Ausgabe 
(5.4.1936) Nr. 96
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrveitssront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des

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Nr. SS / 6. Za-rgang

Sonntag, 5. Npril 1S56

klnzelpreis 15 Npf.

Nie Kulturelle Umgestaltung -er Nation

Wegweisende flussichrungen des Neichsministers Vr. Soebbels vor dem keichskultursenat

Berlin, 5. April.

Im festlich hergerichteten gelben Saale des Hotels Kaiserhof fand am Sonnabendmittag die zweite Arbeitstagung des Reichskultuvsenats unter Teilnahme des Präsidenten der Reichs­kulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, statt.

Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, hieß die anwesenden neu­ernannten Mitglieder des Reichskultursenats

Unser lagesspiegsl

In der Pariser Presse mehren sich die Stim­men, die Verhandlungen mit Deutschland fordern.

Reichsminister Dr. Goebbels gab dem Reichs- kultursenat in einer Ansprache Richtlinien für seine Arbeit.

Ministerpräsident Göring erössnete die erste Teilstrecke der Reichsantobahn Berlin- Stettin.

L. 3- „Hindcnburg" nach überaus glücklicher Fahrt in Nio de Zaneiro gelandet.

Die deutsche Flagge stand 1838 im Seeschiffs­verkehr von Rotterdam an erster Stelle.

Die Lloyd-Dqnamo-Werke verzeichnen für 1835 einen verdoppelten Rohertrag.

Die bremische Wirtschastsbank konnte ihre Umsätze 1935 um mehr als 188 Prozent er­höhen.

Der erste Tag der NSB.-Aktion in Bremen für „Mutter und Kind" verlief auherordcnt- lich erfolgreich.

Regierender Bürgermeister Pg. Heider setzt sich für Erhaltung des Bremer Tiergartens und für Schassung einer Kunsteisbahn in Bremen ein.

Auf einem Kameradschastsabend des SS.- Abschnitts XIV verabschiedete sich Gruppen­führer Jeckeln.

Die Polizei-Ausstellung in Bremen findet vom 17. bis 28. April statt.

willkommen. Besonders bedeutungsvoll sei es, daß bei der Kulturarbeit vorzugsweise die Er­ziehung der deutschen Jugend zu den Idealen des nationalsozialistischen Kulturschaffens und Kulturwillens berücksichtigt werde. Jeder schaffende deutsche Künstler von heute müsse Geist und Willen dieser kulturellen Gestaltungskräfte in sich aufnehmen und in seinem künstlerischen Schaffen beherzigen. Der Führer habe mit seiner historischen Tat vom 7. März und mit seinem die gai^e deutsche Nation mitreißenden Appell für Ehre Freiheit und Frieden nicht nur sich selbst, sondern eine ganze deutsche Generation un­sterblich gemacht. Mögen in dieser großen poli­tischen Zeit auch deutsche Kunstwerke entstehen, die ewig sind, wie das Werk des Führers.

Staatsrat Krebs, Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., hielt einen eingehenden Vortrug über die Kunstpflege in Gemeinde und Gemeinde- verbänden im Zusammenwirken mit der Reichs­kulturkammer. Er streifte dabei alle Gebiete der künstlerischen und kulturellen Beteiligung der Gemeinden und stellte vor allem die Pflicht der Gemeindeverwaltungen heraus, die schöpferischen Leistungen den breiten Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Der Nationalsozialismus habe die deutsche

Kunst zurückgeführt und sie wieder herangeführt

an die großen Aufgaben der neuen Zeit.

träger der kunsteinrichtungen

Die Linie der Kulturpolitik werde vom Reich festgelegt, die örtliche Ausführung und Betreu­ung bleibe den Gemeindeverbänden überlassen. Die Gemeinden begrüßten es dankbar, daß sie als Träger der verschiedenen Kunsteinrichtungen in die Reichskulturkammer eingebaut worden seien.

An der lebhaften und fruchtbaren Aussprache über diesen Vortrag beteiligten sich u. a. Reichs­minister Rüst, die Generalintendanten Otto Krauß, Wilhelm Rode-Berlin, der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Schlösser, der Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Peter Rabe, der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Alfred-Jngemar Berndt, Ober­bürgermeister Zörner, DreÄen.

Reichsminister Dr. Goebbels nahm selbst das Wort zu zahlreichen Anregungen, die sich aus der Aussprache ergaben, und traf noch an Ort und Stelle — ein Zeichen dafür, daß im nationalsozialistischen Staat nicht geredet, sondern schnell gehandelt wird — Maßnahmen zur Umsetzung wertvoller Anregungen in die Tat.

Reichsminister Dr. Goebbels machte sodann in einer längeren Schlußansprache grundlegende Ausführungen über eine ganze Reihe von Fra­gen des deutschen Kunst- und Kul­turlebens. Anknüpfend an das durch die Kahl zutage getretene überwältigende Bekenntnis

der Nation zum Führer und damit zum National­sozialismus überhaupt betonte der Minister, daß dieses Ergebnis als die Frucht einer im Grunde genommen künstlerischen Umgestaltung der gesamten deutschen Natron anzu­sehen sei.

„Wie groß dieser innere Umbruch war, läßt sich daran ermessen, daß das Ausland diesem Ereignis, das es das deutsche Wunder nennt, vielfach fas- sungs- und verständnislos gegenübersteht. Das ist deshalb der Fall, weil Menschen, die außerhalb der deutschen Mentalität leben, dieses Wunder auch beim besten Willen oft nicht erfassen und verstehen können. Mit tiefer innerer Beglückung empfinden wir heute, welche Stabilität und innere Festigkeit das neue Reich gewonnen hat.

Erst im Blick auf die zahllosen Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte, die die großen politischen Ent­scheidungen der hinter uns liegenden Jahre des Staatsaufbaues mit sich gebracht haben, erst im Blick aus das, was allein auf politischem Gebiet in diesen drei Jahren geleistet worden ist, kann man voll würdigen, wie hoch das Verdienst zu veran­

schlagen ist, daß es uns daneben überhaupt noch möglich gewesen ist, Kulturpolitik zu betreiben. Wir haben das sogar in einer Art und Weise ge­tan, die einen Vergleich mit den Zeiten vor uns auch nicht im entferntesten gestattet."

In grundsätzlichen Erörterungen zum Aufgaben­gebiet der Reichspresse- und der Reichsschrifttums­kammer besprach der Minister einige Voraus­setzungen zum weiteren Ausbau dieser Organisa­tionen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Erziehung eines nach Weltanschau­ung und Wissen geeigneten Schriftleiternachwuch­ses hin. Ganz besonders befürwortete er die sorg­fältigste Pflege eines abseits von landläufigen Phrasen liegenden, guten, wohl abgewogenen Sti­les, der dem kostbaren Gut unserer deutschen Mut­tersprache gerecht wird.

Im übrigen werde es darauf ankommen, nationalsozialistische Weltanschauung noch stärker, als das bisher schon der Fall ge­wesen sei, im deutschen Schrifttum zu ver­ankern und das gesamte moderne Schrifttum damit zu untermauern.

Zukunftsaufgaben für die Kunst

Hervorgehoben sei, daß sich der Minister bei Erörterung von Zukunftsaufgaben dafür aus- sprach, dem immer stärker zutage tretenden Miß­brauch von pseudochorischen oder — sprechchorifchen Spielen entgegenzu­treten, daß er auf dem Gebiete des Theater- wesens die — unter Zubilligung einer Ueber- gangsfrift erfolgte Abschaffung der Claque be­kannt gab und die Bedeutung des reinen, aller­dings auch guten llnterhaltungsfilms unterstrich. Der Minister warnte davor, ein warmherziges und förderndes Mäzenatentum mit einer Art sozialer Wohlfahrtspflege zu verwechseln. Die Kunstfonds seien dazu da, wirkliche Kunst zu fördern und zu pflegen und nicht aus sozialen Gründen unterwertige Produktion zu alimen- tieren und damit ein Künstlerproletariat zu schützen. Allgemein wandte sich der Minister

gegen eine muffige, moralinsaure Betrachtung der Kunst und ihrer vielfältigen Erscheinungsformen.

„Noch stehen wir", so erklärte Dr. Goebbels abschließend, „mitten im kulturellen Aufbau. Viele Aufgaben sind schon gelöst worden, viele andere harren noch ihrer Lösung. Aber mit tie­fer Befriedigung können wir feststellen, daß wir eine feste und sichere Grundlage ge­schaffen haben. Alle, die auf dem Gebiet der Kultur tätig sind, wissen heute, wofür sie ar­beiten und sehen im Geiste das Ziel, das erreicht werden soll. Der deutsche Künstler kann sich heute wieder mit vollem Herzen einer neuen Zeit, einer neuen Idee und einer Führung anver­trauen."

Daß das deutsche Volk dem Führer ein so über­wältigendes Vertrauensvotum ausgestellt hat, legt uns allen eine große Verantwortung auf.

Mögen auch die kulturschafsenden Mensche» nicht vergessen, daß sie alle ihre Autorität im Grunde genommen nur ableiten von der des Führers und daß alle Vorräte an Autorität sozusagen aus- geliehen sind von seiner Autorität."

Der Minister schloß mit der Versicherung, daß auch das künftige Bestreben aller an der Gestal­tung des deutschen Kulturlebens maßgebend be­teiligten Kräfte sein werde, der deutschen Kunst und Kultur eine weitere Blüte zu sichern.

Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, sprach im Namen aller Mitglieder des Reichskultursenats Reichsminister Dr. Goebbels von ganzem Herzen Dank dafür aus, daß er in einer so klaren und offenen Weise ge­sprochen habe. Der Reichskultursenat gelobe, die gegebenen Richtlinien getreulich zu befolgen und seine ganze Kraft den großen Ausgaben der deut­schen 'Kultur zu weihen, die Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede skizziert habe. Staats­sekretär Funk schloß die Arbeitstagung mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den obersten Schirmherrn der deutschen.Kultur und den warmherzigen Förderer aller schönen Künste.

Den Mitgliedern des Reichskultursenats wur­den nach Schluß der Tagung die künstlerisch aus­gestatteten Verufungsurkunden übergeben. Den Abend verbrachten die Mitglieder des Reichs­kultursenats zusammen mit einer großen AtMhl Berliner Künstler und Künstlerinnen als Gäste des Reichsministers Dr. Goebbels in geselligem Zusammensein in den Räumen des Kaiserhoses.

Zur Ausgestaltung des Abends hatten sich be­kannte Künstler in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Kammersänger Heinrich Schlusnus und die Opernsängerin Frau Constanze Nettesheim sangen je drei Lieder. Die Kammermusikvereinigung der Berliner Phil­harmoniker mit Michael Raucheisen am Flü­gel spielte mehrere Sätze aus dem Forellen- Quintett.

Wir kommen auf die wichtigen kulturpolitischen Ausführungen des Reichsministers Dr. Goebbels, die wieder bis in die letzten Tiefen des Problems vordrangen, noch eingehen- zurück.

Man muß mit lleuMland sprechen"

Me negative Haltung der Pariser Negierung in französischem Licht

Paris, 5. April.

Zum deutschen Friedensplan wird in Pariser diplomatischen Kreisen bemerkt, er interessiere auch andere Staaten als die Unterzeichner von Locarno. Daher sollte der Völkerbundsrat damit befaßt werden, um die Vorschläge kennenzu­lernen und sich darüber auszusprechen. Außen­minister Fland in werde diese Auffassung im Ministerrat vertreten. Gleichzeitig solle der Völ­kerbundsrat jedoch mit Gegenvorschlägen befaßt werden. Man halte es aber für selbstverständlich, daß eine Aussprache derartigen Umfanges in Genf erst nach den französischen Wahlen erfolgen könne.

Unter der Ueberschrift „Man muß mit Deutsch­land sprechen", greift die Zeitung „Victoire" in äußerst scharfer Weise die Haltung der französi­schen Regierung an, die die Öffentlichkeit beun­ruhige und kopflos mache. Als 1914 Viviani er­klärt habe, so schreibt das Blatt, Deutschland greife Frankreich an, seien die französischen Soldaten in den Krieg gezogen, ohne zu wissen, daß sie sich in Wirklichkeit für zwei fanatische Serben schlügen,

die das österreichische Kronprinzenpaar ermordet hatten. Der wahre Verantwortliche für den Welt­krieg sei aber Poincare gewesen, der den Augen­blick für günstig gehalten habe, um seine von Ruß­land unterstützten Vergeltungsgelüste in die Tat umzusetzen. Er und Clemeuceau seien für Frank­reich und für Europa eine wahre Landplage ge­wesen.

Der eine sei für den Krieg verantwortlich, der andere für den Versailler Vertrag. Das Schlimmste sei aber, daß die französischen Politiker das wüßten und nicht zugeben wollten. Heute wiederhole sich das gleiche Spiel. Seit drei Wochen beunruhige man die Öffentlichkeit, stelle sie auf eine Nerven­probe und rufe eine wahre Panik hervor. Und warum das alles? Weil Deutschland nach siebzehn­jähriger Geduld es satt habe, wie ein afrikanisches Volk dritter Güte behandelt zu werden.

Man müsse sich an seine Stelle setzen und sich fragen, ob Frankreich diese Geduld haben würde. Die Antwort darauf könne nur verneinend aus­fallen. Man erkläre, Hitler habe den Eongschlag

gegeben. Sicher habe er das getan, aber das sei der Ruf eines Volkes, das ersticke. Diesem Volk, das den Krieg ebenso verabscheue wie Frankreich, müsse man Luft geben. Hitler sei der Auffassung, daß der Locarno-Vertrag infolge des französisch- sowjetrussischen Abkommens hinfällig geworden sei. Dann müsse man eben einen anderen Vertrag abschließen. Die Diplomaten würden ja dafür be­zahlt. Hitler habe seine Truppen ins Rheinland einziehen lassen, aber das Rheinland sei letzten Endes deutsches Gebiet.

Es müsse einmal klar herausgesagt werden, daß die Stunde gekommen sei, wo man mit Deutsch­land sprechen müsse. Ob das in London, Genf oder Peking sei, bleibe sich vollkommen gleichgültig. Die Hauptsache sei, man verständigt sich. Die wahre Stimme des französischen Volkes sei in der Um­frage zum Ausdruck gekommen, die kürzlich eine Zeitung in Südwestfrankreich abgehalten habe und wobei sich 5568 Franzosen von 7344 abgegebenen Stimmen für eine Verständigung mit Deutschland ausgesprochen hätten.

Der große lag des vaues Kurmark

Ministerpräsident l-öring eröffnete den ersten leilabschnitt der Neichsautobaffnstrecke Verlin — Stettin

Joachimsthal, 5. April

Der erste Teilabschnitt der Reichsautobahn Berlin — Stettin, die Teilstrecke von Ber­lin nach Joachimsthal, wurde am gestrigen Sonn­abendnachmittag durch Ministerpräsident Her­mann Göring feierlich dem Verkehr übergeben. Schon um die Mittagszeit waren die Ausfall­straßen von Verlin über Weißensee mit Fahr­zeugen angefüllt. In den Dörfern und am Rande der Autobahn standen die Menschen, in den Straßen waren Fahnen aufgezogen. Festliche Stimmung herrschte. Der Andrang auf den Straßen war so stark, daß der Ministerpräsident immer wieder halten mußte, um jubelnden Men­schen die Hände zu schütteln. Die Jugend reichte ihm Blumen. Es war ein Ereignis für Verlin und für den Gau Kurmark, der seine erste Auto­bahn aus der Taufe hob. Beim Eintreffen des Ministerpräsidenten, in dessen Begleitung sich Staatssekretär Körner, Ministerialrat Eritzbach und der Eeneralinspektor für das deutsche Stra- tzenwesen Dr. Todt befanden, kam ihm an der Sperre hinter Schwanebeck, am sogenannten Stet- tiner Dreieck der Gauleiter der Kurmark, Ober­präsident Staatsrat Wilhelm Kubc zur Begrü­ßung entgegen.

Unterhalb der riesigen 288 Meter langen in Bau befindlichen Brücke, die die alte Reichsstraße Ber­

lin-Stettin über die Autobahn führt, war eine Tribüne gebaut. Davor standen in langem Spalier die Gliederungen der Bewegung, NSKK, SS, SA, die politischen Leiter, die nationalsozialistische Ju­gend mit ihren Fahnen. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Hermann Göring die Fronten ab. Auf der Ehrentribüne sah man Staatssekretär Lammers und eine große An­zahl führender Persönlichkeiten aus Staat und Partei.

Im Namen der Gesellschaft Reichsautobahnen empfing Direktor Rudolphi den Ministerpräsi­denten mit kurzen Vegrügungsworten und mel­dete den ersten Teilabschnitt Berlin—Joachimsthal als vollendet.

Darauf ergriff Ministerpräsident General Eö- ring das Wort. Er erinnerte zunächst an die Vor­geschichte des Baues der Reichsautobahnen, daran, wie der Führer auch hier seine Idee Tat werden ließ. Adolf Hitler habe kürzlich mit Recht gesagt, er suche nicht Siegesruhm ir Getümmel der Schlachten. Hier bei seinen großen Bauten habe er sich ein unauslöschliches Denkmal gesetzt. „Ich glaube", so sagte der Ministerpräsident, „daß diese Autostraßen einmal das Kernstück sein werden von allen Taten des Führers auf technischem Gebiet."

Der Ministerpräsident ging dann auf den An­teil ein, den des Werk der Reichsautobahn an

der Zurückführung des Mllionenheeres der Ar­beitslosen in Arbeit und damit in Lohn und Brot hat. Auch dieser Kraftstrom, der von dem Bau der Autobahnen ausgehe und die Wirtschaft allseitig belebe, sei ureigenstes Werk des Füh- rers. 5

„Ihr, meine deutschen Arbeiter und wir alle," so schloß der Ministerpräsident, „sind in diesem Augenblick erfüllt von der unauslöschlichen Dank­barkeit gegen diesen einen Mann, gegen Adolf Hitler. Ich wünsche, daß diese Straße zukunst- wer,end sein möge. So, wie sie den Blick freigibt in deutsches Land, so soll sie uns entgegenführen einer schönen Zukunft und einem stolzen Volke."

Der Wunsch des Ministerpräsidenten klang aus in einem Sieg-Heil auf den Führer. Eeneral- in,pektor Dr. Todt bat dann den Ministerpräsi­denten, der vor zwei Jahren den ersten Spaten­stich an dieser Strecke tat, die Strecke zu eröffnen.

Ministerpräsident Göring sehte sich mit seinem Wagen an die Spitze der großen Kolonne der Ehrengäste. ^

Am Endpunkt der Straße in Joachimsthal nahm der Ministerpräsident die Parade der Fahrzeuge ob. In ununterbrochener Folge rollte es vorüber: Motorradfahrer des NSKK., dann Lastwagen mit mehr als 3688 Arbeitern der an der Bahn be­teiligten Unternehmen.

Frankreich kat das Watt

Steine oder Scott

* Bremen, 8. ApM.

Des Führers epochaler Friedensplan hat sich kraft der ihm innewohnenden sittlichen und real- politischen Werte soweit durchgesetzt, daß keine Regierung — auch wenn sie durch diesen Plan ihre europäischen Vormachtsansprüche durchkreuzt sieht — ihn schlechtweg abzulehnen imstande ist. Würde doch die Verwerfung dieses Planes, der heute von einer um den Frieden und den Wohlstand der euro­päischen Nationen wahrhaft besorgten Mensch­heit als der konstruktive Plan zum Aufbau eines neuen Europas erkannt und anerkannt ist, die­jenige Regierung, die ihn von vornherein ableh­nen wollte, als geradezu bösartig und von nackter Eigensucht besessen entlarven.

Es ist erfreulich, daß — aus der Rede Edens und der Unterhausaussprache habest wir es mit Genugtuung vernommen — auch die englische Re­gierung in verständnisvoller Beurteilung der ernsten Lage Europas kein Hehl aus ihrer Bereit­willigkeit macht, den deutschen Friedensplan zum Ausgangspunkt einer neuest Rechtsordnung in Europa zu nehmen, daß sie zumindest bereit ist, sich ernsthaft mit den deutschen Vorschlägen zu beschäf­tigen. Sie lasten an Klarheit redlichen deutschen Wollens ebenso wenig wie an Kraft konstruktiven Könnens etwas zu wünschen übrig.

Wenn wir hören, daß dennoch Generab- stabsbesprechungen stattfinden, so wollen wir — zumal es heißt, daß dabei keine politischen Verpflichtungen eingegangen werden sollen >— dies hinnehmen, obgleich wir wohl misten, was aus solchen erst einmal angekurbelten Bespre­chungen werden kann, wenn ein friedensstörender Geist zielbewußt dabei mitwirkt. Lloyd George hat mit der Wahrheit nicht zurückgehalten, als er in seinem Brief an die „Times" offen aus- sprach, was aus den „rein militärischen tech­nischen Festlegungen" im Jahre 1914 wirklich ge­worden ist, und was, wenn man dem Verhängnis seinen Lauf läßt. auch jetzt wieder daraus werden könnte.

Es mögen die Eeneralstabsbesprechungen noch hingehen, wenn nicht ein unversehens abgesandtes Torpedo die Voraussetzungen zerstört, die soeben mit dem deutschen Friedensplan für den Neu­aufbau Europas geschaffen worden sind. Der in Vorbereitung befindliche Entwurf des französi­schen Außenministers Flandin für eine Denkschrift zur Beantwortung des deutschen Friedensplanes kann als Prüfstein dafür betrachtet werden, ob Frankreich auch jetzt noch, wie leider bisher immer wieder, unter der „Sicherheit Europas" die französische Vormachtstellung auf dem Fest­lande versteht oder eine aus ehrlichem Wollen und sittlichem Streben nach einer allgemeinen, auf Grund voller Gleichberechtigung aller be­teiligten Nationen zu treffende Verein­barung, derzufolge es auf 25 Jahre hinaus in Europa keinen Krieg mehr geben soll.

Was bis jetzt aus halbamtlichen franzö­sischen Quellen sickerte, ist leider nicht derart, daß man der letzteren Annahme sich sorgenlos hingeben dürfte. Da wird mit dreister Stirn da­von gesprochen, die deutschen Friedensvorschläge würden zum Ruin der kollektiven Sicherheit führen. Deutschland wird verdächtigt, nur so­weit in seinen Anregungen für Abrüstung ge­gangen zu sein, als es selbst dabei nicht abrüsten müßte oder nur ganz wenig abzurüsten brauchte. Das Uebelste aber ist die Behauptung, daß der deutsche Friedensplan für Europa Jahre der Un­ruhe vorbereite. Da kann man wirklich nur sagen: Wenn das amtliche Frankreich zum deutschen Plan in gleicher Weise Stellung nähme, wie dies bis jetzt auf halbamtlichem Wege in Paris ge­schehen ist, dann gäbe es daraus nur eine Folge­rung: Frankreich ist der böse Geist Europas!

Flandin sollte es sich überlegen, in der von ihm vorbereiteten Denkschrift zur Beantwortung des deutschen Friedensplans der Welt mit retho- rischen Floskeln zu kommen, etwa so, wie er es jüngst in einer Rede gegen den deutschen Frie­densplan tat. Auch das französische Volk will heute keine Steine mehr statt Brot, und mögen die ihm gebotenen Steine auch in noch so großem Glänze funieln; es weiß sehr wohl: sie sind falsch. Und auch dar übrige Europa ist nicht ge­willt, sie für echt hinzunehmen. Die Welt will