parteiamtliche Lageszeitung
pachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen
Nr. 102 / 6. Jahrgang
Das amtliche VerkünÄungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
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Sonnabend, 11. flprtt ISZ6
kinzelpreis 13 Npf.
LZ. hindenburgs glückliche Heimkehr
Sie glänzend verlaufene Südamerikafahrt des tustriesen ein Iriumpk deutscher lechnik / In 216 Stunden 21266 Kilometer!
Friedrichshafen, 11. April.
Das neue Luftschiff „Hindenburg" ist gestern nachmittag nach glücklicher Südamerikafahrt über Fricdrichshasen zurückgekehrt und aus dem Flugplatz Löwenthal bei günstigen Windverhältnissen glatt gelandet.
.Um 5 Uhr riefen Böllerschüsse die Haltemannschaften zum Flugplatz Löwenthal. 300 Mann der Gebirgsjäger aus Lindau versahen den schweren Absperrdienst. Als das Luftschiff nur als kleiner Punkt zwischen den Wolken im Westen
Unser lagesspiegel
Der deutsche Botschafter in London, von Hoesch, ist plötzlich gestorben.
Die Rest-Locarnomiichte haben sich für weitere Verhandlungen mit Deutschland entschieden.
Der Genfer Dreizehner-Ausschuh wurde auf Donnerstag nächster Woche vertagt.
LZ. „Hindenburg" ist nach glücklicher Süd- amerikasahrt wieder im Heimathafen gelandet.
Hans Stuck gewann auf Auto-Union das La- Turbie-Vergrennen in neuer Rekordzeit.
Der deutsche Fuhballmeister, Schalke 01, spielte gegen die SV. Waldhof Mannheim unentschieden 1:1.
Dem unentschieden 2:2 verlaufenen Kampf zwischen Werder und Spvg. Fürth wohnte Reichsfachamtsleiter Linnemann bei.
Der HSV. besiegte in einem Freundschaftsspiel die englische Amateurels der Corin- thians 2:1.
Der Nordmarkmeister Eimsbüttel unterlag im Gau Sachsen gegen Tura Leipzig 3:0.
sichtbar wurde, kam Leben in die Menschenmauer. Majestätisch steuerte das Luftschiff den Landeplatz an. Nach einem eleganten Kreis um den Flugplatz setzte das Luftschiff „Hindenburg" zu einer exakten Landung an. Um 6.40 Uhr lag das Schiff in sicherer Hand der Haltemannschaften.
Elf Tage war der Luftriese unterwegs, neun Tage ist er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Kilometern bei Sturm und Wind, bei Sonnenschein und Regen gefahren. In 216 Stunden hat er 21280 Kilometer in Höhe von 200 bis 2000 Metern zurückgelegt; 10 Länder hat er überflogen und ihre Städte berührt, drei Weltmeere rauschten unter ihm hinweg, 73 Passagiere von fast zehn Nationen hat er sicher und ruhig über drei Erdteile getragen und 53 Mann Besatzung haben ihn geleitet und behütet.
Millionen Menschen haben das stolze Hakenkreuzbanner am Heck leuchten sehen, aber Millionen die Reise des Märchenschiffes im Gerste miterlebt. Sie waren mit ihm am Rhein und in Holland, im Kanal und auf der Nordsee, an den Küsten Frankreichs, Spaniens und Portugals, über den Inseln der afrikanischen Küste, im weiten Atlantischen Ozean und in Brasilien. Sie haben den Sturm der Biscaya und me brütende Hitze auf dem Aequator, aber auch dre herrlichen Tage und Nächte in der Welt schönster Stadt, dem unvergleichlichen Rio de ^raneiro, miterlebt.
1500 Kilogramm Fracht, 80 Zentner Lebensmittel, 60 080 Kilo Brennstoff, bei einem Eigenaeuncht von 112 660 Kilo, sind ruhig und zuverlässig über Erdteile und Meere getragen worden.
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eber die Eindrücke des letzten Tages der rt liegen folgende Funkmeldungen von Bord ; Luftschiffes „Hindenburg vor:
s ist Donnerstagnachmittag. Wir fahren
ang der afrikanischen Küste m einer Hohe 1300 bis 1500 Metern. Die Gegenwinde sind ermindert stark. Unter uns zeichnet sich eine igelbe Linie, der Sandstrand der Küste, ab, m die der Gischt einer hohen Brandung
etzt^'sind wir bei Asemmu r. Hier begegnen dem Stuttgarter Zubringerflugzeug der Ischen Lufthansa für die Sudamerikapost KGKV Zephir". Etwas später umfliegt uns französischer Hochdecker. Ist weiter Ferne n wir Ccksablanca liegen, eine langgestreckte
indem den Kurs
t sind wir über Larache. Einige Meilen ier ändern wir den Kurs und fahren aus
aer zu. Kommandant Lehmann sagt, se Wettermeldungen starke Gegenwinde aus iichtung von der Biscaya und dem Kanal n. Die Kursänderung geschieht auch mit cht auf einen Motorschaden. Wir werden Seg über das Rhonetal nehmen. Die sranzo- Regierung hat auf besonderen Antrag für Ausnahmefall das Ueberfliegen nkreichs gestattet, i 100 Stundenkilometern nähern wir uns )0 Metern Höhe dem Mittelmeer und über- a die Meerenge von Gibraltar mit Kurs
auf die spanische Ostküste. Im Abenddämmer liegt die auf dem Felsen vorgebaute Festung Gibraltar unter uns. Schwimmende Lichterpünktchen zeigen uns die Schiffe an, die im Hafen liegen. Die englischen Kriegsschiffe, die hinter einer besonderen Mole liegen, sind nur an ihren Positionslichtern zu erkennen. Von Afrika herüber grüßen die Lichter von Ceuta noch deutlich sichtbar. Zur Ueberquerung der Meerenge brauchten wir 20 Minuten. Wir passieren noch einen beleuchteten Dampfer, vermutlich ein deutsches Touristenschiff, das sich herrlich auf dem mattblauen Meer aus- nimmt. Gibraltar funkt uns herauf: „Gute Reise!" Dann ist die Nacht da.
Leichter Gegenwind macht sich bemerkbar. Wir machen nur,75—90 Kilometer. Um 8 Uhr morgens sind wir über Cartagena. Dann sehen wir Älicante liegen. Nun sind wir schon über dem Cap de la Nao. Die Insel Mallorca kommt in Sicht. Jetzt haben wir etwa die Höhe von
Barcelona erreicht und damit seit Rio de 2 aneiro 4745 Seemeilen zurückgelegt Lei einem Brennstoffverbrauch von 33 730 Litern.
Unterredung mit Kommandant Lelimann
Unter den Passagieren wird dann der Wunsch laut, die Alpen zu überfliegen. Kommandant Leh mann hält diesen Wunsch aus Gründen der Betriebssicherheit für schlecht ausführbar und erklärt, er sei, soweit die Betriebssicherheit und der Fahrplan es einigermaßen zuließen, bisher immer allen Wünschen gern gerecht geworden und hätte auch allen die Freude eines Alpen- fluges gern gegönnt. Oberster Grundsatz sei für ihn aber Sicherheit, und ausschließlich Sicherheitsgründe hätten die Kursänderung erforderlich gemacht.
Nach der Brauchbarkeit der Motore befragt, antwortet Kommandant Lehmann: Motorschaden
lasse keine Zweifel an der grundsätzlichen Brauchbarkeit der Motore zu. Ein solcher Schaden gehöre vielmehr zu den im Anfang der Erprobung normalerweise zu erwartenden Erscheinungen. Der Schaden resultiere nicht aus einem Konstruktionsfehler. Er sei in kurzer Zeit zu beheben.
Bei Berücksichtigung der fast ununterbrochenen Inanspruchnahme der Motore über 330 Betriebsstunden müsse die Leistung der neuen Rohöldiesel- motore an sich als durchaus zufriedenstellend, ja sogar als ausgezeichnet angesprochen werden. Ganz ausgezeichnet hätten sich die Steuerung, die Ventile, die Gaszellen, das Gerippe und die Außen- hlllle bewährt. Auch der Brennstoffverbrauch sei überraschend günstig gewesen.
Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern und nehmen den Kurs, der seit jeher für die Ueberfliegung französischen Gebietes vorgeschrieben ist: Ueber die Rhonemllndung nach Valence, Bourg, Vesancon und Basel.
für weitere Verhandlungen mit vruWIand
Sie Nestlocarnomächte wünschen „Klarstellung einiger Punkte des deutschen Planes" / Vrei;eknerausschuß vertagt kden spricht von Sanktionsoerschiirsung im italienisch-abessinischen Konflikt
Genf, 11. April
Die Restlocarnomächte, England, Frankreich, Belgien und Italien haben gestern, entsprechend der englischen Auffassung beschlossen, daß die Schlichtungsverhandlungen Mit Deutschland fortgesetzt werden sollen. Der englische Außenminister wurde beauftragt, wiederum mit der deutschen Regierung in Verbindung zu treten, um die Klarstellung einiger Punkte des deutschen Planes herbeizuführen. Eine neue Zusammenkunft der Locarnomächte wurde für Mitte Mai anläßlich der ordentlichen Tagung des Völkerbundsrates vorgesehen.
Für England nahmen an den Verhandlungen Eden und Lord Halifax, für Frankreich Flandin und Paul-Vancour, für Belgien van Zeeland und van Zuyle und für Italien Baron Aloisi und Rocco teil.
Ueber die Besprechungen der Locarno-Mächte wurde noch am Freitagabend folgende gemeinsame amtliche Erklärung ausgegeben:
Die Vertreter Belgiens, Frankreichs, Englands und Italiens sind am 10. April 1936 in Genf zu einem Meinungsaustausch zusammengetreten. Sie nahmen Kenntnis von der Absicht, die die deutsche Regierung in Punkt III, IV, V, VI und VII ihres Memorandums vom 31. März 1936 zum Ausdruck gebracht hat.
Sie stellten fest, daß die deutsche Regierung zur Wiederherstellung des für die Verhandlungen über neue Verträge unerläßlichen Vertrauens keinen Beitrag geliefert hat, der sofortige allge
meine Verhandlungen und die Anwendung von Artikel VII der sogenannten Londoner Vorschläge vom 19. März ermöglicht hätte.
Sie sind jedoch der Auffassung, daß es erwünscht ist, alle Schlichtungsgelegenheiten völlig auszuschöpfen; zu diesem Zweck ist die Ausklärung einer Anzahl von Punkten des deutschen Memorandums in erster Linie notwendig, insbesondere derjenigen, die im französischen Memorandum erwähnt sind. Die Vertreter Englands werden zu diesem Zweck mit der deutschen Regierung in Fühlung treten. Insbesondere werden sie sich erkundigen, welche Bedeutung die deutsche Regierung dem von ihr vorgeschlagenen zweiseitigen Verträgen gibt und wie diese Verträge sich im Rahmen der kollektiven Sicherheit oder des gegenseitigen Beistandes, wie er in der Völkerbundssatzung vorgesehen ist, einfügen würden.
Die Vertreter Frankreichs machten alle Vorbehalte für den Fall des Eintritts irgendwelcher materieller Veränderungen in der Lage der Rheinzone während der in Frage stehenden Erörterungen. Für den Fall irgendwelcher derartigen Veränderungen beschlossen die Vertreter der vier Regierungen, sich sofort zu versammeln. Sie nahmen Kenntnis von der Tatsache, daß die Fühlungnahme zwischen den Genera I st ä b e n , wie sie im Abschnitt III der Londoner Vorschläge vorgesehen ist, am 15. April be
ginnen soll. Sie b»schlossen, dem Völkerbund den französischen Friedensplan für eine eingehende Prüfung vorzulegen. Die Zustimmung der deutschen Regierung soll eingeholt werden für eine gleiche Vorlegung des deutschen Memorandums an den Völkerbundsrat vorbehaltlich der Bemerkungen in Absatz III Der Vertreter Italiens hat seine Stellungnahme namens seiner Regierung vorbehalten.
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Der Dreizehnerausschuß des Völkerbundsratss hat beschlossen, sich auf Donnerstag nächster Woche zu vertagen, um dann den Bericht seines Vorsitzenden über die Verhandlungen entgegenzunehmen, die inzwischen mit den Vertretern Italiens und Abessiniens in Genf geführt werden.
Dem Beschluß des Dreizehnerausschusses ging eine lebhafte englisch-französische Auseinandersetzung über das weitere Verfahren voraus. Der englische Außenminister Eden machte geltend, daß nach Ansicht der britischen Regierung auch nicht einen Tag unnötig gezögert werden dürfe, um die Einstellung der Feindseligkeiten zu erreichen. Er sprach sich gegen jede Vertagung des Dreizehnerausschusses aus, während der französische Außenminister eine unbefristete Vertagung vorschlug. Fer- «ner beantragte Eden, daß nächste Woche eine Sitzung des Achtzehnerausschusses stattfinden solle; denn abgesehen von der Sanktionsverschärfung im Falle des Scheiterns der Schlichtungsoerhandlungen habe der Ausschuß noch andere Arbeiten zu erledigen.
sorlioiikrmSer Stellungswechsel der stbelstnier
Addis Abeba, 11. April.
Die abessinische Hauptstadt ist seit Tagen ohne genaue Meldungen über die Lage an der Nordfront. Daß Lie'Heere des Ras Kassa und Ras Seyoum sowie die, vom Kaiser befehligte Heeresgruppe unter ständigen heftigen Kämpfen neue Verteidigungsstellungen beziehen, wird nicht Sestritten. Dieser Stellungswechsel erfolgte unter dem ungeheuren Druck der modernen italienischen Kampfmittel, und zwar besonders in Auswirkung der Vergasung fast der gesamten Nordfront, der die abessinischen Truppen wegen Mangels an Easschutzmitteln nur durch Ausweichen begegnen könnten. Die Verluste der abessinischen Truppen an der Nordfront sollen nach abessinischen Meldungen infolge der Verwendung von Gasbomben und durch Easablassun- gen bedeutend höher sein als die Verluste Lei offenen Eefechtshandlungen.
Wie in Addis Abeba mitgeteilt wird, hat General Nasjibu von der Südfront gemeldet, daß die Italiener seit dem 8. April Gas über Sassanahbeh und Dagabur abgelassen haben. 80 Einwohner hätten dadurch schwere Brandwunden davongetragen. Die abessinische Regierung hat erneut in Genf gegen den Gasangriff Einspruch erhoben. Nach weiteren Meldungen sollen die Italiener nun auch an verschiedenen Stellen der Südfront zum Angriff übergegangen sein.
Untertunnelung des Montblanc!
Paris, 11. April,
Die „Journee Industrielle" kündigt an, daß ein Plan zum Bau eines Tunnels unter dem Montblanc der Verwirklichung entgegengehe. Der Plan sei schon dem französischen Obersten Rat für öffentliche Arbeiten unterbreitet worden. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Chau- temps, hoffe, noch vor den großen Ferien die Verordnung über die Vergebung der Tunnelarbeiten durchsetzen zu können. Es seien bereits Vorverhandlungen über diesen Tunnelbau zwischen Italien, der Schweiz und Frankreich erfolgt.
Verbunden werden soll das französische Arve- Tal mit dem italienischen Doire-Tal. Der Tun
nel würde eine Länge von 12,6 Kilometern und eine Breite von 8,50 Metern haben. Das Kapital für die Arbeiten, die 260 Millionen Franken kosten werden, solle von einer französischen Gruppe gestellt werden. Wenn alles glatt gehe, würden die Arbeiten noch vor dem Herbst in Angriff genommen werden; sie dürften sechs Jahre dauern und 5000 Arbeitern Beschäftigung geben.
Die Phoenix-Angelegenheit. Im Verlaufe der Untersuchungen in der Phoenix-Angelegenheit sind in Wien mehrere Personen, darunter die ^ Direktoren des Phoenix, Dr, Max Brettschneidsr, ^ Dr. Viktor Nußbrecher und Eduard Hanny in Untersuchungshaft genommen worden.
Wien. 11. April.
Bundeskanzler Dr. Schufchnrgg gibt als Führer der ostmärkischen Sturmscharen rn einem Aufruf an diese Organisationen bekannt, daß die Bewegung entmilitarisiert werde. Die ostmärkischen Sturmscharen bleiben jedoch als katholische Kulturorganisation bestehen. Gleichzeitig mit dem Aufruf hat der Bundeskanzler die M i l i t a n te n- Dienststellen aufgelöst, ihre Kommandanten ihrer Funktion enthoben und die Funktionäre der kulturpolitischen Organisation und deren Wirkungskreis in einer eigenen Verordnung bestimmt. An Stelle des bisherigen militärischen Reichsfllhrerstellvertreters der ostmärkischen Sturmscharen, Major Kimmel, wurde der Staatssekretär für Unterricht, Dr. Hans Printer, zum Stellvertreter des Bundeskanzlers in der Kultrzrorganisation ernannt.
2m Augenblick ist es noch nicht klar, was mit den Militanten-Mitgliedern der ostmärkischen Sturmscharen, deren Zahl man auf etwa 20 000 in ganz Oesterreich schätzt, geschehen wird. Da ein Ausfllhrungsgesetz über die seinerzeit geschaffene „freiwillige Miliz — österreichischer Heimatschutz" noch nicht erlassen wurde, weiß man nicht, ob diese Militanten-Mitalieder einzeln oder als Ganzes oder vielleicht überhaupt nicht in die Miliz eintreten werden.
Ver friikere mexikanische Staatspräsident tailes verkästet
Mexiko, 11. April
Der frühere mexikanische Staatspräsident Calles ist mit mehreren seiner Anhänger verhaftet und nach den Vereinigten Staaten abgeschoben worden. Gegen Calles und seine Anhänger sind im Zusammenhang mit der Untersuchung über die Hintergründe des Eisenbahnattentats'von links- radikaler Seite scharfe Angriffe gerichtet worden. Unter den Verhafteten befindet sich auch der frühere Landwirtschaftsminister Luis Leon.
Die innerpolitische Bedeutung des Schrittes des Bundeskanzlers liegt darin, daß man darin eine Aunorderung an den Heimatschutz sehen kann, das gleiche zu tun; denn die „freiwillige Miliz — österreichischer Heimatschutz" darf mit dem Heimatschutz als solchem nicht verwechselt werden. Die „freiwillige Miliz — österreichischer Heimatschutz" ist ein staatliches Korps, das unter der Leitung des Bundesheeres steht. Nachdem die Milianten- Organisationen der ostmärkischen Sturmscharen aufgelöst worden sind, bestehen noch immer die Milianten-Organisationen des Heimatschutzes, deren Mitglieder in ganz Oesterreich auf etwa 50 000 geschätzt werden.
In dem Aufruf, den der Bundeskanzler an die ostmärkischen Sturmscharen gerichtet hat, heißt es u. a., daß die Schaffung der „Freiwilligen Miliz — österreichischer Heimatschutz" dem unfruchtbaren Konkurrieren der verschiedenen Wehrverbände ein Ende machen sollte, weshalb die Reorganisation der ostmärkischen Sturmscharen eine sinngemäße Notwendigkeit darstelle. Der vorwiegende Wehrverbandscharakter der ostmärkischen Sturmscharen werde abgelegt und die Bewegung in eine katholische, jungösterreichische, kulturpolitische Bewegung übergeführt.
kin flustuf SchiMniggs
Sie ostmärkischen Sturmscharen lediglich katholische kulturorganisation
Volschafter von ftoefch 1
Beileid des Führers und Reichskanzlers
LukuaümS: 82.-Kr.cbiÄ
Berlin, 11. April.
Im Alter von 54 Jahren ist der deutsche Botschafter in London, Dr. Leopold von Hoesch» einem Herzschlage erlegen. Das Deutsche Reich verliert in ihm einen seiner besähigsten Diplomaten, der bei allen großen außenpolitischen Entscheidungen der Nachkriegszeit an hervorragender Stelle als Botschafter in Paris und später in London beteiligt war.
Botschafter von Hoesch wurde am 10. Juni 1881 „ zu Dresden als Sohn einer alten Familie der r Schwerindustrie des Ruhrgebiets (Dortmunder H Eisen- und Stahlwerk Hoesch) geboren. Im ' Jahre 1907 trat von Hoesch in den auswärtigen Dienst ein und war an den deutschen diplomatischen Vertretungen in Peking, Paris und London tätig. Bei Ausbruch des Weltkrieges stellte er sich als Reserveoffizier seinem Regiment zur Verfügung. Ab 1915 wurde er wieder für den diplomatischen Dienst angefordert. und der ^ Gesandtschaft in Sofia, später der Botschaft in H Konstantinopel zugeteilt. Ende 1918 kam rt er als Legationsrat nach Oslo und im Jahre 1920 nach Madrid. 2m Jahre 1921 wurde er als Botschaftsrat an die Botschaft in Paris versetzt, wo er bis zum Jahre 1932 blieb, von 1924 ab als deutscher Botschafter. Seit September 1932 war von Hoesch Botschafter in London.
Der Führer und Reichskanzler hat den in London lebenden Schwestern des Verstorbenen telegraphisch sein aufrichtiges Beileid übermittelt.
Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, sandte der deutschen Botschaft in London folgendes Beileidstelegramm: „Aufrichtigste Anteilnahme an dem plötzlichen Verlust ihres hochverdienten Chefs und des steten Förderers der deutschen Kolonie Londons." Gleichzeitig sprach Gauleiter Bohle in einem Telegramm an Reichsminister von Neurath dem Auswärtigen Amt sein Beileid aus.
Liefes Bedauern in London
London, 11. April
Die Nachricht von dem plötzlichen und völlig unerwarteten Tode des Botschafters von Hoesch hat in London tiefstes Bedauern ausgelöst. König Eduard, der sich zurzeit auf Schloß Windsor befindet, war einer der ersten, die von dem Hinscheiden des deutschen Botschafters unterrichtet wurden. Er drückte sogleich sein tiefstes Bedauern aus und übermittelte persönlich dem deutschen Botschaftsrat Fürst Bismarck auf telefonischem Wege sein Beileid. Die englischen Nachrichtenagenturen veröffentlichen lange Nachrufe. Das halbamtliche Nachrichtenbüro Reuter meldet, daß die vielen Freunde, die Botschafter von Hoesch besessen habe, durch die Todesnachricht tief erschüttert seien. Die Nachrichtenagentur Preß Association schreibt: Botschafter von Hoesch gehörte zu der langen Reihe hervorragender deutscher Diplomaten, die ihr Land am Hofe von St. James' vertreten haben.
Der Präsident des englischen Staatsrats, Ram- say Macdonald, erklärte u. a,, Botschafter von Hoesch sei einer der hervorragendsten Vertreter der alten Diplomatenschule gewesen. Das diplomatische Korps in London erleide deuch seinen Tod einen großen Verlust. Lordkanzler Lord Heilsham äußerte, daß man den deutschen Botschafter sehr vermissen werde. Er habe das englische Volk gut gekannt und verstanden. Der frühere Luftminister, Lord Londonderry, erklärte, Botschafter von Hoesch habe viel dazu beigetragen, eine bessere Grundlage der Verständigung zwischen den beiden Nationen zu schaffen. — Äuf der deutschen Botschaft wurde die deutsche Flagge auf Halbmast gesetzt.
Der spanische Ministcrrat hat beschlossen, die Wahlen der Vertrauensleute sür die Präsidentenwahl aus den 20, April sestznsctzen. Am 10. Mai werden diese Vertrauensleute in Madrid mit dem Parlament zur eigentlichen Präsidentenwahl zusammentreten.