Ausgabe 
(3.12.1935) Nr. 334
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parteiamtklageszeilung der Nationalsozialisten Vremens

Das flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Meinen

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Nr. ZZ4 / Z. Jahrgang

Menslag,5. Vezember

Einzelpreis 15 Npf.

Vas Signal für SenNeichsberusswettkampflSZK

Jungarbeiter der Stirn und der saust schaffen sich gemeinsam die Tradition der Leistung / Sbergebietssüffrer flrmann

eröffnet die Leilnestmerwerbung

Vnssr logesspisgvl

Obergebietsführer Axmann eröffnete gestern die Teilnehmerwerbung für den Reichsberufs- wettkampf 183S.

Neichssportführer von Tschammer und Osten traf Montag in London ein.

Auf dem Derby-Turnierplatz in Klein-Flott- bek wurde ein- Ehrentafel für SS.-Stnrm- führer Axel Helft enthüllt.

Eine Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche wurde erlassen.

In Berlin fand der 22. Devisenprozeh gegen katholische Ordensgeistliche statt.

Die englischen Kabinettsberatungen haben keine Entscheidung in der Oelfrage gebracht.

Die Stadt Harrar ist von abessinischen Trup­pen geräumt worden.

Sunnerklaus kommt am Freitag mit dem Flugzeug «nd beschert Bremer Waisenkinder.

Pros. Dr. Bauer feierte bei der Deschimag sein 4 »jähriges Dienst-Jubiläum.

Morgen spricht Gauleiter Wagner in den Centralhallen.

Neue flagge des

oberbefedlsdabers der Kriegsmarine

Berlin, 3. Dezember.

Der Reichskriegsminister gibt folgenden Erlaß bekannt: „Die Flagge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine ist ein weißes gleichseitiges Recht­eck, in dem ein schwarzes Eisernes Kreuz steht, dessen Balken bis zum Rande des Rechtecks gehen. Unter dem Eisernen Kreuz liegen zwei im rechten Winkel gekreuzte goldgelbe Schwerter, auf deren Parierftange sich ein unklarer Anker befindet."

Negelung der Nekrutenlölinung

Berlin, 3. Dezember.

Die am 1. Oktober in das Heer eingestellten Wehrpflichtigen (Ausgehobene und Frei­willige) erhalten neben freier Verpflegung, Unter­kunft und Heilfürsorge als Schützen, Reiter usw. eine Löhnung von 0,80 RM. täglich. Sie steht jedem Rekruten vom Tage des Diensteintritts zu und wird am 1., 11-, und 21. Tage jedes Monats oder, wenn dieser auf einen Sonn- oder Festtag fällt, am vorhergehenden Werktag vorausgezahlt. Bei Urlaub, und Krankheit wird die Löhnung unverkürzt weitergewährt. Bei selbstverschuldeter Krankheit, Untersuchungshaft oder Verbüßung von Freiheitsstrafen (Arrest bzw. Haft) verringert sich die Löhnung auf 0,35 RM. täglich. Während der Verbüßung anderer Freiheitsstrafen wird keine Löhnung gezahlt. Bei Entlassung wird für den Entlassungstag Löhnung nur dann gewährt, wenn an diesem Tage noch Dienst geleistet wird oder Zehvkostenvergütung für die Entlassungsreise nicht zusteht Befindet sich der Soldat bei der Entlas­sung in Lazarettbehandlung, so wird die Löhnung bis zum Tage der Entlassung aus dem Lazarett weitergewährt. Hinsichtlich der Löhnung für den Entlassungstag gelten für Lazarettkranke -dieselben Bestimmungen wie für diensttuende Soldaten. Außerdem erhalten die eingestellten Rekruten zur erstmaligen Anschaffung des Putzzeuges ein ein­maliges Putzzeuggeld von 5 Mark. — Die ab 1. November d. I. eingestellten Ergänzungs­mannschaften und zu Uebungen einberufenen Mannschaften des Beurlaubten st an­der erhalten ebenfalls eine Löhnung von 0,80 RM. täglich.

5. Nelchslagung der Vflf. eröffnet

Leipzig, 3. Dezember.

Die fünfte Reichstagung der Deutschen Arbeits­front, an der über 4000 DAF.-Walter aus dem ganzen Reich teilnehmen, begann gestern abend mit Eruppenappell in den einzelnen Eruppenlokalen. Reichsleiter Dr. Ley in dessen Begleitung sich Hauptamtsleiter Seigner befand, besichtigte jede einzelne Gruppe und richtete kameradschaft­liche Worte an die angetretenen Formationen. Heute vormittag wird Dr. Ley in der Messe­halle 20 eine große politische Rede halten.

krkötiung der Leistungsfähigkeit

Berlin, 3. Dezember.

In der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes und des Reichsanzeigers wird die elfte Verord­nung zum Aufbau der Sozialversicherung ver­öffentlicht. Nach bisherigem Recht mußte jede Krankenkasse eine Rücklage in Höhe einer Drei- Monats-Ausgabe haben. Dieser Betrag wird durch die neue Verordnung, nachdem das Aufbau­gesetz die gemeinsame Verwaltung der Rücklagen durch die Landesversicherungsanstalt eingeführt hat, auf eine Zwei-Monatsausgabe — also in der gesamten Krankenversicherung um rund 100 Millionen RM. — herabgesetzt. Diese Herab­setzung liefert einen ersten sichtbaren Beweis für die durch das Aufbaugesetz gewährleistete Er­höhung der Leistungsfähigkeit.

Berlin, 3. Dezember.

Zum Auftakt der Teilnehmerwerbung für den Reichsberusswettkampf 1936 sprach Montag der Leiter des Sozialamtes der RJF. und des Ju­gendamtes der DAF., Obergebietsführer Ax­mann, Organisator der Reichsberufswettkämpfe 1934 und 1935, über die grundsätzliche Bedeutung und die praktische Durchführung des Wettkampfes. Der Berufswettkampf sei freiwillig und wolle auch niemals die Gesellenprüfung ersetzen.

Die Teilnahme sei auf eine Million Jugend­liche aus 258 verschiedenen Berufen kontingen­tiert. Damit stelle schon die Teilnahme eine ge­wisse Auslese dar.

Der Reichsberusswettkampf wird 1936 vom 1. Februar bis 1. Mai entsprechend den ver­schiedenen Lehrjahren in vier Leistungsklassen durchgeführt, bei den ungelernten Jungarbeitern in zwei Leistungsklassen. Die Aufgaben gliedern sich in einen berufspraktischen, berufs-

theoretischen und weltanschaulichen Teil. Die Sieger in den Ortsentscheiden haben dann in den Eauausscheidungskämpsen auch noch an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen, damit nicht durch Zufall etwa ein bloßer Schwäch­ling- und Strebertyp Reichssieger wird. So hat jeder Teilnehmer durch den Berufswettkampf die Möglichkeit, seine eigenen beruflichen und sonsti­gen Schwächen genau festzustellen und abzustellen. Darüber hinaus ergibt das Ergebnis einen um­fassenden Querschnitt durch die gesamte berufliche Ausbildung der deutschen Jugend. Der Reichs­sieger, der am 1. Mai vor den Führer tritt, muß in sich sportliche, berufliche und weltanschau­liche Tüchtigkeit vereinen.

Der Berufswettkampf sei dem Auslande gegen­über ein erneuter Beweis der Friedensliebe der deutschen Jugend, die sich in den Stätten der Ar­beit und des Sports im friedlichen Wettkamps messe und dort ihre Probleme löse.

Als bedeutsame Neuerung im dritten Reichs- Verufswettkampf führte der Obergebietsführer die erstmalige Teilnahme der Studenten an. In einer Zeit, in der an den Hochschulen die Korporationen aufgelöst werden, sei es am Platze, ein neues Ideal herauszustellen, und man könne sich kein besseres Ideal vorstellen als das Ideal, der Leistung. Deshalb sei es für die Vorkämp­fer des Wettkampfes unter den Jungarbeitern eine große Freude, daß nun endlich die jungen Arbeiter der Faust und der Stirn sich gemeinsam die Tradition der Leistung schaffen.

Die deutsche Jugend wolle im nächsten Reichs- berufswettkampf beweisen» so schloß Obergebiets- sührer Axmann, daß das deutsche Volk, wenn auch arm an natürlichen Güter» und Rohstoffen, unendlich reich sei an unermüdlichem Fleiß und schöpferischer Kraft.

Wirtschaft - verufsschulung

Von Dr. Werner Bachmann

Berufsberatung, Berufserziehung und Arbeits­lenkung krankten bisher an dem gemeinsamen Fehler, daß sie vielleicht einer augenblicklichen Situation gerecht wurden, aber keiner plan­mäßigen Leitung unterlagen. Dafür fehlten die erforderlichen Anlagen. Wenn ein junger Mann sich für einen Beruf entscheiden will, so kann ihm wohl gesagt werden, daß gegenwärtig dieser Be­ruf nicht, oder wenn das Gegenteil der Fall ist, daß er doch aussichtsreich ist, welche Anforderun­gen an ihn gestellt werden und ähnliches mehr- Niemand ist dabei in der Lage, bestimmt voraus- zusagen, ob die Wirtschaft nach drei Jahren noch Bedarf an einer solchen ausgebildeten Kraft hat, ob die zu­künftige Wirtschaftsentwicklung den Einsatz jun­ger Kräfte, die vorwärtskommen wollen, zurzeit rechtfertigt. Wir haben wohl Vermutungen für die Aussichten gewisser Berufe in einzelnen E«- werbezweigen. Diese Vermutungen find übe« keineswegs immer einwandfrei begründet. Um­schulungen können vorgenommen werden von einem Beruf auf den anderen, weil der Bedarf an Arbeitskräften sich gegenwärtig gewandelt hat. Fraglich bleibt aber, ob der Einsatz solcher Mittel für die Umschulung auf die Dauer gesehen, rich­tig ist.

Diese Unsicherheit kann nur beseitigt werden 'durch eine sorgfältige Beobachtung des deutschen Wirtschaftslebens. Dabei geht es nicht darum, nur zu erfahren, daß etwa die Eisenindustrie zurzeit einen hohen Produk­tionsstand hat. Es muß ermittelt werden, wie die Erzeugungskurve in den einzelnen Gewerbe- zweigen sich in der Vorkriegszeit gestaltete, welche Entwicklung sie unter dem Einfluß des Krieges uttd der Inflation genommen hat und wie ihre künftige Tendenz ist. Nach Ausschaltung der kon­junkturellen Schwankungen ergibt sich eine feste Linie, die den tatsächlichen Entwicklungsgang der einzelnen Industriezweige zeigt und bei Berück­sichtigung aller Nebenumstände und Besonderheiten gewisse Rückschlüsse für die Zukunft gestattet. Es handelt sich also darum, die Strukturver­änderungen der deutschen Wirtschaft festzu­stellen. Man muß genau wissen, welche Erzeu­gungszweige auf lange Sicht gesehen, Aufstiegs­möglichkeiten besitzen, in welchen Gewerbezweigen die gegenteilige Entwicklung zu erwarten ist. Die Beschäftigungsziffern zeigen den Ar- beitsbedarf, der mit einer bestimmten Erzeugung verbunden ist. Der Vergleich der Beschäftigungs- kurve mit der Erzeugüngskurve vermittelt zugleich ein anschauliches Bild von der Leistungs­linie, die von bestimmten Faktoren maßgeblich beeinflußt werden kann.

Eine solche systematische Untersuchung, die nach allen Richtungen hin auszuwerten ist, gibt mit einiger Genauigkeit Aufschluß über die' tatsäch­liche Lage der deutschen Wirtschaft und ihren Be­darf an Arbeitskräften. Selbstverständlich muß eine solche Forschung laufend weitergeführt wer­den, um jede Phase und Veränderung festzuhal­ten. Die so ermittelten Reichsziffern sind ein Spiegelbild der Strukturwandlung der deutschen Wirtschaft. Für die praktische Arbeit sind aber noch bedeutsamer die Feststellungen, die in einzel­nen Wirtschaftsbezirken zu treffen sind. Gewiß lassen auch die Reichszahlen Schlüsse für die regionale Entwicklung zu, soweit es sich um örtlich stark massierte Industriezweige han­delt. die ganzen Gauen ein Gesicht geben. Aber im allgemeinen wird es notwendig sein, die be­sonderen Verhältnisse in den einzelnen Gauen zu untersuchen, wobei die Erkenntnisse der zentralen Wirtschaftsbeobachtung zugrunde gelegt werden müssen. Auf diese Weise kommt man dem Ziele näher, einen Ausgleich zwischen konjunkturbegün- stigten und notleidenden Gebieten zu schaffen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Statistik vermittelt also Unterlagen über die strukturellen Veränderungen der deutschen Wirtschaft und die Entwicklung der Beschäfti­gungslage. Das ist aber nur das Gerippe für tiefergehende Untersuchungen, bei denen die Ge­schichte der deutschen Industrie zu Hilfe genommen werden muß. Damit wissen wir aber noch nichts über das Schicksal der einzelnen Be-

Vertiefung der deutsch- . 7 veMungen

Ser Nelckissportfiikrirr und die deutsche Nationalelf in London - Neue flbsichr für den 6ewerkschaftsrat

London, 3. Dezember.

Aus dem Flugplatz Lroydon trafen am Montag- vormrttag von Paris kommend, im Olympia- Flugzeug der Reichssportführer von Tschammer und Osten, der Präsident des deutschen Olympiaausschusses, Lewald, der Generalsekretär des Internationalen Olympischen Ausschusses Dr, Diem sowie mehrere Begleiter ein. Zu ihrer Begrüßung hatten sich von deutscher Seite der deutsche Botschafter von Hoesch, der Landes­gruppenleiter der NSDAP. für Großbritannien und Irland Bene und eine Reihe von Mitgliedern der deutschen Kolonie, von englischer Seite u. a. der frühere Sekretär der Football-Association, Sir Frederic Wall, eingefunden.

Der Neichssportführer, der am Mittwoch dem Fußballänderkamps Deutschland—England bei­wohnen wird, erklärte einem Vertreter des Mö. gegenüber, daß er die Gelegenheit seines Aufent­haltes in London benutzen werde, um mit den führenden Persönlichkeiten des englischen Olym­pischen Ausschusses die Olympia-Vorbereitungen zu besprechen.

Kurz nach dem Olympia-Flugzeug kam die Junkers-Maschine „Wilhelm Cuno" mit der deut­schen Fußball-Mannschaft und ihren Begleitern an.

Die Anglo-Eerman Fellowship, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das gegenseitige Verständnis zwischen dem deutschen und englischen Volk zu vertiefen und die Freundschaft zwischen beiden Völkern zu pflegen, wird Mitte der Woche Neichssportführer von Tschammer und Osten in ihrer Mitte begrüßen. Zu Ehren des Reichssport­führers findet ein Empfang statt, mit dem die Anglo-Eerman Fellowship unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Lord Mount Temple, zum erstenmal vor die breitere englische Öffentlich­keit treten und auf dem der Neichssportführer einen Vortrug über die Berliner Olympiade halten wird. An dem Empfang werden u. a. SA.- Eruppenführer Herzog Karl Eduard von Sachsen- Koburg und Eotha, der Präsident des Deutschen Olympia-Komitees, Exz. Lewald, das Präsidium

des britischen Olympia-Komitees sowie namhafte Vertreter des englischen öffentlichen Lebens teil­nehmen.

Als Zwillingsgesellschaft der Anglo-Eerman Fellowship ist im Laufe dieses Jahres in Berlin die Deutsch-Englische Gesellschaft ge­bildet worden, deren Präsidium der Herzog von Sachsen-Koburg und Eotha übernommen hat. Das Ziel dieser Gesellschaft ist ebenfalls die Ver­tiefung der deutsch-englischen Beziehungen auf kulturellem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet.

Auch die persönliche Vorspräche einer Abord­nung des englischen Gewerkschaftsrates beim Innenminister Sir John Simon hat an dem Be­schluß über den Fußballänderkampf zwischen

Deutschland und England nichts ändern können. Wie verlautet, wiederholte Sir' John Simon den bekannten 'Standpunkt der englischen Regie­rung, daß dem Spiel keine politische Bedeutung zukomme. Entgegen den Behauptungen der Ab­ordnung wies der Innenminister, wie Preß As­sociation mitteilt, darauf hin. daß zu keiner Zeit ein Umzug der aus Deutschland kommenden Zu­schauer durch die Straßen Londons geplant ge­wesen sei. Die Polizei werde alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um öffentliche Kundgebun­gen und Unruhen in Verbindung mit dem Spiel zu verhindern. Nach dem Weggang der Abord­nung veröffentlichte das Innenministerium- eine amtliche Mitteilung, in der noch einmal der be­kannten Standpunkt der Regierung auseinander­gesetzt wird.

Verbesserung der Landesverteidigung

Me englischen kabinettsberatungen / keine kntscheidung in der ölfrage

desverteidigung, 2. eine Gesetzesvorlage die eine Anleihe in Höhe von ungefähr 26 Mil lionen Pfund für die Modernisierung der vie, hauptsächlichen Eisenbahngesellschaften sicherstellt 3. Erweiterung der Arbeitslosenversiche­rung auf die landwirtschaftlichen Arbeiter. 4 Abänderungsbestimmungen für die Unter stützung der Arbeitslosen. 5. Reform au dem Gebiet des Erziehungswesens ein­schließlich einer Erhöhung des schulpflichtiger Alters. Vermutlich werden in der Thronrede Plan- für die Verpflanzung neuer Industrien in die Not standsgcbiete eine besondere Rolle spielen.

Für die Bearbeitung von Fragen, die mit der Suhnepolitik gegenüber Italien zu sammenhängen, ist, wie verlautet, ein Unteraus schuß des Kabinetts eingesetzt worden.

London, 3. Dezember.

Das englische Kabinett, das gestern zusammen­getreten war, beriet über außenpolitische Ange­legenheiten und die heutige Thronrede des Königs. Ursprünglich sollte in der Sitzung eine Entscheidung über die Oelfrage getroffen werden, doch da in der Zwischenzeit der Achtzehneraus­schuß des Völkerbundes seine Beratungen hier­über verschoben hat, wird in unterrichteten eng­lischen Kreisen angenommen, daß sich die Sitzung des Kabinetts aus allgemeine Erwägungen be­schränkt hat und daß ein letzter Beschluß' in der Oelfrage noch nicht getroffen wurde.

Die gestern vom Kabinett beratene Thron­rede wird, wie verlautet, folgende Punkte be­handeln, die das neue Parlament in seinen be­vorstehenden Sitzungen in ihre gesetzgeberische Form kleiden wird: 1. Verbesserung der Lan-

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krkolungsurlaub für Samuel Koare

London, 3. Dezember.

Amtlich wird bekanntgegeben, daß der Staats­sekretär des Aeußeren Sir Samuel Hoare seinen Urlaub antreten wird, da ihm seine Aerzte dringend empfohlen haben, sobald als möglich in Erholung zu gehen. Sir Samuel Hoare wird sich Ende dieser Woche in die Schweiz begeben, wo er bis nach Weihnachten bleibt. In Paris wird er auf seiner Durchreise am kommenden Sonnabend eine Begegnung mit Laval haben.

Die Nachricht über den Urlaub Sir Samuel Haares hat in London beträchtliches Aufsehen er­regt. Die Abendblätter betonen, daß Sir Samuel Hoare infolge seines überraschenden Urlaubs gerade während des Zeitabschnitts abwesend sein werde, der wegen der Frage der Oelsperre gegen Italien kritischen Charakter trage. Es wird' aber darauf hingewiesen, daß der Besuch des englischen Außenministers bei Laval am Sonnabend mög­licherweise von großer Bedeutung sein könne. Hoare werde den französischen Regierungschef über die Kabinettsbesprechung zur Frage der Oel- sanktionen unterrichten und gleichzeitig von Laval Mitteilungen über die letzte Annäherung an Mussolini erhalten.

Zwei neue englische stnleisten

London, 3. Dezember.

Die englische Regierung hat zwei neue Anleihen aufgelegt. Es handelt sich um eine mit 1 v. H. verzinsliche kurzfristige Anleihe (Tilgungszeit­punkt 1. Februar 1941) un Betrage von 100 Milli­onen Pfund und um eine mittelfristige 2>< v. H. Fundierungsanleihe im Betrag von 200 Millionen Pfund d>>> 1961 getilt sein muß. Die erste Anleihe wird zu 98 v. H., die zweite zu 96^ v. H. aus­gegeben.