Ausgabe 
(22.2.1936) Nr. 53
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1
 
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der Nationalsozialisten oremens

flmtsblatt des Senats der jreien kjansestadt vremen

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Nr. 55 / 6. Jahrgang

1 g Z 6

Sonnabend, 22. sebruar

Sprechzeit: Verlag werktäglich von 1213 Uhr; Schriftleitung Dienstag bis Freitag von 12V»

In Spanien wüten die Noten weiter

öefangene brechen aus / Kirchen und Parteibücher in flammen / fluch der Separatismus erbebt wieder sein kaupt

Unser lagesspiegel

Die blutige» Ausschreitungen der Marxisten in Spanien setzen sich fort.

I« der französischen Kammer ereigneten sich aufsehenerregende Skandal-Szenen.

Die bisherigen Wahlergebnisse in Japan lassen auf einen Sieg der Regierung Okada schliehen.

Aus den japanischen Rechtsgelehrten Minobe wurde ein Revolver-Attentat verübt.

Nach den neuen deutschen Luftschisfplänen ist eine Hin- und Rückreise mit dem Zeppelin nach USA. innerhalb einer Woche möglich.

Bei Rechtensleth rammte ein englischer Damp­fer einen holländischen Motorlcichter, wobei fünf Personen ums Leben kamen.

Mit den Erdarbeiten zur Umgestaltung des Vahnhofsplatzes wurde gestern begonnen.

Die VZ. besichtigte die volkswirtschaftlich be­deutungsvolle Kasfeeschäleinrichtung der Fa. Otto Rabe öc Co.

Die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft hat ein neues Modell anfertigen lassen, das aus der Leipziger Messe für Bremen werben wird.

Für die Einfuhr von Wolle aus Australien und Neuseeland wurden Ausländer-Sonder­konten eingerichtet.

WWU»U»«M»MU»M

Im Zeichen der weißen Narzisse

Berlin, 22. Februar

Die letzte Sammlung des deutschen Winterhilfs- werkes 1985/36 naht. Noch einmal wird, wie wir schon an anderer Stelle berichten konnten, ein großer Schlag gegen Hunger und Kälte geführt. Diesmal ist es die Deutsche Arbeitsfront, die am 29. Februar und am 1. März an das sozialisti­sche Gewisien jedes einzelnen appelliert. Neben Männern aus der Organisation der DAF. sowie der gewerblichen Wirtschaft und der Industrie werden die unbekannten Walter der DAF. und Warte der NSG.Kraft durch Freude", die Männer aus den vordersten Linien der großen Gemeinschaft aller Schaffenden Schulter an Schul­ter die Sammelaktion durchführen, Vertrauens­ratsmitglieder und Betriebsführer nicht zu ver­gessen. Es werden Betriebsappelle, Straßen- und Haussammlungen, Propagandaumzüge, Platzkon­zerte und KdF.-Veranstaltungen durchgeführt.

Das Zeichen dieses Kampfes, dieweitzeNar - zisse, muß an diesem Tage von jedem Volks­genossen getragen werden, der nicht selbst mit der bittersten Not zu ringen hat.

KS5. bestem 22000-ro.-Schiff

R. Berlin, 22. Februar.

Reichsorganrsationsleiter Dr. Ley hat der Danziger Schichau-Werft den Auftrag zum Bau eines 22 Oüv-To.-Passagierschisfes erteilt und gleichzeitig dem Senat Danzigs von der Ver­gebung dieses Auftrages Mitteilung gemacht. Bei diesem neuenKraft-durch-Freude"-Schiss handelt es sich um ein Schwesterschiff der beiden bei Blohm K Voß in Hamburg und bei den Howald-Werken in Kiel in Auftrag gegebenen Passagierdampfer. Der geplante 22 OOO-To.-Tamp- fer wird erst in etwa einem Jahre gebaut werden. Die Schichau-Werft ist durch diesen Auftrag der NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" mit 700 Arbeitern und Angestellten zwei volle Jahre hin­durch beschäftigt.

stberkommando des Heeres"

Berlin, 22. Februar

Der Oberbefehlshaber des Heeres hat eine An- ordnung erlassen, derzufolge die Dienitjtelle des Oberbefehlshabers des Heeres mit sofortiger Wirkung die neue BezeichnungOberkommando des Heeres" führt.

Unser Sauletter leistet erste Hilfe

Oldenburg. 22. Februar.

In der Nacht zum Freitag ereignete sich auf der Landstraße OldenburgLeer bei der Ortschaft Wehnen ein Autounfall, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden. Ursache war reichlicher Alkoholgenuß des Fahrers, der auf der Heim­fahrt am Steuer eingeschlafen war. Das Auto fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmert. Reichsstatthalter R ö - ver, der gerade mit seinem Wagen auf dem Heimweg nach Oldenburg an der Unglücksstelle vorbeikam, leistete die erste Hilfe und schaffte die Verunglückten in ein Oldenburger Kranken­haus. Dem Fahrer des Unfallautos wurde wegen seines verantwortungslosen Verhaltens der Füh­rerschein entzogen.

Madrid, 22. Februar

In zahlreichen spanischen Provinzen kam es zu schweren Ausschreitungen der Marxisten gegen Angehörige der Rechtsparteien, gegen deren Parteibüros und Versammlungslokale, sowie ge­gen Kirchen und Klöster. In verschiedenen Städten brachen die Gefangenen aus. Bei Amnestiekund­gebungen fanden schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Linksradikalen statt, die insgesamt bisher fünf Tote und zahlreiche Schwerverletzte forderten.

In Vigo drangen Anarchisten in das Büro der spanischen faschistischen Partei ein und ver­suchten, die sich dort aufhaltenden Faschisten zu lynchen. Die Polizei'verhinderte das Ver­brechen im letzten Augenblick. In Ferrol, Huelva, Malaga und anderen Orten wur­den die Parteihäuser der katholischen Volksaktion und der faschistischen Partei und ein theologisches Seminar gestürmt und in Brand gesteckt. In Coruna ging eine Kirche in Flammen auf.

In Acija wurde die kommunistische Revolution ausgerufen. Starke Polizei­abteilungen sind dort bemüht, die Ruhe und Ord­nung wiederherzustellen. In Alicante brachen die Insassen einer Erziehungsanstalt aus. Zwei von ihnen wurden von der Polizei erschossen und drei schwer verletzt.

In Oviedo stürmte die Menge das Gefängnis und befreite 90V Gefangene. In Gijon wurden

die politischen und sozialen Sträflinge freige­lassen. Die wegen krimineller Vergehen verur­teilten Gefangenen benutzten die allgemeine Un­ruhe, um zu entkommen. Die Sträflinge bildeten mit ihren Angehörigen, die vor den Toren des Gefängnisses auf die Freilassung gewartet hatten, einen Umzug mit roten Fahnen und Pla­katen.

In Eordoba wurde aus Wohnungen be­kannter rechtspolitischer Personen das Mobiliar auf die Straße geschleppt und dort verbrannt. Die Linksradikalen schleppten ferner aus einem Nonnenkloster sämtliche Insassen auf die Straße. Die Nonnen wurden von der Menge in ihre elter­lichen Wohnungen gebracht. In Santiago verhaftete man einen spanischen Apotheker und seine Frau als Organisatoren der dortigen Fa­schisten.

In Barcelona veranstalteten die Linksparteien mit Genehmigung der Polizei einen Demonstra­tionszug durch die Straßen der Innenstadt. Die Demonstranten führten zahlreiche rote und se­parat! st ischeFahnen mit, sangen die Inter­nationale und die sogenannte katalanische Na­tionalhymne und brachten Hochrufe aus auf den Kommunismus und ein freies Katalonien.

Bei dem Versuch der Polizei, die Entfernung der separatistischen Fahnen durchzusetzen, nahm die Menge eine drohende Haltung ein. Um Zu­sammenstöße zu vermeiden, erlaubte der Regie­rungsdelegierte für öffentliche Ordnung und

Sicherheit in Katalonien den separatistischen Cha­rakter der Kundgebungen. Die Menge zog dann vor das katalanische Regierungsgebäude, wo ein Vertreter des Eeneralgouverneurs der Menge verkündete, daß die Zentralregierung in Madrid bereits die ersten Schritte zur Durchführung der Amnestie getan hätte und mit der Freilassung der Gefangenen in kürzester Zeit zu rechnen sei. Die Menge verlangte mit erhobenen Fäusten, daß die Sträflinge sofort auf freien Fuß gesetzt würden und setzte dann ihre Kundgebung in großer Un­ordnung unter lauten Protestrufen fort. Die Zahl der Demonstranten wird aus 39 099 geschätzt.

Der Bolschewismus liefert in Spanien wieder einmal den Beweis, daß seine revolutionären Pläne noch lange nicht in den Aktenschrank gelegt worden sind, wie die LondonerTimes" in diesen Tagen mit bewunderungswürdiger Naivität zu beweisen versuchte. Moskau hat ganz offensicht­lich seine Karten auf die Gutgläubigkeit Euro­pas gesetzt. Dieses Spiel beginnt allmählich seine gefährlichen Seiten zu zeigen.Mit der rechten Hand würde der Bolschewismus den sowjetrussisch- französischen Pakt unterzeichnen und mit der lin­ken Hand die weltrevolutionäre Propaganda wei­terführen" erklärte soeben der französische linksgerichtete Abgeordnete Doriot. Die Schreckens­nachrichten aus dem benachbarten Spanien geben diesen Worten den realistischen Hintergrund.

flas Parteiprogramm

Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz stellt über das Programm der NLDAP. und seine Verwirklichung folgende grundsätzlich wich­tigen Tatsachen heraus:

16 Jahre sind am ^4. Februar vergangen, seit­dem die damals zahlenmäßig so verschwindend kleine NSDAP. ihr Programm verkündete, ein Programm, das im Zeitpunkt seiner Veröffent­lichung die schärfste Kampfansage gegen die herr­schenden Anschauungen und Gewalten auf allen Lebensgebieten darstellte. Es war ein Programm, das von seinen Anhängern einen ungeheuren Glauben erforderte, ein Programm, mit dem rechnender Verstand nur wenig anzufangen wußte. Rein gefühlsmäßig bekannte sich der unverbildete, einfache und gläubige Mann aus dem Volke eher zu den Forderungen der Partei als der mehr am Buchstaben klebende sogenannte Intellektuelle, der den einen oder anderen Programmpunkt in seiner Formulierung beanstandete und alsundurch­führbar" bezeichnete. Amtsgerichtsrat Dr. Max Bauer. Amtsleiter im Reichsrechtsamt der N2.- DAP. in München, schreibt in dem parteiamtlichen nationalsozialistischen BewegungsorganTeutsche Rechtspflege", daß die gleiche Beobachtung auch heute gemacht werden kann. Auch heute gibt es noch bemitleidenswerte Zeitgenossen, die sich be­sonders klug vorkommen, wenn sie Halbsatz für Haibsatz des Programms unter die Lupe nehmen und dann den sittlich Entrüsteten spielen, wenn sie einen Programmpunkt herausfinden, der noch nicht der Verwirklichung zugeführt ist. Sie übersehen, daß noch kein Nationalsozialist behauptet hat, daß das gesamte Parteiprogramm in drei oder vier Jahren durchgeführt sein wird.

Zweifelsohne gibt es eine Reihe von Pro­grammpunkten, die bisher noch nicht verwirklicht worden sind. Aber nur die Böswilligen können in der bisherigen Nichtdurchfllhrung irgendeiner Forderung der Leitsätze ein Aufgeben des Pro­grammpunktes erblicken. .Der Buchstabenbefangene verweist z. B. auf Punkt 12 der Leitsätze, dessen zweiter Absatz die restlose Einziehung aller Kriegsgewinne fordert. Ihm entgeht, daß von der Programmverkündung bis zur Mqchtübernahme 13 Jahre verstrichen sind, daß seitdem die Kriegs­gewinne durch unzählig viele Hände gegangen und insbesondere durch die Inflation größtenteils zer­ronnen sind, daß aus diesem Grunde eine Fest­stellung und Einziehung der Weltkriegsgewinne nicht mehr möglich ist Diese durch Zeitablauf eingetretene objektive Unmöglichkeit der NSDAP. zur Last zu legen, hieße ihr einen Vorwurf dar­aus machen, daß sie nicht früher die Macht in Deutschland errungen hat. Aber auch in der Fest­stellung, daß die Weltkriegsgewinne heute nicht mehr erfaßt und eingezogen werden können, liegt nicht ein Abgehen der Partei von der zwölften These des Programms. Vielmehr bekennt sich die Partei nach wie vor zu der Forderung, daß die persönliche Bereicherung durch den Krieg als Verbrechen an der Volks­gemeinschaft bezeichnet werden mutz. Infolgedessen wird sie auch Vorsorge treffen, datz in Zukunft eine persönliche Bereicherung Lurch den Krieg unmöglich gemacht wird.

Die 25 Forderungen des Parteiprogramms wur­den bewutzt auf die Zeit ihrer Verkündung abge­stellt. Trotzdem hat sich bisher bei keinem Pro­grammpunkt die Notwendigkeit einer nachträg­lichen Aenderung ergeben. Nur der Punkt 17 wurde (am 13. April 1928) mit einer Anmerkung versehen, die jedoch keine Aenderung gegenüber der ursprünglichen Forderung bedeutete, sondern lediglich Verleumdungen gewisser Agrargruppen als solche bloßzustellen hatte. Es ist auch heute drei Jahre nach der Machtergreifung keine Veranlassung gegeben, irgendeinen Programm­punkt abzuändern. Vielmehr hat das Führerwort seine Geltung behalten, das bestimmt:Am Parteiprogramm darf nichts geän­dert werden."

Wenn wir nun die Frage nach der bisherigen Verwirklichung des Parteiprogramms auswerfen, so kann niemand in Abrede stellen, daß in den drei Jahren seit der Machtübernahme bereits so viele und so grundlegende Forderungen des Pro­gramms erfüllt worden sind. wie dies am 24. Februar 1920 und auch am 30. Januar 1933 nie­mals für möglich gehalten wurde.

Nach einer Besprechung der bisherigen Ver­wirklichung der Forderungen des Parteipro-

kainnmabgeorSnete prügeln sich

Parlamentarisches vurcheinander in Paris / Sarraut und die Kutscherkneipe

Paris, 22, Februar.

In der französischen Kammer wurde gestern entsprechend dem Wunsche des Ministerpräsiden­ten, der die Vertrauensfrage gestellt hatte, mit 380 gegen 151 Stimmen beschlossen, die parlamen­tarischen Anfragen zurückzustellen, die die Hand­habung der Notverordnungen über die Aufrecht­erhaltung der Ordnung zum Gegenstand hatten.

Vor der Abstimmung beanstandete der Abge- ordneke Franklin Bouillon, daß der Ministerpräsident nicht angegeben habe, welche Maßnahmen er angesichts des Angriffs der Volks­front gegen den royalistischen Arzt Dr. Eolse zu unternehmen gedenke. Ministerpräsident Sarraut sei für die Ordnung auf der Straße verantwort­lich, ebenso wie er auch als Jnnenminster ver­antwortlich gewesen sei für das, was sich in Marseille zugetragen habe. Diese Anspielung auf die Ermordung des Königs von Jugoslawien und Barthous brachte dem Abgeordneten einen außerordentlich scharfen Zuruf des Ministerpräsi­denten Sarraut ein, der nämlich dazwischenrief: Schuft! Schuft! Schuft!

Auch in den Wandelgängen der Kammer kam es zu einem Zwischenfall. Der kommunisti­sche Abgeordnete Rametta stellte den rechtsgerich­teten Abgeordneten Henriot zur Rede, weil dieser bei der Aussprache über den französisch-russischen Pakt geäußert hatte:Wir werden den Pakt erst

ratifizieren, wenn die Regierung die Schufte ver­haftet, die in Frankreich vom Verrat leben." Nach wenigen Worten schlug der Kommunist Henriot ins Gesicht. Noch bevor der Abgeordnete den Schlag hätte erwidern können, seien, wie verlau­tet, andere Abgeordnete dazwischengetreten. Hen­riot will wegen dieses gemeinen Angriffs Straf­anzeige erstatten.

Die Nachmittagssitzung der Kammer stand im Zeichen der Zwischenfälle vom Vormittag. Auf der Regierungsbank waren nur zwei Unterstaats­sekretäre anwesend. Der Abgeordnete Franklin Bouillon erklärte zum Sitzungsbericht daß am Schluß der Vormittagssitzung in dem allgemeinen Durcheinander der Ministerpräsident ihm gegen­über einen Ausdruck gebraucht habe, der besser in eine Kutscherkneipe als zu einem Minister­präsidenten passe. Erregte Zwischenrufe, von So­zialisten und Kommunisten unterbrachen den Red­ner. Der stellvertretende Kammerpräsident, der die Sitzung leitete, erklärte, datz das Präsidium der Kammer den Ausdruck, auf den Franklin Bouillon anspiele, nicht gehört habe, worauf Bouillon erwidert, datz 20 Abgeordnete ihn sehr gut gehört hätten.

Ein kommunistischer Abgeordneter schlug darauf Lärm mit seinem Pultdeckel und be­schimpfte erneut Franklin Bouillon, der nochmals Verwahrung gegen die Ausdrucksweise des Mi­nisterpräsidenten einlegte.

Darauf wurde der Sitzungsbericht vom Vor­mittag angenommen, und die Kammer wandte sich der Aussprache über mehrere Anfragen zur Land­wirtschaftspolitik der Regierung zu.

(Siehe auch Seite 2)

Jüdischer Ketzer entlarvt

Brüssel, 22. Februar.

Die Vorarbeiten für die neue Militärvorlage, die der Kriegsminister Deveze im belgischen Par­lament eingebracht hat, wurden mit einem plan­mäßigen Pressefeldzug eingeleitet.

Bei dieser politischen Stimmungsmache wurde ausgiebig von den lügenhaften Hetzartikeln Ge­brauch gemacht, die der Jude Mowrer über angebliche militärische Vorbereitungen Deutsch­lands an der niederländischen Grenze in ameri­kanischen und holländischen Blättern veröffent­licht hatte. Die große flämische ZeitungStan- daard" veröffentlicht jetzt einen Artikel ihres Berliner Berichterstatters, worin Mowrer als ein gemeiner Fälscher und internationaler Hetzer entlarvt wird.

Es sei anzunehmen, schreibt der Berichterstatter desStandaard", daß auch Belgien mit gleich­artigen Artikeln beunruhigt werden solle, und deshalb sei es gut, darauf hinzuweisen, daß die Aufsätze Mowrers tendenziös seien und von Un­wahrheiten wimmelten.

Schweres SchiffsunMch bei Nechtenfleth

kiir englischer Vampfer rammt einen stollündischen Motorleichter / Vie vierköpsige samilie des holländischen Kapitäns und ein Matrose ertrunken / Schwierige Vergungsarbeiten

(Soncksrbsriebt der Lrsinsr Leitung)

gn. Sandstedt, 22. Februar

Am Donnerstag war spät abends der holländi- he MotorleichterDipping V", der im Char- >r der Fettraffinerie in Brake fuhr, mrt 399 ionnen Hartfett an Bord von Brake weserab- >Srts ausgelaufen, um nach Harburg zu fahren. :m Mitternacht wurde der Motorleichter in Hohe on Rechtensleth aus bisher noch nicht ge- ärter Ursache von dem weseraufwärts fahren- en rund 5099 VRT. großen englischen Dampfer Laqosian" der der United-Afrrca- ine gehört, mitschisfs gerammt. An Bord des »Hündischen Leichters befanden sich der Kapitan >aul de Vries, seine Frau, seine beiden Toch- :r und drei Mann Besatzung. Der Zusammen- rall war derart heftig, daß sich der gerammte -Hündische Leichter sofort auf die Seite legte, nd bald, ungefähr bis zur Hälfte aus dem Lasier herausragend, kieloben trieb. Da vermut- ch im Augenblick des Unglücks der größte Teil rr Besatzung schlief, konnte durch den Dampfer Lagosian" nur ein Matrose gerettet werden, päter wurde noch ein zweiter Matrose gerettet.

Bald nach Bekanntwerden der folgenschweren ollision liefen die beiden Bergungsschlepper Seebär" undAthle t" der Reederei Schuch- mnn in Vremerhaven zur Hilfeleistung aus, Sie creichten gegen 1 Uhr die Unglücksstelle. Unter er Leitung der Kapitäne Volk und Bossel- iann würden im Lichte riesiger Scheinwerfer ie Bergungsarbeiten aufgenommen. Nachdem der lkotorleichter auf der oldenburgischen Seite der Leser auf Grund gesetzt war, machten sich dre

Besatzungen der beiden Vergungsschlepper daran, durch Beklopfen der Außenwand des Schiffes festzustellen, in welchem Teil sich die Mitglieder der Besatzung befinden. Leider wur­den die Klopfzeichen nur aus dem Innern der vorderen Kabine heantwortet.

Um das hier eingeschlossene Besatzungsmitglied nicht der Gefahr des Verbrennens auszusetzen, mußte man von der üblichen Methode des Auf- schweißens Abstand nehmen, Aeutzerst mühselig wurde von den Mannschaften der beiden Ber­gungsschlepper die betreffende Stelle aufgemei­ßelt. Nach mehrstündigem Arbeiten waren die Bemühungen, bei denen man mit großer Beson­nenheit vorgehen mutzte, erfolgreich.

Es gelang, gegen 5 Uhr morgens den Ein­geschlossenen aus dem Innern des gerammten Schisfes zu bergen.

Es handelt sich um den aus Harburg ge­bürtigen Matrosen Heines, der in seiner furcht­baren Lage fast fünf Stunden ausgehalten hatte, bis er, völlig erschöpft und fast unbekleidet, ans Tageslicht gefördert werden konnte. Nach An­gaben Heines befanden sich der Kapitän und dessen Frau im Augenblick des Unglücks im Steuerraum des Leichters, während sich die etwa zwei- und fünfjährigen Töchter und der dritte Matrose in den unteren Räumen des Schiffes aufhielten.

An den bezeichneten Stellen wurden die Klopf­zeichen von den Bergungsmannschaften wieder aufgenommen: sie bliehen jedoch unheantwortet. Es ist demnach mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die vielköpfige Familie des Kapitäns und der dritte Matrose den Fluten zum Opfer gefallen

sind. Bei auflaufendem Wasser wurde der Motor­leichter überspült, so datz die Versuche, die Ein­geschlossenen zu retten, ganz eingestellt werden mußten.

Der gesunkene Leichter, dessen Schraube bei Niedrigwasser aus den Wellen herausragt, liegt zurzeit noch auf der oldenburgischen Seite der Weser zwischen den Tonnen 37 und 38, Bis zum Freitagmorgen blieb der englische Dampfer Lagosian" an der llnfallstelle vor Anker und setzte um 10,30 Uhr seine Fahrt nach Bremen fort, wo er am gestrigen Nachmittag eintraf. Der an Bord befindliche Matrose Waldemar Ketzer er­klärte, daß,das fünfte Opfer des Unglücks sein Bruder sei. DampferLagosian" wird am heutigen Sonnabend seine Fahrt nach Hamburg fortsetzen, Unserem zur Unfallstation entsandten Redak­tionsmitglied wurde an Bord eines Bergungs­schleppers der Reederei Schutzmann erklärt, daß die Bergungsarbeiten, so bald es möglich ist, fort­gesetzt werden sollen,

Bremens Senator für Wirtschaft, Pg, Bern­hard, sandte an Direktor van de Loo, Bre­men, Bremen-Vesigheimer Oelfabriken, anläßlich des Unglückes folgendes Telegramm:

Mit tiefstem Bedauern höre ich von dem Un­glück, das , dem für Ihre, Firma tätigen Motor­leichterDipping V" zugestoßen ist Ich spreche Ihnen meine aufrichtige Tellnahme aus und bitte Sie, den Hinterbliebenen der auf so tragische Weise im Dienst ums Leben Gekommenen meine Teilnahme zu übermitteln.

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Senator kür äis JVirtZetiakt