Ausgabe 
(29.1.1936) Nr. 29
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der Nationa

flmtsblatt des Senats der Lreien ffanftstadt Bremen

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sonstige

Parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen ftrbeitssront Bremen

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Nr. ö. Jahrgang

1 g z s

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Mittwoch, rg. Januar

kinzelpreis 15 Npf.

deutsche Wirtschaft an neuer Zeitschwelle

0er Neichspceffechef eröffnet den neuen Kampfabschnitt der Vfts. in kffen / Der Nutzrkumpel stelzt »reu ;u fldolf ffitler

(Vralitksrivbt unseres in Lsssn veilenäen Uauptsostriktlsiters)

3. S. O. Essen, 28. Januar.

In der von mächtigen Spitzbogen getrage­nen Eisenhalle V des Ausstellungskomplexes von Essen eröffnete gestern abend um 8.15 Uhr die Gauwaltung der Deutschen Arbeits­front Essen mit einer gewaltigen Großkund­gebung das neue Kampfjahr der DAF.

Lauge vor dem angesetzten Zeitpunkt war die viele Tausende fassende Halle bereits bis auf den letzten Platz besetzt, und immer noch strömten die Menschen durch sie Tore und stellten sich in den Gängen auf, so daß diese bald ebenfalls dicht besetzt waren. Nichts hätte besser den lebensvollen Inhalt des in rissigen Buchstaben durch die rot

Unssr lagesspivgsl

Die Strafkammer des Berliner Landgerichts hat Sicherheitsverwahrung gegen einen der Mörder Horst Wessels angeordnet.

Die Bertrauensratswahlen find aus Anfang April festgesetzt worden.

Der Chef des Stabes, der Reichsfiihrer SS. und der Korpsführer erlassen einen Aufruf zum Kampf gegen Hunger und Kälte.

In Oldenburg fand eine wichtige Eaupropa- gandatagung statt.

Die Alte Garde der SA.-Gruppe Nordsee rüstet für den historischen Marsch.

Im Kaiser-Theater fand die erste NSV.- Filmoorstellung statt.

Am heutige» 29. Januar vor 59 Jahren wurde Carl Benz das Patent für das erste Automobil der Welt erteilt.

ausgeschlagene Halle laufenden Satzes „Der Ruhr- kumpel steht zu Adolf Hitler" unter Beweis stellen können als gerade dieser ungeheure Andrang zur Kundgebung. Ja, der Kumpel des Ruhrgebietes, der Arbeitsmann dieser Herzkammer deutscher In­dustrie, steht fest und unerschütterlich zum Führer und seinen nächsten Mitarbeitern. Das bestätigte der ungeheure Beifall, den sowohl die Rede des Reichspressechefs Dr. Dietrich als auch die darauf folgerten Ausführungen Dr. Leys fanden.

Die Versammlung wurde geleitet von Gau­walter Johlitz, der den Reichspressechsf und Dr. Ley aufs herzlichste begrüßte. Tiefgründig, aber auch gemeinverständlich zugleich war Dr. Dietrichs Rede, und es ist erklärlich. Laß die ge­radezu Klassisch einfachen Formulierungen dessen, was wrr heute von der Wirtschaft verlangen und was wir heute unter Wirtschaft verstehen, den ungeheuren Beifall der Menge fanden. „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist abgelöst durch das nationalsozialistische, das von einer ganz anderen Geisteshaltung getragen ist und anderen inneren Gesetzen gehorcht, als sie die kapitalistische Wirtschaft beherrschten" — dieser Gedanke ging wie ein Leitfaden durch die ganze Rede, deren Höhepunkt in der Erkenntnis bestand, daß die Wirtschaft kein Kapitalproblem, sondern ein O raani sation spr ob le m ist- „Die Wirtschaft ist kein toter, ewig gleich­bleibender Mechanismus, sondern sie hat ihre lebendige Geschichte, deren Träger der menschliche Geist und die menschliche Arbeit ist." — „Das Lohn- und Lebensniveau einer Nation ist nichts anderes als das Produkt ihres eigenen Geistes und der Qualität ihrer schaffenden Menschen." Es wäre zuviel, all das besonders hervorzuheben, was der Reichspresseches noch weiter an tiefster Erkenntnis den Arbeitern des Gaues Essen zu sagen hatte. Wir wollen darum bier l-'»" Rede ini Wortlaut folgen lassen.

ör. Metriltz spricht

Reichspressechef Dr. Dietrich führte im einzel­nen aus: Wenn man im nationalsozialistischen Deutschland von der Wirtschaft sprechen will, dann mutz man bei der Weltanschauung be­ginnen. Alle wirtschaftlichen Ideen, die die Ge­eichte der Menschen bewegt haben, und die in der Geschichte etwas bedeuten, haben eine welt­anschauliche Wurzel, aus der sie erwachsen sind. Wir wissen, daß die unheilvolle Zersplitterung des politischen Denkens, die der Nationalsozialis­mus beseitigt hat, von der Wirtschaft ausgegangen war. Skrupelloser kapitalistischer Wirtschaftsgeist und blinder marxistischer Haß sind die Ursachen dieser nationalen Zerrissenheit gewesen.

Deshalb ist es von so außerordentlicher Wichtigkeit, daß der gewonnenen einheitlichen Weltanschauung im deutschen Volke euch eine einheitliche Wirtschaftsanschauung entspricht. Wir brauchen eine Einheit und innere Ge­schlossenheit des wirtschaftlichen Denkens, das nicht nur die wirtschaftlichen Quellen politischer Uneinigkeit ein für allemal verstopft, sondern auch eine Quelle neuer Kraftgewinnung für die Wirtschaft erschließt.

, 2m Dritten Reich ist die Deutsche Ar­beitsfront der organisatorische Zusammen­schluß aller in der Wirtschaft Schaffenden. Die Deutsche Arbeitsfront ist die äußere Ordnung der

sozialen Arbeit, die die gesamte Volkswirtschaft umfaßt. Was liegt näher als der Wunsch uns die Notwendigkeit, daß der geistige Inhalt, der diese Gemeinschaft der Arbeit trägt und beseelt, die Einheit eines wirtschastlichenDenkens ift, das seine Wurzeln in der nationalsozialistischen Weltanschauung hat, aber auch die Richtig­keit seiner wirtschaftlichen Prinzipien tagtäglich in der Verbundenheit mit dem wirtschaftlichen Leben der Nation bestätigt findet. Wir National­sozialisten, alle die wir nationalsozialistisch den­ken und empfinden, fühlen mit absoluter Gewiß­heit, daß die geschlossene nationalsozialistische Weltanschauung auch ein einheitliches wirtschaft­liches Jdeengebäude in sich birgt.

lebt, die der Arbeiter nie verstanden und stets gehaßt hat. Wir alle waren auch Zeugen des Zusammenbruchs jener ebenso verhängnisvollen Wirtschaftslehre, die sich der Arbeiterbewegung bemächtigte, als diese sich in berechtigter Abwehr gegen den Kapitalismus und das verständnislose Bürgertum zu organisieren begann. Erst der Nationalsozialismus hat diesem Spuk, der das wirtschaftliche Denken vernebelt, ein gründliches Ende bereitet. Der Nationalsozialismus begann den Neubau von Grund auf. Der oberste wirt­schaftliche Leitsatz seines Programms lautet nicht „durch Eigennutz zum Gemeinnutz" sondern um­gekehrt, „Gemeinnutz geht vor Eigen­nutz". Der ökonomische Wirkungskreis dieses

Grundsatzes ist nicht die „Wirtschaft" als etwas Eigengesetzlichos, über oder neben der Nation Stehendes, sondern es ist

die Volkswirtschaft als wirtschaftlicher Orga­nismus der Nation, der alle ihre Glieder zu diene» haben, weil sie alle» ihren Gliedern dient.

Die Zelle, auf der sich die Volkswirtschaft auf­baut aber ist die B etr i eL s g em e i ns ch a ft, in der alle, Führer wie Gefolgschaft, wissen, daß sie aufeinander angewiesen sind, in der alle ihr Wirken und Werken begreifen als Dienst an der Volksgemeinschaft, die sie alle trägt und erhält.

tragende Idee See vemeinfttzaft

Vor etwa einem Jahr habe ich in Köln einen Vovtrag gehalten über die philosophischen Grund­lagen des Nationalsozialismus und dort den wis­senschaftlichen Nachweis geführt, daß nicht das Individuum, nicht der einzelne, sondern die Ge­meinschaft der notwendige Ausgangspunkt unsers Denkens und der Schlüssel zur menschlichen Er­kenntnis ist. An diese Feststellung möchte ich heute anknüpfen und für das Gebiet der Wirtschaft darlegen, daß auch hier die Gemeinschaftsidee nicht nur eine sittliche Forderunng, sondern die ökono­misch notwendige und die wissenschaftlich zwingende Grundlage unserer Wirtschaft ist! Die wirtschaftliche Gedankenwelt des Liberalismus war über ein Jahrhundert lang beherrscht von der sogenannten klassischen National­ökonomie. Diese geht aus von dem Einzel- menscheu und seiner wirtschaftlichen Vernunft, die ihn verpflichtet, mit möglichst kleinem Einsatz von Arbeit nach möglichst großem Erfolg zu streben. Es ist der reine, nackte Egoismus, der hier zum höchsten Prinzip, zum Träger des wirtschaftlichen Lebens überhaupt erhoben wird.

Semeinnutz getzt vor kigennutz

Wenn wir daraufhin das vornationalsoziali- stische kapitalistische Deutschland betrachten, dann müssen wir feststellen: Dieser Egoismus ist zur höchsten wirtschaftlichen Entfaltung gekommen. Er hat am Baum der Praxis seine höchsten Blüten hervorgebracht. Aber das Paradies, das er nach dieser Lehre hätte bringen müssen, ist ausgeblie­ben. In der Praxis hat dieses Prinzip uns den Klassenkampf von oben und unten beschert, — den Kamps aller gegen alle!

Aber wir haben in Deutschland nicht nur den Bankrott dieser kapitalistischen Wirtschastslehre, dieser „Nationalökonomie für Unternehmer" er-

Sie wahre Parole wirtschaftlicher Vernunft

Gemeinnutz geht vor Eigennutz — das ist die wahre Parole wirtschaftlicher Vernunft, die nicht nur das wirtschaftliche Leben der Nation frucht­bar, sondern es auch für den einzelnen erfolg­reich werden läßt. Dieser oberste Grundsatz ist nicht etwa nur eine notwendige moralische Ge­sinnung, sondern er trägt auch den innersten Er­fordernissen der Wirtschaft Rechnung, und zwar für den Arbeitgeber wie für den Arbeitnehmer. Er ist die gemeinsame Plattform, auf der beide Teile ihre eigensten wirtschaftlichen Interessen gewahrt finden.

Es muß einmal grundsätzlich mit dem Irrtum ausgeräumt werden, daß das private Erwerbs­streben mit der Respektierung des Gemeinwohls, das der Nationalsozialismus fordert, wirtschaftlich nicht vereinbar sei und dadurch in seinem natür­lichen und erfolgreichen Wirken beeinträchtigt werde.

Wir Nationalsozialisten sind nicht so hirnver­brannt, das gesunde persönliche Erfolgstreben zu unterbinden und damit den stärksten Motor der menschlichen Wirtschaft abzudrosseln. 2m Gegen­teil, wie der Nationalsozialismus mit allen Kräf­ten bestrebt ist, die Persönlichkeit innerhalb der Gemeinschaft zur Entfaltung und für die Gemein­schaft zur Geltung zu bringen, so fordert er auch im Rahmen seiner Volkswirtschaft die Person- lichkeitsleistung als ihre stärkste und durch nichts zu ersetzende Kraft. Wir wissen, daß sie der stärkste Träger des wirtschaftlichen Fort­schritts und die unerläßliche Voraussetzung

nuspvoi- Eiistiii' ist.

Was wäre uns allen das Leben ohne die Mög­lichkeit und Aussicht, durch unsere persönliche Leistung nach Höherem zu streben und es zu er­reichen, und seien es auch nur Wünsche und Träume? Ohne sie wäre uns das Leben nicht wert, gelebt zu werden. Wir setzen dem per­sönlichen Erfolgstreben im Wirtschaftsleben nur die gemeinnützigen Grenzen, die für das Ganze unerläßlich sind und die letzten Endes auf dem Weg über die Gemeinschaft den Interessen jedes einzelnen selbst wieder dienen. Indem wir die Volkswirtschaftliche Solidarität als die Grundlage unseres Wirtschaftens stützen, schützen wir jeden einzelnen selbst und fördern seine eigenen wohlverstandenen Interessen — auch wenn er es oft in seiner wirtschaftlichen Kurzsichtigkeit nicht erkennt. Möglich, daß es manchmal als Zwang empfunden wird. Aber dann ist es der Zwang zur Wahrung der eigenen Interessen, der hier auferlegt wird. Die Rücksicht auf das Ge­meinwohl ist für den Volksgenossen im national­sozialistischen Staat die Wahrnehmung seines eigenen Interesses, das mit dem der Gemeinschaft unlösbar verbunden ist.

Betrüger am gemeinsamen Werk

Wer jedoch an diesen Vorteilen innerhalb der Gemeinschaft teilnimmt und sich als einzelner trotz­dem von seinen Verpflichtungen aus Kosten der Anständigen drücken zu können glaubt, der ist nichts anderes als ein Betrüger am gemeinsamem Werk und verdient die Verachtung aller.

Sft., SS.uiMSKK. siegen gegen kunger und Küste

ein flusruf des tliess des Stabes Lutze, des NeichsfüHrers SS. Himmler und des KorpsfüHrers HüHnlem

Große Opfer sind immer nur gebracht worden für eine Idee und für eine Gemeinschaft, die sich als Trägerin dieser Idee erweist.

Der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung hat Opfer gefordert. Diese Opfer find gebracht worden aus der heiligen Ueber­zeugung, aus dem festen Glauben an die Richtigkeit der Weltanschauung des Führers.

Wie gestern wird auch heute und morgen der Kampf für die nationalsozialistische Idee mit Opfern verbunden sein.

„Gegen Hunger und Kälte!" lautet die Parole, die sich die Bewegung in diesem Winterhalbjahr wieder gestellt hat.

Am 2. Februar, zum Beginn des IV. Jahres der nationalsozialistischen Erhebung werden sich die Männer der SA., SS. und NSKK., jene, in deren Reihen das nationalsozialistische Opfertum geboren wurde, in den Dienst des Kampfes gegen Hunger und Kälte stellen.

Die aus ihren Reihen gebrachten Opfer an Gut und Blut werden den Volksgenossen daran erinnern, daß ohne Opferwillen ein Volk zerfällt, daß ohne den Mut zum Opfer jede Gemeinschaft zugrunde gehen muß.

Der Chef des Stabes der SA.: Der Reichsfiihrer SS.: Der Korpsführer:

gez.LutzL gez. H. Himmler. gez. Hühnlein.

Wichtige gaupropaganvatagung in wdenburg

wie die gegenseitigen Ueberfchneidungen von Veranstaltungen ;u vermeiden sind

Oldenburg, 29. Januar.

Am Sonui».^--mittag fand eine Arbeitstagung der Kreispropagandaleiter und der Mitglieder des Eauringes für nationalsozialistische Propa­ganda und Volksaufklärung im Landtag zu Olden­burg statt. Eaupropagandaleiter Pg. Schulze dankte eingangs den Kreispropagandaleitern und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahre ge­leistete Arbeit.

Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Aus­sprache über die Fülle von Veranstaltun- gen und ihre gegenseitigen Ueber- schneidungen. Pg. Schulze erinnerte an eine Anordnung des Stellvertreters des Führers vom 8. April 1931, wonach sämtliche Veranstaltungen der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlosse­nen Verbände beim jeweiligen Hoheitsträger (Kreis- und Ortsgruppenleiter) anmeldepflichtig sind.

Die Propagandaleiter als die Veaustragten des Haheitsträgers für das gesamte öffentliche Auf­treten der Partei, ihrer Gliederungen und ange­schlossenen Verbände haben demzufolge bis zum

20. eines jeden Monats die Anmeldungen für die beabsichtigten Veranstaltungen aller in Frage kom­menden Instanzen entgegenzunehmen, um die end­gültige Veranstaltungsfolge für den kommenden Monat jeweilig am 25. des vorherigen festzulegen. Später eingehende Anmeldungen aus Veranstal­tungen sür den kommenden Monat können als­dann keine Berücksichtigung mehr finden. Es wird von allen Propagandaleitern der Partei erwartet, daß auch die außerhalb der Partei stehenden Ver­eine und Verbände sich dieser Regelung an­schließen, um auch in ihrem Interesse eine Ucber- schncidung der Veranstaltungen und somit eine Beeinträchtigung des Besuches zu vermeiden. Ganz besonders soll in Zukunft Wert daraus gelegt werden, mit den maßgeblichen Polizeibehörden in dieser Hinsicht im engsten Einvernehmen zu arbeiten.

Im Verlauf der Propagandatagung referierten über ihre einzelnen Sach- und Fachgebiete der Leiter der Hauptstelle Aktiv-Propaganda. Pg Schwarting. der Leiter der Hauptstelle Kul­tur, Pg. Gontermann. Letzterer hob beson­ders hervor, daß die Programm- und Feiergestal­

tung allein nach den Richtlinien und Vorschlägen der Reichspropagandaleitung, Amtsleitung Kul­tur, bzw. von den Kultur-Hauptstellenleitern der Partei durchgeführt würde. Er betonte weiterhin die planmäßige Zusammenarbeit zwischen der Gailpropagandaleitung, der HI. und SA.

lieber die E r z e u g u n g s s ch l ach t und e.ararpolitische Propaganda sprach der Werbe­leiter der Landesbauernschaft Oldenburg-Bremen, Pg. D r o l l. Weiterhin nahmen u. a. das Wort ocr Ganamtsleiter für Kriegsopfer. Pg. Krü­ger der Gauabteilungsleiter der NSV., Pg. Meseke. Letzterer erstattete einen Bericht über die Propagandaaufgaben der NSV. bzw. des WHW. und betonte insbesondere die erzielten Erfolge im Gau Weser-Ems. die bei weitem die des Vorjahres übertroffen haben.

In einem Schlußwort behandelte Gaupropa­gandaleiter Bg. Schulze tagespolitische Fra­gen und gab die weiteren Richtlinien für die Ar­beit im Jahre 1936 bekannt. — Mit einem Treue­gelöbnis auf den Führer wurde alsdann die Ar­beitstagung durch den Gauhauptstellenleiter Pg. Athen geschlossen

Zwangslüufig...

Sie letzten rage des „Systems"

k. IM. Der nahende dritte Jahrestag der natio­nalsozialistischen Machtergreifung läßt uns zurück­blicken in eine Zeit, da Deutschland vor dem Chaos stand und nur durch die feste Hand Adolf Hitlers vom Sturz in den Abgrund bewahrt wurde. Wie stand es damals, in den Tagen un­mittelbar vor dem 36. Januar 1933 politisch, so­zial und wirtschaftlich um das Reich? Wohin man im Gehege des Parlamentarismus blickte: Unsicherheit, Wirrwarr und Korruption herrsch­ten!

18 Stunden nach dem großen Wahlsieg der Na­tionalsozialisten in Lippe, am 17. Januar, kom­

satinen Heraus am ZV. Januar!

Berlin, 29. Januar.

Aus Anlaß der dritten Wiederkehr des Jahres­tages der nationalsozialistischen Revolution for­dert der Reichsminister sür Bolksausklärung und Propaganda alle Volksgenossen auf, ihre Häuser mit den Fahnen des Dritten Reiches zu beflaggen. Damit grüßt das deutsche Volk zugleich die alte kampferprobte Garde der SA., die sich am 39. Ja­nuar vor ihrem Führer versammelt.

men im Haushaltsausschuß des Reichstages die unglaublichen Skandalfälle zur Sprache, die sich bei der Verteilung und Verwendung der Ost­hilfemittel ereigneten. Abhilfe aber wird nicht geschaffen, vielmehr eine Woche später ein parla­mentarischer Unterausschuß zur Untersuchung (lies: Vertuschung) der Miß stände bei der Osthilfe eingesetzt. Ebenfalls am 17. Januar lehnt der Sozialpolitische Ausschuß des Reichs­tages aus kapitalistisch-antisozialer Einstellung heraus einen nationalsozialistischen Antrag auf Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht trotz eindringlicher Begründung seitens der An­tragsteller ab. Kurzsichtigkeit kennzeichnet auch das (damalige) Präsidium des ReichsverLandes der Deutschen Industrie, das sein Bedauern über die Unruhe ausspricht, „die von der Politik her in die Wirtschaft getragen wird" — nicht be­greifend, daß die Rettung der deutschen Wirtschaft vor der Zerschlagung im bolschewistischen Chaos allein durch die politisch-weltanschauliche Aus­richtung des deutschen Arbeiters auf den Natio­nalsozialismus zu erfolgen habe.

Bereits am 20. Januar zeigte es sich, daß die Regierung Schleicher unmittelbar auch vor dem äußeren Bankerott ihrer Politik stand. Ange­sichts der als sicher zu erwartenden Ablehnung einer Erweiterung des Reichskabinetts nach der deutschnationalen Seite hin machte sich Schleicher mit dem Gedanken einer Reichstagsauf­lösung vertraut, während am gleichen Tage im Aeltestenrat des Reichstags die nationalsozialisti­sche Fraktion durch Dr. Frick den Antrag stellte, die Reichsregierung zur Vorlegung des Reichs­haushaltsplanes für 1933 aufzufordern: der

Reichstag selbst sollte mit seinem Zusammentritt bis zur Vorlegung des Etats warten. Entgegen diesem Verlangen der NSDAP. wurde der Reichs­tag dann lediglich bis zum 31. Januar vertagt. Daß die Stunden, die dem System Schleicher noch bleiben sollten, jedoch gezählt waren, wußten alle führenden Männer der Bewegung, und Dr. Goebbels traf, wie immer, den Nagel auf den Kopf, als er im Völkischen Beobachter schrieb: „Die Wilhelmstraße mag tun und lassen, was sie will. Uns wird sie bereit finden. Wir sind ent­schlossen, jeden Kampf zu wagen. Die Zeit ist sür uns, die geschichtliche Entwicklung führt zu uns hin, die Zwangsläufigkeit der politischen Ge­setzlichkeit, der wir dienen, ist unvermeidbar ge­worden."

Inzwischen erhob der bolschewistische Terror immer drohender sein Haupt. Kein Tag verging, an dem es nicht zu kommunistischen Eewaltaktionen, Ueberfällen und offenen Mord­taten kam. Die NSDAP. trat dem Feind mit heldenhaftem Mut, eiserner Disziplin und un­beugsamer Entschlossenheit entgegen: Zur Teil­nahme an der feierlichen Enthüllung des Horst- Wessel-Gedenksteins auf dem Nikolai-Friedhof im Berliner Norden sammelte sich am 22. Januar die SA. auf dem Vülowplatz vor der Zentrale der KPD., dem damaligen Karl-Liebknecht-Haus. Zur