,
2. Mai, schließt, um seinen Eefolgschaftsangehöri- gen z. V. ein längeres Wochenende zu verschaffen oder um einen gemeinsamen Ausflug zu veranstalten.
Llockenliiuten
Berlin, 30. April.
Am Morgen des 1. Mai findet von 7 Uhr bis 7.15 Uhr anläßlich des „Kraft-durch-Freude"- Maifestes zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes ein allgemeines Glockenläuten statt Zu derselben Zeit wird ein allgemeines Glockenläuten über den deutschen Rundfunk übertragen.
„freut kuttz des Lebens'
Dr. Ley gibt die Parole aus
Verlin, 30. April
Heute übertragen alle Reichssender mit Ausnahme des Deutschlanüsenders den Aufruf des Reichsorganlsationsleirers der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley mit dem unter der Parole „Freut Euch des Lebens" die Kraft-durch-FrcuLe- Maifeste im ganzen Reiche eingeleitet werden. Der Aufruf, der von Darbietungen der Werkscharen umrahmt ist, wird von dem Amtsleiter der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Horst Dreßler- Andreß, verkündet Nach dem Gcmeinschafts- empfang wird die neue Fapuna n?- "ivd-s „Freut Euch des Lebens" gesungen.
Der Ausruf des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, der am Donnerstag im Gcmeinschafts- empfang gehört werden soll, wird in der Zeit von 19,45 bis 20 Uhr gesendet.
Berlin, 30. April
Das Rsichsluftfahrtministerium teilt mit: Für Freitag, 1. Mai 1936, wird anläßlich des nationalen Feiertages des deutschen Volkes der Luftraum über dem Stadtgebiet Eroß-Berlin innerhalb des Ringes der 8-Bahn, SUdgcenze der Linie oom 8-Bahnhof Kolonnenstraße bis zum 8- Bahnhof Treptow, in der Zeit von 7 Uhr bis 15 Uhr zum Luftspsrrgebiet erklärt. Ausnahmen behält sich das Reichsluftfahrt.minister'um vor. Zuwiderhandlungen werden nach dem Luftverkehrsgesetz bestraft, soweit nicht nach anderen Strafgesetzen ein« höhere Strafe verwirkt wird.
fluch Sie fluslandsdeutschsn feiern
Berlin, 30 Mai.
Für die Ausländsdeutschen ist der 1. Mai wie für den Deutschen im Reich der Festtag der Arbeit und des Aufbaues. Er bedeutet für sie eine Feier, aus der 'sie Kraft und Freude schöpfen. Darüber hinaus gibt dieser Tag ihnen Gelegenheit, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Verbunoenseins mit der Heimat zu stärken und zu bewegen Darum feiern die Volksgenossen draußen ui der Welt dieses Fest der Arbeit mit besonderer Begeisterung. Von den Ortsgruppen der Auslandsorganisat'on der NSDAP. werden überall in der Welt, wo Deutsche leben, Feiern veranstaltet. Auf den rund 180 Veranstaltungen in den reichsdcutschen Kolonien im europäischen Ausland werden mehr als 50 führende Männer der Bewegung sprechen, unter ihnen neben dem Leiter der Auslandsoraanisation
der NSDAP. Gauleiter Bohle, Ministerpräsident Dietrich Klagges, Reichsstatthalter Gauleiter Meyer, Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel. Gauleiter Hildebrandt, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, Gauleiter Grohe, Staatssekretär Freißler, Ministe- rialrat Hasenöhr, Ministerialrat Engert, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Dr. Groß, der Leiter des Hauptamtes für Beamte R, Neef. Generalarbeitsführer Dr. Becker, Oberarbeitsführer Müller- Brandenburg, SS -Gruppenführer Heißmeyer, SS.- Eruppenführer von dem Bach-Zelewski, SS.-Gruppenführer Jeckeln, Staatsminister Alpers, SS.-Brig rdeführer Schmitt, Landrat Rühle Treuhänder der Arbeit für das Rheinland W Bürger und Ministerialdirektor Dr. G ll t t. (Siehe auch Seite 2)
politische Vrunnenvergiftung
Berlin, 30. April.
In den letzten Tagen sind in mehreren ausländischen Zeitungen Meldungen aufgetaucht, die von verstärkten militärischen Vorbereitungen Deutschlands an der österreichischen Grenze und im^ Zusammenhang damit von einer Bedrohung Oesterreichs wissen wollen. Es wurde darin von „einem Einmarsch bewaffneter Legionäre aus Deutschland", von der „Möglichkeit eines neuen Nazistreiches in naher Zukunft" und ähnlichem gefabelt. Es bedarf kaum eines Hinweises, daß es sich bei diesen Meldungen um einen ebenso bösartigen wie plumpen Versuch politischer Brunnenvsrgiftung handelt.
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1'übi-o» 11,-,'i! xoliiii't seinen ImKonckou V- 4v^ene.»en. Der I-'üheee Imgen!!, > Werk sobarabtsilung cksr vsutsobsu Krbsitskrvnt — ein Bilcl von cker Vsrbunstuuüsit cken l-'ubrurs mit cksu 8ckakksvcksn, cksnsn er äsn 1. hlsi als dlationalsu bsisrtax ckss äsutsebsn Vötckss gssebsnüt lE
Ver vaumeister des Dritten Neiches
Die Schule des Lebens gab den Willen zur Tat
Wenn man im Teutschen Reich der Vorkriegszeit von der Kaiserlich und Königlich Oester- reichisch - Ungarischen Monarchie sprach, dann meinte man damit Wien. Auch die deutsche Diplomatie der Vorkriegszeit glaubte in der Nähe der Hofburg und des Ballhaus- platzes den Pulsschlag des österreichischen Volkes zu spüren. Sie ließ sich nur allzu bereitwillig einsangen von dem Glänze der traditionellen Hofbälle, auf denen sich der gut deutschsprechende, aber alldeutschfeindliche Adel ein Stelldichein gab und auf denen ein versumpftes Bürgertum sich darin gefiel, den Aufwand eines bei einem der Ableger der fünf Frankfurter, dem jüdischen Bankier Rothschild, verschuldeten Adels zu überbieten. Auf einem solchen Parkett jedoch war nichts von den Vorgängen zu merken, die außerhalb dieser Scheinwelt in aller Stille den Untergang der Monarchie vorbereiteten, denn Wien war nicht nur gesellschaftlich, und damit für die damalige Hofzeit politisch, der Mittelpunkt der alten Donaumonarchie, sondern auch wirtschaftlich.
In dieses Wien nun trat Adolf Hitler, namenlos unter Namenlosen, mittellos unter schwer um ihr tägliches Brot känzpfenden Menschen. Hatte. in . seinem Elternhaus für Adolf Hitler ein soziales Problem nicht bestanden, hier lernte er es am eigenen Leibe erfahren. Die Vertreter des Reichtums und des Handels, ja, vom Widerschein ihres Glanzes geblendet, selbst das kleine Bürgertum, gingen damals mit instinktlosem Verstände an den sozialen Erfordernissen ihrer Zeit vorbei. Den Sohn des kleinen Zollbeamten aus Braunau ließ eigene Not den Grund der sozialen Gegensätze finden, die das damalige Leben Wiens beherrschten und zum. Untergang der Monarchie führen mußten. Adolf Hitler war zwar nicht ausgestattet mit dem Monatswechsel eines wohlhabenden „Alten Herrn", wie die Söhne der materiell bessergestellten Kreise, die durch theoretische Betrachtungen die sozialen Erfordernisse ihres Volkes zu lösen suchten. Er besaß nichts als den starken Willen, sein Ziel, sich als Baumeister einmal einen Namen zu machen, gegen alle Not und Widerstände zu erzwingen. Dieser Wille aber machte ihn immun gegen die Lockungen eines Pseudoreichtums und Pseudoglücks und gab ihm die Möglichkeit, nicht von oben herab, sondern inmitten der Welt des Elends und der Armut die Probleme anzupacken und zu meistern.
„Das Bild des Vaters vor Augen, der sich einst vom armen Dorf- und Schusterjungen zum Staatsbeamten emporgearbeitet hatte", lebt er deshalb, soweit ihm die schwere Arbeit dazu Zeit und Kraft gibt, ganz den wissenschaftlichen Erkenntnissen, deren Studium er mühsam seinen erarbeiteten Kreuzern abringt. Seine Umwelt sieht ihn als Sonderling, weil sie es schwer begreifen kann, daß ein Mensch in diesem Kampf um die Erhaltung des nackten Lebens noch höheren Interessen nachgehen kann. Weil aber Adolf Hitler an Hunderten von Beispielen den deutschen Arbeiter erlebt hatte, so suchte er nach der Lösung des Rätsels, das ihm der Unterschied zwischen „ihrem äußeren Wesen und Leben und ihrer Entwicklung" ausgab. Die ewige Sorge um die Sicherheit des Verdienstes, der häufige Wechsel im Verhältnis von Ein- und Auskommen zerstörte bei vielen Arbeitern das „Gefühl für Sparsamkeit" sowie das „Verständnis für eine kluge Lebenseinteilung" und beseitigte damit jedes Verantwortungsbewußtsein. Die Folge war im günstigsten Falle Gedankenlosigkeit, meistenteils aber geistiges und moralisches Absinken. So lernte Adolf Hitler damals einen Arbeiter kennen, der den Begriff der Nation verneinte, das Gefühl eines Vaterlandes nicht kannte und jede höhere moralische und rechtliche Ordnung leugnete. Aber er fand in ihm wiederum auch einen treuen Kameraden, einen opferwilligen Freund von „außerordentlicher Genügsamkeit und zurückhaltender Bescheidenheit". Und weil er mit den Arbeitern gelebt und mit ihnen geschafft hatte, weil ihre Not seine Not gewesen war, konnte er nun auch den Weg finden, der sie zu einer gerechten Ordnung bringen sollte
Die bürgerliche Welt jener Zeit stand in ihrer ' ' 'ung der Arbeiterschaft nicht nur
kraftlos, sondern sogar unmoralisch gegenüber. Ihr fehlte jedes Verständnis für deren Lage und Bedürfnisse. Diese Verständnislosigkeit aber trennte die Gemeinschaft eines Volkes, verhinderte das Gefühl jeder Achtung vor dem Schaf- 'cnden und schuf z w e i W e l t e n : die der Handarbeiter. die zugleich auch die Besitzlosen waren, und die der Kopfarbeiter, die zu den Besitzenden zählten. Eine soziale Neuordnung in Oesterreich- Ungarn konnte nicht vom Blickpunkt einer höhe-