Ausgabe 
(26.1.1936) Nr. 26
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Tageszeitung

iiachrichlenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen

d"ch°di^P°st"^MeinsU llÄweWngTbüln ^ RPs, Zustellungsgebühri I

«itrichten Postscheck- Sambura l7? 7? d°stbestellgeld. Der Bezugspreis ist ,m voraus zu I 1 ^

Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. I I 1

NS. Gauvertag Weser-Ems G.m.v.H., Bremen, Geeren k/8 / Fernsprecher: 51121; Hausmstr. 51115. I I ^ ^ V

Anzeigen-Grundpreise: Tie 22-mm-Zeile Im Anzeigenteil >2 Rps.. die 7Y. mm. Zelle im Texttell 75 Rpf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeigen n a.) sonstige Ledlngungen laut

Preisliste 5 (Nachlaßstasssl 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher kerne EWahr. Annahmeschluß lk Uhr.

Sprechzeit: Verlag werktäglich von 1213 Uhr; Schristleltung Dienstag bis Freitag von 12 /- 13 /- Uhr.

Nk. 26 / 6. Jahrgang

Sonntag, 26. Januar

kinzelpreis l5 Npf.

frcinjösisltie loumalistin bei Wolf Hitler

kine ergebnisreiche Unterredung des sichrere mit der Vertreterin der ZeitungParis Soir"

Paris, 26. Januar

Der Führer gewährte der Vertreterin des Paris Soir", Madame Titayna, eine Unter­redung, über die sie in ihrem Blatt folgendes berichtet:

Das Palais in der Wilhelmstratze, in dem der Führer arbeit und wohnt, ist von einer Einfach­heit der Linie in der Architektur und der Aus­stattung, die mit der völkischen Geradheit des neuen Deutschland übereinstimmt: eine breite helle Treppe, eine Galerie, schlichte Räume und dann das Arbeitszimmer des Führers.

Ich brauchte nicht lange zu warten. Fünf Mi­nuten vor elf Uhr kam ich an. Ich war für elf Uhr angesagt. Staatssekretär Funk holte mich aus dem Vorzimmer, das mit modernen beque­men Sesseln ausgestattet ist. In dem Augenblick,

«HUMMWM

Unser lagvsspivgel

Der Führer gewährte der Vertreterin des Paris Soir" eine Unterredung.

In Berlin wurde die AusstellungGrüne Woche" mit Ansprachen Görings und Darrös eröffnet.

Die Bremer BiermastvarkMagdalene Bin­nen" geht morgen wieder in See.

Mit vierzehn «enen Vortragsreihe» wartet das Volksbildungen««»! in seinem zweiten Abschnitt auf.

Zum Abschluß der Woche der NS.-Presse er­öffnet ein Preisausschreiben:Wir >uchen den deutschen Volksroman" den deutschen Schriftstellern fruchtbare Schassenswerte.

Das in derBZ." veröffentlichte Preisaus­ausschreiben der NS.-Frauenschaft, Kreis Bremen, fand einen ganz ungeheuren Wider­hall.

In Bremen wurden die bisher größten von der Lagerhausgesellschaft in Obhut genom­menen Pullman-Wagen verladen.

In Harburg fand eine wichtige HJ.-Führer- tagung des Gebietes Nordsee statt. Deutschlands Ausfuhr nach China ist 1S3S be­trächtlich gestiegen.

als» ich mich in einen von ihnen hinzugesetzt hatte, mutzte ich an den Empfang denken, den ich einige Monate früher bei Mussolmi gehabt hatte. Damals hatte ich den Duce in einem Zimmer erwarten müssen, das reich ausgestattet war mit harten gotischen Volksstühlen. Als ich bei dem Diktator Italiens eintrat, stand er etwa dreitzig Meter von mir entfernt und durch ein endloses Parkett von mir getrennt zwischen einem Fenster und seinem Schreibtisch. Heute ist der Haupt­eindruck des Empfanges durch Hitler der einer großen Einfachheit. Der Führer kommt mir mit ausgestreckter Hand entgegen. Ich bin erstaunt» und überrascht von dem Blau seiner Augen, die auf den Fotografien so aussehen, als ob sie braun wären. Ich bemerke, datz er über­haupt ganz anders aussieht, als auf den Bildern und ich ziehe die Wirklichkeit vor, dieses Gesicht, das angefüllt ist von Intelligenz und Energie und das aufleuchtet, wenn er spricht. Ich be­greife in diesem Augenblick den magischen Ein­fluß, den dieser Menschenführer ausübt und seine Macht über die Massen.

Pazifismus und tebensrechl

In dem Zimmer ohne Nachhall scheint mir meine Stimme, die deutsche Worte spricht, un­sicher. Ich versuche mich zu erklären:Der Fran­zose fürchtet mehr als alles andere den Krieg, und weil er ihn fürchtet und haßt, glaubt er leicht an seine Möglichkeit. Ich möchte gern aus Ihrem Munde hören, datz Deutschland seine äußere Politikauf pazifi st ischerGrundlage aufbaut." ^

Der Mann, der mir gegenübersitzt und den ich eindringlich ansehe, denkt einen einzigen Augen­blick nach, nicht länger, dann spricht der Führer:

Das Wort Pazifismus hat zwei Bedeutungen und hat in Frankreich nicht dieselbe, Bedeutung wie bei uns. Wir können einen Pazifismus nicht anerkennen, der den Verzicht auf eigene Lebens­rechte bedeutet. Für uns kann sich der Pazifismus nur verwirklichen, wenn er auf der allgemein menschlichen Grundlage aufgebaut ist dag ein jedes Volk das Recht hat zu leben. Ich >age zu leben und nicht zu vegetieren. Wer den Frieden aufrichten will. mutz zuerst dieses Recht der Volker anerkennen. Mit anderen Worten:

Es gibt keinen einzige» Deutschen, der den Kr,eg wünscht. Der letzte hat uns zwei Millionen Tote und siebeneinhalb Millionen Verwundete gekostet. Selbst wenn wir Sieger gewesen ?"?ren, so wäre doch kein Sieg es wert gewesen, diesen Prer« da­für zu bezahlen." . ,

Hitler schweigt, und ich denke an ein Wort das ich in Berlin gehört habe: Unsere PoliiU wird nicht von Gefühlen, sondern von logi,chem Verstände gemacht. Da spricht der Kanzler schon weiter: ... .

Welcher europäische Staatsmann konnte denn heute durch einen Krieg eine g eb, etsmag ' g e Eroberung erreichen? Mutz man denn zwei Millionen Menschen töten, um ein Gebiet von zwei Millionen Einwohnern zu erobern? Das würde im übrigen für uns heißen, zwei Millio­

nen bester Deutscher opfern, zwei Millionen in ihrer besten Kraft, die Elite der Nation, um dafür eine gemischte Bevölkerung zu bekommen, die nicht in vollem Umfange deutsch ist und deutsch fühlt. Die menschliche Logik spricht gegen einen territorialen Krieg."

Ver Vertrag von VerfaNles

Ich weiß, wie sich der deutsche Geist gegen den Vertrag von Versailles aufgelehnt hat. Aber selbst zugegeben, daß jeder Mensch sich

einig ist in der Notwendigkeit, datz dieser Ver­trag revidiert werden mutz wie könnte das geschehen, ohne die Interessen anderer Völker zu verletzen?"

Der Vertrag von Versailles hat zwei Folgen gehabt. Er bekräftigt einen territorialen Sieg, . und er stellt einen moralischen Sieg her. Jede territoriale Lösung hat ihre Schwächen. Bei Ee- , bietsfragen sollten allein die Stimme des Volkes entscheiden und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse. Aber unter dem Gesichtswinkel der Moral ist es unmöglich und unzulässig, ein Volk zu dis­

kriminieren und es zu demütigen. 1870 hat der Friedensvertrag sich mit einem materiellen und territorialen Siege begnügt, ohne die Ehre Frankreichs anzutasten.

Jeder Beschluß, der die Persönlichkeit eines Volkes herabmindert, schasst nur Bitterkeit und Hatz bei den Unterdrückten und Mißtrauen bei den andere». Der Mensch hat das Recht zu leben, sei es als Nation, sei es als einzelner!"

Was also soll man nun im Falle des Ver- sailler Vertrages tun?"

Mel,r Mut

kin Nachwort;ur Woche der NS.-Presse

* Bremen, 26. Januar.

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern als ihr treu zu bleiben!" sagt Hebbel, der Sohn aus Dithmarschen, ein Mann aus einem Geschlechte, von dem man weiß, datz es selten und überaus schwer von einer ihm einmal im Blut und Sinn sitzenden Meinung abzubrin­gen ist.

Warum wir hiervon sprechen? Weil wir viel­fach auch anderswo und nicht zuletzt hier in Bre­men beobachten konnten, wie Menschen, die für Charaktere gelten wollen und es auch meistens sind, manchmal wider ihre bessere Ueberzeugung an Meinungen festhalten, bloß, weil sie sie ein­mal gefaßt und geäußert haben.

Tsze Leistungswoche der NS.-Presse geht heute zu Ende, und die NS.-Presse hat unter Beweis gestellt, datz sie im ganzen Reiche führend ist. Dies mutz anerkennen, wer immer unvorein­genommen und selbständig zu urteilen vermag. Und viele werden es aussprechen, die bisher an­derer Meinung gewesen sind. Manche aber auch werden weil sie glauben, eine einmal vor­gefaßte Meinung nicht ändern zu dürfen, ohne schief angesehen zu werden immer noch sich scheuen, offen zur NS.-Presse sich zu bekennen.

Und um diese gerade werden wir uns wei­ter bemühen, bis wir auch sie gewonnen haben, weil wir im Auftrag des Führers um jede Seele im deutschen Volke ringen müssen und nicht ablassen wollen, bis alle zu uns gestoßen sind, die zu uns gehören.

Wir brauchen kaum zu versichern, datz es uns dabei bestimmt nicht um irgendwelche materiellen Dinge zu tun ist; vielmehr dürfte wohl, wer die NS.-Presse kennt, bereits auch eingesehen haben, datz es sich bei dieser Presse um eine Art Seel- sorge handelt, wobei es um die Weltanschau­ung und um nichts anderes geht.

Alle Menschen deutschen Blutes weltanschaulich zu erziehen, zu festigen und weltanschaulich dauernd zu betreuen ist die Aufgabe der NS.-Presse, und dahin zielt auch unser Be­streben und unsere Arbeit. Und da wir dabei öfter die Erfahrung machen, datz dieses unser Bestreben mitunter dort auf Widerstand stötzt, wo Menschen deutschen Blutes Hemmungen da­gegen empfinden, sich offen zu unserer Welt­anschauung zu bekennen, gegen die sie einmal früher gestanden haben, sei dazu hier einmal ein grundsätzliches Wort gesprochen:

Eine Tatsache offen anzuerkennen, an deren Möglichkeit man bisher nicht geglaubt hat, eine Tatsache offen anzuerkennen, die man zuerst nicht einmal für denkbar hielt und dann, als sie mög­lich wurde, nicht mehr für möglich halten wollte, eine Tatsache anzuerkennen, gegen die man sich dereinst in Voreingenommenheit vor den Augen der Mitmenschen offen festgelegt zu haben glaubt, eine solche Tatsache hinterher an­zuerkennen, fällt Menschen schwer, wenn sie sonst im Leben gewohnt sind, zu ihren Worten und zu ihrer Meinung zu stehen. Doch sollten solche Menschen an sich meist aufrechte und aufrich­tige Charaktere im Festhalten ihrer vor­gefaßten Meinung nicht zu weit gehen, sollten Eigensinn nicht mit Charakter, berechtigten Stolz auf innere Haltung nicht mit Einrissigkeit. verwechseln.

Es sind nicht die unsympathischsten Volks­genossen, die sich an ihrer Meinung anzuklam­mern pflegen Im Gegenteil, es sind meist sogar wertvolle Menschen, und wir haben das oft ge­nug erfahren während der Kumpszeit, wo die erst nach schwierigster Aufklärungsarbeit und oft erst nach tage-, wachen- und monatelangem Mei­nungskampfe von Mann zu Mann dem Führer geworbenen Anhänger meist seine besten Kämpfer wurden. Aber auch damals schon hat es Leute ge­geben und damals erst recht, Leute, die nur, weil sie vorher lange dem Siegeszug der Bewegung widerstrebt hatten und vor Bekannten- und Freundeskreisen etwas voreilig sich verschworen hatten, niemals Nationalsozialisten zu werden, sich sträubten, dem Nationalsozialismus sich zu ergeben und öffentlich sich zu ihm zu bekennen. So gibt es auch heute noch Volksgenossen, welche, obwohl von der Wucht der Tatsachen längst über­zeugt, den Führer verehren und inner­lich der nationalsozialistischen

Serechtigkeit mehr als Interessen und Parteien

Das menschliche Gewissen sollte die Gerechtig­keit über Interessen und Parteien stellen. Jedes Volk hat das Recht, auf seinem Bo­den zu leben, mit seinem Glauben, seiner Geschichte, seinen Gewohnheiten und seinen wirt­schaftlichen Möglichkeiten. Die einen zum Schaden der anderen zu bevorzugen, ist absurd, weil das das Gleichgewicht der menschlichen Gesellschaft zer­stört. Ich will Ihnen einen Vergleich geben: Ein Gesetz, das die Arbeiter auf Kosten der Bauern bevorzugt, ist ebenso falsch wie eines, das die Bauern auf Kosten der Arbeiter bevorzugt. Man darf wsd-r Stellung nehmen zugunsten der Ver­braucher noch zugunsten der Händler, weder für die Arbeiter noch für die Unternehmer, sondern man mutz das Gleichgewicht aufrechterhalten Wi­schen den widerstrebenden Interessen aller. Wir haben eine einzige Doktrin, nämlich die, datz es in der Wirtschaft.keine Doktrin gibt. Wenn die Privatindustrie versagt, mutz sie durch die Staats­initiative ersetzt werden. Soziale Spannungen werden bei uns nicht durch Streiks und Aussper­rungen ausgeglichen. Eine höhere Staatsführung, die das Wohl aller im Auge hat, muß andere Wege finden, den sozialen Frieden zu sichern. Ebenso ist es in der europäischen Politik. Auch der Friede kann nur aus dem Gleichgewicht geboren werden, also aus der Gerechtigkeit. Was die einzelnen Maßnahmen angeht, um diesen Frieden auszurichten, so sind sie leicht zu finden, wenn jeder mit menschlichem Gefühl, Verständnis und Klugheit an sie herangeht."

Hitler wartet einen Augenblick, um mir Zeit zu lassen, mir meine Notizen zu machen. Als ich wieder aufblicke, trifft mich die Stärke seines Blickes, die keine Legende ist.

Er lächelt:Wir haben in Deutschland 68 Millionen Einwohner, 68 Millionen Wesen, die essen, sich kleiden, wohnen und leben wollen. Kein Pertrag der Welt kann daran etwas ändern. Das Kind, das zur Welt kommt, weint, um Milch zu bekommen. Und es hat ein Recht auf Milch. Auch ein Staatsmann mutz seinem Volk das geben, was es braucht."

Sicherlich. Wir berühren eine sehr ernste Frage. Die Bevölkerungspolitik, die in Deutsch­land propagiert wird, schafft notwendigerweise einen Expansionsdrang aus dem Bevölkerungszu­wachs also Krieg. Sie beklagen sich, nicht genug Brot zu haben und wollen doch noch mehr Menschen!"

ralenüerte und nichttalenNerte Völker

Es gibt talentierte und nichttalentierte Völker auf der Welt. Die ersteren haben vorwiegend einen Mangel an Lebensraum, während den anderen eine große und vielfach unausgenützte

Lebensfläche zur Verfügung steht. Die euro­päischen Staaten gehören zur ersteren Kategorie. Man mutz sich bewußt werden, datz sie in dieser Hinsicht eine Völkergemeinschaft darstellen, wenn sie auch manchmal eine streitsüchtige Familie sind."

Ich schweige einen Augenblick, weil ich genau so denke, und weil mich meine Reisen die Un­gleichheit der Rasse und den Sinn des Wortes Europäer gelehrt haben. Unglücklicherweise ist das Wort Europäer noch ein Begriff der Zukunft. Eingespannt in unsere Nationalismen mutz man an heute denken. Ich fahre also fort:

Meinen Sie das nicht auch??

Sie brauchen also wegen der wachsenden Volkskraft Deutschlands Kolonien?"

Wie wollen Sie dieses Ziel in der Praxis erreichen?"

Wenn das Gewissen der übrigen Völker den Gedanken des Ausgleichs und der Gerechtigkeit zuließe, dann würden die materiellen Einzelheiten leicht zu regeln sein. Was mich augenblicklich am meisten beschäftigt, ist das Erwachen der Einsicht der Welt, daß der gute Wille der Völker eine Zu­sammenarbeit ohne Hintergedanken schaffen muß, um jedem einzelnen Volk ein besseres Leben zn

gestatten. Im übrigen, ich wiederhole es, ist es für das Leben Deutschlands und Frankreichs und für das Wohl der Menschheit notwendig, daß der Wohlstand Europas gesichert wird."

Ich reise in den nächsten Tagen gerade nach China, weil der Ferne Osten . . ."

Was für ein Glück", unterbricht mich Hitler, ich kann leider keine Reisen machen. Sie werden Japan sehen, wo man zu ganz anderen Arbeits­bedingungen die Waren herstellt, die den Welt­markt überfluten: das wird eines Tages auch auf Rußland zutreffen. Die Machthaber Moskaus werden notfalls einen Teil der Bevölkerung ster­ben lassen, um den Export zu sichern. Der Kom­munismus hält sich in Rußland, weil er sich über einer bedürfnislosen Bevölkerung und aus einem ungeheuren, unaufgeschlossenen Gebiet eingerichtet hat. Aber wenn der Kommunismus nach Deutschland gekommen wäre, dann hätte es eine Katastrophe gegeben, die gar nicht abzusehen gewesen wäre, weil in Deutschland nur 28 v. H. auf die Landbevölkerung und 76 v. H. auf die Stadtbevölkerung entfallen, während in Rußland 02 auf dem Lande und 8 in den Städten leben, und weil ein viel komplizierterer und größerer Apparat der Zerstörung anheimgefallen wäre."

Vie flnschlußfrage in verlin nicht akut

Da wir über politische Dinge gesprochen haben, wage ich noch eine delikate Frage:

Was denken Sie über den Anschluß?" Das ist eine Frage, über die sich hier niemand aufregt. Dieses Schreckgespenst benötigt man in Wien aus innerpolitischen Gründen. Die An- schlußsrage ist in Berlin nicht akut."

Auf meiner Uhr sehe ich die Zeit vorrücken, und ich fürchte, nicht mehr alle Fragen und alle Antworten hören zu können. Ich frage rasch: Und die Rolle der Frauen? Glauben Sie, datz sie wirklich nur dazu da sind, um von den Männern Kinder zu bekommen?"

Diesmal lacht der Führer.

Ich gebe den Frauen das gleiche Recht wie den Männern, aber ich glaube nicht, datz sie ihnen ähnlich sind. Die Frau ist die Lebens­gefährtin des Mannes. Man soll ihr nicht eine Arbeit aufbürden, für die der Mann geschaffen ist. Ich stelle mir keine Frauenbatail- lone vor; ich glaube, datz sie besser auf die so­ziale Arbeit eingestellt sind. Aber in jedem Falle hat eine Frau, die nicht heiratet, und wir haben viele in Deutschland, da wir nicht genug Männer haben, das Recht,, ibren Lebensunterhalt zu ver­

dienen wie der Mann. Ich erinnere Sie übrigens daran, datz es eine Frau war, die den großen Parteitagsfilm gemacht hat und datz eine Frau den Olympiafilm drehen wird. "

Ein Wort noch zu den Olympia-Spielen. Wir sind glücklich, wir freuen uns, hier Franzosen, und möglichst viele, begrüßen zu können. Wir werden alles tun, um ihnen zu zeigen, daß sie willkommen sind, und datz das deutsche Volk ihnen mit voller Herzlichkeit gegenübertritt. Ich wünsche sehr, datz ihre Reisenden nicht nur zu den sportlichen Ereignissen kommen, sondern datz sie auch unser Land besuchen werden, das ganze Land. Sie werden hier keine Propaggndareisen herge­richtet finden, die ihnen die Wahrheit verbergen. Wir werden ihnen nicht sagen, datz Deutschland das Paradies ist, denn so etwas gibt es auf dieser Erde nicht. Aber sie können in voller Freiheit hier herumgehen und selbst sehen, datz Deutschland in Ruhe und Ordnung und in der Arbeit lebt. Sie werden unseren Aufschwung, unsere Anstren­gungen, unseren Friedenswillen sehen. Das ist alles, was ich wünsche."

Der Führer erhebt sich. Ich habe feststellen können, daß er bei bester Gesundheit ist, und datz alle Gerüchte über seine Krankheit falsch und.

vie 6i-u»ästoini<-g,ing ?ui- ersten l?iikrer-.^üa<lomie üvr vll in vraunsellneig Unser Rück SS ixt äen ksiebsjuZenälunrer väbrenä cksr Sxunästoioloxunx

(8oksrl Dilckoräisnst)