Ausgabe 
(27.3.1936) Nr. 87
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parteiamtliche Lageszeitung

TiachrrchtenblaN der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Dremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen

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Nr. S7 / e. lalzrgang

srettag, 27. März

kinzelpreis 15 Npf.

vremens gewaltigste Ireuekundgebung

Vec Stellvertreter des füsteers Neichsminifter kudolf steh sprach im seeistasen ;u weit über lSSSSS Volksgenossen

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Sie Hansestadt marschiert

Bremen, 27. März

Die Strotzen der Stadt Bremen glichen gestern wohin das Auge sah einem endlosen Meer von Flaggen. Ueberall war es das gleiche bunte Bild: Tausende von grotzen und kleinen Haken- kreuzfahnen wehten von den Dächern und Fen­stern. dem Stellvertreter des Führers zum Grug, der am Abend vor einer riesigen Menschenmenge im Hasen sprach.

Schon am frühen Morgen sammelten sich die Ehrenformationen auf den großen Plätzen der Stadt, um am Empfang des Roichsmrnrsters Rudolf Hetz teilzunehmen. Marschmusik hallte auf. Währenddessen füllten sich die Straßen um den mit riesigen Fahnen geschmückten Vahnhofsplatz herum immer mehr. Um 9.30 Uhr begann dann der feierliche

kmpsang vor dem stotel lolumbus,

wo der Stellvertreter des Führers vom Senat der Stadt, von der Partei und ihren Gliederungen sowie von der Wehrmacht aufs herzlichste in der alten Weserstadt willkommen geheißen wurde. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge hatte sich schon lange vor dem Eintreffen Rudolf Hetz' auf dem Bahnhofsplatz versammelt, der einen festlichen Anblick bot. Fahnen über Fahnen flat­terten von allen ihn umgebenden Gebäuden. Als Rudolf Hetz eintraf, erhob sich unter der Menschen­menge ein Sturm des Jubels. Die Jugend hatte sogar Bäume erklettert, um den Reschsminister mit begeisterten Heil-Rufen zu begrüßen.

Während der SS.-Musikzug XIV flotte Marsch­weisen spielte, schritt Rudolf Hetz nach dem Emp­fang die Fronten der aufmarschierten Forma­tionen ab Auch hier wurde er von der Bevöl­kerung begeistert begrüßt; die Begeisterung über­trug sich auf all die Männer und^Frauen die an best Durchfahrtsstraßen zur Weser-Werft Auf­stellung genommen hatten.

Unterwegs auf der ganzen

fahrt bis ;ur PS. Weser,

die der Stellvertreter des Führers besichtigte,

brachte die dichte spalierbildende Menschenmenge immer wieder stürmische Heilrufe dar.

Sämtliche Schiffe im Hafen hatten über die Toppen geflaggt; auch ausländische Schiffe setzten ihre Nationalflagge zu Ehren des Abgesandten des Führers.

Im Verwaltungsgebäude der Werst wurde Rudolf Heß von der Gefolgschaft mit stürmischem Jubel empfangen. Generaldirektor Stapel­feld begrüßte den Stellvertreter des Führers und geleitete ihn zur Besichtigung durch die aus­gedehnten Anlagen der Werft.

Vorüber ging es an Schuppen, durch Maschi- nensäle, vorbei an dem Riesenhelgen der Weser­werft, der eine historische Stätte für deutschen Schiffsbau und den wirtschaftlichen Anstieg Bre­mens in der Nachkriegszeit verkörpert. Hier er­lebte die Hansestadt im August 1928 den bedeu­tungsvollen Tag des Stapellaufs des 81 000 Ton­nen großen Oz'eanriesen, des Flaggschiffes des Norddeutschen Lloyd, SchnelldampferBremen", der trotz gesteigerten Wettbewerbs auf dem Nordatlantik ebenso wie dieEuropa" seinen guten Ruf bewahrt hat. Auf demselben Helgen wurden dieScharnhorst" und später dieEnei- senau" für den Ostasiendienst des Norddeutschen Lloyd erbaut, und in aller Erinnerung ist noch jener denkwürdige Tag des Stapellaufs der Scharnhorst" im Dezember 1934 in Gegenwart des Führers. In allen Betrieben und Werk­stätten grüßen die Arbeitsmänner vom Lehrling bis zum Konstrukteur begeistert den Stellvertreter des Führers. Alle strecken den Arm zum Gruß empor und auf ihren Gesichtern, in die die Not­jahre ihre tiefen Spuren gegraben haben, steht jetzt die Freude und Dankbarkeit zu lesen, daß sie wieder mitschaffen dürfen am Wiederaufbau Deutschlands.

Anschließend an die Besichtigung der A.-E. Weler" besuchte Pg. Rudolf Heß auch die Ee - treldeverkehrsanlage. Auf einer Wahl­reise kam in diesem Augenblick zufällig auch Gauleiter Rover an der Getreideverkehrs­anlage vorbei. Der Gauleiter begrüßte bei dieser Gelegenheit den Stellvertreter des Führers aufs herzlichste, zumal er verhindert war, an der Kundgebung am Abend teilzunehmen. Zu seiner

Vertretung hatte er Ministerpräsidenten Joel entsandt.

Auch bei der Rückfahrt zum Hotel Lolumbus, vor dem sich wiederum eine dichte Menschenmenge eingefunden hatte, erlebte man immer wieder das gleiche Bild des Jubels und der Begeisterung. Die haßverzerrten Gesichter der Systemzeit sind längst verschwunden. Ueberall waren es froh­gestimmte Menschen, die dem engsten Mitkämpfer des Führers zujubelten und ihm so in der Hanse­stadt einen herzlichen Empfang bereiteten.

Sammeln und kinmarsch in das kajengebiet

Trug schon der Vormittag den Stempel eines festlichen, ungewöhnlichen Tages, so stand am Nachmittag die ganze Stadt im Zeichen der kommenden Riesenkundgebung. Schon um 18 Uhr wurden die Tore zum Schuppen geöffnet, vier Stunden vor Beginn der Veranstaltung strömten die Menschen aus den entlegensten Vororten herbei, um sich nach Möglichkeit einen günstigen Sitzplatz zu sichern. In der Innenstadt brandete der Verkehrstrubel mit dem Vorrücken des Uhr­zeigers ansteigend in nie gesehener Lebendigkeit.

Durch die mit Fahnen, Spruchbändern und unzähligen Plakaten geschmückten Geschäftsstraßen zogen die Kolonnen der Vewegungssormationen, der Betriebe und der Werkscharen Bremens mit klingendem Spiel. Dutzende von grotzen Omnibussen brachten die Angehörigen der SS., der SA. und anderer Gliederungen der Partei und der Ve-

verketirsstille von 16 bis 16,01 Uhr

Die Reichswahlkrampfleitung weist noch­mals ausdrücklich darauf hin, daß am heu­tigen Freitag das Sirenensignal aus den Kruppwerksn um 16 Uhr gegeben wird. Dieses Signal wird von den Sirenen und Alarmgeräten aller Werke, Schiffs usw. im ganzen Reich übernommen und eine Minute lang durchgeführt. Gleichzeitig tritt von 16 Uhr bis 16.01 Uhr eine Minute Verkehrs- stills in ganz Deutschland ein.

wegung aus Vassum, Twistringen, Vegesack und vielen anderen Unterweserorten an die Ausmarsch­plätze.

Lange Straßenbahnzllge, durch zahlreiche Einsatzwagen verstärkt, beförderten schon Stunden vor Beginn viele Hunderte Volksgenossen aus den entlegenen Stadtgebieten zum Hafen; die Wagen­führer hatten zum großen Teil die graugrüne Berufsuniform mit der SA.-Uniform vertauscht, helle Spruchbänder und bunte Fähnchen schmückten die Wagen.

Einen Mittelpunkt der Hochstimmung des Nach­mittages bildete der Bahnhof und sein Vorplatz, der besonders reichen Flaggenschmuck zeigte. Hier trafen die Volksgenossen aus dem ganzen Gau- gebiet mit den Sonderzllgen der Reichsbahn und den übrigen fahrplanmäßigen Zügen ein, für die anläßlich der Kundgebung Sonntagsrück­fahrkarten ausgegeben waren.

Um 17 Uhr ruhte in den bremischen Betrieben und Geschälten, in den Werkstätten der Industrie­betriebe und in den Werften, deren Gefolgschaften sich geschlossen an der Kundgebung beteiligten, jede Arbeit. In vier Niesenblocks hatten sich die Teilnehmer neben den uniformierten Formatio­nen in den Straßenzügen rund um das Hafen­gebiet, vor allem im Steffensweg. in der Llond- straße, Vegesacker Straße und Landwehrstraße, gesammelt. Viele Betriebe führten ihre Musik- züge oder Spielmannszüge mit, um während des Antretens in den Straßen und beim An­marsch zum Hafemchuppen, der 17.48 Uhr er­folgte, den Volksgenossen die Zeit zu verkürzen. Ab 17 Uhr konzertierten in den Schuppen 13 und 13o. wo sich inzwischen schon eine nach Tau­senden zählende Menschenmenge eingefunden hatte, der SS.-Musikzuq des Abschnittes XIV bzw. der SA.-Musikzug. Gegen 19 Uhr trafen hier die Kolonnen ein. 2m Hofe des Schuppens 13 stan­den die Fahnenträger der Ortsgruppen und der Betriebe in langem, bunt bewegtem Zug, auf den Befehl zum Einmarsch wartend.

Sie fahrt zum Hasen II

Ab l> Uhr wurde es still auf der Straßen. SA., Marine-SA. uno N8KK., Hitler-Jugend, Marine-Hitler-Jugend und Jungvolk bildeten ein

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kilometerlangee, lückenloses. Spalier von der Bähnhofstraße. Sögestraße Obern- und Fau- lenstraße Nordstraße Llöydstratze bis zum Hafen II. Durch diese Straßen erfolgte die An­fahrt des Reichsministers, und Hunderte und aber Hunderte von Bremern, die nicht mehr unmittel­bar an der Kundgebung teilnehmen konnten, bil­deten ein ebenso langes doppeltes und dreifaches Spalier hinter den Uniformen, um Rudolf Heß wenigstens im Augenblick der Vorbeifahrt sehen zu können. Schon vor 19 Uhr rollte Wagen auf Wagen der Straßenbahn leer zum Hafengelände, um später die Riesenmassen nach Beendigung der Kundgebung aufzunehmen.

Und dann kam der Wagen des Stellvertreters des Führers, schon von weitem durch hochflie­gende Arme, brausende Heilrufe sich ankündigend. Eine ungeheure Begeisterung hatte die harrenden Männer und Frauen gepackt, als Rudolf Hetz, im Wagen stehend, seine Volksgenossen grüßte während des ganzen langen Weges bis zum Tor des Schuppens 13.

Sie Kundgebung am flbend

Am Abend erlebte dann die Stadt Vremen die größte Kundgebung, die bisher an der Weser statt­gefunden hat. Einen überwältigenden Anblick gab die riesenhafte Kundgebung in den beiden Schuppen 13 und 13 n im Hafen II. Dichtgedrängte Menschenmassen stauten sich, um die Rede des Stellvertreters des Führers mitzuerleben. Selbst aus den Türschienen unter den Dächern der Halle hatten sich Volksgenossen einen Platz gesucht. Eine riesige Hakenkreuzbekleidung deckte den Hinter­grund vor dem Rednerpult; Tannengirlanden schmückten die gewaltige Halle: von den Decken­balken und den hölzernen Tragpfeilern hingen Hakenkreuzfahnen herab.

Plötzlich brandete Marschmusik auf. SS. spielte den Badenweiler Marsch, und im langen Zug erfolgte der Einmarsch der Standarten und Fahnen, die zu beiden Seiten der Tribüne Auf­stellung nahmen Der Beginn der Kundgebung verzögerte sich etwas, denn die riesigen Massen stauten sich und erreichten den Hafen zu spät.

Als dann aber der Stellvertreter des Führers am äußersten Ende die Halle betrat, setzte ein ungeheurer Jubel ein. Und immer weiter pflanzte

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