parteiamtliche Lageszeitung
Itachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen
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Anzcigcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rpi., die 70-mm» Zeile im Textteil 7b Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeigen u. a.» sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste b (Nachlaßstassel .0,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12V-—13V-Uhr.
Nr. 25 / 6. Jahrgang
Sonnabend, 25. Januar
kinzelpreis 15 Npf
So begein das Mitte Mich den ZS. Januar
flusrus Vr. Soebbels' an das deutsche Volk / Zusätzliche Leistungen des Mw. im werte von rr Millionen Neichsmark
Unssr lagvsspisgvl
Der Völkerbundsrat hat die Beschwerde Lit- winows gegen Uruguay abgewiesen; die Dan- ziger Frage wurde versöhnlich gelöst.
Dem Radikalsozialisten Sarraut ist die Bildung des neuen französischen Kabinetts gelungen.
25 000 älteste SA.-Männer sind zum 30. Januar zum Appell vor dem Führer nach Berlin gerufen.
In einem Aufruf kündete Dr. Goebbels zusätzliche Leistungen des WHW. am 3«. Januar an.
Stabschef Lutze sprach vor der Diplomatie und der Auslandspreise über die Aufgaben der SA.
Valdur von Schirach vollzog in Vraunschweig die Grundsteinlegung zur ersten Reichsakademie für Jugendführung.
Der Bau der neuen Bremer Westbrücke hat begonnen.
Am Osterdeich wurden neuartige Luftschutzverdunkelungsübungen durchgeführt.
Senator Pg. Bernhard sprach anläßlich des traditionellen Festessens des Nautische« Vereins zu den Vertreter» der bremischen Seeschiffahrt.
Das größte Turnier Europas, das Internationale Reit- und Fahrturnier begann gestern in der Deutschlandhalle.
Studienausfichten verbessern sich
Berlin, 25. Januar.
An Hand des Jahrbuches für die Lehrer der höheren Schulen werden, wie Vär. berichtet, im Amtsblatt des Reichserziehungsminiisters Mitteilungen über den augenblicklichen Stand des höheren Schulwesens in Preußen gemacht. Es wird festgestellt, daß der Schrumpfungsvorgang auch im letzten Jahre weitere Fortschritte machte, sich aber verlangsamt hat. Die Zahl der Schulen und Klaffen ist auch Ostern 1935 noch beträchtlich gesunken. 18 Knaben- und 10 Mädchenschulen wurden aufgelöst oder mit anderen vereinigt. 23 haben neu mit dem Abbau begonnen. Der Rückgang der Klaffenzahlen betrug insgesamt 317. — Zum ersten Maleabersei11931 sind die Schülerzahlen nahezu gleich geblieben, und der Zugang zu den Sexten ist sogar ein wenig gestiegen.
Schon jetzt läßt sich sagen, daß ohne tiefgreifende organisatorische Maßnahmen auch in den nächsten Jahren die Schülorzahl nicht wesentlich abnehmen ntird. Dagegen werden sich die Klaffenzahlen Ostern 1936 an den Knabenschulen nochmals um etwa 100 vermindern. Die Besetzung der Primen beträgt 16 an den Knaben- und nur 13 an den Mädchenanstalten, ein Zustand, der zwar für die Schularbeit äußerst günstige Voraussetzungen schafft, für die Schulverwaltungen aber nur als Ausnahmezustand tragbar ist. ^ ^ .
Die Zahl der Sextaner an den Knabenschulen ^hat um 1225 zugenommen. Diese Zunahme bei etwa gleich starkem Jahrgang der Zehnjährigen wie 1934 wird in der Hauptsache auf die Besserung der wirtschaftlichen Lage weiter Kreise durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung zurückgeführt. Die Zahl der Reifevrüflinae betrug letzte Ostern an den Knabenschulen 15 000. Sie wird bis Ostern 1937 auf etwa 10 000 sinken. Bei dem Bedarf an Abi- turienten, den die Wehrmacht in den nächsten Jahren noch haben wird, reicht die Zahl kaum aus. um die erheblich steigenden Anforderungen der Volksschule an geeignetem Nachwuchs zu befriedigen. . , „ ,
Die Berufsaussichten der zukünftigen Reifeprüflinge sind sehr viel günstiger, als in den zurückliegenden Jahren. ^ ^ . ..
Bei den Mädchenanstalten sind bereits die Grundzüge einer neuen Entwicklung des Mädchenschulwesens zu erkennen. Es ist dafür bezeichnend, daß 42 dreijährige Frauenschulen in Ausbau begriffen sind. während anderseits dre Oberstufe der wissenschaftlichen Schulen starke Verluste erlitten hat.
6öring besucht verliner Schulen
Berlin, 25. Januar.
Eine freudige Ileberraschung erlebten am Frei- tagvormittaq die Kinder einiger Schulen im berliner Norden und Osten, als plötzlich und vollkommen unerwartet Ministerpräsident Eoring bei jlmen auftauchte, am Unterricht teilnahm und sogar belehrend in den Unterrichtsstoff Eingriff, '-ein erster Besuch galt der Königstädtische« Over- ffalschule. Die Quinta hatte gerade Deutschunter- ffcht. als der Ministerpräsident kurz nach 12 Uhr m das Klassenzimmer eintrat. Lehrer und Schüler mußten sich erst von der Ueberraschung erbosen, ehe der Unterricht auf Weisung des M,- susterpräsidenten weiterging. Die Jungen mußten >hre Hefte und Bücher zeigen. Auch einer anderen Kl-sse, in der gerade Geschichtsunterricht gege- b?" wurde, wurde ein Besuch abgestattet. Der nächste Besuch führte in die Lessing-Aufbauschme.
Reichsminister Dr. Goe b b els erläßt zum bevorstehenden 3V. Januar folgenden Aufruf:
An das deutsche Volk! Es ist im neuen Deutschland schöne Tradition geworden, datz am Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution zwar keine glänzenden und rauschenden Feste gefeiert, dafür aber in besonderen sozialen Hilfsaktionen für die vom Winterhilsswerk betreuten Volksgenossen zusätzliche Leistungen ausgeschüttet werden.
So werden auch an dem bevorstehenden 30. Januar 1936 entsprechend der Zahl der Betreuten zusätzlich zur normalen Leistung durch das Winterhilsswerk selbst Spenden im Werte von rund 22 Millionen Reichsmark zur Verteilung gelangen. Diese Summe wird aufgewandt für 13 Millionen Wertgutscheine im Betrage von je 1 RM. und 5,5 Millionen Kohlengutscheine im Werte von je 1,50 RM.
Die Durchführungsbestimmungen für diese besondere Aktion zum 30. Januar erläßt der Reichsbeaustragte für das Winterhilsswerk.
Im Jahre 1935 hat das deutsche Volk seine Wehrhoheit und damit seine nationale Souveränität wiedergewonnen. Dieser historische Erfolg der zielsicheren Aufbauarbeit des Führers bestärkt jeden Deutschen in dem festen und unbeirrbaren Glauben, datz die restlose Erfüllung unserer alten Kampsparole Wirklichkeit werden wird: Freiheit und Brot für jeden Deutschen!
In Dankbarkeit gegen das Schicksal, das unser Werk so sichtbar segnete und im Vertrauen daraus, daß das Glück, das aus unserer eigenen Arbeit entspringt, uns auch im kommenden Jahre des deutschen Ausbaues nicht verlassen wird, betreten wir damit das vierte Jahr der nationnlfottalistischen Revolution.
Es lebe der Führer!
Berlin, am 25. Januar 1936.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda.
Dr. Goebbels.
Oeutschlkmvs politWer Soldat
Sroße Nede des Stabschefs Lutze auf einem kmpfangsabend des Außenpolitischen flmtes der NSVflP.
Berlin, 25. Januar
Auf einem Empfangsabend des Außenpolitischen Amtes sprach Stabschef Lutze vor Diplomatie und Auslandspreise über das Wesen und die Aufgabe der SA.
Zu Beginn seiner Ausführungen vor den Gästen des Reichsleiters Alfred Rosenberg betonte der Stabschef, daß er in erster Linie immer als Nationalsozialist, nicht als SA.-Mann spreche, da die SA. nicht selbständig neben der nationalsozialistischen Bewegung, sondern nur in ihr stehen könne. .
„Die Aufgaben der SA. sind die Ausgaben der Partei und umgekehrt. Sie find also innerpolitischer Art.
Wenn ich Ihnen heute abend einen kurzen Ileberblick über düs Wesen und die Aufgaben der SA. im nationalsozialistischen Deutschland geben soll, muß ich einen kurzen Rückblick tun, um darlegen zu können, warum die SA. die Sturmabteilung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei vom Führer geschaffen wurde, welche Aufgaben sie einst, heute und in Zukunft hat. Es wurde im Gegensatz zu den sich in den Nachkriegsjahre'n allerorts auftauchenden Wehrverbänden mit der SA. erstmals ein Sqldatentypus geschaffen, der rein
weltanschauliche Funktionen zu erfüllen hatte: der politische Soldat! Der Führer- gab hierzu am 3. August 1921 den Befehl. Und auch heute, nach der Erringung und der inzwischen erfolgten Stabilisierung und Konzentrierung der staatlichen Macht, besteht das politische Soldatentum in Deutschland fort. Denn nach wie vor unterscheiden wir grundsätzlich ganz scharf zwischen dem Soldaten als Jdeenträ- ger der nationalsozialistischen Weltanschauung, der Weltanschauung des deutschen' Volkes und dem Soldaten als Waffenträger der Nation. Diese Unterschiedlichkeit wird schon dadurch besonders auffällig, daß jeder deutsche Mann, der körperlich und geistig fähig ist, zum Waffenträger ausgebildet zu werden, hierzu gesetzlich verpflichtet ist, also der Waffendienst — läßt man zunächst die psychologische Einstellung des deutschen Mannes zu ihm und noch andere Momente außer acht — seine Grundlage in einer staatlichen Zwangsmaßnahme findet, während der politische Soldat sich freiwillig in den Dienst der nationalsozialistischen Weltanschauung stellt.
Auf der einen Seite also Dienstpflicht, auf der anderen dagegen Dienstfreiwilligkeit!
Bei Beurteilung dieser beiden Soldatentypen darf selbstverständlich nicht außer acht gelassen werden, datz die soldatischen Eigenschaften an sich
von jeher im deutschen Volk — man kann dies zurückverfolgen bis in die germanische Frühzeit — besonders stark ausgeprägt gewesen sind. Hier meine ich wiederum nicht den Soldaten als Militär, sondern den Soldaten als Kämpfer. Der Soldat als Militär ist eine mehr oder weniger staatliche Notwendigkeit, was sich schon daraus ergibt, datz Staaten mit besonders günstiger politischer und geographischer Lage viel eher ohne dasselbe Risiko für die Gefährdung ihres Bestandes von außen her auf eine betont starke Wehrmacht verzichten können, als politisch und geographisch ungünstig gelagerte Staaten.
Der Soldat als Kämpfer jedoch stellt — wie die Geschichte unseres Volkes aufzeigt und der Führer erstmals in voller Größe erkannt hat — eine völkische llnerläßlichkeit dar.
Dafür aber, daß bewaffnete Macht schlechthin innenpolitisch, also völkisch gesehen, nur ein bedingt stabiler Faktor ist, bietet die jünchte preußische und deutsche Geschichte genügend Beispiele.
Ich denke da zunächst an das Preußen Friedrichs des Großen und an das Bismarcksche Kaiserreich der Hohenzollern. Beide sind zweifellos groß und stark geworden durch soldatisch-militärische Kraft.
(Fortsetzung auf Seite 2s
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Das ist die Sst!
Zur großen Netze des Stabschefs Lutze
L. blü. Wie war es doch am 30. Januar 1933, dem Tage der nationalsozialistischen Machtergreifung, und Ende März, nach dem überwältigenden Wahlsieg der Bewegung Adolf Hitlers? Gab es nicht genug Ueberkluge, unter ihnen vor allem Verblendete aus den „neutralen Lagern", die wissen wollten, daß die SA. nunmehr ihre Aufgabe erfüllt habe? Meinten nicht scheinheilige Besserwisser, die SA. habe allerdings in tausend und aber tausend Saalschlachten dem Führer die Macht erobern helfen, nun aber gebe es keine Saalschlachten mehr und die Soldaten Adolf Hitlers würden für unabsehbare Zeit nach Hause geschickt? Und als dann zwar mit der ebenso schnellen wie planmäßigen Inangriffnahme des Aufbaues der Deutschen Nation die Saal- und Stra- ßenschlachten infolge der restlosen Vesiegung der Kommunisten tatsächlich ausblieben, die SA. aber unter dem Jubel der erwachten Volksgenossen marschierte, marschierte und immer wieder marschierte — drangen da nicht Tag für Tag Stimmen aus dem Auslande zu uns, die SA. würde nunmehr zu einer rein militärischen Organisation ausgebaut?
Wir werfen hier alle diese Fragen noch einmal auf, weil die ihnen zugrunde liegenden Vorurteile, Mißverständnisse und zum Teil sogar Böswillig- keiten auch heute noch im Auslande eine Rolle spielen, in dem sie ein klares Urteil über das Dritte Reich und seine tragenden Säulen unmöglich machen. Stabschef Lutze hat in seiner großen Rede, die er gestern auf dem Empfangsabend des Außenpolitischen Amtes der NSDAP. hielt und angesichts deren Eindeutigkeit wir nur wünschen können, daß sie im gesamten Auslande weitest- gehende Beachtung findet, mit jenen Vorurteilen und Bosheiten für alle Zeiten aufgeräumt. Er hat mit wahrer soldatischer Offenheit den Trennungsstrich zwischen SA. und Wehrmacht aufgezeigt und dargelegt, weshalb die politische Stoßtruppe des Führers ihren Marsch in die deutsche Zukunft nie, in aller Ewigkeit nicht, abbrechen oder auch nur verlangsamen wird: weil sie in der sich ununterbrochen neu gestaltenden und neu bewährenden Volksgemeinschaft den kämpferischen Geist auf politisch-weltanschaulicher Vasiszu pflegen hat. Welch' hohe Aufgabe ist hier gestellt! Eine Aufgabe, die den Einsatz des ganzen Menschen fordert, nicht nur heute, nicht nur Jahrzehnte hindurch, sondern solange es Deutsche geben wird, also zeitlich unbegrenzt. Denn die deutsche Nation ist unsterblich, ihre Kraft unvergänglich, ihr Sein unauslöschbar!
Nicht wirksamer und überzeugender konnte der Stabschef vor Diplomatie und Auslandspresse Sinn und Bedeutung des völkisch-weltanschaulichen Kampfprogramms der SA. herausstellen, als mit der schonungslosen Aufdeckung der Ursachen des Zusammenbruchs von 1918 und dem Vergleich jener Revolte mit dem ohne Waffen aus- getragenen Sieg der nationalsozialistischen Revolution: 1933 setzte sich die soldatisch-politische Idee durch, in straffer Disziplin und grenzenloser Opferbereitschaft jedes einzelnen Kämpfers die Wirklichkeil gestaltend — 1918 unterlag das see - lisch wehrlos gemachte Volk marxistischer Wühlarbeit, weil das Kampfinstrument einer weltanschaulichen Organisation, die ideenmä - ßige Grundlage zur Abwehr fehlte.
Wer jenseits unserer Grenzen je mit dem Gedanken eines militärischen Angriffs auf Deutschland spielen sollte, wird aus den Erklärungen des Stabschefs Lutze noch etwas anderes entnehmen können (und auch die anderen wissen, um was es geht): Die Zeit, in der Heimat und Front nicht bis zum letzten ein und denselben wehrhaften Geist atmeten, kehrt niemals wieder, niemals! Das eben ist die ohne Waffen, ohne Munition, ohne Finanzmittel durchführbare friedliche Aufgabe der SA., die Heimat für den Fall eines Uebergriffs von außen her einem starken „Rückgratder Front, das gegen alle politischen Seuchenimmuni st", zu machen. Daß die politischen Soldaten Adolf Hitlers dieses Ziel erreichen werden, dafür bürgen die fanatische Entschlossenheit, die vorbildliche Tapferkeit und die unübertreffbare Treue der SA. gegenüber ihrem Führer. Möge die Welt, soweit sie sich noch immer von bolschewistischen Hetzern irreführen läßt, end-