Ausgabe 
(21.2.1936) Nr. 52
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der Nationalsozialisten oremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

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Nr. 52 / 6. Jahrgang

srettag, 21. sebruar

kinzelpreis 15 Npf.

deutscher Protestschrttt in dem

Segen das Verbot der NSVW. in der Schwel; und die mit ihm ersolgte politische Vemonstration

Unssr VogssspHsgvI

Die deutsche Regierung hat in Bern eine Protestnote gegen das Verbot der NSDAP. in der Schweiz überreichen lassen.

Heute beginnt in Köln die Ausmusterung ur Sicherstellung des Führernachwuchses der "artet.

Im Westen des Reiches wurden hochverräte­rische katholisch-kommunistische Pläne aufge­deckt.

2m Seeseld-Prozeh wurde 12fache Todesstrafe gegen den Angeklagten beantragt.

Das Stillhalteabkommen wurde um ein wei­teres 2ahr verlängert.

Die Vremen-Amerika-Bank berichtet über steigende Umsätze.

Am S. März wird in Bremen das chorische Spiel der SA.Kamerad komm mit" urauf­geführt.

2« der Bahr fanden Prüfungen für den Neiterschei» statt.

Bei den Deutschen Heeresmeisterschasten 1938 wurden die Kemptener Jäger Heeres-Ski- Meister.

NIMM

ftochverrSrerische Pläne

Kommunisten und katholischer 2ngendverba»d Hand in Hand

Berlin, 21. Februar

2m Rheinland und Westfalen läuft zurzeit durch die Geheime Staatspolizei eine polizeiliche Aktion mit dem Ziele, die Zusammenarbeit zwischen einem katholischen 2ungmännerverband sowie der illegalen kommunistischen Organisation Deutschlands aufzudecken und das gemeinsam ge­plante hochverräterische Unternehmen zu unter­binden. 2m Verlause dieser Aktion wurden bis jetzt sieben kommunistische Führer, zehn Geistliche und 45 Laienbrüder des katholischen Jungmänner- verbandes festgenommen.

Es ist nicht der erste Fall einer engeren Zu­sammenarbeit zwischen gewissen katholischen Ver­bänden und illegalen kommunistischen Organisa­tionen, der jetzt im Westen des Reiches aufgedeckt worden ist. Erst vor wenigen Tagen wurde, wie wir berichteten, ein Kaplan wegen Verteilung bolschewistischer Flugblätter verurteilt. Vielgele­sene katholische Tageszeitungen des Auslandes haben übrigens ein Hand-in-Hand-Arbeiten der Kommunisten und der Katholischen Kirche gegen die Nationalsozialisten in letzter Zeit in aller Offenheit propagiert. Zurück geht die hochver­räterische Aktion auf den letzten Moskauer Kom­intern-Kongreß, auf dem die ParoleZum Ein­dringen der Volschewisten in die katholischen Ju­gendorganisationen" ausgegeben xvurde. Nachdem nunmehr in Deutschland die verbrecherische Zu­sammenarbeit zwischen dem illegalen Kommunis­mus und Teilen der katholischen Kirchenorganisa- tionen einwandfrei erwiesen ist, verzeichnen wir nur noch die große Bestürzung der übrigen katho­lischen Kreise, die zwischen sich und den Verhaf­teten einen scharfen Trennungsstrich ziehen. !

Noch 15000 fllte KSmpfer oline flrbeit

Berlin. 21. Februar.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung hat kürzlich eine Neuabgrenzung des Personenkreises der Sonderaktion für Alte Kämp­fer angeordnet. Danach gelten als Alte Kämpfer sür die bevorzugte Arbeitsvermittlung erstens Mitglieder der NSDAP., die bis zum 14. Sep­tember 1930 Mitglied wurden, also bis zur Mit­gliedsnummer 340 000. zweitens Mitglieder der NSDAP. und ihrer Gliederungen sowie des Stahlhelms, die bis zum 30. Januar 1933 Mitglied geworden sind und nachweisbar vor der Macht­übernahme aktiv tätig waren. Lurch diese Neu­abgrenzung wird erreicht, daß nur diejenigen der Alten Kämpfer in den Genuß der bevorzugten Vermittlung kommen, die sich tatsächlich aktiv für die nationalsozialistische Bewegung eingesetzt ha­ben. Insgesamt sind bei den Arbeitsämtern m Deutschland gegenwärtig noch etwa 15 000 Alte Kämpfer zur Vermittlung vorgemerkt, für die die neuen Richtlinien zutreffen. Die Arbeitsämter sind angewiesen, ihre Bemühungen zu verstärken, um auch diesen letzten Rest der noch arbeit'slwen Alten Kämpfer in festen Arbeitsplätzen in der Wirtschaft unterzubringen.

öörmgs Zagdbesuch in polen

Warschau, 21. Februar.

Wie die polnische Presse meldet, nehmen an der Jagd in Vialowieich neben dem Minister­präsidenten Eöring und den deutschen Gästen u. a. General Fabrycy, der Chef des Militär- kabinetts des polnischen Staatspräsidenten General Schally und der Vizedirektor des poli- tuchen Departements dos Äußenministeriums Graf 2. Potocki teil.

Berlin. 21. Februar.

Der deutsche Gesandte in Bern ist beauf­tragt worden, der schweizerischen Regierung eine Note zu übermitteln, in der nachdrück­lichst Protest gegen den Beschluß des Bun­desrates erhoben wird, der eine Landes­leitung und Kreisleitungen der NSDAP. in der Schweiz untersagt.

Die deutsche Note weist die Unzulässigkeit des schweizerischen Vorgehens nach und wen­det sich gegen die in diesem Vorgehen liegende politische Demonstration. Sie spricht die Er­wartung aus, daß der Beschluß des Bundes­rates rückgängig gemacht wird.

Der deutsche Protestschritt iu Bern ist ein Zei­chen für die ernste Beunruhigung, die die unver­ständliche Maßnahme der schweizerischen Regie­rung finden mußte. Bei der Maßnahme der Schweiz gegen die NSDAP. handelt es sich nicht

nur um eine offene Brüskierung des deutschen Volkes, sondern auch um einen Schritt, der recht­lich in jeder Hinsicht unhaltbar ist. Es wurde schon darauf hingewiesen, daß der Schweizer Bun­desrat mit seinem Beschluß lediglich Hand­langerdienste für den Marxismus und die j üdi sch en Emigr antenkr eise geleistet hat. Die Verkettung der Umstände bringt es mit sich, daß damit die Schweiz nachträglich den schamlosen Lügen- und Hetzfeldzug gegen unseren ermordeten Parteigenossen Eustloff bei­nahesanktioniert". Ein derartiges Vorgehen der souveränen gesetzgebenden Körperschaft des schwei­zerischen Staates kann auf deutscher Seite un­möglich ohne Widerspruch bleiben. Denn die Be­schlüsse des Bundesrats richten sich nicht gegen eine beliebige Organisation, sondern gegen die nationalsozialistische Bewegung, die die Trä­gerin des neuen deutschen Staates ist. Das Verbot der Landesleitung der NSDAP. in der Schweiz ist daher kein Akt, den man viel­leicht um des lieben Friedens willen übersehen könnte; es handelt sich vielmehr, wie ja auch in dem deutschen Protest zum Ausdruck gebracht

wird, um eine politische Demonstration, deren Charakter durch die Umstände, unter denen sie zustande kam, gekennzeichnet ist. Die Wirkung der Berner Maßnahme in der Schweiz selbst ist denn auch unverkennbar: die marxistisch-jüdische Presse­meute tobt wilder denn je, und wenn jemals die Voraussetzungen für neue Komplikationen ge­geben waren, dann ist es heute der Fall. Das deutsche Volk ist zwar daran gewöhnt, dieses Gekläff zu überhören, aber wenn die Regierung eines Landes selbst derartige beschämende Vor­gänge duldet, so kann dazu nicht mehr geschwiegen werden.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich haben in den letzten Wochen eine Belastung erfahren, die unnötig genug war, und niemand kann sagen, daß die Verantwortung dafür Deutschland trifft. Um so mehr darf daher von der Schweizer Regierung erwartet werden, daß sie dieser Lage endlich Rechnung trägt und von sich aus eine Vereinigung der Atmosphäre vornimmt. Eine Voraussetzung dazu ist die Be­seitigung der unmöglichen Beschlüsse des Schwei­zer Bundesrats.

M besten werden ausgesucht

Sicherstellung des sichrernachwuchses der nationalsozialistischen vewegung

Berlin, 21. Februar

Das Pressereferat des Reichsorganisations­leiters Dr. Ley teilt mit:

Am heutigen Freitag beginnt in Köln eine Aktion der nationalsozialistischen Bewegung, die den Auftakt für eine entscheidende Sicherstellung des Führernachwuchses der Partei bildet und in den nächsten Wochen ihre planmäßige Fortsetzung in allen anderen Gauen des Reiches finden wird.

Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. und Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der sür die Ausführung dieser Maß­nahme dem Führer verantwortlich zeichnet, wird an der Spitze einer Kommission Freitag vor­mittag, 19 Uhr, im Kölner Eauhaus der NSDAP. mit der Ausmusterung jener Männer beginnen, die demnächst die drei neu errichteten Burgen der NSDAP.,VogeIsan g",Crössinsee" und Sonthosen" für die Mindestdauer eines Jah­res beziehen, um dort eine durchgreifende Aus­bildung sür ihren späteren verantwortungsvollen Wirkungskreis in der nationalsozialistischen Ve­wegung zu erhalten.

Der von Dr. Ley geführten Kommission, der Staatsrat Pg. Schmeer, ferner Pg. Marren- bach, derLeiterdesHauptpersonalamtsderReichs- organisationsleitung der NSDAP., Dr. med. Streck vom Hauptamt für Volksgesundheit und

ein Beauftragter des Schatzamtes der Deutschen Arbeitsfront angehören, werden sich Freitag im Kölner Eauhaus dreißig Parteigenossen im Alter von 25 bis 30 Jahren zur Ausmusterung stellen. Sie haben bereits eine erste ärztliche Untersuchung hinter sich und erfüllen im übrigen alle für diese' Auslese vorgesehenen Bedingungen. Sie müssen die Hitler - Jugend, den Arbeitsdienst und die Wehrmacht absolviert und sich in einer Parteigliederung entweder als Politi­scher Leiter,.- oder SS.-Mann be- tätigt haben. Auch ihre rassische Eignung wird selbstverständlich entsprechende Beurteilung erfahren.

Die in allen Gauen Deutschlands ausgemuster­ten ersten 5 0 0 Mann werden am 1. Mai ds. Js. aus der BurgVogelfang" in der Eifel ein­rücken. Hier soll ihnen nach einem bis in'alle Einzelheiten festgelegten Plan eine weltanschau­liche, körperlich-sportliche und überhaupt allen Aufgaben, die das Leben später an sie stellen wird, gerecht werdende Ausbildung zuteil werden.

Sie sollen durch eine ausgewählte Erzieher­schaft die beste Lebensschulung erhalten, die Menschen überhaupt Menschen zu bieten ver­mögen. Hierüber werden zu gegebener Zeit der Öffentlichkeit weitere Mitteilungen ge­macht werden.

Nach Abschluß der auf diesen Burgen der NSDÄP. absolvierten Zeit werden diese Männer

als hauptamtliche Kräfte der Partei Verwendung finden. Ihr fernerer Lebensweg steht nunmehr unabänderlich fest. Wo sich etwa einVersagen gezeigt haben sollte, wird die Ausscheidung aus jenem Kreis, der im ernstesten Sinne des Be­griffes als eine verschworene Gemeinschaft be­zeichnet werden kann, imrechtenZeitpunkt erfolgen.

Diejenigen aber, die sich erfolgreich allen ihnen auferlegten, wahrlich nicht leichten Prüfungen ge­wachsen zeigten, haben und bieten die Gewähr, als Glieder des Führerkorps der nationalsoziali­stischen Vewegung und zum Segen des ganzen deut­schen Volkes eingesetzt zu werden. "

Vem siilirer geschenkt

DerTheresienhof" in Goslar

Goslar, 21. Februar.

Sanitätsrat Dr. Gelhorn, der kürzlich starb, schenkte seine NervenheilanstaltTheresienhof" dem Führer Adolf Hitler. Dieser überwies das Sa­natorium an die N2V. Slldhannover-Braun- schweig. Bei einer Besichtigung der Anstalt, die dieser Tage im Beisein der Eauamtsleiter der NSV. Nordwesideutschlands stattfand, wurde be­kannt, daß imTheresienhof" nach Vollendung des Umbaues viele kinderreiche Mütter mit ihren Kindern Erholung finden werden.

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warum so unfair?

Sie Schuldigen des Wettrüstens

ll. blü. Es ist in diesen Tagen in mehreren europäischen Parlamenten wieder einmal sehr viel über die Notwendigkeit beschleunigter mili­tärischer Aufrüstung gesprochen worden. Da es das gute Recht eines jeden Staates ist, über Ausbau und Schlagfertigkeit seiner Wehrkräfte selbst zu bestimmen, hätten wir an sich keinen Anlaß, uns mit den Rüstungsplänen der anderen kritisch zu beschäftigen. Wenn wir hier trotz die­ser grundsätzlichen Feststellung der Wehrpolitik fremder Staaten unsere Aufmerksamkeit zuwen­den, so geschieht es allein deshalb, weil die Öffentlichkeit jenseits unserer Grenzen neuer­dings in verstärktem Maße mit der Behauptung irregeführt wird, an dem sich mehr und mehr unheilvoll auswirkenden Rüstungswettlauf sei lediglich Deutschlands Aufrüstung schuld. Welche einfache Methode: man vertauscht, um sich die Flucht vor der Verantwortung etwas leichter zu machen, im militärischen Kräftespiel einfach Ursache und Wirkung miteinander. Dem­gegenüber möchten wir, bevor die am Rüstungs- fisber interessierten jüdischen Waffenfabrikanten aus Mitteln ihrer neuen Riesengewinne die öffentliche Weltmeinung vollends vergiftet haben, die Erinnerung an die wirklichen Ereig­nisse und Zusammenhänge, die bei der Auf­rüstung Deutschlands eine entscheidende Rolle spielten, auffrischen und wachhalten.

Im Jahre 1930, als Deutschland längst völlig abgerüstet war und die Systemregierungen nicht einmal den Gedanken an seine Wiederwehrhaft- machung zu fassen vermochten, war die Welt rings um das Reich bereits bis an die Zähne bewaffnet. In Genf unterzog man sich damals der Mühe, die Rüstungskosten von 61 größeren Staaten zu errechnen; das Ergebnis war in der alarmierenden Mitteilung enthalten, daß in den statistisch erfaßten Ländern innerhalb eines Jah­res (!) eine Summe im Werte von nicht weniger als 19 Milliarden Reichsmark für Rüstungs­zwecke ausgegeben worden war. Obschon auch in den folgenden Jahren Deutschlands Wehr­los; gk ei t offen zutage trat, nahmen die an sich schon ungeheuren Rüstungsausgaben der übrigen Länder mit geradezu erschreckendem Tempo zu. Nur ein paar Zahlen mögen vor Augen führen, welche steile Höhe die Kurven für Rüstungsaufwendungen damals überall nur nicht in Deutschland erreicht hatten. Schon 1934, als von einer Wiederaufrüstung des Deut­schen Reiches noch nicht die Rebe sein konnte, machten die etatmäßig vorgesehenen Sum­men für Heereszwecke in England mit 136,47 Millionen Pfund 16,6 Prozent des Efamthaus- haltes aus (1931: 9,3 Prozent); in Frankreich mit 19 Milliarden Franken sogar 39 Prozent (1931: 27 Prozent). In der Tschechoslowakei be- liefen sich die Rüstungskosten für den gleichen Zeitraum auf 2 Milliarden Kronen; in Italien auf 6 Milliarden 152 Millionen Lire. Auch in diesen beiden Staaten war damit mehr als der vierte Teil des Gesamtetats für Wehrausgaben in Anspruch genommen. Die Kosten für das sei­nerzeit in Deutschland unterhaltene 100 000- Mann-Heer standen zu den erwähnten Aufwen­dungen Englands, Frankreichs, Italiens, der Tschechoslowakei wie auch der meisten übrigen europäischen Staaten in einem schreienden Miß­verhältnis (4,5 Prozent dos Gesamtetats), zu­mal uns nach dem Versailler Vertrag die An­schaffung einer Reihe von Waffenarten ganz ver­boten war.

Dieser sich immer mehr verschärfende Gegen­satz zwischen dem völlig abgerüsteten Deutschland und dem im wahrsten Sinne des Wortes in Waffen starrenden übrigen Europa wäre als Dauerzustand mit der Ehre und der Sicherheit des Dritten Reiches un­vereinbar gewesen. Die Gründe für die Ver- kündung der deutschen Wehrhoheit sprechen juristisch, moralisch und militärisch so klar für sich selbst, daß nur Bosheit und Gehässigkeit sie abschwächen oder gar anders darstellen können. Der Vertreter der Reichsregierung hatte sich in Genf, wie man weiß, nach der nationalsozialisti­schen Machtergreifung zunächst mit aller Energie bemüht, die im Interesse des Friedens notwen­dige Gleichheit des Rüstungsstandes in den euro­päischen Ländern durch eine (vertraglich längst