Ausgabe 
(26.4.1936) Nr. 116
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paLteiamEche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsstont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

Nr. 116 / 6. Itchrgang

Das amtliche Verkimdungsblatt des Neichsstatttialters m Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die22-min-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-inm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bödingungen Prers- liste6 (Nachlaßstaffel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12ZH-13)H Uhr.

Sonntag, 26. flprtt 1S56

kinzelpreis 15 Npf.

lugend im flusland der Heimat verbunden

Reichsdeutsche Lehrlinge außerhalb Deutschlands kommen in klbkut der Neichsbetriebsgemeinschast Handwerk

logSSSPISASl

I» Frankreich finden heute die Wahlen zur KawNier statt.

König Fuad von Aegypten ist ernstlich erkrankt.

Italien setzt seine Truppenverschifsnngen fort.

Das Segelschiff Herzogin Cecilie ist an der englischen Küste aufgelaufen und zerschellt.

Zur vorläufigen Regelung der Arbeitsdienst- versorgung rst ein neues Gesetz erlassen worden.

In Gatow bei Berlin wurden 700 Rekruten der Luftwaffe feierlich vereidigt.

Im Davispokal-Wettbewerb führte Deutsch­land 2.0.

Bremen sandte dem Stellvertreter des Führers zur Vollendung seines 40. Lebens­jahres einen herzlichen Glückwunsch.

Im Zuge der Bahnhossplanung für Horn wird auch eine Berlegung und Vergrößerung des Postamtes Horn als dringend erwünscht bezeichnet.

In Kürze wird die Kreisschule des Kreises Bremen der RSDAP. in LeuchtenLurg ihr neues Heim beziehen.

Die Jacht „Roland von Bremen" wurde gestern durch Senator Dr. von Hoff für das Ozeanrennen zur Verfügung gestellt.

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Nu-olf heft 46 Jahre alt

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Viktor Lutze gratuliert

München, 26. April.

Der Stabschef des Führers, Pg. Viktor Lutze, hat an den Stellvertreter des Führers folgendes Telegramm gesandt: „Lieber Parteigenoß e Hetz- Zum Geburtstage meine und der gesamten «4t. herzlichste Glückwünsche. Hoffentlich können Sre noch lange bei bester Gesundheit rm alten Geist marschieren und kämpfen für Fuhf" und Volk. In kameradschaftlicher Verbundenheit Heil Hitler.

Ihr Viktor Lutze.

Seneraloberst ööring dankt

Berlin, 26. April.

Reichsminister Generaloberst Görin g ver­öffentlicht folgende Danksagung: „Aviagtlch

meiner Ernennung zum Generaloberst sind mir aus allen Schichten der Bevölkerung und allen Teilen des Reiches Glückwünsche in derartiger Fülle zugegangen, daß es mir zu meinem lebhaft ten Bedauern nicht möglich ist, jedem peinlich zu danken. Ich habe mich über das Gedenken jedes einzelnen herzlich gefreut und bitte, meinen Dank für die mir bezeugte Verbundenheit auf diesem Wege entgegenzunehmen.

Steuerfreikett für Son0er;uwen0ung

am nationalen Feiertag des deutschen Volkes Berlin, 26. April.

Viele Vetriebsführer werden ihren Eefolg- fchaftsmitgliedern zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1936 Zuwendungen machen. Soweit besondere Zuwendungen ist?sa^ leistungen, z. B. Beköstigung, bestehen, ergibt sich die Einkomens- und Lohnsteuerfreiheit schon aus früheren Anordnungen des Rerchsministers der Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des 1. Mai hat der Reichsfinanzminister außerdem entschieden, daß auch Eeldzuwendungen zu diesem Tag einkommensteuer- (lohnsteuer-j frei "leiben dürfen, wenn sie drei Reichsmark nicht uoer- steigen.

(Draktdsricbt uvssrsi; Lsrlinsr SelirittlsItunZ) R. Berlin, 26. April.

2» Zusammenarbeit mit der Hitlerjugend hat die Reichsbetriebsgemeinschaft „Handwerk" der Deutschen Arbeitsfront eine großzügige Aktion durchgeführt, die es zum erstenmal in der Ge­schichte des deutschen Handwerks ermöglicht, daß reichsdeutsche Jungen aus dem Auslande zur Ausbildung bei deutschen Handwerksmeistern in die Heimat genommen werden.

Für die Tradition des deutschen Handwerks und für die Sicherung des auslandsdeutschen Nachwuchses ist diese Aktion von unschätzbarem Werte. Die Jungen werden von der Auslands- oraanisation der Deutschen Arbeitsfront nach Gesichtspunkten der Leistung und des Könnens ausgesucht. Die finanzielle Lage der Eltern spielt dabei keine Rolle; auch die ärmsten auslands- dentschen Volksgenossen können ihren Kindern

diese Ausbildung lassen.

in der Heimat zuteil werden Die Unkosten für die Anreise, Beklei­dung usw. werden von der Reichsbetriebsgemein­schaft „Handwerk" übernommen.

Die Jungen werden in Deutschland vier Jahre lang die normale Handwerkslehre durchmachen, um dann als Gesellen wieder in das Ausland zurückzukehren. Die Lehrstellen, in denen die Jungen untergebracht werden, sind vorher von der Neichsbetriebsgemeinschast „Hand­werk" auf das sorgfältigste ausgesucht worden und verteilen sich über das ganze Reich. Außerdem ist den Jungen Gelegenheit geboten, an den Einrich­tungen der zusätzlichen Berufsschu­le: ng teilzunehmen.

Während ihres Aufenthalts in Deutschland werden die Jungen von der Hitlerjugend be­treut werden, die dasür Sorge trägt, daß sie

neben der Berussausbildung auch Gelegenheit haben, in dieser Zeit die Schönheiten der deut­schen Heimat kennenzulernen. Der kamerad­schaftliche Verkehr mit den reichsdeutschen Ka­meraden wird ihnen auch die lange Trennung von dem Elternhause erleichtern.

Der erste Schub dieser Jungen aus dem Aus- lande, SO Jungen aus 12 verschiedenen Ländern, ist inzwischen in der Reichshauptstadt angekom­men. Die Jungen wurden bei ihrer Ankunft von Vertretern der Berliner HJ. und der Reichs- betriöbsgemeinschaft „Handwerk" empfangen und in Obhut genommen. Am Sonnabend nachmittag wurden sie von dem Stellvertreter des Führers, Pg. Rudolf Hetz, empfangen. Im Hause des Deutschen Handwerks fand dann eine besondere Feierstunde statt. Hier wurden die Jungen ihren zukünftigen Lehrmeistern übergeben.

Höchstleistungen durch den stvwk.

Sozialpolitische Schulungstagungen in den einzelnen Sauen und Sebieten

Königsberg, 26. April.

Nach den Tagen der Ruhe und Erholung gin­gen die Reichsberufswettkämpfer gestern in Kö­nigsberg an die Arbeit. Um 8 Uhr waren alle zum Appell im Schloßhof angetreten. Eanwalter Dusch ön forderte die Wettkämpfer auf, ans Werk zu gehen. Die Arbeit sei nicht als Last zu empfinden, sondern als Pflichterfüllung gegenüber dem deutschen Volke. Obergebietsfiih- rer Axmann sprach dann kurz über die Bedeu­tung des Reichsberufswettkampfes. Nach dem Appell begaben sich die Reichswettkämpfer an ihre Kampfstätten. Die Land- und Forstarbeiter werden in den Betrieben am Rande der Groß­stadt geprüft, die Fischer sogar in der Fischerei­schule in Lätzen. Der Kampf um die 70 Punkte, die es als höchste Leistung zu erreichen gilt, ist nicht einfach. Fast jeder Verufszweig ist vertre­ten: Handwerker, Fabrikarbeiter, Bauern, Land­arbeiter, Kaufleute und viele andere. Auch un­gelernte Jungarbeiter und -arbeiterinnen vom laufenden Band sitzen dabei. Sie bekommen Auf­gaben, die ihnen die Möglichkeit zu eigener Jdeenentwicklung geben sollen.

Ein Besuch der Kampsstätten zeigt, daß die Jun­gen und Mädel wirkliche Spitzenkönner sind in

ihrem Fach. Die Leiter der Königsberger Dienst­stellen und Behörden zeigten großes Interesse am Berufswettkampf. So sah man in verschiedenen Betrieben den Befehlshaber des ersten Armee­korps. General der Artillerie von Brauchitsch. Der Landesbauernführer Spick scheu verfolgte die Leistungen der Prüflinge der Landwirtschaft. Die praktischen Prüfungen waren gegen 17 Uhr abgeschlossen.

Zugleich mit dem Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend findet in der Handelshochschule zu Königsberg eine „Schulungstagung für die soziale Jugendarbeit" statt, an der die Träger der sozialen Jugendarbeit :m ganzen Reich, die Sozialabteilungsleiter der E«? biete der Hitlerjugend, die Eaujugendwalter und die Jugendleiter der Deutschen Arbeitsfront mit ihren Referenten und Referentinnen teilnehmen. In der Eröffnungsrede wies Obergebietsführer Axmann darauf hin. daß diese Tagung der Auf- rakt für eine Reihe von sozialpolitischen Schulungstagungen in den einzelnen Gauen und Gebieten darstelle. Die gesamte sozialvoliti- sche Arbeit der Jugend sei aufs engste dem Reichsberufswettkampf verbunden.

Der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann Lauterbacher erklärte daraus, die nationalsozialistische Jugendbewegung stelle sowohl in bezug auf ihre Größe und Or­ganisation wie auch durch ihre Leistung etwas einzigartiges in der Welt dar.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, leitete sodann die Reihe der Fachvor- träge mit einer ausführlichen Betrachtung über die Arbeitseinsatzlage ein. Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt könnten wir, so sagte er, nur auf­nehmen mit den Qualitätsleistungen, durch die Deutschland groß geworden sei. Daher sei der Reichsberufswettkampf. der die deutsche Jugend zu Qualitätsarbeitern zu erziehen helfe, besonders w ertvoll. Dr. Syrup behandelte in großen Zügen alle jene Maßnahmen des Arbeits­einsatzes, die vor allem die jugendliche Arbeiter­schaft angehen, wobei er der Mitarbeit des Ju­gendamtes der DAF. und des Sozialamts der Reichsjugendführung bei der Durchführung dieser Maßnahmen in anerkennenden Worten gedachte.

Vir Sst verbürgt den 7 frieden

Stabschef Lutze in Hamburg: »wir find die alten geblieben: des sülzrers treuefte politische Soldaten!"

Hamburg. 26. April

Der Stabschef der SA., Viktor Lutze. traf gestern vormittag zur Besichtigung der SÄ.-Eruppe Hansa in Hamburg ein. Gestern nachmittag fand auf der Moorweide ein Aufmarsch der Hamburger SA. statt. Auf dem Platz hatten insgesamt 14 000 SA.-Männer Aufstellung genommen. Auf der Tribüne waren Reichsstatthalter Kauf­mann, Regierender Bürgermeister Krog- mann und die Senatsmitglieder sowie als Ver­treter der Wehrmacht der Kommandierende Gene­ral des 10. Armeekorps, General der Kavallerie. Knochenhauer, und Admiral Lindau sowie zahlreiche Vertreter der Bewegung und ihrer Gliederungen erschienen. Nachdem Stabs­chef Lutze die Reihen der SA. und Marine-SA. abgeschritten hatte, führte er in einer Ansprache u. a. aus:

„Ich stehe hier auf diesem Platz in Hamburg nicht zum erstenmal. Vor Jahren, als wir noch um die Macht in Deutschland kämpften, da waren es noch wenige SA.-Männer, die hier angetreten waren, damals war es noch eine kleine Zahl, die sich zur Armee Adolf Hitlers bekannte. Doch eines

besaßen wir, das war der unerschütterliche Glaube an den Mann. den wir uns selbst zum Führer erkoren hatten.

Das war die Treue zu diesem Mann und das war der heilige Idealismus, der uns beseelte. Nur so war es möglich, das Hakenkreuzbanner zur Fahne des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes zu erheben. Der heutige Ausmarsch soll nicht nur eine Besichtigung sein, sondern wir wollen an dieser Stelle aufs neue geloben, daß wir die alten geblieben sind, nämlich des Führers treuesten politischen Soldaten!"

H

Stabschef Lutze schreibt im „Hamburger Tage­blatt" über die Zukunftsaufgaben der SA. u. a.:

Die Wiederherstellung des völkischen Friedens ist sein. des SA.-Mannes, unter schweren Opfern errungenes Werk. Ueber die Erhaltung dieses Friedens zu wachen, ist eine seiner Auf­gaben für die Zukunft. Wir haben gegen den Weltfeind Kommunismus einen Wall aufge-

Schwur auf die faline

700 Nekruten der Luftwaffe wurden vereidigt

«. Berlin, 26. April.

Vor dem Stabsgebäude der Luft-Nachrichten- Ersatzabteilung in Gatow bei Berlin waren gestern morgen im offenen Viereck 700 Rekruten der LN.-Ersatzabteilung und der LN.-Kompanien des RLN. zur Vereidigung angetreten. Zu der militärischen Feier waren Generalmajor Ze- netti als Vertreter des Befehlshabers im Luft- kreis II, Offiziere der benachbarten Standorte, Vertreter der Parteigliederungen und eine Ge­folgschaft der DAF.. Abteilung Luftwaffe, er­schienen.

Pünktlich 9.4S Uhr klingt ein Militärmarsch auf. Die Vereidigungsparade in Stärke einer Kompanie kommt ' über den weiten Platz mit klingendem Spiel heranmarschiert. Nachdem die Kompanie Aufstellung genommen hat. schreitet Generalmajor Zenetti die Front ab. Kom­mandos ertönen, und die Fahnen nehmen links und rechts von einer mit der Reich-fti»- geschmückten Kanzel Aufstellung.

Die Kapelle intonierte den Lhoral „Auf, bleibet treu". Dann sprechen der evangelische und der ka­tholische Standortpfarrer. LÜieder ein kurzes Kommando, und die Vereidigungsparade prä­sentiert das Gewehr. Sechs Rekruten von jeder Abteilung treten vor die Fahnen hin, sämtliche Rekruten heben die rechte Hand zum Schwur und sprechen den vom Kommandeur vorgesprochenen Eid nach. den die vorgetretenen Rekruten auf die Fahne schwören:

„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, , Adols Hitler, dem Obersten Vesehlshaber der Deutschen Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."

Nach der Vereidigungszeremonie spricht' der Kommandeur zu den jungen Rekruten. Ein Sieg- Heil auf Führer. Volk und Vaterland — dann erklingen das Deutschland- und Horst Weisel-Lied. Die eindrucksvolle militärische Feier endete mit einem Vorbeimarsch sämtlicher Formationen.

richtet, wir werden diesen Wall, wenn es sein muß, mit unseren Leibern decken und mit un­serem Blut zu Granit härten, weil wir wissen, daß auf diesem Wall der erste SA.-Mann Deutschlands steht: Unser Führer Adolf Hitler."

NekordMern der ftrbettsschlakkt

Außerordentliche Erhöhung der Zahl der Beschäftigten

Berlin. 26. April.

.Nach der Krankenkassenmitglieder-Statistik stieg die Zahl der Beschäftigten im März um 740 866. Gegenüber dem gleichen Verichtsmonat des Vor­jahres hat sich somit die Zahl der Beschäftigten um 1,14 Millionen erhöht. Ebenso bringt die Statistik über die Vermittlunastätigkeit der Ar­beitsämter im März Rekordzahlen. Der Abgang an Arbeitsuchenden erreichte mit mehr als 1,1 Millionen eine in den letzten drei Jahren noch nicht beobachtete Höhe. Einschließlich des Zu­gangs betrug die Gesamtbewcgung an Arbeit­suchenden fast 1.7 Millionen. Die Gesamtzahl der Arbeitskräfte, bei deren Einstellung die Arbeits­ämter mitgewirkt haben, betrug im März rund 970 000.. Besonders groß war diesmal die Zahl der Vermittlungen in Dauerstellungen. Insge­samt konnten rund 630 000 Volksgenossen im März in Dauerbeschäftigung untergebracht werden.

Neichsarbettsdienstverforgung

Ei» neues Gesetz zur vorläufigen Regelung U. B°rlin. 26. April

Nach einem neuen Gesetz zur vorläufigen Rege­lung der Versorgung der Reichsarbeitsdienst­männer und der Angehörigen des Freiwilligen Arbeitsdienstes für die männliche Jugend und ihre Hinterbliebenen können ehemalige Angehörige des Reichsarbeitsdienstes sowie deren Hinterblie­benen wegen der Folgen einer nach dem 30. Juni 1934 erlittenen Tienstbeschädigung auf Antrag vorläufige Versorgungszuwendungen bekommen. Die Zulage für einen Dienstbeschädigten — nur bei Pfleaebedllrftigkeit — darf insgesamt höch­stens 1200 RM. betragen Wenn ein ehemaliger Angehöriger des Reichsnrbsttsdienstes nach Ab­lauf von sechs Jahren noeli der Entlassung aus dem Arbeitsdienst stirbl o- eine Zuwendung nur dann erfolgen wenn ocr Tod infolge einer im Dienst erlittenen Beschädigung eingetreten ist und sein Leiden vorher als Dienstbeschädigung ausdrücklich anerkannt war.

Frankreich unk die Wahlen

Kirchturm- oder Weltpolitik!

* Bremen, 26. April.

Der heutige Tag, als der Tag der französischen Wahlen, kann ein höchst bedeutsamer, um nicht zu sagen, schicksalsschwerer Tag — und zwar nicht allein für das französische Volk selber, sondern für ganz Europa werden.

Es wird zwar heute abend und auch in den nächsten Tagen noch nicht möglich sein, sich ein klares Bild über die künftige Zusammensetzung der französischen Kammer zu machen. (Dazu sind der Parteien in Frankreich heute zuviel und die Stichwahlen am nächsten Sonntag werden erst das Endergebnis bringen.) Aber eines wird sich doch wohl nach dem Abschluß des heu­tigen Wahlganges erkennen lassen, nämlich, ob ein Sieg der Linken, der wahrscheinlich ist, gleichzeitig auch einen Sieg Moskaus bedeutet.

Die Volksfront, welche von den Radikal­sozialisten Herriots, der kürzlich von Daladier abgelöst wurde, bis zu den Kommunisten reicht, wird zweifellos sich um so mehr nach Moskau hin ausrichten, je stärker ihr linker Flügel aus dem Wahlkampf hervorgeht. Je nachdem, wie der französische Staatsbürger, von dem man ja weiß, daß er in seiner überwältigenden Mehr­heit nichts vom Bolschewismus wissen will, dem persönlichen Einfluß eines Leon Blum, eines Paul Voncour oder gar dem des Kom­munisten Lach in, erliegt, oder aber ob er belehrt von den jüngsten Vorgängen in Genf, von diesen Männern sich abwendet, wird Frank­reich demnächst eine knallrote oder eine ge­mäßigte Linksregierung haben. In ersterem Falle ist ohne weiteres zu erwarten, daß innerhalb der neuen Regierung jene Männer bestimmend sein werden, die im Sinne Moskaus in verant­wortungsloser Hetze die Kriegsfackel in Europa zu entzünden sich bemühen, zum „höheren Ruhme" Sowjet-Rußlands, dessen Ziel die Vernichtung der europäischen Kultur ist.

Der französische Staatsbürger, der sich leider noch immer nicht im klaren darüber befindet, wie innig die Verbindung zwischen Juden und Mosko- witertum ist, mag sich in den letzten Wochen oft genug gewundert haben, warum die in den Völ­kerbund aufgenommenen Sowjets plötzlich so flau in der Vertretung des Paragraphen 16 der Völ­kerbundssatzung geworden sind, des Paragraphen, demzufolge Abessinien doch die volle Unterstützung des Völkerbundes gegen Italien hätte erhalten muffen. In Gens war doch die gegnerische Ein­stellung Moskaus gegen den Feldzug des faschisti­schen Italiens in Ostafrika bis vor dem 7. M ä r z noch eine so feindselige, ja geradezu so gehässige, daß es schlechtweg einen Kurswechsel um 180 Grad bedeutete, als die sowjetruffische Vertretung in Genf nach dem 7. März sich plötz­lich ganz anders zum italienisch-abessinischen Streit stellte und Frankreichs — somit auch Ita­liens — getrennter -Sekundant gegen England wurde.

Wir in Deutschland können uns diesen Kurs­wechsel wohl erklären. Wir wissen genau, was hinter diesem anscheinend so zwiespältigen Ver­halten Sowjetrußlands in Genf steckt: nämlich das zielbewußte Streben Moskaus, Europa um jeden Preis in einen Krieg zu stürzen, wobei der infernalische Haß gegen Deutschland, der zum größten Teil jüdischen Sowjetmachthaber in Rußland noch eine besonders treibende Kraft ist.

Das sowjetruffische Streben, in Europa Kriegs­brände zu entfachen, war es, was die Genfer Vertretung Moskaus bis zum 7. März auf Seite Englands gegen Italien Ränke spinnen und hetzen ließ. War doch bis dahin die Erwartung, daß aus dem italienisch-englischen Gegensatz wegen Abessinien ein Krieg ums Mittelmeer ent­brennen könne, durchaus berechtigt.

Als dann am 7. März der Führer dem Deutschen Reich die volle Souveränität wieder- oerschaffte, indem er die Friedensgarnisonen in der bis zu jenem Zeitpunkte entmilitarisierten deutschen Zone wiederbesetzen ließ, stieg plötzlich in Moskau die ganz große Hoffnung auf, Frankreich in einen schweren, blutigen Konflikt mit Deutschland treiben zu können, in einen Kon­flikt, bei dem sich selbstverständlich Sowjetrußland einschalten und schließlich bei einem Angriff Frankreichs und seiner Bundesgenossen auf ein