Ausgabe 
(12.12.1935) Nr. 343
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Parteiamtl.lageszei1ung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats ^ der Lreien Hansestadt vremen

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Nr. 545 / 5. Jahrgang

Vonnerstag, 12. Vezember

kmzelpreis 15 Npf.

wir wollen die deutsche Vollfamilie!

flufruf des kdrenfütirerringes des Neichsbundes der Kinderreichen / der Negierende vürgermeister von

vremen, Vtio keider, Mitglied des ktjrenringes

Unser lagesspiegvt

Der neu gegründete Ehrensiihrerring der Kinderreichen tritt in einem Aufruf für die deutsche Vollfamilie ein.

Der Reichsfinanzminister wies in einer Rede die Erfolge der nationalsozialistischen Finanz­politik nach.

Für die Arbeitsopfer der See soll eine Sonderstiftung ins Leben gerufen werden.

Der Pariser Friedensplan ist in Rom Musso­lini überreicht worden.

In Addis Abeba brach in Erwartung eines italienischen Bombenangriffs eine Panik aus.

Dr. Schacht forderte vor der Reichsgruppe Handel vollen Einsatz des Kaufmanns für die Gesamtheit.

I« Gegenwart Senator Haltersmann wurde im Schüsselkorb das neue Elektrohaus er­öffnet.

Das VermessungsschiffMeteor" kommt morgen nach Bremen.

Eine norwegische Rotkreuz-Expedition für ALesfknien wird sich heute im Bremer Frei­hafen einschiffen.

Schwär; ktirenmttgUed derNechtsfront

Xr. Berlin, 12. Dezember.

In Würdigung seiner großen Verdienste um den Aufbau der Deutschen Rechtsfront hat der Reichs­leiter des Reichs-Rechtsamts, Minister Dr. Frank, dem Reichsschatzmeister Schwarz die Ehrenmit­gliedschaft der Deutschen Rechtsfront zugesprochen. In der Begründung dieser Ehrung schreibt Mi­nister Dr. Frank:Weder Reichs-Rechtsamt noch der Juristenbund hätten sich entwickeln können, wenn nicht Sie, hochverehrter Herr Reichsschatz- meister, immer wieder in kritischen Zeiten der Kampfepoche geholfen und uns immer wieder Ihre wertvolle Unterstützung hätten zuteil werden lassen." Außer dem Führer ist der Reichsschatz, meister das einzige Ehrenmitglied der großen deut­schen Rechtsorganisation.

SonderstistungfürflrbeitsopferderSee

Berlin, 12. Dezember.

Die leider in diesem sturmdurchtobten Herbst so zahlreich gewordenen schweren Unfälle auf See, die auch das Leben so vieler Arbeitskameraden gefordert haben, sind Veranlassung gewesen, bei den maßgeblichen Stellen die Hilfsmöglichkeiten für diese Arbeitsopfer zur See nachzuprüfen. Nach­dem anläßlich des Unterganges des Emder He- ringsloggersRavensberg" für die Hinterbliebe­nen der bis auf einen lleberlebenden auf See ge­bliebenen Besatzung bereits namhafte Beträge ge­spendet wurden, haben die weiteren Verluste an Menschenleben eine Ausdehnung der Hilfsaktion für die Hinterbliebenen im Gefolge gehabt.

Im Einvernehmen mit der vom Führer ge­schaffenenStiftung für Opfer der Arbeit" ist beabsichtigt, eineSonderstiftung für Arbeitsopfer zur See" zu gründen und dieser alle einmaligen und regelmäßigen Spenden zuzuführen. Aus dieser Sonderstiftung können den Hinterbliebenen der auf See gebliebenen Arbeits­kameraden Beihilfen gewährt werden. Darüber hinaus stehen aber die ständigen Hilfseinrichtungen der DAF. den Hinterbliebenen restlos zur Ver­fügung. Hier ist es vor allem die Rechtsberatung, die in solchen Schicksalsschlägen wertvolle Hilfe leisten kann.

Mchtarische flbstammung als künMgungsgriind

Berlin, 12. Dezember.

Seitdem der Rassegedanke im deutschen Volk durch die Aufklärungsarbeit der NSDAP. Ein­gang gefunden hat, mehren sich die Fälle, in denen Deutsche versuchen, ihre rechtlichen Beziehungen zu Juden zu lösen. Diese Fälle liegen sowohl auf familienrechtlichem Gebiet (Verlobungen, Ehen, Adoptionsverträgen, Vormundschaften usw.), als auch auf dem Gebiet des Arbeits­und Vertragsrechts. In zahlreichen Fällen haben die Gerichte den Ansprüchen auf Losung dieser Beziehungen stattgegeben.

Neuerdings hat auch das Reichsgericht, wie in derJuristischen Wochenschrift" ausführ­lich mitgeteilt wird, entschieden, daß nichtarische Abstammung eines Dienstpflichtigen Grund zu einer fristlosen Lösung des Dienstverhältnisses sein kann, wenn dem Dienstberechtigten die Weiter- beschäftigung des jüdischen Dienstverpflichteten vernünftigerweise nach Treu und Glauben nicht mehr zugemutet werden kann.

Haltlose Gerüchte. In der ausländischen Presse lin­den sich wieder einmal Mitteilungen darüber, daß Reichsbankpräsident Dr. Schacht angeblich in England Kredite nachgesucht habe. Diese Meldungen sind, wie alle früheren, glatte Erfindungen und völlig unbe­gründet.

Anläßlich der heute in der Weimarhallc er­folgenden Verkündung des Ehrensührcrringes des Neichsbundes der Kinderreichen wird sal­zender Ausrus veröffentlicht:

Gewaltiges hat der Nationalsozialismus in Deutschland seit der Machtübernahme geleistet. Und doch kann der Fortbestand all dieser Erfolge nur dann als gesichert gelten, wenn erst die größte und dringendste Aufgabe gelöst ist, eine Aufgabe, die bisher noch nie ein weißes Volk bezwungen hat: den Fortbestand unseres Volkes wieder zu sichern.

Harte, unangreifbare Ziffern zeigen, daß das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten ein ab­sterbendes Volk geworden war. Bis zur Macht­ergreifung durch den Führer bestand keine Aus­sicht auf Aenderung dieses gefährlichen Vorgangs. Erst seit der Uebernahme der Regierung durch Adolf Hitler können wir im Ernst wieder an eine Ueberwindung des Gespenstes des Geburtenrückganges und an einen bio­logischen Wiederaufstieg unseres Volkes denken. Dazu ist aber nötig, baß alle Kräfte für dies gewaltige Ziel eingesetzt werden. Noch reichen die Geburtenziffern nicht aus, um auf die Dauer den Bestand der Nation in ihrer heutigen Größe zu sichern, und ein Sinken der Volkszähl würde Deutschland nicht nur zahlenmäßig, sondern auch an Erbwert und Begabung auf das allerschwerste schädigen.

Es gibt nur ei« Mittel, um unser Volk aus dieser ernstliche« Gefahr des völkischen Nieder­ganges (nach Zahl und Tüchtigkeit) zu retten: das Entstehen möglichst vieler erbgesunder Voll- familien. d. h. von Familien, in denen mindestens

keioksstattlialtor Luuvüol an cksr Lpltrs ckss löbrsvkübrorrivgos cksr Xillcksirsiotisv

vier lebenskräftige Kinder geboren werden. Nur diese Kinderzahl reicht für die Volkserneuerung aus.

Zerrüttung des Familienbegriffs und bevölke­rungspolitische Irrlehren haben in der Verfallzeit allerschwerste Schäden angerichtet; die gesunde kin­derreiche Familie ist mit der erbkranken, asozialen

in eine, Reihe gestellt und der Verachtung und Verelendung überantwortet worden.

Hier Wandel zu schassen, Aufklärung zu verbreiten, die alte deutsche Kinder­liebe wieder zu wecken und zu stärken, vor allem aber der Vollfamilie wieder Achtung, Geltung und Lebensraum zu erringen, das ist die Aufgabe unserer Zeit!

Das Dritte Reich hat sich mit vollem Nachdruck in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Um sie zu lösen, müssen aber auch aus dem Volke heraus sich alle Kräfte regen und an einer gesunden Gestal­tung des völkischen Familienlebens mitbauen. Dabei steht den erbgesunden Kinderreichen die Führung zu, ihr Beispiel muß der deutschen Voll- samilie wieder den ihr gebührenden Ehrenplatz in der Volksgemeinschaft erkämpfen, der die Vor­aussetzung für Durchbruch und Sieg des deutschen Willens zum Kinde ist.

Der Reichsbund der Kinderreiche« (RDK.) ist nach dem Willen des Führers mit dieser Kampsaufgabe betraut. Staat und Partei stehen hinter ihm. Es ist Ehrenpflicht aller erb­gesunden kinderreiche« Eltern, in seinen Reihen mitzustreiten und sich durch das Trage« seines Zeichens stolz zu dem Glück zu bekennen, das aus dem köstlichsten Reichtum einer Familie und eines Volkes erblüht, dem Reichtum an Kindern.

Wir als Vätex von Vollfamilie« rufen hiermit alle Eltern mit vier oder mehr (Witwen mit drei oder mehr) Kindern aus, sich in die Reihen des RDK. einzuordnen.

See kheenführerring des 1WK.

Dr. Anschütz, llniv.-Prof., Echeimrat, Kiel. Behrens, Oberbürgermeister, Kiel. von Blomberg, Reichskriegsminister, Berlin. Boeck, Senator, Danzig. vr. meü. Boehm, Professor, Dresden-Wachwitz. Bochmer, Oberbürgermeister, Gelsenkirchen. Dr. F. Burgdörfer. Direktor im Statistischen Reichsamt, Berlin. Dr. Burkhardt, Landrat und stellvertr. Gauleiter, Fulda. Dr. Dehlinger, Württembergischer Finanzminister, Stuttgart. Frhr. v. Elji-Rübcnach, Reichs­verkehrsminister, Berlin. Ettwcin, Stadtrat, Stuttgart. Dr. .Frick, Reichs­und Preuß. Minister des Innern, Berlin. Dr. Goebbels, Reichsminister für Bolksaufklärung und Propaganda, Berlin. Dr. Graf v. d. Goltz, Preuß. Staatsrat, Berlin. Dr. Richard Grün. Pros., Düsseldorf. Dr. Gütt, Ministerial­direktor im Reichsministerium des Innern, Berlin. Otto Herder, Reg. Bürgermeister, Bremen. Ernst August. Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Schloß Blankenburg a. H. Klagges, Ministerpräsident, Braun­schweig. Dr. Kroll, Regierungspräsident, Breslau. Krupp v. Bohlen-Halbach, Essen. Dr. Löhr, Gauamtsleiter und Sanitätsgruppenführer, Prost, Kiel. Dr. Lenz, Professor, Berlin. Liebet, Oberbürgermeister, Nürnberg. Frhr. von

Massenpolitisches Amt der NSDAP (RL.) gez.: Dr. Groß, Reichsamtsleiter

Liininck, Oberpräsident, Münster i. W. Wilhelm Meinberg, Preuß. Staats­rat, Berlin, von Papen, Außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Deutschen Reiches in besonderer Mission, Wien. Pfundtner, Staatssekretär, Berlin. Pohlhausen, Prost, Rektor, Danzig - Langsuhr. v. Ribbentrop, Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Deut­schen Reiches, Berlin. Dr. Paul Ricbescll, Prosessor, Berlin-Zehlendors. Ruft, Reichs- und Preuß. Minister sür Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Berlin. Dr. Rüttle, Direktor des Reichsausschusses für Volksgesundheitsdienst beim Reichsminifterium des Innern, Berlin. Dr. Sahm, Oberbürgermeister, Berlin. Hanns Sander, Oberbürgermeister, Dessau. Karl Schiller, Gauamts­leiter und Ratsherr der Stadt Berlin, Berlin-Tegel. Dr. Ludwig Schmidt, Nniv.-Pros. und Gauamtsleiter, Würzburg. Graf Schwerin von Krosigk, Reichs­minister der Finanzen, Berlin. Spaniol, Preuß. Stagtsrat und Bürgermeister, Andernach a. Rh. Staemmlcr, Univ.-Prof., Breslau. Dr. Stähle, Ministerialrat und Gauamtsleiter, Stuttgart. Dr. Usadcl, Ministerialrat, MdR., Berlin. Dr. Fr. Weber, Ministerialdirigent im Reichsministerium des Innern, Berlin.

Reichsbund der Kinderreichen gez.: StLwe, Reichsbundesleiter

ks kommt aus jeden Pfennig an

Ser Nelchsfinanzminister über erfolge und flufgaben der nationallorialWschen finan;politik / dem Meist der

Wehrhastmachung ist alles andere unterzuordnen

Berlin, 12. Dezember.

Im Rahmen der VortragsreiheDie öffentliche Verwaltung im Dritten Reich" sprach Dienstag vor der Verwaltungsakademie Berlin Reichs- finanzminister Graf Schwerin von Kro­sigk im Auditorium Maximum der Universität überD e u t s ch e F i n a n z p o l i t i k".

Nach einer kurzen Erinnerung an die erste große Finanzkatastrophe der Nachkriegszeit im Jahre 1923 schilderte der Minister die katastrophale Lage, die der Nationalsozialismus 1933 auf dem Gebiet der Finanzpolitik vorfand: Keinerlei Rücklagen in den öffentlichen Haushalten und in der Privat- wirtschaft, Fehlbeträge und Verluste und schließ­lich der ungeheure wirtschaftliche und moralische Druck einer Armee von sechs Millionen Arbeits- losen. Gras Schwerin von Krosigk erörterte dann im einzelnen die Maßnahmen der Kredit- und Haushaltspolitik, den konzentrischen Angriff auf die Arbeitslosigkeit, die Aktivierung der Steuer­politik.

Er ging auf die Entwicklung des Schul­den st andes ein, der unter Einbeziehung der noch nicht eingelösten und daher noch nicht öffent­lich ausgewiesenen Arbeitswechsel in den Jahren der Krise von 1930 bis 1933 um 3,7 Milliarden und in den zweieinhalb Jahren des Aufbaues seit 1833 um 7 Milliarden gestiegen sei.

In den Jahren der Krise seien aber die aufge­nommenen Kredite lediglich Defizitkredite der öffentlichen Hand gewesen, denen also die Möglichkeit einer späteren Abdeckung aus steigen­den Einnahmen oder einer Besserung des Haus­halts nicht gegenüberstand. Die Verschuldung der Jahre nach 1933 dagegen sei die Folge einer akti - ven Konjunkturpolitik gewesen, die sich die sicheren Einnahmen, aus denen diese Kredite zurückgezahlt werden können, geschaffen habe.

Als'ein weiteres Kennzeichen für die echte Auf­wärtsentwicklung neben der Arbeitsbeschaffung ist die besonders erfreuliche Zunahme des Ge- famtaufkommens der Reichs steuern anzusehen, die sich von 1S32 bis 1935 trotz be­

trächtlicher Steuersenkungen um 2i4 Milliarden erhöhten und damit eine Verbesserung der Haus­haltslage um 4 Milliarden ermöglichten. Die Wiederherstellung derErtragsfähigkeitin I ndustrie und L a n d w i r t s ch a f t. sei in erster Linie diesem Umstand zuzuschreiben.

Es sei gelungen, die in der Krisenzeit entstan­denen Fehlbeträge zu beseitigen, den Schulden- dienst für die aufgenommenen kurzfristigen Kre­dite sicherzustellen und wieder normale Aufträge der öffentlichen Hand in den lausenden Haushalt aufzunehmen.

Trotz dieser gewaltigen Steigerung der Steuer- einnahmen habe jedoch der Reichshaushalt noch nicht ausgeglichen werden können, und zwar wegen der Ausgaben für den Arbeitsdienst und die W e h r h a f tm a ch u n g des deutschen Volkes.Aber trotz aller Sorgen, die sie uns be­reiten," so rief der Minister unter stürmischem Beifall aus,möchten wir doch die Ausgaben- erhöhungen für Arbeitsdienst und Wehrmacht in unserem Etat nicht missen." Der Minister warf dann die Frage auf:

Wie werden die Mittel sür die neue deutsche Wehrmacht aufgebracht?"

Es liegt einfach," so führte er aus,die Aus­nutzung einer durch die aktive Kreditpolitik ge­schaffenen wirtschaftlichen Lage vor, die es uns ermöglicht, auf diesem Wege in wirtschaftsrich- tiger Form fortzufahren. Die stärkere Sparbil- dung und Flüssighaltung auf dem Geldmarkt er­möglicht uns immer wieder, daß wir die mobilen Gelder für die Zwecke der öffentlichen Finanzie­rung heranziehen und je nach Lage der Möglich­keit dann durch Auslegung von Anleihen wieder fundieren. Diesen Weg gehen wir seit 1933 ziel­bewußt, und wir haben durch diese Ausnutzung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Arbeits­beschaffung und die Wehrhastmachung finanziert."

Das deutsche Volk könne dem Führer für das gewaltige Werk der Wiederwehrhaftmachung nicht besser danken, als daß es unter Auf­opferung von Lieblingswünschen aller Art alle Kräfte zusammenfasse, um dieses

Werk durchzuführen. Dieser Kräfteeinsatz sei ge­rade auf dem Gebiet der Finanz- und Wirtschafts­politik notwendig.

Der Minister wandte sich mit scharfen Worten gegen die Auffassung, daß es in einer Zeit des Aufbaues aus eine Handvoll Millionen Mark nicht ankomme. Im Gegenteil, es komme heute mehr denn je aus jeden Pfennig an.

Wenn wir nicht fähig und gewillt seien, unsere Ausgabenpolitik so zusammenzufassen, daß wir im Hinblick auf die Erreichung des uns gestellten großen Zieles jeden Pfennig herumdrehen, werde dieses Ziel nie erreicht werden. Die Finanz- beamten könnten auch. dem deutschen Volke gegenüber ihre Tätigkeit nur dann verantworten, wenn die Finanzverwaltung die Gewähr dafür übernehme, daß jeder einzelne Pfennig so ange­wendet werde, wie es der Arbeitsschweiß, der an diesem Pfennig hafte, verlange.

Weiter betonte der Minister, daß auch die Sparkraft des deutschen Volkes hineingestellt werden müsse in den Dienst der Wehrhastmachung.

Dies würde zur Folge haben, daß hier und da Lieblingswünsche, aber auch wirtschaftlich Wert­volles und vielleicht Notwendiges zurückgestellt werden müsse vor der Erreichung'des einen Zieles. Diese wirtschaftlichen Aufgaben, wie etwa auch der Wohnungsbau, würden zurückgestellt als die großen Arbeitsreserven für eine Zeit, in der die Wehrhastmachung bis zu einem gewissen Grade durchgeführt sei.

Dem Außenhandel wies der Redner die Aufgabe zu, den Sicherungsfaktor für unsere Roh­stoffeinfuhr zu bilden. Das sei wichtiger für die gesamte Wirtschaft, als daß man von dem Außen­handel eine starke Belebung der Wirtschaft durch Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verlange.

Mit bestimmten Worten hob der Reichsfinanz­minister sodann die Bedeutung der Privat­initiative des einzelnen Ünternehmers her­vor, die nicht ausgeschaltet werden dürfe, wenn auch für die nächsten Jahre der Hauptanteil an der wirtschaftlichen Belebung nach wie vor dem Staat zufalle.

IrLger der vewegung

Zielsetzung für den deutschen Erzieher

K. lM. Nach der nationalsozialistischen Macht- ergreifung haben sich die inzwischen bekehrten Zweifler und Irregeführten unter den deutschen Volksgenossen sehr schnell davon überzeugen müs- sen, daß die NSDAP. zur restlosen Erfüllung ihrer Aufgaben über die denkbar besten organi­satorischen Kräfte und Mittel verfügte. Die Uebernahme der Verantwortung vor Volk und Reich und der sofort in Angriff genommene Neu­aufbau der Nation setzten in der Tat ein unge­heures Maß planender und gestaltender Energie voraus; die reibungslose umfassende Durchführung aller revolutionären Gesetze des neuen Staates ist jedenfalls als ein beispielloser Organisationserfolg anzusehen. Immer wieder muß man, um Bedeutung und Umfang dieser Arbeit ermessen zu können, sich vergegenwärtigen, daß am 30. Januar 1933 der Kampf zur Einreibung aller Deutschen in die Front Adolf Hitlers noch bei wei­tem nicht abgeschlossen sein konnte. Nicht zuletzt mußten nach monatelangen Vorbereitungen auch die Berufsstände erst in das nationalsozialistische Staatsgefüge eingebaut werden.

Wer nun aber glaubt, mit dem äußeren Aufbau der Verbände aller Schaffenden sei die Hauptarbeit der Bewegung im wesentlichen beendet, mutz zum zweiten Male umsatteln. Und zwar recht schnell und gründlich! Denn die organisatorische Erfassung aller Volksgenossen in nationalsozia­listisch geführten Berufsverbänden ist nicht um ihrer selbst willen erfolgt, sondern soll vor allem die Möglichkeit zur weltanschaulichen Be­treuung jedes einzelnen im Geist der Bewegung geben. Der neue Hauptamtsleiter des NS.-Lehrer- bundes, Gauleiter Fritz Wächtler, spricht in diesem Zusammenhang in seinem gestern veröffentlichten Aufruf an die Erzieher des deutschen Volkes von demgrößeren Ziel unserer nationalsozialisti- scheu Erziehnngsorganisation": Jeder Lehrer und jede Lehrerin in Deutschland sei Trägerund Repräsentant der Bewe­gung. Das Arbeitsprogramm, das hiermit dem NS.-Lehrerbund beim Beginn der Tätigkeit seines Hauptamtsleiters Fritz Wächtler mit auf den Weg gegeben wird, verdient wegen seiner grundsätz­lichen Bedeutung eine besondere Beachtung und Würdigung.

Trägerder Vewegung zu sein welch stolzes und hohes Ziel, das in diesem Appell jedem deutschen Lehrer gesetzt wird! Es genügt also nicht, Bildung und Erziehung der deutschen Jugend mehr oder weniger theoretischnach national­sozialistischen'Gesichtspunkten" mit denneuen Staatsnotwendigkeiten" in Einklang zu bringen. Es genügt im Rahmen des pädagogischen Wirkens auch nicht, sich nur an nationalsozialistische Er­ziehungsmethoden zu halten: das gesamte Ideengut der Bewegung soll dem Lehrer Richt- schnür seiner Arbeit sein. Mehr noch, er selbst muß mit seiner ganzen Seele im Bannkreis des Führers stehen und in den Herzen der Jungen und Mädels den Kampf Adolf Hitlers, das heroische Ringen seiner Getreuen und die Wieder­geburt Deutschlands zu einem emporreißenden Er­lebnis nachgestalten.

Repräsentant der Bewegung zu sein das heißt, mit dem Eifer des Fanatikers mit- marschieren und mitkämpfen in der Gefolg­schaft des größten aller Deutschen. Das Vorbild, das hier der deutsche Erzieher der ihm anver­trauten Jugend geben soll, kann nicht auf die Berufsarbeit in und an der Schule beschränkt sein; es hat sich auf die gesamte Lebens­haltung des reifenden Geschlechts auszuwirken. Soll dieses Hochziel erreicht werden, so muß der deutsche Erzieher immer wieder jene gründliche Arbeit an sich selbst leisten, die der Nationalsozialismus von allen seinen Repräsen­tanten fordert. Mit anderen Worten: die welt­anschauliche Ausrichtung auf die Idee des Füh­rers hat nicht nur auf: demolympischen Feld des Geistes" zu erfolgen, sie hat sich auf das Wollen und Handeln der Gesamtpersönlichkeit zu erstrecken.

Mit dem vom Führer zum Hauptamtsleiter des Amtes für Erzieher ernannten thüringischen Kultus- und Innenministers Fritz Wächtler rückt