Ausgabe 
(29.2.1936) Nr. 60
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

unibus«

rdrt

V- äsr sje,,

^Lrk?°'

32S00

w Istrtsr

^sixisrj ° ^«r.

^°°kmstt^°^

1 a°m ä1,7

?6°s.

"t«1wLsr>t-

rsksLvts x.. wie. N°».

^ ^ovornLi ^

?sn<Isr SsseliLktl

^asrLUL» vLLäsoksuerz

"°° ä°r ^brösu k°^

M "igU""' v'°

^sod ^.drux ^

°?L's:

°>vI»x.L'

llSll vorxstkLze,

Abätzn. Io »ä bei <Zsi D 68« 417 6üts . 6W482 in ^ SNtsprsoliMjSL bsitstsZsll. v!s

106 23g.

^0- Di« ums ols 12 ^

>sn Lül-srv Lsi^ üolrxsvsrby rt dsssLükttst. Iv sr 2 sso!iLkti^u 2 «. sr ^isksiLtzr Lxv rsodt IsdkLkt. r. In nnä 42 NN lsvAsI, ävm Ld^s- Livk. 8tLwwt»oIr m tiookHusr unä rivdsn bei 1V5 M vdült In Aüds!. ^2SQ ^suix bstris. um^HZvtr( vsräkL ü. Loimlsn. 6ltz Um. mn auvk krjsodsr S. In LvxS^lLIltHÜ iüstix bsi kltzmsm krslssll. 1?ro6kslls rsxvIivLölss ^b- drsttormarkt r!s. D» äsr Aso- s LukrsoLtsrdLlisn kraxon!o xsssbuit- rs ^.dvsdms. ?6r k'oräsroiiASL küvm ar w861^ ssLrs§M ks-°U»

tdols bislt »ieli liktls^o. In kot- oood «rbobliolis litt in äsr sistsr erste- ooä Aöbel- ier Leäsrk «tvs« irnisren anä itsncksroox riebt sribolr-Hiu- trs, Sson kolgtev zperibolr-Lvskabr ,vb 111 I'oiaiersll tsobs 8vboitt-

liitzil sillä, kisiksii loben Svbiutt-

ibsrcksntr 8^/p

Lmnenskui» -7. 7. r«. s. IU.50 15S.50 ,00.75 IOO.S7 2.75 iis.50 iA.is irs.ir

iio.rr iio.sr iro.co iro.lx>

,57.50 iss.« 13S.75 127.75

1.5.00 1IS.75 ror.oo ror.l» iss.co ist.« ns.ro -

1.7.50 ,70.75 7.00 117.50

154.50 15S.00

55.00 S7.75 irr.oo 151.57 1,7.00 117.00 114.17 115.00

175.75 SS.7-

11S.<»

177.75 77.50 77.75 SS.«

151-7S ss.ro

175.75

115.75

154.75 77.1-

175.57

107.00

155.75

155.50

117.75

71.50

75.00

57.50

151.50

177.00

55.00

177.50

55.75

115.75

177.57

75.75

77.75

55.75 ,51.75

SS.17

,77.00

1S4.75

77.75

14S.75

177-7-

151.57

77.50

,75.«

107-75

17S-00

150.00 SS.«

154.00

,75.00

157.75 77.12

175.75 ,07.75

75.00

175.00

,27.00 «4.75 ,55.00

147.00

51.50

175.57 ,70.75

120.5°

1S-.7-

105.57

177.75

125.00

1S-07

S

51 .«7 ,25.« ,71.«

170.7«

1S7.50

10S.7-

177-7-

,77-75

,S.«

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont vremen

der Tlalionalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der §reien fjansestadt vremen

durch di?P°st^^ (auch Montags, Monatsbezug: RM. 2,3V einschl. 3V Npj. Zustellungsgebühr: I

entrichten Postscheck- Kambn!^ 177 -usschl. Postbestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu I

NS Kauverlaa M^ Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. I

RS.-wauvertag Weser-Ems G.m.b.H,, Bremen. Eeeren k/8 / Fernsprecher: 54121; Hausmstr. 51115. s

1 S Z 6

I Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rps.. die 70 - inm . Zeile im Textteil 7b Rpj.

I Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen Familienanzeigen u. a.» sowie sonstige Bedingungen laut

I Preisliste ü (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß IS Uhr. I Sprechzeit: Verlag werktäglich von 1213 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12»/-13 /- Uhr.

Nr. SS / 6. Jahrgang

Sonnabend, 2S. februar

kinzetpreis 15 Npf.

Japans Hauptstadt ein Pulverfaß l

gespannte politische und militärische tage in lokio / Sie flusständischen >,alten das Negierungsviertel weiter besetzt

Unser lagesspisgel

Nach den letzten Nachrichten aus Tokio wird mit schweren Kämpfe» zwischen Aufstän­dischen und Regierungstrnppen gerechnet.

Die Italiener eroberten den strategisch wich­tigen Eebirgszug des Amva Aladschi.

Der englische Völkerrechtler Toynbee setzte sich in einer Rede vor der Akademie für Deutsches Recht für Vertragsrevision ein.

Der Führer weilte erneut längere Zeit in der Automobilausstellung.

Nach Beendigung der Voruntersuchung des Berliner Bauunglücks ist nunmehr das Hauptversahren eröffnet worden.

In Anwesenheit des Stabschefs Lutze wird Bremen am 6. und 7. Juni den Aufmarsch von Sl> vl>0 SA.-Männern der KruppeNord­see" erleben.

Auf einer Großkundgebung der NS.-Frauen- schaft, Kreis Bremen, sprach die Reichs- referentin Pgn. Dr. Reber-Gruber.

An der Hanseatischen Wertpapierbörse wur­den sämtliche Aktien derNordsee" wieder zugelassen.

Vor Wstrer in der stuto-Schau

Berlin, 29. Februar

Viermal. 1933, 1934, 1938 und 1936, hat der Führer die Automobilausstellung eröffnet, und Jahr für Jahr hat er seine besondere Liebe zum Kraftfahrzeug durch einen mehrmaligen Besuch. der Berliner Auto-Schau bekundet. Auch . am Donnerstag besichtigte der Führer noch einmal die Autoschau.

Sein UrteilJetzt ist die deutsche Automobil­industrie wieder aus der Höhe" ist die beste An­erkennung für die hier geleistete Arbeit und wird zugleich ein Ansporn zur Lösung zukünftiger Auf­gaben sein. Lange verweilte der Führer auch bei seinen in der Ehrenhalle aufgestellten Kraft- wagen, mit denen er in den schwersten Jahren seines Kampses um die Erneuerung Deutschlands durch alle deutschen Gaue gefahren ist. Die Be­sichtigung war erst gegen 1 Uhr nachks beendet.

für die krrettung aus Lebensgefahr

Berlin, 29. Februar

Der Führer und Reichskanzler hat mit Erlaß vom 8. Februar folgende Auszeich­nungen verliehen:

a) dieRettungsmedailleam V a nde: dem Ingenieur Wilhelm Blume in Berlin, dem kaufm. Angestellten Walter Ernst in Berlin dem Hauer Wilhelm Hülsmann in Wanne-Eickel, dem Schmied Josef Kadenbach in Niederlahnstein. dem Fischer Paul Kühl in Ording, dem Ingenieur Franz Ladung in Böblingen, dem Unteroffizier Karl Meier in Holzminden, dem Glasschleifer Walter Reisch in Bernburg-Roschwitz. dem Fischer- gchilfen Peter Schröder in Ording, dem Hrlfs- Lahnsteigschaffner Franz Weigand in Stockstadt, dem Fischer Georg Wohld in Ording;

b) die Erinnerungsmedaille für Rettungaus Gefahr: dem Schüler Walter Ahrens in Hamburg, dem Fischergehilfen Willi Trost in Wismar. dem Musiker Karl ^rencks m Bocholt i. W., dem Fischer Wilhelm Erebbien in Wismar. dem Kaufmann Emil Kiefer in Pir- masens. dem Hauptwachtmeister der Schutzpolizei Franz Mattern in Potsdam, dem Gemüsehändler Ferdinand Moll in Güls. dem Volksschullehrer Walter Neubauer in Geisinq. dem Augenoptiker Ernst Piesendel in Sohl. dem Georg Stanetzek m Quarghammer (Kr. Eleiwitz). dem Schüler Ulrich Tomuschat in Angerburg.

wir kennen die Not"

Aufruf Dr. Leys zum Winterhilsswerk

Berlin, 29. Februar.

Reichsorganisationsleiter Dr. Robert, Leg er­läßt zum Winterhilsswerk folgenden Aufruf:

An die Schaffenden unseres Volkes! Am Sonn­abend, 29. Februar, und am Sonntag, 1. März, sammelt die Deutsche Arbeitsfront ,m gesamten deutschen Reichsgebiet für das Winterhilfswerk 1938/36. Durch zielbewußte und unermüdliche Arbeit in der NSV. und sonstigen NS.-Organl- sationen sowie durch stete Opferbereitichaft aller Volksgenossen wurde das Winterhilsswerk des deutschen Volkes zur herrlichsten Offenbarung nationaler Solidarität. Viele Hunderttausend unseres Volkes konnten die segensreichen Aus­wirkungen dieser Eemeinschaftstat persönlich er­fahren. Keiner unseres Volkes brauchte zu hun­gern oder zu frieren. So haben wir die Not in drei schweren Winterhalbjahren gebannt.

Am 1. März führt die Deutsche Arbeitsfront ihre Straßensammlung für das Winterhilfswerk 1938/36 durch, und ich rufe hiermit alle schaffen­den Volksgenossen auf, auch an diesem Tage durch Opfer und Tat dem notleidenden Volksgenossen und der gesamten Welt zu beweisen, daß wir Deutschen in Wirklichkeit eine einzige große Brot- und Notgemeinschaft geworden sind.

Unsere Parole heißt: Wir kennen die Not, wir helfen mit!

Tokio, 29. Februar.

Der japanische Generalleutnant Kashi, dem unter dem Kriegszustand das Kommando für Tokio übertragen worden ist, hat um 21.36 Uhr Tokioter Zeit (14 Uhr MEZj bekanntgegeben, daß die Soldaten, die am 28. Februar früh den Gehorsam verweigert haben, immer noch das Stadtviertel Nagatecho besetzt halten. Er werde nunmehr die notwendigen Maßnahmen gegen sie ergreifen. Die ihm unterstehenden Truppen gin­gen aus Grund kaiserlicher Anweisungen vor.

In einem späteren Bericht, der die Lage in Tokio um 23 Uhr (18 Uhr MEZ) wiedergibt, wird die japanische Hauptstadt mit einem Pul­verfaß verglichen, von dem die Behörden den zündenden Funken noch fernhalten. Seit den Mittagsstunden, in denen das Ultimatum an die Aufständischen abgelaufen ist, ist das Eeschäfts- viertel vollständig verödet.

Während des ganzen Tages wurden ununter­brochen Verhandlungen zwischen dem Heer, der Marine und den Zivilbehörden geführt. Der Ernst der Lage wird durch das Eintreffen des

schwerkranken Feldmarschalls Prinz Kanin be­leuchtet. Der Kaiser empfing den Kriegsminister und den Stadtkommandanten zur Berichterstat­tung. Die Lösung der Kabinettsfrage wurde bis zur Klärung der Lage zurückgestellt.

Die Drohung der Behörden, nach dem Ablauf des Ultimatums gewaltsam gegen die Aufstän­dischen vorzugehen, wurde einer noch späteren Meldung zufolge, bisher nicht ausgeführt. Der Widerruf des Versprechens der Aufständischen, das Regierungsviertel zu räumen und das offen­sichtlich vorsichtige Vorgehen der Behörden wird als ein Zeichen für die Sympathien gedeutet, die die Aufständischen in weiten Kreisen des Militärs genießen.

Die aktivistischen Generale Araki, Mazaki und Kawaschima verhandelten erneut mit dem Mili­tärkommandanten von Tokio, General Kaschii und außerdem mit der Flottensührung. Bei den Verhandlungen, die anscheinend zu keiner Ent­spannung der Lage geführt haben, wurden in­nenpolitische Fragen erörtert. Man befürchtet den Ausbruch neuer Kämpfe.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, brachte der Sprecher des Auswärtigen Amtes in einer Erklärung an ausländische Presse­berichterstatter zum Ausdruck, daß in der Außenpolitik Japans keine Aenderung eintreten würde.

Washington, 29. Februar.

Zuverlässige Nachrichten aus Tokio schildern die Lage in Japan so, daß zwischen den aufrührerischen und den sogenannten loyalen Truppen, was ihre politische Einstellung betrifft, kein Unterschied bestehe. Beide Gruppen wollen einen unmittel­baren Einfluß auf die Politik und daher auf den Kaiser. Beide wollen also die Mitglieder des mit großen Machtbefugnissen ausgestatteten Ältesten­rates, desEenro", ausgeschaltet wissen. Daraus erklärt sich, daß die Aufständischen die älteren Staatsmänner töteten und andererseits die Loyalen nicht auf die Aufständischen schießen, obwohl diese auch gestern noch die öffentlichen Gebäude besetzt hielten und noch am Abend die Flagge der Aufrührer über dem Amtssitz des Ministerpräsidenten wehte.

knglischer Völkerrechtler für vertragsreoision

Professor LoMbee sprach in der Vollsitzung der ftkademie für Veutsches Necht Volles Verständnis für unseren ktzrenstandpunltt Internationale konferen; über die Kolonialsrage unter veteiligung Deutschlands

: Berlin, 29. Februar.

Im Mittelpunkt der 10. Vollsitzung der Akademie für Deutsches Necht am Freitag­vormittag stand ein Vortrag des Direktors des Königlichen Instituts für zwischenstaatliche Angelegenheiten Professor T o y n b e e - London über.Friedliche Revision".

Der Reichsjuristenführer Reichsminister Dr. Frank hielt vorher eine Begrüßungsansprache, in der er kurz Sinn, Aufgabe und Wirken der Akademie für Deutsches. Recht darlegte.Eine besondere Mission hat die Akademie für Deutsches Recht," so betonte der Minister,vor allem auf dem Gebiete der internationalen Rechtsbeziehungen.

Der Nationalsozialismus hat durch die fried­liche Wiedererstarkung Deutschlands, durch die Anknüpfung freundlicher Beziehungen mit Polen und anderen Völkern zum europäischen Frieden und damit zum Weltfrieden einen unendlich großen Beitrag geleistet. Es ist der ernste Wille der nationalsozialistischen Reichsregierung, in diesem Friedenswerk alles zu tun, was in ihren Kräften steht; denn die Erwartung, das auf die Dauer niemand in der Welt das einwandfreie Lebensrecht unseres Volkes, seinen Anspruch auf Gleichberechtigung und seinen Anspruch auf einen friedlichen Anteil an den Gütern der Erde bestreiten werde, ist gerechtsertigt.

Professor Toynbee ist als Direktor des Königlich-Britischen Instituts für zwischenstaat­liche Angelegenheiten der auf diesem Gebiete besonders legitimierte Engländer, und es ist für uns Deutsche, die wir gerade in diesen Tagen so

manche Haßwelle gegenüber dem National­sozialismus gerade auf dem Gebiete der wissen­schaftlichen Beziehungen zu verspüren haben, eine große Freude, einen so hervorragenden Vertreter des-englischen wissenschaftlichen Lebens in unserer Mitte begrüßen zu dürfen."

Professor Toynbee, der sodann das Wort ergriff, hob in seinen Ausführungen einleitend die große Bedeutung der von ihm zu behandeln­den Frage für die Zukunft Deutschlands und Englands und der ganzen Welt hervor. Die Frage laute:Sollen die internationalen Beziehungen zwischen den Völkern verschiedener Staaten in Zu­kunft vom Recht oder von Macht und Gewalt be­herrscht werden, wie dies in der Vergangenheit fast ausschließlich der Fall gewesen ist?"

Professor Toynbee stellte die beiden Seiten des Rechts einander gegenüber; die repressive und die konstruktive Seite. Diejenigen, die begütert und mit ihrer gegenwärtigen Stellung zufrieden seien, kümmere mehr die repressive Seite des Rechts, das heißt diekollektive Sicherheit", diejenigen, die nicht begütert und unzufrieden seien, mehr die konstruktive Seite, das heißt, diefriedliche Aenderung". In der Völkergemeinschaft der Gegenwart sei Großbritannien der Vertreter der ersten Art, Deutschland der der zweiten. Ein jedes der beiden genannten Länder müsse Zugeständnisse machen, vielleicht sogar Opfer bringen. Diese Zugeständnisse freilich müßten verschiedener Art sein.

Großbritannien und die anderen zufrieden­gestellte» Länder, wie z. V. Frankreich, die

Vereinigten Staate» von Nordamerika, Kanada, Rußland müßten bestrebt sein, den von Deutschland und den anderen nicht zu­friedengestellten Ländern, zum Beispiel von Italien, Japan, Ungarn, Bulgarien vorge­brachte» Forderungen nachfriedlicher Aen­derung" gerecht zu werden. Wenn das Recht nicht eine ordnungsgemäße friedliche Ar- der Aenderung vorsehe, dann werde das Recht früher oder später durch Aenderungen ge­waltsamen, revolutionären Charakters be­seitigt werden.

Im weiteren Verlauf seiner Rede ging Pro­fessor Toynbee zur Erörterung der konkreten Fra­gen über, welche Aenderungen des bestehenden -Zustandes die nichtzufriedengestellten Nationen forderten, und zur Erörterung der Frage, welche Zugeständnisse zu machen die zufriedengestellten Nationen bereit sind. Wenn es gelänge, alle materiellen Forderungen zu erfüllen, die Deutsch­land erhebe, ohne daß nebenbei den psychologischen oder geistigen Forderungen Deutschlands ent­sprochen würde, wären alle Anstrengungen fast nutzlos. Die drei unzufriedenen Großmächte seien Deutschland, Italien und Japan. Gelänge es, die Forderungen dieser drei Großmächte auf fried­lichem Wege zu erfüllen, wäre es nicht so schwer, auch den Forderungen der kleineren nicht zufrieden­gestellten Länder Ungarn und Bulgarien auf dem gleichen Wege Genüge zu tun.

(Fortsetzung auf Seite 2)

4 ./ »7!

Der Kmpkang äes ^uüvnpolitisvüev TVmtvs üer X8V.4.L. ülnssr Bild ewigt (von rscbts) äsn Tiscb mit KIkrsä kosonbsrg, äsm I-sitsr äss Knüsnpolitisebsn Kmtss, Usiobssportkübrsr. .von Tsoliawinsr nnä Ostsn, Lüristl Oranr nnä Ltaatssetzrstär Lkunätnsr.

Vie flitz tzötzee dünken

Die ZeitschriftDer SA.-Mann", das Organ der Obersten SA.-FLHrung, veröfsentlicht in seiner soeben erscheinenden Ausgabe den nach­stehenden Artikel unter der UeberschriftAus Ruinen blüht kein neues Leben".

Es gibt Dinge, die zwar nicht so sehr viel Staub aufwirbeln, dafür aber eine ganze Ton­leiter unterirdischer Klänge auslösen. Klänge, die hier und da auch an die Oberfläche dringen. Ein solches Ding war der Erlaß des Stabs­chefs im vorigen Jahr, daß kein SA.-Führer oder -Mann zugleich Korpsstudent sein dürfe. Der HKSCV. (Hohe Kösener Senioren Convents Verband) hatte sich damals bekanntlich geweigert, die letzten in seinen Reihen verbliebenen Juden und Judenstämmlinge auszuschließen. Korps- brüderliche Treue nannte man das. Diese Treue reichte aber schließlich doch nicht hin, als der Be­stand des Verbandes gefährdet erschien. Die dann folgende Selbstauslösung ist lediglich eine Folge geschichtlicher Entwicklung. Die Zeit war reif dazu.

Es soll an dieser Stelle mit gestürzten Größen nicht gerechnet, noch weniger den Gestürzten der Eselsfußtritt versetzt werden! DerHohe Kösener Senioren Convents Verband" ist aufgelöst, die einzelnen Korps sind suspendiert. Warum sie ihrerseits sich nicht auflösten, ist nicht ganz ver­ständlich. Vielleicht hofft man im stillen auf bessere Zeiten, um dann wiederaufzumachen". Vielleicht spukt da irgendwo noch ein falscher Treubegriff herum, gebrochen zwar, aber dennoch nicht vollkommen vernichtet. Gegen die­sen falschen Treubegriff, wie er auf der letzten Tagung des HKSCV. erschreckend klar zutage trat, wenden sich diese Zeilen, weil hier Tat­sachen und Begriffsdeutungen verdreht wurden, wie man es zwar liberalistischem Denken nicht übelnehmen würde, es klarer, unkomplizierter nationalsozialistischer Auslegung aber nie ent­sprechen kann.

Der Eid auf den Führer ist das Primäre. Vor ihm hat alles zurückzustehen. Diese einfachste Regel der Disziplin kennt jeder SA.-Mann. Ohne Verklausulierung und Verschnörkelungen liegt sie unserem Aufbau zugrunde. Dieser Regel gemäß handelten SA.-Männer und -Führer, die nach dem Erlaß des Stabschefs, ohne überflüssige Redensarten, ihre Bänder niederlegten bzw. aus ihren Korps austraten. Der Diensteid des SA.-Mannes schließt eben alle an­deren Verpflichtungen aus. Alle früher übernommenen Verpflichtungen erlöschen in dem Augenblick, da sie mit ihm nicht mehr in Ein­klang zu bringen sind. Wenn man erleben mußte, daß SA.-Führer und -Männer, die dem Befehl des Stabschefs nachkamen, einfach als ehrlos erklärt wurden, dann zeugt das von einer Auffassung, die wir mit allem Nachdruck be­kämpfen werden, auch dann, wenn die Körper­schaften, die diese Auffassung großzüchteten, nach außen hin auf ihre Daseinsformen verzichtet haben.

Zur Begründung dieser Feststellungen mögen nur einige Redensarten dienen, deren Belege an irgendeiner Stelle fein säuberlich in Akten­deckeln aufbewahrt werden und erst dann keine Geltung mehr haben werden, wenn diese Akten endgültig geschlossen werden können. Der Satz Ein Hundsfott, der deswegen sein Band nieder­gelegt hat", spricht allein schon Bände. Die Ein­stellung, der Erlaß des Stabschefs habe damals die Böcke von den Korporationsstudenten ge­schieden", behält ihre gegen ihre Träger sprechende Gültigkeit solange, als diese Träger noch irgendwie zusammenhalten. Eine auch heute noch klassische Lösung des Gewissenkonfliktes wäre wohl der zu gleicher Zeit ausgeteilte Rat für den Fall, daß derselbe Befehl etwa von der Partei gekommen wäre:Mein Band lege ich nicht nieder, aus der Partei scheide ich nicht aus; dann werft mich aus der Partei heraus!" Hier^ aus kann man nur entnehmen, daß ein Aus­schluß aus der Partei dem freiwilligen Verzicht auf seine Korpszugehörigkeit vorzuziehen war und ist, daß also das Ehrenwort dem Bunde mehr gelten sollte als der Diensteid in der Par­tei. Dieser Treubegriff mag gutgemeint sein! Er ist aber so verschroben, und verdreht, daß man daran nicht vorübergehen kann, ohne ihn richtigzustellen. Denn er ist nicht Ausfluß eines Einzelhirns, er ist das Produkt einer Er­ziehung in kleinen Gemeinschaften, die sich