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parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeltsstont Bremen
ralisten Vremens
flmtsblatt des Senats der freien Hansestadt Bremen
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Nr. 124 / 6. laftrgang
Montag, 4. Mai is;e
klirzelpreis 15 Npf.
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Leuchtenburg, 4. Mai.
Mit klingendem Spiel zogen gestern morgen die Politischen Leiter Bremens durch die Bremer Schweiz hinaus nach Leuchtenburg, um teilzunehmen anderEröffnungderKreis- schule des Kreises Bremen der NSDAP. Ueber dem Land lag Heller Sonnen- glanz und das junge Erün des Frühlings belebte das Landschaftsbild. Nach einem gut ein- stündigen Marsch traf die lange braune Kolonne vor der herrlich gelegenen neuen Kreisschule ein.
Unser lagesspivgei
Gestern wurde in Leuchtenburg die Kreisschule des Kreises Bremen der NSDAP. mit einer schlichten Feier eingeweiht.
Der Kaiser von Abessinien wird auf seiner Flucht wahrscheinlich heute Afrika verlassen. Ministerpräsident Generaloberst Göring übernahm die Schirmherrschaft über die Berliner Jubiläums-Ausstellungen der Akademie der Künste.
In Bremen fand eine grohe Gau-Ausstellung von Hunden aller Rassen statt.
Bei den Fuhball-Gruppenspielen gab es bis auf eine 2 ^-Niederlage Werders durch Elei- witz durchweg Favoritensiege.
2n den Vereinspokalspielen siegte der VfB. Komet, während die Bremer Sportfreunde ausgeschaltet wurden.
Auf einer Berwaltungstagung in Bremen wurde die neue Einteilung des Fugballgaues VIII in 8 Kreise bekanntgegeben.
Deutscher Rugbymeister wurde wiederum Schwalbe-Hannover.
Mit zahlreicher deutscher Beteiligung gelangte der,,Erohe Motorradpreis der Schweiz" zum Austrag.
Nachdem die Blocks vor dem Gebäude in breiter Front angetreten waren und der Aufmarsch der Fahnen sich unter dem Spiel der Kreiskapelle vollzog. ergriff
Krelsletter pg. Blanke
das Wort zu einer kurzen umfassenden Rede und führte u. a. aus: Wir sind hier an einem schönen Maitag in Leuchtenburg zusammengetreten, um eine weltanschauliche Schule zu eröffnen, die die Kreisleitung Bremen der NSDAP. in mühevoller Arbeit eingerichtet hat. Mit besonderer Freude begrüße ich es, daß der Gauleiter- Stellvertreter, Vertreter der Wehrmacht, der Polizei und aller nationalsozialistischen Formationen anwesend sind. Mit ihrem Erscheinen beweisen sie symbolisch die Verbundenheit mit der politischen Leitung und darüber hinaus mit der gesamten Bewegung. Es ist gerade für die Politischen Leiter erforderlich, daß sie sich nach der Kleinarbeit des Alltags, die einmal müde machen kann, so daß das große Ziel aus den Augen verloren wird, hier einmal wieder neu ausrichten können. An dieser Stelle soll das
kklebnis der Kameradschaft
wachgehalten werden. Hier soll Fühlung aufgenommen werden mit der Natur besonders von den Politischen Leitern, die sonst in den Städten, in Staat und Partei tätig sind.
Zusammen mit den Amtswaltern ist auch der erste Kursus hier angetreten und er wird schon heute mittag seinen Dienst beginnen.
„Wenn ihr", so rief der Kreisleiter den Knrsnsteilnehmern zu, nun eure Woche der Schulung hinter euch gebracht habt, in der ihr Kameradschaft, Natur und die Gewalt der Bewegung wieder neu in euch habt spüren können, dann kommt heim und sagt allen anderen, wie mächtig und wie notwendig solch eine geistige Ausrichtung ist!"
Im Anschluß an die Rede der Kreisleiters sprach der
Alltag hinweg auf dieser Insel zusammengefunden, um einmal Abstand zu gewinnen, von den Dingen des täglichen Lebens, um uns wieder einmal klar zu werden, daß wir ja die treuesten Glieder einer Gemeinschaft sind, die einmal der Orden sein will.
Es ist selbstverständlich, daß unsere Grundsätze hart und klar sein müssen, erst so können wrr Gegner rücksichtslos ausrotten. Wir müssen
ein straffes süffrerkorps
sein und wir müssen auch etwas zu sagen haben, wenn wir Befehlsstellen einnehmen wollen. Dazu gehört aber nicht nur eine gefühlsmäßige Auslassung, sondern wir Nationalsozialisten' müssen eine wissensmäßige llntermauerung haben.
So arbeiten wir an einem harten Werk. Was wir aber an Glut und Leidenschaft im Herzen tragen, das wird morgen schon Geschichte sein. Was wir heute hier vollziehen mit der Einweihung dieser Kreisschule: es ist eine Grundsteinlegung für die unendliche Zukunft. Dessen mutz sich jeder Politische Leiter bewußt sein.
Schulungsarbeit heißt, sich mit Leib und Seele der Partei verschreiben, Schulungsarbeit heißt, dem Führer in Gehorsam, Treue und Aufopferung zu folgen, Schulungsarbeit heißt, eine Auslese der Besten betreiben.
Durch unsere Bewegung ist jedem Volksgenossen größter und glanzvollster Aufstieg beschicken. Aber viele sind berufen und nur wenige sind auserwählt. Denn zum Auserwähltsein gehört mehr als Anhängerschaft. Es gehört ein zäher, unbändiger Wille dazu.
Wenn'wir unsere Arbeit nach diesen Gesichtspunkten auffassen und anpacken, dann wird an dieser Stätte eine
Kraftquelle für Sen kreis Bremen
erwachsen. Aus dieser einen Woche Schulung wird jeder Politische Leiter das Gefühl mit nach Hause nehmen: Hier ist die Heimat, hier ist Disziplin, hier ist eben der Nationalsozialismus.
An dieser Stätte, die sämtliche Organisationen verbindet und keine Rangstufen kennt,
wollen wir uns einheitlich ausrichten. Hier gibt es nicht Blockleiter, Ortsgruppeuleiter, hier gibt es nur Kameraden. Solches Zusammenstehen wird dann folgerichtig zu dem Ziel führen müssen, das uns als Nationalsozialisten vor Äugen schwebt."
Dann trat der
stellvertretende Bauleiter pg. Ioel
an das mit einer großen, leuchtenden Hakenkreuzfahne geschmückte Rednerpult: „Es wird sich manch einer fragen," so begann er, „wozu heute noch Schulung? Adolf Hitler hat die Macht. Die Bewegung ist die führende Kraft im Dritten Reich. Und diese Frager vergessen eines: Wir haben einen schweren Kampf geführt, der mit der Machtübernahme sein Ende fand. Ein weit größerer und umfassenderer Kampf aber setzte nach der Revolution ein — es begann die große Kampfzeit um den einzelnen deutschen Menschen, llm diesen Kampf führen zu können, muß das nationalsozialistische Führerkorps ausgerichtet und innerlich geschlossen sein, von der Weltanschauung des Führers durchdrungen. Erst dann kann auch der letzte Volksgenosse zum Nationalsozialismus erzogen werden. So soll diese Schule eine Schulungsstätte der Weltanschauung Adolf Hitlers sein. Ganz klar liegt unser Ziel vor uns. Der Kampf kann nur siegreich sein, wenn jeder Volksgenosse nationalsozialistisch mitarbeitet. Das zu erreichen ist die Aufgabe, die der Führer seinen Politischen Leitern gestellt hat. Weiter haben wir nichts zu tun, als sein Gedankengut in das deutsche Volk hineinzutragen. Und dafür mußten neue Wege geschaffen werden. Nach und nach entstanden neue Schulen in den Kreisen, in den Gauen, im Reich, um ein Führerkorps heranzubilden, das in der Lage ist, das Volk und damit auch den Staat zu führen.
Im Briste fldolf Hitlers
Wenn der Geist Adolf Hitlers hier an dieser Stätte zu Hause sein wird," so wandte sich Pg. Joel an den Schulleiter, „dann werden Sie auch den richtigen Weg für die Schulung und für die Erziehung finden. Es gilt immer nur das große Deutschland zu sehen, sonst nichts. Dann wird auch der richtige Geist von dieser Stätte ausstrahlen. In diesem Sinne eröffne ich die Kreisschule Leuchtenburg des Kreises Bremen der NSDAP. im Gau Weser-Ems."
Feierlich erfolgte nun die Hissung der Hakenkreuzflagge am hohen weißen Mast neben der Kreisschule. „Symbol der Reinheit, Symbol der Treue, Symbol des Glaubens, so soll uns die Fahne voranwehen", das waren die Worte des Schulleiters, denen ein Ausspruch Alfred Rosen- bergs folgte: Vergeht nicht, wer euch den Weg freimachte ins Dritte Reich — Adolf Hitler.
Noch einmal ergriff der stellvertretende Gauleiter das Wort: „Wenn wir nun auch diese Schule eröffnen konnten, so verdanken wir es nur einem Mann. Er hat in einer Zeit 8er schwersten Not als einziger den unbändigsten Willen aufgebracht, das deutsche Volk vorn Abgrund zurückzureißen. Nur er fand den richtigen Weg zu seinem Volk. 2hm sind wir zu großer Dankbarkeit verpflichtet und ihm gilt auch unser dreifaches Siegheil!"
Dem Gruß an den Führer, der weithin über das Gelände hallte, folgte das Kampflied der Bewegung, das gemeinsam begeistert gesungen wurde. Mit dem Fahnenabmarsch'war dann die Weihestunde vor der neuen Kreisschule beendet. Ihr folgte ein Rundgang durch all die wohlausge- statteten Räume, die wir schon in der vergangenen Woche beschrieben. An der Besichtigung nähmen teil die Vertreter der NSDAP 'und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, des Senats, der Polizei, des Arbeitsdienstes, des Handels' und des Handwerks.
lliaos In stddis stbeba
Sie tage nach der Abreise des Negus / rumulte und Schießereien / Hatte Selassie will Afrika verlassen
Bauschulungsleiter pg. vuscher
zu seinen politischen Kameraden: Wenn wir hier eine solche Schule eröffnen, so wollen wir nicht vergessen aufzuzeigen, von welchen Voraussetzungen wir ausgingen, um ein Werk dieser Bedeutung zu schaffen. Wir wollen an dieser Stelle das
Ideal der Kampfgemeinschaft
aufrichten. Wir wollen die Männer über alle einzelnen Marschrouten hinweg in eine gemeinsame Richtung lenken und ihnen ein gemeinsames Ziel stellen, damit sie sich später dem Wesensgefüge des Volkes voll und ganz weihen können. Wir können voll Stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken und indem wir nun mit dem ersten Kursus die systematische Schulungsarbeit beginnen, können wir nicht darum hin, anzuerkennen, daß eine derartige Schulung nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht bereits ein eisernes Führerkorps der Bewegung bestünde.
Das Ziel muß sein, daß wir den Urgrund, den Boden der Weltanschauung, die Partei, immer mehr begreifen lernen, um ihre Grundsätze noch tiefer im Volksganzen zu verwirklichen und zu verwurzeln. Darum haben wir uns über den
Addis Abeba, 4. Mai.
Nach der Abreise des Negus nach Dschibuti find die Regierung und alle Behörden geflohen.
Sofort setzten Plünderungen aller Geschäfte, auch der europäischen, armenischen und indischen, ein. Auch ein Teil der Privathäuser wurde geplündert. Die zurückgebliebene Polizei war machtlos. Ihre Reorganisation ist im Gange. Feindselige Akte gegen europäische Personen sind am Sonnabend nicht bekanntgeworden. Auch der Eibbi, der Kaiferpalast, wurde geplündert und das erbeutete Silbergeschirr auf den Straßen zum Verkauf angeboten. Auf den Straßen liegen einige Eingeborene tot.
Beutsche Nettungsaktion für kuropäer
Unter Führung des Attachös von Wald- heim wurden nachts von der deutschen Gesandtschaft auf Lastkraftwagen zwei Such- kolonnen ausgerüstet, die in der von den Aufständischen beherrschten brennenden Stadt gemeinsam mit einem gleichen Suchkommando der englischen Gesandtschaft nach dort noch verbliebenen Europäern fahnden sollten. In einer Pension wurden 1S Europäer, die sich dort unter dem Befehl eines Reichsdeutschen ver
schanzt halten, gefunden. Gegen 6 Uhr morgens stießen die Suchkolonnen auf eine zweite reichsdeutsche Gruppe, die ebenfalls wohlbehalten in die deutsche Gesandtschaft gebracht werden konnte. Die Plünderungen in der abessinischen Hauptstadt sich noch in vollem Gange. Unter den Toten befinden sich auch einige Schweden Griechen und Franzosen.
Die deutschen Suchkolonnen konnten ihr Rct- tungswcrk durchführen, ohne von den Aufrührern beschossen zu werden. Die deutsche Gesandtschaft ist in den Verteidigungszustand versetzt worden. Bis zur Stunde sind die Banken in Addis Abeba noch unversehrt.
Washington, 4. Mai.
In Washington liefen am Sonnabendabend weitere Funksprllche des amerikanischen Gesandten Engeri in Addis Abeba ein. Danach ist die Gesandtschaft besonders besorgt um das Schicksal von 53 Amerikanern, unter denen sich auch Frauen und Kinder befinden. Die drei am amerikanischen Gesandtschaftsgebäude abaevrnll- ten Kugeln bezeichnet der Fnnkspruch als Fehl schüsse. In der Gesandtschaft haben auch 30 Griechen und 6 Russen Zuflucht gefunden, da sie die anderen Gesandtschaften nicht mehr erreichen konnten. Alle Fernsprechverbindun
gen in -aoois Aveoa sind unterbrochen dag die amerikanische Gesandtschaft versucht den anderen diplomatischen Vertretungen d Boten Verbindungen herzustellen. Änschei, haben d,e Aufrührer eine große Menge von "ehren und Munition erbeutet, die von der ^ henden Polizei und von Soldaten zurückqela wurden. Der Polizerschutz ist nach dem richt der Gesandtschaft bereits vor dem Ausb des Brandes der großen Umfang annimmt, sam mengebrochen.
Nach einem Telegramm des Gesandten 20 Uhr Addis-Abeba-Zeit wurden in den Stic mehrere Leichen und zahlreiche Verwundete lehen. Soweit bekannt ist, haben die Aussck tungen und die Feuersbrunst keine Op unter den Ausländern gefordert. Le lich der amerikanische Journalist Vanames ein Dolmetscher sind durch Säbelhiebe verww worden als sie am Nachmittag durch Menschenmenge im brennenden Zentrum Addis Abeba fuhren In der amerikanischen sandtschnft ist man der Ansicht daß ger Volneikräne genügt hätten, den Aufruhr nie zuhalten Tausende von Eingeborenen he am Sonnabend Addis Abeba verlassen.
(Siehe auch Seite 2)
samiliengliikk in der „Niiuberliölile"
Was die Wohnungsfürsorge der NSV. leistet
Ich muß gestehen, daß ich mir von der umfangreichen Tätigkeit der NSV. lange kein rechtes Bild machen konnte. Und unzähligen Volksgenossen wird es wohl auch heute noch so gehen. Denn das einzigartige soziale Wirken der NSV. vollzieht sich zum größten Teil in der Stille; im Strom der Tagesereignisse, im Lärm des Alltags achtet man nicht genug auf die segensreiche Hilfstätigkeit der NSV., die doch eine der wichtigsten Säulen des neuen Deutschlands ist. Jeder Volksgenosse, der gern urtd willig seinen Beitrag bei einer Straßen- sammlung der NSV. in die Büchse wirft, Hai nicht nur ein Recht, sondern schließlich auch die Pfli cht, sich von der Tätigkeit dieser Organisation der NSDAP. zu überzeugen und sich unterrichten zu lassen.
4-
Aus diesem Grunde besuchte ich eines Tages das Geschäftszimmer einer NSV.-Ortsgruppe des „hohen" Nordens Berlins, am Wedding. Bereitwilligst gab man mir jede Auskunft, trotz gewaltiger'Arbeitsüberlastung. „Wollen Sie heute mit mir einige durch unsere Wohnunassllrsorge inftandgesetzte Wohnungen in Augenschein nehmen?" Erfreut sagte ich zu, denn von diesem Arbeitsgebiet der NSV. hatte ich bisher noch so gut wie nichts erfahren.
Auf dem Wege dorthin sagte mein Begleiter: „Zu der sozialen Fürsorge für unsere armen, bedürftigen Volksgenossen gehört auch die Sorge für ein wirkliches Heim! Denn ohne em solches kann kein glückliches Familienleben gedeihen. Und auf der Familie als Grundlage muß nach dem Willen des Führers unser neues Deutschland aufgebaut werden. Gerade auf dem Gebiete der Wöhnungsfürforge sind die Sünden vieler Jahrzehnte wiedergutzumachen. Na, Sie werden ja sehen!"
Wir klingeln an einer Wohnungstür. Eine sauber gekleidete Frau öffnet uns, zwei Mädels lugen neugierig hinter ihr hervor, ein Junge liegt noch im Kinderwagen.
„Wir kommen von der Ortsgruppe der NSV-, um uns zu erkundigen, wie Sie sich in der neuhergerichteten Wohnung fühlen". Die Frau strahlt über das ganze Gesicht, sio fordert uns auf, einzutreten. 2n der Stube ist alles blitzblank und sauber, die Wände sind frisch tapeziert, Decke und Fußboden gestrichen. Auch die Küche ist sauber geweißt.
„Ich fühle mich so überaus glücklich; es macht mir jetzt wirklich Freude, alles in Ordnung zu halten. So, wie die Wohnung früher aussah, habe ich mir damit wenig Mühe gegeben — eine wirkliche Gemütlichkeit konnte in solcher „Räuberhöhle" ja doch nicht aufkommen," gestand sie offenherzig. „Kein Wunder war es da, daß auch mein Mann sich zu Hause nicht wohl fühlte und einen Teil seiner kargen Arbeitslosenunterstützung in die Kneipe trug. Es hat oft Streit deswegen gegeben. Jetzt ist dies alles anders, jetzt haben wir wieder ein Heim. Abend für Abend sitzen wir friedlich und glücklich zusammen, lind denken Sie sich die Freude: vor kurzem hat nun mein Mann, nach fast sechsjähriger Arbeitslosigkeit, wieder Arbeit gefunden. Er ist jetzt ein ganz anderer Mensch geworden. Wir sind glücklich und zufrieden."
„Aber," entgegnete mein Begleiter, „Ihre Kleine dort ist doch recht blaß — ist sie kränklich?" — „Leider ist sie gar nicht so recht auf dem Posten, hoffentlich wird sie uns nicht krank!" — „Melden Sie ruhig das Mädel bei' uns auf der Ortsgruppe zur Kinderverschickung an, kommen Sie morgen schon im Laufe des Vormittags auf unsere Geschäftsstelle."
Selten wohl hat mich ein Eesichtsausdruck so erschüttert, wie dieses glückstrahlende Gesicht einer Mutter: „Auch das wollen Sie für uns tun? 2a, ist denn das möglich?" — „Ja, liebe Frau, es i st möglich. Denn der Führer will, daß das deutsche Volk ein glückliches und gesundes Volk werden soll!"
Glück ist auch in diese bescheidene Wohnung am Wedding eingezogen, die nach Aeußerung der Frau noch vor kurzem einer „Räuberhöhle" glich!
Von unseren Wohnungsbesichtigungen will ich nur noch eine erwähnen. Ein paar alte, gebrechliche Leute hausten darin. Kärglich, sehr kärglich war das Mobiliar, altersschwach wie die Menschen selbst. Aber auch sie waren glücklich. Denn der Hauswirt war veranlaßt worden, das Dach, durch das es immer „reingeregnet" hätte, in Ordnung zu bringen, die Stube 'war freundlich hell gestrichen, der Ofen instand gesetzt worden. Die beiden Alten, die wohl 70 bis 80 Jahre alt waren, wurden durch die NSV. betreut. Der Mann saß in einem gebrechlichen Lehnstuhl, die Frau humpelte im Zimmer herum. Sie war geistig noch rege, wenn auch ihr Gesicht von unzähligen Runzeln bedeckt war. Sie schüttelte immer wieder den Kopf:
„Jahrelang hatte sich niemand mehr um uns gekümmert, oft dachte ich verzweifelnd an die Zukunft, wenn ich nicht mehr in der Lage sein würde, meinen kranken, hilflosen Mann zu pflegen. Und jetzt kommen plötzlich freundliche Menschen und helfen uns, wo sie können! Jetzt ist die Sorge von uns genommen. Alle erzählen uns immer von dem Führer, der das alles will. Einmal im Leben möchte ich diesen Mann nock jehcn!" Ein seltsamer Glanz lag in ihren Auam.
Nachdenklich stieg ich die steile Treppe b unter. So also sah die Tätigkeit der NS P. in