Ausgabe 
(17.1.1936) Nr. 17
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt vremen

durch°di?P°st" RM.^L°30^ einM Uebttw^ung?gebüb?°aussM ^ Zustellungsgebühr:

entrichten. Postscheck: Hamburg 172 72 BetriebsWrunä^kI? - Pvstbestsllgeld Der Bezugspreis ist im voraus zu

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-ZeiIs im Anzeigenteil 12 Rps.. die 70-mm-Zeile im Textterl 75 Rpf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.» sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste 5 (Nachlaßstasfel 0,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 1« Uhr. Sprechzeit: Berlaq werktäglich von 1213 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12'/r13 /-Uhr.

1 g z 6

Nr. 1? / 6. Zakrgang

kinzelpreis 15 Npf.

frettag, 17. Zanuar

Her deutsche Krastfalirer ln vorderster front

Kelchsminister Kudols steß und Korpsfichrer stüstnlein sprechen beim öeneralappell des NSKK. in der Veulschlandstalle

Unser lagesspiegvl

Du französische Ministerpräsident Laval er­zielte einen neuen Kammersieg.

In der abessinischen Provinz Eodscham ist ein Aufstand gegen den Negus ausgebrochen.

Ueber Sowjetrußlands riesige Aufrüstung teilte der Marschall des Rätebundes Einzel­heiten mit.

Der österreichische Bundeskanzler Schnschnigg ist in Prag eingetroffen.

Reichsminister Rudolf Heg und KorpsfLhrer HLHnlein sprachen bei einem NSKK.-Appell in Berlin.

Neue Bestimmungen zur Sicherung des Ofsiziernachwuchses sind erlassen worden.

Die Vorbereitungen für die allgemeine Ein­führung des Eesundheitsstammbuches wer­den von der DAF. durchgeführt.

Eine nächtliche Kundgebung des Sturm­banns I/7S fand in Eropelinge» statt.

Mit einer Kundgebung in Huckelriede er­öffnete die NSDAP., Kreis Bremen, ihre zweite Versammlungswelle.

Eine gemeinsame Betriebsbesichtigung ver­einigte wieder einmal zahlreiche Kameraden unserer Schutzpolizei.

Ei« Sonderheft des Instituts für Konjunktur- tzrfchung behandelt die Frage der Versand- Geschäfte, die für Bremen besondere Bedeu­tung hab«,.

Ist» du: Ostasieusrachtschiffahrt ist der Friede wiederhergestellt.

WIWUWWWWU

Vas SesunSlieltsstammbuch kommt

Die Pläne des Hauptamtes für Volksgesundheit DAF. bereitet die Durchführung vor

k, Berlin, 17. Januar.

Das Hauptamt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP. plant, wie der Lei­ter der Landesversicherungsanstalt Berlin mit­teilt, nach Abschluß der notwendigen Vorberei­tungen alle Jahrgänge des deutschen Volkes einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen und aus Grund des Untersuchungsergebnisfes für jeden deutschen Volksgenossen ein Gesundheitsstammbuch «zulegen. Die Deutsche Arbeitsfront wird die nganisatorischen Vorarbeiten zur Durchführung dieser Ausgabe leisten.

Das Ges-undheitsstammbuch soll durch spätere Untersuchungen laufend ergänzt und berichtigt werden. Sämtliche Eesundheitsstammbiicher lau­sen bei den Landesversicherungsanstalten zusam­men. In allen Fällen, in denen sich die Notwen­digkeit "einer ärztlichen Behandlung erweist, wer­den Auszüge aus dem Gesundheitsstammbuch an­gefertigt und den jeweils zuständigen Sozialver­sicherungsanstalten zugeleitet werden.

Berlin, 17. Januar.

In Gegenwart mehrerer Mitglieder der Reichs­regierung, des Führerkorps des NSKK. aus dem ganzen Reich und zahlreicher Ehrengäste fand in der festlich ausgeschmückten Deutschland- Halle am Donnerstagabend ein großer General- appell des Nationalsozialistischen Krastfahrerkorps vor dem Korpsführer Hühnlein statt. Außer sämt­lichen Gruppenführern, Inspekteuren und Vrigade- fuhrern des NSKK. war die gesamte Motor­brigade Berlin, sowie zahlreiche Abordnungen der Krastfahrinspektion Süd zugegen. Um 19 Uhr war das große Rund der größten Halle Europas bis auf den letzten Platz gefüllt. Punkt 20 Uhr er­schienen von den Anwesenden stürmisch begrüßt der Stellvertreter des Führers, in Begleitung des Korpsführers Hühnlein, der Roichskriegsminister Generaloberst von BIam­

be rg, der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-RLbenach, der kommandierende Gene­ral der Panzertruppe Lutz, der Stabschef der SA. Lutze und Reichsleiter Bormann.

Der Führer der. Kraftfahrinspektion Ost, Gruppenführer Offermann meldete dem Korpsführer, daß 2V 300 Männer des NSKK. der Brigade Berlin und Abordnungen aus dem gan­zen Reich, 33 Feldzeichen und die Stander, an­getreten seien. Der Korpsführer gab die Meldung an den Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß weiter.

Dann ergriff der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß das Wort zu seiner oft durch Beifall unterbrochenen Ansprache, in der er betonte, daß das neue Jahr wieder Arbeit und wieder S o r g en bringen werde wie das ver­gangene, aber auch wieder neue Erfolge.

Heute, so führte der Stellvertreter des Führers aus, brauchen wir nicht mehr wie vor der Macht­ergreifung einem kommenden Jahre mit der Ueberzeugung entgegenzusehen, daß doch alles Mühen vergeblich sei. Was damals jeder, der sein Volk liebte, gelitten hat, wissen nur wir selbst. Und jeder Ausländer, der dem heutigen Deutschland verständnislos gegenübersteht, möge sich vor Augen führen, was wir durchgemacht haben und wohin es in Deutschland unter der Herrschaft früherer Systeme gekommen ist, er würde uns besser verstehen. Vielleicht wächst nach dem Anschauungsunterricht, den der Bolsche­wismus neuerdings in Südamerika der Welt gegeben hat, das Verständnis für Deutschlands Maßnahmen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Stattn olzne Maske

Me wachsende bolschewistische Sefakr

k. Rti. Die hetzenden sowjetrusfischen Macht­haber setzen ihrer Unverschämtheit wieder einmal die Krone auf: in wenigen Tagen soll in Genf, dem Sitz des Völkerbundes, über den Einspruch Sowjetrußlands gegen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen Uru­guays zum Land des Bolschewismus beraten werden. Wie erinnerlich, wurde der Sowjet-Gesandte Minkin in Montevideo, nach­dem seine auf Zerstörung von Ordnung und Staatsfrieden gerichteten kommunistischen Um­triebe beweiskräftig aufgedeckt werden konnten; kürzlich unter lebhafter Zustimmung aller anderen slldamerikanischen Staaten aus Uruguay ausge­wiesen. Die Ausreise des bolschewistischen Draht­ziehers ist inzwischen erfolgt, aber die Sowjet­regierung möchte ihr Doppelspiel allzugern fort­setzen und hat hierfür als Ort der Handlung die Genfer Bühne gewählt.

Die Verwandlungskünste der Mas- kauerVertreter sind beim Eintritt Sowjet­rutzlands in den Völkerbund nur von einem kleinen Teil der Weltpresse ins rechte Licht ge­rückt worden; der Optimismus führte seknev- zeit in Genf das Zepter. Die Zahl der großen Blätter, die den unüberbrückbaren Gegensatz zwischen den wirklichen, weltrevolutionären Zielen der Komintern und der Friedenspolitik der von Moskau bekämpften Staaten erkannt haben, ist nun aber seit dem Einzug Litwinows in den Völkerbundssaal erheblich gestiegen. Sogar die LondonerTimes" kamen in diesen Tagen zu dem Ergebnis:Das Verbrechen des Bürger­krieges zu planen und sich gleichzeitig zu dem Grundsatz des internationalen Friedens zu be­kennen. ist ein kommunistischer Widerspruch." Aber sehen wir von diesem Widerspruch zwischen der verbrecherischen Bürgerkriegshetze und den angeb­lichen Genfer Friedensabsichten der Sowjets einmal ab: auch rein staatspolitisch ist der schein­heilige Protest Moskaus auf der Plattform des Völkerbundes völlig abwegig. Die Ent­scheidung in der Frage, ob ein Staat mit einem anderen diplomatische Beziehungen unterhalten will oder nicht, kommt niemand anderem als der betreffenden Einzelregierung zu. Auch der Völker­bund in seiner Gesamtheit kann ihm dieses souveräne Recht nicht nehmen. Der Genfer Antrag ist also schon aus diesem juristischen Grunde gegenstandslos.

siuWnve der sibesflnier gegen den Negus

Nom meldet siegreiche Schlacht im Sudan Saite Selasfie

Asumra, 17. Januar.

In Asmara ist Mittwoch die aufsehenerregende Nachricht eingelaufen, daß in der Provinz God- scham nordwestlich von Addis Abeba ein Ausstand gegen die adessinische Regierung in Addis Abeba ausgebrochen sei. Gerüchte über vereinzelte Un­ruhe» in dieser Gegend waren schon lange ver­breitet. Flüchtlinge aus den Grenzgebieten er­zählen, daß die Godscham-Truppen, die sehr gut bewaffnet sein sollen, und denen sich auch ein großer Teil der Bevölkerung angeschlossen haben soll, sich gegen die abessinischen Regierungstrnp- pen erhoben und ihnen bei Debra Markos, der Hauptstadt von Godscham, eine schwere Schlappe beigebracht hätten. Die Lage für den Kaiser sei derart ernst, daß er zuverlässige Truppen aus Addis Abeba zur Unterdrückung des Aufstandes abgesandt habe.

Die Provinz sei, wie es weiter heißt, stets Addis Abeba feindlich gesinnt gewesen, so daß im Jahre 1932 der Herrscher von Eodscham, Ras Hailu, gefangen gesetzt und während seiner Haft in der Hauptstadt von Abessinien vergiftet wurde. Dies soll auch für seinen in Godschanl lebenden zweiten Sohn der Beweggrund gewesen sein, sich jetzt gegen den kaisertreuen Ras Jmmiru, der die Herrschaft über Godscham erhalten hatte und gegenwärtig an der Nordfront gegen die Ita­liener kämpft, zu erheben. Der seinerzeit mit sei­nem Vater verhaftete älteste Sohn wird in Addis Abeba scharf bewacht, da man befürchtet, daß er mit der Unterstützung von Helfershelfern ver­suchen werde, aus der Gefangenschaft zu ent­kommen.

London, 17. Januar

Reuter erklärt in einer Meldung aus Addis Abeba, daß in der abessinischen Hauptstadt die ita­lienischen Berichte über einen Aufstand in der

Provinz Eodscham teilweise bestätigt wurden. Man glaube aber, daß die Schwierigkeiten schon jetzt behoben seien: Infolge der abessinischen Zen­sur seien weitere Mitteilungen nicht erhältlich.

Rom, 17. Januar

Ueber das siegreiche Vorgehen der Italiener unter General Graziani am Eanale Doris teilen amtliche römische Stellen ergänzend mit:'

Die Schlacht am Eanale Doria steht mit dem Erfolg unserer Waffen vor dem Abschluß. Unsere Truppen find auf der ganzen Front in einer Tiefe von über 70 Kilometer vorgerückt und haben dabei überall den hartnäckigen Widerstand des Gegners überwunden. Verfolgt von den Unsrigen, ziehen sich die Truppen des Ras Desto Damto in Unord­nung zurück. Starke Nachhutabteilungen des Fein­des, die sich in Höhlen eingenistet haben, versuchen vergeblich die Verfolgung aufzuhalten. Die Ver­luste des Feindes sind beträchtlich.

Addis Abeba, 17. Januar.

Der Sonderberichterstatter des DNB. ist soeben von einem dreitägigen Flug an die Nordfront zurückgekehrt, in dessen Verlauf er als Gast des Kaisers zwei Tage im abessinischen Hauptquartier in Dessie weilte.

Im Verlauf einer längeren Unterredung äußerte sich Kaiser Haile Selassie folgendermaßen über die Kriegslage:Seit Eintreten der Regen­fälle hat sich an derNordfront die militärische Lage für Abessinien strategisch bedeutend gebessert, da dadurch ein gewisser Ausgleich der beider­seitigen Kriegsmittel herbeigeführt wurde. Die Angriffe unserer Truppen werden nach Einnahme der T e m b i e n-Provinz weiter auf die Provinz Eeralta vorgetragen. Dort kämpfen vorläufig nur einzelne Abteilungen, um zunächst die be­festigten italienischen Verteidigungsnester auszu- heben."

über die Kriegslage

Ueber die Lage an der Süd front erklärte der Kaiser:Die am 8. Januar begonnene

Schlacht bei Dolo, die die Streitkräfte Ras Destas in großer Frontoreite in Jtalienisch-Somaliland . aufgenommen haben, nimmt ihren Fortgang. Die Kämpfe brachten den abessinischen Truppen bisher erhebliche Geländegewinne und große Kriegs­beute. Die Italiener verteidigen sich äußerst hart­näckig. Sie unternehmen eine Reihe von Gegen­stößen, wobei sie von Bombenflugzeugen unter­stützt wurden. Zum erstenmal wurden in dieser Schlacht zwei erbeutete italienische Tanks, die mit Äbessiniern bemannt waren, gegen die italienischen Truppen eingesetzt. Die Italiener ziehen aus dem Norden erhebliche Verstärkungen heran, so daß man auf diesem Teil der Front für die nächste Zeit mit keinem neuen Kampf rechnet. (Zu beachten ist bei diesen Berichten über die Lage an der Südfront, daß sie zeitlich früher liegen als die italienischen Meldungen über das siegreiche Vorgehen Erazianis an der Südfront. Die Schriftleitung.)

Der Kaiser brachte im weiteren Verlauf der Unterredung die Absicht zum Ausdruck, bis zum Eintreffen der großen Regenzeit im nördlichen Hauptquartier zu verbleiben.

Er hoffe, daß bis zu diesem Zeitpunkt entweder der Krieg entschieden sein werde oder die Kampf­handlungen wegen der Regenzeit aus ein Viertel­jahr unterbrochen werden müßten. Er rechne damit, daß es dem Völkerbund immerhin gelingen werde, bis zu diesem Zeitpunkt Friedensvorschläge zu machen, die es Abessinien ermöglichen, ehren­voll aus diesem italienischen Angriffskrieg hervor­zugehen. Derartige Vorschläge müßten jedoch auch jene Sicherheiten bieten, die es ausschließen, daß Italien möglicherweise in ein bis zwei Jahren erneut kriegerische Handlungen gegen Abessinien unternehme.

Lügen haben kurze Seine

Falschmeldungen über den Führer widerlegt

Berlin, 17. Januar.

In den letzten Tagen sind in einem Teil der Auslandspresse Meldungen erschienen, wonach der Führer und Reichskanzler erneut an einem Kehl- kopfleiden erkrankt sei, das eine Operation er- sorderlich mache. In diesem. Zusammenhang werden sogar die Namen von Aerzten im Jn- und Ausland genannt, die mit der Durchführung dieser Operation beauftragt worden seien.

Hierzu wird amtlich in aller Form mitgeteilt, daß diese Nachrichten von A bis Z frei erfunden und erlogen sind. . .

Es handelt sich hierbei wieder einmal um jene sattsam bekannten üblen Methoden dies^: .Aus­landspresse, durch systematische Lügennachrichten Unruhe in das deutsche Volk zu tragen und im In- und Ausland ungünstige Wirkungen für das Deutsche Reich. hervorzurufen. Der Führer er­freut sich gottlob einer in jeder Beziehung aus­gezeichneten Gesundheit, so daß er es auch nicht nötig hat, irgendwelche Aerzte im Jn- und Ausland, ganz zu schweigen von indischen Aerzten, in Anspruch zu nehmen.

Ungarischer HanLelsminister beim sichrer

Berlin, 17. Januar.

Der Führer und Reichskanzler empfing am Donnerstag den zu Wirtschaftsverhandlungen in Berlin anwesenden königlich-ungarischen Handels- und Verkehrsminister von Winchkler im Bei,ein des Reichsministers des Auswärtigen und des königlich-ungarischen Gesandten, Feldmar>chalt- Leutnant S'ztojay.

sükrerralstagung des 1WV.

Berlin, 17. Januar.

Der Reichswalter des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Pg. Hermann Neef, hat die Mitglieder des Führerrats des Reichs­bundes der Deutschen Beamten zu einer Tagung am 21. Januar in Berlin eingeladen. Haupt­gegenstand der Beratungen bildet der Bundes­baushalt 1938 in Verbindung mit einer Ueber­sicht über die Finanz- und Vermögenslage des Reichsbundes der Deutschen Beamten.

Zebvrl HUNorNienst

kege dekeelitstätiKkoit an der Oxadenkront. Italisuisoks Lionlers sind an der Ogadenkront eingesetzt noräso, uw über die bliisss ?onton- driloüon rusoklagsn. Unser Bild -sigt eins Lonton-Kbtstlung der italisnisebso 8üd-Krwss suk dem lllarsok durod die IVusts.

gänge in Uruguay beobachtet worden: daß Ju­dentum und Bolschewismus wieder einmal Hand in Hand gehen. Sei es die Revolte Streikender in Argentinien, die 18 Tote und fast 100 Verletzte forderte, das hoch­verräterische Treiben kommunistischer Agenten in Venezuela, der freche Anschlag auf den Rundfunk­sender von Lima die Rädelsführer sind immer von Moskau aus bezahlte Juden. Aufschluß­reiches Material förderte in diesem Zusammen­hang die Verhaftung des getarnten russischen Ju­den amerikanischer Staatsangehörigkeit Harry Verger durch die brasilianische Polizei in Rio de Janeiro zutage. Man stach bei seiner Festnahme gleich in ein ganzes Wespennest jüdischer Ver­schwörer. und mit Recht sprechen die Blätter in Brasilien von einem schmählichen Mißbrauch ge­währter Gastfreundschaft, von einer wahren jü­dischen Pest. der Südamerika zum Opfer zu fallen drohe.

Der Zweck der Taktik, die der Kreml hier ver­folgt, liegt auf der Hand: Moskau bedient sich bei seiner verbrecherischen Propaganda deshalb so gern des internationalen Juden, weil es sich hin­ter dessen Staatenlosigkeit oder fremder Staats­zugehörigkeit verstecken zu können meint. Der so­eben aus Sowjetrußland zurückgekehrte bisherige Geschäftsträger Uruguays in Moskau, Carlos Masanes, äußerte sich in Berlin in bemerkens­werten Erklärungen zum sowjetrussisch-uruguay- ischen Streitfall besonders über jenes Versteck- spiel der bolschewistischen Diploma­ten. So war es vor einiger Zeit trotz der offensichtlichen Fäden, die zwischen dem kommu­nistischen Hetzer Radowski in Uruguay und der Sowjetzentrale gesponnen worden waren, nach dessen Verhaftung nichi möglich, den Rätebund sür die Hebelgriffe des Festgenommenen zur Rechen­schaft zu ziehen weil der Moskauer Gesandte in Montevideo die sowjetrussische Staatszugehörigkeit Radowskis abstritt. Welche einfache Methode, zu