Ausgabe 
(27.2.1936) Nr. 58
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der Nationalsozialisten oremens

flmtsbiatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

parteiamtliche Tageszeitung

Bachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen

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Nr. SS / 6. Jahrgang

1 S Z 6

«nzeigen-Grundpr-ise: Die 22-innr-Zeile im Anzeigenteil 12 Rps.. die 70 - -um . Zeile im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Anzeigen. Familienanzeigen u. o.» sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßftasfel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahineschlutz 18 Ilyr. Sprechzeit: Verlag werktäglich von 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12V-—13V- Uhr.

Donnerstag, 27. februar

kinzelpreis 15 Npf.

Entladung politischer Spannungen in Japan

Offiziere ermorden die Vertreter einer Verständigung mir Moskau / Ministerpräsident Vkoda, Admiral §aito, i-enerol Motanabe tot- finanzminister sakastaschi und stofmarschall Vuzzuki schwer verlestt / voto vorläufiger Ministerprostdent!

Unser lagssspisgel

2» Tokio haben junge Offiziere die Ver­treter einer Verständigung mit Moskau er­mordet.

Gegen das Doppelspiel Moskaus wird von einer großen Londoner Zeitung scharf Stellung genommen.

Italien erklärt angesichts der französisch-eng­lischen Abmachungen, eine aktivere Mittel­meerpolitik zu betreiben.

Der belgische Kriegsminister setzte sich sür weitere belgisch-französische Zusammenarbeit ein.

Die Berliner Autoschau ist nunmehr von mehr als einer halben Million Personen besucht worden.

Das jüngste Motorschiff der Dampfschissfahrts- gesellschast „Neptun" wurde in Dienst gestellt.

Das Wrack des „Dipping V" ist nach Brake abgeschleppt worden.

Das Focke-Museum machte bei Ausgrabungen in Woltmershausen bemerkenswerte Funde.

Her sülzrer an Prinz larl

Berlin, 27. Februar.

Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Königlichen Hoheit Prinz Carl von Schweden zum 75. Geburtstag aufrichtigste Glückwünsche über­mittelt.

flus jedem Sau IS Vewerber

Die Musterungen für den Führer-Nachwuchs gehen weiter

Koblenz, 27. Februar.

Dieser Tage nahm der Reichsoraanifationsleiter der NSDAP., Dr. Ley, im Eauhaus in Koblenz die Auswahl derjenigen Parteigenossen aus dem Gau Koblenz-Trier vor, die am ersten Führer- Nachwuchs-Lehrgang auf den neuen Schulungs­burgen der Partei teilnehmen sollen.

2m Laufe der nächsten Tage wird Dr. Ley diese Musterungen, für die bekanntlich sehr hohe An­forderungen gestellt werden, in den Gauen West- falen-Süd, Westfalen-Nord und Essen fortsetzen. Aus jedem Eaugebiet werden in der Regel etwa 15 Bewerber ausgewählt.

So wird die „Neichsjugend' erzogen

Das Recht auf gehärteten Charakter und gestählten Körper

Berlin, 27. Februar

Das von Reichsminister Dr. Frank heraus­gegebene „Deutsche Recht" beschäftigt sich mit den wichtigen Fragen des Jugendrechts. Der Beauf­tragte des Jugendführers des Deutschen Reiches für'Ertüchtigung, Obergebietsführer Dr. Stell- recht schildert dabei die nationaljoz,anstrichen Grundsätze der Bildung und Ertüchtigung, wie sie in der „Reichsjugend" zur praktischen An- rvendurra kommen werden. Dabei spricht er der. Jugend'das Recht auf den gehärteten Charakter und den gestählten Körper zu. Auf chnen könne man ein Leben aufbauen, aber au; Witzen nicht. Das Wissen sei Teilwerk, so lange es nicht wirk­liche Weisheit sei und diese stehe dem Charakter wieder näher als dem Verstand und Gedächtnis. So wie sich im Deutschland des Liberalismus in allen Städten und Dörfern ein Schnlhaus nnctz dem anderen erhob, werde im Deutichland ^ s Nationalsozialismus in allen Städten und Dör­fern ein Sportplatz, eine Turn­halle nach der anderen entstehen und damit werde ein ganz neuer Abschnitt der Erziehung beginnen, der, mit dem Kriechen- und Römertum mehr gemein,am habe als das huma­nistische Gymnasium

Die Erziehung in der Reichsjugend geschehe nicht mehr m Klassen, sondern in kl-inen Geme,n- chaften Sie löse den jungen Menschen nicht voll­ständig aus der Arbeit und dem Volksganzen heraus, wie es die höhere Schule tut sondern lasse ihn in der Lehre, in der Arbeit, steht Sie erfasse ihn nebenher und komme so zu einer organischen wirklichkeitsnahen F-rmung. Die allgemeine Körperschule werde Leichtathlet, , Turnen Ringen, Boxen, Schlesien. Gelände,portz Spiel und die Fahrt umfassen. Wenn vj>n emA Recht der Jugend gesprochen werde, >° ser das ihr erstes und grösstes Recht, daß sie nach dem Bild der neuen Zeit gestaltet werde

k>,en,a>igerl0.'sL«,rer inöstsrreich verurteilt

Wien, 27. Februar.

Der ebemaliae Führer der Hitler-Jugend im Kreist Bri!ck an der Mir in Steiermark Herbert Bach, wurde vom Leobener Schwurgericht wegen Hochverrats zu 18 Monaten schweren Kerkers vermteilt Vach wird beschuldigt, nach dem Ver­bot der NSDAP. in Oesterreich versucht zu haben, die Organisation der Hrtler-Iugenb wei terzuführen.

Berlin, 27. Februar.

In den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages wurde, zunächst über London, berichtet, dasi es in Japan zu einem großangelegten Mili­tärputsch gekommen ist, bei dem ausirr dem Mi­nisterpräsidenten Okada mehrere Kabinettsmit­glieder getötet worden sind. Nachdem vorüber­gehend sämtliche telephonischen und telegraphi­schen Verbindungen mit Tokio unterbrochen waren, wurde aus der japanischen Hauptstadt der folgende amtliche Bericht des Tokioter Kriegsministeriums über den Militärputsch ver­breitet:

„Heute Mittwoch früh um 5 Uhr haben Grup­pe» junger Offiziere angegriffen 1. die Residenz des Ministerpräsidenten. Ministerpräsident Okada wurde getötet; 2. die Wohnung des Siegelbe­wahrers Admiral Saito; auch er wurde sofort getötet; 3. die Wohnung des Leiters des Mili- tär-Erziehungswesens General Watanabe. Er wurde ebenfalls sofort getötet; 4. der frühere Siegelbewahrer Makino wird vermißt; 5. bei einem Angriff auf die Amtswohnung des Hof­marschalls Suzzuki wurde letzterer schwer verletzt; 6. Finanzminister Takahaschi wurde in seiner Wohnung verletzt.

Die Zeitung „Asahi" wurde stillgelegt. Die jungen Offiziere wollten den Fürsten Saionji, das letzte überlebende Mitglied des Rates der Alten, die alten Minister, die Kapitalisten, die Bürokraten und die Parteien beseitigen, da sie in innen- und autzenpolitisch schwerer Zeit unsere Staatssorm zerstören wollten. Die jungen Offi­ziere wollen durch ihr Vorgehen die Gerechtigkeit im Staate wiederherstellen, um den Bestand der kaiserlichen Staatsform zu sichern.

Das japanische Marineministerium teilt mit, dasi zum Schutz und zur Aufrechterhaltung der Ord­nung das erste Geschwader nach Tokio und das zweite Geschwader nach Osaka beordert worden sind. Aus Pokusuka sind in einer Vorstadt von Tokio bereits Marinetruppen eingetroffen. Die

Herbeiholung dieser Truppen wird vom Marine- ministerium als vorbeugende Maßnahme be­zeichnet.

Ueber den Hergang der blutigen Ereignisse liegen in London noch folgende Einzelheiten vor:

vor Handstreich

wurde in den frühen Morgenstunden des Mitt­wochs durchgeführt, als sich das dritte Regiment der ersten Division auf dem Wege zum Bahnhof befand, wo die Verladung nach der Mandschurei vonstatten gehen sollte. Unterwegs trennten sich größere Abteilungen unter Führung des Haupt­manns Nonaka und anderer Offiziere von der Haupttruppe und besetzten die strategischen Punkte der Stadt Tokio. Im Verlauf dieser Aktion be­mächtigten sich die Truppen des Kriegsmini­steriums, des Kabinettsbiiros, des Innenmini­steriums und der PolizeiLirektion und der Woh­nung des Ministerpräsidenten.

Bei der Besetzung der öffentlichen Gebäude stießen die Putschisten nur aus schwachen Wider­

stand. Anschließend soll es jedoch zu Aufruhr­akten und Brandstiftungen gekommen sein. Nach Meldungen, die aus der Mandschurei in Peiping eingetroffen sind, richtet sich der Staatsstreich in keiner Weise gegen den Thron. Die Auf­ständischen sollen vielmehr erklärt haben, daß sie hinter dem Kaiser stehen.

Einheiten der kaiserlichen Eardedivision seien sofort angewiesen worden, die Aufständischen, die auch Maschinengewehre benutzten, aus den besetz­ten Gebäuden zu vertreiben. Das japanische Außenministerium erklärt, daß es von den Vor­fällen nicht betroffen sei und daß die Lage nicht so ernst sei, wie man zuerst berichtet habe.

Wie aus Nanking berichtet wird, vertritt man dort die Ansicht, daß der Militärputsch in Tokio ein Vorzeichen für weitergehende Maß­nahmen der japanischen Armee in China und gegen Sowjetrußland sei. Man vermutet, daß es in Tokio zu größeren Unruhen gekommen sei. Die Effektenbörsen in Osaka und Tokio hätten den Berichten zufolge ihren Geschäftsverkehr eingestellt.

Neue japanische Neuerung

Tokio, 27. Februar.

Der Kaiser hat die Bildung eines neue» japa­nischen Kabinetts angeordnet und den Reichstag für den 2l>. April einberufen. Zunächst hat In­nenminister Goto, über dessen Schicksal noch am Mittwochvormittag Ungewißheit herrschte, die Geschäfte des ermordete» Ministerpräsidenten Okada übernommen.

Hinter dem Umsturz sollen die aktivistischen Kreise innerhalb von Heer und Marine stehen, die schon seit langer Zeit Forderungen erhoben haben, die aus Beseitigung des jetzigen Kabinetts und die Ausschaltung der'Parteien hinzielen. Ge­wisse javanische Militärkreise, die über einen großen Anhang im Lande verfügen, fordern die Führung der Außenpolitik und wollen durch­greifende Reformen im Innern in Angriff

Lnglanä im Tsivbsn ilor .-Viikc ii^tuiig. Ruk cksr dlariiwrvorkt in Elmtkwm ist in clisssn Tagen ein neues Unterseeboot vom Stapel gelauken, das von staäzc ülvsns, äsr Oattin clss Viro-.4clmirals 8ir Ülävarä ülvaus, auk äsn Kamen „Srampus" getankt n uräs. Unser Silck eoigt äsn Stapsl- lauk ckss „Srampus . Lolrsrl üllclsräloost

nehmen. Hierzu gehören staatliche Kontrolle der Wirtschaft, Beseitigung des Einflusses des Kapitals, gerechte Verteilung der Lasten und durchgreifende Hilfe für die arbeitende Bevölke­rung.

Der ermordete Ministerpräsident Okada wurde im Jahre 1858 geboren. Nach dem Besuch der Marineakademie wurde er 1895 zum Unter­leutnant befördert. Von 1920 bis 1923 war er Chef der Flottenverwaltung. 1924 wurde er Vize­marineminister, im gleichen Jahre zum Admiral befördert, rief ihn der Kaiser kurz darauf in den Obersten Kriegsrat. Von 1927 bis 1929 gehörte er als Marineminister dem Kabinett an und übernahm dann wieder eine aktive Admirals­dienststellung. Am 4. Juli 1934 ernannte ihn Kaiser Hirohito zum Ministerpräsidenten.

Admiral Saito, der sich auch in der Politik einen Namen gemacht hatte, galt als Anhänger einer gemäßigten Außenpolitik, während sich der Ministerpräsident Okada den radikalen Vertre­tern einer imperialistischen Politik in China widersetzt haben soll. Der verletzte Finanzminister Takahaschi wird als ein Gegner erhöhter Militärausgaben bezeichnet, die fast die Hälfte des Gesamthaushaltes ausmachen.

MarmzuslanS in lokio

Tokio, 27. Februar.

Um 15 Uhr japanischer Zeit ist über Tokio der Alarmzustand verhängt worden. Amtlicherseits wird dies als Vorsichtsmaßnahme bezeichnet, die es ermögliche, die Ruhe und Ordnung sowie die lebenswichtigen Betriebe unter militärischen Schutz zu stellen, obwohl — wie man betont — in der Hauptstadt voll und ganz Ruhe und Ord­nung herrschen.

Weitere Nachrichten aus Japan wollen wissen, daß die Regierung die Lage völlig beherrsche. Die Börsen und Banken in Tokio hätten inzwischen wieder ihren Betrieb aufgenommen. Ebenso sei die Börse von Osaka wieder geöffnet. Tokio selbst sei unter kriegsmäßige Polizeikontrolle gestellt worden. Gerüchte, wonach ein hoher Beamter der Mitsu-Bishi-Vank in Tokio ermordet worden sei, haben sich nicht bestätigt. Der frühere Siegel­bewahrer Makino, der ebenfalls angegriffen wurde, wurde im Gesicht leicht verletzt.

Die Meuterer scheinen noch immer das Haupt­quartier der städtischen Polizei besetzt zu halten. Der Polizeipräsident von Tokio, der verletzt wurde, bereitet -inen Angriff auf das Gebäude vor, um es zurückzunehmen.

Niicktritt Solos!

London, 27. Februar.

Angesichts der scharfen Zensur, die in Tokio ver­hängt worden ist, lauten die Nachrichten über die Ereignisse in Japan zum Teil außerordentlich widerspruchsvoll. Nach den übereinstimmenden Meldungen der Londoner Abendpresse haben sich insgesamt 3050 Mann an dem Staatsstreich be­teiligt. doch scheint es. als ob die Behörden wenig­stens im Augenblick Herr der Lage sind. Eine Bestätigung der Meldung, daß insgesamt 80 maß­gebende Persönlichkeiten getötet worden seien, lag auch am Mittwochabend noch nicht vor.

Der gcschäftsfiihrende Ministerpräsident Goto sowie die übrigen Mitglieder des Kabinetts haben wie verlautet, ihren Rücktritt eingereicht.

Note Offiziere Verschwörer in Paten

Warschau, 27. Februar.

Die Warschauer Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit Nachforschungen über die Persönlichkeiten einer vor längerer Zeit aufgelösten kommunisti- !chcn Gruppe von 25 Mitgliedern. In diesem Zu­sammenhang wurde festgestellt, daß diese Gruppe anfangs von einem gewissen Kowalski geleitet wurde, der später in die Sowjet-Union geflohen ist. Dieser Kowalski heißt, wie die Untersuchung ergab, in Wirklichkeit Jodlowski und ist zurzeit Kommandeur einer Tankbrigade in Leningrad

Moskaus Schatten

Her Militärputsch in lokio

(Ors-ütLsriobr unserer Berliner Zebriktlsitunz) k. Berlin, 27. Februar.

Die Ereignisse in Tokio haben die Vorgänge in der ganzen übrigen Welt gestern in den Hin­tergrund gedrängt. Sie geschehen in einer Zeit, die von fiebernder Unruhe und sich ständig ver­mehrenden Spannungen erfüllt ist und vermitteln einen ungefähren Begriff von der Menge der Zündstoffe, die heute in den großen Zentren der Weltpolitik aufgehäuft sind. Es erübrigt sich also, ein weiteres Wort über ihre besondere Trag­weite zu verlieren.

Am Tage vor dem Militärputsch wies nahezu die gesamte japanische Presse auf die Gefahren hin, die durch das westeuropäische Bünd­nis Sowjetrutzlands im Fernen Osten heraufbeschworen worden sind. Am gleichen Tage wurde ein neuer Vorstoß gutbewaffneter kommu­nistischer Banden gegen die nordchinesische Provinz Schaust gemeldet.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Beweg­gründe, die zu dem Militärputsch in Tokio ge­führt haben, sowohl innen- wie außenpolitischer Natur sind und daß sie an Probleme, die die vitalsten Interessen Japans betreffen, rühren. Der der Revolte zum Opfer gefallene frühere Ministerpräsident Saito galt als ein ausge­sprochener Anhänger der Politik des Ausgleichs zwischen Moskau und Tokio. Das gleiche gilt in mehr oder minder starkem Maße für den ermor­deten Ministerpräsidenten Okada, der gerade in den letzten Wochen mit der Auflösung des Parlaments und dem Ergebnis der Neuwahlen einige innerpolitisch sehr beachtliche Erfolge er­ringen konnte, der aber seine Kompromißbereit­schaft gegenüber Sowjetrußland noch Lei der Beilegung des letzten ernsten Zwischenfalls an der mandschurischen Grenze bewies. Auch Finanz­minister Takahachi gilt als ein Gegner vor allem der aktiven japanischen Militärpolitik in Nordchina, die er mit einer Ablehnung der not­wendigen finanziellen Mittel durchkreuzen zu müssen glaubte. Diese Tatsachen genügen zweifel­los schon, um einige der Beweggründe zu klären, die zu der Militärrevolte führten. Sie sind aber sicher nicht die einzigen.

Die innerpolitische Expansion der letzten Jahre hat deutlich genug gemacht, daß sich Japan gewaltigen sozialpolitischen und anderen wirtschaftlichen Problemen gegenübersteht, die eine Lösung erfordern. Der gewaltige Vevölkerungs- andrang, die Rohstoffnot und die Notwendigkeit einer unnatürlich hohen Exporttätigkeit haben diesen Druck immer mehr verstärkt. Allerdings stehen die außenpolitischen Erfordernisse in einem unmittelbaren Zusammenhang mit diesen großen Problemen des Jnselreiches.

Japan braucht Raum. Es hat ihn in Man- dschukuo und Nordchina gesucht und sucht ihn dort heute noch. Und der Wegbereiter des Pfluges ist auch hier das Schwert. So ist die Innenpolitik Japans stärker als in irgendeinem anderen Lande der Erde mit der Militärpolitik ver­bunden. In den letzten beiden Jahren hat sich das immer deutlicher gezeigt. Der innerpolitische Kampf im Parlament wurde letzten Endes ein Kampf um die Militärkredite und damit um die außenpolitische Sicherung. Das Attentat auf den Generalmajor Nagaka war die letzte große inner­politische Explosion, die den ganzen Ernst dieser Sachlage kennzeichnete.

Nun haben die Attentate, an denen das letzte Jahrzehnt der Geschichte des Jnselreiches im Fernen Osten so reich ist, doch nicht dazu beige- tragen, der Entwicklung eine andere, völlig neue Richtung zu geben. Es ist zu befürchten, daß auch die Opfer, die die jetzigen Vorgänge erforderten, unverhältnismäßig groß sind. Nicht weniger als fünf Ministerpräsidenten sind in kaum mehr als einem Jahrzehnt Anschlägen zum Opfer gefallen. Erst vor einigen Tagen ereignete sich weiterhin das Attentat auf Professor Minobe, das größtes Aufsehen erregte.

Wird das Land der aufgehenden Sonne seine Kräfte jetzt auf die großen nationalen Ziele rich­ten können, die vor ihm liegen, oder werden den jetzigen Erschütterungen neue folgen? So sehr die große Nation des Fernen Ostens dem europäischen