Ausgabe 
(16.2.1936) Nr. 47
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parteiamtlickie Tageszeitung

Nachrichrenblatt der Deutschen flrbeitsftont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Nr. 47 / 6. Jahrgang

Sonntag, 16. sebruar

kinzetpreis 15 Npf.

ver führn gibt der Autoindustrie neue Aufgaben

feierliche kröffnung der internationalen Ausstellung in verlin / Deutschland unabliängig von ausländischem Treibstoff

und Noligummi / Schaffung des Volkswagens nur noch eine frage der Zeit

Berlin, 16. Februar.

Mit einer großangelegten, für die ganze In­dustrie richtungiveisenden Rede eröffnete gestern mittag der Führer und Reichskanzler in der -alle l des Ausstellungsgeländes am Kaijerdamm die Internationale Automobil- und Motorrad- Ausstellung Berlin 1936. Der Feier wohnten die Neichsregierung, fast das gesamte diplomatische

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In der Eröffnungsrede zur Internationale» Automobilausstellung teilte der Führer mit, daß Deutschlands Brennöl- und Gummi- versorgung unabhängig vom Ausland ge­sichert ist.

Deutschland hat einen neuen Erfolg in der Technik des Fernsehens zu verzeichnen.

Das Eiskunstläufen der Frauen gewann die Weltmeisterin Sonja Henie.

Beim Ski-Marathonlauf belegten die Schwe­den die vier ersten Plätze.

Im Seefeldprozeh beginnen morgen die Sachverständigen mit der Erstattung ihrer Gutachten.

Pg. Bernhard KoW»-sprach über die Ratio­nalisierung der Volkswirtschaft.

Obergebietssührer Pg. Artur Armann spricht am 21. Februar in Bremen zur Eröffnung der Reichsaktion siir Freizeit.

Die NSDAP., Kreis Bremen, veranstaltete mit der Besatzung des KreuzersKöln", An­gehörigen der Wehrmacht und allen Glie­derungen der Partei einen Gemeinschasts- abend.

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Korps, die Reichs- und Gauleiter, zahlreiche Staatssekretäre, namhafte Vertreter der SA., der SS. und des NSKK. sowie anderer Gliederungen der Partei, viele Offiziere der Wehrmacht und Vertreter der Industrie, der Wirtschaft und des Handels bei.

Die ganze Umgebung des Ausstellungsgeländes steht im Zeichen dieses großen wirtschaftlichen Ereignisses. Das größte Interesse gilt der Halle I, in der in einem riesigen, von der Personen­wagen-Ausstellung abgegrenzten Versammlungs­raum die Eröffnungsfeier stattfindet. Eroße Bilder, die den Führer bei geschichtlichen Ereignissen zeigen, und Aussprüche des Führers über die Bedeutung des Kraftwagens schmücken die Wände.

Zwölf Säulen, mit dem Hoheitszeichen ge­schmückt, tragen einen riesigen Baldachin, von dem ein künstlerisch geformtes Hakenkreuz grüßt. An der Stirnseite ist das Podium für die Ehrengäste aufgebaut- Zur Rechten und Linken haben das Philharmonische Orchester und die Kapelle der Panzertruppen Platz genommen.

Das NSKK. marschiert staffelweise auf. An­nähernd 100 Stander des NSKK. runden vor dem großen trennenden Vorhang nach der Autohalle hin das Bild des Eröffnungsortes ab.

Ver stistrer erscheint

Während sich der Ehrenraum immer mehr mit den Gästen füllt, sind inzwischen Männer der Mo­torabteilung des NSKK. mit ihren Sturzhelmen aunnarschicrt, um vom Kaiserdamm ab Spalier zu bilden und zugleich die zehntaiffende zählenden Zuschauer zurückzuhalten. Ein Kraftschützen-Zug bat vor der Halle I mit Fahnen Aufstellung ge­nommen. Lange vor der angesetzten Zeit künden Heilrufe vom Kaiserdamm aus die Ankunft des Führers an. Vor der Halle wird der iruhrer von Korpsführer Hühnlein und dem Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Automobil-Industrie, Allmers, begrüßt.

Unter den Klängen des Präsentiermarsches schreitet der Führer in Begleitung des Korps- stihrcrs Hühnlein die Front der angetretenen NSKK.-Formationen ab. Kurze Zeit verweilt der Hiihrer vor der Halle. Er winkt dann ein rlemes Mädchen heran, das ein Blumenstriiußlein für den Führer bereitgehalten hatte und durch die Sperre nicht durchgelassen worden war. Unmittelbar am Eingang übergeben einige BDM.-Mädchen dem Führer ebenfalls Blumensträuße.

2n der Vorhalle waren Werksangehörige zahl­reicher an der Ausstellung beteiligter Firmen m ihren blauen Arbeitskitteln angetreten. Jeden einzelnen in der ersten Reihe begrüßt der Führer nnt Handschlag und geht dann mitten in die blaue schar der Werksangehörigen hinein, um sich kurz mit diesem und jenem zu unterhalten. Dann wen­det er sich nach der anderen Seite der Haue und begrüßt hier ebenfalls die angetretenen Werks­angehörigen. Ein brausendes Heil folgt ihm nach. als er den Ehrenraum betritt.

Nochmals donnert ihm ein Heil nach, als der »ersönlichc Adjutant des Führers, Obergruppen­führer Briickner, sämtlichen angetretenen Werks­angehörigen die Einladung des Führers zu einem Besuch in der Reichskanzlei übermittelt.

Der Badenweiler Marsch klingt auf die 3000 Ehrengäste erheben sich von ihren Platzen, als

der Führer erscheint und seinen Platz einnimmt. Das Philharmonische Orchester spielt den Hul­digungsmarsch von Liszt und leitet über zur Be­grüßungsansprache des Präsidenten der Deutschen Äutomobilindustrie

Vetfeimrat flllmers

Der Redner erinnert an die Rede des Führers bei der Eröffnung der Automobilausstellung 1933. Des Reiches Kanzler habe jene wundervolle oft zitierte Rede gehalten, die uns endlich, endlich wieder Mut, Vertrauen und Zuversicht gegeben habe.

Dank, mein Führer", so sagte Dr. Allmers, für alles, was Sie für uns und für die deutsche Wirtschaft getan. Dank auch den Mitgliedern der Legierung. Dank allen, die diese unsere Aus­stellung gefördert, ganz besonders dem Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und Propa­ganda. Dank endlich meinen braven Mitarbeitern, die es in den letzten Monaten wahrlich nicht leicht gehabt haben. Den würdigsten Dank aber, mein Führer, kann ich Ihnen durch die Vorlegung einer wahrhaft stolzen Erfolgsrechnung erstatten.

Der Jahresabsatz von Kraftwagen betrug 1932 11099, 1933 93 999, 1931 187 999, 1935 215 999.

Der Absatz der Krafträder stieg im gleichen Zeitr-'i« "»» «2 999 auf ,8 999. Die Gesamt­zahl der abgefetzten Kraftwagen und Krafträder ist für 1935 331999. Das sind die Zahlen des Jnlandabsatzes, und zwar ohne die Lieferungen an Reichsheer, Reichsbahn und Reichspost. Wert­mäßig ist der Eesamtinlandsabsatz der Auto­mobil- und Zubehörindustrie im Jahre 1935 mit 1,2 Milliarden anzunehmen. Das, mein Führer, ist unsere Gegenleistung!"

Ab und zu seien Stimmen zu vernehmen, so führte der Redner weiter aus: Das kann ja nicht so weitergehen, der Sättigungsgrad muß nahe sein. Unkenrufe! Man übersehe, daß in Deutschland erst auf 63 Einwohner ein Automobil komme und daß trotz aller Steigerung im Verhältnis zur Bevölke- rungszahl und zum Wirtschäftsvolumen der Kraft­wagenbestand in England und Frankreich noch das bzw. 3fache des deutschen Bestandes betrage. Bis hier eine Angleichung erfolge, könnten wir noch Millionen neuer Kraftfahrzeuge absetzen.

ffusfuffr wird noch gestei-ert

In seinen weiteren Ausführungen wies Eeheim- rat Allmers auf die großangelegte Orga- n i sation der Export gemeinschaft hin, die dahin strebe, die Exportziffern noch in ganz anderem Maße zu steigern. Völlig verkehrt sei die Annahme, daß die Automobil- und Au-

behärindustrie im Gelde schwimme, Die furcht­baren Schäden, die uns 14 schlimme Jahre zuge­fügt hätten, seien nicht in drei Jahren wettzu­machen.

Präsident Allmers verzichtete auf die Behand­lung wichtiger Fragen, unterließ es aber nicht, auf die allerneueste Errungenschaft der Automobilindustrie hinzuweisen: Den Per­sonenkraftwagen mit dem Diesel- As o tor. Der Wagen sei nicht als großer teurer Wagen geschaffen, da hätten es die Konstrukteure leichter gehabt, sondern in einer ganz mäßigen Preislage als Wagen der Mittelklasse. Zum gol­denen Jubiläum der Kraftfahrt sei dies eins der schönsten Geschenke.

Schließlich erinnerte Dr. Allmers an die Bedeu­tung der Daimler und Benz für die Entwicklung der deutschen Automobilindustrie vor 50 Jahren und sagte: Wenn heute die Grundlage allen völki­schen Seins, die Nahrhaftigkeit eines Volkes, auf der Motorisierung beruht, so sind es deutsche Männer gewesen, die diese Wandlung der Welt bewirkt haben. In allen unseren Werken lauschen in dieser Stunde die gesamten Gefolgschaften an den Lautsprechern, sie wollen hören, was der Mann, den die Liebe des ganzen Volkes warm umströmt, seiner Industrie sagen wird. Alle diese Hunderttausende erheben sich in di üem Augenblick mit uns und stimmen ein in den SW: Heil unse­rem Führer! Nunmehr richtete der

werksan-ekörise Senftleben

im Namen der Werksangehörigen aller Betriebe der Automobil-Industrie ein Wort an den Führer. Seine Ansprache hatte folgenden Wortlaut:

Mein Führer! Ich bin glücklich darüber, Ihnen Gruß und Dank meiner vielen tausend Arbeits­kameraden überbringen zu dürfen. Es ist nicht unsere Art, viele Worte zu machen- Dafür kommt unser Dank aus vollem Herzen. Viele von uns waren noch vor wenigen Jahren zur Arbeitslosig­keit verdammt. Das bedeutet Hunger und Entbeh­rung für uns, unsere Frauen, unsere Kinder. Dabei lähmte uns unter dem System der No­vemberrepublik graue Hoffnungslosigkeit. Heute dürfen wir wieder am Arbeitsplatz stehen und dafür gilt Ihnen, mein Führer, nicht nur unser eigener Dank, sondern auch der unserer Frauen und Kinder. Aber auch unsere Arbeit selbst hat sich seit Ihrer Führung verändert. Jüdische In­tellektuelle und marxistische Bonzen hatten uns früher einreden wollen, daß unsere Arbeit nur den einen Zweck haben könne, von profitgierigen Klassenfeinden ausgebeutet zu werden. Heute haben wir alle, gerade auch in der Automobil-

Industrie, den tiefen Sinn unserer Ar­beit erkannt. Unter Ihrer Aufsicht und Füh­rung arbeitet die ganze Automobil-Industrie Unternehmer, Ingenieure und Arbeiter für die Gesamtheit des deutschen Volkes.

Wir sind stolz darauf, heute unseren Volks­genossen angesichts dieser Ausstellung zurufen zu können: Alle diese Arbeit tun wir für Euch.

Wenn der Absatz der deutschen Automobil-In­dustrie seit Ihrer Machtergreifung von Jahr zu Jahr steigt, wenn unsere Erzeugnisse mit die besten der Welt geworden sind, wenn wir durch den wachsenden Export dem deutschen Volk be­weisen, Arbeit und Brot schaffen zu können, so er­füllt uns das mit jener einzigartigen Genug­tuung, die nur die dem Volk gegenüber erfüllte Pflicht geben kann.

Darum danken wir Ihnen, mein Führer. Die Arbeiterschaft der deutschen Automobil-Industrie wird stets das tun, was Adolf Hitler von ihr er­wartet.

Nennfaftrer von Veauchitsch

führte aus: Als Vertreter der deutschen

Rennfahrer danke ich Ihnen, mein Führer, für alles das, was Sie uns gegeben haben. Wenn in den letzten Jahren die deutschenRenn- wagen von Sieg zu Sieg geeilt sind, wenn wir im Kraftfahrsport heute an der Spitze aller Nationen stehen, so ist das nicht so sehr unser Verdienst oder das Verdienst der Industrie, sondern in erster Linie Ihr Wert. Sie haben uns durch Ihre Maßnahmen die-tech­nischen Voraussetzungen für unsere Erfolge ge­schaffen, Sie haben das Interesse des deutschen Volkes auf die Kraftfahrt, den Kraftfahrsport ge­lenkt. Doch dies allein hätte uns den Sieg nicht erringen lassen, etwas anderes war entscheidend: Sie haben uns den Glauben an die deutsche Zu­kunft, an uns selbst wiedergegeben, und Sie haben uns so mit dem leidenschaftlichen Ehrgeiz beseelt, unserem Vaterlande Ehre zu machen. Dieser Ehr­geiz aber und dieser Glaube an den Sieg sind wie überall auch in unserem harten Handwerk Vor­aussetzung für den Erfolg.

Im Namen meiner Kameraden danke ich daher Ihnen, mein Führer. Ihr Vorbild und Ihr Werk verpflichten uns, unser ganzes Können, ja unser Leben für unser deutsches Volk einzusetzen. Wir geloben Ihnen, auch in diesem Jahre alles dran­zusetzen, um wieder die stolzen Fahnen des Drit­ten Reiches an den Rennbahnen Europas wehen zu lassen.

Mit starkem Beifall empfangen betrat der Führer und Reichskanzler das Redner-Podium zu seiner Eröffnungsansprache.

Her führet und kelchskanzler spricht

Männer und Frauen! Seit ich zum ersten Male die Ehre hatte damals noch im Auftrage des verewigten Herrn Reichspräsidenten die Deutsche Internationale Automobil-Ausstellung in Verlin zu eröffnen, sind drei Jahre vergangen.

Am 11. Februar 1933 sprach ich die Hoffnung aus, daß es dem Zusammenwirken aller verant­wortlichen Stellen gelingen würde, gerade aus dem Gebiet unseres nationalen wirtschaftlichen Lebens eine Befruchtung zu erreichen, aus dem wir gemessen an dem Stande der übrigen Welt am meisten zurückgeblieben wären.

In deni heute Überblickbaren Zeitraume der wirtschaftlichen Entwicklung der Menschheit be­merken wir fortgesetzt das abwechselnde Vor­herrschen bestimmter Produktionen, die ihren Epochen einen besonderen und bemerkenswerten Charakter verleihen. Bedürfnisse entstehen, suchen und finden ihre Befriedigung, um neuen-Be­dürfnissen und ihrer Erfüllung Platz zu machen. Es gab Zeitalter, in denen die menschlichen Ar­beitskräfte vorwiegend in einem übergroßen Aus­maß für gewaltige Bauwerke angesetzt wurden, in anderen wieder beschäftigte sie die Wirtschaft in handwerklicher Herstellung von be­stimmten Gütern des Friedens oder Waffen des Krieges. Neu erschlossene Gebiete wieder ver­lagern die menschliche Arbeitskraft auf die Be­wältigung des Handels und damit des Verkehrs. Die Manufakturen des 18. Jahrhunderts gehören genau so zum Bilde dieser Zeit, wie ein halbes Jahrhundert später bereits der 'Bau von Eisenbahnen, die Konstruktion von Lokomotiven und Waggons den Beginn einer neuen Epoche ankündigen. Dann wieder ist es die moderne Beleuchtungstechnik, die ungeahüte wirt­schaftliche Entwicklungen in sich birgt. Die Elektri­zität beginnt ihren Siegeszug- Sie befruchtet die Industrien der Völker,

fükrende Stellung des Motors

Seit vor nunmehr 50 Jahren ein Deutscher einen wesentlichen, weil erfolgreichen Anstoß zur Befriedigung der alten Sehnsucht nach einem selbstbeweglichen Wagen durch seine Erfindungen gegeben hat, erobert sich die M o t o r e n s a b r i - kation in einem ungeahnten und kaum voll- stellbaren Ausmaß ihre dominierende Stellung in der heutigen Weltwirtschaft. Das Pferd und der Büffel, die seit vielen Jahrtausen­den der menschlichen Entwicklung ihre animalische

Zugkraft liehen, werden abgelöst durch die Ma­schine. Im Motor erhielt die Menschheit jene be­wegliche und überall einsehbare Kraft, die zu einer der entscheidendsten Umwälzungen geführt hat, die wir seit Beginn des menschlichen Kultur­lebens feststellen können. Auf wie viele Gebiete die Motorisierung anregend, befruchtend oder wohl auch revolutionär umgestaltend gewirkt hat, vermag man kaum auf. den ersten Blick zu er­messen.

Die Entwicklung des Kraftwagens und die dadurch inspirierte, ja überhaupt erst ermög­lichte Erfindung des Flugzeuges haben dem menschlichen Verkehr nach der Einführung der Eisenbahnen einen im Eesamtausmaß noch gar­nicht absehbaren Impuls gegeben. Das Tempo des Verkehrs und damit des menschlichen Lebens ist schneller geworden. Kontinente werden in Tagen mit einander verbunden, Wüsten haben ihre Schrecken verloren, die tote Zeit qualvoller Reisen wird abgekürzt und damit einer nützlichen Verwertung freigemacht.

Ungeheure neue Industrien sind entstanden

Physik und Chemie arbeiten Hand in Hand, tech­nische Forderungen aufzustellen und ihrer Erfül­lung die materialmäßige Voraussetzung zu geben. Der Motor erfordert nicht nur neue Metalle und

Legierungen infolge der besonderen Bedingungen seiner Konstruktion, sondern neue Kraft­quellen für seinen Betrieb, und, wie immer, beginnt sich damit die Sorge der Menschheit mit den Fragen der notwendigen Roh­stoffe zu beschäftigen. Wenn «inst in grauester Vorzeit Wcidegriinde oder Salzquellen bestimmend wurden für den Lebensweg und damit das Lebens­schicksal einzelner Stämme, und später Eisen- oder Metallvorkommen das politische Handeln der Völ­ker beherrschten, dann sind es heute Kohle und Oel, die als unersetzbare Lebensgüter die Rich­tungen unseres politischen und wirtschaftlichen Denkens bestimmend beeinflussen.

Wie lähmend war es daher für uns alle, daß das deutsche Volk, das seinem ganzen Wesen, sei­ner Entwicklung und seinen Lebensnotwendigkei­ten nach zu den ersten wirtschaftlichen Faktoren der -Welt gerechnet werden muß, gerade auf dem so ausschlaggebenden Gebiet der Motorisierung gegenüber der anderen Welt in einen großen, ja geradezu schmählichen Rückstand gekommen war. Es lag in der Atmosphäre der hinter uns liegen­den Zeit des korrupten Verfalls, ein solches Ge­schehen als etwas Eottgegoüenes und Natürliches hinzunehmen oder womöglich mit dem Hinweis auf eine eben gerade auf diesem Gebiet vorhandene niedere Veranlagung und Befähigung des deut­schen Volkes zu rechtfertigen.

Minderwertigkeit eines Negimes

Es gibt ja nichts Einfacheres, als die Min­derwertigkeit eines Regimes in einen Min­derwertigkeitskomplex der Regierten zu ver­wandeln.

Es scheint mir nun gerade am heutigen Tage zweckmäßig zu sein, schon um dem schnellen Ver­gessen der Menschheit entgegenzutreten, die Punkte herauszustellen, die psychologisch verant­wortlich waren für den trostlosen Verfall unserer Motor- und damit Verkehrswirtschaft überhaupt, das heißt also jener Wirtschaft, die zurzeit als die gewaltigste Industrie anzusprechen ist und die damit dieser unserer heutigen Zeit den beson­deren und charakteristischen Stempel aufzuprägen berufen ist.

1. Verantwortlich für diesen Verfall war aus seilen des Verbrauchers die aus der sozialdemo­

kratischen Eleichheitstheorie stammende Auffassung einer notwendigen Entwicklung der Menschheit zum Primitiven, um auf diesem Wege durch die Proletarisierung des Lebensniveaus aller die mögliche einheitliche Ebene finden zu können.

Diese mehr als primitive Tendenz ging von der beschränkten Auffassung aus, daß der menschliche Fortschritt seine Wurzeln in der kollektiven Masse besitze und mithin auch als kollektive Erscheinung zu werten oder abzunehmen sei. Tatsache ist aber, daß jeder menschliche Fortschritt, geistig und sachlich gesehen, den Ausgang nimmt von wenigen einzelnen. Geistig, indem nur aus der Phantasie einzelner die Erfindung kommt und nicht aus dem Querschnitt einer kollektiven Anstrengung.

(Fortsetzung auf Seite 2)

<-rund leg ende krkennlnlsse

Zu den flufgaben der deulstffen Krafifakrindustrie

* Bremen, 16. Februar

Durch die Rode des Führers bei Eröffnung der Deutschen Internationalen Automobilaus­stellung 1936 in Verlin wurden der deutschen Wirtschaft, wie dem deutschen Volke überhaupt, wieder einmal Erkenntnisse von grundlegender Bedeutung geschenkt. Kein Wunder, wenn die Rede mit einem ungeheuren Beifallssturm auf­genommen wurde. Kein Wunder, wenn spontane Kundgebungen an ihren Höhepunkten erfolgten, Kundgebungen, wie sie sonst bei Erörterungen wirtschaftlicher Fragen keinesfalls die Regel sind. Kein Wunder, sondern nur begreiflich!

Mußte es doch wirken, wie, wenn eine Binde von den Augen unsicher umhertappender Men­schen genommen wird, als der Führer in seiner allgemeinverständlichen Art auseinandersetzte, wie allein der nationalsozialistische Wirtschafts­gedanke Gemeinnutz geht vor Eigennutz den Erfolg der deutschen Wirtschaft verbürgt, oder wie diese so,.st

Systemzeit Re-

gierungsmethö^r immer Mhr''erldPni/. ist und schließlich im Absterben wär

Es ist etwas Wunderbares und ein bisher weder im Ausland noch im Inland.so^riMjo ge­ahnter Triumph nationalsozialist-ssch-ÄiMäft- lichen Schaffens, daß wie der Führer niit- teilen konnte die Not der deutschen Brennstoff­versorgung überwunden ist. Es ist ein nicht weniger triumphaler, Erfolg nationalsoziali­stischer Staats- und Wirtschaftsführung, dckß'ffort- an unser deutscher Gummibedarf mittels deutschen Gummis gedeckt werden kann, daß wir also hierin frei sind von der Gnade des Auslandes und daß dieser unser deutscher Gummi nach seiner gründlichen und einwandfreien Er­probung sogar noch um ein wesentliches dauer­hafter und haltbarer ist als Rohgummi des Auslands.

Muß man das deutsche Volk noch daran er­innern, was es heißt, in unserem motorisierten Zeitalter ruhig und gelassen bei dem Streit der anderen Nationen um Erdölquellen beiseite stehen zu können? (Wenn einst in grauester Vorzeit weite Gründe oder Salzquellen bestimmend wurden für den Lebensweg und damit für das Lebensschicksal einzelner Stämme und später Eisen- oder Metallvorkommen, dann sind es heute Kohlen und Oel, die als unersetzbare Lebens- gllter die Richtungen unseres politischen und wirtschaftlichen Denkens beeinflussen", sagte der Führer). Muß man daran erinnern, was es heißt, für das deutsche Volk von der Sorge um Be­schaffung von Gummi auf. einmal befreit zu sein, von jener Sorge, die dereinst im Weltkrieg die wagemutige Fahrt des U - Handelsbootes

Deutschland" durch den Ozean veranlaßt hat, mit dem verhältnismäßig geringen Erfolge, daß davon nur ein kleiner Teil des deutschen Gummi­bedarfs im Weltkriege sich decken ließ.

Es sind dies, wie der Führer hervorhob, nur zwei Momente, die hier als Erfolg einer national­sozialistischen Staats- und Wirtschaftsführung

aufgezeigt wurden, gleichzeitig mit den hervor­stechendsten Merkmalen dieser Wirtschaftsführung, als da sind: der innere Friede, beruhend auf der nationalsozialistischen Volksgesinnung: die Genia­lität deutschen Erfindergeistes, gestützt auf das Leistungsprinzip; und vor allem auch der national­sozialistische Idealismus des deutschen Geschäfts­mannes und des deutschen Arbeiters, deren einzigartigen Kräften und Geschicklichkeit schließ­lich auch die glanzvolle Automobilschau zu ver­danken ist, vor der heute eine ganze Welt in Be­wunderung steht.

Ja, es ist etwas Wunderbares, was diese Aus­stellung voll ungeahnter Leistung motortechnischen Könnens und wirtschaftlicher Einsicht zeigt. Noch wunderbarer aber will uns scheinen, was als Aufgabe der Führer der deutschen Automobil­industrie gestellt hat. Nachdem uns nicht mehr die Sorge drückt um die Erfüllung der material- mäßigen Voraussetzungen für die Kraftwagen­erzeugung und für den Kraftwagenbetrieb, nach­dem uns bald in immer weiterer Ausdehnung die herrlichen Autostraßen zur Verfügung stehen werden, hat der Führer der deutschen Kraftwagen-