Ausgabe 
(27.12.1935) Nr. 357
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Der stellvertretende Berkehrsminister der Nanking-Regierung wurde von Kommunisten ermordet.

Das Eisenbahnunglück Lei Trotz-Heringen hat .33 Todesopfer gefordert.

Pg. Kurt Thiele wurde vom Gauleiter zum Sauinspekteur für Bremen ernannt.

Mit 4:1 (1:1) schlug Niedersachsens Gauver­tretung Brandenburg in einem Freundschafts­treffen in Hannover.

In Berlin verlor der deutsche Fußballmeister Schalke l>4 gegen den Berliner SB. 1:2.

Auf dem Rietzersee nahm das Eishockey- Turnier um den Dr.-Ritter-von-Halt-Wan- derpreis seinen Anfang.

Ei« erstes Dauerrennen der Radfahrer fand vor 1V VVV Zuschauern in der Deutschlandhalle statt.

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telirNnge beschenken den sichrer

München, 27. Dezember.

Zu Weihnachten überbrachten dem Führer zwei Lehrlings des Werkes Untertürkheim der Daim- ler-Venz-Werke ein naturgetreues Modell des Mercedes-Rennwagens, das sie mit vier anderen Lehrlingen der gleichen Werke in 7V- Monaten neben ihrer Arbeitszeit erbaut haben. Das Modell, das im Verhältnis 1:7 ausgeführt ist, ist bis in die kleinsten Feinheiten hinein natur­getreu nachgebildet und wirklich ein Meisterwerk deutscher Präzisionsarbeit. Mit einem herzlichen Dank des Führers und reich beschenkt kehrten die Lehrlinge in ihr Werk zurück.

Stabschef Lutze 45 latzre alt

Berlin, 27. Dezember.

Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, begeht am morgigen Sonnabend seinen 45. Geburtstag. Lutze, einer der treuesten Mitstreiter des Führers, kam bereits in den ersten Anfängen der Bewegung zu Adolf Hitler und war einer der ersten Kämp­fer für den Nationalsozialismus in Norddeutsch­land. Als Stabschef der SA. gelang es ihm, diese Organisation zu einer geschulten, glaubensstarken, dem Führer fanatisch treu ergebenen Truppe zu­sammenzufassen.

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Neuiakrsbotfchaft Valdwins

London, 27. Dezember.

Der englische Ministerpräsident Baldwin mt an die Heimat und das Britische Reich eine Neujahrsbotschaft gerichtet. Baldwin sagt, datz er noch immer von der Stärke der Sache der nationalen Regierung überzeugt sei. Der marxistische Sozialismus sei diesmal bei den Wahlen geschlagen worden, er sei aber trotz seiner Niederlage noch stark geblieben. Die Aufgabe der nationalen Regierung sei es, dafür zu sorgen, datz er das nächste Mal noch entscheidender geschlagen werde. Die nächste Wahl müsse ein verfassungs­mäßiges Regime sicherstellen, damit Friede und Sicherheit nach autzen und Festigung und Fort­schritt nach innen. Eine der Hauptaufgaben der Propaganda werde es sein, darzulegen, datz die Arbeiterpartei die Vertreterin eines gefährlichen Radikalsozialismus sei.

weitznachlsbotsttzast Nooseoells

Newyork, 27. Dezember.

Am Heiligen Abend versammelten sich im La- fayette-Park in Washington gegenüber dem Weitzen Haus die Familie des Bundesprasidenten und die Mitglieder der Bundesregierung. Ein rie­siger Weihnächtsbaum erstrahlte im Kerzenlicht und Rooseoelt richtete, einem alten Brauch ent­sprechend, die Weihnachtsbotschaft an alle Bürger der Vereinigten Staaten, die vom Rundfunk über­tragen wurde. 2n seiner Rede sprach Präsident Roosevelt von dem völkerverbindenden Geist des Weihnachtsfriedens, der für die Vereinigten Staaten eine besondere Bedeutung habe, weil auf ihrem Gebiete sich die verschiedensten Nationen und Rassen zu einer großen Einheit gefunden haben. Die großen Kämpfer für Amerikas Frei­heit sprächen von diesem Geiste eine ewige Sprache. Von diesem Geiste seien sie alle durch­drungen gewesen, der D e u ts ch e v o n Ste u b e n, der Pole Kosciusko und die beiden Franzosen Lafayette und Rochambeau, die von vier fernen Ländern gekommen waren, um den Grundstein zu legen für Amerikas heutige Große. Anschließend wurden die Angestellten des Weißen Hauses beschert. _,

Neichsminister Dr. Goebbels ließ den 1700 Trligcrn des Goldenen Ehrenzeichens der N«DAP. m Berlin zu Weihnachten sein neuestes Buch ,.E Anglist mit einer persönlichen Widmung überreichen.

Weihnachtsi-i-r der Reichsdeutschen verboten. Tie vom Bund der Reichsdeutschen IN Ween sur seine Mit. «lieber und deren Kinder verbreitete Wechn°chtsle,er wurde von der österreichischen Dehorde nicht zuget N .

Erfurt, 27. Dezember

Z« der Nähe des Bahnhofs Grotz-Heringe» ereignete sich am Weihnachtsabend um 1g Uhr ei» furchtbares Eisenbahnunglück, das nach den bisherigen Feststellungen 33 Todesopfer forderte. 1V Personen wurden schwer verletzt, sieben erlitten Mittelschwere Verletzungen. Von den zahlreichen Leichtverletzten befinden sich noch 1V in den Kran­kenhäusern, während die übrigen inzwischen ent­lassen werden konnten.

Die . Reichsbahndirektion Erfurt teilt zu diesem Unglück mit: Am 24. Dezember um 19 Uhr stieß der D 44 BerlinBafel bei der Einfahrt in den Bahnhof Grotz-Heringen auf den ausfahrenden Personenzug 825 ErfurtLeipzig. Prsonenzug 825 wird planmäßig in Erotz-Herin- gen von dem FD 11 überholt und muß bei der Ausfahrt das Gleis der Gegenrichtung Halle- Erfurt kreuzen. D 44 überfuhr das auf Halt stehende Vor- und Einfahrt-Hauptfignal des Bahnhofs Eroß-Heringen und damit dem durch diese Signalstellung einwandfrei gesicherten aus­fahrenden Personenzug 825 in die Flanke.

Durch die Abhängigkeit der Stellwerksanlagen ist festgestellt, datz bei der Ausfahrt dieses Zuges das Einsahrts-Signal nicht aus Fahrt gezogen werden kann. Bei der unmittelbar nach dem Un­fall vorgenommenen Prüfung des Stellwerks ist festgestellt, datz die Anlagen ordnungsmäßig ar­beiteten.

Bei dem Zusammenstoß wurden sieben Per­sonenwagen des Personenzuges 826 zertrümmert. Die Verletzten wurden von der Unversitätsklinik Jena, den Krankenhäusern Apolda und Naum- burg aufgenommen. Durch den Krach des Zu­sammenstoßes eilten sofort SA., Sanitäts­abteilungen, die Polizei und Ein­wohne r des Ortes Unter-Reusulza herbei. Kurz darauf erschienen die vom Bahnhof Eroß-Herin- gen angeforderten Sanitätsabteilungen und Aerzte wie auch Reichsstatthalter Sauckel, der die Leitung übernahm und das Erforderliche zur Bergung der Verletzten und Toten außerhalb des Bahngebietes veranlaßte. Von der Reichsbahn wurden Hilfszüge von Weimar, Erfurt, Weißen­fels und Halle an die llnfallstelle geleitet und die Beseitigung der sieben beschädigten Wagen und der zwei beschädigten Lokomotiven des D 44

sowie die Bergung der Verwundeten und Toten m den Personenwagen durchgeführt.

Der Zusammenstoß erfolgte mit höchster Wucht gerade auf der Saalebrücke. Die Oberteile der Wagen lösten sich von den Fahr­gestellen, die zu einer mit Holzteilen vermengten unförmigen Masse von eisernen Schienen, Stangen und Rohren zusammengedrückt wurden, Ein Wagen­oberteil wurde in die Höhe gehoben und legte sich quer auf die Vorspannmaschine des D-Zuges. Ein Güterwagen blieb umgekippt und zur Hälfte über dem Wasser schwebend auf der Brücke hängen.

Ein Mann, der in dem Per>onenzug saß, wurde bei dem Zusammenprall durch das Wagendach hindurchgeschleudert und fiel auf das Geländer der Brücke. Dort hielt er sich etwa 20 Minuten fest. Man konnte jedoch durch das Eisengewirr nicht an ihn herankommen, so datz er sich schließlich in die Saale herunterfallen ließ. Der Sturz blieb für ihn wunderbarerweise ohne Folgen, so daß er schwimmend das Ufer erreichen konnte. Er be­teiligte sich dann noch an den Rettungsarbeiten, vor allem, um seine Frau zu suchen, die aber leider zu den Toten zählte.

(Fortsetzung auf Seite 2s

Minister der Nanklny-Negiecung ermordet

Kommunisten als laler / Standrecht über Nanking und kankau / Fortdauer der Studentenunrusten

Schanghai, 27. Dezember

Der frühere stellvertretende Außenminister und jetzige stellvertretende Verkehrsminister der Nan­king-Regierung, Tangyujen, wurde am Donners­tagnachmittag in seiner in der französischen Nieder­lassung von Schanghai gelegenen Wohnung er­mordet.

Die Täter, deren Zahl mit zwei bis drei ange­geben wird, lauerten dem von einem.Besuch heim­kehrenden Vizeminister auf und verfolgten ihn bis in sein Haus. Dort gaben sie im Treppenhaus etwa acht <ÄMsse auf ihn ab, von denen drei tra­fen. Tangyujen starb auf dem Wege zum Kranken­haus. Die Mörder konnten unerkannt entkommen.

Die Studentenunruhen in Schanghai halten weiter an. Ein Teil der Studenten hat noch am Mittwoch, um in Nanking scharfen Protest gegen die separatistischen Bestrebungen einzulegen, den Nordbahnhof in Richtung Nanking verlassen. Die beiden Züge, mit denen die Studenten abfuhren, waren von Polizeibeamten begleitet. Zwischen Sutschou und der Station Wuhsi wurden die Züge von den Polizeibeamten zum Stehen gebracht. Die Polizeibeamten forderten die Studenten zur Umkehr auf. Der Vahnverkehr nach Nanking ist noch immer unterbrochen.

Auf Befehl von Nanking hat der Kommandeur der Garnison in Wusung, einem Außenfort nörd­lich von Schanghai, den Belagerungszu­stand erklärt. Diese Maßnahme soll Ruhestörun­gen vorbeugen, die man seitens der Linksradikalen als Folge der Studentenkundgebungen für mög­lich hält.

Nanking, 27. Dezember.

Die Stimmung ist in Nanking unter dem Ein­druck dieses Mordes recht besorgt. Tangyujen. der als Anhänger Wangtschingweis japanfreund-

l ich gesinnt war, ist, wie man allgemein in Nan­king der Auffassung ist, von Kommunisten getötet worden, die eine Annäherung Chinas an Japan verhindern wollen.

Die Regierung hat jetzt auch über Nanking und Hankau das Standrecht verhängt. Diese Maß­nahme, die bereits gegen Schanghai getroffen worden war bedeutet ein Vorbeugen vor etwaigen kommunistischen Versuchen, die ursprünglich rein vaterländische Studentenbewegung auszunutzen zu einer Kraftprobe gegen die Regierung Tschiang- kaischeks.

Kommunistische vombenwerkstiitten

Rio de Janeiro, 27. Dezember.

In Rio de Janeiro wurden bei polizeilichen Nachforschung in einem Wohnhaus aus Anlaß einer Explosion umfangreiche Vorräte von Sprengstoffen und Bomben gefunden. Ein Mieter des Hauses gab nach längerem Verhör zu, daß er die Bomben und das Sprengmaterial imAuf- trage der Kommunistischen Partei aufbewahre. Es wurde festgestellt, daß die Kommunisten in der Stadt mehrere geheime Werkstätten unterhielten, in denen Bomben

hergestellt wurden. Es bestand der Plan, zu gleicher Zeit auf alle Kasernen in der Hauptstadt Sprengstoffanschläge zu verüben.

flngriff auf Frankreichs Freimaurerlogen

Paris, 27. Dezember

Im Zusammenhang mit der am Sonnabend in der Kammer erfolgenden zweiten Lesung über die Bünde ist ein Antrag des rechtsgerichteten Abgeordneten Dommange bemerkenswert, der die Auflösung der Bünde auch auf die sogenannten geheimen Vereinigungen ausgedehnt wissen will und es hierbei vor allem auf die Freimaurer­logen abgesehen hat.

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^.ukn. 8.-2.

Wie wir erfahren, hat unser Gauleiter Carl Rover Pg. Kurt Thiele zum Ganinspekteur für Vreme« ernannt.

Kurt Thiele trat im Januar 1823 in die Partei ein und baute die Ortsgruppe Eöttingen mit auf. 2m Jahre seines Eintritts in die Partei legte er auch den Grundstock zur ersten national­sozialistischen Buchhandlung in Norddeutschland mit dem Sitz in Eöttingen. Als ihn September 1923 seine berufliche Tätigkeit nach Vremerhaven führte, gründete er dort die Ortsgruppe Vre­merhaven. Während der Verbotszeit 1923/24 trieb Kurt Thiele den nationalsozialistischen Ge­danken im Kreise der Getreuen vorwärts, indem er alle 14 Tage Vortrüge über die Idee des Führers halten ließ. Als dann im Jahre 1925 das Verbot der NSDAP. aufgehoben wurde, wär Thiele der Neugrllnder der Ortsgruppe der NSDAP. in Vremerhaven. Unter der Mitglieds­nummer 8697 erwarb er sich um diese Zeit neu seine Mitgliedschaft bei der NSDAP., für die er dann wiederum ununterbrochen als unentwegter Kämpfer arbeitete.

Zum erstenmal trat Kurt Thiele in Bremen 1928 in einer außerordentlichen Mitgliederver­sammlung der NSDAP. hervor. Kurze Zeit darauf wurde ihm das Amt eines Uschla-Vorsitzer übertragen. Sein Eintreten für die national­sozialistische Weltanschauung veranlaßte den Gau­leiter Carl Röver, als dessen treuer Mit­arbeiter er angesprochen werden muß, ihm im September 1929 das Amt eines Kassen­wartes und im Dezember 1929 das Amt des Ortsgruppenleiters der NSDAP. fürBremenzu übertragen. Durch seine Tätig­keit als Kassenwart und Ortsgruppenleiter legte Thiele dann den festen Boden für die Aufbciu- und Werbearbeit der NSDAP. in Bremen. Unter seiner Leitung nahmen die Versammlungswellen in Bremen den Anfang.

Schon im Januar 1939 berief ihn der Gauleiter Carl Röver in seinen engeren Mitarbeiterstab und ernannte ihn zum Kreisleiterfllrdas .Kreisgebiet Vremen Stadt und Land und Amt Delmenhorst. Unter seiner Füh­rung rüstete im September 1939 der Kreis Vremen der NSDAP. zur Neichstagswahl.

Kurt Thiele ging aus diesem politischen Kampfe als erster nationalsozialistischer Vertreter für Vremen im Deutschen Reichstag hervor.

Seine erfolgreiche Tätigkeit beschränkte sich nicht- allein auf das Kreisgebiet Vremen, sondern sie ging sehr bald über das Kaugebiet Weser-Ems hinaus. Die Reichsorganisationsleitung der NSDAP erteilte dem altbewährten Kämpfer am 1. März 1932 den Auftrag zur Organisie­rung der Seeleute. Dieses große Aufgaben­gebiet, das Kurt Thiele von Hamburg aus zu be­wältigen hatte, brachte ihm den Erfolg ein, daß er bald nach Uebernahme seines neuen Amtes die stärkste Seemannsorganisation, in der ein groß Teil Mannichaften und Offiziere sich als Mit­kämpfer für die Idee Adolf Hitlers bekannte dem Führer melden konnte. Seine von ihm her­ausgegebene Monatszeitschrift erwarb sich in kurzer Zeit einen großen Anhängerkeis unter den Seeleuten. Am 2 Mai 1933 besetzte Kurt Thiele nnt Unterstützung der ihm zur Verfügung ge­stellten Kämpzer in Hamburg sämtliche Seemanns­verbände. Bereits Mitte Mai 1933 vereinigte er in der N SB O. - S ee m a n n s o r ga n i- sation sämtliche nationalen Seemannsver­bände. Bald daraus wurde dank feiner Arbeit diese Seemannsorganisation im Rahmen der N.-VO. zur Abteilung Seefahrt ernannt. Wiede­rum kurze Zeit darauf erhielt Kurt Thiele die