Ausgabe 
(22.12.1935) Nr. 353
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parleiamtl.Iageszeilung der

Das flmtsblatt des Senats

Nationalsozialisten Vremens

der Zreien lfansestadt Dremen

1 9 Z S

I Anzeiaen-Grundprcife: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rpf., die 70 - nun - Zeile im Textteil 7s llps.

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I Preisliste ö (Nachlaßstäffel 6). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz lS Uhr.

I Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Frertag von 12V-—13U- Uhr.

Nr. Z5Z / Z. Jahrgang

Sonntag, 22. Vezember

kinzelpreis 1S Npf.

deutscher Soldatenbund gegründet

kameradschaftliche Verbindung der ausscheidenden Soldaten mit der aktiven Gruppe im Seist des Nationalsozialismus

Unser lagvsspiegsl

Zur Betreuung der aus der Wehrmacht aus­scheidenden Soldaten ist nunmehr der Deutsche Soldatenbund gegründet worden.

Die vier Heimattreuen von Eupen-Malmedy sind nach ihrer Ausweisung aus Belgien in Deutschland eingetroffen.

Nach abessinischen Meldungen soll Makale den Italienern wieder entrissen worden sein.

Der Große Faschistische Rat setzt sich in einer Entschließung für weiteren unerbittlichen Kampf ein.

Die Bremer Hitler-Jugend hielt an fünf ver­schiedenen Stellen Sonnenwend-Feiern ab.

/ Auf der Realschule des Westens wurde feier­lich die HJ.-Flagge gehißt.

Auf den großen und zahlreichen Volksweih­nachtsfeiern der NEDAP. des Kreises Bremen wird heute die Uebertragung der Rede Dr. Goebbels' den Höhepunkt bilden.

Der Eishockey-Länderkampf Deutschland — Polen endete mit einem 2:1-Sieg für Deutsch­land.

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Vom sichrer ausgezeichnet

Für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr Berlin, 22. Dezember.

Der FührerundReichskanzler hat mit Erlaß vom 27. November 1935 folgende Aus­zeichnungen verliehen:

s.) die Rettungsmedaille am Bande: dem llnterwachtmeister der Landespolizei Niko­laus Lauer in Koblenz, dem Leichtmatrosen Karl Luig in Düsseldorf, dem Revieroberwachtmeister der Schutzpolizei Walter Viehöfer inBerlin-Fried- richsfelde, dem Fischer Taver Weber in Landauan der Jsar, dem Schmiedegesellen Rudolf Wetzel in Schwarzenbery, dem Regierungsinspektor Joseph Zirn in Schwäbisch-Hall;

d) die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr: dem Formerlehrling Heinz Fischer in Wolgast, Kr. Ereifswald, dem Ünterwachtmeister der Landespolizei Werner von der Linden in Bonn, dem Revieroberwachtmeister der Wasserschutzpolizei Georg Nagel in Breslau, dem Arbeiter Eberhard Scheffler in Tharandt, dem Fabrikarbeiter August Weingart in Walters- bausen.

6auleiterNöoeraufdemvoolcholrberg

Delmenhorst, 22. Dezember.

In Begleitung des Kreisleiters Sturm- Delmenhorst und des Ortsgruppenleiters Strut- h o s s - Eanderkesee besichtigte Gauleiter Carl Röver die Arbeiten der Anlagen „Stedings- ehre". Er ließ sich über den Stand der Arbeiten berichten. Wie bekannt, erhält „Stedingsehre" eine völlige Umwandlung, da die bisherigen An­lagen zum Teil nur provisorisch errichtet waren.

5 Millionen Kinder werden beschert

Gemeinsame Weihnachtsfeiern im ganzen Reich

Berlin, 22. Dezember.

Nachdem in den vergangenen Tagen die NS.- Frauenschaft, der BDM. und die HJ. im Verein mit den Helfern der NSV. die letzten Vor­bereitungen für die Weihnachtsfeiern der vom WHW. Betreuten durchgeführt haben, werden heute auf 30 OOOWeihnachtsfeiernüber »200000 Kinder beschenkt werden, was nur durch die Bereitstellung der Geschenke durch alle Organisationen möglich war. Die Feiern beginnen gegen Abend mit Märchenspielen und Liedern. Es gibt Kuchen mit Kaffee oder Scho­kolade für die Kleinen. Um 19 Uhr wird in allen Feiern des Reiches die Weihnachtsansprache von Reichsminister Dr. Goebbels im Saal- bau Friedrichshain gehört werden. Alle Walter und ehrenamtlichen Helfer des Winterhilsswerks sowie die führenden Persönlichkeiten von Parier und Staat werden an dieser Volksweihnacht teil­nehmen und damit zum Ausdruck bringen, daß das ganze deutsche Volk mit den Kindern seiner ärmsten Volksgenossen zu dieser Stunde die ge­meinsame Weihnachtsfeier begeht.

KI. und SS. feiern Sonnenwende

Goslar, 22. Dezember

Die Reichssührung SS. begeht am heutigen «onntag, dem 22. Dezember, auf dem Brocken ihre Wintersonnwendfeier. Zum Zeichen der engen kameradschaftlichen Zusammenarbeit, die sich vor allem im kommenden Jahr auf dem Gebiete der Kulturarbeit zeigen wird, nehmen an dieser Win­tersonnwendfeier zahlreiche Vertreter der Rsichs- jugendsührung teil. Außer dem Reichssührer r:S.. der die große Feuerrede hält und die feierliche Uebergabe der Feuervcrpflichtung an die HJ. voll­ziehen wird, spricht als Vertreter der Roichs- jugendführuiig Oberqebietsfllhrer Eer:s. Legen Rede durch ein Chorlied der Hitler-Jugend abge­schlossen wird.

Berlin,. 22. Dezember.

Mit Einverständnis des Führers und Reichs­kanzlers hat der Reichskriegsminister den Ober­befehlshaber des Heeres beauftragt, einen „Sol­datenbund" des neuen Heeres zu bilden. In die­sem Bunde sollen alle seit dem 1. Januar 1921 aus dem Reichsheer oder neuen Heer ausgeschie­denen und die in Zukunft ausscheidenden Solda­ten, die sich ihm freiwillig anschließen wollen, zusammengefaßt werden.

Damit ist neben den NS.-Deutschen Marine­bund, in dessen Kameradschaften die aus der Kriegsmarine entlassenen Soldaten auch weiterhin ihren Zusammenschluß finden, und neben die Puftwaffenreserve, in die die aus der Luft­waffe ausscheidenden Soldaten übergeführt wer­den, die entsprechende, bisher noch fehlende Orga­nisation für das Heer getreten.

Zugleich ist durch Schließung dieser Lücke auch die im Interesse reibungsloser Zusammenarbeit liegende klare Abgrenzung der Arbeits­gebiete festgelegt worden: im neuen „Sol­datenbund" werden in Zukunft die Belange der Reservisten des neuen Heeres ihre Vertre­tung finden, im Kyffhäuserbund und den übrigen Soldatenbünden diejenigen der ehemali­gen Angehörigen der altem Wehrmacht.

Zum Bundesführer hat der Reichskriegs­minister den General der Infanterie a. D. Frei­herr Seutter von Lötzen, zu dessen Stell­vertreter den Gauleiter, Oberpräsidenten und Staatsrat Schwede-Koburg, Bundespräsidenten des „Reichstreubundes", ernannt.

Zweck des Soldatenbundes ist es, an den ent­lassenen Soldaten die Aufgabe fortzuführen, die der Führer im Herbst dieses Jahres in Nürnberg der aktiven Wehrmacht gestellt hat: „Ihre Ange­hörigen zu zuverlässigen und anständigen Volks­genossen zu erziehen, die sich in der Stunde der Not und Gefahr in Treue mit der Nation ver­bunden fühlen, und die, wenn je das Schicksal sie vor die härteste Probe stellen sollte, tapfer die Freiheit ihres Volkes verteidigen." Daneben will der Soldatenbund seine Mitglieder in lebendiger Kameradschaft mit der aktiven Truppe halten und unter ihnen Kameradschaft und die Erinnerüng an die gemeinsam verbrachte Dienstzeit pflegen. Er will auch in die jungen Soldaten den Stolz auf die großen Traditionen unseres Heeres einpflanzen und in ihnen die Er­innerung an die Taten ihrer Vater wach halten. Er will ferner seinen Mitgliedern praktische Hilfe «„gedeihen lassen, indem er die nach ehrenvoller Dienstzeit ausscheidenden Soldaten, insbesondere die Versorgungsanwärter, beim Üebergang in

einen bürgerlichen Beruf mit Rat und. Tat unter­stützt. Zu diesem Zweck wird der „Reichstreubund" in den „Soldatenbund" eingegliedert.

Wie das Heer und die übrigen Wehrmachts­teile, so steht auch der „Soldatenbund" auf dem Boden nationalsozialistischer Welt­anschauung. Treue zum Führer, dem Schöpfer und Obersten Befehlshaber der neuen Wehr­macht, und soldatischer Gehorsam bestimmen seine Grundhaltung.

Seinem Wesen und Zweck entsprechend und dem Willen des Führers folgend ist der „Soldaten­bund" eine unpolitische Vereinigung. Daher gilt für die Vetätigung der Mitglieder im Bunde der gleiche Grundsatz wie im Heer: daß der Soldat seinem Vaterland zu dienen, aber keine Politik zu treiben hat. Außerhalb des Bundes ist jedes Mit­glied in seiner staatsbürgerlichen Betätigung frei. Mitglieder des Bundes, die sich aktiv politisch oder weltanschaulich betätigen wollen, können und sollen daher außerdem den Gliederungen der Partei, z. V. SA. oder SS., beitreten. Doppelmitglied­schaft zu ihnen und dem „Soldatenbund" ist zu­lässig.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Sicherung des notwendigen tebensbedarss

Sie Unterstützung der flngetzörigen der Velzr- und flrbeitsdienstpstiHtigen /

Berlin, 22. Dezember.

Die bereits angekündigte Verordnung des Reichsministers des Innern über die Unterstützung der Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Arbeits dien st Pflich­tigen nebst Durchführungsvorschriften ist am 19. Dezember erlassen worden.

Die Familienunterstlltzung hat nicht den Cha­rakter der öffentlichen Fürsorge und ist daher nicht zurückzuerstatten.

Sie wird von den Stadt- und Landkreisen auf Kosten des Reiches als staatliche Aufgabe durchge- führt. . Unter st lltzungsberechtigt sind die nach bürgerlichem Recht unterhaltungsberechtigten Angehörigen des Einberufenen (Ehefrau, eheliche und für ehelich erklärte Kinder, Verwandte der aufsteigenden Linie, Stief- und Pflegekinder), wenn der Einberufene bis zur Einberufung ganz oder überwiegend der Ernäher gewesen ist, ferner uneheliche Kinder, wenn der Einberufene seine Vaterschaft anerkannt hat oder wenn seine Unter­haltspflicht gerichtlich festgestellt ist.

Die Unterstützung wird durch den Stadt- oder Landkreis gezahlt, in dessen Gebiet der unter-

stützungsberechtigte Angehörige wohnt oder sich nicht nur vorübergehend aufhält. Der Antrag kann bei diesem Stadt- oder Landkreis oder bei dem Bürgermeister der Aufenthaltsgemeinde ge­stellt werden. Beizufügen ist eine Bescheinigung des Truppen- (Marine-) Teils oder der Arbeits- dftnstabteilung über die erfolgte Einstellung, der Mietvertrag und ein Nachweis, daß der Antrag­steller zu den genannten Angehörigen des Ein­berufenen gehört.

Die Unterstützung ist so bemessen, daß sie zur Sicherung des notwendigen Lebensbedarss aus­reicht. Dabei wird auf die bisherigen Lebensoer- hältnisse Rücksicht genommen.

Neben der richtsatzmäßigen Unterstützung wer­den, soweit erforderlich, Mietsbeihilfen gewährt. Eigenes Einkommen dos Unterstützungs- berechtigten wird grundsätzlich angerechnet. Außer Ansatz bleiben jedoch ein Teil des Arbeits­verdienstes, bestimmte Bezüge der Kriegs­beschädigten, deren Solde und deren Unterstützun­gen der NSDAP., Leistungen der Wochenhilse und andere. ^

Keine ZurückerstaMmg -er vetröge

Die Unterhaltspflicht der Verwandten geht der Familienunterstützung vor.

Von Mitgliedern einer Familiengemeinschaft (Haushaltsgemeinschaft) wird darüber hinaus erwartet, daß sie das Aufbauwerk des Führers an der Wehrmacht und dem Arbeitsdienst auch ihrerseits dadurch fördern, daß sie im Rahmen des ihnen Zumutbaren und nach Maßgabe der ver­fügbaren Mittel und Kräfte die in ihrer Haus­haltsgemeinschaft lebenden Angehörigen der Ein­berufenen unterstützen.

non. löst sich auf

Berlin, 22. Dezember.

Der Reichsverband Deutscher Rund­funkteilnehmer e. V. hat seine Auflösung beschlossen, da seine Aufgaben, die in der Durch­setzung einer nationalsozialistischen Rundfunkpoli­tik bestanden, erfüllt sind. Die technischen Ver- bandseinrichtungen werden, soweit sie nicht zur Liquidation benötigt werden, den Funkstellen- leitern der Partei übergeben werden. Im Saar­gebiet wird der Verband mit Rücksicht auf die be­sonderen rechtlichen und politischen Verhältnisse bis zum 31. März 1936 fortgeführt.

Iwr IVeikuacktswann killt seinen Linung bei unseren Soläuten Luknakws: Loderl-Siicksrckisiwt

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englische teftrübung

* Bremen, 22. Dezember.

Nun haben wir es oft genug und auch sehr nach­drücklich gehört. Der Pariser Friedensplan ist tot. Also müssen wir es wohl auch glauben, wenngleich es politisch scharfblickende Leute geben soll, die be­haupten, daß gar nicht einmal so sehr der Plan als vielmehr die Kollektivpolitik Genfer Gepräges tot sei und zwar — mausetot.

Wie schrieb doch „Daily Telegraph" am Tage vor der großen Unterhausaussprache? „Die bri­tische Regierung hat während des letzten Jahres mit größtem Krafteinsatz für kollektives Vorgehen und kollektive Sicherheit gekämpft. Wenn der Premierminister morgen dem Lande mitteilt, daß die Waffe der Völkerbundssatzung in seinen Händen zerbrochen ist, weil der Völkerbund nicht bereit war, gemäß Laoals Worten zur brutalen Anwendung aller Sühnemaßnahmen zu schreiten, so wird das wohl die überzeugendste Beweis­führung seiner Rechtfertigungsrede sein."

Nun, der Premierminister hat betont, daß die Waffe der Völkerbundssatzung in seinen Hän­den zerbrochen ist. Und niemand hat daran zwei­feln können. Denn hätte die Waffe ihre Schuldig­keit getan, dann hätte sich Hoare bestimmt nicht bereit gefunden, für den Pariser Friedensplan sich einzusetzen, an dessen Stelle ja ruhig die Oelsperre mit allen daraus erwachsenden Fol­gerungen treten konnte. Aber an der Oelsperre wollte Hoare ganz einfach darum nicht fest­halten, weil England dann bei Eröffnung der italienischen Feindseligkeiten im Mittelmeer ein­sam gestanden hätte und England sich dafür be­dankt, das Risiko eines zur Wahrung der Völ­kerbundssatzung zu führenden Kriegs allein zu tragen.

Nun ist man zwar von allen Seiten über den Friedensplan hergefallen. Sir Hoare, der mit der ganzen Verantwortung dafür behaftet, zurücktreten mußte, dürfte jetzt einigermaßen neu­gierig auf die Beantwortung der mit eiserner Folgerichtigkeit von London aus an die Völker- üundsstaaten gestellten Frage: „Wer ist für militärische Sanktione n?" warten. Denn, weil es sich natürlich zeigen wird, daß keiner der Völkerbundsstaaten außer England für militärische Sanktionen ist, muß sich von selbst ganz klar die Notwendigkeit ergeben, doch irgendwie eine einigermaßen erträgliche Ver- haudlungsgrundlage für die Möglichkeit eines Friedens zwischen Italien und Abessinien zu suchen, auf daß — was doch anscheinend der heißeste Wunsch der Mächte in Genf ist — der Friede endlich hergestellt werden kann. Eine er­träglichere Grundlage als den Pariser Plan zu sinken, ist somit nunmehr die Aufgabe der Kollek­tivität des Völkerbundes, die, falls es ihr nicht gelingt, nun ihrerseits eine friedliche Regelung vorschlagen, dann folgerichtig doch zu der „brutalen Sanktionspolitik" greifen müßte.

Die Frage, wer ist für militärische Maßnahmen, bleibt also eine Beantwortung dringend erheischend bestehen. Und da man nach all dem, was England mit dem Vorschlag der Oelsperre gegen Italien erlebt hat, kaum noch annehmen darf, daß die Völkerbundsstaaten ge­willt sind, sich in Bereitschaft zu setzen, um jedem Angriff Widerstand zu leisten, der im Mittel­meer gegen irgendeinen Völkerbundsstaat unter­nommen werden könnte, wird man sich jetzt schon sagen dürfen, wie diese Frage beantwortet wird. Das heißt: man wird sich sagen können, daß diese Frage unmittelbar überhaupt keine Beant­wortung findet und mittelbar lediglich die, daß alle von der Frage betroffenen Mächte sich hinter die Ausrede verstecken werden, man sei zu militärischen Sanktionen nicht vorbereitet..

Das letzte, das ausschlaggebende Hilfsmittel um gegen einen die Völker­bundssatzungen verletzenden Angreifer erfolgreich vorzugehen, nämlich die Gewalt, ist eben/wie die Entwicklung der Dinge lehrt, trotz aller theoretischer Kollektivität in Genf praktisch einfach darum nicht anzuwenden, weil die Anwen­dung ein großes militärisches Risiko in sich birgt. Das aber ist es, was England soeben an Hand des italienisch-abessinischen Streitfalles vor aller Welt gründlich durchexerziert hat. Und wie immer die englische Öffentlichkeit und das englische Parlament auf die Politik der englischen Regierung geantwortet haben mögen, und ob­gleich Sir Hoare, der Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle, dabei in die Wüste gehen mußte: mit dem Ergebnis der Lehrübung, d. h. mit der alle Welt plötzlich gewordenen Klarheit über den Wert der Genfer Kollektivpolitik, kann die eng­lische Regierung bestimmt zufrieden sein. Sir Hoare hat das Ergebnis in unwiderlegliche Worte zusammengefaßt, als er im Unterhaus ausrief: „Ohne aktive Zusammenarbeit ist die kollektive Sicherheit nicht möglich und ohne kollek­tive Zusammenarbeit gehtderVölkerbund zugrund e !" Und wer immer auch nur einiae-- maßen politisch zu denken versteht, weiß iomit »m die Dinge Bescheid

Was nun den Friedensplan anbelangt !o kann man tatsächlich der Meinung sein, daß er vielleicht doch noch nicht so tot ist. wie das so allgemein an­genommen wird: jedenfalls noch nicht'so tot wie die Genfer Kollektivität. „Matin" will wissen, daß noch am Donnerstag bei einer Unterredung