parteiamtliche Tageszeitung
iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen
flmtsblatt des Senats der Zreien fjansestadt Vremen
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Nr, 81 / 6. Jakrgang
Sonnabend, 21. Mär;
kinzelpreis 15 Npf.
Bolf Hitlers Iriumpli an der Wasserkante
Ver sütirer sprach sn der Hamburger ftanseatenlialle, der größten stalle der Welt» ;u stunderttausenden
(Dixsvsr Ssrlobl dsr „Srswsr Lsituvx")
8. Hamburg, 21. März.
Fast Wer Nacht hat die Wasserkante ihr Festkleid angelegt. Die patinagrünen Türme Hamburgs. die hoch in den Himmel stoßen, die grauen Häuserblocks, die Villen in den Vorstädten, die
grauen Fabrikwerke-sie alle sind von einem
Meer von Fahnen überslutet. Triumphbögen runden sich über den Straßen, durch die der Führer seinen Weg vom Hauptbahnhof nach der Hanseaten-Halle, der größten Halle der Welt, nehmen wird. Banner wallen von den
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Die Wasserkante bereitete dem Führer in Hamburg stürmische Huldigungen.
Die Locarno-Mächte veröffentlichte« in London ein Memorandum, aus dessen verklausulierter Fassung eine völlige Verkennuvg der deutschen Friedensvorschläge vom 7. März hervorgeht.
Der englische Aövig empfing gestern den deutschen Botschafter von Ribbentrop.
Wen und Flandin erstattete« dem Unterhaus, bzw. der Kammer Bericht über den Stand der Londoner Verhandlungen.
Die Hochwasserkatastrophe in USA. hat 18? Todesopfer gefordert.
Das Arbeitsamt Bremen verzeichnet vom Januar 1933 bis Februar 1938 eine» Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 32 999.
Präses Bollmeyer wurde in den Aussichts- rat der Bremer Straßenbahn gewählt.
Einen erfreulichen Abschluß legt die Jute- Spinnerei und Weberei Vremen vor.
MS. „Nürnberg" läuft am 21. März vom Stapel.
Häuserfronten, schweben im Wind hin und her, und während in den Straßen noch die letzten Vorbereitungen zum festlichen Empfang getroffen werden, drängen sich vor der Hanseaten-Halle, die mitten im Hamburger Arbeiterviertel liegt, die Massen acht Stunden vor Beginn der Kundgebung. Führevbilder grüßen von den Häusermauern, Transparente rufen immer wieder das eine Gelöbnis: „Dem Führer die Stimme!"
festlag im stafen
Ist aber die Stadt heute schöner als sonst, dann ist es der Hafen doppelt! Hier schlägt das Hamburgische Herz, schlägt wieder, seitdem die starken Hände, der machtvolle Wille des Führers auch hier den Verfall besiegten. Von den Helgen Lei Blöhm und Voß, auf der Deutschen Werft und den vielen, vielen anderen Betrieben dröhnt das Lied der Niethämmer. Tackend ziehen Barkassen und Motorboote durch das Wasser ihre Bahn. Fährdampfer tragen ihre Lasten hinüber und herüber, und von qualmenden Schleppern gezogen gleiten die Ueberseedampfer dahin. — Ueber dieses Lied der Arbeit hinweg aber schwingt lautlos ein Lied der Freude und des Stolzes: Der Führer Lei uns, der Führer in Hamburg! Fahnen, Fahnen, soweit der Hafen reicht, auf den ragenden Aufbauten und den plumpen Docks, an den grauen Mauern der aus Stahl und Stein gestampften Werke wie von den Brücken. Alle Schiffe, mögen sie am Heck die deutsche Flagge oder die einer ausländischen Nation führen, haben festlichen Flaggenschmuck angelegt Grüne Girlanden wiWen'sich um die Barkassen und Fähr- boote. und bunte Wimpel wehen auf den Elb- kähnen. Die Kräne, die ununterbrochen in den Bauch der Dampfer fassen. Last auf Last zu heben oder zu senken, tragen festlichen Schmuck, und Heller klingen die Rufe, die zwischen Stauer unv Kranführer, SHauermann und Matrosen hin und her gehen.
Kos stamburg der strbeit grüßt den füstrer
Es grüßt ihn auf seine Art, grüßt ihn mit dem. was es ihm ganz und gar geben kann: seiner Hände Fleiß und Kraft.
lieber allem aber lacht eine Fruhlingstonne, wie sie zum erstenmal in diesem Jahre über Hamburg aufging. Hitlerwetter! Der Himmel selbst hilft mit, dem Führer an der Hamburger Wasserkante Feierstunden zu bereiten. ,
Feststimmung erfüllt die Silagen. Die Werke, die Geschäfte haben heute frühzeitig geschlossen. Schon drei Stunden vor der Ankunft des Führers sind die Straßen, durch die Adolf Hitler seinen Weg nehmen wird, dicht besetzt, und vieltausendstimmiges Rufen und Murmeln erfüllt die weite Hanseatenhalle, die ein einziger Fahnen- wald ist und im Festschmuck zu versinken scheint.
Lastwagen auf Lastwagen donnert aus der weiten Umgebung in die Stadt, trägt Menschen aus Niedersachsen und Schleswig-Hol- stein, aus Mecklenburg und Lübeck herbei. Das ganze Niederdeutschland will dem Führer Gruß und Gelöbnis entbieten. Trupps von Politischen Leitern, SA. und SS. marschieren, Hitler-Jugend, Jungvolk und die VDM.-Mädels ziehen singend durch die Straßen. Es gibt nur eine Marschrichtung, nur ein Ziel: die Halle und ihre Anfahrtstratzen.
Pünktlich auf die Minute läuft fauchend und prustend der Zug in die hohe Bahnhofshalle ein. Bewegung kommt in die Massen, die sämtliche Bahnsteige in drangvoller Enge besetzt hält. Hier erkennt ein Jungvolk-Bub zuerst am offenen Fenster des Führers Gestalt. Er schreit sein „Heil!" in die Halle hinein, und dröhnend und jubelnd fällt die Menge ein. Der Führer ist da, der Führer! Schon hat Hamburgs Gauleiter, Reichsstatthalter Karl Kaufmann, den Wagen betreten.
Ihm folgt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, und während über die Bahnsteige sich die Ruhe der sprichwörtlichen Hamburger Disziplin legt, erstattet drinnen der Gauleiter Meldung, verläßt den Wagen wieder und fährt hinaus nach Rothenburgsort in Deutschlands größte Halle. Ihm folgt eine halbe Stunde später der Wagen des Führers.
Stürme des Jubels
War schon der Jubel, der eben noch dem Gauleiter galt, echt und freudig stark, so ist der Jubel, der über Adolf Hitler einfach zusammenschlägt, etwas so unfaßbar Gewaltiges, daß kein Wort unserer Sprache würdig genug wäre, als Ausdruck dafür verwendet zu werden. Hamburg hat oft den Führer gesehen. Hamburg hat nie seine Verehrung für den Größten unserer Tage verheimlicht, aber was heute hier geschieht, kennt Hamburg nicht. Der ganze weite Weg. der durch ein Gebiet führt, das früher das rote Herz des roten Hamburg war, ist eingefaßt von eiper zehn
und zwanzig-und hundertfach gestaffelten Menge, und diese Menge ist ein Schrei, ein Ruf, ein Jubel, ist wirklich, nur eins, ein Volk. Das sah der Hamburger nie, das sah Hamburg nie in seiner mehr als tausendjährigen Geschichte.
Fast dreißig Minuten dauert die Fahrt des Führers durch Hamburgs Arbeiterviertel. Dreißig Minuten braust über ihn der Jubel und die Begeisterung Hunderttausender Hamburger hinweg.
Dann betritt der Führer die Riesenhalle. Die Halle ist wie ein Menschenmeer, und dieses Men- schenmcer steht auf und grüßt den Mann, der ihr Schicksal, ihre Hoffnung ist.
Die Vegrüßungsworte des Gauleiters werden Satz um Satz unterbrochen vom Volk und jubelnd unterstrichen. Satz um Satz. Dann steht Adolf Hitler vor seinen Hamburgern. Wieder vergehen Minuten, und Begeisterungsstürme umbrausen ihn. Dann spricht er sein erstes Wort: Deutsche Volksgenossen!
(Fortsetzung auf Seite 2)
Untragbare Zumutung der eocarnonmchte
k1n Londoner Memorandum / Mffamierung Veutschlands kommt nicht noch einmal in frage!
kr. Berlin, 21. März.
In London ist gestern das zwischen den Locarno- Mächten England, Frankreich, Italien und Belgien vereinbarte Memorandum veröffentlicht worden. In diesem Schriftstück nehmen die genannten Mächte von dem Beschluß des Völkerbundsrats Kenntnis, in dem ein angeblicher Bruch des Artikels 42 des Versailler Vertrages durch Deutschland festgestellt wird. Das Memorandum enthält weiter den Beschluß der vier Mächte, die deutsche Regierung einzuladen, dem ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag die Frage der Unvereinbarkeit des französisch-sowjetrussischen Militärabkommens mit dem Locarno-Pakt zu unterbreiten.
Im Mittelpunkt des Locarno-Memorandums verpflichten sich die vier Mächte, während der Zeitdauer neuer Verhandlungen „alle notwendigen Maßnahmen zu unternehmen, die geeignet sind, eine internationale Truppenmacht zu schassen in einer Zone, die begrenzt wird durch die belgisch-deutsche und die sranzösisch-deutsche Grenze einerseits und auf der anderen Seite durch eine Linie, die östlich der genannten Grenzlinie im Abstand von ungefähr 29 Kilometern verläuft. Jede Entsendung von Truppen oder Kriegsmaterial in die bisher entmilitarisierte Zone sei nach dem Plan der Locarnomächte mit sofortiger Wirkung einzustellen.
Schließlich wird eine neue internationale Konferenz ins Auge gefaßt zur Organisation des Systems der kollektiven Sicherheit, zur Beschränkung der Rüstungen, zum Zwecke der Erweiterung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Nationen, sowie zur Beratung einiger im deutschen Memorandum vom 7. März gemachter Vorschläge.
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Es ist viel um dieses diplomatische Papier herumgeredet worden, das nun im Wortlaut vorliegt. Es ist ihm einmal eine fundamentale politische Bedeutung und dann wieder nur der Wert einer Zwischen- und llebergangs- lösung beigelegt worden. Wir wollen uns heute, nachdem der internationalen Gerüchtemachern durch das Vorliegen des endgültigen Textes dieses Memorandums ein Ende gesetzt worden ist, für das letztere entscheiden.
Es ist nicht viel, was in diesen zwölftägigen Verhandlungen herausgekommen ist, und vor allein: die gefundene „Lösung" atmet nicht den Geist einer neuen Zeit, die durch die deutschen Vorschläge erschlossen werden könnte, und der „Fortschritt", von dem man in London in den letzten Tagen soviel gesprochen hat, hat sich offen
sichtlich nach der negativen Seite hin ausgewachsen. Die Anhäufung juristischer grundsätzlicher und allgemeiner Thesen, die mit allem, nur nicht mit der unmittelbaren wirklichkeitsnahen Praxis des Lebens zu tun haben und die im Geiste einer vergangenen Zeit hängen bleiben, scheint die Vernunft und den einfachen Tatsachensinn wieder zurückgedreht zu haben.
Immerhin muß die jetzt geschaffene Lage zur Kenntnis genommen werden, und er ergibt sich die Notwendigkeit, von ihr selbst und nicht von Hoffnungen auf einen größeren Sieg der Vernunft, die noch bis gestern ihre Berechtigung gehabt haben mögen, auszugehen.
Die Zumutung einer auf Kosten Deutschlands gehenden neutralen Zone ist einfach untragbar, und das deutsche Volk kann es nie und nimmer zulassen, daß neuerdings deutsches Gebiet mit fremden Truppen besetzt wird. Es lehnt ebenso fest wie höflich derlei neue Disfamierungsver- suche ab.
(Wir veröffentlichen das Locarno-Memoran- dum im Innern des Blattes im Wortlaut. Die Schriftleitung.)
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Veulschland im stecht
Von
David Lloyd George, früheren englischen Ministerpräsidenten
Wir geben im folgenden den Ausführungen eines maßgebenden Mitunterzeichners des Versailler Unsriedensvertrages Raum. Es ist außer, ordentlich bemerkenswert, in wie starkem Maße der einslußreiche englische Politiker und srühere Ministerpräsident Llohd George der Forderung der Zeit Ausdruck gibt und dem deutschen Standpunkt entscheidendes Verständnis entgegen- bringt. Die Schristl.)
Ich begrüße es, daß Botschafter von Ribbentrop die deutsche Regierung auf der Tagung in London vertritt, denn er genießt das Vertrauen des Reichskanzlers Hitler.
Der Fehler, an dem die internationalen Tagungen bisher krankten, war der, daß die konferierenden Mächte über alles zu sprechen bereit waren, nur nicht über die allein wichtige Frage, wie der Frieden sichergestellt werden kann. Dabei ist gerade dies der Punkt, der allen Menschen in allen Ländern am meisten am Herzen liegt. Niemand interessiert sich dafür, wie die oder jene obskure Klausel in Pakten und Verträgen auszulegen sei, kein Mensch will den Krieg, höchstens der französische Eeneralstab, der an einen leichten Sieg glaubt, wenn Frankreich jetzt die Gelegenheit benutzt, um das mangelhaft gerüstete'Deutschland anzugreifen. Frankreich- Staatsmänner aber — dessen bin ich sicher — scheuen vor Kriegsmaßnahmen zurück. Der französische Bauer wird selbstverständlich marschieren, wenn ihm der Befehl dazu gegeben wird, aber er hat bestimmt keine Lust, dem Tod ins Angesicht zu schauen, wenn sein Vaterland nicht einmal angegriffen worden ist.
Zweifellos würde ganz Frankreich sich freuen, wenn Deutschland Sanktionen auferlegt-würden. Aber außer Frankreich hat kein einziges Land Verlangen nach Sanktionen mit AusnahmeSowjet- rußlands, dessen Regierung sich sagt, daß angesichts eines halbverhungerten Deutschland und wirtschaftlichen Wirrwarrs aller Orten der Kommunismus die größten Chancen hätte.
Britannien ist in dem vorliegenden Falle gegen Sanktionen. Kein Mensch hier denkt daran, das Einrücken von einer oder zwei Divisionen deutscher Truppen in deutsches Gebiet als einen Akt flagranten Angriffs zu werten. Der Vorfall ist in keiner Weise mit dem Einfall von 300 999 italienischen Soldaten in abessinisches Gebiet und mit der Bombardierung äthiopischer Dörfer und Lazarette zu vergleichen. Auch die skandinavischen Länder wollen nichts von Sanktionen wissen. Ohne Britannien. Schweden, Holland und Dänemark aber wären Sanktionen illusorisch.
Warum dann also nicht gleich auf die Kernfrage eingehen und über den Frieden verhandeln? Es hat doch wirklich keinen Zweck, über kollektive Sicherheit hin und her zu reden, wenn die Führer der großen Nationen nicht ein bißchen mehr Gefühl für die Gemeinsamkeit des europäischen Schicksals an den Tag legen.
Es wird behauptet, daß ein revidierter Friedens- vertrag solange wertlos bliebe, als man Deutschland nicht fetzt durch Strafmaßnahmen klarmache, daß in Zunkunft die vertragsbrechende Partei in jedem Fall durch gemeinsames Vorgehen der übrigen Vertragspartner bestraft werden wird, sobald eine mutwillige und einseitige Verletzung irgendeines Vertragsparagraphen erwiesen ist. Das wäre alles ganz schön und vernünftig, wenn Deutschland der Schuldige wäre. Aber der eigentlich Vertragsbrüchige Teil sind diejenigen gewesen, die jetzt am lautesten vor „gerechter" Entrüstung schreien. Wie war es denn mit der Klausel, in der der Versailler Vertrag die allgemeine Abrüstung vorsah, wenn ich fragen darf?
Ich bin einer der vier Männer, denen die unangenehme Aufgabe oblag, die Verträge von 1919 aufzusetzen. So mancher, der inzwischen zu der Ansicht gekommen ist, diese Verträge seien ungebührlich hart gewesen, hat sie damals nicht genug kritisieren können mit der Begründung, sie'seien zu milde! Die Friedensbedingungen, die Deutschland mit diesen Verträgen auferlegt wurden sind bis zur Grenze des für Deutschland Erträglichen und Tragbaren unbarmherzig durchgeführt worden. Deutschland hat zwei Milliarden'Reparationen gezahlt.
Mir Engländer sahen uns schon vor beinahe unüberwindlichen Schwierigkeiten, als es sich darum handelte, eine einzige Milliarde an Amerika abzuführen — und dabei ist unser Land bedeutend reicher als Deutschland. Wir entblößten Deutschland von seinem gesamten Kolonialbesitz und beschlagnahmten gleichzeitig Deutschlands Eigentum dort. Wir nahmen ihm einen -"il seines Mutterlandes. — zum Teil handelte es sich um Gebiete, die über 299 Jahre in Deutschlands Besitz gewesen waren. Wir haben Deutsch-
dem fiibrer folgen beißt ibm seine Stimme geben