Ausgabe 
(27.9.1935) Nr. 267
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Das Amtsblatt des Senats

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NS.-Ganverlag Weser-Ems

Nr. 26? / Z. Jahrgang

sreitag, 27

September

NationalsozialistenVremens

der Lreien kjansestadt Bremen

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Militärbündnis Sowjetrußland - titauen?

Senf treibt große Politik auf Kosten des Memetlandes / Sie deutsche Vevölkerung wird am Sonntag die stntwort geben

Onser ^ogesspisgsl

Dr. Goebbels kündigte vor den Reichs, schulnngsrednern eine neue Propaganda­schlacht an.

Eine Auskämmung der Eemeindeverwaltun- gen von ungeeigneten Elementen, soweit st, dem Nationalsozialismus fremd gegenüber, stehen, steht bevor.

Mit einer bedeutsamen Rede des Reichs­handwerksmeisters Schmidt hat der Reichs, stand des Deutschen Handwerks einen Feld­zug gegen das Vorgunwesen eröffnet.

In der weitere» Entwicklung der Memel- unterdrückung durch Litauen scheint ein litauisch-sowjetrussisches Bündnis zustande, gekommen zu sein.

Der Streit um Avessinien zieht sich ohne be­merkenswerte neue Ereignisse weiter in die Länge.

Ein am Mittwoch im Londoner Hafen zum Ausbruch gekommenes Riesenfeuer konnte bis heute nicht gelöscht werden.

Der Reichssporttag der HJ. beginnt heute mit der Eröffnung des Zeltlagers auf de, Bremer Kampfbahn.

Im Rahmen der 288-Jahr-Feier des Land­gestüts Celle fand dort die diesjährige Hengst­parade statt.

Verführer

besichtigt Neichsautobahnstrecke

. Frankfurt a. M., 27. September.

Der Führer besichtigte am Donnerstag in Be­gleitung des Generalinspektors für das deutsche Stratzenwesen» Dr. Todt» die soeben fertig­gestellte Reichsautobahnstrecke Heidelberg- Mannheim Frankfurt. Obwohl der Führer unerwartet eintraf, wurde ihm überall von der Bevölkerung ei« jubelnder Empfang be­reitet.

In den größeren Städten, die er auf seiner Durchfahrt berührte, verbreitete sich die Kunde von seiner Anwesenheit mit Windeseile. Häufig mußte seine Wagenkolonne ein dichtes Spalier von Tausende« von Volksgenossen passieren, die niemand gerufen hatte» die nur auf ein Wort zusammengeströmt waren:Der Führer ist da!"

ftm 2. gktober flaggen auf halbmast

Berlin, 27. September.

Der Reichsminister des Innern gibt folgendes bekannt: Nach Anordnung des Führers und

Reichskanzlers setzen aus Anlaß der Wiederkehr des Geburtstages des verewigten Reichspräsiden­ten Generalfeldmarschall von Hindenburg am Mittwoch, 2. Oktober 1935. alle staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Be­triebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes und die öffentlichen Schulen die Flaggen auf halbmast.

»Unterseeboot-flottille Weöüigen"

Berlin, 27. September. . Am 27. September 1935 wird in Kiel die erste ront-llnterseeboot-Flottille gebildet. Der Führer nd Reichskanzler hat dieser Flottille den Namen Unterseeboot-Flottille Weddigen" verliehen und rmit dem unvergeßlichen Seehelden Otto Wed- lgen ein bleibendes Denkmal gesetzt. TueUn- rseeboot-Flottille Weddigen" besteht aus den -Booten Ü 7, U 8. U 9. U 10, U 11, U 12 und dem lottillen-Tender T 23. Sie untersteht dem lottenkommando.

Segen formale Bürokratie

irr. Berlin, 27. September.

den wird, wie das NDZ. meldet, der Wort- der Ansprache bekannt, die der stellvertre- Vorsitzende des Deutschen Eemeindetages stellvertretende Leiter des Hauptamtes für aunalpolitik, Oberbürgermeister Dr.Weide- n - Halle, vor den Kommunalpolitikern der aung in Nürnberg gehalten hat. Danach hat 'ebner u. a. ausgeführt, daß die P°rte.be°u - :n in den Gemeinden, sobald em Bürger- ;r die ihm in dem neuen Ecmeindegesetz ge- e Machtstellung in einem der Mwegnng ab­schert Sinne brauche, das Erforderliche Ver­sen werden. Sie würden das aber nur auf Wege über den Staat tun, von dem aller-

erwartet werden muhe, daß er solchen de-

gten Bedenken der zuständigen Parteistellen llstem Umfange Rechnung trage. Dabei wer ielleicht erforderlich sem, in Zukunft sur politisch bedenklichen Falle noch geeignetere haben zu schaffen, die aber nicht allein auf iemeinden abgestellt werden sollten, fondern nein auch auf die Staatsverwaltung, nn eine nochmalige Auskämmung von »nge- ten Elementen, die nach wie vor dem Ra- lsozialismus innerlich fremd gegenüberstehen Sie dank der Großzügigkeit und Gutmütigkeit Bewegung nicht beseitigt worden und wah-

ihrer Bewährungsfrist gewogen und zu lrrcht

lden sind, scheine erforderlich zu sei«.

llr. Berlin, 27. September.

Die Besprechung, die die Vertreter der Signatarmächte des Memelgebietes in Genf mit dem litauischen Außenminister gehabt haben und in der sie sich bekanntlich mit dem von den Litau­ern im Memelgebiet eigenmächtig eingeführten Wahlrecht einverstanden erklärt hatten, ist ein neuer Beweis dafür, in wie unzulänglicher Form die Signatarmächte ihren Verpflichtungen nach­kommen. Offenbar haben sie sich damit begnügt, durch die Genfer Juristen eine rein formale Nach­prüfung der unmöglichen Wahlbestimmungen vor­nehmen zu lasten, die von Kowno aus verfügt worden sind, und haben sich dann darauf be­schränkt, einige Einzelheiten, wie z. V. die Wahl­

blocks, die an die Stelle der Wahlzettel treten, zu kritisieren. Damit ist selbstverständlich nichts erreicht und dem Unrecht, welches den Memel- ländern durch die Korrumpierung ihres Wahl­rechts angetan wird, ist damit in keiner Weise vorgebeugt.

Man muß es als unerträglich ansehen, daß unter den Auge» der Regierungen von London und Paris, denen man sich in Rom unbesehen ange­schlossen hat, eine derartige Entrechtung der memelländische» Bevölkerung ungehindert vor sich geht. Das ist ein Zustand» der nicht unwider­sprochen andauern darf.

Verschärft wird die Situation noch dadurch, daß in Genf offensichtlich auf dem Rücken des Memel­

landes große Politik gemacht werden soll, wie aus den Meldungen über den Abschluß eines Bündnisses zwischen Litauen und Sowjet­rußland hervorgeht. Sowjetrußland zeigt auf einmal ein sehr merkwürdiges Interesse für das Memelgebiet und ist im übrigen bestrebt, sein militärisches Bündnissystem weiter auszu­dehnen. Dafür ist ihm auch Litauen an­scheinend ein willkommener Partner.

Um so mehr mutz man alle Erwartungen für den kommende» Sonntag auf die Entschlossenheit und die zähe Widerstandskraft der deutschen Bevölke­rung im Memelgebiet setzen, an -er die Machen­schaften der Litauer zuschanden werden müsse«.

(Siehe auch Seite 2)

Me das Memelland geraubt wurde

Der von uns besprochenen Aufklärungsschrift des Oberpräsidenten und Gauleiters von Ost­preußen Erich Koch zu den bevorstehenden Memelwahlen entnehmen wir die folgenden eindringlichen Ausführungen über den Lei­densweg des Memellandes

Das Memelland ist nie litauisch gewesen, das hat auch die Sonderkommisston der Bot­schafterkonferenz, bestehend aus Baron Aloisi, dem französischen Botschafter Clichant und dem Engländer Fry, in einem Bericht vom 6. März 1823 zum Ausdruck gebracht. In der Öffentlichkeit sowie bei den Regierungen anderer Staaten hat Litauen den Eindruck zu erwecken ver­sucht, als ob es einelitauische Mehrheit in der memelländischen Bevölkerung" gebe. Hierzu hat bereits jene Kommission wörtlich-', folgendes aus­geführt:Während sich sämtliche Führer der Deut­schen, mit denen jene Kommission zusammentrat, ür einen Volksentscheid über die Unabhängigkeits­rage des Memellandes aussprachen, zeigte kein Ttryba-Litauer den Wunsch nach einem Plebiiszit. Diese Tatsachezeigt deutlicher als alle Statistiken, daß die Mehrheit der Bevölkerung nicht litauisch ist."

Nach den einwandfreien Ergebnissen wissen­schaftlicher Forschungen sind Litauer erst nach 1459 in größerer Zahl als, Siedler in das Memelland gekommen, also später als die ersten deutschen Kolonisten.

Gelegentlich der sogenanntenFriedensverhand- lumgen" in Paris im Jahre 1919 halben gewisse litauische Kreise es den beteiligten Mächten klar­machen wollen, daß die Memelländer den An­schluß an Litauen mit größter Sehnsucht erwar­teten. Das Gegenteil war der Fall. Die uner­wartete Nachricht von der Abtrennung des Memellandes schlug dort wie eine Bombe ein und rief das ganze Memelland auf den Plan. Hätte man damals das mit soviel Stimmaufwand proklamierte Selbstbestimmungsrecht der Völker auch auf das Memelland angewandt, so hätte die memelländische Bevölkerung den litauischen Maklern in Paris eine Antwort gegeben die nichts an Deutlichkeit zu wünschen übriggelassen hätte. Statt dessen wurden die Memellän­der wie eine Handelsware verscha­chert.

Der schwärzeste Tag Memeler Geschichte ist es gewesen, als die Memeler am 14. Februar 1920 tränenden Auges die letzten deutschen Truppen durch die Straßen marschieren sahen und sie zum Bahnhof begleiteten. Am folgenden Tag hielten die Franzosen ihren Einzug, die im Auftrag der Alliierten Mächte das Memelland verwalten soll­ten. Wie wenig man bei den Westmächten über die wirklichen Verhältnisse im Memelland orien­tiert war, geht daraus hervor, daß sich der fran­zösische General Odry einen polnischen Dolmetscher mitgebracht hatte. Er war sehr erstaunt, als er feststellen mußte, daß es im Memelland überhaupt keine Polen, gibt.

Die damalige französische Ostpolitik brachte es mit sich, daß die Franzosen sich im Memelland - im allgemeinen zurückhaltend zeigten und sich auch in die innere Verwaltung des Landes und in seine kulturellen Angelegenheiten kaum einge­mischt haben. Unter den Franzosen haben die Li- tauer ihre Blütenträume nicht reifen sehen. Gleich nach dem Einzug der französischen Truppen ins Memelland überreichten sie dem General Odry eine Liste von 500 Litauern, die nach Beseitigung der deutschen Beamten in die memelländischen Verwaltungen eingestellt werden wollten. Die Franzosen legten aber Wert darauf, mit gut vor­gebildeten und tüchtigen deutschen Bc- amten zu arbeiten. Sie lehnten daher dieses litauische Ansinnen ab. Als dann die Litauer die Einführung der litauischen Unterrichtssprache in den memelländischen Schulen verlangten, wurde im Frühjahr 1921 eine Elternbefragung angeordnet, bei der die Litauer eine niederschmet­ternde Niederlage erlebten. Bei dieser Elternbe­fragung wünschten etwa 5 Prozent der in Frage kommenden Bewohner litauischen Religionsunter­richt und nur 2 Prozent litauischen -Lese- und Schreibunterricht. Und auch heute würde ein-- Elternbefragung kein anderes Ergebnis haben.

Unter der Franzosenherrschaft hat das Meine'' land den Nachweis feiner Existensberechtigun als ein selbständiges Staatswesen e' -'bracht. Deshalb hat man daran gedacht, aus de' Memelland einen Freistaat nach dem Danzige Muster zu machen. Die Botschafterkonferenz i- Paris hatte bereits Anfang 1922 den Entwu- für das Statut des Freistaates fertiggestellt, bi die Litauer Anfang Januar 1923 diesem Plan eir Ende machten. Die Litauer haben immer die Konstellation der Mächte in Europa ausgenutzt und gerade den Tag zum Einfall ins Memelland gewählt, an dem die Franzosen in das Ruhr­gebiet einmarschierten, nämlich den 10. Ianuar 1923. Die litauische Regierung hatte 5- bis 6000 Soldaten in Zivilkleider gesteckt und diesen schlössen sich die litauischen Schützen an. Der französische Präfekt ermähnte die memelländische Vevölkerung zur Ruhe und wandte sich in öffent­lichen Bekanntmachungen in schärfsten Worten § ^ ^ ^ u i s ch e n Bandenein­

fall. Freiwillige Memelländer boten ihm ihre

Her klaube kommt aus dem Kerzen

vr. Soebbels kündigt vor dem Schulungskuesus der Neichsredner die neue große Propagandaschlacht an

Berlin, 27. September.

Im Rahmen eines seit Dienstag stattfindenden Schulungskursns für die Reichsredner der Partei empfing der Reichspropagandaleiter Dr, Goebbels am Donnerstag abend die Teilnehmer im Propagandaministerium und wies ihnen in längerer Ansprache ihre Aufgaben. ,

Dr. Goebbels behandelte dabei die Grund­begriffe der Propaganda. Früher hätten die Propagandisten'alles, was sie waren, aus sich selbst heraus gegen Rundfunk und . Presse erkämpfen müssen. Sie hätten also mehr Intelligenz, Energie und Hingebung aufbringen müssen, um nicht zu unterliegen. Unter den alten Kämpfern, aus denen sich die Reichsredner zusammensetzten, sei keiner, der nicht einmal eigenhändig Flugblätter verteilt habe und nachts mit dem Kleistertopf durch die Straßen geschlichen sei. Die Propagan­disten dürften aber heute, wo man bequemere Mittel habe, nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Nicht durch Zwang dürften die Volksgenossen bei der Bewegung gehalten werden, sondern durch ein ständiges Ringen um ihre Seele.

Dabei müsse die Bewegung Korpsgeist be­wahre» und eine eherne geschlossene Front gegen alle Angriffe von außen zeigen, nicht in der Abwehr, sondern im Angriff gegen alle Gegner. Die Leistungen des national­sozialistischen Staates seien so gewaltig, daß man sie wohl dem Gemecker an kleinen Dingen entgegenhalten könne.

Man dürfe auch nicht glauben, es müsse bei jeder Versammlung, Kundgebung oder Feier

etwas Neues geboten werden. Damit raube man der Bewegung ihre Tradition. Das Grundsätzliche müsse immer gleichbleiben. Die Bewegung müsse immer mit den täglichen Sorgen des Volkes ver­wachsen bleiben, aber immer wieder dieselben Folgerungen daraus ziehen, die den Prinzipien unserer Bewegung entsprechen. Die Propaganda habe nicht die Macht, sondern die seelische Kraft der Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Sie solle das Volk nicht niederknüppeln, sondern die Herzen erobern. Um volksverbunden zu bleiben, müsse der Propagandist immer wieder als Redner vor das Volk hintreten. Der Rundfunk könne diese innige Verbindung zwischen Redner und Volk nicht herstellen und sei daher kein Ersatz für Ver­sammlungsreden.

Die Mittel der Propaganda müßte» stark nuanciert sein; das ganz große Pathos müsse sür ganz große Gelegenheiten aufgespart werden. Der einzelne könne sich nicht immer an das ganze Volk wenden. Das Volk werde nicht vom Mann znm Volk erobert, sondern vom Mann zur Partei und von der Partei zum Volk. Wenn die Partei guter Stimmung sei, sei auch das Volk guter Stimmung.

Die Redner sollten sich nicht nur auf das übermittelte Material stützen, sondern müssen aus dem Herzen heraus reden. Das Volk habe ein sehr feines Gefühl dafür, ob der Redner das selbst glaube, was er sage. Der Glaube aber komme nicht aus dem Verstände heraus, sondern aus dem Herzen. Auf diese Kräfte des Herzens müßten sich die Redner immer wieder besinnen. Sie dürften nicht zu Routiniers der Pro­

paganda werden, sondern müßten die Propa­ganda täglich aufs neue lernen.

Daraus sei die vorbildliche Größe der national­sozialistischen Propagandakunst erwachsen. Diese Kunst müßte die Bewegung auf die kommende Generation vererben. Deshalb müßten die a lt e n Propagandisten rmmer wieder ihr Vorbild zeigen. Sie müßten gewisser­maßen einen Eeneralstab der Propaganda bilden, dessen Arbeit noch in 200 Jahren als vorbildlich gerühmt werde. In diesem Sinne müsse die kom­mende große Propagandaschlacht eine echt na­tionalsozialistische, d. h. volksverbuMtzme werden.

Die Ausführungen des Reichspropagandaleiters wurden immer von stürmischem Beifall unter­brochen und lösten große Begeisterung aus.

Darauf ernannte Dr. Goebbels aus der Zahl der etwa 160 Reichsredner einen Rednerstoßtrupp der Reichspropagandaleitung> dem ganz besondere Aufgaben zugeteilt werden und dem folgende Parteigenossen angehören: Johann Vehlen-Olden- burg, Dr. Fritz Cuhorst^Stuttgart, Hermann Czir- nio-Stettin, Paul Franke-Hainau/Schlesien, Wal­ter Franke-Bremen, Achim Fuchs-Bad Berka, Bruno Eünther-Plauen (Vogtland), Werner Ha- schenburger-Bremen, Dr. Eugen Klett-Stuttgart, Willi Koch-Altona, Dr. Hans Kölzow-Berlin, Kurt Koltermann-Üandsberg a. d. W., Rudolf Krause-Magdeburg, Fritz Lösche-Leipzig, Wal­ter Pötsch-Breslau, August Schirmer-Wehnigser Mark, Graf Kurt von Schwerin-Weimar.

Anschließend verbrachte Dr. Goebbels den Abend mit den Reichsrednern in kameradschaftlichem Zu­sammensein.

Das Mesenfeuer lm Londoner Hafen

Vergebliche Löschoersuche / VrandfchaSen für über 20 Millionen Mark

London, 27. September. Die wir bereits in einem Teil unserer gestrigen sgabe berichteten, brach in der an der Themse egenen großen Speicheranlage Colonial Wharf lapping" am Mittwoch Feuer aus, zu dessen Dämpfung Hunderte von Feuerwehrleuten ein- rtzt werden mußten. In dem Stockwerk, in i der Brand ausbrach, befanden sich große ngen vSn Gummi, Tee und orientalischen Er­

zeugnissen. Der Verkehr in den 'benachbarten Straßen mutzte während des Brandes stillgelegt werden. Der riesige siebenstöckige Speicher fiel den Flammen restlos zum Opfer.

Der auf dem Dach des Gebäudes aufmontierte Krähn sowie die 24 Meter hohe Seitenwand des Hauses sind inzwischen nach der Flußseite zu ab­gestürzt. Fünf große Barken und mehrere kleine Fahrzeuge, die infolge der herrschenden Ebbe s»st-

iiosoiibrsvä iw I-ouüoiiei- LukevviertvI. Unser Lilä ist eins I-uktLukvLbws von äsm I-qgsrbausbrsvä.

saßen, wurden, von den' herabstürzenden Trüm­mern schwer beschädigt und von den in Brand geratenen Eummimaffen, die sich in Strömen über die Ufer ergossen, in Brand gesetzt. Das Feuer hat auch die in den unteren Räumen des Lagers aufgespeicherten Vorräte von Wein und Spiritussen ergriffen.

Das Riesenfeuer im Londoner Hasen konnte auch am Donnerstag noch nicht gelöscht werden. Gegen Mittag sprang der Brand auf ein be­nachbartes Lagerhaus, in dem ebenfalls beträcht­liche Teemengen aufgespeichert sind, über. Wenige Stunden vorher waren die drei obersten Stock­werke des siebenstöckigen Speichers, wo sich der Herd des Feuers befand, zusammengebrochen. Das gesamte Mauerwerk stürzte nach der Stadtseite hin auf die Straße.

Während der ganzen Nacht bemühten sich fast 400 Feuerwehrleute von der Land- und Wasser- seite her, des Feuers Herr zu werden, doch waren alle Anstrengungen fruchtlos,' die riesigen Flam- mengarben, die aus den schmelzenden Gummi- vorräten hervorschossen, zu bekämpfen. Insge­samt befanden sich 40 000 Kisten Gummi in dem Gebäude. Als die Feuerwehr feststellen mußte, daß dem Brand mit Wasser allein nicht beizu- kommen sei, wurden Hunderte von Schaumlöschern herangefchafft. Leider sind bei den Löscharbeiten einige Feuerwehrleute verwundet worden, doch sollen ihre Verletzungen nicht ernster Natur sein.

Infolge einer Explosion innerhalb des Spei­chers sind in den in der Nachbarschaft gelegenen Häusern zahlreiche Fensterscheiben zersprungen. In der Umgebung der Brandstelle herrscht zur­zeit stärkster Mangel an Trinkwasser, da die Feuerwehr alle verfügbaren Wasserleitungen mit Beschlag belegt hat. Von der Gewalt des Bran­des kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß die schweren eisernen Türen, die das zuerst in Brand geratene Lagerhaus mit dem benachbarten Speicher verbinden, weißglühend ge­worden waren, obwohl die Feuerwehr mehrere Schlauchleitungen auf sie gerichtet hatte. Nach den bisherigen Schätzungen soll sich der Brand­schaden auf über 20 Millionen Mark belaufen.