Ausgabe 
(6.4.1936) Nr. 97
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der Nattona

parteiamtliche Tageszeitung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

lalisten Dremens

flmtsblan des Senats der Zreien kjansestadt vremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Reichsstatchalters m Oldenburg und Vremen

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Nr. 9? / 6. Jahrgang

Montag, 6. flpril 1S56

kinzelpreis 15 Npf.

Neues Senker Manöver frankreichs

Seltsamer Pariser Segenplan / Sie überraschende kinberusung der Prei;eliner-Sruppe des Völkerbundes

Unser lagesspiegel

Die Pariser Presse beschäftigt sich bereits mit dem vermutlichen Inhalt der französischen Antwortnote an Deutschland.

Der Hauptamtsleiter des NSLV., Wächtler, erläßt einen Ausruf zumJahr des Jung­volks«.

Im ganzen Reich begannen am gestrigen Sonntag die Gruppenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft.

Einen glänzenden 8 :ü-Sieg über den Pommern­meister Viktoria-Stolp erfocht der Nieder- sachsenmeister Werder-Bremen.

Das Endspiel um den Deutschen Handball­pokal gewann in Augsburg der Gau Südwest.

Vor 8l> 999 Zuschauern gelangte in Hannover das Eilenriede-Rennen zum Austrag.

Mit einer glänzenden Beteiligung von "(WO Hitlerjungen wurde in Bremen der dies­jährige Frühjahrsgeländelauf der HJ. durch­geführt.

Der Reichssportführer von Tschammer und Osten gab den Startschuß zum Anrudern für alle deutschen Ruderer.

Staatsrat Borger, Köln, sprach aus der Morgenfeier der NSDAP., Kreis Bremen.

Die Technische Nothilfe Bremens zeigte Lei­stungsproben ihres theoretischen und prakti­schen Könnens.

Die Lehrlingsarbeiten-Ausstellung an der Weserbahn wurde feierlich eröffnet.

) Die SA.-Gruppe Nordsee richtet an die Be­triebsführer einen Appell in der Frage des Urlaubs für SA.-Schulungslehrgänge.

85 Prozent tauglich

Die Musterungsergebnisse 1935

Berlin, 6. April.

Der Oberfeldarzt im Reichskriegsministerium, Dr. Müller, gibt imDeutschen Aerzteblatt" einen lleberblick über die Mnsterungsergebnisse des letzten Sommers. Welche Aufgabe hier zu erfüllen war, ergibt sich daraus, daß nicht nur der Ee- burtsjahrgcmg 1914 zum Wehrdienst und der Jahrgang 1915 für den Arbeitsdienst zu mustern waren, sondern darüber hinaus etwa 109 990 Frei­willige untersucht, wurden. Dank der unermüd­lichen Tätigkeit aller beteiligten Stellen sei es gelungen, Erfassung, Musterung und Aushebung reibungslos durchzuführen. Die Erfahrungen würden für die Musterung des kommenden Jahres nutzbar gemacht werden. Die Musterungsergeb- niste sind als recht günstig anzusehen. Insgesamt "gibt sich, daß 83 Prozent der im Jahre 1935 Untersuchten als tauglich für den aktiven Wehr­dienst besunden wurden. Die letzte Musterung im Jahre 1913 hätte unter Zugrundelegung der heu­tigen Musterungsbestimmungen nur 76 Prozent Taugliche ergeben.

Der Referent weist darauf hin. daß die jetzige Musterung einen wesentlich besseren Aufschluß über die Wehrkraft gebe als die Musterungen der Vorkriegszeit. Unabhängig vom Ersatzbedarf sollte e>n Urteil über die Tauglichkeit aller Gemusterten abgegeben werden, zumal es der Wehrpflichtige auch nicht verstanden hätte, wenn er als beschränkt tauglich beurteilt worden wäre, weil augenblicklich die verfügbaren Stellen im Heere besetzt sind. Da we Musterung einen Einblick in die Bolksgesundbeit gebe, wie er besser bei keiner anderen Gelegenheit gewonnen werden könne, seien bei der jetzigen Musterung nicht nur die körperlichen und geistigen Febler und Ge­brechen vermerkt worden, die da- Tauglichkeits- urtcil beeinflußten, sondern es seien sämtliche nennenswerten Fehler und Gebrechen aufgeführt worden. An erster Stelle der insgesamt festge- Üellten Fehler stehen die Fußschäden mit 23,9 Pro­zent. es folgen die Fehler der anderen Klied- mni-en mit 19 Prozent. In der Mehrzahl der '»all- handelt es sich dabei um Folgen äußerer Verletzungen, von Unfällen und Krankheiten. An werter Stelle der Fehler stehen schlechte Zähne.

weitere Ueberraschunq war, daß im Durch­ritt jeder neunte gemusterte Dienstvilichtige wnen Auaenbrechungsfehker hatte. Der Referent betont, daß die weitere Auswertung den für die ^'mndhsitsfllhruna Volkes verantwortlichen -'"llen wertvolle Grundlagen für ihre Arbeiten »rben werde, um die Wehrkraft des Volkes zu «kalten und nach Möglichkeit zu bessern.

"?reut euch des Lebens!"

NöG. ..Kraft durch Freude« mit der kulturellen Ausgestaltung des 1. Mai beauftragt

Berlin, 8. Avril.

Die volkstümliche und kulturelle Ausgestaltung he? diesjährigen Feiertags der nationalen Arbeit ist dein Amt ,,Feierabend" der RLE.Kraft durch Freude" übertragen worden. Das Ami hat bereits E Vorarbeiten aufgenommen, um dem schaffen­den deutschen Volk einen wirklichen Feiertag der unbeschwerten Fröhlichkeit wie der ehrlichen "bcnssreudc und der deutschen Lebensbejahung ist.Malten. Die gesamten Feiern werden in sieicni Jghr unter dem LeitwortFreut euch des Lebens" stehen.

(Drabtbsrlobtz unserer lZsrlinsr öebrikllsitung)

k. Berlin, 6. April

Wenn man Pariser diplomatischen Kreisen Glauben schenken will, so bereitet die franzö­sische Regierung zurzeit in der durch den deutschen Friedensplan geschaffenen Lage so etwas wie eine Entlastungsoffensive" vor. Als erste Aktion in dieser Richtung dürfte die überraschend und wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommene Ein­berufung des Dreizehner-Aus­schusses des Völkerbundes für kommenden Mittwoch nach Genf anzusehen sein, die nach Meldungen aus französischen und englischen Quellen ausschließlich auf französische Initiative zurückzuführen ist.

Sicher wäre nichts verfehlter als die Annahme, daß ausgerechnet die französische Regierung unter dem Eindruck der immer dringlicher werdenden abessinischen Hilferufe die Stunde für gekommen

hielte, gegen den Vormarsch>Italiens in Ostafrika zu mobilisieren. Es müssen also schon andere Gründe sein, die hier im Vordergrund stehen, und es hat den Anschein, daß sie gar nicht so fern liegen. Die große Pariser Presse hält nicht damit zurück, daß kommenden Mittwoch in Genf der Abessinien-Konflikt eine nur völlig untergeord­nete Rolle spiele und daß es sich in Wirklichkeit um eine Fortsetzung des Gesprächs der Rest-Locarnomächte handeln werde.

Man wird also, sofern die Pariser Presse die Ansichten ihrer Regierung richtig wiedergibt, vor der erstaunlichen Tatsache stehen, daß der franzö­sische Ministerpräsident Flandin die zweifellos sehr akut gewordene abessinische Frage lediglich benutzen würde, die von England abgelehnte sofor­tige Wetterführung der Locarno-Gespräche auf diesem Umwege zu ermöglichen. Man wird ab­warten müssen, was dabei herauskommt.

Aus London liegen Meldungen vor, daß die britische Regierung das abessinische Problem für zurzeit durchaus dringlich halte und daß der Dreizehner-Ausschuß kein Instrument zur Befür­wortung und Förderung der französischen Sicher- heitspoiitik sei. Auf der anderen Seite besteht zweifellos nach wie vor die auch in der letzten Rede Edens zum Ausdruck gekommene englische Auffassung weiter, daß zum ausreichenden Stu­dium des deutschen Plans eine gewisse Verhand­lungspause notwendig sei.

Die französische Regierung ist intensiv damit beschäftigt, nicht weniger als drei diplomatische Schriftstücke fertigzustellen, die sich gegen den deutschen Friedensplan richten sollen. Berücksichtigt man ihren Inhalt, wie er aus den (an anderer Stelle derBremer Zeitung" wiedergegebenen) Mitteilungen der Pariser Zeitungen hervorgeht, so scheint es immerhin ein ereignisreicher Tag zu sein, der Genf am kommenden Mittwoch bevor­steht.

Ist Kultur eine Preisfrage!

15. S. Lange Jahre und Jahrzehnte hindurch war es beinahe ein Unterfangen, wollte man sich den Glauben an die Ewigkeit und Zukunftsträch- tigkeit deutscher Kultur und Kunst nicht aus dem Herzen reißen lassen. Kunst ist international, ist europäisch, ist gar nicht an ein bestimmtes Volk

gebunden-!! Verfolgte man all das Sinnige

und Unsinnige, das mit und ohne System in der Presse der Systemzeit über Kunst und Kultur- fragen geschrieben wurde, so war es tatsächlich zu einer Preisfrage geworden, aus diesen wider­sprechenden Urteilen und Meinungen noch irgend etwas Gemeinsames herauszufinden darüber: was nun eigentlich deutsche Kunst und Kultur sei? Warum das so war, so sein mußte, darauf haben wir hier erst vor kurzem wieder erneut die Antwort gegeben. Solange unser deutsches Volk keine geschlossene geistige Haltung, keine ge­meinsame, alle einende Weltanschauung besaß, war es ihm auch verwehrt, zu einer klaren Ur­teilsbildung über die wichtigsten Grundfragen seines geistigen Daseins zu gelangen.

War es doch schon so weit gekommen, daß von vielen, allzu vielen die Frage nach der Notwen­digkeit, nach der Selbstbehauptungsmöglichkeit deutschen Kunst- und Kultnrwillens und Schaffens echt materialistisch nur noch als Preisfrage gestellt wurde! Was kostet sie, die deutsche Kunst und Kultur? Kann man sie kaufen und bezah­len? Lohnt es, etwas dafür auszugeben?. Nicht aber: Ist sie notwendig? Können wir sie überhaupt entbehren, wenn wir als Volk noch bestehen wollen? Können wir denn ohne deutsche Kunst und Kultur sein und leben? Nein und abermals neinl Deutsche Kunst und Kultur ist niemals nur eine Frage des Preises gewesen! Der Wert deutschen Geistesgutes durste und darf nicht danach be­messen werden, zu welchen billigst kalkulierten Eintrittspreisen es bezogen werden kann, son­dern einzig und allein danach, ob diese deutsche Kunst noch ungebrochene Lebenskraft und echt- bürtiges Lebensrecht im deutschen Volk besitzt und täglich neu unter Beweis stellen kann! Dann ist die Frage des Preises ganz von selbst nur noch eine Frage zweiter, aber nicht erster Ord­nung, die sicherlich zu lösen ist. Denn, wenn diese deutsche Kunst echt, lebendig und wahrhaft ist, dann schafft sie sich von selbst den Preis, den sie verdient. Dann ist es nur noch eine Frage der Erziehung des deutschen Men­schen, um ihn die richtigeEinschätzung« seiner höchsten Güter finden zu lassen. Wenn sie aber diese innere höchste Lebendigkeit nicht mehr besäße, dann nützte auch die größte staatliche Ali- mentierung auf die Dauer nichts, um sie fürder- hin etwa künstlich noch am Leben zu erhalten. Wo kein echtes künstlerisches Leben ist, kann man auch keinen Kunst-Homunkulus schaffen.

Reichsminister Dr. Goebbels hat es ernst und eindringlich genug ausgesprochen vor dem dieser Tage erneut zusammengerufenen Kultur­senat. Wie ein echter Gärtner hat er zur rechten Stunde ist doch nicht nur draußen in der Natur, sondern auch im Herzen des deutschen Volkes Zeit des Werdens, Zeit des Wachsens den Finger auf die Wunde gelegt, hat okuliert, gestutzt und geschnitten. Was braucht ein leben­diges deutsches Theater noch eine Llsqus? Fremd wie das Wort sollte solches Wesen jedem guten Deutschen sein und ist es ihm im Grunde auch immer gewesen. Wenn einmal kein frei­williges, aus eigenem Interesse gekommenes Publikum mehr vorhanden wäre, was nützte dann da noch die beste Slsque? Fort mit ihr, wie auch mit jener versteckten in Form allzu bereit­willig verteilter Freiplätze! Was soll sie noch? Doch nur demurteilslosen" Publikum oder der Kritik Sand in die Augen streuen! Oder nicht? Dafür herrscht an den folgenden Abenden ohne sie um so größere Beifallsstille. Denn Volks­stimme ist Gottesstimme, und auch sie kann manch­mal eisig schweigen. Echte, wahre, lebendige oeutsche Kunst aber setzt sich auch auf der Bühne olme wiche Mätzchen durch. Sie braucht keme Glamie. Im Eeg' rteil, sie würde sich gegen Mißverständnis, gegen Uebelwollen, ja sogar gegen Feblurteile der Kritik durchsetzen, einfach, weil sie lebendig, lebenswahr und echt ist.

Erfreulich auch die Deutlichkeit, mit der der Minister den Mißbrauch mit psendo-chorischen oder sprechchorischen Spielen zurückwies! Volks­dichtung täuscht man nicht dadurch vor, daß man

was wird Sarraut" 7 ' antworten!

fllte Nezeple in neuer fluflage / London will nicht Moskaus Werkzeug sein

Paris, 6. April

Die Pariser Presse beschäftigt sich vornehmlich mit dem noch in Bearbeitung befindlichen fran­zösischen Eegenplan, ohne viel Neues dazu zu bringen. Mehrere Blätter lassen durchblicken, daß bei der Bearbeitung des französischen Planes auch seine propagandistische Wirkung auf die öffentliche Meinung berücksichtigt werde. Man glaubt, daß nach der Locarno-Besprechung am Ende der Woche E e n e r a I st a b s b e s p r e ch u n g e n zwischen Frankreich, England und Belgien aufgenommen werden und daß die Prüfung des allgemeinen Problems des europäischen Neubaues erst nach den französischen Wahlen im Mai in Genf begin­nen werde.

Der Außenpolitiker des Petit Parisien hofft, daß die Konferenz der Locarnover- treter von kurzer Dauer sein werde, da sie sich darauf beschränken könne, die Ablehnung der im Weißbuch enthaltenen Vorschläge durcki Deutsch­land und weiter die Unmöglichkeit festzustellen, die Verhandlungen mit dem Reich fortzusetzen. Man werde den deutschen Plan dann dem Völkerbund zur Prüfung überlassen.

Ueber den französischen Eegenplan weiß das Blatt zu berichten, daß sein Schwergewicht auf dem Grundsatz der kollektiven Sicherheit beruhen werde. An die Seite eines westlichen Negiönal- paktes könnten ähnliche Pakte für den Osten, für das Donaubecken und das Mittelmeer treten. Zwecks Festigung der Bindungen des gegenseitigen Beistandes könnte man in gewissem Umfange auf den Gedanken der Europäischen Union Briands oder auf das Genfer Protokoll vom Jahre 1924 zurückkommen. Dieser Hinweis auf die verstaubten Rezepte einer überholten Epoche ist für die gei­

stige Haltung gewisser französischer Kreise be­zeichnend und aufschlußreich.

Der Außenpolitiker desExcelsior" nimmt an, daß der französische Plan aus vier Teilen bestehen werde: 1. Eine Widerlegung dergeschichtlichen Fehler" (? Schrift!, der BZ.) in der Einleitung der deutschen Denkschrift. 2. Eine Feststellung der deutschen Ablehnung der Vorschläge der Rest- locarno-Mächte vorn 19. März. 3. Ein Nachweis, welcheGefahr für Europa die deutsche Auf­fassung vom Frieden bedeute, die unvereinbar sei mit den Grundsätzen des Völkerbundes"'und 4. einenaufbauenden französischen Plan im Rah­men des Völkerbundes."

Die französische Regierung werde nicht zustim­men, daß an die Stelle des Systems der kollek­tiven Sicherheit ein System zweiseitiger Verträge oder Beistandsgarantien gesetzt werde. Ebenso­wenig werde die französische Regierung eine unterschiedliche Behandlung der großen West­mächte und der Mittel- öder nordeuropäischen Staaten zulassen.

DerPopulaire" äußert sich sehr kritisch über den französischen Plan. Der erste Teil, der eine geschichtliche Auseinandersetzung mit der deutschen Auffassung darstelle, sei völlig überflüssig. Die Polemik mit Deutschland habe schon zu lange gedauert. Auch das was man vom zweiten Teil wisse, sei unbefriedigend. England habe Frank­reich und Belgien Garantien gegeben, die ihre Sicherheit gegen einen etwaigen Angriff erhöhten. Frankreich könne also ruhig an der europäischen Friedenskonferenz teilnehmen. Das Rheinland­problem müsse unter dem Gesichtspunkt der Er­vebnisse dieser Friedenskonferenz geprüft werden. Gegen den dritten Teil kündigt das Blatt seinen Widerstand an. wenn es sich bewahrheiten sollte,

daß er zurückgreife auf Vorschläge aus dem Jahre 1932.

London, 6. April

Die großen Londoner Blätter begrüßen fast allgemein den Gedanken, die weiteren Verhand­lungen der Reftlocarnomächte unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu führen. Die Möglichkeit, die Genfer Verhandlungen des Dreizehnerausschusses sür diesen Zweck auszuwerten, wird daher fast durchweg gebilligt. Aus den lleberschriften geht hervor, daß die Presse in starkem Maße annimmt, das italienische und das deutsche Problem solle gemeinsam behandelt werden.

Während die britische Sympathie für Deutsch­land allgemein sei, sei Frankreich in die Front gegen Deutschland eingerückt. In Verbindung mit dem sranzösisch-sowjetrussischen Pakt müßten Stabsbesprechungen zwischen Frankreich und Groß­britannien bei Deutschland Befürchtungen erregen und England in die schiefe Stellung bringen, als beteilige es sich an Deutschlands Einkreisung. Kein vernünftiger Engländer wünsche, daß England in seiner Außenpolitik als der Bundesgenosse oder gar das Werkzeug der Sowjetunion erscheine.

Der diplomatische Mitarbeiter derSunday Chronicle" ist der Meinung, daß die Lage in der Rheinlandfrage von Tag zu Tag hoffnungsvoller werde. Nach englischer Auffassung sollten unmit­telbare Verhandlungen zwischen den Locarno- mächten jetzt wenigstens zeitweise aufhören, um dem Völkerbund freie Hand zu lassen.

Die Sunday Times schreiben, daß der deutsche Friedensplan zwischen den Vertretern der übrigen Locarnomächte in privaten und mehr oder minder formlosen Besprechungen erörtert werden solle. Eden werde sich persönlich nach Genf begeben.

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