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parleiamtl.Iageszeilung der
Nationalsozialisten Vremens
Das Amtsblatt des Senats X der jreien kjansestadt Dremen
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Nr. 55S / 5. Jahrgang
Sonntag, 2S. Vezember
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Die ganze Nation nimmt tiefempfundenen Abschied von den opfern des kisenbalinungliiiks bei öroß-ßeringen
des fülirers letzter Sruß / Ueberfiitzrung der loten in itzre Heimatorte
Apolda, 29. Dezember
Mit verminderter Geschwindigkeit fährt der Zug hinter Naumbnrg auf die steinerne Saalebrücke bei Groß - Heringen zu, die am Heiligabend zur Stätte eines der größten Eisenbahn- katastrophen wurde. Schweigend find die Reisenden, darunter viele Trauergäste, die zum Abschied von ihren Angehörigen nach Apolda fahren, an die Fenster getreten. Ihre Augen gleiten durch
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vnssr Vagesspiegel
I» Apolda fand die Trauerfeier für die Opfer des Eisenbahnunglücks bei Groß - Heringen statt.
Gruppenführer Vöhmcker erläßt an die SA.- Eruppe „Nordsee" einen Nenjahrsbefehl.
Der französische Ministerpräsident Laoal erzielte in der Kammer erneut eine knappe Mehrheit.
Nach abesfinischen Meldungen solle» die Italiener bei Abbi Addi geschlagen worden sein.
Die Untersuchung der uruguayschen Regierung über die Sowjetpropaganda hat sensationelle Einzelheiten zutage gefördert.
Am morgigen Montag beginnt der Losver- kans der Reichs-Winterhilss-Lotterie.
In den Centralhallen fand die feierliche Eingliederung der Deutschen Arbeitsopferversorgung in die DAF. statt.
Mit der Indienststellung der „Gneisenau" wird der Schnelldienst des Norddeutschen Lloyd nach Ostasien eröffnet.
Die Vremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft erzielte ein leicht befriedigendes Ergebnis.
e leichte Winterdämmerung über die schnee- deckten Felder und die User der Saale, die äge ihre dunklen Fluten vorüberwälzt. Aber chts, außer den Wagenspuren und den Futz- pfen der unermüdlichen Helfer, die von allen eiten zur llnglücksstatte geeilt sind, erinnert -ran daß vor wenigen Tagen ein unerbittliches hicksal an dieser Stelle 32 deutsche Menschen ler Lebensalter aus freudebeschwingter Festwartung heraus in einen jähen Tod gerissen
Die ganze, etwa 60 000 Einwohner zählende idustriestadt Apolda hat sich in ein Trauerwand gehüllt. In der mit Tannengrün verödeten Bahnhofsvorhalle steht im glitzernden hmuck ein Christbaum, aber seine Lichter sind loschen. Aus allen Häusern hängen umflorte ihnen. Von den Masten aller öffentlichen Ee- iude wehen sie halbstock wie im ganzen Thu- ager Lande. Auf dem ganzen, mehr als zwei ilometer langen Weg zur Horst - Wessel- chule, den die Teilnehmer an dem Trauerakt id später der Trauerzug nahmen, sind in -.en Abständen hohe schwarze Pfeiler mit blenden Feuerschalen und schlanken Fahnenmasten 'stet Auf den Plätzen der Stadt sammeln ereits die Abord nun gen allerP a r - Niederungen, SA., SS„ NSKK., Pole Leiter, HJ-, die das Spalier bilden
ig ruhen die loten
der mit Grün verkleideten Pforte der Wessel-Schule sind Ehrenwachen aus- n die von der SS.-Stabswache Weimar er Bahnpolizei der Eisenbahndirektion Erstellt werden. Der Vorraum zu der Trauer- ist bis zur Decke in Tannengrün gehüllt, cste Blick in die wundervoll ausgeschmückte selbst fällt auf die in drei langen Reihen nuten schwarzen, mit Mattsilber-Emblemen genen Särge. Inmitten der ersten Reihe ich scharf und rührend zugleich in Weiß Silber ein Kindersarg heraus, zu dessen die Bahren der Verwandten stehen, dre ind mit auf die Reife nahmen Häupten der Sargreihen erhebt sich bis zur i Höhe eine Hecke von frischem Grün und nden Chrysanthemen. Zwischen orelarmi- -rzenleuchtern stehen unbeweglich die Ehren- mit umflorter Armbinde. Hinter dem z verhängten Rednerpult hängt, nur. Flor !ckt, die Nationalflagge. An den Wanden die Kränze des Gaues Thüringen urrt rot- en Schleifen. Vor den Särgen sind m Stuhl- die Plätze für die Vertreter der Reichs- -taatsbehörden, die Angehörigen der Opfer, ermüdlichen Helfer bei der Bergung und die abordnungen aller Formationen angeord- ln langen schmalen Zungen fallt aus der gedämpftes Licht in den feierlichen Raum in in den frühen, von Heller Winter>onne rahlten Morgenstunden sind die Teilneh- m dem Trauerakt aus Nah und Fern eim- fen. Vor der Horst-Wessel-Schule stauen sich lenschen, aber nur die Angehörigen, die mit Omnibussen zur Horst-Wessel-Schule ge- werden, erhalten Einlaß, um von ihren -l Abschied zu nehmen. Langsam füllt sich alle mit den Trauergasten. In den Neben
vie nävbtliebs lüederkiikrnnK «kor Opksr von OlroL-Herinxen naeli ^poläa (Sodsrl LUäsräienst)
räumen häufen sich die Kränze und Vlumenspen- den zu Bergen. Fahnen und Standarten marschieren in den Vorhof.
Wenige Minuten vor 11 Uhr nehmen die SA.- Standarte Thüringen und die SS-Standarte Eera, sowie die Fahnenträger aller Ehrenabord- nungen zu Häupten, die NSKK.-Männer aus Bad Suiza, die an den Rettungsarbeiten so hervorragenden Anteil hatten und den Trauerzug nach Apolda geleiteten, an den Seiten der Särge Aufstellung. SS-Männer der Staatswache Weimar betreten gemessenen Schrittes die Trauerhalle. Sie tragen große Kränze mit weißen Springen als letzten Grüß des Führers in den Händen. Die Schleifen in den Farben der Nationalflagge tragen in Eoldbuchstaben die Worte „Der Führer Adolf Hitler". Der ganze Raum ist in ein einziges Meer von Blumen verwandelt, unter denen die Särge völlig verdeckt sind.
In der ersten Reihe sieht man den Reichsstatthalter Sauckel als Vertreter des Führers, den Ministerpräsidenten Marschier, den Gauleiter Ostmark Staatsminister Wächtler, den Gauleiter Halle-Saale Staatsrat Jordan, den Ee- neralarbeitsführer Staatsrat Schmückte, den SS.-Oberfwhrer Staatsrat Pflamm, SS.-Bri- gadeführer H e nn i cke - Eotha, den Kommandeur des Artillerie-Regiments Lauenburg, Oberst Brandt, den Rektor der Universität Jena, Professor Meper-Erlach, viele Lanüräte und Po
litische Leiter des Gaues. Auf dem Hofe der Horst-Wessel-Schule sind unter den brennenden Feuerschalen die Abordnungen der SA., SS., der Reichswehr, der technischen Nothilfe, der Sanitätskolonnen der Reichsbahn und der Feuerwehr aufmarschiert, um die Übertragung aus der Halle zu hören.
Sanz Deutschland trauert
Von der Empore in der Trauerhalle klingt Schuberts bewegende Klage „Der Tod und das Mädchen" auf, gespielt vom Streichquartett des Nationaltheaters Weimar. Dann tritt der Präsident der Reichsbahndirektion Erfurt, Lamme r tz, an das Rednerpult und verliest unter allgemeiner Bewegung die Namen der 32 Todesopfer, die hier zur letzten Ruhe gebettet sind. Dann gedenkt der Generaldirektor der Deutschen Rsichs- bahngesellschaft, Dr. Dorpmüller, in seinem Nachruf der glanzvollen Hundertjahrfeier der Deutschen Reichsbahn, auf die nun als schwerer Schatten der fürchterliche Schicksalsschlag des Heiligen Abends gefallen ist. Die Opfer, die das Unglück gefordert habe, seien für die Reichsbahn eine ernste Mahnung, immer wieder gegen die Unglücksfälle anzukämpfen.
Die Sorge für die Hinterbliebenen und die Schwerverletzten sei für die Reichsbahn nicht nur eine heilige Pflicht, sondern innerstes Herzensbedürfnis.
Im Namen des Reichs- und preußischen Ver-
kehrsministeriums und des Präsidenten des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahngesellschaft widmete Staatssekretär Königs den Opfern des Eroß-Heringer Eisenbahnunglücks folgende Eedenkworte: Ein tiefer Schatten legte sich am Weihnachtsabend über die brennenden Christbaumkerzen, als die Kunde eintraf von dem furchtbaren Unglück, das sich in unmittelbarer Nähe von hier bei Groß-Heringen ereignet hatte. Frohe und erwartungsvolle Menschen, die in letzter Stunde zu dem deutschesten aller Feste fuhren, wurden jäh und plötzlich vom Tode überrascht, und tief ergriffen stehen wir an den Bahren dieser Toten, weiche die Erfüllung dieser Festeserwartung nicht mehr, erleben sollten. Im Namen des Reichs- und preußischen Verkehrsministers und als Präsident des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn lege ich zwei Kränze nieder. Wir beugen uns vor der Allmacht des Schicksals und können den Angehörigen dieser Toten nichts geben als unser warmes Mitgefühl.
Mögen Sie, meine Leidtragenden, einen Trost darin finden, daß Sie in Ihrem Schmerze nicht allein stehen, sondern daß wir alle mit Ihnen trauern und aufrichtigen Anteil nehmen an den Verlust, der Sie betroffen hat.
Für das Land Thüringen sprach Ministerpräsident Marschier die Anteilnahme des ganzen thüringischen Volkes aus, das durch das Unglück besonders schwer betroffen wurde.
(Fortsetzung auf Seite 2)
ISZS außenpolitisch
kine Iatzres-Niickschau
kr. blü. Wir überschauen, kurz vor dem Jahresabschluß, eine ungewöhnliche Fülle außenpolitischer Ereignisse. So viel hat sich in den letzten zwölf Monaten am sausenden Webstuhl der Zeit zugetragen, daß es unmöglich ist, hier jede an sich wichtige Begebenheit einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Beschränken wir uns deshalb auf die folgenreichsten Geschehnisse:
Zum Jahresanfang stand nicht nur Deutschland, stand die ganze Welt im Zeichen der Saarbefreiung: am 13. Januar bekannten sich — welch unvergeßliches Erlebnis! — von je 100 nicht weniger als 91 unserer saarländischen Volksgenossen trotz fieberhafter Gegenpropaganda französischer Stellen und jüdisch-marxistischer Elemente zur Heimat. Die Stimme des Blutes siegte überwältigend, und das Ja des Saarlandes für Deutschland war zugleich ein welthistorischer Treueschwur für Adolf Hitler. Darüber hinaus beseitigte das Ergebnis der Saarabstimmung die einzige Grenzfrage, die einer deutsch-französischen Annäherung hindernd im Wege stand. Eine politische Entspannung wurde auch, freilich erst im letzten Jahresviertel, dem Memelgebiet zuteil, nachdem der Landtag aus den Wahlen wieder mit erdrückender deutscher Mehrheit hervorgegangen war und England als Signatarmacht der Memelkonvention in Kowno diplomatische Schritte gegen Litauens Unterdrückungspolitik unternommen hatte. In diesem Zusammenhang sei gleichfalls die restlose Einigung der Sudetendeutschen erwähnt, die unter der Führung Konrad Henleins einen aufsehenerregenden, von der Präger Regierung jedoch praktisch noch nicht berücksichtigten Wahlsteg erfochten.
Die entscheidende Tat, die Deutschland in weltpolitischer Hinsicht wieder an den ihm gebührenden Platz rücken ließ, vollbrachte der Führer am 16. März mit der Verkiindung der Wehrfreiheit des Dritten Reiches. Jene mit der Proklamation „An das Deutsche Volk" erfolgte Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht machte dem ebenso unwürdigen wie gefährlichen Zustand der Wehrlostgkeit unseres Volkes in Ende und verlieh Deutschlands Bestrebungen, an der Sicherung des Weltfriedens als gleichberechtigte Nation aufrichtig mitzuwirken, den nötigen Nachdruck. Der Schritt des Führers war so folgerichtig, daß auch die Konferenz von Stresa , zu der England. Frankreich und Italien am 14. April zusammentraten, die natürliche politische Entwicklung jenseits des (von den sogenannten Siegerstaaten nicht erfüllten) Vsrsailler Vertrages und des Völkerbundspaktes nicht aufhalten konnte. Der Versuch, den Völkerbund in Verbindung mit dem Pariser System der Militär- bündnisse als Werkzeug der Machtpolitik in antideutschem Sinne einzusetzen, kann jedenfalls heute als kläglich gescheitert angesehen werden.
Adolf Hitlers Friedenswille schritt indes unbeirrbar von Erfolg zu Erfolg. Inmitten einer konfliktgeladenen Welt des Unfriedens brachte die große Rede des Führers vor dem Reichstag am 21. Mai Klarheit und damit Beruhigung über die deutsche Außenpolitik. Zum ersten Male trat ein Staatsmann, der im Namen eines ganzen geeinten Volkes sprechen konnte, mit praktisch durchführbaren Vorschlägen zur Verhinderung eines uferlosen Wettrüstens hervor. Dem friedensstörenden System unübersichtlicher Kollek- tioverträge wurde die Bereitschaft zum Abschluß zuverlässiger zweiseitiger Nichtangriffspakte entgegengestellt.
Daß der Führer und Reichskanzler auch auf dem außenpolitischen Kampffeld nicht gewillt ist, nur die Klingen des Wortes zu kreuzen, beim Schritt vom Wollen zur Tal aber zu zögern, bewies dann vier Wochen später, am 18. Juni, der Abschluß des deutsch-englischen Flotten ab kommen?. Die Stärke der deutschen Flotte wurde auf 3S v. H. der englischen Flottenstärke festgesetzt und damit die Deutschland diffamierende einseitige Rllstungsbestimmung des Versailler Vertrages auch formell außer Kraft gesetzt. Nicht zuletzt beseitigte das Abkommen vom 18. Juni die deutsch-englische Flottenrivalität,
Unsere tosung: einübe und veharrlichkeit
Neujahrsbefehl des öruppenfiihrers vöhmcker an die Sfl-öruppe „Nordsee"
Der Führer der SA.-Eruppe „Nordsee", Gruppenführer Vöhmcker, erläßt folgenden Neujahrsbefehl an seine SA.: SA.-MSnner der Gruppe Nordsee!
Das Jahr 1835 ist zu Ende. An seinem Anfang stand die Neu- gruppicrung der Gruppe. Es folgten die Monate des Aufbaues und der Festigung in ernster, verantwortungsfreudiger Kleinarbeit. Der Erfolg lohnte unsere Bemühungen: Die SA.-Gruppe „Nordsee" wurde zu einer in sich geschlossenen Einheit, verbunden durch Manneszucht, durch das gemeinsame Ziel und durch das starke Band treuer Kameradschaft. Getreu dem Führer sind wir zielklar und sicher in jeder Stunde unseren geraden Weg gegangen, nicht achtend der kleinen Geister, die hier und dort ihr Haupt frech erhoben.
Es ist mir ein Bedürfnis, euch, meine Kameraden, zu danken für all die Opfer, die ihr im vergangenen Jahr unserer guten Sache gebracht, für die mannigfachen Entbehrungen, die ihr erlitten habt. Mein Dank gilt insbesondere denen, die schon vor der Machtergreifung
Bremen, 28. Dezember.
unter den Fahnen der SA. standen! Ihnen sühle ich mich besonders verbunden!
Durch Glaube und Beharrlichkeit hat unser Führer sein großes Ziel erreicht. Glaube und Beharrlichkeit sei auch unsere Losung sür das Jahr 1838.
Ich erwarte noch mehr als zuvor von jedem von euch, daß er die Ehre, der SA. anzugehören, zu würdigen weiß und sein dienstliches und außerdienstliches Verhalten allezeit danach einrichtet. Ich erwarte ferner, daß jeder SA.-Mann wie bisher seine Pflicht tut und mich in meinem Bestreben unterstützt, den guten Ruf der SA.-Eruppe „Nordsee" weiterhin zu festigen und zu fördern, getreu unserem Wahl- spruch: „Nordsee trutzig und blank!"
Persönlich wünsche ich allen Kameraden für das neue Jahr alles Gute!
Der Führer der SA.-Eruppe „Nordsee" (gez.) Vöhmcker, Gruppenführer.