Ausgabe 
(25.9.1935) Nr. 265
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parteiamtl.Iageszeitung

der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats

Bremer Zeitung erscheint -

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Nr. 265 / 5 . Jahrgang

der Freien Hansestadt Bremen

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Mittwoch, 25. September

klnzelpreis l5 Npf.

ilnsojialeMietsteigenlngen werden unterbunden

der Neichsarbeitsminister: den Interessen der Mieteeschaft, vor allem der minderbemittelten Schichten, aber ouck den

Interessen des Sausbesitzes muß Nechnung getragen werden

Unser lagvsspiegvl

Im Memelgebiet werden von Litanen ein­berufene Wahlversammlungen fast nur von protestierenden Memeldeutschen besucht.

Aus Litauen werden neue Bauernrevolten gemeldet.

Der Reichsarveitsminister äußerte sich über Grundsätze der deutschen Wohnungspolitit.

Der Stabschef gibt wichtige Bestimmungen über den SA.-Ausweis bekannt.

Der Führer der SA.-Gruppe Nordsee hat einen Tagesbefehl erlassen.

Nach sieben Jahren hat sich jetzt die Tragödie des dänischen SegelschnlschiffsKobenhaven" aufgeklärt.

Senator Dr. von Hofs hat für sämtliche Bremer Schulen das Studium der letzten Führerrede angeordnet.

Bei der Gedenkfeier für den Bremer Heimat­dichter Droste hielt Dr. Bellmer die Ge­dächtnisrede.

Der Summann-Prozetz wird wieder aufgerollt.

Die Auflösung der NAD.-Eauschule des Gaues 17 ging in feierlichem Rahmen vor sich.

Ihr Seist lebt ln uns

Berlin, 28. September.

Der Stabschef der SA. erläßt den folgenden Nachruf für die fünf bei Kirchheim in Württem­berg verunglückten SA.-Männer:

Am Donnerstag, dem 19. September 1938, wur­den die am 18. September bei Kirchheim in Würt­temberg in treuer Pflichterfüllung jäh aus dem Leben gerissenen fünf SA.-Männer aus Eöppin- gen zu Grabe getragen. Es sind dies: . SA.-Mann Karl Bulling,

Rottenführer Julius Falk,

SA.-Mann August Mnsch,

SA.-Mann Georg Häuser,

SA.-Mann Otto Widmann.

Auf der Heimfahrt vom SA.-Dienst ereilte sie das Schicksal des Soldaten. Sie gaben ihr Lebe« als politische Soldaten Adolf Hitlers für Deutsch­land. Auch sie werden mit uns weitermarschieren, denn ihr Geist-lebt in uns.

gez.; Lutze.

öestimmrmgen über den Sfl-stusweis

Li. Berlin, 25. September.

Der Chef des Stabes erläßt folgende Anord­nung: Der SA.-Ausweis hat nur dann Eültig- leit, wenn er auf der Rückseite ordnungsgemäß für den laufenden Monat -abgestempelt ist. Ein ungestempelter Ausweis oder ein Ausweis, auf dem die Beglaubigung in anderer Art, beispiels­weise handschriftlich, vorgenommen ist, ist un­gültig. Jeder, der einen ungültigen Ausweis vor­zeigt, wird der Polizei übergeben, die gebeten ist, in solchen Fällen den Ausweis abzunehmen, die ge­nauen Personalien festzustellen und der Obersten LA.-Whrung Mitteilung zu machen. Gegebenen­falls werden die Inhaber falscher oder unzu­reichender Ausweise zur Anzeige gebracht und nach 8 270 und folgende des Reichsstrafgesetzbuches zur Rechenschaft gezogen. Die Streifen der. sind ausdrücklich befugt, in Ausübung ihres Dienstes von jedem Mann ohne Ansehen der Person und der Stellung den SA.-Ausweis zu verlangen wenn EA.-Drenist<lnziLg oder das Zivilaözeich'en getragen werden. Träger des SA.-Sportaözeichens können gleichfalls jederzeit durch die Streifen der SA. auf die Berechtigung zum Tragen des SA.-Sport-Av- zeichens hin kontrolliert werden.

Der Chef des Stabes (gez.) Lutze.

lagesbefehl tte Sfl-öruppe Nordsee

Bremen, 28. September, jrer der SA.-Gruppe Nordsee, Eruppen- chmcker, erläßt folgenden Tagesbefehl. t-Tagesbefehl! SA.-Manner! Erneut ruppe Nordsee aus dem Relchsparteitag stt ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis

eudigkeit, Disziplin, Kameradschaft und hiitterliche Glaube an den ^uhrer und >ung haben die SA. hierzu befähigt.

Siese Tugenden der Kampfzeit hoch und ire Leistungen, dann wird sich die SA. im Staat erkämpfen, der ,hr gebührt, lofsenheit der Kämpfer, die I»r Dcutsch- eiheit marschieren, war das Merkmal

he"«ikder an die Arbeit des Alltags großen Austrieb, den wir durch die er Tage erhielten, heran, getreu unserem :Nordsee, trutzig und blank.

Der Führer der SA.-Gruppe Nord,ee, Böhmcker, Gruppenführer

Berlin, 25. September.

Auf Einladung des Reichsarbeitsministers trafen am Dienstag Bertreter der Reichsressorts, sämtlicher Landesregierungen und der Siedlungs­beauftragte im Stäbe des Stellvertreters des Führers zu einer Reichswohnungskonferenz zu­sammen. Neichsarbeitsminister Franz Seldte leitete die Sitzung und machte dabei folgende Ausführungen:

Die Tagesordnung der Reichswohnungskon- ferenz enthält Punkte, die von außerordentlicher Tragweite für den deutschen Hausbesitz, für die deutsche Mieterschaft, aber auch für die Neubautätigkeit und die gesamte deutsche Wirtschaft sind. Die Auswirkungen zwangs- wirtschaftlicher Maßnahmen beschränkten sich Nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen, auf Haus­besitzer und Mieter. Bei der engen Verbunden­heit von Hausbesitz und Realkredit müssen falsche Maßnahmen, müssen Eingriffe, welche die Ren­tabilität des Hausbesitzes erschüttern, von stärk­ster Rückwirkung auf den Realkredit sein. Dies kann aber weiterhin eine Gefährdung der ganzen Wohnunasbaupolitik der Reichsregierung zur Folge haben. Nur durch genügenden Woh­nungsbau wird aber schließlich eine Wohnungsnot vermieden und die vorhandene Wohnungsknapp­heit wieder beseitigt werden können.

Die Reichsregierung hat in diesem Jahre den hohen Betrag von 185 Milk. RM. zur Förderung des Wohnungsbaues zur Verfügung gestellt. Sie hat darüber hinaus durch eine Reihe weiterer Maßnahmen ich nenne nur die Uebernahme der Reichsbürgschaft versucht, aus dem Kapital­markt Mittel dem Wohnungsbau zuzuführen und die private Initiative anzuregen.

Die erfreuliche Zunahme der Neubautätig­keit zeigt, daß dieser Weg der richtige war. Unbedingt notwendig ist es daher, alles zu unterlassen, was die günstige Entwicklung unterbrechen und damit letzten Endes nur die Wohnungsknappheit weiter verschärfen würde.

Ich bitte, diese wirtschaftlichen Gesichtspunkte ganz besonders zu berücksichtigen.

Dies heißt keineswegs, daß notwendige Maß­nahmen unterlassen werden sollen. Ich denke hier­bei vor allem an die Unterbindung un­gerechtfertigter Mietpreis st ei ge­rn« ge.n. Es ist Ihnen bekannt, daß die Reichs­regierung entscheidenden Wert darauf-legt, das gegenwärtige Preisniveau M halten. Nur,'.wenn dies gelingt, wird es auch möglich sein', Lohn­erhöhungen zu vermeiden, die ihrerseits unsere

Konkurrenzfähigkeit im Ausland vermindern und die Möglichkeit der Ausfuhr einschränken würden.

Ich habe erklärt, daß ungerechtfertigte Miet­preissteigerungen verhindert werden müssen. Dies heißt nicht, daß jede Mieterhöhung schematisch unterbunden werden soll. Die Rentabilität des Hansbesitzes muß erhalten bleiben. So- weit sie, wie vielfach bei Grundstücken mit Eroß- wohnungen in der Zeit der Wirtschaftskrise, ver- loren gegangen ist, soll ihre Wiederherstellung nicht unterbunden werden. An dem Grundsatz des Reichsmietengesetzes, daß die Miete zur Deckung der Unkosten des Hausbesitzes unbedingt aus­reichen muß, wird auch weiterhin festzuhalten sein.

Es ist das Ziel der heutigen Beratungen, einen Weg zu finden, der den berechtigten Interessen der Mieterschaft, vor allem der minderbemittelten Schichten unseres Volkes, Rechnung trägt, der aber auch die Interessen des Hausbesitzes und die Grundsätze einer gesunden Wirtschaftspolitik nicht außer acht läßt."

Im Anschluß daran wurde in eine eingehende Beratung verschiedener grundsätzlicher , mit der Wohnungswirtschaft zusammenhängender Fragen eingetreten. Insbesondere wurden auch die Maß­nahmen gegen ungerechtfertigte Mietpreissteige- rungen erörtert.

Nachmusterung der italienischen Mrgünge

stbessinien verweigert jeSwede öebietsabtretung knglisch-franrösifche Zusammenarbeit

Berlin, 25. September.

Der italienisch-abessinische Konflikt stand am gestrigen Tage im Zeichen einer Reihe wichtiger Kabinettssitzungen sowie einer Sitzung des Genfer Fünfer-Ausschusses. Der Ausschuß des Völker­bundsrats hat den Bericht angenommen, der dem Völkerbundsrat über das Mißlingen der Ver- mittlungsoerhandlungen unterbreitet werden soll. Voraussichtlich wird der Völkerbundsrat am Donnerstag zusammentreten, um diesen Bericht entgegenzunehmen. Im Laufe des heutigen Tages wird der Völkerbundsrat voraussichtlich in einer

nichtöffentlichen Sitzung über das weitere Ver- sahren Beschluß gefaßt werden.

An der britischen Kabinettssitzung nahmen, außer dem in Genf weilenden Völkerbunds­minister Eden, sämtliche 21 Minister teil. Der englische Außenminister Sir Haare berichtete über die Besprechungen zwischen dem britischen Bot­schafter in Rom und Mussolini. WiePreß Asso­ciation" erfährt, billigte das Kabinett das Vor­gehen Haares und Edens einstimmig. Neue Ent­scheidungen hat das Kabinett nicht getroffen. Reuter berichtet, daß nach den Mitteilungen, die

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dem Kabinett vorliegen, der Völkerbundsrat zwischen zwei Wegen wählen könne. Entweder werde er nach Artikel 15 des Völkerbundsver­trages vorgehen und einen Bericht annehmen oder er werde die Politik der Versöhnung fort­setzen, um zu prüfen, ob nicht doch eine andere Grundlage als die vom Fünfer-Ausschutz vorge­schlagene für eine Versöhnung gefunden werden könne.

Das Kabinett hat nach Reuter weiter mit Be­friedigung festgestellt, daß in den Beziehungen zwischen England und Italien nach Veröffent­lichung der britischen Verlautbarung über die Flottenbewegungen sowie aus die persönliche Bot­schaft Haares an Mussolini hin eine gewisse Ent­spannung eingetreten sei.

Schwarzstemden dem Heer gleichgestellt

Im italienischen Ministerrat gab Musso­lini eine Erklärung zum italienisch-abessinische« Streitfall ab, indem er feststellte, daß Italien in Genf keine Gegenvorschläge unterbreitet habe. Es seien lediglich die Gründe auseinandergesetzt wor­den, aus denen heraus die Vorschläge des Genfer Fünfer-Ausschusses abgelehnt wurden. Mussolini erörterte an Hand einiger Artikel des Völkerbunds- Paktes die Möglichkeiten der weiteren Entwick­lung des Konfliktes und die Haltung, die Italien einnehmen werde.

Die wichtigste Maßnahme des italienischen Mi- nisterrates bestimmt, daß alle Wehrpflichtigen der E Jahrgänge 1891 bis 1911, die bisher aus gcsund- ! heitlichen und anderen Gründen nicht eingezogen ! worden waren, sich einer Nachmusterung unter- ^ ziehen müssen.

Eine weitere, einschneidende Maßnahme ist, daß der Dienst in den nach Ostafrika entsandten Schwarzhemden-Divisionen dem Dienst des regu- j lären Heeres gleichgestellt wird. Die höheren Ossi- : ziere der faschistischen Miliz erhalten ohne weiteres den Rang von Reserveoffizieren des Heeres.

Unter den Gesetzentwürfen, die sich auf die Luft­waffe beziehen, ist besonders die Bestimmung zu erwähnen, wonach die Mitglieder der Regierung und . des Großen Faschistischen Rates Reserve- ! sliegeroffiziere werden können. Außerdem werden i eine Million Lire zum Bau von bomben- ! sicheren Unterständen in Messina aus­geworfen.

fluf Keinen fall Abrüstung in flbessinien

Auch in Addis Abeba fanden Ministerbesprschun- gen statt, bei denen die inoffiziellen italienischen Gegenvorschläge für unannehmbar erklärt wur­den. Die abessinische Regierung weigert sich, Te- ^ bietsteile abzutreten, die eine Verbindung zwi­schen Jtaliemsch-Somaliland und Eritrea ermög­lichen. Auch einer Abrüstung der abesstnischen Streitkräste werde die Regierung nicht zustimmen. Dagegen wolle man den vom Völkerbund vorge­schlagenen Weg einschlagen. Im Falle eines italienischen Angriffs werde man sogar die Trup­pen von der Grenze zurücknehme», um damit einen Beweis des guten Willens zu erbringen. Aus eine spätere Verteidigung werde jedoch hier­durch nicht verzichtet.

Weiter steht im Vordergrund des Interesses der Besuch des britischen Botschafters in Rom Sir Eric Drummond bei Mussolini. Der britische Botschafter hat mit Bezug auf die Flottenzusam- menziehungen im Mittelländischen Meer dem italienischen Staatschef die Versicherung abgege­ben, daß die britische Regierung keinerlei Feind- , seligkeiten gegen Italien empfinde; sie bekümmere sich lediglich um die Aufrechterhaltung des An- I sehens des Völkerbundes. (Forts, aus Seite 2)

fluf des Messers Schneide

* Bremen, den 25. September.

Die Dinge um Abessinien sind nunmehr soweit gediehen, daß alles auf des Messers Schneide steht; und zwar nicht allein insofern, als mit jeder Stunde sich Mussolinis Voraussage von dem Selbstlosgehen der Gewehre in Abessinien erfüllen kann, sondern besonders auch im Hinblick auf den englisch-italienischen Gegensatz, der die Völker Europas weit mehr angeht als der italienisch-abessinische.

Mussolinis Absage an den Fünfer-Ausschuß mit der darauf sofort erfolgten Bekanntgabe der italienischen Forderungen an den Völkerbund durch Baron Aloisi hat eine vorerst gänzlich un­durchsichtige Lage geschaffen. Obwohl die von Baron Aloisi vorgebrachten Forderungen ohnehin schon viel zu weitgehend waren, um für den Bölkerbundsrat annehmbar zu erscheinen, sind sie von Mussolini verneint oder wenigstens verleugnet worden, so daß anzunehmen ist, daß Mussolinis gebietsmäßige Forderungen noch über das Verlangen Aloisis nach gebietsmäßiger Beschränkung Abessiniens aus das eigentliche Hochland, also über die Forderungen der An­nexion aller Gebiete Abessiniens, die bis an die Kolonien Englands, Frankreichs und Italiens reichen, hinausgehen. Inwieweit Aloisis weitere Forderungen nach Entwaffnung Abessiniens von Mussolini selbst ernst genommen werden, mag dahingestellt' sein.

Aber bei allem Ernst dürsten die Dinge, so wie sie jetzt liegen, immer noch nicht zum Ver­zweifeln Anlaß bieten. Noch wird verhan­delt und man muß nicht immer gleich an das Allerschlimmste denken, wenn bei zwei Entschei­dungen zur Frage steht, ob eine den Frieden des Abendlandes bedrohende Gefahr noch gebannt werden kann oder ob unnachgiebiges Festhalten an einer einmal bezogenen diplomatischen Stel- lung Europa unbedingt in Brand stecken muß. Es gibt immerhin auch heute noch goldene Brücken, die man dem Verhandlungsgegner Lie- ten kann und wir schätzen Mussolini als Staats­mann viel zu hoch, als daß wir nicht annehmen mächten, daß er Realpolitiker genug ist, um mit dem Kopfe nicht durch die Wand zu wollen. Er weiß genau, wo die Grenze der britischen Macht- sphäre im Nilquellengebiet ist und bürste kaum den Ehrgeiz besitzen, sie unter allen Umständen zu überschreiten, also auch dann, wenn sich durch Eng­land oder was dasselbe wäre, durch entsprechende Beschlüsse des Völkerbundsrats, oder durch andere Vereinbarung, ein Ausweg bietet, der Ita­lien erlaubt, in Ehren aus der nun ein­mal für ein offensichtliches Zurückweichen nicht mehr geeigneten strategischen Lage, ohne Än- sehenseinbuße wieder herauszukommen.

Schon hat man in Rom die letzte Entscheidung auf Sonnabend vertagt und das obwohl der Negus die Mobilmachungsorder für Abessinien nun unterzeichnet hat; und das, obgleich die Regenzeit in Abessinien nunmehr ihr Ende fand und dem Vorrücken der italienischen Truppen auf Adua kein Hindernis im Wege steht. Nein, es läßt sich gar nicht verkennen, daß man in Rom, wenn­gleich der Fünfer-Ausschutz den dortigen Erwar­tungen in keiner Weise entsprochen hat, immer noch bereit ist, Vorschläge des Völkerbundsrats abzuwarten, der, wie man hört, morgen tagen will, um die Politik der Versöhnung fortzusetzen, um zu prüfen, ob nicht doch eine andere Grund­lage, als die vom Fünfer-Ausschutz vorgeschlagene, für den Ausgleich der Gegensätze gefunden wer­den könne.

Am Ende bleibt abzuwarten, ob Lei Versagen des Völkerbundsrats nicht, wie Reuter heute schon vermutet, zuletzt noch eine Dreimächte- Besprechung zwischen Italien, Frankreich und England herauskommt, bei der ohne die übrigen Völkerbundsmächte über die heute zweifellos be­stehende schwere Krise des europäischen Friedens hinweg eine Einigung erfolgen könnte. Zweierlei steht jedenfalls fest: Einmal, daß Italien seine Truppen aus Abessinien nie mehr ganz zurück­ziehen wird; dann, daß Großbritannien in Abessi­nien nach wie vor auf einer Sicherung besteht d:e Aegypten und damit den Suez-Kanal davo schützt, die leichte Beute einer anderen Macht zi werden.

Vielleicht, daß die heute durch Großbritannie aus dem Gesichtswinkel eines allenfalls mit Ita­lien zu führenden Krieges im Mittelmeer erfolgte Verstärkung der britischen Stützpunkte durch starke Fliegergeschwader und Schiffseinheiten zi einer vorerst dauernden werden wird, ohne da! - darum die beiderseitigen maritimen Kräfte i, Mittelmeer sich erst zu messen brauchen. Es wäi das zwar durchaus kein den Frieden Europas un bedingt gewährleistender Zustand denn es trag: eine einmal in sich zusammengeballte Kriegsmacht fortdauernd die Gefahr in sich, daß die Kanonen von selbst losgehen aber es könnte immerhin für den Augenblick die Verhinderung des Kriegs­ausbruchs zwischen Italien und Großbritannien bedeuten, und damit einen Zeitgewinn, der erlaubt, nach Umgehung der drohenden Kriegsge­fahr schließlich auch noch aus der schleichenden Kriegsgefahr wieder herauszukommen.

Jedenfalls gibt es nichts, und darf es nichts geben, was unversucht bleibt, um das Unglück

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