Ausgabe 
(12.4.1936) Nr. 103
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1938

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parteiamtliche Lageszeitung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Dremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Deutscher Äuferstehungsglaube

* Bremen. 12. April. I

Ostern, Triumph des Glaubens, Zeit des erwachenden Lebens, Auferstehung der Natur, Sieg der Zuversicht über Zweifel und Verzagtheit, Ueberwindung des Todes durch die Unsterblichkeit! I

Pus Starre und Winternacht ist die Erde zu neuem Leben erstanden und die alles be­lebende Sonne belohnt die Hoffnung der Menschheit auf die ewige Wiedererneuerung der Natur. Glaube ist es, der über den Winter hinweghalf, Glaube ist es, der in jeder Lage hinweghilft über drohenden Tod und nächtliche Finsternis im Leben des ein­zelnen, wie im Leben eines Volkes. Durch seinen Auferstehungsglauben ist Deutschland genesen und an diesem Glauben wollen wir auch festhalten, wenn es gilt darüber hinaus Europa zu retten.

Es ist nicht anders — der Führer hat es uns oft und immer wieder in die Erinnerung zurückgerufen — der Glaube kann Berge versetzen. Wer es vor dem Siege der Be­wegung bezweifelt hat, kann es seit dem Siege nicht mehr in Frage stellen. Oder waren es keine Berge, die.der Führer mit den Seinen versetzte, als er aus dem deut­schen Volke von 1918 das Volk von 1936 schuf?

Ist es schwerer, einen natürlichen Berg abzutragen, als aus einem ganzen Gebirge 'sich widerstreitender Sonderinteressen, sich widerstreitender Vorurteile, sich wider­streitender Staatsauffassungen, sich wider­streitender Weltanschauungen in einem Volke, ein einziges, großes, starkes, politi­sches Bergmassiv zu machen, das jedem An­sturm böswilliger Mächte trotzt, das jedem Versuch, es zu erschüttern, spottet?

Um Berge abzutragen, dazu bedarf es — zumal beim heutigen Stand einer schier all­mächtigen Technik — nur der notwendigen Mittel, um ein Heer von Arbeitern zu be­zahlen, das mit Schaufeln und Spaten, mit Bohrern und Sprengmitteln aus Werk geht. Aus einem Interessentenhaufen aber ein Volk zu machen, dazu bedurfte es wahrlich mehr.

Freilich mußten auch hier Spaten und Schaufeln gebraucht werden, um den ver­steckten Boden zu lockern, der nach dem Zu- sammenbruch des wilhelminischen Reiches sich gebildet hatte. Schaufel um Schaufel muhten unselige Irrtümer mühsam ab­tragen, damit der neue starke Bau erstehen konnte. Aber weit mehr noch mußte ge­schehen. Lebendiger Geist mußte in die träge Materie kommen, auf daß ein starker Organismus daraus werden, auf daß in dem neuen Gebilde auch eine lebendige Kraft zu wirken vermochte.

Adolf Hitler der große Baumeister nahm das Werk in Angriff. Aus grenzenlosem Glauben an das deutsche Volk heraus ge­lang es ihm, Stück für Stück eines mit dem Zusammenbruch wüst gewordenen Bodens abzutragen und als Baumasse für das ihm vorschwebende neue Werk zu verwenden. Erst waren es die sieben, die er im Sternecker-Bräu antraf, dann waren es Hunderte, dann Tausende, zuletzt Millionen und endlich das gesamte Volk, aus dem er das Dritte Reich erbaute. Und dem so er­standenen Werke hauchte er seinen Geist ein, auf das es leben konnte und nun nicht nur insgesamt, sondern in allen seinen einzelnen Bausteinen den Willen des Füh­rers harmonisch ausstrahlt.

Wo früher Unglaube an des deutschen Volkes Sendung wohnte, wo früher Zweifel an der Wiederauferstehung Deutschlands wucherten, wo früher Kleinmut und Ver­zagtheit herrschten, da lebck heute sieges- sicherer Glaube, freudige Zuversicht, frohe Gewißheit, starker Mut und fester Wille. Das hat der Führer an seinem Volke vollbracht, weil er an dieses glaubte. Das hat der Füh­rer an Deutschland getan, weil er wollte, daß es nicht untergehen sollte. Sein berge- versetzender Glaube hat sich restlos be­währt.

Und heute? Es ist Ostern. In der Natur erleben wir ein frohes Auferstehen alles Lebens; was in der Pflanzenwelt er­starrt war und gestorben schien, leblos und verloren dem Auge sich darbot, sprießt und gedeiht, von der belebenden Sonne geweckt,

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s>ieg des Lichts

Wer jetzt nicht seine Flamme schürt, Die Sacht verrinnt, die Krtunde kreist, Den hält das Dunkel fest, Der Himmel reißt entzwei, -

Der fehlt den Weg, der weiter führt Da singt das Licht: Wer du auch feist, Äus Dickicht und Geäst. Entbrenne! Werde! Aei!

Haus-llürgsü Uisrsvts.

aufs Neue und wird demnächst blühen, ebenso wie vor kurzem noch die in Eigen­sucht erstarrt und in finsteren Irrtümern verfallen gewesene deutsche Nation — bei dem belebenden Glauben des Führers er­wacht —, ihrer . nationalen Blüte ent­gegengeht.

Aber des Führers allumfassender Glaube und Wille greift weiter. Sein Erlösungswerk an Deutschland schließt ein weiteres an der europäischen Menschheit nicht aus. Allen verständlich erklärte der Führer am 7. März, daß es möglich sein muß, das in sich zer­rissene Europa in Frieden zu einigen. Es

i st möglich, so wie es möglich war, das der­einst sich selbst zerfleischende deutsche Volk in eine einzige große gemeinsame Front zu bringen. Berge sind freilich auch hier zu ver­setzen, Berge von Haß und Mißtrauen^ von tiefsitzender Eigensucht, von krankhaftem Ehrgeiz, der seine Vorherrschaftsansprüche nicht aufgeben will, obwohl deren Preisgabe Voraussetzung für ein dauernd befriedetes Europa ist.

Vierzehn Jahre hat der Führer an der Einigung Deutschlands gearbeitet. Nichts konnte seinen Glauben beirren, nichts seinen Willen lahmen, nichts sein Werk aufhalten.

Wie lange das Erlösungswerk an Europa währen soll, wie lange es dauert, den dem Abendlande drohenden Untergang endgültig abzuwehren, wie lange es dauert, die euro­päischen Nationen zu überzeugen, daß allein ihre Einigkeit vermag, dem alles zer­störenden Bolschewismus entgegenzutreten und Europa vor dem Verderben in Blut und Feuer zu bewahren: das vorauszusagen, kann bei dem heutigen Geistesstande ge­wisser europäischer Staatsleute begreiflicher­weise nicht möglich sein.

Glauben aber wollen wir, mit echtem, festem Lsterglauben, daß über die Geister

der Verneinung hinweg, der Geist der Auf­erstehung schreiten und über einem be­friedeten Europa einmal triumphieren wird, so wie Adolf Hitlers Geist über die kleinen Geister des deutschen Parlamentarismus triumphiert hat.

Und da es Adolf Hitler selber ist, der an dem Werke wirkt und schafft, so glauben wir doppelt und dreifach fest und unerschütter­lich, daß ihm sein Streben gelingen, daß ihm sein Streben belohnt wird, daß wie aus seinem und unserem Glauben ein neuerstan­denes Deutschland wurde, dereinst auch ein auferstehendes, das heißt ein endlich be­friedetes Europa in die Geschichte ein­gehen kann.

Allen europäischen Quertreibereien von heute zum Trotz wollen wir uns diesen sieg­haften Glauben nicht rauben lassen, sondern daran festhalten in der tiefinneren Ueber­zeugung, daß auch dieser Glaube nicht zu- schanden werden kann. 7 . g. D.

orundlagen;um neuen kuropa

Tonfilmansprache des Botschafters v. RiSbentrop

London, 12. April.

Botschafter von Ribbentrop hielt vor einigen Tagen bei einer Tonfilmaufnahme des Britisch Paramount News in London folgende Ansprache:

„99 Prozent des deutschen Volkes haben am 29. März für die nationalsozialistische Regierung gestimmt. Noch nie hat ein Volk in der Geschichte so einmütig hinter einer Regierung gestanden und ihre Innen- und Außenpolitik gebilligt. Der Führer und Reichskanzler hat der Welt seinen großen Friedensplan unterbreitet und kann mit Recht sagen: Hinter diesem Plan zur Konsoli­dierung Europas steht heute das gesamte deutsche Volk! Ein Volk, das ein für allemal seine Sou­veränität wiederhergestellt hat und das hierüber niemals eine Diskussion zulassen wird, aber auch ein Volk, das keinen anderen Wunsch hat als den nach Freiheit, Gleichberechtigung und Frieden.

Deutschland ist überzeugt, daß das englische Volk genau so wie das französische diesen neuen Frieden in Europa wünscht, und zwar einen wah­ren Frieden, getragen von dem Geist der Ver­söhnung. der nur unter gleichberechtigten, souve­ränen Mächten möglich ist.

Dieser ehrliche und aufrichtige Wille der drei Völker sollte unseren Regierungen die Möglich­keit und die Kraft geben, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen in Gestalt eines Vertragswerkes, das sich aus den deutschen Vorschlägen aufbaut. Ich bin überzeugt, daß bei allseitigem guten Willen die Verhandlungen im nächsten Monat beginnen können und noch im Lause des Som­mers die Grundlage zu einem neuen Europa ge­schaffen werden kann."

Zum rode des Botschafters von ftoesch

Beileid des Königs von England

Berlin, 12. April.

Seine Majestät König Eduard VIII von Eng­land hat dem Führer und Reichskanzler zum Ableben des deutschen Botschafters in London. Dr. Leopold von Hoesch, durch den Königlich- Britischen Botschafter in Berlin sein persönliches Beileid übermitteln lassen.

Der Führer und Reichskanzler hat dem König von England für diesen Beweis seiner Teilnahme an dem schweren Verlust, den das Deutsche Reich durch den Tod des Botschafters von Hoesch er­litten hat, seinen aufrichtigen Dank zum Ausdruck gebracht.

Auch der englische Außenminister Eden hat durch den englischen Botschafter in Berlin der deutschen Regierung sein aufrichtiges Beileid zu dem schweren Verlust übermitteln lasten. Die britische Regierung sei sich dankbar der großen Verdienste bewußt, die der Verstorbene beiden Ländern erwiesen habe.

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In der deutsche« Botschaft in London trafen gestern zahlreiche Veileidskundgebungen ein. Königin Mary ließ ihr Beileid fernmündlich übermitteln. Auch der Herzog und die Herzogin von Ssork sandten Beileidsbezeugungen.

Ueber die näheren Umstände des Todes Bot­schafters von Hoesch werden von der deutschen Botschaft in London noch folgende Einzelheiten bekanntgegeben: Seit einigen Jahren litt der

verstorbene Botschafter an einem Herzfehler. Vor einem Jahr hatte er einen schweren Anfall, der zu Besorgnis Anlaß gab. v. Hoesch nahm die Krankheit jedoch nicht ernst und bestand darauf, keine Unterbrechung in seiner Arbeit eintreten zu lassen. Am Donnerstag abend sprach er darüber, daß er sich nicht ganz wohl fühle, aber am Freitag morgen stand er wie gewöhnlich aus. Beim Ankleiden bekam er einen Schwindelanfall und ließ sich von seinem Diener zu Bett bringen. Ein Arzt wurde herbeigerufen, der jedoch nichts mehr ausrichten konnte. Der Tod des Botschafter-- trat kurz darauf ein. Der verstorbene Botschafter wird voraussichtlich Mitte nächster Woche nach Deutschland übergeführt werden. Die Beisetzung erfolgt in der Familiengruft in Dresden.