Ausgabe 
(18.2.1936) Nr. 49
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parteiamtliche Lageszeitung

liachrichienblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen

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Nr. 4S / 6. Jahrgang

Menstag, 18. sebruar

kinzelpreis 15 Npf.

Linksblock will an die

Unser Icigssspisgel

Der Ausfall der Wahl i« Spanien hat zu bedenklichen Ausschreitungen und zur Ver- hängung des Belagerungszustandes gesührt.

In Moskau ist man begeistert von dem Aus­marsch der Volksfront in Paris.

Italien hat südlich von Makalle einen bedeut­samen Sieg erfochten.

Der 18. Jahrestag der NSDAP. wird am 21. Februar in München mit traditioneller Feierlichkeit begangen.

Im Prozeh Seeseld liege« die ersten Sach- verständigen-Gutachten vor.

Der deutsche Anteil der überseeischen Ausfuhr im Gesamtexport ist 1935 erheblich gestiegen.

Zum Abschluh der Olympischen Winterspiele veranstaltete der Reichssportsührer einen Ka­meradschaftsabend.

Aus Grund des unbelehrbaren Verhaltens Starhembergs zog Deutschland seine Meldung sür das FJS-Rennen zurück.

Die BZ. besuchte die Bremer Unfallstation in ihrem neuen Heim.

Am 1. April kommt die neue Frontzulage zur Auszahlung.

KreuzerKöln" verlieh Bremen.

M

ftvolf Hitlers Sank an die deutschen Slvmpiasteser

Berlin, 18. Februar.

Der Führer überreichte den deutschen Olympia­siegern Maxie Herber, Ernst Baier, Christel Cranz, Käthe Grasegger, Franz Psniir und Gustav Lantschner zum Zeichen seines Dankes sein Bild in silbernem Rahmen mit eigenhän­diger Widmung.

0er siilirer beglückwünscht 2r. teg

München, 18. Februar.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Reichsleiter Dr. Ley.zum Geburtstag in einem Telegramm seine herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck gebracht.

1S Itchre NSVflP.

Parteigriindungsseier in München

München, 18. Februar

Der Traditionsgau München - Oberbay­ern gibt bekannt: Am 24. Februar wird die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihren Gründungstag begehen. Wie m zedem Jahr so wird auch diesmal der Parteigründungs­tag im historisch denkwürdigen Hofbxäu- Haus-Saal abgehalten werden, infolge der beschränkten Platzverhältnisse wird eine Paral- lelkundgebung im Zirkus Krone stattfinden. Zu beiden Feiern werden sich die ältesten Kämpfer der Bewegung versammeln.

Teilnahmeberechtigt an der Feier iin Hofbräuhaus sind: 1. die Inhaber des Blut­ordens, die gleichzeitig im Besitz des Goldenen Ehrenzeichens der Partei sind; 2. die Inhaber des Blutordens, soweit Platz vorhanden ist; 3. die Sternecker-Eruppe.

Teilnahmeberechtigt an der Feier nn Zirkus Krone sind,:. 1. die Inhaber des Blut­ordens; 2. die Inhaber des Goldenen Ehren­zeichens der Partei,

Der Zutritt zu beiden Feiern erfolgt nur gegen Verweis der Zutrittskarte.

Die auswärtigen Teilnahmeberechtigten, die an der Parteigriindungsseier teilnehmen, be­stellen ihre Zutrittskarte bei der Eauleitung München - Oberbayern imHaus der Nationalsozialisten" unter Angabe der Parteimitgliedsnummer bzw. der Ausweisnum­mer als 'Vlutordensträger bis längstens Don­nerstag. 20. Februar. Die Zutrittskarten werden postwendend llbersandt.

flllergrößte veachtung

der Berliner Automobilausstellung in England

Berlin, 18. Februar

Die Internationale Automobilausstellung in Berlin findet in der englischen Presse, die aller­größte Beachtung. Nicht nur die Eröffnungsrede des Führers^ sondern auch die einzelnen Aus­stellungsgegenstände und die Neuerungen der deutschen Kraftwagenindustrie werden in langen Berliner Meldungen ausführlich behandelt. Ganz besonders hervorgehoben werden die Aeuße­rungen des Führers über die Fortschritte in der Herstellung von synthetischem Gum­mi und synthetischem Oel. DieTime;' meldet. Hitler habe die Autoschau in einer At­mosphäre der Begeisterung eröffnet, die durch den andauernden Fortschritt der Kraftwagenindustrie in Deutschland gerechtfertigt sei.Daily Tele­graph" meldet, falls jemals Sühnemaßnahmen gegen Deutschland angewandt werden sollten, dann sei es mit zwei'wichtigen Rohstoffen aus­gerüstet.

W rote furie über Spanien

Macht / Marmzuftand im Lande / Kriegszustand in Kuesca und ladiz / Panzerwagen in Madrid

Madrid, 18. Februar.

, Die in den gestrigen Vormittagsstunden immer stärker werdende Gewißheit von einem großen Erfolg der Linken bei den spanischen Land­tagswahlen hat Linksrepublikaner, Sozial- demokraten, Kommunisten und Anhänger der syndikalistischen Partei dazu getrieben, im ganzen Lande Siegesfeiern und Umzüge zu veranstalten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Besonders wüst war es in Madrid, wo Kundgebungszllge die Straßen durchzogen und die Macht und Amnestie forderten. Heil-Moskau-Rufe unterstrichen den Charakter dieser Zusammen­rottungen. In den Vorstädten der spanischen Hauptstadt, in denen Panzerwagen sür die Aufrechterhaltung der Ruhe sorgen sollten, kam es zu Schießereien, wobei ein Toter und mehrere Verwundete am Platz blieben.

Angesichts dieser Lage trat der Ministerrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen und beschloß, über ganz Spanien sür acht Tage den

Alarmzustand zu verhängen. Der Minister­präsident, der ermächtigt wurde, den Kriegs­zustand in Provinzen zu erklären, wo diese Maßnahme notwendig erscheint, hat über die Städte Huesca und Cadiz sowie über einige wei­tere Orte den Kriegszustand verhängt. Die Presse­zensur und das Versammlungsverbot sind wieder in Kraft gesetzt. Die Familie des Staatspräsiden­ten hat ihre Prioatwohnung verlassen und ist in den Nationalpalast übergesiedelt, um Belästigun­gen aus dem Wege zu gehen.

Der Ministerpräsident erklärte, daß der Volks­wille unbedingt respektiert würde. Ebenso würde er die Ordnung im Lande mit allen Mitteln auf­rechterhalten. Auch hat der Unterstaatssekretär des Innern die Führer der Linksrepublikaner, Azana und Martinez Barro, zu sich gerufen und gebeten, Ausschreitungen der Massen zu ver­meiden.

Man rechnet damit, daß die Linksparteien, die bisher über 110 Abgeordnete verfügten, 200 bis 220 Vertreter in den neuen Landtag schicken oder sogar die absolute Mehrheit für das kommende Parlament erreichen werden.

Unter den in Madrid gewählten Kandidaten des Linksblocks befinden sich der frühere Minister­präsident und Linksrepublikaner Azana, der Linksbürgerliche Martinez Barrio, der Präsident der sozialdemokratischen Gewerkschaften und Füh­rer des radikalen Flügels der spanischen Sozial- demokratie, Largo Caballero, und der Führer des gemäßigten Flügels, Besteiro. Der Führer der Katholischen Volksaktion, Eil Nobles, sowie der Monarchist Calvo Sotelo sind, nach den bis­herigen Ergebnissen, in Madrid nicht gewählt worden.

Bemerkenswert ist der Sieg der Linken auch in Asturien, wo bekanntlich der marxistische Aufstand im Oktober 1934 Tausende von Toten und Perwundeten gefordert hatte. Es verlautet, daß die für den Linksblock abgegebenen Stimmen zum größeren Teil auf die linksbürgerlichen Gruppen entfallen.

Moskau freut sich über seine Knechte

2er Widerhall des volksfront-flufmarsckes in Paris und bei den Sowjets

Paris, 18. Februar.

Die große Kundgebung der Volksfront hat der linksstehenden Pariser Presse Anlaß zu ungeheu­rem Jubel gegeben. Die Blätter feiern diese Kundgebung als einen grandiosen Erfolg und behaupten im Gegensatze zum Polizeipräsidium, das die Zahl der Teilnehmer auf etwa Hun­derttausend schätzt, daß es mehrere Hundert­tausend sogar eine halbe Million sagt die Humanite" gewesen seien.

Kein Wunder, daß das Organ der Drit­ten Internationale, das in der Volks­front ja führend ist, im Augenblick gar nicht weiß, was für Forderungen es im Sinne der Dritten Internationale stellen soll. Die Verhaf­tung des Leiters derAction Francaise", Maur- ras, und die Auflösung der sämtlichen Bünde und rechtsstehenden Vereinigungen scheinen dem Blatt das wenigste, was sofort zu geschehen hätte. >

Demgegenüber zeigt sich die Pariser Rechtspresse erbittert über die Kundgebun­gen, die sie als gesetzwidrig bezeichnet, da die Erlaubnis, wie es die Vorschrift ist, nicht drei Tage vorher eingeholt wurde. Der Regierung wird der Porwurs gemacht, vollkommen im Fahr-' wasser der revolutionären Volksfront zu segeln, deren Gefangener sie ohnehin sei.Echo d e

Paris" macht die Regierung für die Entfesse­lung aller revolutionären Instinkte in Frankreich verantwortlich und spricht von , einem peinlichen Anblick, den der stundenlange Vorbeimarsch roter Fahnen mit dem Gesang der Internationale ge­boten habe.

Ganz aus dem Häuschen vor Freude und Be­geisterung ist die Moskauer Presse. Nach­dem noch am Sonnabend in dem sehr nervösen Leitartikel derJswestija" über den französisch- sowjetrussischen Pakt eine gewisse Beunruhigung der Moskauer Kreise deutlich zum Ausdruck kam und am Sonntag die neuerliche Verschiebung der Kammerdebatte nur nebenbei in der Presse er­wähnt worden ist, lassen die Sowjetblätter am Montag in ausführlichen Berichten diegrandiose Demonstration der Volksfront in Paris" in das hellste Rampenlicht treten. DieJswestija" bringt neben der Meldung ihres Pariser Berichter­statters an auffallender Stelle noch einen Bericht des Sowjetliteraten Ehrenburg, der in der Form eines politischen Heldenepos denAusbruch desVolkszornes"gegendie Streiche faschistischer Schurken" verherrlicht. Auch diePrawda" bezeichnet die Kundgebung als ein grandioses Hervortreten der Volksmassen, das sogar die berühmte Demonstration vom 14. Juli des Vorjahres in den Schatten stellt" und hebt

hervor, daß'von den Gehsteigen und den Fenstern aus der Zug mit den Zurufen begrüßt worden sei: Heil den Sowjets!"Die Sowjets, das ist der Friede!" So haben Moskaus Knechte in Paris also nach dem Sinne der Sowjets ihre Sache gut gemacht, und die entsprechendeBelohnung" wird für Frankreich wohl einmal nicht ausbleiben.

»für Sie Niickkelir bereitlialten"

Anweisung an alle Sowjetrussen der Mandschurei Dairen, 18. Februar.

Die Verschärfung der sowjetrufsisch-japanischen Spannung wird beleuchtet durch eine Anweisung des Lharbiner Sowjetkonsulats an alle Sowjet­russen in der Mandschurei, sich für die Rückkehr nach Sowjetrußland auf ein gegebenes Zeichen hin bereit zu halten. Mittellosen werden die Reisekosten vergütet. Die Verweigerung der Rück­kehr soll die Beschlagnahme des Passes nach sich ziehen. Aus Wladiwostok kommende Reisende be­richten über die Ausweisung aller dort ansässigen Japaner durch die sowjetrus,fi­schen Behörden.

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UiessnandianK »nk der .4mto-.4,ii88teIIunA. Jan blennta« lieii-svlite »uk der von, llulirer ei-ökkneten Intvl-nntionale» .4t<»n»I,il- und Ilniorrndnus- stellunA ein «evaltixer -4ndi-anx. .4.11° Hallen cvai-en ülisrkiillt, ein ttvneis kiir dn8 grolle Interesse, das alle 8el,lebte» der »«Völkern»« der Lntrvieklunx der ^.uto-lndnstriv entgegenbringen, llnser Bild reigt die -Lusvbauerniassen in Ilalle I der .4sste>Ing, vr» die l'ersonenvvagen untergtzdravbt sind. ^eborl-Siläerclionst

MsenrUnmgen der Sowjets

Vas verdun des fernen stftens

R. Shanghai, 18. Februar.

Die militärische Position Sowjetrußlands gegen Japan hat seit kurzem durch die Fertigstellung der strategisch außerordentlich wichtigen 800 Kilome­ter langen Autostraße Chabarowsk- Wladiwostok sowie durch den doppelgleisigen Ausbau der Transsibirischen Eisen­bahn eine bedeutende Stärkung erfahren.

Auf der neuen Autostraße ist die Strecke zwi­schen dem Hauptquartier der Roten Armee im Fernen Osten und Wladiwostok, dem größten Hafen der Sowjetunion in Ostasien, im Personen­kraftwagen in etwa 18 Stunden zurückzulegen, während beladene Frachtautos etwa 30 Stunden benötigen. Der Plan, die Transsibirische Eisen­bahn, die nicht mit Anrecht als die Schlag­ader des Sowjetreiches bezeichnet wird, zweigleisig auszubauen, wird bereits in abseh­barer Zeit verwirklicht sein. Auf dem zweiten Abschnitt der Strecke wurde der Unterbau des Doppelgleises bereits bis Chabarowsk vollendet.

In wenigen Monate» kann der Doppelgleis- verkehr auf der Transsibirischen Bahn aufgenom­men werden. Der Bau der Straße Harbarowsk Wladiwostok vereinigt die schwierigste technische Aufgabe, die die Sowjetunion gemeistert hat (vielleicht noch mit der Anlage der strategisch ebenfalls wichtigen Straße in Georgien, die Tiflis mit Ordjonikidze verbindet). Allerdings waren in Sibirien noch weit größere Eeländeschwierig- keiten zu überwinden.

Die Arbeiten zur Anlage der Autostraße Cha­barowskWladiwostok erforderten Erdbewegun­gen von vielen Millionen Kubikmetern. Rund 100 Kilometer Sumpf mußten trockengelegt wer­den; 13 Kilometer Brücken und Unterführungen wurden gebaut. Die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Straße ist außerordentlich groß, sie ver­schwindet jedoch hinter der militärischen.

Chabarowsk ist das Hauptquartier der östlichen Roten Armee. Im Falle eines sowjetrufsisch-japanischen Konfliktes trifft der erste japanische Sturm auf Wladiwostok. Durch die neue Straße ist eine Verbindung zwi­schen diesen beiden Zentren geschaffen, die es ge­stattet, .in wenigen Stunden Truppenbewegungen zwischen ihnen vorzunehmen. Mit dem doppel­gleisigen Ausbau der Transsibirischen Eisenbahn wurde vor vier Jahren begonnen. In der An­nahme kriegerischer Verwicklungen mit Japan wurden seit dem Herbst 1934 die Arbeiten ge­radezu in fieberhafter Weise beschleunigt. Zahl­reiche Zwangsarbeiter wurden meist soge­nannte Klassenfeinde bei dem Bahnbau ein­gesetzt. Unter strenger militärischer Bewachung wurde Tag und Nacht gearbeitet.

Außerdem arbeiten die Sowjets zurzeit noch an dem Ausbau der Linie zwischen dem Bai - kalsee und Wladiwostok, die eine Länge von 2500 Kilometern ausweist. Diese Linie verläuft über Nikolsk im Norden von Wladiwostokund Blagowjeschtschensk am Amur. Beide Strecken sind derart befestigt, daß man sie als dasVerdun des Fernen Ostens" bezeichnet. Die Fortifikationslinie ver­läuft ziemlich parallel zur Grenze und setzt sich aus einer Zahl von Befestigungen und unter­irdisch angelegten Kasematten zusammen. Die zweite Verbindungslinie verläuft 6 Kilometer hinter der ersten. Zwischen beiden Linien wur­den sogenannte Tankstellen angelegt. Hinter der zweiten Linie werden von Pioniertruppen Feld­bahngeleise angelegt, die den Nachschub sicher­stellen sollen.

Es sind ganz eindeutige Maßnahmen, die Sow­jetrußland hier im Fernen Osten getroffen hat, und wenn es, gestützt auf seinen neuen strategischen Straßenbau, dann denken sollte, einen Gang mit Japan zu wagen, wird es Japan zweifellos schwe­rer als im russisch-japanischen Kriege vom Jahre 1904/05 haben, die feindlichen Armeen zurückzu­werfen.

Wie es übrigens heißt, geht die Auffassung englischer Kreise dahin, daß im Hinblick auf die verbesserte strategische Lage Sowjetrußlands im Fernen Osten Japan sich mit dem Gedanken trägt der Kwantung-Armee Zügel anzulegen. Inwie­fern diese englische Meinung, die sich insbesondere auch auf die vermeintliche Überlegenheit der Sowjetluftflotte über die japanische stützt, zu Recht besteht, mag dahingestellt bleiben. Richtig ist es auf jeden Fall. daß Rußland sich im Gegen­satz zu den verflossenen Jahren heute Japan im Fernen Osten unbedingt gewachs«n glaubt.