Ausgabe 
(23.12.1935) Nr. 354
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I Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rpf-, die 70 - mm - Zeile im Textteil 75 Rps.

I Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut

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Nr. Z54 / Z. Jahrgang

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5 Millionen Kinder beim deutschen Volk zu Vast

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Vr. Soebbels spricht bei 50000 weilinachtsfeiern des wftw.:wir feiern ein deutsches fest mit der gan;en Inner­lichkeit, deren unsere Volksseele sichlg ist / wir legen Hand an, lindern Not und kelsen Sorgen überwinden!"

Kampf der Verstädterung

Unser lagvsspivgel

Auf der gestrigen Volksweihnachtsfeier wur- llber S Millionen Kinder beschert.

Reichsstatthalter Sanckel übernahm im Na­me» des Führers das ehemalig jüdisch-marxi­stische Ausbeutungsunternehmen, die Simson- Wafsen-Werke in Suhl.

Völkerbundsminister Eden wurde zum eng­lischen Außenminister ernannt.

Eanz Bremen stand gestern im Zeichen der allen WHW-Betreuten bereiteten Volks­weihnacht.

2m Focke-Museum wurden zwei neue Aus­stellungen eröffnet.

I» weihevoller Weise beging Bremens SS. die Sonnenwendseier.

2n München fand die abschließende Be­sprechung über die Winterspiele in Earmisch- Partenkirchen statt.

Durch einen 2:1-Sieg über Arminia führen Werder-Bremen und Borusfia-Harburg mit je 1S:S Punkten in der Gauliga.

Eine überraschende 1:3-Niederlage mußte der VfB. Komet ,n Osnabrück einstecken.

für die große geulfchlands"

Dr. Leys Weihnachts- und Neujahrswünsche Berlin, 23. Dezember.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley übermittelt allen Mitarbeitern nachstehenden Weihnachts­und Neujahrsgruß:All meinen Mitarbeitern

der Reichsorganisationsleitung der NSDAP. und des Zentralamtes der Deutschen Arbeitssront so­wie allen Politische« Leitern, DAF.-Waltern und KdF.-Warten im Reiche wünsche ich ein srohes Weihnachtssest und ein glückliches Neujahr.

Die Parole des Jahres 1938 seiNun erst recht Krast durch Freude für die Größe und das Glück Deutschlands!"

kintzettNche Nusbttdung

Schassung einer Reichsinspektion sür Reit- und Fahrausbildung

München. 23. Dezember.

Die Oberste SA.-Führung teilt mit: Durch Verfügung des FührersundR e r H s. kanzlers wurde zum Zweck einer einheitlichen Ausbildung im Reiten. Fahren und in der Pferde­pflege bei den freiwilligen Reitverbänden (SA., ES. HJ, ländliche Reitervereine. Dienst am Werd. Reit- und Fahrschulen) die Stelle eines Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung geschaffen.

Der Inspekteur untersteht dem Stabschef der SA., der Obergruppenführer L i ß man n mit der Stellung beauftragt hat. Sämtliche Verbände, die sich mit der Ausbildung am Pferde befassen, sind den Ausbildungsanweisungen des Reichsinspek­teurs unterstellt, der sich durch Besichtigungen von ihrer Durchführung zu überzeugen hat. Der Reichsinspekteur läßt durch seine Beauftragten im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen des Heeres alljährlich im Frühjahr die Prüfungen zur Erlangung des ,.R e i t schei ne s" abnehmen. Dieser neueingeführte Reitschein gibt in Zukunft beim freiwilligen Eintritt in die Wehrmacht die Gewähr und bei der pflichtmäßigen Aushebung die Wahrscheinlichkeit zur Aufnahme in den selb st gewählten Truppenteil.

tandesgruppenleiter Kohle zurück

Rudolf Heß übermittelt Glückwünsche

Berlin, 23. Dezember.

Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz hat an den bisherigen Landes­gruppenleiter der NSDAP. für die Südafrika­nische Union, Pg. Professor Dr. Hermann Bohle, der nach fast vier Jahrzehnten Aus­ländsaufenthalt endgültig in die Heimat zuruck- kehrt, folgendes Telegramm gerichtet:Dem äl­testen Landesgruppenleiter der NSDAP. §ur Rüäkehr von schwerem Posten in die deutsche Heimat ein herzliches Willkommen."

Professor Bohle war seit 1906 ununterbrochen Professor an der Universität Kapstadt. VerM Ausbruch des Weltkrieges organisierte er den deutschen und österreichischen Hilfsverein zur Un- Astützung der Frauen und Kinder der deutschen Männer, die interniert wurden. 2m April 1932 gründete er den Stützpunkt Kapstadt der N-D- AP. Im Juni desselben Jahres wurde er zum Landesgruppenleiter für die Südafrikanische llnion ernannt und hat dieses Amt bis zu seinem 'fortganq vor wenigen Wochen inne gehabt. Bei üinem Abslbied von Kapstadt wurde Prozessor Bohle im Auftrag der Deutschen Gesandtschaft dr Pretoria das Verdienstkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes überreicht.

Berlin, 23. Dezember.

In Stadt und Land konnten gestern auf den von der Bewegung veranstalteten 30 000 Weih­nachtsfeiern annähernd 10 Millionen Volksgenossen als Zeichen sürsorgenden Gedenkens des Volksstaates Adolf Hitlers sür die minderbemittelten Volksgenossen große oder kleine Päckchen in Empfang nehmen.

Den Mittelpunkt der vielen Feiern bildete die vom Eaupropagandaamt Berlin veranstaltete Feier im Saalbau Friedrichshain. Ihr besonderes Gepräge erhielt sie durch die Anwesenheit des Gauleiters, Reichsminister Dr. Goebbels, dessen Weihnachtsansprache an die deutschen Kinder und ihre Eltern über alle Sender ins Land hinausgetragen wurde. Nachdem ein Wcih- nachtskonzert die Stunde vor der Feier ausgefüllt hatte, betrat der Gauleiter, Reichsminister Dr.

London, 23. Dezember.

Wie amtlich bekanntgegeben wird, ist der bis­herige Völkerbundsmimster Eden als Nachfolger Sir Samuel Haares zum Außenminister ernannt worden. Der Posten eines Völkerbundsministers wird nicht neu beseht werden.

Anthony Eden wurde am 12. Juni 1897 ge­boren. Er studierte in Eton und Oxford, wo er seine Schlußprüfungen in orientalischen Sprachen mit Auszeichnung ablegte. Seine Studienzeit wurde durch den Weltkrieg unterbrochen. Mit 18 Jahren zog er ins Feld und kämpfte in Flan­dern und an der französischen Front mit Aus­zeichnung.

Im Jahre 1923 wurde Eden als konservativer Abgeordneter für Warwick in das Unterhaus ge­wählt. Seine politische Laufbahn begann der neue Außenminister im Jahre 1924 als parlamentari­scher Privatsekretär des Unterstaatssekretärs im Innenministerium. Von 1926 bis 1929 war er parlamentarischer Privatsekretär des damaligen Außenministers Sir Austin Chamberlain. Der ersten nationalen Konzentrationsregierung, die im August 1931 gebildet wurde, gehörte er als Unter- staatssekretär im Außenamt an. In dieser Eigen­schaft vertrat er den damaligen Außenminister Sir John Simon mehrfach in Genf beim Völker­bund. Um ihm die Möglichkeit zu geben, seine gesamte Tätigkeit auf Völkerbundsfragen zu kon­zentrieren, wurde er im Jahre 1934 zum Lord­siegelbewahrer ernannt. Im Juni 1935 erhielt er Kabinettsrang und den Titel eines Völker­bundsministers.

Minister Eden beschäftigte sich besonders mit Abrüstungsfragen und unternahm im Auftrag der englischen Regierung mehrfach Reifen nach den wichtigsten europäischen Hauptstädten. Im März 1935 besuchte er gemeinsam mit Simon Berlin. In der letzten Zeit trat Eden besonders bei den Verhandlungen über den italienisch-abessinischen

Goebbels, mit herzlichen Heilrufen empfangen, die Stätte der Feier. Ein Fanfarenmarsch leitete die Feierstunde ein. Nachdem dann Orchester und Chor gemeinsam das Lied vom Tannenbaum zum Vortrag gebracht hatten, nahm Dr. Goebbels das Wort zu seiner Weihnachtsansprache, die selbst von den vielen Kindern in lautloser Stille ange­hört wurde. Der Reichsminister führte aus:

Meine lieben deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Wir haben am heutigen Abend in ganz Deutschland 5200000 Kinder mit ihren Elte.rn zu 30000 Weihnachtsfeiern zusammengerufen, um ihnen eine Festfreude zum Heiligen Abend zu bereiten. Alle diese Feiern sind rn diesem Augenblick durch die Aetherwellen miteinander verbunden, und ich habe jetzt das glückliche Gefühl, zu einer ungezählten Millionen- schar von deutschen Kindern zu sprechen. Denn es

Konflikt hervor und vertrat in Genf die britische Völkerbundspolitik.

Zu der Ernennung Edens schreibt Reuter u. a., daß Edens Ernennung im Unterhaus allgemein begrüßt werden würde. Er sei einer der soge­nannten jungen Leute die bereits früh in ihrer Laufbahn eine gewisse Bedeutung erreichten. Bald- wins Wahl habe zuletzt zwischen Neville Cham­berlain und Eden gelegen, aber Neville Chamberlain habe selber abgelehnt. Eden sei als Minister noch jung. Er könne aber sicher sein, daß er vom gesamten Kabinett und vom Unterhaus volle Unterstützung erhalte.

Die Ernennung des bisherigen Völkerbunds­ministers Eden zum englischen Außenminister als Nachfolger Hoares ist in jeder Hinsicht ein beson­ders interessanter Vorgang nicht nur für die eng­lische, sondern auch für Sie europäische Politik. Von dem in sachlicher und taktischer Hinsicht ge­scheiterten Friedensplan ist die englische Regie­rung jetzt wieder auf die strenge Völkerbundslinie und damit zur Fortsetzung der Sanktionspolitik

Uebersckwenglickes Moskau

Moskau, 23. Dezember.

Die Ernennung Edens zum englischen Außen­minister wird in Moskau mit lebhafter Genug­tuung aufgenommen. Bekanntlich wurde Eden bei seinem Besuch in Moskau im Sommer dieses Jahres von der Sowjetregierung überschwenglich gefeiert. In der Person Edens sah man die Ver­körperung des Strebens nach einer engeren Zu­sammenarbeit der beiden Mächte.

Die sowjetamtliche Telegraphenagentur, die am Sonntagabend ausführliche biographische An­

ist ein Fest für die Kinder, das wir am heutigen Abend begehen. Im ganzen Reich sind sie aus ihren armen Wohnungen und Hütten in den bunt und weihnachtlich geschmückten Sälen zusammen­gekommen und warten mit klopfenden Herzen auf die fröhliche Stunde der Festbescherung. Diese Feier, Ihr deutschen Jungen und Mä­del, will Euch das Deutsche Winterhilsswerk bereiten.

Die nationalsozialistische Frauenschaft, der Bund deutscher Mädel und die Hitlerjugend haben sich im Verein mit den Helfern der Nationalsozialisti­schen Volkswohlsahrt seit Wochen mit innerster Anteilnahme an den Vorbereitungen zu dieser festlichen Stunde beteiligt, mit einem Wort:

Das ganze deutsche Volk hat Euch zu Gast geladen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

zurückgekehrt. Sowohl die Anknüpfungsversuche mit der Türkei, mit Jugoslawien und Griechenland, mit denen England zu einer Rückversicherung im Falle eines englisch-italie­nischen Konfliktes zu gelangen wünschte, als auch die Ernennung Edens zum Außenminister, denn Eden war nicht nur dem Namen nach Völker­bundsminister, sondern er ist auch ein entschiedener Vertreter einer strengen Wlkerbundspolitik, zei­gen die Rückkehr auf die Linie der Sanktionen gegen Italien. An dieser Ernennung ist ferner der Umstand interessant, daß mit Eden ein Repräsentant der jüngeren Generation der englischen Politiker auf einen überaus wich­tigen und gerade gegenwärtig entscheidungsvollen Posten gelangt. Schon vor der Berufung Hoares zum Außenminister wurde u. a. begründet, daß Eden. der schon damals ernstlich in Betracht ge­zogen wurde, für dieses wichtige Amt noch zu jung sei. Wenn man diesen Einwand jetzt fallen ge­lassen hat, so ist das ein Beweis dafür, daß Vald- win die neuerliche Umkehr seiner Außenpolitik, also ihre Rückkehr zur früheren Linie, sehr deut­lich zu betonen wünscht.

gaben über Eden verbreitete, erwähnt die Mos­kauer Verhandlungen und fügt hinzu, Eden habe damals erklärt, daß es zwischen England und Sowjetrußland in keiner grundlegenden Frage der internationalen Politik gegensätzliche In­teressen gebe.

Keine englische Note an Spanien? Der spanische Außenminister, den man wegen der britischen Note betreffend Unterstützung durch militärische Sühnemaßnahmen befragte, erklärte, er wüßte von nichts.

Zur Gründung des HauptausschussesLandflucht" in der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung

Die nationalsozialistische Einstellung zur Pla­nung setzt voraus, daß jede einzelne Maßnahme in ihrer Auswirkung der Förderung des gesunden Volkes dient, auf keinen Fall aber das Leben des Volkes stört. Um bei einer Beurteilung in diesem Sinne die richtige Ent­scheidung treffen zu können, muß klar erkannt werden, wohin die augenblickliche Entwicklung der Volksstruktur führt und welche Folgerungen hier­aus zu ziehen sind.

Hierbei ergibt sich folgendes: Durch den be­stechenden Aufschwung von Technik und Zivilisa­tion übte die Stadt im 19. und 20. Jahrhundert eine magische Anziehungskraft auf die Bevölke­rung des Landes aus, die dadurch noch verstärkt wurde, daß scheinbar die wirtschaftlichen Lebens« bedingungen im städtischen Gewerbe und Handel günstiger sind als in der Landwirtschaft. Wäh­rend um 1800 auf dem Lande drei Viertel der Reichsbevölkerung lebte, wohnen heute bereits zwei Drittel in der Stadt, von diesen die Hälfte in der Großstadt. Wohin diese Entwick­lung führt, zeigt ein Vergleich der Geburten­ziffern von der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der heutigen Geburtenziffer. Auf 1000 Einwoh­ner kamen 18511860 im Jahresdurchschnitt 35,3 Lebendgeburten, im Jahre 1933 14,7. Dabei zei­gen die Großstädte im einzelnen noch schlechtere Zahlen auf, so z. V. die Stadt Berlin 1933 8,7.

Die Auswirkung der Landfluchtbewe­gung liegt somit klar: im städtischen Leben wird nicht nur der Mensch seelisch stärker aufge­rieben, sondern vor allem entspringt aus der übermäßigen Betonung des Intellekts in der Großstadt eine rationalistische Beurteilung der menschlichen Fruchtbarkeit, und als Folge davon ergibt sich der Geburtenrückgang. Er muß ret­tungslos zum Aussterben zunächst der einzelnen Familien, später aber des ganzen Volkes führen, wenn die Großstadt weiter dem Lande die besten und fruchtbarsten Kräfte entzieht. Hinzu kommt die untragbare Verschiebung der Bevölkerungs­verhältnisse auf dem Land: durch das Abwan­dern der jungen Arbeitskräfte in die Stadt müssen die zurückbleibenden Erwerbstätigen für eine unverhältnismäßig hohe Zahl von Kindern und Alten aufkommen.

Wir können heute das Rad der Zeit nicht zu­rückdrehen und ohne weiteres etwa die Hälfte der städtischen Bevölkerung wieder auf das Land setzen. Erstens einmal würden hierzu die see­lischen Voraussetzungen bei den auszusiedelnden Volksgenossen fehlen. Zweitens aber ist das Land nicht in der Lage, bei der heutigen wirtschaft­lichen Zusammensetzung einer derartigen Men­schenmasse die Existenzgrundlage zu bie­ten. Drittens würde eine solche Eewaltmaßnahme auch dem Lande den letzten Rest von gesunder Natürlichkeit nehmen, denn sie würde zu einer endgültigen Verstädterung des ländlichen Lebens führen. Wenn wir zur Erhaltung der Rasse und zur Hebung der Geburtenfreudigkeit eine Bin­dung des einzelnen Menschen an die Natur und an den Boden als unerläßliche Voraussetzung er­kennen, dann müssen wir uns darüber klar sein, daß wir den vorhandenen Raum nur auf Grund ganz eingehender Untersuchungen besiedeln können.

In den maßgebenden Stellen der Partei hat man diese Notwendigkeit klar erkannt, und so wurde vom Siedlungsbeaustragten im Stäbe dos Stellvertreters des Führers. Pg. Dr. Ludo- wici, die Akademie für Landesforschung und Reichsplanung gegründet, deren Aufgabe es ist, diese Untersuchungen im deutschen Raum als Vorbereitung der Siedlung und Planung durch­zuführen. Die Akademie hat in ihrem Haupt­ausschußLandflucht" unter Führung des Leiters des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, sämtliche wissenschaftlichen, staat­lichen und parteiamtlichen Stellen zusammenge­rufen, um hier bis ins einzelne landschaftlich aufgegliedert die psychologischen Zusammenhänge zu untersuchen, die die Landflucht heute noch stark begünstigen. Es wird hier zunächst einmal der ge-

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