Ausgabe 
(27.4.1936) Nr. 117
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der Nattona

parteiamtliche Tageszeitung

Tlachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

ralrsten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zielen kjansestadt Vremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Deichsstatchalters m Oldenburg und Dremen

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Nr. 11? / 6. laftrgang

Montag, 2?. ftpril 19)6

kinzelpreis 15 Npf.

Kein Nutsch nach links in frankreichl

Re bislt erigen krgebmsse der kammecwalilen: für metir als die kjälste der Kandidaten Stichwahl

Unser logssspisgvl

Nach den bisherigen Wahlergebnissen in Frankreich kommen mehr als die Hälfte der Kandidaten in die Stichwahl.

Die Italiener setzen ihren Vormarsch aus Addis Abeba fieberhaft fort.

Reichsleiter Rosenberg hielt in Stuttgart eine bedeutsame Rede.

Bei einer durch einen Racheakt verursachten Explosion in einem Berliner Wohnhaus wurden 13 Personen verletzt.

Eine unerwartete 2:3-Niederlage erlitt Deutschlands Meistere!? Schalke 01 durch Polizei-Chemnitz.

Einen glänzenden 8:1-Sieg landete Werder- Bremen über den Nordmarkmeister Eims- büttel in Alton».

Im Kampf um den Davispokal erlangte Deutschland eine 3:V-Fiihrung und damit den Endsieg über Spanien.

In Anwesenheit des SA.-Obergruppensührers Litzmann fanden in der Bahr wieder Prü­fungen für den Reiterschein statt.

Gestern wurden in Bremen 15V Kolonnen- männer vereidigt.

WN

Ser?ützreran Nindolf ließ

Mönchen, 27. April

Der Führer sandte gestern an Rudolf Hetz fol­gendes Telegramm zum Geburtstag:Mein

lieber Hetz! Nehmen Sie zu Ihrem heutigen 12. Geburtstage meine herzlichsten Grütze und Glückwünsche entgegen. In alter Freundschaft und treuer Verbundenheit

Ihr Adolf Hitler«.

Stabschef Liche in Mecklenburg

Schwerin, 27. April

Stabschef Lutze besuchte am Sonntag die mecklenburgische SA., deren 11. Brigade, insge­samt 15 700 Mann, auf dem grotzen Exerzierplatz bei Schwerin angetreten war. Der Stabschef schritt die Fronten der Formationen ab. In einer Ansprache betonte er. der SA.-Mann von heute habe die Mission, im nationalsozialistischen Reiche des Aufbaues in gleicher Weise wie in der Kampf­zeit weiter unter Einsatz seiner ganzen^ Kraft für den Führer zu wirken. Es gelte die Erfassung des letzten Volksgenossen für die Idee Adolf Hitlers.

Sportpriifung lm Nelchsberufswettkampf

Königsberg, 27. April.

Der Sonntagvormittag stand in Königsberg im Zeichen der sportlichen Wettbewerbe im Reichs­kampf des Reichsberufswettkampfes auf dem Erich-Koch-Platz. Die 650 Jungen und Mädel, die am Tage zuvor im beruflichen Wettstreit ihre Kräfte gemessen hatten, traten zu den sportlichen Wettbewerben an. Das Wettkampfprogramm be­gann in Anwesenheit des Gauleiters Koch mit einem 100-Meter-Lauf und mit Weitspringen für Jungen und Mädel sowie mit Keulenwerfen der Jungen und Schlagballweitwurf der Mädel. In glänzender Disziplin wurden die Hebungen ohne Pause durchgeführt. Die erzielten Bestleistungen der einzelnen Klassen liegen trotz der strengen Be­dingungen beträchtlich über dem geforderten Min- destmah.

Wolfgang Nowack beigesetzt

Berlin, 27. April

Auf dem Luisenfriedhof in Berlin-Westend erfolgte am Sonnabendnachmittag die Beisetzung des siebenjährigen Wolfgang Nowa ck. der nach der Truppenparade vorn 20. April auf der Ber­liner Straße in Charlottenburg. mitten m seiner Begeisterung für die paradierenden Fahrzeuge unserer stolzen Wehrmacht, das Opfer eines un­seligen llnglllcksfalles geworden war. Neben den schmerzgebeugten Eltern, die ihr einziges Kind zu Grabe trugen'und.den weiteren Anverwandten sah man führende Vertreter der einzelnen Partei­gliederungen, des Staates und der Wehrmacht. Eine Abordnung der Reichsjugendführung, für die ein Obergebietsführer erschienen war, trug den aus Heckenrosen und Lorbeer zusammengesetzten herrlichen Kranz des Führers.

! Reichsorganisationsleiter der NSDAP. und sleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley ete sich am Sonnabend im Sturmlokal des -turmes 4/2 in Berlin in die Ehrendste zur )ankopfer der SA. ein.

>e des Gauleiters Wiichtler. Die Presse-

cenz der Reichsprege,teile der NSDAP. Leitung von Hauptamtsleiter Dr Dresler

,te am'Sonntag die bayerische Grenzstadt u. Im Mittelpunkt des Besuches tzand em :ag des Gauleiters Wächtler über die grenz- sche Bedeutung der Bayerischen Ostmark, c italienische Landwirtschaftsminister Rossoni n Sonntagabend in Berlin eingetroffen, üne Reihe von Einrichtungen des -Dritten es, besonders auf landwirtschaftlichem und ein Eehiet kennen zu lernen. Erwirb auy Deichgebiet der Nordsee in Augen,che,

Paris, 27. April.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Kam­merwahlen, die gestern in ganz Frankreich ohne nennenswerte Zwischensälle stattfanden, lassen darauf schlichen, datz über die Hälfte der Kandi­daten in die Stichwahl kommt. Im Jahre 1928 mutzten von 612 Abgeordneten 121 und im Jahre 1932 von K15 361 Abgeordnete durch Stichwahl ermittelt werden.

Von den Ergebnissen aus 217 Wahlbezirken lauten nicht weniger als 115 auf Stichwahl. Aus Lyon ist in Paris die unerwartete Meldung ein­getroffen, datz sogar der radikalsozialistische' Bür­germeister und ehemalige Staatsminister Her- riot sich zur Stichwahl stellen mutz, da er im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt hat.

An bekannten Persönlichkeiten wurden wieder­gewählt der radikalsozialistische Handelsminister Bonnet, der Vorsitzende der radikalsozialisti­schen Partei, Daladier, der 700 stimmen mehr als die absolute Mehrheit erhielt, der Ar- beitsmmister Frossard und der Postminister Mandel. In Paris wurde der bekannte rechts­stehende Abgeordnete Dommange diesmal sogar im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dom­

mange ist. wie erinnerlich, bei der Aussprache über die sogenannten Bünde in der Kammer sehr scharf gegen die Freimaurer aufgetreten. Wieder­gewählt wurden ferner die Unterstaatssekretäro im Innenministerium Veaugitte und der Pen­sionsminister Vesfe, ferner Auhenminister Fland in. Weiter sind unter den Gewählten zu erwähnen der kriegsblinde rechtsgerichtete Abgeordnete Sczarpini, der rechtsgerichtete Abgeordnete de Lasteyrie und der als guter Redner bekannte Abgeordnete der Mitte Lau- rent. Der ehemalige Finanzminister Paul Reynaud, einer der führenden Männer der ehemaligen Tardieu-Gruppe, der jedoch zum Schluß der Legislaturperiode eine Linksschwen­kung vornahm und mehr oder weniger offen­kundig für die Frankenabwertung eintrat, kommt dagegen in die Stichwahl. Der Führer der Sozialisten, Leon Vlum, und sein Fraktions­kollege Monet, sind wiedergewählt.

Der ehemalige Polizeipräsident und gegen­wärtige Präsident des Stadtrates von Paris, Chiäppe, ist in Korsika mit geringer Mehr­heit gewählt worden. Der Kammerpräsident Bouisson mutz sich hingegen einer Stichwahl stellen. Auch der Deutschenhasser Franklin Bouil­lon steht in Stichwahl.

Bisher ist gegenüber den alten Bestand der Kammer keine Aenderung zu verzeichnen, jedenfalls nicht in dem vielfach vorausgesag­ten Sinne eines Rutsches nach links.

Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst im zweiten Wahlgang, zumal am nächsten Sonn­tag die Linksparteien im wesentlichen geschlossen vorgehen werden. Das französische Innenmini­sterium veröffentlicht eine Uebersicht über die ersten Ergebnisse. Von als gewählt zu betrach­tenden 23 Abgeordneten aus 61 Wahlbezirken ist parteimäßig zu sagen:

Partei

Beibehalt. Gewann. Derl. Sitz Sitz Sitz

Kommunisten 1

Kommunistische Sozialisten

Soziale Partei 2

Soziale Republik. Vereinigung 1

Gemäßigte Sozialisten

Radikalsozialisten 3

Unabhängige Radikale 3

Linksrepublikaner 1

Volksdemokraten 2

Republikanische Vereinigung und Rechtsparteien 6

Konservative bzw. Unabhäng.

krploslon in einem verfilm Wohnhaus

Verbrecherischer Nacheakt eines Hausverwalters 1) Verletzte 10V Mieter in Lebensgefatzr Ver later

springt in einen Schornstein

Berlin, 27. April

Unweit des Alexanderplatzes, in der Eeorgen- kirchstrahe, ereignete sich in der Nacht zum Sonn­tag in einem Wohnhaus eine schwere Explosion. Das ganze Gebäude wurde ans das schwerste beschädigt.

Sämtliche Wohnungen und Läden boten den Anblick eines Trümmerfeldes. Besonders stark haben das Quergebäude und der Seitenflügel des Grundstückes gelitten, in denen alle Fenste'rkreuze und Türen durch die Auswirkungen der Explosion eingedrückt wurden. In der Hauseinfahrt klafft unmittelbar unter dem Treppenaufgang, unter dem nach den ersten Feststellungen der Explosions­herd liegen dürfte, ein Loch von etwa zwei Metern Durchmesser. Der Unterlauf der Treppe bis zum ersten Stock wurde vollkommen zerstört.

13 Personen wurden durch herabfallende Wand­verkleidung und durch Glassplitter verletzt. Glücklicherweise sind sämtliche Verletzungen nicht ernstlicher Natur. Die Feuerwehr leistete, bei sechster AlarmstufeMenschenleben in Gefahr«, die erste Hilfe. Auf Anordnung der Baupolizei mutzte das Haus wegen Einsturzgefahr vollständig geräumt werden.

Die sofort mit aller Energie durchgeführten Ermittlungen der Kriminalpolizei über die Ur­sachen der Explosion führten zu der Feststellung, daß der Verwalter des Hauses, der bljäbrige Franz Hänel. aus Rache gegen den Eigentümer und andere Mieter nach einem raffiniert ausge­

klügelten Plan in der Waschküche im Keller aus­strömendes Leuchtgas zur Explosion gebracht hat. Hänel wurde im Laufe des Sonntagvormittag verhaftet.

Durch die Explosion schwebten annähernd 100 Personen das Haus beherbergte 27 .Miet- parteien mit 10 Untermietern in größter Lebensgefahr. Dank des raschen Eingreifens der Feuerwehr gelang es jedoch, alle Bewohner zu retten, die so grauenvoll aus dem Schlaf gerissen worden waren. Ueber ein Trümmerfeld von um­gefallenen Möbeln, zerschlagenen Einrichtungs­gegenständen, zersplitterten Scheiben, Putz und Mörtel mutzten die aufgeschreckten Hausbewohner geborgen werden. Die Polizei brachte die Betrof­fenen, soweit sie nicht bereits bei Bekannten oder Verwandten Aufnahme gefunden hatten, im Städtischen Obdach unter.

Bereits unmittelbar nach der Explosion ver­lautete. dass der Hausverwalter Hänel mit der Tat im Zusammenhang stehe. Hänel war zunächst auch der einzige Bewohner des Hauses, der nicht aufzufinden war, so datz man vermutete, er sei bei der Explosion umgekommen. Im Läufe des Sonntags hörten aber Bewohner des Nachbar­hauses seltsame Klopfgeräusche, die aus der Wand zu kommen schienen. Die Nachforschungen ergaben, datz sich Hänel in einem Schornstein verborgen hatte, wo er hilflos eingeklemmt war. Die Feuerwehr kannte ihn erst nach großen Mühen bergen. Bei einem sofort vorgenommenen

Verhör gestand Hänel nach kurzem Leugnen das Verbrechen ein.

Hänel war an dem Hause, das seiner in Kopen­hagen wohnenden Schwester und deren Tochter gehört, mit 15 000 Mark beteiligt. Da seine Ab­sicht, gegen den Willen seiner Verwandten das Haus zu verkaufen, nicht auszuführen war, kam er auf den verbrecherischen Gedanken, das Haus durch eine Gasexplosion zu vernichten.

Dabei leitete ihn auch die Absicht, feine eigene Frau und feinen Sohn sowie einige ihm verhaßte Mieter zu beseitigen.

Bei der Tat selbst ging der Verbrecher mit raffinierter Ueberlegung zu Werke. Er öffnete in seiner Wohnung die Eashähne und "schraubte in der Waschküche die Kappe von der Gasleitung ab. Dann kroch er auf das Dach, entzündete einen mit Benzin getränkten Lappen und warf ihn in den Schornstein der Waschküche. Der Lappen fiel tatsächlich bis unten durch und brachte das Gas zur Explosion. Angeblich wollte Hänel nach der Tat sich erschießen Er will dann aber dazu nicht den Mut gefunden haben: um sich zu verstecken sprang er in einen Schornstein des Nachbarhauses. Etwa in der Höhe des ersten Stockwerkes blieb er hängen, so datz er nur noch die Wahl hatte, zu verhungern oder um Hilfe zu rufen. Gegen Mittag gab er dann die Klopfzeichen, die zu seiner Auf­findung führten. Hänel, der bei dem Sprung in den Schornstein Verletzungen erlitten hatte, wurde als Gefangener in das Staatskrankenhaus gebracht.

Sesellen auf Wanderschaft

Heime für Handwerksgesellen

Berlin. 27. April.

Der vor einem Jahr auf Veranlassung des Reichsorganifcttionsleiters Dr. Ley wiedereinge­führte alte Brauch des Gesellenwanderns hatte die Hoffnungen und Erwartungen, die sich mit ihm verbanden, in solchem Umfange erfüllt, datz man sich entschlossen hat, das diesjährige Eesellen- wandern in erheblich verstärktem Umfange durch­zuführen. Waren es damals nur erst 1000 Ge­sellen aus dem Fleischer-, Bäcker- und Konditoren­handwerk, die für ein Jahr hinauszogen, so sind jetzt schon mehr als 1500 Gesellen aus einer grotzen Anzahl von Handwerksberufen nach wohldurch­dachtem Plan auf die Wanderschaft geschickt war-, den. Weitere große Trupps werden in den näch­sten Wochen folgen. Die eigentliche Wanderschaft erstreckt sich auf eine Zeit von etwa acht Wochen und endet vorläufig an einem Austauschplatz. Wie überall im Reich, so gab auch in Berlin die Ver­abschiedung der wandernden Handwerksgesellen am Sonn'tagmittag Anlaß zu einer feierlichen Kundgebung. Marschmätzig ausgerüstet, mit Blumen geschmückt, den Wanderstock in der Hand, standen die 120 aus der grotzen Zahl der Be­werber sorgfältig ausgesuchten Gesellen, um Ab­schied zu nehmen von Berlin. Auf der Schloß- rampe hatten sich zusammen mit dem Reichs­organisationsleiter der NSDAP., Dr. Ley. und Reichshandwerksmeister Schmidt führende Ver­treter der Parteigliederungen und des Handwerks eingefunden. Nachdem Reichshandwerksmeister W.'E. Schmidt an die scheidenden Mandergesellen Abschiedsworte gerichtet hatte,, ergriff Dr. Ley das Wort zu einer Ansprache, in der er an­kündigte, datz in absehbarer Zeit den wandernden "kellen in den deutschen Gauen Eemein- rftsheime zur Verfügung stehen werden, ihnen werden sie Erholung und weltanschau­liche Betreuung durch die Deutsche Arbeitsfront finden. Auf dem Königsplatz nahm Dr. Ley von der Freitreppe des Reichstages aus den Vorbei­marsch der Mandergesellen.

kmfteit von Idee und Int

Reichsleiter Rosenberg in Stuttgart

Stuttgart, 27. April.

Im Rahmen des großen SA.-Fllhrerappells der^ SA.-Gruppe Südwest, zu dem sich die SA.-Führer und Unterführer aus ganz Württemberg, Baden und Hohenzollern in Stuttgart eingefunden hat­ten, sprach gestern Reichsleiter Rosenberg auf einer Kulturtagung der SA. zu 8000 in der Stadthalle versammelten SA.-Führern und 10 000 Politischen Leitern.

Auf der Einheit von Idee und Tat ruht«, so führte Reichsleiter Rosenberg aus,der national­sozialistische deutsche Staat. Es ist nicht oft in der Weltgeschichte gewesen- datz Idee und Tat zu­sammenfielen. Wenn das geschah, dann erlebte ein Volk eine große Stunde. Angesichts der hin­ter uns liegenden Kampfjahre dürfen wir ein Bekenntnis an die Spitze von allem setzen: Die Idee des Nationalsozialismus ist nicht verblaßt, weil ihr Schöpfer zugleich ihr erster SA.-Mann gewesen ist. Unser Kampf hat uns an ein tiefes Gesetz gebunden: Man kann die grotzen Probleme unserer Zeit niemals dialektisch losen, sondern nur durch die Kraft der Ueberzeugung und durch den Mut derer, die diese Ueberzeugung verteidigen.«

Reichsleiter Rosenberg wandte 'sich gegen die Kreise, die auf dem Umweg über Kunst und Kul­tur die nationalsozialistische Bewegung anbohren wollen und bat die ganze SA., auch in diesem Kampf den alten unerbittlichen Charakter zu zeigen.Wir dürfen sagen«, so führte er zum Schluß aus,datz erst heute der große geschichtliche Prozeß der Völkerwanderung zu Ende gegangen ist, daß nach einer tausendjährigen Rundfahrt durch die Welt auch der deutsche Geist, die deutsche Seele heimgefunden hat, zu sich selber."

Der belgische Ministerpräsident van Zeeland ist am Sonntagnachmittag in Warschau einge­troffen, um den Besuch des polnischen Außen­ministers Veck vom März dieses Jahres zu er­widern.

Noler lerrar in Spanien

Wieder drei Todesopfer

Madrid, 27. April

In-der Nacht zum Sonntag verübten marxistische Elemente in mehreren Orten Spaniens blutige Anschläge. Im Sitzungssaal des Rathauses von Arganda explodierte eine Bombe, kurz nachdem der Eemeinderat zu einer Besprechung zusammen­getreten war Im Innern des Hauses wurde großer Schaden angerichtet. Ein Stadtrat wurde auf der Stelle getötet, zwei andere schwer und zwei weitere leichter verletzt. In Madrid wurde ein Bäcker, als er seine Wohnung verließ, aus dem Hinterhalt niedergeschossen. Der Ermordete war Mitglied der Katholischen Volksaktion. In Sevilla wurde ein Lehrer der dortigen Handels­schule überfallen und erschossen.

Die Beteiligung an der Wahl der Vertrauens­leute für die am 10 Mai stattfindende Präsi­dentenwahl war in ganz Spanien außerordentlich gering, so datz in vielen Städten die Wahllokale infolge Ausbleibens der Wähler schon in den Mittagsstunden den Dienst einstellten. Die Frauen zeigten ein besonders geringes Interesse. Die Beteiligung wird auf durchlchnittlich etwa 25 v. H. geschätzt. Die Volksfront ging, wie nicht anders zu erwarten war,als unbestrittener Sieger« aus demKampf« hervor.

sooooo kinwoliner ein Seistlicher

Mexiko-Stadt, 27, April.

Wie das mexikanische Ministerium des Innern erklärt, hat die Bundesregierung gegen die Wie­deraufnahme des Gottesdienstes und'die Wieder­eröffnung der Kirchen im Innern des Landes nichts einzuwenden, sofern die Regierungen der einzelnen Vundesstaaten dies anordnen Der Kongreß' des Staates Chihuahua hat eine Abän­derung des Gesetzes beschlossen, das für je 100 000 Einwohner einen Geistlichen zuläßt. Nach dem abgeänderten Gesetz wird in Zukunft nur noch ein einziger Geistlicher für den ganzen Staat gestattet. Der Staat Chihuahua hat etwa 500 000 Einwohner.

Sven Kevin;ur Kolonialfrage

Das Recht ist ganz aus deutscher Seite«

Vor einigen Tagen hatte der Stabsleiter des Reichskolonialbundes im Eauverband Ostpreußen, Eberhard D i e h l - Königsberg, Gelegenheit, sich mit dem berühmten schwedischen Forscher und Freund Deutschlands, Sven Hedin, über die deutsche Kolonialfrage zu unterhalten:

Frage: Herr Dr. Hedin, Sie sind dem deut­schen Volk von jeher als ein großer Gegner der Kolonialschuldlüge bekannt. Glauben Sie, datz für ein ehrlieberides Volk eine solche Lüge auf die Dauer tragbar ist?

Antwort: Nein, das deutsche Volk kaun und wird diese Lüge auf die Dauer nicht ertragen können.

Frage: Darf ich Sie einmal danach fragen, ob Sie auf ihren Forschungsreisen Menschen getroffen haben, die diese Lüge geglaubt haben oder noch glauben?

Antwort: Die Deutschen find in aller Welt sehr geachtet, auch bei den Chinesen.

Frage: Welches Bild haben Sie sich von unseren alten Kolonien gemacht?

Antwort: Ich bin der Meinung, datz die deutschen Kolonien am besten in Ordnung waren von allen.

Frage: Wird man Deutschland auf die Dauer Kolonien vorenthalten können?

Antwort: Niemals! Deutschland muh genau so Kolonien haben wie die anderen. Ich bin überzeugt.- Deutschland wird genau so bestimmt seine Kolonien zurückerhalten, wie jetzt das Rhein- land von deutschen Truppen besetzt worden ist.

Frage: Hat Deutschland seine kolonialen Ansprüche nicht mit vollem Recht angemeldet?

Antwort: O ja. das Recht ist ganz auf deutscher Seite.

Marsch auf flddis flbeba

Der Heeresbericht des Marschalls Badoglio Asmara, 27. April.

Im italienischen Hauptquartier in Dessie werden gegenwärtig alle Vorbereitungen für den Marsch auf Addis Abeba getroffen. Mehrere Ab­teilungen Askaris rücken bereits nach Süden vor.

Am Sonntag hat auch eine riesige, ans 3660 Lastautos bestehende Kolonne den Marsch von Dessie aus nach Süden angetreten. Auf vielen Lastwagen sind kleine Tanks aufmontiert. Ueber das Verbleiben des Negus liegen noch keine sicheren Angaben vor. Wie von italienischer Seite verlautet, soll der Thronfolger zu Zugeständnissen an Italien bereit sein. Man glaubt mit dem Ab­schlug der Feindseligkeiten auf beiden Fronten zweifellos spätestens Mitte Mai rechnen zu können.

General Graziani rückt mit feinen Truppen weiter in Richtung aus Harrar vor.

Marschall Badoglio drahtet im Heeresbericht 196:Die Truppen des Generals Graziani haben nach dem Siege, von Djanagobo den Vormarsch gegen die befestigte feindliche Linie von Sassa- baneh wieder. aufgenommen. An unserer linken Front hat eine motorisierte Kolonne unter Fllh- rung des Generals Verne am Nachmittag des 23. überraschend Dagamedo eingenommen. Unsere motorisierten Abteilungen verfolgten den Feind der zahlreiche Tote hatte und Hunderte von Ge­wehren und reichliches Munitionsmaterial zurück- lieg. ^n der Mitte griff General Frusci in der Morgendämmerung des 21. die mächtigen feindlichen Stellungen von Hamanlei an. Unsere Truppen vertrieben den Feind aus dem Tal von ttaf, wobei ihm sehr schwere Verluste zugefügt wurden (Mehr als 1000 Tote). Unsere rechte Kolonne unter Führung des Generals Agostini eröffnete am Morgen des 21 einen Angriff auf die befestigten Stellungen von Eounagadch das um 10.30 Uhr besetzt wurde.

Vas Note kreuz will neutral bleiben

Genf. 27. April.

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hat am Sonnabend das Schrei­ben des Genfer Dreizehnerausschusses zum ttalienisch-abessinischen Streitfall beantwortet. In dem Schreiben des Treizehnerausschusses hatte dieser sein Erstaunen ausgedrückt, daß das Rote Kreuz es unter Berufung auf seine Neutralität ablehnt, sein Material über die Verletzung der internationalen Abkommen dem Völkerbund mit­zuteilen.

In dem Antwortschreiben dos Roten Kreuzes wird u. a. betont, es sei ihm ausdrücklich zur Pflicht gemacht, auf Unparteilichkeit und Unab­hängigkeit zu achten. Darauf habe das Inter­nationale Komitee hinweisen wollen, wenn es gegenüber dem Völkerbund erklärt habe, datz 'eine Neutralität ihm eine sehr große Zurückhal­tung auferlege. Deshalb habe es sich auch nicht in cer Lage gesehen, dem Wunsche des Dreizehner­ausschusses zu entsprechen, selbst auf die Gefahr hin daß feine Haltung zu einer irrigen Auffassung Anlag gäbe. Das Ziel des Internationalen Ko­mitees vom Roten Kreuz sei ausschließlich humani- rar und unpolitisch,