Ausgabe 
(1.4.1936) Nr. 92
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parteiamtliche Hageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Nr. sr / 6. Jahrgang

Mittwoch, 1. flpxil 1SZ6

Einzelpreis 15 Npf.

üeute llbmeichung der deutschen Note in London

Kibbentrop in der englischen Hauptstadt / was wird aus den Seneralstabsbesprechungen! / Vor neuen Verhandlungen

lFnssr lagvsspiegsl

Botschafter von Ribbentrop wird heute in London die deutsche Antwortnote auf das Locarno-Memorandum überreichen.

Das Reichskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung den Reichshaushalt für 1838 ver­abschiedet.

Das beispiellose Wahlergebnis des 29. März findet in der Weltöffentlichkeit weiter eine vorurteilslose Würdigung.

Im italienisch-abesfinischen Konflikt ist es zu neuen Spannungen zwischen London und Rom gekommen.

Das Luftschiff „Hindenburg" hat auf seiner Südamerika-Fahrt den Kanal passiert.

Das neue Eiiterfernverkehrsgesetz ist heute in Kraft getreten.

Für den England-Dienst der Argo lief ein neuer Dampfer vom Stapel.

I» Ofterholz wurde die Siedlung „Focke- Wulf-Kamp" gerichtet.

Zu Ehren des scheidenden Reichsvankdirektors Mecker fand eine Feier in der Reichshaupt­stelle Bremen statt.

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Sitzung des Neichskabinelts

Annahme des Reichshaushalts für 1936 — Der Dank des Führers

Berlin. 1. April.

Das Reichskabinett beschäftigte sich in sei­ner gestrigen Sitzung mit dem Reichshaushalt für 1938. Vorbehaltlich einiger noch nicht endgültig feststehender Positionen wurden die Vorschläge des Reichssinanzministers, wie sie sich aus Gründ der Verhandlungen mit den einzelnen Ressorts er­geben haben, angenommen. Gleichzeitig wurde der Nachtragshaushalt für 1935 genehmigt.

Im Anschlich an diese Beratung gab der Füh­rer und Reichskanzler eine kurze Darstel­lung der außenpolitischen Lage und gedachte ferner mit Worten tief st gefühlten Dankes des überwältigenden Bekenntnisses des deutschen Vol­kes zur politischen Führung in Staat und Partei. Der Führer und Reichskanzler würdigte hierbei die einzigartige organisatorische Leitung des Par­teiapparates und die unübertreffliche Arbeit der Reichswahlkampfleitung.

Die nächste Kabinettssitzung findet nach den Ofterfeiertagen statt.

Vankerlaß Vr. tricks

Berlin, 1. April.

Reichsinnenminifter Dr. Frick veröffentlicht enden Erlaß:

ie Reichstagswahl hat 45 Millionen deutscher Männer und Frauen an die Stimmurne geführt. Die Vorbereitn^ und Durchführung der Wahl sowie die Feststellung ihres Endergebnisses haben an das Organisationsgeschick und die Arbeitskraft der Behörden in Stadt und Land sowie an die Arbeitsfreudigkeit der Wahlvorstände, denen die Entgegennahme dieses geschichtlich einzigartigen Volksbekenntnisses oblag, besonders hohe An­forderungen gestellt. Die glatte und einwandfreie Durchführung der Reichstagswahl muß um so höher bewertet werden, als zwischen der Anord­nung der Wahl und dem Wahltage ein« außer­ordentlich kurze Zeitspanne lag.

Den zahlreichen Volksgenossen und Volks­genossinnen, die in den Wahlvorständen und sonst bei Durchführung der Reichstagswahl ehrenamt­lich tätig gewesen sind, spreche ich Dank und An­erkennung aus. In diesen Dank schließe ich neben sämtlichen beteiligten Reichs- und Gemeinde­behörden die Deutsche Reichspost, die Deutsche Reichsbahngesellschaft, die deutschen Schiffahrts­gesellschaften wie alle übrigen Verkehrsunterneh­mungen ein, die zur Erleichterung der Stimm­abgabe wesentlich beigetragen haben.

Berlin, 1. April 1936.

Der Reichsminister des Innern: (gez.) Dr. Frick.

Ms der Letzte in prbett ist...

Staatssekretär Reinhardt: 2m Hochsommer eine weitere Million Arbeitslose weniger

Der Staatssekretär im Reichsfinanzminrste- rium Fritz Reinhardt betont bei einer ausführ­lichen Darlegung des Sozialismus der Tat, wie ihn die Politik des Führers bekundet, es sei sicher, daß im Hochsommer 1936 die Zahl der Arbeits­losen um eine weitere Million kleiner und die Zahl der Beschäftigten um mehr als eine Million größer sein werde als heute. Auch der Rest der Arbeitslosigkeit werde im Zuge der volkswirt­schaftlichen Entwicklung der nächsten Jahre über­wunden werden. Die Arbeitslosigkeit, so sagt der Staatssekretär in der „Deutschen Steuer-Zeitung", ist bereits heute viel kleiner als in der Zahl zum Ausdruck kommt, die sich bei den Arbeitsämtern ergibt; denn in dieser Zahl sind einige hundert­tausend Volksgenossen und Volksgenossinnen ent­halten, die wegen Ueberalterung oder aus son­stigen Gründen als arbeitseinsatzunfähig und demnach als echte Arbeitslose nicht mehr in Be­tracht kommen.

(vrabtdsriobt unserer Berliner Lobriktlsitnng)

8. Berlin, 1. April.

Botschafter von Ribbentrop hat sich im Laufe des gestrigen Nachmittags in einem Sonderflug­zeug zur Ueberreichung der deutschen Antwortnote auf das bekannte Memorandum der Locarnomächte nach London begeben. Es ist anzunehmen, daß eine Veröffentlichung der deutschen Note im Laufe des heutige» Tages erfolgt.

Bei dem deutschen diplomatischen Schriftstück, das insgesamt 22 Schreibmaschinenseiten umfaßt, handelt es sich bekanntlich um die Stellungnahme Deutschlands zu der Haltung der Locarnomächte gegenüber den Entscheidungen vom 7. März, die in der ganzen internationalen Öffentlichkeit, vor

allem aber auf englischer Seite, mit Ungeduld und Spannung erwartet wurde.

Diese gespannte Erwartung der ganzen inter­nationalen Öffentlichkeit war umso größer, als die deutsche Reichsregierung in ihrer am 19. März übergebenen „vorläufigen Antwort" auf das Me­morandum der Locarnomächte mit einer eingehen­den Stellungnahme zu den Beschlüssen in London einen neuen deutschen Vorschlag zur Ueberwin­dung der europäischen Krise ankündigte.

Inzwischen ist allerdings insofern bekanntlich eine leicht veränderte Situation entstanden, als sich England dazu bereit erklärt hat, während des genannten „Zwischenzustandes", also in der Zeit, in der die am 7. März angeblich entstandene „Lücke" auf dem Wege internationaler Verhand­lungen noch nicht überbrückt ist, General- stabsbesprechungen mit Frankreich einzu­

leiten. In der englischen Öffentlichkeit sind diese Militärverhandlungen schon auf stärksten Wider­stand gestoßen, und alle Anzeichen sprechen dafür, daß sich die Opposition gegen sie noch weiter verstärkt. Zweifellos sind diese Generalstabsbe­sprechungen ebenso unnötig wie ungeeignet, ir­gendeine Basis für allgemeine Verhandlungen zu schaffen.

Es darf daher gerade im gegenwärtigen Augen­blick die Hoffnung ausgesprochen werden, daß es gelingt, an die Stelle dieser militärtechnischen Beratungen positive Verhandlungen mit dem fest- umrissenen Ziel eines europäische» Ausgleichs treten zu lassen. Sicher wird die deutsche Ant­wort, die heute in London als ein neuer Be­weis des aufrichtigen deutschen Wollens um eine ehrliche Verständigung vorliegt, hier neue, gewich­tige Handhaben bieten.

kondolier NIeinungsverschiedenhelten

Sefatzr einer Kabinettskrise wegen der geplanten Seneralstabsbesprechungenr

London, 1. April

Die geplanten Besprechungen zwischen den Ee- neralstäben Englands, Frankreichs und Belgiens werden in den Londoner Blättern eingehend er­örtert. Die den Reqierungskreisen nabffehenden Blätter betonen wiederum, daß die Besprechungen keinerlei neue politische Bindungen für England mit sich bringen würden und daß man ihnen an­gesichts ihres streng umgrenzten Charakters keine allzu große Bedeutung beimessen dürfe. Alle übrigen Blätter greifen den Plan, diese militä- tärischen Verhandlungen durchzuführen, in mehr oder weniger scharfer Weise an.

Der diplomatische Mitarbeiter der „Times" meldet, daß auf der Ministerbesprechung am Mon­tag einige Besorgnis darüber ausgedrückt worden sei, die Verhandlungen der Eeneralstäbe könnten einen zu großen Umfang annehmen. Um diese Gefahren zu vermeiden, habe man vorge­schlagen, eine Tagesordnung aufzustellen, an die die Vertreter des britischen Generalstabes streng gebunden sein würden. Sie würden angewiesen werden, die Grenzen der Tagesordnung selbst in den ersten Besprechungen nicht zu überschreiten und alle Fragen dem Kabinett zur Entscheidung vorzulegen. Wie verlautet, sei diesen Grundsätzen allgemein zugestimmt worden.

Der politische Mitarbeiter des „Daily Tele­graph" meint, angesichts der öffentlichen Mei­nung im Parlament und im englischen Volk werde die Regierung bei der Festsetzung des Zeit­punktes und des genauen Umfanges der Bespre­chungen keine unnötige Hast entwickeln. Der di­plomatische Mitarbeiter des Blattes will dagegen bereits wissen, daß die Besprechungen wahrschein­lich schon in der nächsten Woche in Paris be­ginnen würden. Die Stabsbesprechungen seien lediglich eine Vorsichtsmaßnahme.

Man stimme fetzt allgemein überein, daß die Anwesenheit deutscher Streikriiste im Rheinlande keine Kriegsdrohung darstelle.

Der diplomatische Berichterstatter der „Mor- ning Post" schreibt, die Bedeutung der Stabs­besprechungen sei großenteils „symbolisch", da die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Angriffes wäh­rend der „Zwischenperiode" nicht sehr groß sei. Die Oppositionsblätter „Daily Herald" und „News Chronicle" melden in großer Aufmachung, daß im Kabinett beträchtliche Meinungs­verschiedenheiten über die Eeneralstabs- besprechungen bestünden. „Daily Herald" schreibt, daß die drei Minister der Simon-Liberalen, Sir

John Simon, Brown und Sir Eodfrey Collin; den geplanten Besprechungen sehr kritisch gegen- überständen. Sie seien der Ansicht, daß die Ver Handlungen in der gegenwärtigen Lage autzeror deutlich herausfordernd und gefährlich wären Diese Ansicht werde von Lord Hailshain unter stützt, der gegen jede weiteren Verpflichtungen ii Europa sei. Die Haltung des Handelsminister; Runciman sei schwankend.

„News, Chronicle" schreibt, ein Teil der Mi mster sei für Aufschub der Besprechungen bis naä den französischen Wahlen. Die Unterhausabge ordneten würden von ihrer Wählerschaft mi Protestbriefen überschwemmt. Gleichzeitig melde das Blatt, die britische Regierung werde wahr scheinlich weitere Schritte unternehmen, um eine; Erfolg des italienischen Vorgehens in Ab es sinien zu verhindern.

Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" geht s> weit, von der Gefahr einer Kabinettskrise in folge der Meinungsverschiedenheiten über di Stabsverhandlungen zu sprechen. Einige Ministe seien der Ansicht, daß die militärischen Verhand lungen die Aussichten auf erfolgreiche Verhand lungen mit Deutschland schädigen würden.

„Hitler und die deutsche Nation sind eins!

Sründttche und vorurteilslose Würdigung des 2g. Mörz in der Weltpresse

Budapest, 1. April

Die großen ungarischen Regierungsblätter standen am Dienstagmorgen völlig unter dem Eindruck des überwältigenden Ergebnisses der deutschen Reichstagswahl. Die Regierungsblätter geben einmütig der tiefen Bewunderung über die in den Reichstagswahlen bekundete Ge­schlossenheit dep deutschen Volkes Ausdruck und betonen, daß Adolf Hitler heute tatsächlich das ganze deutsche Volk ohne Unterschied hinter sich habe. Alle Blätter erklären, daß es in der europäischen Geschichte bisher noch keiner Regie­rung gelungen sei, ein derartiges überwältigen­des Vertrauensvotum des Volkes zu erringen. Das Blatt des Ministerpräsidenten Eömbös „Függetlenseg" schreibt u. a.:

„Es hat noch nie auf der Welt einen Staats­mann gegeben, der in geheimer Abstimmung in einwandfreiester Weise die großen Massen des Volkes in derartig gewaltigem Ausmaß für sich gewonnen hat. Die Wahl beweist, daß das deutsche Volk heute wie ein Mann geschlossen hinter Adolf Hitler steht. Hitler und die deut­sche Nation find eins."

Das Regierungsblatt „Budapesti Hirlap" er­klärt: „Das Wahlergebnis ist der überzeugendste Beweis dafür, daß Adolf Hitler tatsächlich seine Kraft aus dem Volke schöpft und nur der Voll­strecker des wahren Willens des deutschen Volkes ist." Der nationalvölkische „Uj Magyasag" nennt die deutschen Reichstagswahlen ein Volks­urteil über die Friedensverträge. Im katholischen „Nemzeti Ujsag" heißt es: „Das deutsche Volk hat für den Frieden gestimmt. Das ggprozentige deutsche Wahlergebnis zeigt, daß das ganze deutsche Volk heute im ehrlichen Friedens­willen hinter seinem Führer steht.

Madrid, 1. April.

Auch die spanische Dienstagmorgen-Presse be­schäftigt sich in spaltenlangen Berichten und Mel­dungen mit dem beispiellosen Ergebni der deut­schen Reichstagswahl, das von den Außenpoli- tikern und den Auslandsberichterstattern der Zei­tungen einstimmig als ein noch nie in der Ge­schichte dagewesener Beweis von der Einigkeit und Geschlossenheit eines Volkes bezeichnet wird.

„ABT" hebt hervor, für die kommende inter­nationale Arbeit sei die Erkenntnis wichtig, daß

durch den Mund Adolf Hitlers die ganze Nation spreche und daß ein Vertrag mit dem Führer ein Vertrag mit dem ganzen deutschen Volke sei.

Daher sei auch das Mißtrauen, das Flandin am Sonntag erneut in seiner Rede zum Ausdruck ge­bracht habe, völlig ungerechtfertigt.

Der Berliner Berichterstatter des Blattes er­innert an. seinen früheren Aufenthalt in der Reichshauptstadt und stellt den Gegensatz heraus zwischen dem Deutschland eines Kaas und eines Brüning, die mit sträflichem Optimismus das Volksgewissen einschläferten und zwischen dem Deutschland von heut«, das aus diesem drama­tischen Traum der Vergangenheit durch die Stimme seines Führers erwacht sei.

Die republikanische Zeitung „EI Sol" schreibt wörtlich: „Diese Wahlen, die eigentlich eine

Misston nach außen erfüllen sollten, sind glei, zeitig einVeweissiirdieinnereStiirl geworden. Wo sind die Kommunisten vom We ding, wo die Sozialdemokraten von Chemni wo die Katholiken von Bayern, wo die Arist kraten von Potsdam und vor allem die Anhang des Status quo im Saargebiet geblieben? 2 zweifle, daß jemals aus der Erde so ein 2ub gehört worden ist, der dem Führer am Sonnta abend vor der Reichskanzlei von seinem Vol dargebracht wurde."

Die katholische Zeitung „EI Debate" hebt he vor, daß das deutsche Volk alle anderen Völk von heute und gestern an Bürgerstnn und Staat bejahung übertreffen habe.

«Sie sriedensoerträge wurmstichig"

Eine Mahnung des französischen Senators Caillaux

Paris, 1. April

In der radikalsozialistischen „Republique" be­schäftigt sich der ehemalige französische Minister­präsident und Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, Josef Caillaux, mit Zukunfts­fragen. Er macht sich dabei die Auffassung des englischen Außenministers Eden zu eigen, wonach Frankreich die noch ungelöste deutsch-französische Frage mit Unvoreingenommenheit und ohne Eng­herzigkeit in Angriff nehmen müsse. Caillaux macht das wirtschaftliche Elend in erster Linie für alle Streitigkeiten verantwortlich und for­dert deshalb zu einer wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit der europäischen Völker auf. Frankreich müsse unbedingt zur Herstellung einer solchen Solidari­tät gelegentlich der Verhandlungen beitragen, die nach der Beseitigung der augenblicklichen politi­schen Schwierigkeiten aufgenommen werden müßten. Es sei selbstverständlich, daß die aus solchen Verhandlungen hervorgehenden Abkommen nur zwischen vollkommen gleichberechtigten Völ­kern abgeschlossen werden könnten. Ein offener Geist und ein weiter Blick seien dazu notwendig.

Bor allen Dingen müßten diejenigen, die Frankreich regierten, sich darüber klar werden, daß die Friedensverträge wurmstichig seien; sie

seien zum größten Teil zusammengebrochen, und die Mauern dieses Gebäudes von Versailles seien auf Frankreich gestürzt,

Lorarno-Konferen; noch vor Ostern5

Paris. i. Apirl.

Wie das Pariser Blati „Oeuvre" erfahren haben will. soll der französische Botschafter in London am Montag beim Foreign Office vor­stellig geworden sein, um den Wunsch des Ouai d'Orsay zum Ausdruck zu bringen, noch vor Ostern mVrüssel eine Konferenz der Locarno-Mächte einzuberufen.

Englands slottenbauprogramm

London. 1. April.

Die englische Regierung wird nach einer Mel­dung des „Daily Telegraph" bis zum Jahres­ende folgende Kriegsschiffe in Auftrag geben: zwei Eroßkampfschiffe, fünf Kreuzer, einen Flug­zeugträger. mindestens zwölf Zerstörer und eine noch unbekannte Zahl von U-Booten und Scha­luppen Diese gewaltigen Aufträge ergeben das größte Flottenbauprogramm, das England seit dem Weltkriege aufgestellt hat. Drei weitere Kreuzer werden voraussichtlich im Sommer 1937 in Auftrag gegeben werden. Die genannten Schiffe umfassen eine Gesamttonnage von 175 006 Tonnen.

siusglM Im vonouraum?

Ungarn und die römischen Verhandlungen

Budapest, 1. April.

ischen Hegemonie- 'cheHische Minister- 1 seinen verworre-

Regierungschefs Italiens, Oesterreichs und Un­garns begannen, schien es fast so, als würde die römische Besprechung zwecklos, zum mindesten un­wesentlich bleiben nn Hinblick auf politische Er­eignisse von größerer Tragweite. Es kam aber überraschend wesentlich anders. So zeigte sich schon am zweiten Tage der Besprechungen in Rom, daß man nicht nur in den Ländern der beteiligten Staaten, sondern auch in Paris und London die Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit ver­folgte und ihnen eine große Bedeutung beimatz. In der Tat handelte es sich ja bei dieser Staats- männer-Konferenz nicht zuletzt um die Frage, ob Italien wieder seine aktive Donau­raumpolitik aufnehmen könne, die es vor Be­ginn des ostasrikanischen Krieges betrieben hatte, und es ging im Zusammenhang mit dieser Frage um das Problem der französi^-" versuche im Donauraum. Der ts>

Präsident Hodza war zwar mi, ,..

nen Donauplänen sowohl in Belgrad, als auch in Paris durchgefallen. Immerhin blieb aber die in letzter Zeit auffallend eng gewordene Bin­dung zwischen Wien und Prag, sie vom ersten' Augenblick an in Budapest mit Mißbehagen aus- genomm-n worden war. In dieser außerordent­lich wichngen Frage ist nun durch die Abmachun­gen in Rom Klarheit geschaffen worden.

Entkleidet man die offiziellen Berichte und Kommuniques, sowie die zahlreichen „inspirier­ten" Zeitungsartikel der italienischen, österreichi­schen und. ungarischen Presse des Beiwerks, so er­gibt sich, daß durch die neuen Vereinbarungen eine Bindung der Tschechoslowakei mit Oesterreich als einen der drei Partner des römischen Protokolls in Zukunft nicht mehr möglich sein wird. Es wird Oesterreich natürlich freistehen, auf wirtschaftlichem Gebiete mit den Tschechen Vereinbarungen zu treffen. Ein politischer Anschluß aber, oder auch nur eine Parallelschaltung der Tschechoslowakei zu Oester­reich oder Ungarn wird in Zukunft nicht möglich sein, denn das Zuiatzorotokoll Nr. 2 be­sagt ausdrücklich, daß keine wichtigen politischen Verhandlungen, die sich auf die Donaufrage er­strecken, mit einer dritten Regierung geführt wer­den können ohne vorherige Fühlungnahme mit den beiden anderen llnterzeichnerstaaten der römi­schen Protokolle. Da aber Ungarn niemals seine Zustimmung geben würde zu einer Heranziehung der Tschechoslowakei an die römischen Protokolle, so werden mit den neuen Abmachungen von Rom die tschechischen Anbiederungsversuche zur Aus­sichtslosigkeit verurteilt. Das ist ein für Ungarn wichtiges und positives Ergebnis der neuen Ver­einbarungen von Rom. Ein zweites wichtiges

zu Vereinbarungen kam Oesterreich als

Moment liegt auf wirtschaftlichem Gebiet, wo"es ;en kam, durch die Ungarn sowohl — auch Italien gegenüber für dre Zukunft bessere Absatzmöglichkeiten in Aussicht gestellt wurden. Dieses Entgegenkommen gegen­über Ungarn schien um so notwendiger, als bei den ersten römischen Abmachungen Ungarn prak­tisch am schlechtesten weggekommen war, nicht zu­letzt infolge der Wirtschaftspolitik Oesterreichs. Auch das soll in Zukunft anders werden, so daß man in Budapest sicher Grund hat, mit diesem Teile des Ergebnisses vom Rom zufrieden zu sein.

In anderen Fragen freilich hat sich Ungarn nicht so durchsetzen können. Schon während der Verhandlungen in der italienischen Hauptstadt mußte es auffallen, daß mehrere Budapester Blätter in großer Aufmachung die überraschende Meldung brachten, daß bei den römischen Ver­handlungen wahrscheinlich Beschlüsse gefaßt wer­den würden mit dem Ziele, Polen und Süd- slawien dem Dreimächteblock Jtalien-Oefterreich- Unaarn allmählich zu nähern. Die Aufmachung dieser Meldungen von fast allen großen Budä- pester Blättern läßt es wahrscheinlich erscheinen, daß man es hier mit einem besonderen Wunsch Ungarns zu tun hat, der ursprünglich in Rom Erfüllung finden sollte Für diesen ungarischen Wun,ch gibt es verschiedene Gründe. Einmal ist Ungarn in letzter Zeit bemüht, auch seinerseiks die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die einer gewissen Annäherung zwischen Belgrad und Budapest bisher im Wege standen. Es kommt hinzu, daß die engen handelspolitischen Bindungen, die bis zum Inkrafttreten der Sank­tionen zwischen Siidslawien und Italien bestan­den, eine Annäherung Südslawiens an die Staa­ten der römischen Protokolle als durchaus nicht so fernliegend erscheinen lassen. Was die Mög­lichkeit einer Hinzuziehung Polens zu dem ungarisch-Lsterreichisch-ltaliemschen Pakt anlangt, so ist es ein alter Wunsch maßgebender ungarischer Kreise, die schon seit Jahrhunderten bestehende gefühlsmäßige Freundschaft zwischen den beiden Nationen allmählich nun wirklich auch praktisch auszubauen. Für Budapest sind dabei natürlich auch gewisse Erwägungen in der Richtung auf die Tschechoslowakei mitbestimmend, denn im Gegen­satz zu seiner Einstellung etwa Siidslawien' ge­genüber wird Ungarn den Raub des einstigen oberungarischen Gebietes und die Annektierung rein ungarischer Gebiete durch die Tschechoslowa­kei wohl nie als endgültige Tatsache hinzunehmen bereit sein.

Eine Annäherung Polens und Südslawiens