Ausgabe 
(18.3.1936) Nr. 78
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parteiamtliche ^geszeitung

Hachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

flmtsblatt des Senats der Freien fjansestadt Vremen

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Nr. ?8 / e. lalirgang

Mittwoch, 18. März

kinzetprels 15 Npf.

Her sichrer: „deutsches Volk, tue keine Pflicht!"

Vie frankfurter Nede ftdolf liitlers Das Kriegsbeil zwischen uns und Frankreich fall begraben werden!

Frankfurt a. M., 18. März

Unbeschreibliche Begeisterung war um den Führer, als er in der Frankfurter Fest­halle das Wort nahm.

„Bom ersten Tage meines Ringens um Deutsch­land an habe ich um die Zustimmung und das Vertrauen meines Volkes gekämpft."

Mit diesen Worten hatte der Führer bereits zu Beginn seiner grasten Rede die Massen erfaßt: „Ich habe nicht die Demokratie beseitigt, sondern

Unser lagesspivgel

Der Führer wird heute in Königsberg sprechen.

Ministerpräsident Eöring wurde auf seiner Fahrt durch das Rheinland überall mit Jubel begrüßt.

Der Stellvertreter des Führers hielt gestern in Stuttgart eine packende Wahlrede.

Deutschland hat nunmehr die Einladung zur Teilnahme an den Londoner Veratungen an­genommen.

Der französische Abgeordnete Henriot tritt er­neut für Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ein.

Die U-Voots-Flottille „Weddigen" verließ nach mehrtägigem Besuch Bremen.

Morgen wird Pg. Paul Wegener, der frühere Kreisleiter in Bremen, auf zwei Großkund­gebungen sprechen.

Eine vergleichsweise Aufstellung der Bremer Bautätigkeit in den beiden letzten Jahren be­weist den bedeutenden Aufschwung des Bau­gewerbes.

Im Februar war die Außenhandelsbilanz wie­der aktiv.

sie vereinfacht, indem ich mich nicht zur Zuständig­keit der 17 Parteien, sondern zur Zuständigkeit des deutschen Volkes selbst bekannte! Dort liegt die Quelle meiner Kraft! lind aus ihr allein soll unserem Regime die Stärkung kommen, die es benötigt, um seine Aufgabe zu meistern!"

Ner Schmied des Neiches

Frankfurt, die alte Kaiserstadt, die Traditions­stätte so vieler erfolgloser Anstrengungen um die Reichseinheit, jubelte dem Führer zu, als ei! fest­stellte :

„Ich habe diese 16 oder 17 Länderfahnen be,ei- tigt und eine einzige an ihre Stelle gesetzt, und damit Deutschland gegeben, was alle Völker der Welt besitzen. Dieses zur Einheit geschmiedete Volk verstand seine Worte, als er vor den Il­lusionen aus fremde Hilfe warnte und ausrief: Baue aus deine Krast und hoffe nicht auf dir lbilfe der anderen. Du verdienst sie dann gar nicht. Du mutzt in dir selbst verankert sein und mußt dich mit festen Füßen auf diese wankende Erde stellen. Dann erst kannst du dich zu deinem Gott erheben und ihn bitten, deinen Mut, deine Arbeit, deine Ausdauer, deine Kraft, deine Be­harrlichkeit und damit deinen Lebensanspruch aus

lieser Welt zu unterstützen und zu segnen!"

Der Führer sprach von den sittlichen Kräften, von dem Glaube», von dem Vertrauen und der Zuversicht, die aus dieser Einheit und Geschlossen­heit dem deutschen Volke erwachsen. „.Nicht äußere Lippenbekenntnisse machen die Kraft einer Nation aus, sondern die innere Gläubigkeit, mit der sich ein Volk einer Idee ergibt, die lebensgestaltend ist." .

Daß diese Gemeinschaft nur durch einen neuen Geist ihre innere Kraft erhalten konnte, durch den Begriff gemeinsamer Ehre und Pflicht, das kam deii Massen in der Festhalle tief zum Vewugtseln bei den herrlichen Worten des Führers:

„Ich glaube nicht an die Kraft eines Menchen. wenn sie sich nicht verbindet mit einem lebendigen Gefühl für seine Ehre! Ich glaube nicht an dre Kraft einer Nation zur Bezwingung der Wider- stände des Lebens, wenn diese Kraft nicht ernen sichtbaren und stolzen Ausdruck findet rn dem allgemeinen Bewußtsein der Ehre! Nicht nur der Ehre nach innen, sondern auch der Ehre nach äugen, lind zu dieser Ehre gehört als nicht von ihr zu trennende Erscheinung die Freiheit!"

6egen Verträge der Sewalt

Der Führer sprach dann von den harten Ent­schlüssen, die notwendig waren, Deutschland vor aller Welt wieder das Ansehen und die Ehre zurückzugeben. „Hier stoßen zwei Aufsagungen hart gegeneinander: Auf der einen Seite der Buchstabe eines abgepreßten Ver­trages und auf der anderen Seite die ewige Moral des Lebens! Auf der einen Seite hohles Prestige, und auf der anderen Seite die

wahrhafte Liebe zum Frieden! Zu einem Frieden, der sich nur aufbauen kann auf gleichberechtigten Partnern und ihren freien Uebereinkllnften. Wenn ich dieses schwerste Problem angegriffen habe, meine Volksgenossen, dann geschah es, weil auf einem anderen Weg eine wirkliche- Beruhigung Europas nicht zu erreichen ist. Denn es ist 'klar': Jeder Bei trag, der seine Wurzel in-der Gewalt hat, in der Drohung oder in der Erpressung, wird geschichtlich nur eine gewisse Zeit geduldet werden. Auf solchen Fundamenten kann man keine ewigen Gesetze, keine ewigen Bindungen und keine ewigen Verträge aufrichten!"

Ueber Paragraphen steht das tebensrelht

Die Beifallsstürme steigerten sich zum Orkan, als der Führer erklärte: „Ueber allen Paragraphen steht das von Gott denMenschen gegebene natürliche Lebensrecht und die Freiheit des Lebenslichtes! Die Völker sind ewiger, als schlechte Verträge es sein können. Die Völker leben länger, als unvernünftige Verfügungen oder Erpressungen - zu leben vermögen. Einmal muß zwischen diese Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ein Strich gezogen werden Sie kann nicht als böse Tat fortzeugend Böies neu gebären! Einmal muß endlich dieser Zustand, der nur zu Haß und Verbitterung führt, zu Un­frieden, Angst und Furcht, seine Beendigung fin­den! Einmal muß er seine Ablösung erhalten durch einen neuen Zustand, der sich aufbaut auf den freien Entschluß einsichtiger Staatsmänner, -freier Nationen."

Unter tosender Zustimmung rief der Führer seine, alten Kampfgenossen zu Zeugen auf daß er niemals'etwas anderes als die wirkliche Ver­söhnung und' Verständigung gepredigt habe. Diese Erziehungsarbeit sei nicht vergeblich gewesen.

„Ich würde jederzeit bereit sein, mit der fran­zösischen Regierung einen Akkord einzugehen. Wir rufen die beiden Völker auf. Ich lege dem deut­schen Volke die Frage vor:

„Deutsches Volk, willst du, daß zwischen uns und Frankreich nun endlich das Kriegsbeil be­graben wird und Friede und Verständigung ein­tritt? Willst du das, dann sage „Ja".

(Ein vieltausendstimmiges Ja und minutenlange stürmische Heilrufe tosen nach diesen Worten dep Führers durch die riesige Halle.) „Und man soll dann auch auf der anderen Seite dieselbe Frage an das französische Volk richten. Und ich zweifle nicht: Es will genau so die Verständigung, und es will genau so die Versöhnung (Wieder setzt begeisterter Beifall der Massen ein.)

Ich werde das deutsche Volk dann weiter fragen: „Willst du. daß wir das französische Volk unter­drücken oder minderberechtigen sollen?" Und es wird sagen: „Nein, das wollen wir nicht!" Dann sollen sie drüben ebenfalls die Frage an das Volk stellen, ob es will, daß das deutsche Volk weniger Recht haben soll in seinem eigenen Hause als jedes andere. Und ich bin der Ueberzeugung, auch das französische Volk sagt: „Nein! — Das wollen wir nicht!" (Tosende Beifallskundgebungen unter­streichen diese Worte des Führers.)

Eingehend behandelt der Führer dann den deut­schen Standpunkt in der gegenwärtigen Situation. Er brachte überzeugend zum Ausdruck, daß wir nicht mehr tun können, als der Welt die Hand zur Versöhnung und Verständigung zu reichen."

flppeil an die Pflicht der Nation

„Ich habe gehandelt, wie ich als Mann von Ehre handeln mußte. Würde ich nicht so handeln, würde ich weder Ehre noch Wert hesitzen. Dann aber würde ich auch nicht an diesem Platze stehen und nie hätte ich die Nation gewinnen können! Ich weiß, daß die Nation nicht anders denkt. (Diese Sätze des Führers werden immer wieder von brausend'en Heilrufen und jubelnden Beifalls­kundgebungen unterbrochen.)

Am Schluß seiner mitreißenden Rede appel­lierte der Führer an das Verantwortungsbewußt­sein des Volkes:

„Ich warte auf deine Entscheidung, und ich weiß, sie wird mir recht geben! Ich werde deine Entscheidung annehmen als des Volkes Stimme, die Gottes Stimme ist. Gehen Sie hinein in diesen 29. März in der tiefinneren, heiligen Ueberzeugung, ein geschichtliches Votum ab­geben zu müssen, für das jeder einzelne von uns einst geprüft und gerichtet werden wird. Ich habe meine Pflicht fetzt dreieinhalb Jahre lang getan. Deutsches Volk, tue jetzt du die deine!"

Wer diese Stürme der Begeisterung, in denen die letzten Worte des Führers untergingen, er­lebte, für den gibt es keine Zweifel mehr, wie des Volkes Entscheid am 29. März lauten wird.

o. Mventrop veutWanvs Vertreter In London

kinladung zur reilntchme an den Seralungen des Völkerbundsrates angenommen

Berlin, 18. März

Der Reichsminijter des Auswärtigen hat am 17. März an den Generalsekretär des Völker­bundes, Herrn Aoenol. in London folgendes Telegramm geschickt:

„Ich bestätige dankend den Empfang Ihres Telegramms vom 18. März und beehre mich mit­zuteilen, daß Botschafter von Ribbentrop die

deutsche Regierung im Völkerbundsrat bei der Prüfung der von der belgischen und französischen Regierung aufgeworfenen Frage vertreten wird. Er wird von Donnerstag vormittag an in Lon­don zur Verfügung stehen. Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neu rath."

London, 18. März

Die deutsche Antwort, mit der die Einladung

zur Teilnahme an den Londoner Beratungen an­genommen wird, ist noch gestern nachmittag beim Bölkerbundssekretariat eingegangen und sogleich bei ihrem Eintreffen übersetzt und vervielfältigt worden, um den Ratsmitgliedern unterbreitet zu werden.

Der Völkerbundsrat selbst trat am Dienstagabend im Anschluß an eine Eeheimsitzung zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, auf deren Tages­ordnung die Aussprache zu dem vom französischen Außenminister vorgelegten Entschließungsentwurf über die Feststellung einer Verletzung des Locarno- Vertrages stand. Der Ratspräsident teilte zu Be­ginn der Sitzung den Inhalt der deutschen Ant­wort mit.

Die L o c a r n o - Mächte traten gestern bereits vormittags im englischen Außenamt zur Erör­terung der vorangegangenen Beschlüsse des Völkerbundsrates zusammen. In der Sitzung überreichte der englische Außenminister Eden ein ausführliches Schriftstück mit den britischen Vor­schlägen, die sich auf die Anwendung der im Lo- carno-Vertraq vorgesehenen Maßnahmen beziehen- Auch von anderer Seite sollen grundsätzliche Er­klärungen abgegeben worden sein- Die Franzosen traten anschließend zum Studium der englischen Vorschläge zusammen.

Der diplomatische Mitarbeiter der „Daily Mail" ist der Meinung, daß England möglicher­weise einen neuen Locarnopakt mit Frankreich und Belgien vorschlagen werde, unter dem es als Gegenleistung für ähnliche Verpflichtungen Frank­reichs und Belgiens diese beiden Mächte gegen einen Angriff schützen würde. Wenn dieser Weg eingeschlagen würde, wäre England bereit, nach ähnlichen Richtlinien in einen zweiseitigen Lo- carnovertrag mit Deutschland einzutreten, in dem es Deutschland dieselben Garantien wie Frankreich und Belgien geben würde.

englische flntwort an Veutschland

Berlin, 18. März.

Der englische Außenminister Eden übergab am Dienstagnachmittag dem deutschen Botschafter in London, Herrn von Höesch, folgende Mitteilung: Die Regierung Seiner Majestät tut ihr Aeußerstes und wird dies auch weiterhin tun, um Mittel, zu finden zu einer friedlichen und zufriedenstellenden Lösung der gegenwärtigen Schwierigkeiten. Es ist der Regierung Seiner Majestät klar, daß der Bor­schlag des deutschen Reichskanzlers wie auch alle von anderen interessierten Parteien gemachten Vorschläge zur geeigneten Zeit besprochen werden müssen. Die deutsche Regierung wird indessen wür­digen, daß es für die Regierung Seiner Majestät nicht möglich ist, im gegenwärtigen Zeitpunkt irgendein weitergehendes Versprechen zu geben.

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letzt lotznt es sich zurückzublicken

k. !llü. Die Führerschaft des deutschen Volkes zieht in diesen Tagen vor aller Welt eine Bilanz der nationalsozialistischen Aufbauarbeit. Es ist eine stolze, eine beispiellose Bilanz! Um sie in ihrer ganzen politischen Bedeutung würdi­gen zu können, ist es allerdings nötig, sich ein wenig das Gedächtnis für das stärken zu lassen, was vor dem 30. Januar 1933 in Deutschland geschah — und nicht geschah. Springen wir gleich mitten hinein in die Zeit vor vier Jahren, als das liberalistisch-marxistische System mit rasender Geschwindigkeit dem Bankrott entgegen­eilte!

Es war in den ersten Tagen des Januars 1932, als zur allgemeinen Ueberraschung der deutschen Öffentlichkeit die Mitteilung durch die Presse ging, die deutschen Reparationszahlungen hätten die von den sogenannten Siegermächten geforder­ten Entschädigungen wertmäßig bereits bei wei­tem überschritten. Die unverantwortliche Er­füllungspolitik der Regierung Brüning und ihrer Vorgängerinnen hatte zu grenzenlosem Elend der Massen geführt, keiner amtlichen Stelle aber war es eingefallen, der irrsinnigen Blutaussaugung des deutschen Volkes rechtzeitig entgegenzutreten.

Mit nicht zu verkennender Schadenfreude wird, gleichfalls Anfang Januar, von den Systempar­teien der Ablauf des Burgfriedens verkündet, eines von vornherein nur für die Weihnachts­tage befristeten „Friedens" zwischen den Par­teien und Klassen. Mit anderen Worten: die innenpolitische Verhetzung konnte wieder, und zwar in verstärkter Form, ihre Opfer fordern. Und die Wirtschaft? Der am 7. Januar 1932 be­kannt werdende Jahresbericht der Deutschen Reichsbahngesellschaft kündigt ein S-Millionen- Defizit an — welch trauriges Zeugnis für den Niedergang der deutschen Schaffenskraft!

Endlich, am 9. Januar, bequemt sich der Reichs­kanzler Brüning gegenüber dem englischen Bot­schafter zu der Erklärung, daß Deutschland außer­stande sei, weder jetzt noch in Zukunft Repara­tionen zu zahlen. Deutschlands Wirtschaftsleben stehe vor dem Zusammenbrach. So weit hatte man es also kommen lassen, ohne energische Schritte gegen die Pariser Tributpolitik zu unter­nehmen! Erst unmittelbar vor der Wirtschafts­katastrophe erklärt der verantwortliche Leiter des Reichskabinetts, Deutschland sei am Ende seiner Kraft. Kein Wunder, wenn angesichts dieser „Nach-mir-die-Sintflut"-Politik der Gouverneur der Bank von Frankreich den Reichsbankkredit lediglich um einen Monat verlängert. Das Da­moklesschwert der Finanzkrise schwebt über dem Deutschen Reich.

Das Wirtschafts-Komitee des Völkerbundes er­weist sich unfähig, die allgemeine Krise zu be­kämpfen. Es bleibt bei einem platonischen, völlig wirkungslosen Appell an die Staaten, ja, das Komitee gibt selber zu, „nicht in der Lage zu ' sein, irgendwelche grundsätzlichen Richtlinien für Handelspolitik zu empfehlen, solange auf dem Gebiete der Regelung der internationalen Ver­schuldung keine befriedigende Lösung und keine Erleichterung der finanziellen Spannungen ein­getreten sind".

In einem zum zügellosen Klassenhaß auffor­dernden Ausruf des Zentral-Komitees der Kom­munistischen Partei besitzen die Volschewisten am 12. Januar die Frechheit, dem deutschen Volk als Reichspräsidenten-Kandidaten den kommunistischen Oberhetzer Thälmann vorzusetzen. Den fortschrei­tenden sozialen Unfrieden und die verhängnis­volle Spaltung in der Arbeiterschaft kennzeichnet am 16. Januar ein Protest der Gewerkschaften beim Reichsarbeitsminister gegen angebliche Ver­schleppung der Arbeitszeitverkürzung.

Die Politisierung der Schule seitens der marxi­stischen Parteien nimmt einen derart beängsti­genden Grad an, daß eine Konferenz der Länder­kultusminister nach Berlin einberufen werden

wie du dem Meer danken kannst? du gibst ikm deine Stimme!