Ausgabe 
(15.4.1936) Nr. 105
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Parteiamtliche Tageszeitung

pachnchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Nr. l0S / ö. Jahrgang

Mittwoch, 15. sspril 1956

kinzelpreis 15 Npf.

Ssl-Mann und Student eng verbunden

Abkommen Mischen Stabschef Lutze und Neichsstubentenbundsichrer VerichsweUer

Unsvr lagssspisgsl

Italienische Truppen haben die im Tanasee gelegene Halbinsel Eorgora besetzt.

Baron Aloisi hat sich zur Tagung des Drei- zehner-Ausschnsses nach Gens begeben.

Der frühere französische Ministerpräsident Laval setzt sich sür Verständigung mit Deutschland ein.

Zwischen SA. und NSDStV. wurde ein Ab­kommen zwecks Durchdringung der Studenten mit nationalsozialistischem Gedankengut ge­schlossen.

Der Führer besichtigte eine weitere Teil­strecke der Reichsautobahn München—Landes­grenze.

Auf deutschen Werften wurden im ersten Vierteljahr 5g Handelsschifssneubauten in Angriff genommen.

Der Leiter des Bremischen Landes-Kriminal- polizeiamtes, Oberregierungsrat Dr. Parey, schreibt über die neuen Ausgaben seines Ressorts.

Gestern stieß an der Weser in der Nähe der Eisenbahnbrücke ein Vater seine beiden Kinder in die Weser.

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Neichsaulobatin im werden

Der Führer besichtigt die Teilstrecke München—Chiemsee

München, 15. April

Der Führer besichtigte von Berchtesgaden kom­mend am Dienstag zunächst den bereits fertig­gestellten Teil der deutschen Queralpenstraße von Mauthaeusl bis Jnzell, anschließend die Reichs­autobahn München—Landesgrenze von Bernau am Chiemsee bis München. In der Begleitung des Führers befanden sich der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt und der Leiter der Fachgruppe Kraftwagen, Direktor Merlin.

Die Autobahn München—Landesgrenze ist bis­her auf einer Strecke von 80 Kilometer von München bis Weyarn dem Verkehr freigegeben. Etwa gegen Pfingsten wird ein weiteres Teil­stück bis Frasdorf mit der Jnn-Ileberquerung dem Verkehr übergeben werden können. Später erfolgt dann die Freigabe der Strecke bis Kilo- meter 75 am Chiemsee. Der am Dienstag be­sichtigte Teil der Strecke, auf dem eine Fahrbahn größtenteils bereits fahrfertig ist, führt durch landschaftlich reizvollstes Gebiet Deutschlands. Von der Höhe vor dem Chiemsee hat man einen Blick auf die gesamten deutschen Ostalpen und über den Chiemsee weit hinaus in das bayrische Land, einen Ausblick, wie er von kaum einer Autostraße Deutschlands in solcher Schönheit ge­boten werden kann. Besonders eindrucksvoll sind auch die Brllckenllberquerungen. Westlich des Jnn hat man von Jrschenbero eine Alpensicht auf das Kaisergebirge, den Dachstein, den Wendel­stein und einen großen Teil der bayrischen Alpen, die von überwältigender Schönheit ist.

flusbildungsreise deutscher Kreuzer

Kiel, 15. April

Das Flaggschiff des Befehlshabers der Auf- klärungsstreitkräfte, Kreuzer „Nürnber g", verließ gestern vormittag Kiel, um sich in der Helgoländer Bucht mit den aus Wilhelmshaven zu ihm stoßenden Kreuzern „Leipzig" und „Köln" zu vereinigen. Die drei Kreuzer be­geben sich zu einer fast vierwöchigen Auslands- Ausbildungsreise in den Atlantik. Während die­ser Reise werden folgende Häfen angelaufen: Kreuzer „Nürnberg" vom 23. bis 27. April Santa Cruz de Teneriffa, vom 80. April bis 4. Mai Lissabon; Kreuzer „Leipzig" vom 23. bis 27. April Las Palmas, vom 29. April bis 3. Mai Lagos (Portugal); Kreuzer „Köln" vom 23. bis 27. April Madeira, vom 29. April bis 3. Mai Lagos. Die deutschen Kreuzer werden voraussichtlich im englischen Kanal mit der KdF.-Flotte zusammen­treffen.

vr. Mahlo teiter der Fachgruppe „verketirswerber"

Berlin, 15. April

Mit der am 1. Januar 1936 erfolgten Ver­änderung der organisatorischen Stellung der Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute wurde gleichzeitig die Fachgruppe Verkehrswerber ge­gründet und der NSRDW. angegliedert. Ver­kehrswerber ist, wer eine entwerfende, gestal­tende, beratende, anordnende oder leitende Tä­tigkeit auf dem Gebiet der Werbung für den Reise- und Fremdenverkehr ausübt, die eigen­schöpferisch ist und nicht nur die Ausführung rein technischer Arbeiten darstellt. Der Reichsfach­schaftsleiter Pg. Hugo Fischer, stellvertretender Reichspropagandaleiter der NSDAP-, hat zum ehrenamtlichen Reichsfachgruppenleiter den Ober­regierungsrat im Reichsministerium für Volks- aufklärung und Propaganda. Dr. Fritz Mo^lm berufen.

R. Berlin, 15. April

Zwischen der Obersten SA.-Führung und der Reichsführung des NSDStB., Albert Derichswei- ler, ist folgende Vereinbarung getroffen worden:

Erfahrungen haben gelehrt, daß eine Durch­dringung der Studentenschaft der Hoch- und Fach­schulen mit dem nationalsozialistischen Gedan kengut nur dann ermöglicht werden kann, wenn der NSDStV. über eine eigens für diese Arbeit geschulte Mannschaft verfügt. Man wird dem NSDStB. mit Beginn des Sommer- Semesters 1936 die Aufstellung von Stamm- Mannschaften in den Orten, in denen Hoch- und Fachschulen bestehen, vorschlagen. Die Höchst- stärke jeder Stamm-Mannschaft beträgt 60 Mann. In die Stamm-Mannschaften werden beson­ders bewährte Männer, die ihre natio­nalsozialistische Einsatzbereitschaft in der Gliede­rung der Partei schon unter Beweis gestellt haben, aufgenommen. Aus dem Erfordernis enger Zu­sammenarbeit zwischen SA. und NSDStB. wer­den folgende Punkte erlassen.

1. Die Mitglieder der Stamm-Mannschaft des

Gens, 15. April.

Der italienische llnterstaatssekretär Suvich hat dem Generalsekretär des Völkerbundes ein Schreiben über die Aufhebung der Sklaverei in den von italienischen Truppen besetzten Gebieten Abessiniens zugehen lassen mit der Bitte, es allen Bölkerbundsmitgliedern sowie den Mitgliedern des Dreizehnerausschusses und des Sklavereiaus­schusses bekanntzugeben. Dieses Schreiben hat fol­genden Wortlaut:

Am 2. März hat die italienische Regierung be­reits Gelegenheit gehabt, dem Völkerbund die Ver­ordnung des Oberkommissars für Ostafrika vom 14. Oktober 1935 zur Kenntnis zu bringen, worin die Sklaverei in den Gebieten der Provinz Tigre, die Italien aus wohlbekannten Gründen zu be­setzen genötigt war, feierlich für abgeschafft erklärt wurde. Gleichzeitig wurde der entsprechend lau­tende Erlaß des Gouverneurs von Somali­land für die an die italienischen Kolonien gren-

NSDStB., die der SA. angehören, bleiben weiter­hin Angehörige der SA., werden jedoch für die Dauer des Studentendienstes in der Stamm- Mannschaft vom SA.-Dienst beurlaubt. Während der Dauer der Beurlaubung sind Angehörige der Stamm-Mannschaft berechtigt, den SA.-Dienst- anzug zu tragen.

2. Nach drei Semestern Dienstleistung in der Stamm-Mannschaft tritt der Student in seine SA.-Einheit zurück. Der in der Stamm-Mann­schaft geleistete Dienst wird als SA.-Dienst ge- wertet und angerechnet.

3. Der NSDStB. übernimmt seinerseits durch den Einsatz studierender SA.-Führer die Ver­pflichtung, die Ausbildung in der Stamm-Mann­schaft dem Dienst in der SA. anzupassen, so daß die Gewähr vorhanden ist, daß der Student in körperlicher Ertüchtigung und weltanschaulicher Festigkeit nicht hinter dem SA.-Mann zurück­bleibt.

4. Die Eaustudentenbundführer treten gemäß besonderen Befehls in die Stäbe der SA.-

zenden abessinischen Gebiete, die unter den gleichen Umständen von Italien besetzt wurden, mitgeteilt. 2m Anschluß hieran beehre ich mich mitzuteilen, daß Marschall Vadoglio unter dem 12. April in Makalle folgenden Erlaß verkündet hat:

„Völker von Tigre, von Amhara, von Godjam höret: Die Sklaverei ist der Rest einer alten Barbarei und dort. wo die italienische Fahne weht, kann es keine Sklaverei geben. Deshalb ist in Tigre, in Amhara und in Godjam, überall wo die italienische Flagge weht, die Sklaverei ab­geschafft. Ich habe den Kauf und Verkauf von Sklaven verboten. Die Sklaven, die in euern Ländern sind, sind befreit. Diejenigen, die Hilfe brauchen, sollen sich bei den italienischen Behörden melden. Sie werden Hilfe und Schutz erhalten. Wer die Bestimmungen des Erlasses übertritt, wird entsprechend dem Gesetz bestraft."

Gruppen, um eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen SA. und NSDStV. zu gewährleisten.

5. Der NSDStB. stellt in den Hoch- und Fach- schulorten je einen studierenden SA.-Führer in den Stab der jeweiligen SA.-Dienststelle zur Re­gelung aller örtlich bedeutsamen Fragen.

K. Der NSDStV. übernimmt die Verpflichtung, daraus hinzuwirken, daß sämtliche deutsche Stu­dierende einer der Gliederungen der Partei SA., SS., NSKK., HJ. angehören müssen. Die Er­fassung aller Studenten erfolgt nach den neuen Richtlinien in NSDStB.-Kameradschaften von je 30 Mann und zwar zusammengestellt aus Grund ihrer Zugehörigkeit ihrer Parteigliederungen.

7. Die von SA.-Angehörigen geleiteten Kame­radschaften werden als Gruppen dem in dem Hoch- schulort gebietsmäßig zuständigen Sturm ange­gliedert. Die Studierenden können jederzeit in die SA. aufgenommen werden, wenn sie den Vor­aussetzungen entsprechen.

gez.: Albert Derichsweiler.

Der Stabschef: gez. Lutze.

Rom, 15. April

Das neueste Fronttelegramm Marschall Ba- doglios hat folgenden Wortlaut: „Der Vor­marsch nimmt aus der ganzen Nordfront seinen Fortgang. 22 unserer Flugzeuge haben am Mon­tag lange Zeit über Addis Abeba gekreist. Sie warfen Flugschriften ab. Von Kampfhand­lungen wurde abgesehen. Der Bevölkerung be­mächtigte sich eine außerordentliche Panik.

Der Funkspruch eines Berichterstatters in As- mara ergibt folgendes Bild: Als die italie­nischen Abteilungen nach 50 Kilometer langem Marsch auf der im Tanasee gelegenen Halb­insel Eorgora eintrafen, zogen ihnen sämtliche Dorfältesten entgegen und nahmen an der Hissung der italienischen Flagge teil. Wie von italienischer Seite weiter berichtet wird, begaben sich auch die auf einer kleinen Insel gegenüber von Eorgora wohnenden Mönche auf das Festland und be­grüßten die italienischen Truppen. Mit der Be­setzung der Halbinsel, die äußerst fruchtbar ist, beherrschen die Italiener das ganze Tanasee- Gebiet und die Verbindung zwischen dem Sudan und Nordabessinien. (Siehe auch Seite 2.)

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Italien gibt nicht nach

(Von unserem römiscbsn O.-bl.-dlitarbsitsr) Rom, 15. April.

Am 7. März stimmte Mussolini dem Genfer Friedensappell grundsätzlich zu. Inzwischen ist auch das vom Negus selbst geführte Heer zer­schmettert, der Tanasee besetzt und der Vormarsch mit Beschleunigung fortgesetzt worden. Schwärme von Flugzeugen säen Tod. Ueber der Hauptstadt erscheinen die Bomber. Befehl: ins Herz von Abessinien!. Offenbar spricht man in Rom eine andere Sprache als in Genf. Aber auch die Staats­männer persönlich reden aneinander vorbei.

Eden: Es geht nicht an, daß wir fortgesetzt von der Einstellung der Feindseligkeiten reden und in Wirklichkeit der Krieg blutiger als je fort­geführt wird. War das der Sinn des Friedens­appells? Wie lange noch?

Mussolini: Bis zur vollständigen Vernichtung des Gegners.

Und die Osterbotschaft des Feldmarschalls Va­doglio versicherte: Wir werden nicht rasten und ruhen, bis der Feind gänzlich am Boden liegt!

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Genfer Zwischenspiel.

Merkwürdig, daß es noch immer Zuschauer an­zieht, obwohl es nun über ein Jahr lang gegeben wird, mit immer den gleichen Schauspielern und Kulissen, denselben Tiraden und Nebengeräuschen. Noch sonderbarer die Tatsache, daß auch Er­wachsene den Schein mit der Wirklichkeit ver­wechseln, das Theater ernst nehmen. Man sollte einmal nach deutschem Muster eine große Völker­befragung vornehmen: Glaubt ihr noch an Genf oder nicht? Es würde sich ergeben, daß nur 1,5 vom Hundert irgendwelche Hoffnungen an Genf knüpfen.

In Italien nimmt kein Valilla den Theater­donner mehr tragisch. Wenn Spott töten könnte, müßte die „Liga" längst das Zeitliche gesegnet haben. Was sich die Zeitungen täglich an Witzen und Karikaturen erlauben, würde Bände »oll Satirik füllen. Wer die tiefere Bedeutung dieser Ironie erkennen will, wie sie in dem scheinbaren Widerspruch zwischen der grundsätzlichen römischen Friedensbereitschaft und der Stimme der Geschütze zum Ausdruck kommt, braucht nur an den Tiber zu fahren oder — an die Seine. Die Auguren haben noch immer das gleiche Lächeln, das sie an jenem Dreikönigstag befiel, als sich die lateini­schen Schwestern in die Arme sanken.

Frankreich spielt seine Rolle mit unleugbarem Geschick. Ab und zu macht es eine unwillige große Gebärde gegen Rom, die dort entsprechend er­widert wird, im Grunde aber bleibt es dem fran­zösisch-italienischen Abkommen treu und sekundiert Mussolini, wo es kann, wenn es auch England gegenüber den Schein bewahrt und die Sanktionen durchführt, natürlich immer so, daß es Italien nicht wehtut. Rom kann zufrieden sein mit seinem Anwalt, wie hellsichtige Engländer Herrn Flandin nennen. Mit Sicherheit fährt er Eden jedesmal in die Parade, und so wird es bleiben, mag der französische Außenminister oder Minister­präsident heißen, wie er mag.

In Rom sagt und schreibt man ganz offen: England zeigt sich versöhnlich gegen Deutschland und unnachgiebig gegen Italien, Frankreich un­nachgiebig gegen Deutschland und versöhnlich ge­gen Italien. Der Rhein ist ihm eben wichtiger als der Tanasee. Frankreich spielt die Partie Italiens in der Erwartung und Berechnung, Rom werde sich dafür erkenntlich zeigen und sein Ge­wicht in die Schale werfen, sobald es die abessi- nische Ernte glücklich unter Dach habe.

Das alles ist dem italienischen gewöhnlichen Zeitungsleser schon so selbstverständlich geworden, daß es nahezu banal klingt; um so erstaunlicher, wenn die „hohe Politik" in Genf darüber auf Stelzen hinwegschreitet, als wisse sie nicht, daß sich Mussolini schon vor dem ersten Kanonenschuß Möglichkeit und Erfolg des Feldzuges gesichert hat, ganz ähnlich wie sich Italien vor der In­tervention 1915 durch den Geheimvertrag von London sicherte.

Um Italien „zur Räson zu bringen", müßte also England schon das tun, was es unbedingt vermeiden möchte: gegen den Willen Frankreichs und ohne die Hilfe des Völkerbundes allein g?gen Italien vorgehen. Daran glaubt man aber in Rom nicht und nützt die Verlegenheitspause

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Vom akessiniseben iiriegsselniuglatx. via liniiern,-r sstven x,i,/.,-ii binter cior bront ausrubsusn, <isll> es unter allen ilmstnwlen vej geborene bsiin Knlsgsn einer Kutostralls in Abessinien.

in .tb^ssinien alle n'enäungsksbig ist.

Hinkt,, ein, um -locl, vor cler Ilegenreit, 0,,.^ .st rnbennel/. tuk unserem llilcle siebt nmn .-straNenrvalsen unä blin-

(Heberl Liläerckienst)

Rallen beseelt adessmlsche Sklaven

vesegung der im sanasee gelegenen Kalbinsel eorgora