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Nationalsozialisten Vremens
der Zreien Hansestadt vremen
1 g z s
Nr. 269 / 5. ZaHrgang
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Sonntag, 2S. September
kkn;elprets 15 Npf«
Nosenberg und seinen KampfgefSbrten zum grüß
Her erfolgreichen strdeit der Keichsbundtagung für deutsche Vorgeschichte in Vremen ein Sieglieil!
tlnssr Jagesspisgsl
Die Tagung für deutsche Vorgeschichte wurde gestern abend hier in Vremen mit Begrüßungsfeier und Eröffnungsvortrag eingeleitet.
2m Beisein von Spitze» der Regierung und Bewegung des Gaues Weser-Ems nahm gestern Reichsverkehrsminister Eltz von Rii- benach die feierliche Einweihung des Küsten- tanals vor.
Das Memelland steht unmittelbar vor den Wahlen weiterhin im Zeichen des litauischen Terrors.
Für die Einberufung zum Wehrdienst werden wichtige Bestimmungen bekanntgegeben.
Es ist nunmehr ein Gesetz erlassen worden zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche.
Ueber die Gewährung von Beihilfen an bedürftige kinderreiche Familien teilt Staatssekretär Reinhardt nähere Einzelheiten mit. Für Oktober, November und Dezember werden Vezngs- und Verbilligungsscheine für Speisefett ausgegeben.
Die italienische Presse erörtert erneut die Frage eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund.
Mau rechnet im italienisch-abessinischen Konflikt damit, doch es noch zu einer „Dreier-Besprechung" kommt.
Der ungarische Ministerpräsident Eömbös ist in Berlin eingetroffen.
See sichrer in kssen
Essen, 29. September.
Der Führer stattete am Sonnabsndvormittag den Krupp-Werken in Essen einen Besuch ab. Er besichtigte unter Führung von Dr. Krupp von Bohlen und Halbach einige Abteilungen der Werke. Die Arbeiterschaft der Krupp-Werke bereitete in jeder Halle von neuem dem Führer einen stürmischen und jubelnden Empfang. Immer wieder sah man den Führer umringt von Hunderten von Arbeitern im Werkklsid, die ihm die Hand drücken und ihm danken wollten. Gegen Mittag verlieh der Führer Essen.
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fldolf Hitler begrüßt alte KSmpfer
Bad Eodesberg, 29. September.
Der Führer, der am Freitag in Eodesberg weilte, nahm am Abend Gelegenheit, 89 alte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, die als Gäste der Angestellten der Stadt Köln am Rhein weilen, einzeln mit Handschlag zu begrüßen. Ferner hatten im Verlaufe des Abends die Angehörigen des Lehrganges der Reichssührermnen- Schule des BDM. in Eodesberg Gelegenheit,
Für einen Pfennig zum Bückeberg!
Der Kilometerpreis für die Fahrt zum Bückeberg beträgt nur einen Pfennig. Meldet euch zu den Sonderziigen!
einige Zeit im Rheinhotel Dressen Gäste des Führers zu sein und den Führer in ihrer Mitte zu sehen. Am Abend veranstaltete die Stadt Godes- oerg zu Ehren des Führers auf dem Rhein ein großes Feuerwerk, Die Anwesenheit des Führers hatte Tausende von Volksgenossen nach Godes- berg geführt die am Schlug des Feuerwerks dem Führer spontan eins begeisterte Huldigung bereiteten.
Telegramm an den sichrer
anläßlich der Eröffnung des Küftenkanals Oldenburg, 29. September.
Anläßlich der Eröffnung des Küftenkanals wurde an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm gesandt: „Bei der Eröffnung des Küftenkanals gedenken wir in dankbarer Freude des Führers und Reichskanzlers.
Freiherr Eltz von Rübenach, Carl Rover, Joel, Freiherr von Luninck.
fln alle deutschen Handelsschiffe
An Hindenbnrgs Geburtstag Flaggen aus Halbmast
Hamburg, 29. September. Der Führer der deutsche« Seeschiffahrt hat an e deutschen Handelsschiffe folgendes §uuk- legramm herausgehen lassen: „ ^ ^
„Aus Anlaß der Wiederkehr des Geburtstages s verewigten Reichspräsidenten Eencralfeld- arschall von Hindenburg setzen am 2. Oktober 3S: 1. alle im Hafen liegenden deutschen Han- lsschisfe die Sonntagsflaggen. 2. alle aus See findlichen deutschen Handelsschiffe die Handels-
""" LKW-, .-.M-. s«!«»,.»--
^ez>: Eßberger.
* Bremen, 29. September.
Reichsleiter Alfred Nosenberg, Beauftragter des Führers zur Ueberrvachung der weltanschau-- lichen Erziehung der nationalsozialistischen Bewegung, weilt mit seinem nächsten Mitarbeiter auf dem Gebiete der Rassen- und Vorgeschichts- forschung, Prosessor Günther und zusammen mit unserem Gauleiter. Reichsstatthalter Carl Rover zur zweiten Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte heute hier in Bremen.
Die ganze nationalsozialistische Bevölkerung unserer Stadt begrüßt in Alfred Nosenberg den Mann, den der Führer mit seinem höchsten Vertrauen auszeichnete, als er ihm die weltanschauliche Schulung der nationalsozialistischen Bewegung übertrug, den Mann. der im Mittelpunkt der bedeutsamen Tagung steht und ist sich dessen voll bewußt, daß, was der unbestechliche und unerbittliche Vorkämpfer für deutsche Rassen- und Geschichtsforschung an neuen Erkenntnissen zur Ausweitung des deutschen Eesichtsbildes hier zu sagen hat, grundlegend und zielweisend sür das ganze nationalsozialistische Deutschland sein wird.
Es gibt keine wahre Geschichtsbetrachtung als die, welche ausgeht von dem Erbgut, das uns als Erbanlagen von den Ahnen kam und das, — ebenso wie es, vom Führer neu erweckt, heute in
uns schaffend und schöpferisch wirksam ist, — auch schon vor vielen tausend Jahren in unseren Ahnen tätig war, deren Entschlüsse bestimmte und deren Handeln leitete. Keiner, außer dem Führer, hat in den Jahren des gigantischen Ringens um die Seele des deutschen Volkes so früh schon und so leidenschaftlich wie Alsred Nosenberg sür diese Erkenntnis gefochten und keiner, außer dem Führer, dasür so viel Feindschaft, so viel Haß, so viel Mißdeutung und so viel Verleumdung erfahren.
Aber siegreich wie der Führer selbst, steht heute, nachdem der Rassegedanke sich unaufhaltsam Bahn brach, Alsred Nosenberg als Adolf Hitlers Bannerträger aus dem kulturpolitischen Flügel der vielfach gegliederten nationalsozialistischen Front und kann mit berechtigtem Stolze von sich sagen, ruhmreich gekämpst und in des Führers Sinn alles getan zu haben, was zur Erneuerung einer teils schiefen, teils verschütteten Geschichtsbetrachtung in anderthalb Jahrzehnten geschehen konnte.
Indem wir aber Alfred Rosenvergs unvergängliche Leistung ausweisen, gedenken wir auch seines treuen Kampfgefährten und Mitarbeiters, Professor Günthers, der wie Reichsleiter Rosen- berg gleichfalls zur vorgeschichtlichen Tagung
hierherkam. Den verdienstvolle» Gelehrten, den der Führer soeben erst in Nürnberg durch persönliche Ueüerreichung des neugestifteten Preises für Wissenschaft ausgezeichnet hat, begrüßen wir mit Alfred Nosenberg auf das herzlichste.
Mit Alfred Nosenberg und Prosessor Günther wohnt noch ein weiterer konsequenter Vorkämpfer des Rassegedankens und der Borgeschichtssorschung der bedeutsamen Tagung bei: Carl Röver, unser Gauleiter und Reichsstatthalter, der bewährte Verfechter und Hüter nationalsozialistischen Gedankengutes im Gau Weser-Ems. Ihm, der selbst mehr die Tat als das Wort liebt, brauchen wir nicht erst noch besonders zu versichern, wie stets das nationalsozialistische Vremen sich freut, ihn bei sich zu sehen.
Carl Röver, Alsred Nosenberg und Professor Günther entbieten wir im Namen der Bevölkerung Bremens an diesem Tage herzlichsten Willkomm, zugleich aber auch allen anderen Teilnehmern und Mitarbeitern an der Tagung, nicht zuletzt den Männern des National- sozialistischen Lehrerbnndes und der Deutschen Studentenschaft.
Ihnen allen zur erfolgreichen Arbeit ein
ä.
dreifaches Sieg-Heil!
Litauen ist schuld!
Line sonderbare Venkschrist der NgilalarmSchte des Memelstatuts — diplomatische Schritte in verlin
Gens, 29. September
Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht ein mit dem 27. September datiertes Schreiben, das die Vertreter Frankreichs, Englands und Italiens an den Präsidenten des Völkerbundsrates über die Memelfrage gerichtet haben.
Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: Herr Präsident! Wie der Völkerbundsrat sich wiederholt überzeugen konnte, haben es sich die Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens immer angelegen sein lassen, gemäß der Konvention vom 8. Mai 1924 über die Anwendung des autonomenRegimes im Memelgebiet zu wachen. Sie haben demgemäß darauf hingewirkt, daß geeignete Maßnahmen erlassen würden, um die Erregung zu beschwichtigen, die sich im Laufe der letzten Jahre unter der Bevölkerung des Gebietes gezeigt hat, ferner um vertrauensvolle Beziehungen zwischen gewissen örtlichen Behörden und der litauischen Regierung wiederherzustellen und ein normales Arbeiten der durch das Statut vorgesehenen Einrichtungen zu sichern. Durch eine öffentliche Erklärung hat die litauische Regierung bekanntgegeben, daß die auf den 29. September anberaumten Wahlen nicht aufgeschoben würden, daß sie sich gemäß den früheren Gesetzen vollziehen würden mit den einzigen Aenderungen, die durch das Gesetz vom 18. August eingetreten sind, deren Tragweite begrenzt ist und die die Aufrichtigkeit der 'Volksbefragung nicht beeinträchtigen können, sowie schließlich, daß die Ungleichheit nicht anonyme Gruppen sondern eine begrenzte Anzahl bestimmter Personen treffen würde.
Die drei Regierungen gaben andererseits die volle Zusicherung, daß der neue Landtag nach Beendigung der Wahlhandlung innerhalb der gesetzlichen Fristen zusammentreten und das Direktorium gemäß den Bestimmungen des Statuts gebildet werden wird. Sie sind der Auffassung, daß damit die litauische Regierung ihren aufrichtigen Wunsch bekundet hat, zur Be
friedung der Geister beizutragen und durch Sicher- stellung des normalen Arbertens des Statuts eine Entspannung in den deutsch-litauischen Beziehungen herbeizuführen.
Um auf anderem Wege zu dieser Entspannung beizutragen, haben die drei Regierungen die deutsche Regierung von diesem Sachverhalt in Kenntnis gesetzt und dabei die Hossnnng ausgesprochen, daß diese Anlaß nehmen werde, ihrerseits die gleiche Absicht zu bekunden, und, indem sie in dieser Hinsicht alle geeigneten Maßnahmen ergreift, zur Befriedung und Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Reich und Litauen beizutragen. Die Vertreter der drei Regierungen wünschen, daß die vorliegende Mitteilung dem Völkerbundsrat zur Kenntnis gebracht wird.
Zur Bekanntgabe der auch der Reichsregierung überreichten Denkschrift an den Völkerbund durch die Signatarmächte des Memelstatuts stellen wir folgendes fest: Wie den Botschaftern Frankreichs, Großbritanniens und Italiens gegenüber bei ihrem Schritt im Auswärtigen Amt von deutscher Seite nachdrücklich betont wurde, kommt es bei der Beurteilung des Problems allein auf die Tatsache an, daß es ausschließlich Litauen gewesen ist, das seit einem Jahrzehnt durch die dauernde Verletzung internationaler Verpflichtungen und die fortgesetzte Verfolgung deutsch stämmiger Me- melländer schließlich eine unmögliche Lage geschaffen hat.
Die Signatarmächte selbst haben diese Lage als unhaltbar und abhilfebediirstig bezeichnet. Sie müßten sich daher darüber klar sein, daß die Beunruhigungen im deutschen Volk eine durchaus berechtigte Reaktion gegen die dauernde Entrechtung und Mißhandlung deutscher Stammesbruder
ist. Es liegt ausschließlich bei der litauischen Regierung, durch eine grundlegende Umstellung ihrer Politik in Memel rechtmäßige Zustände wiederherzustellen und dadurch Ruhe und Ordnung zu schassen.
Die drei Signatarmächte haben mit ihrer Note an den Völkerbund den Versuch gemacht, die Ver- antwortung für die Einhaltung des Memelstatuts von sich auf den Völkerbund abzuwälzen. Der Völkerbund hat mit dem Memel- statut nicht das geringste zu tun. Es ist Sache der Signatarmächte, sür die Einhaltung des Statuts Sorge zu tragen, Wenn die Signatarmächte dieser Verpflichtung nicht nachkommen, kann jede Macht die Signatarmächte auf ihre Verpflichtungen aufmerksam machen und auch die durch die nationale Sicherheit gebotenen Maßnahmen treffen, wenn die Signatarmächte nicht die Ordnung im Memel- gebiet aufrechterhalten können. Zum zweiten haben die Signatarmächte in ihrer Note den Versuch unternommen, Deutschland zu einer Partei in dieser Angelegenheit zu machen. Deutschland ist aber nach dem Memelstatut nicht irgendwie Partei in Sachen des Memellandes; Parteien sind vielmehr Litauen und die Signatarmächte. Deutschland steht außerhalb des Memelstatuts, aber mit dem selbstverständlichen Recht, alles zur Abwehr der Unterdrückung zu tun, welche die Deutschen im Memelgebiet erleiden müssen, und mit dem Recht, sowohl Litauen wie die Signatarmächte auf die Verletzungen ihrer Pflichten gebührend hinzuweisen. Die Signatarmächte haben schon bei der Vorsprach« der Botschafter im Auswärtigen Amt eine entsprechende Antwort erhalten. Die Botschafter konnten auch darauf hingewiesen werden, daß die öffentliche Meinung besonders in England, aber zum Teil auch in Frankreich und Italien, ganz anderer Ansicht ist als die Regierungen, die durch den Schritt in Berlin und die Note an den Völkerbund sich gewissermaßen der Mittäter- schaft bei der Verletzung des Memelstatuts durch Litauen schuldig gemacht haben.
Kehrt Italien 6ens den Nucken!
Vertagung der Völkerbundsversammlung / Um dle kntsendung neutraler Veobachter nach flbeslmlen
Genf, 29. September.
Die Völkerbundsversammlung hat Sonnabend vormittag ihre programmäßigen Arbeiten abgeschlossen und sich bis auf weiteres vertagt, um im Falle einer Verschärfung des italienisch-avessini- schen Konfliktes jederzeit ohne weisere Formalitäten wiederzusammentreten zu können.
Der tschechoslowakische Außenminister Benesch schloß die Sitzung mit einer Ansprache, in der er die Arbeit der diesjährigen Versammlung würdigte. Er erwähnte dabei auch die Abrüstungsfrage und erklärte, die Tatsache, daß in diesem Jahr keine Aussprache über die Abrüstung stattgefunden habe, bedeute keinen Verzicht auf die Hoffnung, daß trotz der Schwierigkeiten des Augenblicks die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten wiederaufnehmen werde.
Der Dreizehnerausschnß des Völkerbundsrates hat Sonnabend vormittag eine Sitzung abgehalten. Es wurde beschlossen, das letzte Telegramm des Kaisers von Abessinien der italienischen Regierung zu übermitteln und zwar soll die italienische Regierung sich zu dem Vor - !chlag der Entsendung neutraler Beobachter und zu der Erklärung, daß ein italienischer Angriff auf Abessinien bevorstehe, äußern. Außerdem hat der Ausschuß die Ausarbeitung des historischen Teiles des Berichtes in
Angriff genommen. Die nächste Sitzung soll am Donnerstag stattfinden.
Der italienische Ministerrat hat die Linien für seine Haltung in der unmittelbarsten Zukunft folgendermaßen festgelegt: Italien wird den Völkerbund bis zu dem Tage nicht verlassen, an dem der Völkerbund nicht selbst in vollem Umfange die Verantwortung für „Maßnahmen" übernommen haben wird, die Italien treffen. Die faschistische Regierung erklärt in der feierlichsten Weise, daß sie alles vermeiden wird, was den italienisch-abessinischen Konflikt auf ein weiteres Gebiet ausdehnen könnte.
Der Ministerrat stellte schließlich fest, daß das italienische Volk geschlossen um die Wahrzeichen der faschistischen Revolution stehe. Das werde es in der allernächsten Zeit der Welt mit einer bürgerlichen Mobilmachung zeigen, die in der Geschichte ohne Beispiel sei.
Der Gedanke eines Austritts Jta- liens aus dem Völkerbund wird übrigens in der norditalienischen Presse wieder stark erörtert. Italiens Geduld sei groß, schreibt „Eorriere della Sera", wenn aber die Zugehörigkeit Italiens zu dieser Einrichtung nur von Schaden sei, dann werde man dieser treulosen Gesellschaft Lebewohl sagen müssen. „Gazetta del Popolo" versichert aufs neue, daß Sühnemaßnah-
men Krieg bedeuten würden. Wenn der Völkerbund wünsche, daß Italien Genf verlasse, so brauche er nur noch kurze Zeit auf dem bisherigen Wege fortzufahren. Die Schließung des Suez- Kanals und die wirtschaftliche Blockade könnten von Italien, so meint „Eiornala d'Jtalia", nur als unmittelbare und unzweideutige Kriegshandlungen betrachtet werden, die als solche auch sofort den Verteidigungskrieg auslösen würden. Nach italienischer Auffassung', so betont das Blatt weiter, sollte der Streit auf Ostafrika und auf die italienisch-abessinischen Beziehungen beschränkt bleiben. Für eine Ausdehnung des Streitfalles könne niemals Italien verantwortlich gemacht werden.
Noch verHandlungen;u Sritt
London, 29. September.
Die Londoner Sonnabend-Blätter berichten, daß Mussolini den Engländern den Abschluß eines direkten Abkommens über die britischen Interessen in Afrika angeboten habe. Man nimmt an, Italien sei bereit, Verhandlungen außerhalb des Völkerbundes zu führen. Selbstverständlich werde jedes Abkommen später die Billigung Genfs erhalten müssen.
Memel
fln Veulscklands blutender 6ren;e
- Bremen, 29. September.
O, blonde Mutter, der dies Land gehört Als Lehn und Eigen — sich, dies arme Land Ist wie ein Herz von Zorn und Angst verstört. Wieg es zur Ruh in Deiner sanften Hand.
O Mutter, Mutter, laß uns nicht allein!
Laß Deine Knie, laß Deine Hand uns halten, Verbirg uns unter Deines Mantels Falten Und laß uns nicht dem Fremden dienstbar sein!
(Memcls Hilferuf an Deutschland)
Man nennt das Memelländchen nur ein kleines Grenzgebiet; das mag es für die Welt im allgemeinen sein. Für uns Deutschen ist es mehr. Es ist von Menschen deutschen Blutes besiedelt, seine Sprache ist deutsch und seine Kultur ist deutsch, mit einem Worte: es ist deutsches Land, deutscher Boden. Und darüber hinaus ist es uns Deutschen geheiligte Erde. Denn es kämpft dort deutsches Volkstum nun schon seit sechzehn Jahren in heroischem Ringen verbissen gegen himmelschreiend gehäuftes Unrecht und übermächtige Vergewaltigung um seinen Bestand.
Es braucht heute ja nicht mehr ausführlich geschildert zu werden, wie es kam, daß die Memel- länder in Gefahr sind, eine Beute der skrupellosen Machthaber Litauens zu werden, der Machthaber jenes Zwergstaates, von dem wir wissen, daß sein Anspruch auf Memel sich keinerlei anderen Rechtsanspruches versehen kann als der des bewaffneten Räubers seinem überfallenen, unbewaffneten Opfer gegenüber ist. Jeder Deutsche im nationalsozialistischen Staate weiß heute genauestens Bescheid um die Leiden und Nöte der Memeldeutschen und weiß desgleichen, daß sür diese mit dem heutigen Tage wieder einmal eine geschichtliche Schicksalsstunde angebrochen ist.
Es ist heute Wahltag sür Memel; aber kein Wahltag wie man ihn sich in einem geordneten Rechtsstaats denkt. So oft auch seit den Tagen des bewaffneten litauischen Einfalls in Memel die Memelländer an die Wahlurne treten konnten, haben sie eindeutig, man kann sagen, einstimmig deutsch gewählt, d. h. ihrem deutschen Volkstum entsprechend, ihre Stimmen nur deutschen Parteien gegeben. Das geschah im Jahre 1928 zu 93,1 Prozent aller Stimmen gegenüber nur 6 Prozent litauischer Stimmen; das geschah im Jahre 19 27 — wo bereits zahlreiche deutsche Stimmen in Memel ihres Wahlrechts dadurch verloren gegangen waren, daß sie auf Grund des deutsch-litauischen Optionsver- träges sür Deutschland optiert hatten, und inzwischen auch schon zahlreiche litauische Einbllrge- rungen zielbewußt von Kowno vorgenommen worden waren — immer noch irr dem deutlich genug sprechenden Ausmaße von 81 Prozent aller Stimmen gegenüber 13,2 Prozent der Stimmen sür die litauischen Parteien. Und das geschah 1939 nach verstärkten Einbürgerungen, bei erheblich vermehrtem politischem Druck immer noch mit 7 8,8 Prozent gegenüber 17,8 Prozent litauischer Stimmen und endlich 1932 wiedermit89,3 Pro- zent deutscher Stimmen gegenüber 18,1 Prozent litauischer Stimmen.
Dieses unbeirrbare Festhalten des Memel- deutschtums an seinem Volkstum ist es, was in diesem Jahre — nachdem man sich seit Jahresfrist in Kowno fest vorgenommen hat, nunmehr das Memelland zu litauisieren — den Grund bietet die Deutschen in Memel zu entrechten. Und darum sind die heutigen Memelwahlen etwas anderes, wie sonst Wahlen schlechthin. Um die Memeldeutschen „versassungsgemäß" der litauischen Gewaltherrschaft auszuliefern, ließ man vor diesen neuen Wahlen nichts unversucht, um das Wahl- ergebnis zugunsten Litauens zu gestalten. Es wird von Kowno in Memel heute ein Druck aus alle deutschen Wähler ausgeübt, der alles hinter sich läßt, was je ein unter Fremdherrschaft seufzender Volksstamm durchzumachen hatte. Die massenhaft erfolgenden Einbürgerungen landfremder Elemente in Memel möchten noch hingehen — als so schändlich man auch immer derlei Wahltricks bezeichnen muß. Man kann zu zehn Prozent, vielleicht auch noch zu 29 Prozent der einheimischen Bevölkerung Neueinbllrgerungen vornehmen: sämtliche einheimische memelländische Stimmen mit neueingebürgerten litauischen aufzuwiegen, ist nun einmal ein Ding der Unmöglichkeit.
Weit schlimmer sind schon die an den Wahlakt geknüpften Plackereien, diemitzwarplumpen, weil