Ausgabe 
(19.9.1935) Nr. 259
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamU.Iageszeitung der

Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsdlatt des Senats

der §reien kjanlestadt Dremen

,wsN »M u« M KP!

entrichten. Postscheck Hamburg 172 72. BetriebSstSrunaen^b?^»>>-^e°,"^° Bezugspreis ist im voraus zu

NS.-Gauoerlag Weser-Ems G. m b R-»«,»» begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz.

' H" Bremen, Am Teeren 8-8 / Fernsprecher: R-lnnd 828.

Nr. rss / laflrgang

S Z 5

Anzeigen-Krundpreisc: Tie SL-mia.geile tm Anzeigenteil 12 Rps.. die-wra.ZeiI» im

Ermäßigte Grundpreise lstir kleine Anzeigen, Familtenanzeigen u. ^

Preisliste 5. lNachlaßfialsel 0.) Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmelchluß l« Uhr. Sprechzeit: Verlaa werktäalich von 18 Uhr: Schrlk"-i'nna DIenstna bis Freitag von 12>/»-18>/, Uhr.

Tertteii

a.) sowie sonstige Sedingungen laut

7b Rps.

Voimerslag, lS. September

kinzelpreis 15 Nps«

Staatsjugendtag wird weiter ausgestaltet

der Sonnabend ausschließlich für nationalpolitische krziellung srei gehalten / kinfichrung des gleitenden Sechstageplans sür die mittleren und kicheren Schulen / Inkrafttreten der Neuregelung nach den fterbstserien

Unser Vagvsspivgvl

Der Chef des Stabes, Viktor Lutze, hat einen Tagesbefehl an die SA. erlassen.

Zur besseren Gestaltung des Staatsjugend­tages wird in den mittleren und höheren Schulen der gleitende Sechstageplan einge­führt.

Der Reichserziehungsminister hat für eine Reihe von Hochschulen Höchstzisfern festgesetzt. Die Memelländische Einheitsfront wehrt sich gegen unlautere Wahlmanöver ihrer Gegner. Die englischen und italienischen Flottenbewe- gungen im Mittelmeer nehmen ihren Fort­gang.

Das vom Führer in Nürnberg geweihte Feld­zeichen der SS.-Standarte 88Stedingen" wurde feierlich eingeholt.

Auf der Norddeutschen Hütte erfolgte die In­betriebnahme des ersten Hochofens.

Vorerst ist für zehn Berufszweige die Ein­führung des Arbeitsbuches zum 1. Oktober angeordnet worden.

lagesbefelil an die Sfll

Nach der Rückkehr von Nürnberg

Mrlin, 13. September.

Der Chef des Stabes. Viktor Lutze, hat nach Beendigung des Nürnberger Parteitages den nachstehenden Tagesbefehl an die SA. erlassen:

Die Tage von Nürnberg sind vorüber. Viele Arbeit wurde geleistet. Große Opfer Wurden ge­bracht von jedem einzelnen. Allen Teilnehmern, insbesondere auch den Führern und Männern des AufmarschstaLes, spreche ich an dieser Stelle meine Anerkennung aus.

SA.-Männer! Ihr habt dem Führer gezeigt, daß die SA. fester und härter, disziplinierter, sauberer und fanatischer hinter ihm und seiner Idee steht denn je! Der Beweis hierfür lag in eurer Haltung, eurem Blick. Mit tiefbewegtem Herzen, erfüllt mit einem unbändigen Glauben an den Führer, habt ihr Nürnberg verlassen.

Mit diesem Befehl seid ihr wieder in eurer Heimat, zu euren Einheiten gestoßen, und nach diesem Befehl werdet ihr künftig handeln: Die SA. wird kämpfen unter Einsatz aller Kräfte bis zur höchsten Hingabe! Sie wird marschieren, bis der letzte Deutsche in unserer Bewegung steht!

So will uns der Führer, und so marschieren «ir. Das ist der Wdg zu Freiheit, Arbeit und Brot. Lutze."

kine Verfügung des Stabschefs

München, 19. September.

Die Oberste SA.-Führung teilt mit: Nachdem die Umstellung der SA. nunmehr durchgeführt ist und die SA. im alten Geist wieder einheitlich und geschlossen steht, müssen auch äußere Unter­schiede fallen. Es gibt daher auch nicht mehr ver­schiedene, sondern nur noch grausilberne Aermel- streifsn. Ausführungsbestimmungen über die Um­änderung ergehen gleichzeitig.

Der Chef des Stabes (gez.j: Lutze.

Vr. Vietrich dankt der presse

München, 13. September.

Der Reichspressechef der NSDAP. veröffentlicht am Abschluß des Reichsparteitages der Freiheit folgenden Dank an die Presse: ^^^lufgabe»,

mch für die

Sank der>».

Mhe zum Ausdruck bringen. ennung verdient auch die Pressestelle des Reichs- mrteitages in Nürnberg, deren filrsorgende Ar- >eit das Werk der in Nürnberg weilenden Presse­vertreter in besonderer Weise erleichtern half.

gez. Dr. Dietrich, Reichspresseches der NSDAP.

ieflaggung der öffentlichen Seböude

Berlin, 19. September.

, Durch das Reichsflagaengesetz vom 15. Septem- >er 1938 ist die Hakenkreuzflagge zur alleinigen lieichs- und Nationalflagge erhoben worden. Un­ter Aufhebung aller entgegenstehenden Bestrm- nungen über das Beflaggen öffentlicher Gebäude mt der Reichs- und preußische Minister des Zu- rern daher auf Grund des Artikels 4 des Reichs- laggengesetzes mit sofortiger Wirkung folgendes angeordnet: ^

1. Sämtliche össentlichen Gebäude des Reiches, »er Länder und der Körperschaften des öffentlichen Nechts flaggen künftig mit der Hakenkreuzflagge.

2. Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot und die Flag-

;en der Länder und der Prooinzialverbande sind künftig nicht mehr zu zeigen. , , .

8. Den Gemeinden im Sinne der Eemeindeord- nvng ist es gestattet, neben der an erster stelle zu Wenden Hakenkreuzflagge bei festlichen Anlassen auch die Eemeindeflagge zu zeigen.

(Orsbtbsriolit unssrsr Berliner Lobriktisitungs Ur. Berlin, 19. September.

Der Reichserziehungsminister Rüst hat eine bedeutsame, lebhaft zu begrüßende Anordnung getroffen, durch welche der wissenschaftliche Unterricht in den mittleren und höheren Schulen wirksamer als bisher von der staatspolitischen Er­ziehung der Jugend abgegrenzt wird.

Um den Staatsjugendtag besser durch­führen zu können, zugleich aber die geregelte Führung des allgemeinen Unterrichts zu sichern, hat der Minister angeordnet, daß nach den Herbst- serien des Sonnabends überhaupt kein lehrplan- mäßiger Unterricht mehr erteilt werden darf. Während in den Volksschulen der Stunden­plan dementsprechend einfach eine entsprechende Kürzung auf 5 Wochentage erfährt, ist für die mittleren und höheren Schulen eine andere Regelung vorgesehen, durch die aber eben­falls der Zweck erreicht wird, den Staaisjugend- iag, den Sonnabend, in Zukunft ausschließ­lich für die nation älpolitische Erzie­hung frei zu halten. Da der Lehrplan der wissen­schaftlichen Unterrichtsfächer in den mittleren und höheren Schulen es aus sachlichen Gründen nicht

gestattet die am Sonnabend ausfallenden Unter­richtsstunden auf die 5 anderen Wochentage zu verteilen, so bat man zunächst einen Ausweg in Gestalt des sogenannten gleitenden 6-T age- Plans gewählt. Darunter ist folgendes zu ver­stehen. Der Stundenplan bleibt wie bisher für eine Periode von 8 Tagen aufgestellt.

Da aber der 6. Tag der Woche als Staats­jugendtag künftig vom Unterricht völlig srei bleibt, so gleitet der Wochenplan mit seinem 8. Tag aus den Ansang der nächsten Woche hinüber; der Sonnabend-Unterricht wird also am nächstfolgenden Montag erteilt, und mit jeder Woche verschiebt sich dergleitende Plan" selbstverständlich um einen Tag weiter.

Auf diese Weise fallen für das gesamte Winter­halbjahr nicht einzelne Unterrichtstage aus, son­dern ein Siebtel der Unterrichtswochen, so daß also von den 40 Schulwochen des Jahres 33 Wochen durch den gleitenden Unterrichtsplan wirklich ausgefüllt werden, während 7 Wochen der politischen Erziehung vorbehalten bleiben, wobei es sich selbstverständlich nicht nur um eins theoretische Erziehungsarbeit handelt.

Bei dieser Verlegung des staatspolitischen Unterrichts auf den Sonnabend werden auch die­jenigen Fächer mit berücksichtigt, die, wie z. B. Biologie und Rassenkunde, erst seit der Macht­ergreifung eingeführt oder stärker betont worden sind. Infolgedessen bleiben die süns anderen Tagq immer noch dem wissenschaftlichen Unterricht nach dem ursprünglichen Lehrplan vorbehalten. Der Winter 1835/38 soll sür diese Umstellung als Probezeit angesehen werden, in der man die nötigen Erfahrungen sür eine künftige endgül­tige Regelung sammeln will.

»

In den sonstigen Bestimmungen des Staats- jugendtages wird hierdurch nichts geändert, das heißt, nach wie vor gelten alle zum Jungvolk und Jungmädel gehörenden Schüler und Schülerinnen einschließlich der Führer an diesem Tage als beurlaubt. Für alle übrigen Schüler und Schülerinnen findet an diesen Tagen nationalpolitische Schulung durch die Schule statt. Durch die Hitler-Jugend wird der Staats­jugendtag also wie bisher nur für das Jung­volk und die Jungmädel gestaltet.

was gehr Im Mittelmeer vor?

englische und Italienische Iruppenverschiebungen / fluch die rücke! Irin aus den Plan

Berlin, 19. September

Nach Meldungen aus London dauern die bri­tischen Truppenoerschiebungen in Gibraltar und Aegqpten an. Während ein Transportschiff von Southampton bereits am Dienstag mit englischen Truppen an Bord nach Malta abgegangen ist, trat das pebente englische Husaren-Regiment gestern die Reise nach Aegqpten an.

Einer Reuter-Meldung aus Gibraltar zu­folge, wird gegenwärtig am nördlichen Eingang des Admiralitätshafens eine Sperre errichtet. Am Montagabend war amtlich gemeldet worden, daß eine solche Sperre am südlichen Eingang be­reits errichtet worden ist. Britische Seeslugzeuge waren kürzlich einen ganzen Tag unterwegs.

Insgesamt find zwischen Gibraltar und Aden 144 englische Schiffseinheiten versammelt; 28 davon liegen vor Alexand.ria, 28 längs der Küste von Palästina, sechs im Kanal von Suez, 20 vor Aden. Die übrigen 78 Schisse halte» sich in der Nähe von Gibraltar aus.

Die Londoner Regierung selbst beschäftigt sich intensiv mit der Frage der Sicherheit Aegyptens und des Suez-Kanals. Ein Zusammenstoß am Suez-Kanal wird als durchaus möglich bezeichnet. Es heißt, daß in Aegqpten die bri­tischen Flotten- und Luststreitkräfte über eine ausreichende Stärke verfügen, während die militärische Garnison noch verstärkt werden müsse.

Weiter verlautet, daß, falls Italien in Erwide­rung britischer Sühnemahnahmen England in Aegqpten oder Palästina angreifen sollte, die eng­lische Regierung in der Türkei einen bereitwilli- gen Verbündeten finden werde. Die Türkei wün­sche, daß sich Italien von den Dodekanes-Znseln entferne, wo die italienischen Streitkräfte sowohl die Türkei als auch die Küste Palästinas be­drohte».

Im Zusammenhang hiermit verdient die aus Bukarest berichtete Tatsache besondere Beachtung, daß die Türke", aus beiden Seiten der Dardanellen eine umsangreiche militärische Tätigkeit zur Be­festigung der Meerenge entfalten; besonders soll viel Artillerie unterwegs sein.

Auch die italienische Mittelmeerflotte ist weiterhin aktiv. Zwölf italienische Unterseeboote sind, wie es in einem Bericht aus London heißt, unter dem wachsamen Auge patrouillierender bri- tischer Zerstörer" auf dem Wege nach Süden.

Schließlich sind auch die militärischen Vorberei­tungen in Abessinien sehr weit vorgeschritten. Die abesfinische Armee soll zur Zeit über 500 000 Gewehre und 125 Millionen Patronen sowie über 200 Maschinengewehr« verfügen. Das gesamte Ge­biet zwischen Asmara und der abessinischen Grenze ist von italienischen Truppen besetzt. Der Bau zahl­reicher Straßen, die nach der Grenze hin verlau­fen, ist beendet und ein« Linie von Befestigungen, nach den Namen bei Aduar gefallener Offiziere benannt, schließt das Feldlager ab.

Kommt es zuSülinemaßnakmen?

Italien lehnt nach wie vor alle Senfer Vorschläge ab

Berlin, 13. September.

In Gens lausen zurzeit im Zusammenhang mit dem italienisch-abessinischen Konflikt zwei Ver­handlungen parallel: Der Fünseransschuß ist mit der Bearbeitung von Borschlägen zur Lösung des Konslikts beschäftigt, während zwischen einigen Mächten vertrauliche Be­sprechungen über etwa gegen Italien anzuwen­dende Sühnemaßnahmen geführt werden. Bei diesen Sühnemaßnahmen soll es sich jedoch nur um Entscheidungen wirtschaftlicher Art han­deln. Nach einer Reuter-Meldung soll bei diesen wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen Oesterreich eine Schlüsselstellung innehaben.

Was die Beratungen des Genfer Fünferaus- schusses betrifft, so sind die Vorschläge nicht nur ausgearbeitet, sondern bereits den italienisch- abessinischen Vertretern zur Stellungnahme zuge­gangen. Ueber den Inhalt der Vorschläge verlauten gewisse Einzelheiten, die jedoch ange­sichts der strengen Geheimhaltung des Planes mit Vorbehalt aufzunehmen sind. Der Plan soll

Moskau See Krlegsgewinnler

Spanische Stimmen über die wassren Ziele Litwinows in Senf

Madrid, 19. September.

Die Madrider ZeitungEl Debatte" behandelt in einem Leitartikel die Frage, wer bei einem Kriege am meisten gewinnen würde. Der Ver­fasser geht dabei von der verdächtigen Tätigkeit des S'owjetdelegiertsn in Genf gegenüber dem dort versammeltenGemisch von Kommunisten, Marxisten und Radikalen" aus. Die bürgerliche Linke so heißt es in den Ausführungen, spiele in Genf nur die Rolle von Komparsen, die nicht sähen, wo der eigentliche Konflikt ent­brannt sei.

Der Kampf spiele sich nicht etwa zwischen der Demokratie und dem Faschismus ab. auch nicht zwischen Faschismus und der Dritten Internatio­nale, sondern zwischen dem Kommunismus der Sowjets und der abendländischen Zivilisation.

Man könne Lei oberflächlicher Betrachtung zu der Ueberzeugung kommen, daß in Genf mit großem Aufwand an Propaganda und mit gro­ßem Geschick ein antifaschistisches Tref.

fen abgehalten würde. Richtiger sei aber die Erkenntnis,

daß es sich in Gens um eine Konzentration

revolutionärer Elemente im Dienste der Sowjets handle.

Diese seien die einzigen, die genau wüßten, was sie wollten und wie sie die Stellung, die man ihnen im Völkerbund einräume, ausnützen könn­ten. Für die Volschewisten gelte zuerst die Revo­lution, auch im Völkerbund. Friedliche Lösungen seien Nebensache. Die Tätigkeit Litwinows in Genf sei so natürlich, daß man sie nicht einmal tadeln könne, weil Rußland ja gar nicht mit anderen Zielen und Absichten in den Völkerbund eingetreten sei. Rußland würde bei einem Kriege für seine revolutionären Ziele den Rahm ab­schöpfen. Daraus erkläre sich auch die Haltung Litwinows. Die großen Nationen müßten diese Tatsache in Rechnung stellen. I» der Serie von Enttäuschungen, die die Volschewisten jenen nach­giebigen Staaten bereiteten, sei die Revolutions­propaganda Litwinows die jüngste Episode.

von dem Grundsatz einer finanziellen, wirtschaft­lichen und verwaltungsmäßigen Hilfeleistung für Abessinien ausgehen. Diese Hilfe soll unter der Aufsicht des Völkerbundes zum Zwecke der Modernisierung des abessinischen Staats­wesens gewährt werden. Die Spitze dieser Orga­nisation, die auf eine internationale Regierung hinauslaufen würde, soll der vom VölkerSunds- rat zu ernennende Oberste Berater bilden.

Ihm und den ihm untergebenen Beamten soll eine internationale Polizeitruppe zur Verfügung stehen, jedoch soll vorgesehen sein, daß weder der Oberste Berater noch seine beiden Stellvertreter einer der drei angren­zende« Mächte angehören, also weder Fran­zosen, Engländer oder Italiener sein dürfen.

Es kann nicht weiter überraschen, daß schon jetzt in Rom die Verwerfung dieser Vor­schläge feststeht. Mussolini habe, so heißt es in Meldungen aus Rom/ die Vorschläge des Fünfer- ausschusies als völlig unannehmbar bezeichnet. Auch die italienische Presse verhält sich gegenüber den Bemühungen des Völkerbundes zur friedlichen Regelung des Konfliktes scharf ablehnend. Es heißt in einem Blatt, man wärme in Genf lediglich bereits abgelehnte Vorschläge wieder auf, die in Grund und Boden zu verdammen seien. Berichten aus Genf zufolge haben der russische Außenkom- missar Litwinow und der dänische Außenmini­ster Munch gleichfalls gegen die Vorschläge des Fünferausschujses Einspruch erhoben mit der Be­gründung, daß von den beiden Staaten jede kolo­niale Operation abgelehnt werde. Entgegen den Erwartungen hat sich jedoch der italienische Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung noch mit dem italienisch-abessinischen Konflikt beschäf­tigt. Erst am Sonnabend dürften die entscheiden­den Beschlüsse zu den Genfer Verhandlungen ge­faßt werden. Dagegen sollen vom italienischen Ministerrat wichtige Finanzgesetze verabschiedet worden sein. Es handelt sich hierbei um die Auf­legung einer inneren Anleihe sowie um die Ein­führung neuer Steuern.

Die Spannungen zwischen Italien und Großbritannien dauern unvermindert fort. Der Duce sucht aktiven Maßnahmen Groß­britanniens dadurch zu begegnen, daß er Streit- kräfte nach Lqbien entsendet. Nach Ankunft der neuen Dimsionen sollen in dieser Kolonie sich be­reits 78 800 Mann weiße Truppen aufhalten; außerdem ständen in Tripolis 375 Flugzeuge be­reit.

Mplomaten erleben Deutschland

Der Reichsparteitag der Freiheit ist vorüber. Das organisatorische Meisterwerk des AStrans- portes der gewaltigen Menschenmassen aus Nürnberg hat sich vollzogen. Nur die Nachkom- mandos der einzelnen Formationen und Ver­bände sind noch tätig, die Abbrucharbeiten in den Zeltlagerstädten zu leisten.

Als einer der ersten Züge, der Nürnberg ver­ließ, rollte der Sonderzug der auslän­dischen Diplomaten nach Berlin, einge­baut als eine einzelne feine Linie in das dichte Fahrplannetz der Deutschen Reichsbahn. Als dieser Zug pünktlich am Anhalter Bahnhof in Berlin einlief und die Wagen der einzelnen Missionschefs vorführen, da endete auch hier ein Stück dieses so eindrucksvollen und politisch so bedeutsamen Reichsparteitages, ein Stück, das vielleicht etwas am Rande lag und doch von größter Wichtigkeit ist.

Der Reichsparteitag ist vorüber, aber die Auswirkungen dieses gewaltigen politischen Millensbekenntnisses des deutschen Volkes und seine Führung sind noch nicht beendet, sondern beginnen erst ihre Tiefenwirkung. Für jeden einzelnen Teilnehmer war dieser Reichsparteitag ein seelisches Erlebnis, wie es nicht tiefer gedacht werden kann. Und die Pertreter der ausländischen Mächte, die der Einladung der Reichsparteitag­leitung gefolgt sind, werden, wie jeder andere Teilnehmer, diese Eindrücke in sich aufgenommen und zutiefst gespürt haben, was in Deutschland sich vollzogen hat und vollzieht. Denn bei keiner Gelegenheit ist dies deutlicher und klarer zum Ausdruck gekommen und zu empfinden gewesen wie gerade in Nürnberg. Ein neugestaltetes Volk, innerlich aufgebrochen, ausgerichtet auf eins Idee und einen Führer, ist im Marsch. Was in Nürnberg marschierte, war Deutschland.

Wie sehr die diplomatischen Vertreter auf dem Reichsparteitag einbezogen worden sind in die Atmosphäre Nürnbergs, in das Erlebnis dieser Tage, das zeigt der letzte Abend, den die auslän­dischen Diplomaten in Nürnberg erlebten. Da saßen Botschafter, Gesandte und Geschäftsträger plötzlich aus eigenem Antrieb mitten unter einem Reitersturm der SS. als Gäste des Sturmes, der die Begleitmannschaft für das Diplomatische Korps gestellt hatte, und erlebten einen Kame­radschaftsabend dieses Sturmes.

Symbolisch war die Einheit, die. die Bewegung in allen ihren Gliederungen darstellt, darin zum Ausdruck gekommen, daß SA.- und SS.-Führer und Politische Leiter gemeinsam diesen Abend ge­stalteten. Der Geist der Kameradschaft, der alle Gliederungen der Bewegung erfüllt hat, der her­ausgewachsen ist in seinen Formen aus den Sturm­abenden der Kampfzeit, erfüllte diese Menschen, gab diesem Abend Gestalt. Die offiziellen Vertre­ter zahlreicher ausländischer Staaten aber konnten sich ein persönlichesBild machen, wie die­ser Geist, der die Bewegung groß gemacht hat, heute in ihr weiterlebt, wie er die Menschen er­füllt und umgestaltet, wie die Gemeinschaft den Charakter formt.

Man muß bedenken, was das für einen aus­ländischen Politiker bedeutet, der vielleicht zum ersten Male einen solchen tiefen Einblick in den Geist des neuen Deutschlands, der heute jeden alten und jungen Kämpfer der Bewegung erfüllt, bekommt. Der Nationalsozialismus ist etwas so Neuartiges, daß man ihn nur erlebenund nicht oerstandesmätzig begreifen kann. Aber dieses Er- lebnis wurde jedem vermittelt, der in Nürnberg war, wurde jedem vermittelt, der sich einspannen ließ in diese Atmosphäre. Man kann Deutschland suchen an vielen Stellen, aber hier war der Macht- kreis dieser neuen Idee vielleicht am stärksten und eindrucksvollsten. Hier spürte man, was die Be­wegung heute im Staate bedeutet, wie immer neue Triebkraft im gleichen Strom aus der Partei in die Politik des Staates und in das Volk hineinströmen. Hier konnte man spüren, wie Deutschland wach geworden ist, was der Führer jedem einzelnen Mann im Volk bedeutet, wie