Ausgabe 
(2.5.1936) Nr. 122
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parteiamtliche Tageszeitung

Bachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Lremen

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Nr. 122 / 6. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Nerchsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Sonnabend, r. Mai 1956

kinzelpreis 15 Npf.

Nas deutsche Volk erlebte seinen feiertag

Ves sührers Forderungen an die lugend / 2 Millionen aus der verliner seststraße film- und Vuchpreisverleiliung

Berlin, 2. Mai

Als in der Frühe des 1. Mai die Glocken den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes ein- tünteten, hatte das ganze Deutschland ein Fest­gewand angelegt. In Stadt und Land, von der Küste bis zu den Alpen, vom Rhein bis zu des Reiches Ostmark waren Millionen Freiheits­fahnen emporgestiegen. — An diesem Tag hat sich vor drei Zähren xrstmalig für alle Welt sichtbar, das deutsche Wunder der Volkwerdung vollzogen, als sich alle Stände und Schichten brü­derlich die Hand reichten, den Klassenkampf, den Standesdünkel und den ewigen Hader abschworen und in unerschütterlichem Glauben dem Schöpfer der deutschen Einheit zuriefen: „Führer befiehl, wir folgen!" Der gleiche Geist der restlosen Ein­heit biseelte auch gestern das deutsche Volk.

Her stusmorsch der Massen in Verlin

Rock ehe in der Reichshauptstadt die Glocken den F:eudentag einläuteten, zieht mit klingendem Spiel die Wache mit den Spielleuten und dem Musikzug des I. R. 67 zum Großen Wecken durch die Jimchstadt. begleitet von vielen fröhlichen Menschml Auch in den Standortbezirken Span- dau, Kit<w und Stahnsdörf hat die Wehrmacht den festlichin Auftakt gegeben, festlich geschmückt sind die Slratzen. Seit 9 Uhr formieren sich die Marschkolomen und setzen sich dann in 28 riesigen Heeressäulel zum gleichen Ziel in Bewegung Trommelwirbel. Fanfarenklänge. Marschmusik, Liedersang! leberall klingt das Lied des Natio­nalen Feierdges des deutschen Volkes auf: „Freut eub des Lebens!"

Wie immerhin Schicksals- oder Feiertagen der Nation, finden sich auf dem Platz vor der Reichs­kanzlei . schon in den frühesten' Morgenstunden viele taufende Berliner ein.

Unter am unbeschreiblichen Jubel der Menge ersck-int der Führer um 8.45 Uhr, um sich zur gkmen Zugendkundgebung in das Poststadion tu begeben.

Immer wiedei donnert ihm aus vielen tausend Kühlen der MAengrutz der Berliner entgegen. Au einem uniitrsehbaren Menschenspalier ent­lang, aus dem »raufende Hsilrufe aufklingen, fähÄ der Fuhrt durch die Wilhelmstratze zum Poststadion, wo ijn die Bannerträger der Zukunft erwarten.

Vor führe«: beisseinor lugend

Mit einem machtvollen Aufmarsch der Zugend im Poststadio» wurde der Nationale Feiertag des deutschen Volkes festlich eingeleitet. 89 999 Jungen und Mädel jubelten ihrem Führer zu und berei­tete» ihm unbeschreibliche Treuekundgebungen.

Das weite Rund des Poststadions war schon lange vor 8 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus der Arena hoben sich die blauen und weißen Matrosenmützen der Marine-HI. ab. Der RDM. bildete in seinen weißen Blusen auf dem der Haupttribüne gegenüberliegenden Rang einen ge­schlossenen Block. Von früh morgens 6 Uhr ab waren die Formationen der Jugend in das Sta­dion marschiert.

Auch die Reihen der Ehrenplätze hinter dem Redner-Podium auf der Haupttribüne waren bereits vor 8 Uhr besetzt. Man sah hier Eeneral- feldmarschall von Vlomberg. die Reichsmi­nister Dr. Frick, Darrs, R u st und Freiherr von Eltz-Rübenrch,die Reichsleiter Dr. L ey und Bouhler. ferner Generaloberst Freiherr von Fr lisch, Reichsarbeitsführer Staatssekre­tär Hierl. Bojschafter von -Ribhentropz GauleiterstellvertretÄ Eörli.tzer und die Amtsleiter der ReiKssügendfllhrung. Dahinter sahen die 96 Arbeisirgäste und die Sieger und Siegerinnen im Reihsberufswettkampf.

Nach der Meldung.der Antrittsstärke an Ober- gebieisführer Axnkann kündigten aufbrau­sende Heilrufe vor iden Toren des Stadions wenige Minuten vch 8.30 Uhr das Eintreffen des Reichsministers Dr. Goebbels und des Reichsiugendiührers Maldur v. Schirach an. Obergebietsführisr Axmann meldete dem Neichsfugendführer P000 Jungmädel, BDM., HJ. und Marine-HIjs

voldlir von SchiralP kröffnungsrede

Schmetternde Fanfäienklänge gaben um Punkt )L9 Uhr das Zeichen züsn Beginn der Kundgebung, die Neichsfugendführer Valdur v, Schirach mit einer Ansprache eröffEte, in der er zunächst die Sieger und Siegerinnen im Reichsberufswett- kampf begrüßte und d»nn weiter mitteilte, datz die große 'Werbeaktion für das deutsche Iungvolkzu einemfgigantischen Erfolg ge­führt habe. -

Aus den vorliegenden Meldungen gehe hervor, dost im allgemeinen 99 v. H. aller Hebn- bis Bierzehnßhrigen ersaht seien. Aus einigen Gegenden sck bereits die Illllprozentige Erfassung gemeldet.'

Der Führer hat uns beauftragt, so erklärte der Neichsfugendführer, in diesem Jahre eine groge die ganze Jugend umsetzende Organisation zu bilden, die den Namen -die Reichssugend tragen soll. und Ihr, disJhr als Mrer inner­halb der Hitlerjugend seit Jahren tätig seid Ihr sollt die Führung dieser Organisation übertragen bekommen. Mit Eurer unermüdlichen Arbeit mr das Jungvolk habt Ihr, die Voraussetzungen ur deN Aufbau dieser großen kommenden Gemein­schaft geschaffen.

Vr. Soebbels spricht M Jugend

Nach ser Rede des Skeichsiugendführers und dem Liede „Tritt heran, Mrbeitsmann ergrlss

Dr. Goebbels das Wort. Mls Gauleiter von

Berlin richtete er Erußworte an die im ganzen Reich aufmaschierten Jugend und Mädel. Auch an diesem Nationalfeiertag sei die deutsche Jugend wieder als erste aufmarschiert, um zu be­kunden, daß sie ebenso entschlossen sei wie die Er­wachsenen, den Sinn und . das neue Ethos der Arbeit im nationalsozialistischen Staat zu er-. kennen und zu begreifen.

„Diese Jugend", so betonte Dr. Goebbels, „hat es leichter, als wir es einmal gehabt haben. Denn während wir in unseren jungen Jahren heiß und leidenschaftlich um ein neues Weltanschauungs­ideal rangen, findet sie bereits den festen Boden dieses Ideals vor. Diese Jugend ist nicht gott­los, wie man ihr von feindlicher Seite da und dort nachsagt, sie ist so gläubig, wie je eine deutsche Jugend gewesen ist.

Es ist eine Gläubigkeit der Kraft, des Stolzes und der Selbstbehauptung, die sie erfüllt.

Sie dient dem Volk und damit einer höheren Sittlichkeit. Wir haben sie gelehrt tapfer zu sein, wie ihre Väter es waren, wir haben sie nicht die Furcht, wohl aber die Ehrfurcht gelehrt. Wir haben sie die Tugend der Kameradschaft gelehrt, und zwar nicht in den Theorien der Lehrbücher, sondern in der tausendmal erhärteten Praxis des Alltags. Wir haben sie gelehrt, die Klassenunter­schiede zu überwinden und sich zu der schwer er­kämpften Einigkeit unseres Volkes zu bekennen. Wir haben nicht der Jugend ihre Unbefangenheit beraubt, sondern wir haben sie rechtzeitig auf ihre schweren Aufgäben vorbereitet. Wir haben sie nicht politisiert, sondern wir haben sie gelehrt, schon in jungen Jahren politisch zu denken, damit

sie den Start, wenn wir ihn einmal abgeben müssen, in ihre starken, festen Hände nehmen kann.

In diesem Sinne logt Ihr in dieser Morgen­stunde ein Bekenntnis zu Volk und Staat, zum Nationalsozialismus und zum Führer ab, in dem Ihr die großen Tugenden unseres Volkes, denen Ihr nacheifern sollt und nacheifern, wollt,-ver­körpert seht. Wir grüßen das Reich — wir grüßen das Volk — wir grüßen den Führer!"

soooo Jungen und Müde! jubeln ihrem sülzrer;u

Nach der Rede Dr. Goebbels' brauste ein ein­ziger Ruf aus vielen tausend Kehlen durch das Stadion: Der Führer war durch das Haupttor in das Stadion eingefahren! Aufrecht im Wagen stehend, fuhr er langsam auf der freigelassenen Laufbahn zwischen der Arena und den Rängen mitten durch die Jugend, immer wieder mit be­geisterten Heilrufen begrüßt.

Als der Führer dann, allen sichtbar, an das Mikrophon trat, begrüßte ihn die Jugend noch einmal mit unbeschreiblicher Begeisterung. Der Jubel verebbte erst, als der Reichsjugendführer „Stillgestanden" gebot und an den Führer die Worte richtete: „Mein Führer! Ich melde Ihnen Ihre Jugend!" Der . Führer grüßte mit einem lauten „Heil!" und wie ein hunderttausendfaches Echo erklang es donnernd wieder zurück: „Heil!". Schnurgerade ausgerichtet standen die Jungen in der Arena, und lautlose Stille herrschte nach die­sem Gruß. Erst nach dem Kommando: „Rührt Euch!" brach die ungeheure Begeisterung der Ju­

gend wieder mit elementarer Kraft hervor, bis schmetternde Fanfarenklänge erneut Schweigen geboten. 80 000 Jungen und Mädel sangen darauf das weihevolle Lied der Jugend „Aufhebt unsere Fahnen" von Fritz Sotke.

Als der Reichsjugendführer verkündete: „Es spricht unser Führer", klangen erneut die Heilrufe auf.

fldolf Hitler spricht

Die Rede des Führers hatte folgenden Wori- laut: „Meine deutsche Jugend! Selten in der deutschen Geschichte war einer jungen Generation ein so schönes Schicksal beschieden wie euch. Ihr lebt als deutsche Jugend in einem jungen Reich, in einem jungen Reich erfüllt mit einem freudigen Leben, mit einer starken Hoffnung, mit einer un­zerstörbaren Zuversicht. Ihr lebt in einem Reich mit jungen, neuen Ideen, erfüllt von jungen, neuen Kräften.

Die heutige deutsche Generation hat unendlich viel in der Ueberwindung der deutschen Zersplit­terung und Uneinigkeit erreicht. Ueber Stammes­unterschiede, künstliche Ländergrenzen und Par­teien hinweg hat sich in einer neuen Bewegung sieghaft die Einigung der deutschen Nation voll­zogen, ihre Einigung zu einer Auffassung, in einer Idee und für einen gemeinsamen Lebenskampf.. Die Einigung erfolgt damit aber auch für das Einschlagen eines Weges in diesem Kampf der Einigkeit und Geschlossenheit in allen Handlungen. Ihr erlebt es. meine Jugend, datz zum ersten Male in unserer Geschichte 99 Prozent eines Volkes sich zu diesem Geist der Einheitlich-

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vor kübrsp rviibrovS seinsi- kecke gut cksr. Tribüne vor ckvm ^Iton Llussuw.

(Loüoil-Lilcksrckisust.)

keit bekannt haben. Ihr habt das Glück, die Ju­gend, der Nachwuchs dieses Volkes zu sein. Ihr könnt in diesem Volk euer Leben aufbauen und damit selbst wieder Träger des Lebens dieses Vol­kes in der Zukunft werden.

Vieles ist erreicht

Die heutige Generation hat vieles erreicht auf diesem Wege zur Geschlossenheit. Was vor weni­gen Jahren noch als unmöglich erschien, ist Wirk­lichkeit geworden: Die Zeit der Ohnmacht, der Ehrlosigkeit und damit der Wertlosigkeit unseres Volkes ist auf dieser Welt überwunden. Und ihr seid Zeugen dieses heroischen Wiederaufstiegs und werdet — das weiß ich — diesen Weg einst fort­setzen. Denn, was auch die heutige Generation erreicht hat: Vieles ist nur sehr schwer und nach vielen Jahrzehnten endgültig zu sicher».

Roch leben wir in einer Zeit, über der die Schatten der Vergangenheit liegen. Noch befinden sich unter uns Millionen von Volksgenossen, die irgendwie erfüllt sind von Vorstellungen, die sie aus dieser Vergangenheit in die Gegenwart mit­übernommen haben. Es ist nicht so einfach für diese Männer und Frauen, sich so ganz loszulösen von den Einwirkungen ihrer Erziehung, der Be­einflussung früherer Generationen, ihrer eigenen Jugend und ihres eigenen Wachsens.

Allein, was dieser Generation vielleicht nicht mehr ganz gelingen kann, das muß euch — und ich weiß es, meine Jugend — das wird euch vollkommen gelingen.

Denn ihr kennt diese Vergangenheit nicht -mehr, ihr habt das Glück, schon aufzuwachsen in diesem neuen Wollen, in diesem neuen Werden. Ihr tragt schon in eurer Kleidung diesen Einheits­gedanken des deutschen Volkes. Und wenn wir vor wenigen Wochen erst erlebten, datz sich in diesem Jahr über 90 Prozent des neuen Jahr­ganges in unserem Jungvolk einfanden, dann wissen wir damit, datz über 90 Prozent dieser Jugend endgültig gewonnen sind diesem neuen Staatsgedanken, diesem neuen deutschen Volks­gedanken, und diesen neuen deutschen Idealen.

Idealistisch. . .

Was wir von dir nun fordern meine Jugend, das ist das folgende: Wir wollen, datz du zu­nächst eine idealistische Jugend bist. Das, was vielleicht viele besonders in der Vergangen­heit nicht begriffen haLen, das ist uns ein heili­ges Bedürfnis und ein tief innerliches Bekennt­nis. In der Vergangenheit da sagten viele: Wir wollen, datz die Deutschen vernünftig denken, und sie verstanden unter Vernunft, datz sie nur ihr eigenes Leben vor Augen hatten und in ihrem eigenen Leben immer nur die materielle Seite dieses Lebens; sie bezeichneten als Klugheit und Weisheit das. das meist Egoismus und Eigen­sucht war.

Wir verlangen nun von dir. deutsche Jugend, datz du bewußt idealistisch bist, weil wir glauben, daß nur aus dieser idealistischen Grund­haltung heraus eine wirkliche Volksgemeinschaft entstehen kann! Wenn jeder nur an sich allein denkt und irder nur seine Interessen vor Augen bat, dann kann feine Volksgemeinschaft werden. Wir verlangen, datz ihr schon in der Jugend euch b,«einlebt in eine Notwendiakeit. die das spätere Leben gebieterisch erfordert. Es hat jeder nicht an nch allein zu denken, sondern vor allem an die Gemeinschaft, an die Gesamtheit aller Volks­genossen.

Das ist im einzelnen mit Verzichten ver- bunoen Aber dies ist notmenbiq. Es erfordert von dem einzelnen ein Aufgeben persönlicher Wunsche, einen Verzicht auf die Erfüllung persön­licher Hoffnungen Aber es ist notwendig, wenn wir isne größere Hoffnung erfüllen wollen, da» unser Volk bestehen soll auf dieser Welt.

Wir verlangen von dir, deutsche Jugend, datz du idealistisch wirst, weil wir der Ueberzeugung stno, Satz du nur au? einem solchen idealistischen denen und Empfinden heraus später einmal die Ovfer wirst tragen können, die ein Volk immer wieder von dem einzelnen Volksgenossen fordern mutz. Wir verlangen daher, datz du schon in demer Jugend lernst. Opfer auf dich zu neh­men Opfer an deiner persönlichen Freiheit Opfer an demer freien Zeit. Opfer an vielen kleinen lienussen des Lebens: Opfer, indem du Sorgen übernimmst, nicht für den einzelnen, nicht für mch allern, deutscher Knabe und deutsches Mäd- we" — sondern für eure kleine und bog, sg große Gemeinschaft

. . . lhorakterstark

""langen zweitens, deutsche Jugend, du .ch " * akterstark wirst! Daß du an- du alles das ablehnst, was schädlich ,!t und immer schädlich sein wird! Wir verlangen, daß du chorakterstark wirst, indem du dich zu den idealen und Tugenden bekennst, dre zu allen Zeiten die Grundlagen für Laße Volker gewesen sind. * °

. . . und hart!

Und wir verlangen weiter vrittens, datz du hart bist, deutsche Jugend, und hart wirst' Wir können eine Generation von Muttersöhnen von verzogenen Kindern nichi brauchen. Was wir be­nötigen das sind Knaben und Mädchen, die später einmal tapfere Männer und Frauen sein können. Wir müssen eine harte Jugend verlangen, damit einmal, wenn das Leben in seiner Härte