parteiamtliche Tageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen
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Nr. 16 / 6. Jahrgang
Vomierstag, 16. Januar
klnzelprels 15 Npf.
Her fülirer spricht in tippe-vetmold
sriumpkaler Verlauf der Feierlichkeiten anläßlich des dritten lalirestages der für die NSVW. ßegreichen tandtagswakl
Sie kröffnungskundgebung
Detmold, 16. Januar.
Das ganze Land Lippe stand unter Anwesenheit des Führers gestern im Zeichen der Erinnerungsfeiern aus Anlaß des dritten Jahrestages der geschichtlichen Landtagswahl.
Am Vormittag fand vor dem Rathaus in Detmold die Eröffnungskundgebung statt. Schon zeitig waren auf dem Bahnhofsvorplatz zur Begrüßung der einlaufenden Sonderzüge aus Lippe
Unser lagssspiegel
Die Erinnerungsfeiern in Lippe gestalteten sich zn einem neue» Triumph für den Führer.
Reichsminister Dr. Frank gab wichtige Erklärungen über die Stellung des Richters im Dritten Reich ab.
Reichserziehungsminister Rüst hat den 30. Januar, den Gründungstag des Dritten Reiches für schulfrei erklärt.
Das Programm der KdF.-Hochseefahrten für 1S3K steht wiederum außerordentlich hohe Leistungen für den deutschen Arbeiter vor.
Infolge einer bevorstehenden vermehrten Einfuhr von holländischen Kölonial-Tabake« kann die Kontingentierung der Tabakindn- ftri« gelockert werden.
Der hanseatische Außenhandel steht bei der Förderung der Ausfuhr in vorderster Front.
I» dem von der Reichskammer der bildenden Künste veranstalteten Bernstein-Wettbewerb fiel der erste Preis in „Armbänder" an den Bremer Kein Meyer.
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und Westfalen alle Formationen und Gliederungen der, Bewegung sowie die alten Kämpfer angetreten. Umsäumt war der Platz von einer riesige» Menschenmenge. Beim Einlaufen des ersten Sonderzuges erklangen Militärmärsche und mit Jubel wurden die alten Kämpfer aus dem Lande begrüßt. Anschließend nah'men die Kolonnen Paradeaufstellung. Es erschien Stabschef Lutze, der im Flugzeug in Detmold eingetroffen war. Er wurde vom Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer begrüßt. Als der Stabschef die Front abschritt, brach die begeisterte Menschenmenge in Heil-Rufe aus. Darauf setzte sich der Zug der alten Kämpfer unter Vorantriit der Standarten- kaoelle in Bewegung. Vor der SA. marschierten der Stabschef mit seiner Begleitung, Gauleiter Dr. Meyer, Staatsminister Riecke und viele andere Leiter der Bewegung.
Vor dem Rathaus nahmen die alten Kämpfer in einem gewaltigen Vrereck Aufstellung. Hier hatten sich auch dre Ehrengäste aus der Partei, der Wehrmacht und den Behörden sowie Ministerpräsident Klagges aus Braunschweig ein- gefunden. Zuerst sprach Gauleiter Dr. Meyer. Er führte den alten Kämpfern noch einmal packend die schicksalsschwere und verantwortungsvolle Zeit vor drei Jahren vor Augen. Damals habe die Bewegung ohne jede materielle Unterstützung nur aus reiner Ueberzeugung und im unerschütterlichen Glauben an den Führer und seine Idee in einem beispiellosen, von den Gegnern mit brutalsten Verfolgungsmethoden geführten Kampf doch den entscheidenden Sieg errungen, der dann dem Rationalsozia- lismus zur Mächt verhelfen habe.
Anschließend sprach Stabschef Lutze, stürmstch begrüßt, einige Worte an die alten Kämpfer. Wenn wir heute mit Stolz und Freude der Zeit vor drei Jahren gedenken, so sagte er, dann können wir das mit Stolz tun. Um überhaupt diese Opfer bringen zu können, waren die Idee und der Glaube an unseren Führer notwendig.
Daraus ergibt sich heu^ für jeden Mitkämpfer nicht nur in Lippe, sondern in ganz Deutschland die zwingende Forderung, wie damals rn den Zeiten des schwersten Kampfes so auch heute im Aufbau dem Führer unaufhörlich zur Versngung zu stehen mit allem, was wir sind und was wir haben. Wir wollen nur eins: Dem Führer Helgen, damit er erreicht, was er sich als endgültiges Ziel gesteckt hat: Ein großes, freies, starkes Volk in einem herrlichen Deutschland!
Vorbeimarsch vor Stabschef Lutze
Im weiteren Verlauf der Feierlichkeiten fand vor dem Landestheater ein großer V o r b e i - marscht sämtlicher nationalsozialistischen Lrgam- sationen aus dem Lande Lippe statt. An der Spitze des Zuges marschierten Einheiten ^der Wehrmacht, denen in langen Kolonnen 2 A., «r:., HJ., Arbeitsdienst usw. folgten. Vor dem Landestheater hatten die Ehrengäste, unter denen man auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sah, Umstellung genommen. Die umliegenden Anmarjch- straßen waren von einer riesigen Menschenmenge umlagert. Unter flotten Marschklängen marschierten im Gleichschritt die verschiedenen Organisationen vor Stabschef Lutze vorbei.
Vag lippische Land etzrt den sichrer
Dem Führer und seinen Begleitern im lippi- Ichen Wahlkamps 183? wurden eine besondere Ehrung zuteil. Westfälische und lippische Städte
überreichten ihnen kunstvoll gestaltete Ehrenbürgerbriese.
Am frühen Nachmittag des 15. Januar erschien auf der Erevenburg, wo der Führer während des lippischen Wahlkampfes 1933 gewohnt hat und die einem alten Nationalsozialisten, dem Regierungspräsidenten von Oeynyausen, gehört, der Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer mit den Bürgermeistern und Abordnungen der Städte. Gauleiter Dr. Meyer stellte dem Führer die Bürgermeister und Abordnungen vor. Dann überreichten ihre Ehrenbürgerbriefe: die 90 009 Einwohner zählende westfälische Bergarbeiterstadt Recklinghausen, die mit 34 000 Einwohnern größte Landgemeinde Preußens Herten, Kreis Recklinghausen, die westfälische Töpfer- und Handwerker- stadt Stadtlohn im Kreise Ahaus und die herrlich gelegene lippische Stadtgemeinde Schwalenberg, die schon zweimal lOOprozentig für den Führer und Deutschland gestimmt hat. Der Führer dankte den Abordnungen, unter denen sich vorwiegend Bergarbeiter befanden, herzlich sür die Ehrung und unterhielt sich . einige Zeit mit ihren Mitgliedern.
Gauleiter Dr. Meyer bat dann den Führer, zu gestatten, daß seinen Mitkämpfern und Begleitern im lippischen Wahlkampf, nämlich Obergruppenführer Brückner, Reichspressechef Dr. D i e t r i ch, Brigadeführer Schaub, Reichsbildberichterstatter Hoff mann und Brigadeführer Schreck das Ehrenbllrgerrecht lippifcher Städte verliehen werde. Mit -Genehmigung des Führers erhielten dann Obergruppenführer Brückner den Ehren- Lürgerbrief der Stadt Detmold, Reichspressechef Dr. Dietrich, der bereits vor zwei Jahren zum Ehrenbürger der Städte Bad Salzuflen und Lage ernannt worden war, den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad. Salzuflen,. den er als. Anerkennung für die Arbeit der gesamten nationalsozialistischen Presse im lippischen Wahlkampf entgegennahm, Brigadeführer Schaub den Ehrenbürgerbrief der Stadt Lemgo, Reichsbildberichterstatter Hoffmann
den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Salzuflen und Brigadeführer Schreck den Ehrenbürgerbrief von Schwalenberg.
Vor dem Dunkelwerden fuhr dann der Führer von der alten Erevenburg weiter nach Det m o l d, fuhr durch das Lipper Land, das ihm im letzten Wahlkamps vor der Machtergreifung damals vor drei Jahren so einen triumphalen Sieg geschenkt hatte. In jeder Ortschaft Girlanden, Spruchbänder, alle Häuser bekränzt. Und auf den Straßen die gesamte Einwohnerschaft fast ohne Ausnahme. Jubelrufe, glückliche Gesichter und gläubige Augen. Im Dunkel kommt dann Detmold, das phantastisch geschmückt ist. Alle Formationen der nationalsozialistischen Bewegung und brüderlich mit ihnen die Männer der Wehrmacht bilden ein endloses Spalier durch die ganze Stadt hindurch und darüber wieder hinaus zu den großen neuen Flughallen, wo 15 000 Menschen auf den Führer warten.
Massenkundgebung in den slugtzollen
Vor den Flughallen stehen Stabschef Lutze, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer, Ministerpräsident Klagges, SA.-Eruppenführer Schramme, SS.-Obergruppenführer Weitz e l, der Kommandeur des VI. Armeekorps, Generalleutnant von Kluge, der Kommandeur des Luftkreises IV, General Halm, und eine größere Anzahl des Führerkorps der Partei und des Offizierskorps der Wehrmacht. Der Führer schreitet die Ehrenformationen ab und unter brausendem Jubel begibt er sich durch die Hallen zum Pult. Die Fahnen marschieren ein. Dann spricht Gauleiter Dr. Meyer von den Tagen des Kampfes, dem letzten großen Sieg vor der Machtergreifung. Dann fuhr er fort:
„Mein Führer! Sie selbst haben in Ihrer großen Rede in Lemgo im Januar 1934 den lippischen Wahlkampf als den denkwürdigen Wahlkampf bezeichnet; denkwürdig deshalb, weil er
nach fünfzehn Jahren heroischen Kampfes und nach dem furchtbar schweren Jahre 1932 mit seinen dreizehn Wahlschlachten, die Entscheidung in dem gigantischen Ringen um die Macht herbeigeführt hat.
Durch diesen Wahlsieg wurde vor aller Welt unter Beweis gestellt, daß trotz der Rückschläge und Niederlagen des Jahres 1932 die nationalsozialistische Bewegung nicht geschlagen war, sondern stärker denn je dastand, daß der Abfall Gregor Strassers die Partei nicht hatte spalten können, sonder» daß die Partei in unerschütterlicher Treue mit unwandelbarem Glauben sester denn je zuvor hinter ihrem Führer stand. (Lang anhaltender Beifall). Sie, mein Führer, habe» gezeigt, wie in Zukunft die Partei um den deutschen Menschen ringen soll."
Nach einem dreifachen Sieg-Heil aus den Führer sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley aus tiesinnerstem Herzen, mit heiligem Feuer und revolutionärem Schwung, so, wie nur Nationalsozialisten sprechen können. Er führte aus:
Die Partei hatte im Jahre 1932 Schlag auf Schlag erlitten. Wir haben damals Niederlagen gehabt, Verrat in unseren eigenen Reihen, und alle Welt schrie: Es ist jetzt aus mit den Nazis, jetzt ist Schluß, die eigenen Führer verlassen die Fahne.
Es war der Führer, der uns allen sagte: Und nun erst recht, jetzt gerade!
Wir Haben wieder zurückgefunden zu uns selber, zu unserem Sein. Wir antworten deshalb nicht: Das Bequeme ist schön, und das Angenehme allein ist schön, sondern d e r K am p f ist schön.
Heute ist das der Leitsatz vom letzten Arbeiter bis zum ersten Bürger: Wir kapitulieren nicht! Und so, wie wir damals Deutschland erobert haben, so glauben wir heute, daß wir uns auch die Achtung der Welt erobern werden."
Wolf Hitlers sippe» an die Kämpfer
Nun betritt der Führer das Pult. Er hält eine Rückschau auf die drei Jahre, die seit dem letzten Wahlkampf der Machtübernahme vergangen sind. Und er weist darauf hin, welche kurze Frist drei Jahre im menschlichen Leben sind, und wie lange und inhaltsreich sie uns doch erscheinen, die wir sie durchlebt haben. Die Massen sind sofort in seinem Bann, als der Führer die Lage um die Jahreswende 1932/33 skizziert, dieses schärfsten Kampfjahres, das wir überhaupt erlebt haben. Dann zeichnet er den Wandel auf, der sich Zug um Zug in diesen dreimal zwölf Monaten in Deutschland vollzog, den Monaten, in denen die großen Ereignisse sich fast überstürzten.
Die kommende Geschichtsschreibung wird, so ruft der Führer aus, wenn sie den ganze« Gehalt dieser drei Jähre erfassen will, mehr Blätter benötigen als in manchen Zeiten vielleicht zehn, vielleicht zwanzig, fünfzig oder gar einhundert Jahre beanspruchen können.
Die vielen Tausende in den Hallen wissen es aus dem Erleben heraus, was der Führer nun sagt: daß jener Wahlkampf damals nicht ein x-beliebiger Kampf um eine parlamentarische Vertre- tung war, sondern das Ringen um eine Entscheidung, und Stolz und harter Wille beherrscht alle Gesichter, als er erklärt, daß wir auch ein fünfzehntes und sechzehntes Mal und wenn nötig auch
das zwanzigste und dreißigste Mal gekämpft hätten, solange, bis der Gegner sich nicht mehr vom Boden hätte erheben können. Denn nicht die Summe der Verluste entscheidet in einem Kampf, sondern nur, wer mit dem letzten Bataillon Lbrrg- hleibt, habe den großen Kampf gewonnen.
„Sie alle wissen es, daß die Zukunft uns keine Rosen streuen wird, sondern daß alles hart erkämpft werden muß und Opfer kosten muß, was wir brauchen und haben müssen. Der Enderfolg" — brausender Jubel quittiert diesen Satz — „wird immer dem zuteil, der standhaft bleibt und niemals die Nerven verliert."
(Fortsetzung auf Seite 2)
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Nasse und Seschichtsbild
Von
lleivbssmtslsitsr vr. Sroü
Was für ein Weltbild über einem Volke steht und herrscht, davon wird jeder berühr tj der überhaupt am Leben des Volkes innerlich Anteil nimmt. Das heißt nicht, daß er gerade als Mensch aus Büchern und Zeitschriften sich die philosophischen Erkenntnisse über irgendwelche Dinge bildet, sondern am geistigen Leben dieses Volkes und an den Auseinandersetzungen und seinem geistigen Weltbilde nimmt jeder teil, ganz gleich, wie sein Bildungsniveau ist und wie es um seinen Wissensstoff steht, die die Nation zum Guten oder zum Bösen in Bewegung halten. Wir erleben heute in Deutschland eine solche innere geistige und seelische Bewegung der Nationin unerhörtem Ausmaße; wir haben sie selbst eine Revolution genannt.
Wir wissen, daß im Mittelpunkt der ganzen Entwicklung die Fragen stehen, die mit dem Schlagwort „Rass e" in Zusammenhang gebracht werden. Hat die große Bewegung, die durch dre nationalsozialistische Partei vor nunmehr drei Jahren den Staat übernahm, an Formen und Werte der völkischen Bestrebungen in der Nation angeknüpft? Dieser Ausdruck „völkisch", von vielen klei
nen Gruppen mißbraucht und ins Lächerliche gezogen, hat das eine Gute, daß er im Gegensatz zu der formalrechtlichen Staatsauffassung das Wesen einer staatlichen Zielsetzung und staatlichen Auf. bauarbeit sehr gut beleuchtet. Vom alten Rom her ist in Europa eine juristische, eine formale Auffassung vom Ablauf geschichtlicher Formen und geschichtlicher Werte herübergenommen worden, das Recht der Staaten, die Grenzen der Staaten, die Verfassung der Staaten, alle die Dinge, die begrifflich paragraphenmäßig zu ordnen waren.
Etwa seit 100 Jahren wurde dann zunehmend diese Auffassung abgelöst durch eine modernere Auffassung, die sah nicht mehr im Staat an sich und in seinen Rechtsformen und Rechtsnormen das Wesen geschichtlicher Vorgänge und damit die Aufgabe politischer Tätigkeit, sondern sie glaubte, etwas Ursprünglicheres, etwas Lebendigeres an die Stelle zu setzen, das selbst erst wieder die Staaten schuf und deshalb vor ihnen kam in der Rangordnung. Das war das Zeitalter, wo man eine neue Wirtschaftspolitik in Europa einzuführen versuchte.
Dieses Leides wird nun abgelöst vom Nationalsozialismus, von seiner durchbrechenden revolutionären Haltung, die im Staat und auch in der Wirtschaft abgeleitete Werke sieht, die selbst einen Schöpfer haben und brauchen, und die nur bestehen können, so lange die ursprüngliche Kraft selbst besteht. Wenn wir vom Volk reden, dann meinen wir damit nicht nur Gemeinschaft, die über K l a ssen h inw e g und über alle Gruppen und Schichten hinweg sich erstreckt, sondern wir meinen damit die andere noch größere Gemeinschaft, die über die Generationen hin aus- greift und nicht nur die Menschen, die miteinander heute auf gleichem Boden leben, die das gleiche Schicksal erleben, zu einer Einheit zu- mmmenfaßt, sondern die zugleich alle Menschen in diese Einheit einbezieht, die vor uns und nach uns auf diesem Boden lebten und leben werden. Wennich sage, auf diesem „Boden", so stimmtsti^es Wort „Boden" schon nicht, denn es zeigt sia^ Taß hier'die neue Denkweise einen ganz anderen Wlks- Legriff-sucht und braucht, als er in der Vergangen- heit üblich war, d. h. den Begriff des Volkes, das von Generation zu Generation, durch Jahrhunderte und Jahrtausende der Geschichte rückwärts und vorwärts schreitet.
Indem wir so die lebendige Geschlechterfolge und diese ursprüngliche Lebendigkeit der Menschen im Volk als den letzten Wert geschichtlichen Lebens herausstellen, sprechen wir zugleich Behauptungen aus, die mit den Meinungen von gestern manchmal in Widerspruch stehen. Wir lehnen eine Auffassung ab, die gestern etwa glauben konnte, daß geistiges Leben und kulturelle Werte im Leben der Mensch- heit völlig selbständig und losgelöst von körperlichen und fleischlichen Substraten oder von den Menschen als ihrer Träger sein können. Wir lehnen eine Auffassung ab, die glaubt, es könnte eine kulturelle oder geistige Leistung, wenn sie einmal geschehen sei — warum wisse man nicht — auf ewige Zeiten lebendig und wertvoll und schöpferisch bleiben und Bestand haben, auch dann, wenn Menschen der Art, die sie einst schufen, längst nicht mehr auf dieser Erde leben. Es gibt kein WeiterlebengeistigerWerteohnedie Menschen, aus denen sie wurden..Man weist auf manche Dinge hin in der Vergangenheit, wo große Kulturvölker zugrunde gingen, und trotzdem ihre Werte und 'Werke weiterlebten, daß Griechenland- zwar als- politischer Begriff Jahr- Hunderte hindurch verschwunden sei, aber trotzdem Griechenland' als Idee, Kulturwert und Kultur- faktor unbedingt lebendig und ein gewaltiger Faktor für unsere eigene humanistische Kultur sei Es sei nichts weiter als heute z. B. ein Weiter- leben Griechenlands in uns/Und man war peinlich berührt, wenn andere Leute darauf hinwiesen, daß das im günstigsten Falle eine Selbst- täuschunq ist. Das, was heute unter uns an humanistischen Gedankcngängen . weiterlebt, das ist ein Raaout fin, bestehend aus Pergamenten mit griechischen Schriftzügen, aus schönen Statuen und in erster Linie, aus lebendigen Vorstellungen, Wünschen, Sehnsüchten, Hoffnungen von Menschen